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	<title>Rebecca Naunheimer, Petra Maier, Franziska Deller, Christian Endt, Alexandra Kiefer, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>Rebecca Naunheimer, Petra Maier, Franziska Deller, Christian Endt, Alexandra Kiefer, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Das hat unser Hochschulsport zu bieten!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Jul 2014 16:59:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
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		<category><![CDATA[hochschulsport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Reviews aus der presstige-Redaktion Die Anmeldung ist jedes Mal ein Kampf: Adrenalin steigt in den Kopf, das Herz pocht schneller und die Hände zittern beim Abtippen der Kontodaten. Aber der Stress lohnt sich. Meist. Der Hochschulsport bietet eine Vielzahl toller...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Reviews aus der presstige-Redaktion</h2>
<p><strong>Die Anmeldung ist jedes Mal ein Kampf: Adrenalin steigt in den Kopf, das Herz pocht schneller und die Hände zittern beim Abtippen der Kontodaten. Aber der Stress lohnt sich. Meist. Der Hochschulsport bietet eine Vielzahl toller Kurse, die oftmals jedes Semester angeboten werden. Damit ihr den Anmeldestress aber nur für &#8220;Premium-Angebote&#8221; auf euch nehmt, haben unsere Redakteure ihre Erfahrungen in einem kurzen Review zusammengefasst.</strong></p>
<figure id="attachment_4454" aria-describedby="caption-attachment-4454" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Sport-Ede-Beitragsbild-Hochschulsport_1200px.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-4454 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Sport-Ede-Beitragsbild-Hochschulsport_1200px.jpg" alt="Illustration: Isabell Beck" width="1200" height="872" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Sport-Ede-Beitragsbild-Hochschulsport_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Sport-Ede-Beitragsbild-Hochschulsport_1200px-400x290.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Sport-Ede-Beitragsbild-Hochschulsport_1200px-1024x744.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-4454" class="wp-caption-text">Illustration: <a href="http://presstige.org/author/isabell-beck/">Isabell Beck</a></figcaption></figure>
<h3><a href="http://presstige.org/author/franziska-deller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franziska Deller</a>: <a href="http://anmeldung.sport.uni-augsburg.de/angebote/aktueller_zeitraum/_Yoga.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yoga</a></h3>
<p>Die Yogakurse gehören zu den am härtesten umkämpften Kursen im Hochschulsport-Angebot. Man muss schnell sein und einen schnellen Computer besitzen, um hier reinzukommen. Wonach sich alle sehnen, ist das glatte Gegenteil: Entschleunigung, Entspannung, zu sich selbst Kommen, sich aus dem stressigen Alltag zurückziehen. Die tatsächliche Wirkung hängt, wie ich herausgefunden habe, stark vom Umfeld und vor allem vom Yogalehrer ab. Ich habe da beim Hochschulsport unterschiedliche Erfahrungen gemacht: Bei meinem ersten Versuch war der Lehrer ein älterer Herr, optisch den Achtzigern entsprungen, der uns Yoga weniger körperlich, sondern mehr seelisch näherbringen wollte. Deswegen bestand der Kurs aus mentalen Übungen zur Bewältigung von Gefühlen, die er uns auch auf Folien zu vermitteln versuchte. Nicht mein Fall &#8211; ich persönlich mache Yoga, weil ich für eine gewisse Zeit nicht so viel mit meinen Gefühlen und Gedanken zu tun haben will. Ganz anders mein zweiter Versuch: Eine richtig coole Lehrerin, nicht einmal so esoterisch angehaucht, wie es “Yogamenschen” sonst öfter mal sind, sondern einfach ganz entspannt. Sie machte Übungen vor, wir machten Übungen nach. Keine großen Gedankenleistungen, einfach runterkommen und entspannen. Meine Lieblingshaltung: die Haltung der Verinnerlichung &#8211; auf den Knien, den Oberkörper mit gestreckten Armen auf der Matte abgelegt, den Kopf auch. Könnte ich ewig machen. Mein Lieblingsgefühl: die träge Entspannung in der Ruhephase ganz am Schluss. Auch, wenn man irgendwann wieder daraus erwachen muss, einfach unbezahlbar. Das ist Yoga für mich.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/author/rebekka-raum/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rebekka Raum</a>: Beach<a href="http://anmeldung.sport.uni-augsburg.de/angebote/aktueller_zeitraum/_Volleyball.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">volleyball</a></h3>
<p>Du willst die Sonne genießen, dabei aber nicht auf der faulen Haut liegen? Aufgrund dieses Leitgedankens entschied ich mich im Sommersemester für einen Beachvolleyball-Kurs. Das anfängliche Joggen durch den trägen Sand brachte mich jedes Mal sofort zum Hecheln und Schwitzen. Ebenso raubten mir die anschließenden Stretching- und Kraftübungen unter der sengenden Sonne einiges an Flüssigkeit. Weiter ging es mit dem altbekannten „Baggern“ und „Pritschen“, doch auch neue Techniken mit seltsamen Namen, wie „Tomahawk“ oder „Poken“, lernte ich kennen. Im letzten Teil des eineinhalbstündigen Trainings wurde Team gegen Team, in der Regel zwei gegen zwei, gespielt. Beachvolleyball ist ein Mannschaftssport und somit im Vergleich zu einigen anderen Sportkursen weniger anonym. Ich kannte die Namen meiner Mitspieler und das Abklatschen nach jedem Punkt ließ mich das berühmt-berüchtigte Gemeinschaftsgefühl spüren. Sieg oder Niederlage waren zweitrangig, was angesichts der unzähligen verpatzten Aufschläge, Annahmen und Zuspiele auch ganz gut war. Das einzige Manko des Beachvolleyball-Spiels ist die Wetterabhängigkeit. Unter blauem Himmel spielt es sich nämlich wesentlich angenehmer als bei strömenden Regen, der den Sand klebrig und schwer macht.Im Wintersemester kann dieses Risiko umgangen werden, indem auf den “Beach” verzichtet wird und Volleyball sechs gegen sechs in der Halle gespielt wird. Mit Sicherheit ein vergleichbarer Spaß zum sandigen Toben im Sommer.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/author/petra-maier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Petra Maier</a>: <a href="http://anmeldung.sport.uni-augsburg.de/angebote/aktueller_zeitraum/_Kick_Box-Fitness.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">Kick Box-Fitness </a></h3>
<p>„Noch zehn Wiederholungen!“, meint Rainer, unser super durchtrainierter Trainer mit einem hämischen Grinsen auf dem Gesicht. Die Übungen – eine Mischung aus dem Standard-Sportgramm à la Liegestütze, Sit-ups und Co. sowie Kick Box-Tritten und –schlägen – führt er mit einer solchen Leichtigkeit aus, dass er sie vermutlich im Schlaf machen könnte. Ungeduldig und mit schmerzverzerrten Gesichtern warten wir auf das erlösende Wort – am Ende jeder Übung kommt das obligatorische „locker“ von Rainer. Nach einer Dreiviertelstunde Warm-up verfluche ich mich und überlege, wieso ich mich für den Kurs angemeldet habe. Dass die Bein-Arm-Koordination noch nie so meine Stärke war, macht die Sache nicht einfacher: Wir lernen eine Menge Schläge und Tritte, die wir abwechselnd erst mit links, dann mit rechts – oder war’s doch andersrum? – ausführen. Ich muss teilweise stehen bleiben, weil ich mal wieder aus dem Konzept gekommen bin. Meinen Mitsportlern geht es teilweise ähnlich. Begleitet wird das Ganze von Songs aus den Charts wie „Good Feeling“ von Flo Rida oder „My Feelings For You“ von Avicii – diese Lieder werde ich wohl auf ewig mit körperlicher Ertüchtigung in Erinnerung behalten. Obwohl diese Lieder sonst nicht zu meinem normalen Musikrepertoire gehören, motivieren die schnellen Beats – denn: sie lenken von der Anstrengung ab. Am Ende der anderthalb Stunden fühle ich mich so lebendig wie nie – und würde am liebsten gleich weitermachen. Berauscht von den Endorphinen gehe ich heim und freue mich auf die nächste, anstrengende Stunde mit hoffentlich vielen Pausen – und „locker“.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/author/christian-endt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Endt</a>: Parkour</h3>
<p>“Être fort pour être utile”, dieses Motto hat Mike gleich beim ersten Treffen ausgegeben. Darum geht es bei der Sportart, die in Pariser Vororten enstand: Stark sein, um nützlich zu sein. Der Pathos solcher Sätze wirkt am Anfang etwas befremdlich. In der Parkour-Szene dienen sie der Abgrenzung zu Sportlern, denen es um Artistik und Show geht. Das Ziel von Parkour ist es, sich möglichst effektiv von A nach B zu bewegen. Dazu gehört das Überwinden von Mauern, Gräben und Zäunen, mit möglichst eleganten Bewegungen. Parkour erfordert Balance, Kraft, Ausdauer und vor allem Durchhaltevermögen. Zum Aufwärmprogramm unseres Trainings gehörten schon mal Liegestütze im Schnee, möglichst ohne Handschuhe. Mike brachte uns im Kurs oft an unsere Grenzen. Und half uns, sie immer weiter zu verschieben. Am Schluss sprangen wir mit zwei Sätzen auf vier Meter hohe Mauern. Wir waren stark. Und spätestens, wenn Batman das nächste Mal einen Robin sucht, werden wir auch nützlich sein.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/author/alexandra-kiefer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexandra Kiefer</a>: <a href="http://anmeldung.sport.uni-augsburg.de/angebote/aktueller_zeitraum/_Badminton.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Badminton</a> (Anfängerkurs)</h3>
<p>Badminton – ein Sport, der weit oben auf der Kalorienverbrennerliste steht. Wenn man ihn intensiv ausübt. Also ein gelungener Aufschlag, dann eine gute Koordination beim Sehen des Balls, Treffen und Zurückspielen. Das gelingt am besten durch schnelle Beinbewegungen &#8211; vor und zurück, nach links und nach rechts. So sah das Spiel auch aus. Bei anderen Spielerpärchen. Bei mir und meiner Freundin ging es etwas ruhiger zu, was wohl auf mangelnde Erfahrung und eventuell auch auf das fehlende sportliche Talent zurückzuführen ist. Aber wir hatten trotzdem viel Spaß und ein wöchentliches Wiedersehen montagabends bei unserem Kurs im Hochschulsportzentrum. Zu Beginn jedes Termins hieß es erst einmal: im Kreis laufen und danach dehnen, was bei mir leider Erinnerungen an den Sportunterricht in der Schule weckte. Doch im Gegensatz zu damals war es hier nicht so schlimm, wenn meine Aufschläge immer wieder schrecklich danebengingen. Unsere Kursleiterin Dr. Pushpa Sharma, die den Anfängerkurs scheinbar jedes Semester anbietet, bemühte sich, mir zu zeigen, woran es hackt. Während des ersten Teils der anderthalb Stunden Badminton drehte sie ihre Runden, beobachte die Eins-gegen-Eins-Spiele und versuchte für jeden individuell Verbesserungsvorschläge vorzubringen. Später ging es dann an den Turnierkampf: Zwei gegen Zwei, die Gewinner rückten ein Feld nach vorne, die Verlierer eines nach hinten. Ich brauche wohl nicht zu sagen, wohin wir wanderten. Aber: wir wurden von Mal zu Mal besser und Spaß hatten wir allemal.</p>
<blockquote><p>Die Semesterferien stehen an und wir verabschieden uns in den Urlaub: Höchste Zeit also, einmal über sportliche Ertüchtigung nachzudenken. Die presstige-Redaktion macht sich fit für den Sommer mit Beiträgen rund um den Schwerpunkt Sport. Macht mit und schaut euch alle gesammelten Beiträge <a href="http://presstige.org/tag/sportwoche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> an.</p></blockquote>
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		<title>Gehört ein Doktortitel zum Namen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2014 06:03:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
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		<category><![CDATA[doktortitel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als einziger Bildungsabschluss gilt der Doktor in Deutschland als Namenszusatz und kann im Pass eingetragen werden. Ist dieses Privileg berechtigt? Ja, findet Dr. Christopher Große Eigentlich muss man sich fast schämen, einen Doktortitel zu führen. Angesichts einer nicht mehr enden wollenden...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als einziger Bildungsabschluss gilt der Doktor in Deutschland als Namenszusatz und kann im Pass <span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">eingetragen werden. Ist dieses Privileg berechtigt?</span></strong></p>
<figure id="attachment_3852" aria-describedby="caption-attachment-3852" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra.png"><img decoding="async" class="wp-image-3852 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra.png" alt="Illu_procontra" width="1200" height="352" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra-400x117.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra-1024x300.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3852" class="wp-caption-text">Text: Dr. Christopher Große &amp; Christian Endt – Illustration Natalia Sander</figcaption></figure>
<h3>Ja, findet Dr. Christopher Große</h3>
<p>Eigentlich muss man sich fast schämen, einen Doktortitel zu führen. Angesichts einer nicht mehr enden wollenden Debatte über die Qualität deutscher Promotionen und immer neuen Negativbeispielen geltungsbedürftiger Politiker oder Wirtschaftsvertreter darf die Frage erlaubt sein, inwieweit der Titel dem Träger überhaupt noch zur Zierde gereicht. Ich kenne Menschen, die sich ihre Promotionsurkunde haben rahmen lassen, um sie auf einem für jedermann gut sichtbaren Ehrenplatze auszustellen – über dem Klo. Fakt ist: Promotionen sind heute im Schnitt deutlich länger als noch vor 40 Jahren. Das allein ist kein Qualitätsausweis. Es könnte aber zumindest ein Indiz dafür sein, dass die Diskussion um Titel zu anderen Zeiten ebenfalls ihre Berechtigung gehabt hätte.</p>
<p>Die Promotionsurkunde der Universität Augsburg ist nicht unbedingt das, was man als spektakulär bezeichnen würde. Einziger Schmuck neben den schwungvollen Unterschriften von Präsident und Dekan ist ein gestanztes, kaum wahrnehmbares Universitätssigel. Schmücken kann ich mich mit diesem A4-Blatt schwerlich. Dabei zählen wie so oft im Leben eher die inneren Werte.</p>
<p>Beim Doktor handelt es sich eigentlich um den Nachweis einer wissenschaftlichen Leistung. Und natürlich weiß ich, dass der Titel genau daraus seine Legitimation zieht und seinen Träger für genau dieses Umfeld qualifizieren soll. Da aber leider nicht jeder seine wissenschaftliche Karriere konsequent fortsetzen kann, finde ich es wenig verwerflich, den Qualifikationsnachweis auch außerhalb der wissenschaftlichen Welt zu gebrauchen. Im Übrigen wenig anders als bei anderen Titeln: Wie oft haben wir uns gefragt, ob man für diesen oder jenen Job tatsächlich das „erfolgreich abgeschlossene Hochschulstudium“ benötigt? Es schwante uns: Es geht nicht um den Titel. Es geht in unserer Jobwelt, in der alles immer globaler, schneller, weniger verlässlich und greifbar erscheint, um etwas vollkommen anderes: um Substanz. Es geht um den Ausweis einer besonderen Leistung, einer nützlichen oder weniger nützlichen fachlichen Expertise. Und wenn ich von meinem Chef nach allen Regeln der Kunst zusammengefaltet werde, er mich dabei aber wenigstens konsequent mit meinem Doktor anbrüllt – dann weiß ich, dass es zugleich um soviel mehr geht: um meine Würde.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Cover_300px.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 26: Macht</strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 26 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/05/ausgabe-26-macht">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige26">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/macht">Der Schwerpunkt Macht</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Ob mir der Doktor im Arbeitsleben mehr nützt als schadet, kann ich nicht beurteilen. Mitunter sorgt er für Distanz, manchmal sogar für Argwohn oder Neid. Für manche Positionen oder Aufgaben bin ich „überqualifiziert“. Mehr Geld als meine Kollegen ohne Doktortitel verdiene ich nicht, dafür habe ich während meiner Promotionszeit deutlich weniger verdient als die Meisten von ihnen. Tägliche Arbeit und üblicher Stress unterscheiden sich ebenso wenig. Meine amerikanischen Kollegen finden es eher albern, dass auf meiner Karte und in meinem E-Mail-Absender immer ein Dr. vor dem Namen klemmt, obwohl ich gar kein Arzt bin.</p>
<p>Für mich ist der Doktor auch im digitalen, globalen 21. Jahrhundert kein Auslaufmodell. Er ist genauso wenig antiquiert wie ein Studium an einer deutschen Hochschule. Und er hat seine Berechtigung genau wie viele andere Leistungs- und Qualifikationsnachweise. Ein klein wenig mehr Demut indes täte vermutlich vielen Menschen gut – in Wirtschaft, Politik und auch in der Wissenschaft – und im Übrigen nicht allein im Umgang mit ihrem Titel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Nein, findet Christian Endt</h3>
<p>Als Kind wollte ich Feuerwehrmann werden. Eines Tages gingen meine Eltern mit mir zum Tag der offenen Tür bei der Berufsfeuerwehr. Ich durfte die Garage besichtigen, in der die großen Fahrzeuge standen, und einen der schweren Helme anprobieren. Alles sah aus wie in meinem Lieblingsbilderbuch über Feuerwehrmann Florian. Nach der Garagenführung gingen wir in den Hinterhof. Dort waren für Kinder mehrere Stationen aufgebaut. An eine kann ich mich noch erinnern: Da mussten wir mit einem Wasserstrahl aus dem Feuerwehrschlauch irgendwelche Ziele treffen. Wer alle Stationen erfolgreich absolviert hat, bekam eine Urkunde. Auf meiner stand: „Christian Endt darf nun den Titel Oberspritzenmeister führen.“</p>
<p>Eigentlich sollte ich bei allen Online-Formularen in das Titelfeld die Bezeichnung „Oberspritzenmeister“ schreiben. Wenn jemand nachfragt – ich habe die Urkunde noch und kann belegen, dass alles seine Ordnung hat. Das ist albern? Klar ist es albern. Zugebenermaßen ist es viel alberner, als unter Titel die Zeichenkombination „Dr.“ einzutragen. Aber prinzipiell ist es dasselbe.</p>
<p>Jedenfalls bin ich der Meinung, ein Doktortitel sollte genauso wenig Teil des Namens sein wie Oberspritzenmeister oder das Seepferdchen. Wer eine Promotion erfolgreich zu Ende bringt, beweist wissenschaftliche Kompetenz und Durchhaltevermögen; dafür bekommt Herr oder Frau Doktor zu Recht Anerkennung und oft auch bessere Karrierechancen. In erster Linie sollte man aber aus Interesse an seinem Thema promovieren oder weil man eine Laufbahn in der Wissenschaft anstrebt. Die Promotion gehört daher, wie andere Bildungsabschlüsse auch, in den Lebenslauf. Warum aber muss der Doktor auf der Visitenkarte und dem Türschild zu lesen sein? Mit dieser Praxis zieht man Leute an, denen es um Ruhm und Prestige geht, maximal am Rande um Wissenschaft. Prominente Beispiele für diesen Doktortypus finden sich unter dem Suchbegriff „Plagiatsaffäre“ zuhauf bei Google.Ein Doktortitel ist eine Auszeichnung für Leistungen in einem bestimmten Fachgebiet. Man kann einen Doktor etwa in Medizin machen oder in Sozialwissenschaften. An der Uni Wuppertal gab es bis vor wenigen Jahren einen Master-Studiengang in „Brandschutz“. Ob Zielübungen mit einem Feuerwehrschlauch zur Ausbildung gehörten, weiß ich nicht.</p>
<p>Gerade ältere Menschen reden beinahe ehrfürchtig von Doktoren. Auch wenn sie damit meistens Ärzte meinen und gerade der Dr. med. vergleichsweise leicht zu erlangen ist und international nicht als dem Ph.D ebenbürtig anerkannt wird. Viele Frauen, die mit einem Doktor verheiratet sind, haben die Erfahrung gemacht, als „Frau Doktor“ angesprochen zu werden, obwohl sie selbst nicht promoviert haben. Als wäre die Dissertation keine akademische Arbeit, sondern die Aufnahme in den Adelsstand.</p>
<p>Auch andere Menschen haben in Ausbildung oder Beruf viel geleistet, dabei aber keinen Titel erworben. Oder einen, der keinen herausgehobenen Status als Namenszusatz besitzt wie der Doktor, Handwerksmeister beispielsweise. Für diese Ungleichbehandlung gibt es keinen Grund. Darum gibt es nur zwei Möglichkeiten: Auch Schreiner- und Oberspritzenmeister dürfen im Ausweis eingetragen werden. Oder der Doktor muss raus.</p>
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		<title>„Wer sich vorne hinstellt, hat verloren“</title>
		<link>https://presstige.org/2014/05/piraten-vietzke-interview/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2014 15:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[macht]]></category>
		<category><![CDATA[piraten]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#26]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit dem Pirat Vinzenz Vietzke Mit Macht haben Piraten ein Problem. Darum achten sie sehr darauf, dass keiner von ihnen zu viel davon bekommt. Ist das der Grund für ihr Scheitern? Darüber sprachen wir mit Vinzenz Vietzke, bis Februar...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/piraten-vietzke-interview/">„Wer sich vorne hinstellt, hat verloren“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Interview mit dem Pirat Vinzenz Vietzke</h2>
<p><strong>Mit Macht haben Piraten ein Problem. Darum achten sie sehr darauf, dass keiner von ihnen zu viel davon </strong><strong>bekommt. Ist das der Grund für ihr Scheitern? Darüber sprachen wir mit Vinzenz Vietzke, bis Februar Vorsitzender </strong><strong>der Piratenpartei in Augsburg. </strong></p>
<figure id="attachment_2878" aria-describedby="caption-attachment-2878" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-2878" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke.png" alt="Foto: privat" width="600" height="598" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke.png 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke-150x150.png 150w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke-400x398.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke-32x32.png 32w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke-64x64.png 64w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke-96x96.png 96w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke-128x128.png 128w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/VinzenzVietzke-80x80.png 80w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2878" class="wp-caption-text">Foto: privat</figcaption></figure>
<p><em><strong>presstige: Warum hast du dich vom Parteivorsitz zurückgezogen? </strong></em></p>
<p><strong>Vinzenz Vietzke:</strong> Ich hab das jetzt viele Jahre Vollgas gemacht und irgendwann ist die Luft einfach raus. Ich wollte auch mal wieder Zeit für andere Dinge haben.</p>
<p><em><strong><a title="Ein Haufen glaubwürdiger Typen" href="http://presstige.org/2012/04/ein-haufen-glaubwuerdiger-typen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vor zwei Jahren </a>gab es einen mega Hype um die Piraten, der inzwischen komplett vorbei ist. Was ist</strong></em> <em><strong><a title="Piraten ohne Heldenstatus" href="http://presstige.org/2014/01/helden-piratenpartei-geschteitert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schiefgelaufen</a>?</strong></em></p>
<p>2012 waren wir in den Umfragen ja teilweise im zweistelligen Bereich. Dass das unrealistisch war, war klar. Trotzdem hätte man sich mehr erhofft. Im Nachhinein sehe ich schon, wo wir Fehler gemacht haben: Wir sind über dieses von der Öffentlichkeit hingehaltene Stöckchen „Ihr habt ja gar kein Programm!“ ganz lange reflexartig drüber gesprungen. Jetzt haben wir zu allen Themen irgendwelche Aussagen, die aber zum Teil unausgereift sind. Und was noch viel schlimmer ist: Wir haben dadurch unser Profil aufgeweicht. Wir sind nicht mehr die Netzpartei, sondern wir sind der zerstrittene Haufen, bei dem nicht klar ist, wofür der eigentlich steht. Das ist, glaube ich, der Grund, warum wir jetzt <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-09/Piraten-Abschied-Thesen/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei einem oder zwei Prozent rumdümpeln</a>.</p>
<p><em><strong>Ist das auch der Grund, warum ihr von der <a title="Trotz NSA: Das Internet ist ein Platz für Helden" href="http://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snowden-Affäre</a> so gar nicht profitiert habt? Weil ihr da schon zu oft gesagt habt: Wir sind gar keine Netzpartei?</strong></em></p>
<p>Das trifft&#8217;s sehr genau. Wir haben uns abgestrampelt über den Sommer hinweg, haben gemacht, was nur ging, und es kam nichts dabei rum. Es passiert überhaupt keine Reaktion auf das, was du die ganze Zeit laut in die Welt schreist. Das verhallt einfach so. Das ist auch ein Grund, warum sich viele Leute inzwischen zurückziehen. Die Leute, die lange gestrampelt haben, sind einfach ausgebrannt.</p>
<p><em><strong>Liegt das nicht eher an den Streitigkeiten innerhalb der Partei?</strong></em></p>
<p>Ich könnte nicht sagen, was da überwiegt. Die inhaltliche Geschichte ist das Eine, das Andere ist dieses parteiintern nicht klare Verständnis, was Transparenz eigentlich bedeutet. Transparenz bedeutet nämlich nicht, ich muss jedem auf die Nase binden, mit wem ich mich gerade streite. Sondern, dass ich den Leuten deutlich machen muss, wie wir zu Entscheidungen kommen, wie Prozesse laufen, warum wir etwas so und so sehen.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Cover_300px.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 26: Macht</strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 26 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/05/ausgabe-26-macht">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige26">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/macht">Der Schwerpunkt Macht</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p><em><strong>Bei den Piraten wird häufig mit einer unglaublichen persönlichen Aggressivität gestritten.</strong></em></p>
<p>Ja, wir hatten Fälle, die durchaus strafrechtlich relevant waren. Wenn mich so einer auf der Straße anredetet, dann zeig&#8217; ich den an. Und bei uns hieß es immer: Wir sind &#8216;ne Freiheitspartei, soll doch jeder, wie er will. Nee, es gibt Grenzen! Diese Grenzen haben wir oft viel zu spät durchgesetzt. Wir müssen die Regeln, die wir für die Gesellschaft haben wollen, das Menschenbild, der respektvolle Umgang miteinander, auch intern umsetzen.</p>
<p><em><strong>Die Piraten haben bei ihren Vorstandsämtern eine wahnsinnige Fluktuation. Eine Partei braucht aber bekannte</strong></em> <em><strong>Gesichter, um ihre Themen in der Öffentlichkeit zu transportieren.</strong></em></p>
<p>Ja, wir haben&#8217;s nicht geschafft, die Persönlichkeiten, die wir in der Öffentlichkeit hatten, langfristig aufzubauen. Du kannst nicht ständig jemand Neuen hinstellen. Sowohl <a href="https://twitter.com/Afelia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marina Weisband</a> als auch <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/575436/Am-Ende-der-Durststrecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katharina Nocun</a> waren nach extrem kurzer Zeit wieder weg. Mittelfristig müssen wir dahin kommen, dass wir Leute für ihre politische Arbeit bezahlen. Wir können nicht erwarten, dass Leute das ganze Jahr durch die Gegend rennen, von Talkshow zu Talkshow, von Pressetermin zu Pressetermin, und dafür nichts bekommen außer den Fahrtkosten.</p>
<p><em><strong>Gibt es nicht generell bei den Piraten <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-02/Piratenpartei-Dresden-Streit/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine riesige Skepsis</a> gegenüber starken Führungspersönlichkeiten?</strong></em></p>
<p>Ja, und diese Ablehnung von Machtpersönlichkeiten ist etwas, was die Piraten trotz aller Flügelkämpfe immer noch vereint. Wenn einer sich vorne hinstellt und sagt: „Ich bin der starke Max“, der hat verloren. Was uns die anderen Parteien aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung voraushaben, ist, dass die in den entscheidenden Momenten Dinge intern klären. Es wäre viel gewonnen, wenn man den Bundesvorsitzenden nicht via Twitter anpflaumt, sondern ihm &#8216;ne Mail<br />
schreibt. Dann generiert man nicht sofort diese Empörungswelle.</p>
<p><em><strong>Lernen die anderen Parteien denn auch von den Piraten?</strong></em></p>
<p>Ich denke schon, dass die Piraten etwas vorgelebt haben, wie Gruppen Entscheidungen finden können. Dass es nicht immer dieses Top-Down-Prinzip sein muss, wo die Führungsriege entscheidet, wie vorgegangen wird. Wenn man sich jetzt etwa den <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-mitgliederentscheid-sozialdemokraten-stimmen-fuer-grosse-koalition-a-939081.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD-Mitgliederentscheid zur Großen Koalition</a> anschaut: Die SPD ist 150 Jahre alt, die machen nicht so mal eben einen auf Basisdemokratie. Aber hey, sie tun zumindest mal ein Stück weit so. Da bewegt sich was. Es ist ein Diskurs da. Indirekt haben die Piraten da schon was angestoßen.</p>
<p><em><strong>Was bedeutet Macht für dich?</strong></em></p>
<p>Macht bedeutet, ein zweischneidiges Schwert in der Hand zu haben. Macht gibt mir die Möglichkeit, Dinge zu bewegen, aber gleichzeitig muss ich unglaublich vorsichtig sein, dass ich beim Ausholen niemandem hinter mir die Rübe abschneide. Ich glaube, dass jeder Mensch Macht hat, dass Macht nicht zwingend an eine Machtposition gebunden ist. Wenn sich viele Menschen zusammenschließen, dann haben die deutlich mehr Macht, als jemand, der von der Hierarchie her eigentlich der Stärkere ist. Macht zu bekommen erfordert aber Ausdauer. Ob das jetzt das Hocharbeiten auf einer Karriereleiter ist oder das Formieren eines Protests, man braucht für beides &#8216;nen langen Atem.</p>
<p><em><strong>Wann korrumpiert Macht?</strong></em></p>
<p>Macht korrumpiert dann, wenn man sich ihrer nicht von Anfang an selbst bewusst ist. Macht ist nichts Schlechtes, solange sie einer gesellschaftlichen Kontrolle unterliegt. Macht korrumpiert automatisch, wenn diese Kontrolle fehlt.</p>
<p><em><strong><a href="http://vinzv.de/meine-vorstellung-zur-stadtratskandidatur/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">Auf deinem Blog</a> steht: „Parteien sind alt, machtgierig und doof.“</strong></em></p>
<p>Ja, sind sie. Und zwar alle. Ich behaupte, dass eigentlich kein Mensch gern in einer Partei arbeitet. Parteien funktionieren ganz okay, weil noch niemand was Besseres erfunden hat.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/piraten-vietzke-interview/">„Wer sich vorne hinstellt, hat verloren“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Auxwärts #2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Apr 2014 06:06:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[auxwärts]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der April neigt sich dem Ende und es wird endlich Mai. Grund genug, in den neuen Monat zu tanzen! Ansonsten haben wir heute das Burning Ramp Festival, viel Tanzbares, ein Theaterstück und die Eröffnung des Café 13 in petto. Auxwärts...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/auxwaerts-2/">Auxwärts #2</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der April neigt sich dem Ende und es wird endlich Mai. Grund genug, in den neuen Monat zu tanzen! Ansonsten haben wir heute das Burning Ramp Festival, viel Tanzbares, ein Theaterstück und die Eröffnung des Café 13 in petto.</strong></p>
<blockquote><p><strong>Auxwärts</strong> &#8211; die neue Rubrik auf <a href="www.presstige.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">presstige.org</a>. Hier informieren wir euch über kommende Veranstaltungen in und um Augsburg. Egal, ob Party, Sport-Event, Vernissage oder Konzert.</p></blockquote>
<p>Beim <a href="https://www.facebook.com/events/673372789387955/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Burning Ramp Festival</strong></a> könnt ihr heute ab 17 Uhr etwas durch die Stände bummeln, euch durch vegetarisches Essen schlemmen, den Skatecontest anschauen und selbst die Spraydose in die Hand nehmen &#8211; <em>die Bunten</em>, ein <span class="text_exposed_show">Verein zur Förderung der Graffiti-Kultur</span>, sind nämlich mal wieder am Start! Außerdem gibt&#8217;s noch etwas (Skate-)Punk-Musik sowie Deathcore und Melodic Hardcore zu hören.</p>
<blockquote><p>Was: <strong>Burning Ramp Festival</strong><br />
Wann: 30. April 2014, ab 17 Uhr<br />
Wo: Ballonfabrik Augsburg, Austraße 27</p></blockquote>
<p>Ansonsten gilt auch sonst überall in der Stadt das Motto <em>Tanz in den Mai</em>: Im Lamm könnt ihr beim <strong><a href="https://www.facebook.com/events/1484186238466513/?notif_t=plan_user_invited" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tanz Indie Mai</a></strong> vorbeischauen, im <strong><a href="https://www.facebook.com/events/1396477520627933/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kongress am Park</a></strong> legen acht verschiedene DJs auf und im <a href="http://www.neue-szene.de/einzeltermin/clubland/hausparty-tanz-den-mai" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link"><strong>Cube</strong> </a>gibt&#8217;s House Music zu hören.</p>
<blockquote><p>Was: <strong>Tanz in den Mai</strong><br />
Wann: Mi, 30. April 2014, 21 Uhr / 20:30 Uhr / 21 Uhr<br />
Wo: Lamm: Ludwigstr. 23 / Kongress am Park: Göggingerstraße 10 /<br />
Cube: Piccardstraße 6a</p></blockquote>
<p><span class="null"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10001359_10152022366947183_1679904706_n.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2774" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10001359_10152022366947183_1679904706_n.jpg" alt="10001359_10152022366947183_1679904706_n" width="640" height="237" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10001359_10152022366947183_1679904706_n.jpg 640w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10001359_10152022366947183_1679904706_n-400x148.jpg 400w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><br />
Am Donnerstag tanzen wir dann einfach gleich weiter: und zwar zu <a href="https://www.facebook.com/events/274391069404807/?ref=2&amp;ref_dashboard_filter=calendar" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>ALLE FARBEN</strong></a> im Schwarzen Schaf. Was den Sound des Kreuzbergers Frans Zimmer so besonders macht? Es ist eine wilde Mischung verschiedenener Genres, bei der Klassiker neu zusammengewürfelt werden. Am Ende entsteht gut tanzbare Elektromusik, eine Kostprobe kriegt ihr hier:</span></p>
<p><iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/users/80007&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;visual=true" width="100%" height="75" frameborder="no" scrolling="no"></iframe></p>
<blockquote><p>Was: <strong>Elektro-Konzert</strong><br />
Wann: Do, 1. Mai, ab 23:00 Uhr<br />
Wo: Schwarzes Schaf, Ludwigstraße 32</p></blockquote>
<p>Am Freitag könnt ihr euch das Stück &#8220;<a href="http://www.sensemble.de/termin/kaspar-h%C3%A4user-meer-020514" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link"><strong>Kaspar Häuser Meer</strong></a>&#8221; im Sensemble Theater anschauen. Dabei geht&#8217;s um drei Kolleginnen, die sich im Wettlauf mit der Zeit befinden. Gut geeignet für diejenigen, die&#8217;s gern grotesk mögen.</p>
<blockquote><p>Was: <strong>Theaterstück</strong><br />
Wann: Fr, 2. Mai 2014, 20:30 Uhr<br />
Wo: Sensemble Theater, Bergmühlstr. 34</p></blockquote>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10270618_813693955325520_1051045529667500500_n.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2780" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10270618_813693955325520_1051045529667500500_n.jpg" alt="10270618_813693955325520_1051045529667500500_n" width="960" height="402" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10270618_813693955325520_1051045529667500500_n.jpg 960w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/10270618_813693955325520_1051045529667500500_n-400x167.jpg 400w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a></p>
<p>Wir finden, in Sachen Kaffeekultur ist in Augsburg noch Luft nach oben. Daher sind wir gespannt auf das <a href="http://www.cafe-dreizehn.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Café Dreizehn</strong></a>, das <a href="https://www.facebook.com/events/1463174637251749/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">am Samstag Eröffnung feiert</a>. Das Besondere an diesem Projekt: Alle Speisen und Getränke sind vegan. Allerdings wollen die Macher  &#8220;zeigen, dass dieser Verzicht nicht mit dem Verzicht auf Lust und Genuss einhergeht.&#8221; Das ist doch ein Versprechen. Los geht es am Samstag um 19 Uhr, ab nächster Woche hat die 13 dann Montag bis Samstag ab 10 Uhr geöffnet und bietet Süßkram, Snacks, unter der Woche ein Mittagsgericht, samstags einen Brunch und immer wieder Events. Ihr findet das Café im Bleigäßchen 2, beim Hallo Werner um die Ecke.</p>
<blockquote><p>Was: <strong>Café-Eröffnung </strong><br />
Wann: Sa, 3. Mai 2014, 19 Uhr<br />
Wo: Bleigäßchen 2, 86150 Augsburg</p></blockquote>
<p>Am 4. April ist <a href="http://www.neue-szene.de/einzeltermin/buntes/europa-marktsonntag" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link"><strong>Verkaufsoffener Sonntag</strong></a> in Augsburg. Variante 1: Ihr zieht los und lasst euch mitreißen von dem bunten Treiben. Thema des Tages ist Europa. Variante 2: Ihr bleibt brav im Bett und erholt euch von den Partys der vergangenen Tage. Schließlich werden an diesem Tag alle Familien unterwegs sein &#8211; und das kann ziemlich laut werden&#8230;</p>
<blockquote><p>Was: <strong>Europa-Marktsonntag</strong><br />
Wann: 13 &#8211; 18 Uhr<br />
Wo: Augsburger Innenstadt</p></blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/auxwaerts-2/">Auxwärts #2</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Wie Helden lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Apr 2014 13:41:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer die Welt retten will, braucht die richtige Ausbildung. Aber was ist Bildung überhaupt? Und wie sieht ein Bildungssystem für Helden aus? Bildung, die über das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen hinausgeht, war jahrtausendelang absoluter Luxus. Inzwischen ist sie...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/">Wie Helden lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><b>Wer die Welt retten will, braucht die richtige Ausbildung. Aber was ist Bildung überhaupt? Und wie sieht ein Bildungssystem für Helden aus?</b></p>
<figure id="attachment_2762" aria-describedby="caption-attachment-2762" style="width: 1201px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2762 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png" alt="Helden der Generation_Bildung_26.4" width="1201" height="665" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4-400x221.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4-1024x566.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2762" class="wp-caption-text">Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</figcaption></figure>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bildung, die über das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen hinausgeht, war jahrtausendelang absoluter Luxus. Inzwischen ist sie die Grundlage von allem. Jede Partei und jeder Kandidat, die irgendwo <a title="Große Koalition: Helden sehen anders aus" href="http://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Wahl gewinnen wollen</a>, schreiben sich dieses Thema daher mit einem dicken Filzstift auf die Fahne. Nur meint jeder mit Bildung etwas anderes. Vor allem hat jeder eine andere Vorstellung davon, wie ein gutes Bildungssystem aussieht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie alles unterliegen auch die Ansichten zu Bildung gesellschaftlichen Trends. Eine Generation vor den Helden dominierte an den Unis noch der klassische Langzeitstudent, für den das Hochschulstudium mehr mit Persönlichkeitsentwicklung als mit Credit Points zu tun hatte. Ermöglicht wurde dies durch ein Studiensystem, bei dem man erst ganz am Ende von mindestens zehn Semestern wirklich Leistung bringen musste.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In den Nullerjahren kam der ganz große Sinneswandel. Angetrieben von hoher Arbeitslosigkeit und aus Angst vor starken Chinesen, wurde das deutsche Bildungswesen in wenigen Jahren von Pferdekutsche auf Jumbojet umgestellt. Durch die Kombination von Schulzeitverkürzung, Wehrpflicht-Aussetzung und Bologna-Reform kann ein schlüsselfertiger Akademiker heute bis zu fünf Jahre schneller hergestellt werden als noch zur Jahrtausendwende.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Diese Entwicklung resultiert aus einer Denke, die Bildung vor allem als Ausbildung versteht. Die Aufgabe des Bildungssystems ist es demnach, möglichst schnell und effizient qualifizierte Arbeitskräfte für die Wirtschaft bereitzustellen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nun ist eine starke Wirtschaft ja prinzipiell erstrebenswert und ein paar Anstrengungen wert. Trotzdem kann dieser Weg nicht funktionieren. Den Grund nennt Ken Robinson in seinem berühmten TED-Talk „<a href="http://www.ted.com/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity" target="_blank" rel="noopener noreferrer">How schools kill creativity</a>“. Demnach ist unser heutiges Bildungswesen wesentlich während der Industrialisierung geprägt worden. Seither hat sich die Arbeitswelt grundlegend geändert – das Schulsystem leider nicht. Heutzutage geht es nicht mehr um standardisierte Fließbandproduktion; es zählen Kreativität und Problemlösekompetenz. Genau diese Dinge bleiben durch die Bildungsbeschleunigung auf der Strecke.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" alt="" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Inzwischen sind Anzeichen einer Trendwende sichtbar. Es setzt sich die Einsicht durch, dass Bildung mehr ist als die Anhäufung von Wissen; dass Lernen nicht zwingend im Sitzen stattfinden muss; dass möglicherweise nicht jeder einen Hochschulabschluss braucht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Vielen Bachelor-Studenten nehmen sich mehr Zeit als die vorgesehenen sechs Semester, <a title="Jag älskar Sverige!" href="http://presstige.org/2014/02/auslandssemester-schweden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gehen ins Ausland</a>, machen Praktika, engagieren sich in Projekten, <a title="“So ein kleiner Kindheitstraum”" href="http://presstige.org/2014/04/degree-clothing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gründen Unternehmen</a>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es entsteht eine Bewegung von „Education hackers“, die nicht an Abschlüsse glauben. Sie entscheiden selbst, was sie lernen möchten. Sie lesen Bücher, belegen Online-Kurse und reisen durch die Welt. Ein bekannter deutscher Education hacker ist Ben Paul, der <a href="http://anti-uni.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">darüber intensiv bloggt</a>. Die vielen Smileys, Ausrufezeichen und kursivierten Angliszismen machen Bens Texte anstrengend zu lesen, aber er vertritt eine interessante Grundeinstellung: Kümmer dich nicht darum, was man von dir erwartet, finde heraus, was dein Ding ist und gehe deinen eigenen Weg.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Ken Robinson ebenfalls anspricht: Wir lernen durch Fehler. An unseren Schulen werden Fehler jedoch sanktioniert, sei es durch sozialen Druck, durch Lehrertadel oder durch Noten. In diesem System ist der am erfolgreichsten, der auf Fehlervermeidung setzt. So kann keine Innovation entstehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In Amerika hat Homeschooling eine längere Tradition; häufig sind es erzkonservative, strengreligiöse Eltern, die ihre Kinder vor allem vom naturwissenschaftlichen Unterricht fernhalten wollen. Es gibt aber auch sympathischere Beispiele wie das des 13-jährigen Logan Laplante, der mindestens einen Tag pro Woche in der Natur verbringt und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h11u3vtcpaY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sehr eloquente Vorträge</a> über die Vorzüge von Homeschooling halten kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das sind radikale Ansätze, die sicher keine allgemeine Lösung des Problems darstellen. Aber sie zeigen auf, dass es auch anders geht. Dass nichts so bleiben muss, wie es ist, nur weil man es seit 200 Jahren so macht. <a title="Trotz NSA: Das Internet ist ein Platz für Helden" href="http://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Internet</a> hat schon viele Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche umgekrempelt. Die Generation der Helden wird dafür sorgen, dass davon auch das Bildungssystem nicht verschont bleibt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/">Wie Helden lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Tipps für unterwegs: Autostopp für Anfänger</title>
		<link>https://presstige.org/2014/04/reise-trampen-autostopp/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2014 16:19:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[autstopp]]></category>
		<category><![CDATA[italien]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>
		<category><![CDATA[schweden]]></category>
		<category><![CDATA[tipps_für_unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer trampt, reist billiger &#8211; und intensiver. Nirgends lässt sich ein Land so gut erkunden wie auf dem Beifahrersitz seiner Einwohner. Mit unseren Tipps erlebst du noch mehr – und vermeidest unnötigen Frust. Dos – Was man unbedingt beachten und...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/reise-trampen-autostopp/">Tipps für unterwegs: Autostopp für Anfänger</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer trampt, reist billiger &#8211; und intensiver. Nirgends lässt sich ein Land so gut erkunden wie auf dem Beifahrersitz seiner Einwohner. Mit unseren Tipps erlebst du noch mehr – und vermeidest unnötigen Frust.</strong></p>
<h2>Dos – Was man unbedingt beachten und tun sollte</h2>
<h3>1. Sich zu erkennen geben</h3>
<p>Kennt ihr die <a href="http://www.zeit.de/2014/15/dating-app-tinder" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dating-App </a><em><a href="http://www.zeit.de/2014/15/dating-app-tinder" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a>?</em> Dort sieht man von seinen potentiellen Dates erstmal nur ein einziges Foto. Keine Beschreibung. Findet man das Foto interessant, wischt man nach rechts, andernfalls nach links. Dutzende Profile pro Minute kann man so durchzappen. Das ist verdammt oberflächlich – aber eigentlich nur ehrlich. Wir entscheiden nun mal in Sekundenbruchteilen, ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht.</p>
<p>Wer an der Landstraße an einem Tramper vorbeifährt, hat noch viel weniger Zeit als bei <em>Tinder</em>, um über linkes Pedal (bremsen und mitnehmen) oder rechtes Pedal (weiterfahren) zu entscheiden. Wenn du an der Straße stehst und mitgenommen werden willst, solltest du in diesen wenigen Augenblicken gut zu sehen sein. Oder würdest du jemanden daten, denn du nur versteckt hinter Sonnenbrille, Wollmütze, Schal und Vollbart gesehen hast?</p>
<p>Also zeig dein Gesicht, wenn du am Straßenrand den Daumen raushältst. Und lächle. Ebenfalls sehr nützlich: Ein großes Schild, auf dem steht, wo du hinwillst.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/max_se.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2662" alt="max_se" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/max_se.png" width="1200" height="757" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/max_se.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/max_se-400x252.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/max_se-1024x645.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<h3>2. Reden und Fragen stellen</h3>
<p>Klar, man kann trampen einfach als Möglichkeit sehen, günstig von A nach B zu kommen. Nur verpasst man dann halt das Beste.</p>
<p>Wer Anhalter mitnimmt, macht das aus Hilfsbereitschaft. Und aus Langeweile. Die Gutherzigen sind ganz oft Leute, die für ihren Beruf den ganzen Tag im Auto sitzen. Beispielsweise Handelsvertreter: Ich bin schon bei Verkäufern von Olivenöl (seither kaufe ich nur Bertolli), Kugelschreibern, Melkmaschinen und vielem mehr mitgefahren. Diesen Leuten ist hinter ihrem Lenkrad einfach unglaublich fad. Darum ist es nur höflich und ein Teil des Deals, ein paar Worte mit dem Fahrer zu wechseln. Vor allem aber ist es die allerallerbeste Möglichkeit, etwas über sein Reiseland zu erfahren. Stellt ein paar Fragen, und lasst die Leute erzählen. Welche Orte in der Umgebung lohnen einen Besuch? Welche Probleme beschäftigen die Leute gerade? Was halten sie vom aktuellen Präsidenten? Wie mächtig ist die Mafia in Süditalien wirklich? (Antwort von Vitello: Sehr, sehr mächtig) Wie lebt man als junger Schwede mit den hohen Alkoholpreisen? (Antwort von Alexander: Ganz gut, wenn man kistenweise Bier aus Deutschland importiert und unversteuert weitervertickt)</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;">
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Reiserubrik.png" /></td>
<td><strong>Reise-Serie</strong><br />
Unsere Autoren erzählen von ihren schönsten Reise-Erlebnissen und geben <a href="http://presstige.org/tag/tipps_fuer_unterwegs/">Tipps für unterwegs</a>. Alle Folgen sind <a href="http://presstige.org/tag/tipps_fuer_unterwegs/">hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>3. Spontan sein</h3>
<p>Trampen kann furchtbar sein. Da wartet man stundenlang am Straßenrand, bis endlich jemand anhält; und dann fährt der ganz woanders hin, als man eigentlich will. “Aber ich kann dich bis zum nächsten Abzweig mitnehmen, das sind fünf Kilometer.” Na besten Dank. Da hilft nur eins: Vergiss deine Pläne und reise dorthin, wo dein Fahrer eben hinfährt. Er wird dir unterwegs die besten Tipps für seine Stadt geben (vgl. Punkt 2) und du wirst dort eine großartige Zeit haben, auch wenn der Ort eigentlich nie auf deiner Liste stand.</p>
<p>Ein Freund von mir wollte einmal von Norddeutschland zurück in die Schweiz trampen, wo er studiert. Die Leute, die in aufgesammelt haben, waren allerdings gerade auf dem Weg in den Spanien-Urlaub. Natürlich hat Daniel seinen persönlichen Semesterbeginn verschoben und noch ein paar schöne Tage in Barcelona verbracht. Trampen kann fantastisch sein.</p>
<figure id="attachment_2663" aria-describedby="caption-attachment-2663" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/csit42nb.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2663" alt="Foto: Sebastian Endt" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/csit42nb.png" width="600" height="336" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/csit42nb.png 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/csit42nb-400x224.png 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2663" class="wp-caption-text">Foto: Sebastian Endt</figcaption></figure>
<h2>Don&#8217;ts – Was man lieber lassen sollte</h2>
<h3>1. Metropolen ansteuern</h3>
<p>Nach meiner Erfahrung kommt man erstaunlich gut in große Städte hinein. Ob Stockholm, Christchurch oder Florenz, immer wurde ich direkt ins Zentrum chauffiert. Nur leider kommt man kaum wieder hinaus. Man gondelt in einem überfüllten Linienbus irgendwo an den Stadtrand, stellt sich in die Abgaswolke einer überquellenden Ausfallstraße und hebt den Daumen. Der Verkehr ist so dicht, dass für die Autos kaum eine Möglichkeit zum Anhalten besteht. Nach Stunden gabelt einen jemand auf. Allerdings nur für ein paar Kilometer, schließlich gibt es um große Städte herum tausende Abzweigungen.</p>
<p>Große Städte sind natürlich häufig sehr sehenswert. Wer nicht auf sie verzichten will, findet auf Portalen wie <a href="http://hitchwiki.org/en/Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hitchwiki.org</a> sehr nützliche Tipps für die Weiterreise, wie etwa Buslinien, die einen in die Nähe günstig gelegener Autobahnraststätten bringen.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/sebi_tanke.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2664" alt="sebi_tanke" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/sebi_tanke.png" width="1200" height="757" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/sebi_tanke.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/sebi_tanke-400x252.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/sebi_tanke-1024x645.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<h3>2. Nach Neapel fahren</h3>
<p>Keine Ahnung, vielleicht hatten wir einfach nur Pech. Aber Trampen in Süditalien war absolut furchtbar. Von Florenz kommend, verlief unsere Reise nach Neapel noch ganz akzeptabel. Wir hatten lange Wartezeiten, aber wir schafften es in einem Tag. Dann erkundeten wir Napoli, was sich definitiv gelohnt hat. Weiter wollten wir nach Bari, etwa 270 Kilometer östlich. Eine Strecke, die man in einem halben Tag leicht schaffen sollte. Wir verbrachtenzwei volle Tage auf der Straße und dazwischen eine Nacht auf dem Boden eines Rasthauses. Am Abend des zweiten Tages, noch keine 100 Kilometer von Neapel weg, gaben wir auf und nahmen den Bus. Nicht nur, dass uns keiner mitnahm &#8211; die Leute haben uns wahlweise ausgelacht oder wie Aussätzige angesehen.</p>
<h3>3. Sich an diese Regeln halten</h3>
<p>Trampen ist jedes Mal komplett anders und voller Überraschungen. Also vergiss alles, was hier steht und mach deine eigenen Erfahrungen. Vielleicht kommst du ja in Süditalien super zurecht. Erzähl uns doch anschließend hier in den Kommentaren, was du erlebt hast.</p>
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		<title>Machtmusik &#8211; Die Playlist zum Heft</title>
		<link>https://presstige.org/2014/03/machtmusik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2014 08:21:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„I´ve got the power!“ – jeder kennt die legendäre Szene aus der Komödie „Bruce Allmächtig”, in der Bruce Nolan alias Jim Carrey Gottes Macht übertragen bekommt und zu Snap!‘s Song-Klassiker Hydranten explodieren lässt. Doch nicht nur der Song „The Power“...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„I´ve got the power!“ – jeder kennt die legendäre <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3uX0wjl9PzM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Szene aus der Komödie „Bruce Allmächtig”</a>, in der Bruce Nolan alias Jim Carrey Gottes Macht übertragen bekommt und zu Snap!‘s Song-Klassiker Hydranten explodieren lässt. Doch nicht nur der Song <a href="https://www.youtube.com/watch?v=z33tH-JdPDg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„The Power“</a> widmet sich dem Thema Macht. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dFQLdDS3Klw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Patti Smith</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=o_UIkS5m9gc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iron Maiden</a>, <a href="http://www.tape.tv/kanye-west/videos/power" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kanye West</a>, <a href="http://www.myvideo.de/watch/5630936/Madonna_The_Power_Of_Good_Bye" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Madonna</a> – die „Power“ zieht sich durch sämtliche Genres und schon etliche Interpreten haben sich an diesem Motiv versucht. Wer der mächtigen Musik weiter auf den Grund gehen will, sollte sich unsere Playlist anhören:</p>
<p><iframe title="Spotify Embed: Macht Musik" width="300" height="380" allowtransparency="true" frameborder="0" allow="encrypted-media" src="https://open.spotify.com/embed/playlist/5OujdXClajEtpSaT35YMmW"></iframe></p>
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		<title>Helden drehen das Blatt</title>
		<link>https://presstige.org/2014/03/helden-gedicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Mar 2014 17:58:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[rugby]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob wir die Generation der Helden oder der Versager sind, ist eine Frage der Sichtweise. Genau darum ist die Antwort so wichtig. Letztens machte auf Twitter ein Gedicht die Runde, dass sich ebenso wie diese Kolumne mit dem Generationen-Thema befasst:...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob wir die Generation der Helden oder der Versager sind, ist eine Frage der Sichtweise. Genau darum ist die Antwort so wichtig.</strong></p>
<figure id="attachment_2464" aria-describedby="caption-attachment-2464" style="width: 1201px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-2464" alt="Helden der Generation_Gedicht our Generation_11.3_1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px.png" width="1201" height="519" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px-400x172.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px-1024x442.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2464" class="wp-caption-text">Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</figcaption></figure>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Letztens machte auf Twitter </span><a style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="https://twitter.com/DerekNichols0/status/438737917628796928" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein Gedicht die Runde</a><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">, dass sich ebenso wie diese Kolumne mit dem Generationen-Thema befasst:</span></p>
<p><strong><em>Our Generation</em></strong><br />
<em> Our generation will be known for nothing.</em><br />
<em> Never will anybody say,</em><br />
<em> We were the peak of mankind.</em><br />
<em> That is wrong, the truth is</em><br />
<em> Our generation was a failure.</em><br />
<em> Thinking that</em><br />
<em> We actually succeeded</em><br />
<em> Is a waste. And we know</em><br />
<em> Living only for money and power</em><br />
<em> Is the way to go.</em><br />
<em> Being loving, respectful, and kind</em><br />
<em> Is a dumb thing to do.</em><br />
<em> Forgetting about that time,</em><br />
<em> Will not be easy, but we will try.</em><br />
<em> Changing our world for the better</em><br />
<em> Is something we never did.</em><br />
<em> Giving up</em><br />
<em> Was how we handled our problems.</em><br />
<em> Working hard</em><br />
<em> Was a joke.</em><br />
<em> We knew that</em><br />
<em> People thought we couldn’t come back</em><br />
<em> That might be true,</em><br />
<em> Unless we turn things around</em></p>
<p>Geschrieben hat das Gedicht der 14-jährige Jordan Nichols aus North Carolina. Mit 14 ist der Kerl zwar gut zehn Jahre jünger als der Autor dieser Kolumne, aber bei großzügiger Auslegung gehört er damit durchaus noch zur Generation der Helden. Nur Jordan selbst scheint da überhaupt nicht dran zu glauben. “Die Welt zum Besseren zu ändern ist etwas, dass wir noch nie gemacht haben”, schreibt er. Und “Aufgeben ist, wie wir Probleme gelöst haben.” Der Kerl scheint sich hart am Rand einer Depression zu bewegen.</p>
<p>Ha! Da hat er uns aber sauber verarscht, der Fuchs, der! Den entscheidenden Hinweis liefert Jordan mit der letzten Zeite: “Unless we turn things around”. Liest man die Zeilen von “Our Generation” nämlich von unten nach oben, klingt das so:</p>
<p><strong><em>Our Generation</em></strong><br />
<em> Unless we turn things around</em><br />
<em> That might be true,</em><br />
<em> People thought we couldn’t come back</em><br />
<em> We knew that</em><br />
<em> Was a joke.</em><br />
<em> Working hard</em><br />
<em> Was how we handled our problems.</em><br />
<em> Giving up</em><br />
<em> Is something we never did.</em><br />
<em> Changing our world for the better</em><br />
<em> Will not be easy, but we will try.</em><br />
<em> Forgetting about that time,</em><br />
<em> Is a dumb thing to do.</em><br />
<em> Being loving, respectful, and kind</em><br />
<em> Is the way to go.</em><br />
<em> Living only for money and power</em><br />
<em> Is a waste. And we know</em><br />
<em> We actually succeeded</em><br />
<em> Thinking that</em><br />
<em> Our generation was a failure.</em><br />
<em> That is wrong, the truth is</em><br />
<em> We were the peak of mankind.</em><br />
<em> Never will anybody say,</em><br />
<em> Our generation will be known for nothing.</em></p>
<p>Und schon sind wir voll im <em>Generation der Helden</em>-Stil, oder? Cooler Typ, der Jordan!</p>
<p>Jordans raffinierter Umdreh-Trick bringt aufs Schönste zum Ausdruck, worum es geht: um die Sichtweise. Wer davon überzeugt ist, dass unsere Generation ein Haufen doofer, fauler, egoistischer Taugenichtse ist, wird dafür Argumente finden (und eine Zeitung, die den Unsinn druckt). Wer hingegen der Meinung ist, unsere Generation sei die Krone der Schöpfung, der drehe einfach das Blatt um und er wird ebenso Gründe finden (und ein Online-Studentenmagazin, das den Unsinn veröffentlicht). Das eine ist am Ende genauso wahr und genauso falsch sein wie das andere. Aber darum geht es gar nicht. Die Frage für uns als Generation lautet: Wollen wir uns von Anderen erklären lassen, wer wir sind? Oder nehmen wir uns das Recht, darüber selbst zu bestimmen?</p>
<p>Jordan Nichols und diese Kolumne haben sich für Letzteres entschieden. Solange ergrauten Feuilletonisten und frustrierte Lehrer der Welt erzählen, wie furchtbar unbrauchbar unsere Generation ist, solange werden wir kühn hinausposauen, die einzig legitimen Weltretter zu sein.</p>
<p>Ist das hier also alles nur Geschwätz, beliebig austauschbar, eine Sichtweise unter vielen? Ganz im Gegenteil. Die <em>All Blacks</em>, die Rugby-Nationalmannschaft von Neuseeland, führen vor jedem ihrer Spiele einen Haka auf. Dieser Tanz aus der Tradition der Maori, dient nur dem Zweck, zu sagen: Wir sind die Allgergrößten, und ihr habt keine Chance. Nach der Performance des Haka beginnt das Spiel, und meistens gewinnen die <em>All Blacks</em>.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=SUFsL6o8y5s</p>
<p>Man muss etwas nur oft und laut genug sagen, dann glaubt man irgendwann daran. Und man muss etwas nur fest genug glauben, dann wird es irgendwann wahr.</p>
<p>Wir werden die Welt retten.</p>
<p><em>And we know</em><br />
<em> We actually succeeded.</em></p>
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		<title>„Immer das gleiche alte Beuteschema“</title>
		<link>https://presstige.org/2014/03/kinan-salameh-kommunalwahl/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Mar 2014 13:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[kommunalwahl_2014]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kinan Salameh findet, junge Menschen seien in der Politik zu wenig vertreten. Um das zu ändern, kandidiert der 19-jährige Management-Student für den Augsburger Stadtrat. Ein Interview presstige: Wie bist du zur Politik gekommen? Kinan Salameh: Mein Vater ist sehr an Politik...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/03/kinan-salameh-kommunalwahl/">„Immer das gleiche alte Beuteschema“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Kinan Salameh findet, junge Menschen seien in der Politik zu wenig vertreten. Um das zu ändern, kandidiert der 19-jährige Management-Student für den Augsburger Stadtrat. Ein Interview</strong><br />
<a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2427 aligncenter" alt="foto2" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto2.png" width="600" height="399" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto2.png 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto2-400x266.png 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><em><b style="font-size: medium; line-height: 1.5em;">presstige: Wie bist du zur Politik gekommen?</b></em></p>
<p><span style="font-size: medium;"><b>Kinan Salameh: </b>Mein Vater ist sehr an Politik interessiert und hat mich manchmal zu verschiedenen Parteiveranstaltungen mitgenommen. Dort habe ich mich aber immer fremd gefühlt und mich gefragt, warum das so ist. Es liegt daran, dass es in der Politik keine jungen Menschen gibt. Ich dachte mir: Das müsste man ändern. Deshalb will ich ein Vertreter für junge Menschen sein.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b><a href="https://www.facebook.com/kinan.salameh" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf deiner Facebook-Seite</a> bekommt man den Eindruck, dass du für junge Menschen erst mal den Politik-Erklärer gibst.</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Ja, das muss ich machen. Viele wissen sehr wenig über Kommunalpolitik. Die sind einen Tag vor der Bundestagswahl zur mir gekommen und haben gesagt: Ich wähle dich morgen. Ich stehe dann mitten in der Disko und erkläre den Leuten, was der Stadtrat ist.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Woran liegt es, dass viele junge Menschen kein Interesse an der Politik haben?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Wenn man durch die Straßen geht, dann sieht man nur alte Gesichter auf den Wahlplakaten. Es sind immer dieselben Gesichter und das gleiche alte Beuteschema. Da braucht es erst mal einen jungen Menschen in der Politik, der die Jugendlichen mitzieht und einen Draht zu den Leuten schafft.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Wissen die Parteien, dass sie junge Menschen brauchen? Haben die versucht, dich anzuwerben?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Ich war bei der CSU, der SPD und bei anderen Parteien auf Veranstaltungen. Dort wurde ich immer als der Sohn von </span>Herrn Salameh<span style="font-size: medium;"> wahrgenommen. Für mich als Person hat sich niemand interessiert. Nur auf dem Presseempfang der CSM kam Herr Weber, der zweite Bürgermeister, zu mir und sagte: „Mich freut es sehr, dass ein Junger hier ist. Wie wär es, mach doch was?“</span></p>
<figure id="attachment_2425" aria-describedby="caption-attachment-2425" style="width: 316px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto1.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2425" alt="Kinan Salameh, 19, studiert Internationales Management an der Hochschule Augsburg und kandidiert auf der CSM-Liste für den Stadtrat." src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto1-316x400.png" width="316" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto1-316x400.png 316w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/foto1.png 600w" sizes="(max-width: 316px) 100vw, 316px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2425" class="wp-caption-text">Kinan Salameh, 19, studiert Internationales Management an der Hochschule Augsburg und kandidiert auf der CSM-Liste für den Stadtrat.</figcaption></figure>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Woher nimmst du das Selbstbewusstsein, dich so in die Öffentlichkeit zu stellen?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Durch meine Behinderung habe ich ein sehr starkes Selbstbewusstsein. Schon im Kindergarten wurde ich immer gefragt: Wo ist Dein Arm? Wenn man damit aufwächst, lernt man sehr selbstbewusst damit umzugehen. Das hat mich auch als Mensch geprägt.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>In den Kommentaren auf deiner Facebook-Seite schreiben viele, das eigene Alter sei nicht wichtig, um die Interessen der Jugendlichen zu vertreten.</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Schwachsinn. Dem stimme ich überhaupt nicht zu. Wenn mir einer mit 60 Jahren erzählen möchte, dass er seinen Fokus auf die Jugend legt, glaube ich ihm das nicht. Jeder denkt aus seiner Perspektive und vertritt somit eher seine Interessen. Im Stadtrat sollte ein Querschnitt der Bevölkerung vertreten sein.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Du willst Vertreter aller junge Menschen sein und meinst, sie müssen zusammenhalten. Das ist für den Wahlkampf sicher gut. Aber wenn es um konkrete Politik geht, dann haben nicht unbedingt alle jungen Leute die gleichen Interessen.</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Ja, klar. Es gibt es sogar unter Freunden verschiedene Meinungen. Deshalb möchte nicht etwas Spezifisches ändern, wovon nur eine kleine Gruppe profitiert, sondern Jugendförderung betreiben. Da denke ich an Aktivitäten, die jeden betreffen, zum Beispiel Sportplätze. Jugendliche gehen in den Park saufen oder machen Schwachsinn, weil es keine Alternativen gibt.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Was würdest Du als Erstes angehen?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Mir ist die Infrastruktur total wichtig, wie Sportplätze oder Radwege. Aber das Maxfest ist auch verdammt wichtig. Schwer zu sagen.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Alles was Du vorschlägst, kostet Geld. Hast Du auch Ideen, wo man sparen könnte?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Am besten bei Fehlern wie dem Umbau des Curt-Frenzel-Stadions. Sowas kostet am meisten Geld.</span></p>
<p align="JUSTIFY"><em><span style="font-size: medium;"><b>Wie reagieren die Leute darauf, dass du als Moslem in der CSM bist?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Es gibt leider viele Menschen, die sagen: „Wie heißt die Partei? Christlich-soziale Mitte? Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber bist du nicht Moslem?“ Ich antworte dann immer: Wofür steht das C? Das ist doch ein Menschenbild: Es geht um Werte, die jeder Mensch haben sollte und die in allen Religionen verankert sind.</span></p>
<blockquote><p><strong>Kommunalwahl 2014</strong></p>
<p>Wer in Augsburg gemeldet ist, kann am Sonntag, 16. März, einen neuen Oberbürgermeister und Stadtrat wählen.</p>
<ul>
<li>Die Positionen der antretenden Parteien <a href="http://presstige.org/2014/03/kommunalwahl-augsburg-parteien/">haben wir hier gegenübergestellt.</a></li>
<li>Auf der <a href="http://www.augsburg.de/aktuelles-aus-der-stadt/kommunalwahlen-am-16-maerz-334/" class="broken_link">Website der Stadt Augsburg</a> stehen Informationen zu Kandidaten und Procedere.</li>
<li>Ein lesenswertes Doppel-Interview mit <a href="http://www.bewegungsmelder.de/eBook/NeueSzene/0314/#/32/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OB Kurt Gribl und Herausforderer Stefan Kiefer</a> hat Marcus Ertle für die Neue Szene geführt.</li>
</ul>
</blockquote>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Wo ist das Unverständnis größer, bei den Christen in der CSM oder bei deinen muslimischen Freunden?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Einige Freunde fragen zwar: Hast du uns verraten? Aber meistens sind es Christen, die sagen: Das passt mir nicht. Dieses Schubladendenken finde ich schade. Es geht in einer Stadt darum, wie man am besten zusammen lebt, da sollte man niemanden ausgrenzen.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Wo gehst Du feiern?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Meine Lieblingslocation ist das Ostwerk, ansonsten bin ich relativ offen. Mich findet man auch im Yum oder im Tropi.</span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"><b>Findest du, dass Studenten in Augsburg gut aufgehoben sind?</b></span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;">Was die Uni und FH selber angeht, ja. In anderen Bereichen ist Augsburg nicht gerade die beste Studentenstadt. Auch zum Feiern und für Aktivitäten brauchen wir mehr Möglichkeiten. So wie es jetzt ist, braucht man sich nicht wundern, dass viele sagen: Ich will raus aus Augsburg.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/03/kinan-salameh-kommunalwahl/">„Immer das gleiche alte Beuteschema“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Die Helden, die ich meine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2014 18:35:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[frieden]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer ständig von Helden spricht, sollte sich irgendwann gründlich mit diesem Begriff auseinandersetzen. Der hat nämlich eine zwielichte Geschichte. Zeit, ihn neu zu besetzen. Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel Seit Wochen ist hier von Helden die Rede. Vielleicht ist...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/">Die Helden, die ich meine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-5b57804b-034d-62f4-b78f-77b00e8e4af0"><strong>Wer ständig von Helden spricht, sollte sich irgendwann gründlich mit diesem Begriff auseinandersetzen. Der hat nämlich eine zwielichte Geschichte. Zeit, ihn neu zu besetzen.</strong></p>
<h5 dir="ltr" style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-2200" alt="Helden der Generation_Ursprung_5.2._1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png" width="1201" height="665" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px-400x221.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px-1024x566.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><br />
Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</h5>
<p dir="ltr">Seit Wochen ist hier von Helden die Rede. Vielleicht ist es an der Zeit darüber zu sprechen, was mit diesem Wort eigentlich gemeint ist.</p>
<p dir="ltr">Der Gedanke kam mir letztens in Wien, als ich über den Heldenplatz lief. Der Heldenplatz ist ein großer Platz vor der Wiener Hofburg. An Silvester treffen sich hier tausende Menschen, sie feiern gemeinsam und tanzen mit einem Walzer ins neue Jahr. Im Sommer sitzen hier viele Leute und genießen die Sonne. Dafür gibt es im dicht bebauten Zentrum von Wien sonst nicht viele Orte. Aus diesen Gründen ist der Heldenplatz einer meiner Lieblingsplätze in der Stadt.</p>
<p dir="ltr">Das liegt aber nicht an seiner Geschichte. Der Heldenplatz hat seinen Namen, wie man sich denken kann, nicht zur Erinnerung an erfolgreiche Botaniker erhalten. Es geht vielmehr um Kriegshelden. In der Mitte des Platzes steht ein Reiterstandbild. Ein beeindruckendes Kunstwerk, denn die <a href="http://www.viennatouristguide.at/Ring/Denkmal_Bild/z_carl.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zehn Tonnen Metall</a> stehen nur auf den Hinterfüßen des Pferds. Aber es bleibt halt ein Kriegsdenkmal. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heldenplatz#Geschichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Wikipedia sagt</a>, es “diente zur militärischen Glorifizierung der Dynastie”. Woher sie das weiß, sagt die Wikipedia zwar nicht, aber es klingt ziemlich plausibel. Der abgebildete Erzherzog Karl hat das Habsburgerreich in viele Schlachten geführt, vor allem gegen Napoleon.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p dir="ltr">Auch nach dem Ende der Monarchie diente der Heldenplatz <a href="http://orf.at/stories/2204464/2204487" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht immer dem Frieden auf Erden</a>. Hitler verkündete hier die Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich. Immerhin, 1993 demonstrierten Hunderttausende hier gegen die Ausländerhetze der FPÖ (Sollte man so etwas nicht auch dringend auf dem Münchner Marienplatz abhalten, als Zeichen gegen die “<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/csu-offensive-gegen-arbeitsmigranten-ein-widerwaertiger-spruch-1.1852206" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wer betrügt, der fliegt</a>”-Kampagne der CSU?). Doch noch immer findet hier jedes Jahr eine Werbeveranstaltung der österreichischen Armee statt.</p>
<p dir="ltr">Okay, das war jetzt ein etwas länglicher Exkurs über ein gepflastertes Stück Österreich. Aber ich wollte deutlich machen, welche Tradition der Begriff “Held” hat: eine durch und durch militärische. Und wenn man das Wort so exzessiv verwendet, wie es in dieser Kolumne passiert, sollte man sich damit auseinandersetzen.</p>
<p dir="ltr">Der Duden hat für die vier Buchstaben gleich <a href="http://www.duden.de/rechtschreibung/Held" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünf Definitionen am Start</a>. Eine geht um den Held in der Mythologie, der von “edler Abkunft” sein muss. Das ist natürlich Murks. Eine andere handelt von der schon besprochenen “Tapferkeit im Krieg”, eine weitere von der DDR (“Held der Arbeit”) und die fünfte meint den literarischen Held. Für unsere Zwecke kommt eigentlich nur eine Definition in Frage: “Jemand, der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt”.</p>
<p dir="ltr">Der Kriegsheld bekommt diesen Titel in der Regel von den Machthabern verliehen, deren Befehle er im Gefecht besonders pflichtbewusst und wirkungsvoll umgesetzt hat. Wer Soldaten zu Helden glorifiziert, erklärt damit Gehorsam und Grausamkeit zu erstrebenswerten Idealen.</p>
<p dir="ltr">Wenn ich von Helden spreche, meine ich Menschen, die durch Mut, Kreativität, Intelligenz und Tatendrang dazu beitragen, dass die Welt besser wird. Das kann im Einzelfall alles Mögliche heißen: glücklicher, gerechter, freier, demokratischer, gesünder, grüner, bunter, schöner, lauter, leiser, schokoladiger. Auf jeden Fall aber heißt es: friedlicher.</p>
<p dir="ltr">Wir brauchen einen anders besetzten Heldenbegriff. Zum Glück ist Sprache wandelbar und immer ein Spiegel der Zeit. Wenn die Generation der Helden erstmal die Welt gerettet hat, wird eine neue Definition von Held ganz von selbst in die Wörterbücher einziehen. Die Kriegshelden von damals werden nach und nach verschwinden, und das ist kein Verlust.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/">Die Helden, die ich meine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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