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	<title>korrespondentenbericht Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>korrespondentenbericht Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Hühnerfüße und Tee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Linda Giering]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2015 13:30:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandspraktikum]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gesammelte Erfahrungen aus einem Semester China &#160; China ist etwa doppelt so groß wie Europa und nicht nur deshalb ein Land der Extreme. Es steht zwischen Tradition und Innovation, Dauer und Wandel, Kommunismus und Kapitalismus, Starbucks und Streetfood, zwischen Entwicklung...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/05/huehnerfuesse-und-tee/">Hühnerfüße und Tee</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Gesammelte Erfahrungen aus einem Semester China</h2>
<figure id="attachment_7186" aria-describedby="caption-attachment-7186" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Große-Mauer-bei-Peking.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-7186 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Große-Mauer-bei-Peking.jpg" alt="Große Mauer bei Peking" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Große-Mauer-bei-Peking.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Große-Mauer-bei-Peking-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7186" class="wp-caption-text">Text und Fotos: Linda Giering</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>China ist etwa doppelt so groß wie Europa und nicht nur deshalb ein Land der Extreme. Es steht zwischen Tradition und Innovation, Dauer und Wandel, Kommunismus und Kapitalismus, Starbucks und Streetfood, zwischen Entwicklung und Industrie. Selbst Shanghai und seine Umgebung zeigten mir schon einige dieser Gegensätze und sorgten bei einer „Lang-Nase“ wie mir regelmäßig für Gefühle von Irrsinn bis Ekstase.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich versuche mich durch die Menschenmassen zu bewegen und entgehe um Haaresbreite dem Schleim, den eine Frau gerade lautstark aus ihrem Rachen und Mund spuckt. Am Straßenrand erleichtern sich Kinder vom Druck auf ihre Blase oder ihren Darm, indem sie sich ungeniert hinhocken. Als ich vorbeikomme, schreien einige Bauarbeiter „Ausländer“ und deuten auf mich. Mich passieren diverse Leute, die, mit plastikbehandschuhten Fingern, an einem Hühnerfuß knabbern und einen Teebecher mit Blumen, Ingwer und anderem Undefinierbaren in der anderen Hand halten. Der Geräuschpegel ist so hoch, dass ich es gar nicht erst mit Musikhören versuche- denn mein iPod kommt dagegen auch mit voller Kraft nicht an.</p>
<p>Zeitsprung.</p>
<p>Ich schlendere am Ufer eines malerischen Sees entlang. Drumherum sind Berge, auf denen die Teeplantagen in der Abendsonne gut zu erahnen sind. Seit Wochen höre ich das erste Mal wieder bewusst einen Vogel zwitschern. Auf meinem Weg komme ich an tanzenden Chinesen älteren Datums, einem Erhu-Spieler und mehreren Wasserkalligrafen vorbei. Die in sich ruhende Konzentration, mit der der Künstler seine Pinselstriche setzt, färbt sofort auf mich ab. Dieser Moment, zwischen den gelben Blättern eines riesigen Ginko-Baumes und den feuerroten eines Federahorns, gehört wirklich in ein Marmeladenglas.</p>
<figure id="attachment_7163" aria-describedby="caption-attachment-7163" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hangzhou-Westsee.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-7163 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hangzhou-Westsee-1024x683.jpg" alt="Hangzhou Westsee" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hangzhou-Westsee-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hangzhou-Westsee-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7163" class="wp-caption-text">Der Westsee in Hangzhou, einer der malerischsten Orte Chinas</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Learning by Living</h3>
<p>In meinem knapp sechsmonatigen Praktikum im Hamburg Liaison Office Shanghai habe ich gelernt, sich nicht auf den deutschen Höflichkeitsstandard zu verlassen, in der hoffnungslos überfüllten U-Bahn auch mal ein paar Stationen mit in der Tür eingeklemmten Haaren zu fahren und auch in nervenaufreibenden Situationen nicht meinen Optimismus zu verlieren. Seien es die Erfahrung mit der Willkür chinesischer Bürokratie beim Versuch mein Visum zu verlängern, illegales Musizieren auf der Straße mit christlicher Musik oder der zweifelhafte kulinarische Genuss von Hühnerfüßen, Qualle und Ochsenfrosch: Das Reich der Mitte hat einige Überraschungen für mich bereit gehalten. Das Land hat mich aber gleichzeitig mit freundlichen Menschen, wunderbarem Tee und Natur, wie man sie sich schöner und atemberaubender kaum vorstellen kann, in seinen Bann gezogen.</p>
<h3>1001 Tätigkeiten</h3>
<p>Auch das Praktikum im Bereich der internationalen Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit hätte abwechslungsreicher kaum sein können: Powerpoint Präsentationen zu aktuellen Hafenzahlen erstellen. Alumnigruppen über das Gelände vor dem Büro führen. Eine Hamburger Fischmarktverkäuferin spielen und dabei echte Meeresfrüchte, aber auch deutsches Spielzeug verkaufen. Als Fotografin bei Pressekonferenzen arbeiten, als Journalistin bei Roundtables dabei sein, beim Aufbau eines Bildungspools helfen und auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt in Shanghai italienisches Tiramisu verkaufen – das ist nur eine Auswahl der Highlights meiner Zeit als Praktikantin in China. Das Büro (übrigens im ersten zertifizierten Passivhaus Chinas) mit seinem kleinen Team von acht Leuten ist <em>der</em> Dreh- und Angelpunkt für sämtliche Kontakte meiner Heimatstadt Hamburg mit ihrer Partnerstadt Shanghai und dem restlichen China. Für Liebhaber von Interkulturalität eine absolut spannende Mischung.</p>
<figure id="attachment_7164" aria-describedby="caption-attachment-7164" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hamburger-Weihnachtsmarkt-Shanghai.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-7164 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hamburger-Weihnachtsmarkt-Shanghai-1024x683.jpg" alt="Hamburger Weihnachtsmarkt Shanghai" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hamburger-Weihnachtsmarkt-Shanghai-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hamburger-Weihnachtsmarkt-Shanghai-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7164" class="wp-caption-text">Auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt in Shanghai kommt deutsche Weihnachtsstimmung auf</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Land und Leute</h3>
<p>Der Unterschied der 24-Millionen-Metropole und dem vergleichsweise überschaubaren und beschaulichen Augsburg ist gewaltig: Man braucht gefühlte Ewigkeiten, um hier eine ruhige Ecke oder ein Gebäude, das kein Hochhaus ist, zu finden. Das ist für ein halbes Jahr wirklich aufregend, doch danach sehnt man sich auch wieder nach Natur und guter Luft, nach Ruhe und ein wenig Beschaulichkeit. Die kann man aber durchaus auch in China finden, nur vielleicht nicht in Shanghai. Auf verschiedenen Kurztrips und Reisen konnte ich auch ganz andere Seiten des Landes kennenlernen. So verbrachte ich zum Beispiel das chinesische Neujahrsfest auf dem Dorf in Südchina in einer sehr traditionellen chinesischen Familie. Dort hatten die meisten Menschen kaum jemals einen Europäer gesehen und waren dementsprechend fasziniert von mir. Erleben konnte ich die Vielfalt Chinas auch in Beijing, der ebenfalls großen und kulturträchtigen Hauptstadt der Volksrepublik, in Xi’an mit seiner Terrakotta-Armee und dem wuseligen Viertel oder in Guilin, mit seinen Karstbergen, bei deren Anblick man seinen Augen kaum traut.</p>
<figure id="attachment_7168" aria-describedby="caption-attachment-7168" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Dorf-in-Südchina.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7168 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Dorf-in-Südchina-1024x683.jpg" alt="Dorf in Südchina" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Dorf-in-Südchina-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Dorf-in-Südchina-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7168" class="wp-caption-text">Dorf in Südchina</figcaption></figure>
<figure id="attachment_7173" aria-describedby="caption-attachment-7173" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Peking-Himmelstempel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7173 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Peking-Himmelstempel-1024x683.jpg" alt="Peking Himmelstempel" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Peking-Himmelstempel-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Peking-Himmelstempel-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7173" class="wp-caption-text">Der Himmelstempel in Beijing</figcaption></figure>
<figure id="attachment_7178" aria-describedby="caption-attachment-7178" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Karstberge-in-Guilin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7178 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Karstberge-in-Guilin-1024x683.jpg" alt="Karstberge in Guilin" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Karstberge-in-Guilin-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Karstberge-in-Guilin-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7178" class="wp-caption-text">Die Karstberge in Guilin bieten eine wunderschöne Kulisse</figcaption></figure>
<figure id="attachment_7183" aria-describedby="caption-attachment-7183" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Nachtmarkt-in-Xian-11.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7183 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Nachtmarkt-in-Xian-11-1024x683.jpg" alt="Nachtmarkt in Xi'an (1)" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Nachtmarkt-in-Xian-11-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Nachtmarkt-in-Xian-11-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7183" class="wp-caption-text">Der Nachtmarkt in Xi&#8217;An lädt zu einem Bummel ein</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Langsam nähert sich das Eichhörnchen</h3>
<p>Zwar musste ich feststellen, dass Chinesisch-Kurse in Deutschland sprachlich keinesfalls auf einen Aufenthalt in China vorbereiten, aber wenn der erste Fahrkartenkauf, die erste kurze Unterhaltung im Teeladen oder eine Bestellung im Restaurant geglückt sind, sieht man gern über die eigene Unfähigkeit für ausführliche Konversationen hinweg und ist einfach nur glücklich, den Alltag meistern zu können.</p>
<p>Ein halbes Jahr in China hat mir ungewohnt extrovertierte Seiten an mir selbst gezeigt, Reisehunger und Fernweh gemacht und mir einige wertvolle neue Bekanntschaften verschafft. Es hat mir gezeigt, dass die Parole „gib niemals auf“ wirklich funktioniert, dass Mimik und Gestik fast universalsprachlich sind und dass Westeuropa nicht der Nabel der Welt ist. Vermutlich werde ich noch viele, viele weitere Erfahrungssouvenirs entdecken, wenn ich erst einmal wieder in Deutschland bin. Ich kann kaum glauben, dass eine Reise ins Land der Mitte mich derart bereichert hat!</p>
<figure id="attachment_7177" aria-describedby="caption-attachment-7177" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hongkong.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7177 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hongkong-1024x683.jpg" alt="Hongkong" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hongkong-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Hongkong-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7177" class="wp-caption-text">Hongkong: gutes Wetter und viel Wasser!</figcaption></figure>
<figure id="attachment_7176" aria-describedby="caption-attachment-7176" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Shanghai-Skyline.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7176 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Shanghai-Skyline-1024x683.jpg" alt="Shanghai Skyline" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Shanghai-Skyline-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Shanghai-Skyline-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7176" class="wp-caption-text">Skyline von Shanghai</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/05/huehnerfuesse-und-tee/">Hühnerfüße und Tee</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>G‘Day Mate &#8211; ein Reisebericht aus Down Under</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Schubert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2015 13:03:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandspraktikum]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Text und Fotographien: Anna Schubert Am Horizont sieht man die Sonne langsam untergehen und die rote Erde dampft unter den Füßen.  Spätestens, wenn ein Känguru durch die malerische Landschaft springt, wird die Frage nach dem Ort des Aufenthalts überflüssig: Australien. In...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/05/gday-mate-ein-reisebericht-aus-down-under/">G‘Day Mate &#8211; ein Reisebericht aus Down Under</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Text und Fotographien: Anna Schubert</p>
<p><strong>Am Horizont sieht man die Sonne langsam untergehen und die rote Erde dampft unter den Füßen.  Spätestens, wenn ein Känguru durch die malerische Landschaft springt, wird die Frage nach dem Ort des Aufenthalts überflüssig: Australien. In meinem dritten Semester im Studiengang Medien und Kommunikation bin ich dem deutschen Winter entflohen und habe in der australischen Hauptstadt Canberra ein Praktikum im Bereich Eventmanagement gemacht, bevor ich die Ostküste entlang gereist bin. Ein kurzer Rückblick.</strong></p>
<p>Unter den Empfehlungen für jene tausend Orte, die man auf der Erde gesehen haben muss, wird man Canberra nicht finden. Die Stadt wurde auf dem Reißbrett entworfen und wird deshalb oft als <em>charmelos konstruiert</em> abgestempelt. Die Häuser stehen ein bisschen zu streng in der Reihe, die Straßen verlaufen ein bisschen zu symmetrisch. Als Hauptstadt Australiens birgt Canberra jedoch wichtiges australisches Kulturgut, darunter zahlreiche Museen, Kunst-Galerien und die australischen Regierungsgebäude.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_7100" aria-describedby="caption-attachment-7100" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Canberra.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7100 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Canberra-1024x683.jpg" alt="Canberra" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Canberra-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Canberra-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7100" class="wp-caption-text">Blick auf die australische Nationalbibliothek in Canberra</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und täglich grüßt die Riesenspinne</strong></p>
<p>Australien ist für seine teils exotische Tierwelt bekannt und beliebt. Die touristische Freude über das erste zu Gesicht bekommene Känguru können die Australier nur belächeln. Denn die Beuteltiere sind zahlreich und nahezu überall zu finden. Für ein Stück Banane lassen sich die Kängurus auch schon einmal hinter den Ohren streicheln. Die Beuteltiere können allerdings nicht rückwärts hüpfen. Man sollte sie deshalb besser nicht bedrängen, im Zweifelsfall sind sie die besseren Boxer.</p>
<figure id="attachment_7101" aria-describedby="caption-attachment-7101" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Känguru.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7101 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Känguru-1024x687.jpg" alt="Känguru" width="600" height="403" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Känguru-1024x687.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Känguru-400x268.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7101" class="wp-caption-text">Ein Joey (junges Känguru) bei seiner Mutter</figcaption></figure>
<p>Auch wenn Australien die zweifellos süßesten Beuteltiere beherbergt, gibt es auch einige giftige Tiere, die sich mit den Bewohnern Stadt und Land teilen. Der Alptraum „Riesenspinne im Badezimmer“ ließ nicht lange auf sich warten. Die großen Huntsman sind jedoch nicht gefährlich. Die Australier raten einem scherzhaft dazu, sie in der Wohnung zu behalten, denn sie fressen die kleinen giftigen Spinnen und andere unbeliebte Insekten auf. Als Ortsfremder lernt man relativ schnell, sich an die Tierwelt anzupassen. Auch zurück in Deutschland habe ich anfangs noch routiniert meine Schuhe ausgeschüttelt, bevor ich meine Zehen hineingeschoben habe. In Australien kann es schon einmal vorkommen, das Spinnen oder Schlangen die Treter als Schlafplatz benutzen.</p>
<figure id="attachment_7102" aria-describedby="caption-attachment-7102" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Spinne.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7102 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Spinne-1024x665.jpg" alt="Spinne" width="600" height="390" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Spinne-1024x665.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Spinne-400x260.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7102" class="wp-caption-text">Huntsman haben die Größe einer Untertasse und kriechen abends aus ihren Verstecken</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Praktikum in Australiens Hauptstadt &#8211; wo Arbeit Vergnügen ist</strong></h3>
<p>Viereinhalb Monate habe ich bei der Non-Profit-Organisation <em>Manning Clark House</em> gearbeitet, Geschichten über Australien gelauscht, die Herzlichkeit der Australier schätzen gelernt und meinen Reisegeldbeutel gefüllt. In dem Kulturzentrum habe ich Gedichtlesungen, Buchvorstellungen und Kunstaustellungen beworben und durfte auch selbst mithelfen, Fotografien und Skulpturen zu erstellen. Bei einer Tanz- und Musikveranstaltung der Aborigines hatte ich das Glück, ein „Welcome-to-Country“ mitzuerleben. Mit dieser Begrüßungszeremonie heißen die australischen Ureinwohner Fremde in ihrem Land willkommen. Denn der Reisepass ist lediglich die Einreiseerlaubnis der Weißen, pflegen die Aborigines zu sagen. Das „Welcome-to-Country“ ist neben einer Begrüßung auch eine Art wechselseitiges Versprechen. Die Botschaft gilt jedoch für alle: Willkommen ist, wer die Ureinwohner Australiens und ihr Land respektiert.</p>
<figure id="attachment_7103" aria-describedby="caption-attachment-7103" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Arbeitsplatz.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7103 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Arbeitsplatz-1024x683.jpg" alt="Arbeitsplatz" width="600" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Arbeitsplatz-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Arbeitsplatz-400x267.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7103" class="wp-caption-text">Wohnzimmer und Ausstellungsraum im Manning Clark House</figcaption></figure>
<h3><strong>Mit dem Auto entlang der Ostküste</strong></h3>
<p>Für eine Reise durch Australien braucht man vor allem zwei Dinge: Zeit und Geld. Das Land ist extrem weitläufig. 3000 Kilometer sind es vom südlichen Canberra nach Cairns, dem nördlichsten Ziel meiner Reise. Für diese Kilometerzahl müsste man Deutschland dreimal der Länge nach durchqueren. Aufgrund der großen Distanzen zwischen den Städten ermuntern Straßenschilder Autofahrer zu Powernaps (Nickerchen) oder halten sie mit Quizfragen wach. Tagsüber war ich auf den Highways unterwegs und bewunderte Städte und Natur, nachts schlief ich im Auto. Australien gehört nicht gerade zu den günstigen Pflastern der Erde. Allein für die Übernachtung auf einem Campingplatz zahle ich umgerechnet 30-40 Euro. Auch die Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Ein Liter Milch kostet 1,50 Euro, eine Tafel Schokolade circa 2 Euro. Für ein Sixpack Bier legt man knapp 15 Euro hin.</p>
<p>Zu den Highlights meiner Reise entlang der Ostküste zählen für mich: das Opernhaus in Sydney bestaunen, über den feinen Sand der Whitsunday Islands laufen, bei einem Schnorchelausflug im Great Barrier Reef Nemo finden. Und nicht zuletzt: „Sehen lernen“ im Regenwald, wo die getarnten tierischen Bewohner für das ungeübte Auge nahezu unsichtbar sind.</p>
<figure id="attachment_7104" aria-describedby="caption-attachment-7104" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/schnorcheln-whitheaven.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7104 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/schnorcheln-whitheaven-1024x768.jpg" alt="schnorcheln whitheaven" width="600" height="450" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/schnorcheln-whitheaven.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/schnorcheln-whitheaven-400x300.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7104" class="wp-caption-text">Schnorcheln mit Yellowtail Fusiliers vor den Whitsunday Islands. Ein Ganzkörperneoprenanzug schützt in der Quallensaison vor giftigen Würfelquallen</figcaption></figure>
<figure id="attachment_7105" aria-describedby="caption-attachment-7105" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Daintree-Rainforest.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7105 size-large" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Daintree-Rainforest-1024x716.jpg" alt="Daintree Rainforest" width="600" height="420" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Daintree-Rainforest-1024x716.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Daintree-Rainforest-400x280.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7105" class="wp-caption-text">Zwei Weltkulturerben treffen aufeinander: der Daintree Rainforest und das Great Barrier Reef</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/05/gday-mate-ein-reisebericht-aus-down-under/">G‘Day Mate &#8211; ein Reisebericht aus Down Under</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rebekka Raum]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2014 14:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[ausland]]></category>
		<category><![CDATA[erasmus]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
		<category><![CDATA[spanien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Beginn meines Studiums wollte ich es tun: ein Semester im Ausland studieren. Zunächst stand ich vor der Qual der Wahl unzähliger Orte, die sich mir anboten. Mit meinem Vorhaben, dem kalten Winter in Deutschland zu entgehen und um meine...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/07/quien-no-ha-visto-sevilla-no-ha-visto-maravilla/">„Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Beginn meines Studiums wollte ich es tun: ein Semester im Ausland studieren. Zunächst stand ich vor der Qual der Wahl unzähliger Orte, die sich mir anboten. Mit meinem Vorhaben, dem kalten Winter in Deutschland zu entgehen und um meine geballten Sprachkenntnisse nach drei Semestern Spanischunterricht anzuwenden, entschied ich mich schlussendlich für eine der heißesten Städte Europas: Sevilla.</strong></p>
<p>Sevilla ist die Hauptstadt Andalusiens und mit rund 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens. Prachtvolle Bauten wie die Kathedrale oder der Plaza de España, der sogar als Schauplatz für einen der Star Wars-Filme diente, geben der Stadt einen besonderen Charakter. Durch ihren geschichtlichen Hintergrund ist Sevilla arabisch geprägt und am Ende jeder noch so verschlungenen Gasse mit ihren farbigen Hausfassaden findet man wunderschöne Plätze. Opulente Brücken verbinden die durch den Fluss Guadalquivir geteilten Gebiete Sevillas miteinander.</p>
<figure id="attachment_4598" aria-describedby="caption-attachment-4598" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Plaza-de-España_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-4598" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Plaza-de-España_1200px-1024x768.png" alt="Die Plaza de España " width="600" height="450" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Plaza-de-España_1200px-1024x768.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Plaza-de-España_1200px-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Plaza-de-España_1200px.png 1200w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-4598" class="wp-caption-text">Die Plaza de España</figcaption></figure>
<p>Die grünen Palmen, die über die ganze Stadt verteilt sind, vermittelten mir Tag für Tag ein gewisses Urlaubsflair. Sevilla gilt ebenso als eine der heißesten Städte Europas, sodass es, als ich Mitte September ankam, noch immer bis zu 40 Grad hatte. Doch so sehr ich die spätsommerlich hohen Temperaturen bis Anfang November genoss, so sehr fror ich Ende November in meiner Wohnung. In den meisten Wohnungen Südspaniens gibt es nämlich keine Heizungen, dafür aber Klimaanlagen! Glücklicherweise konnten wir die Klimaanlage zur Heizung umfunktionieren und ich kaufte mir einen Heizlüfter, um der Kälte Abhilfe zu schaffen.</p>
<h3>„¿Eramu?“</h3>
<p>Abgesehen von der Kälte in der Wohnung hatte ich auch noch mit einer anderen Herausforderung zu kämpfen – der andalusische Dialekt. „<strong>¿</strong>Ere Eramu?“ – „<strong>¿</strong>Qué, cómo? – Ah, EraSmuS” – die Willkommensveranstaltung an der Uni war die erste Situation, in der ich realisierte, dass mir der andalusische Dialekt noch einige verzweifelte Momente bereiten würde. Die Andalusier besitzen die Eigenart, generell den Buchstaben „s“ des Alphabets zu verschlucken, wenn er nicht der erste Buchstabe eines Wortes ist. Dadurch hörte sich für mich der andalusische Dialekt anfangs eher wie ein Sprachfehler als die spanische Sprache an. Doch nach und nach gewöhnt man sich auch an die eigenartigsten Eigenarten.</p>
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<h3>Temperamentvolles Uni-Leben</h3>
<p>Neben der Sprache brachte ebenso der Uni-Alltag einige Besonderheiten mit sich. Die Universidad de Sevilla ist mit über 70.000 Studenten eine der größten Universitäten Spaniens und anders als in Augsburg ist keine Campus-Uni. Die verschiedenen Fakultäten sind kreuz und quer über die Stadt verteilt. Neben dem Sprachkurs besuchte ich zwei Kurse an der facultad de comunicación, die leider etwas abgelegen in einem Gewerbegebiet liegt. Die Geräuschkulisse, die in den Kursräumen vorherrschte, sobald man ihn wie selbstverständlich erst circa 10 Minuten nach offiziellem Unterrichtsbeginn betrat, war enorm. Eng aneinander gepfercht saßen die spanischen Studenten auf Stühlen und Tischen und übertönten sich gegenseitig mit ihren Stimmen und ihrem Gelächter. Ich saß mit den anderen Erasmusstudenten meist eingeschüchtert von dem Temperament der Spanier in einer der hinteren Reihe und beobachtete erstaunt das Geschehen. Bei Fragen während des Kurses wurde der Vorname der Professora einfach lauthals durch die Klasse geschrien. Für mich war das eine ebenso verwunderliche wie amüsante Erfahrung im Vergleich zu den recht disziplinierten deutschen Seminaren.</p>
<h3>La cultura española</h3>
<p>Charakteristika der spanischen Lebensart zeigten sich ebenso im Tagesablauf. Vor allem in den ersten, noch heißen Monaten in Sevilla war es nachmittags recht ruhig. Zu dieser Tageszeit ist Siesta und viele Geschäfte haben geschlossen. Dafür haben die Läden abends teilweise bis 21.30 Uhr geöffnet und die Stadt erwacht nach Sonnenuntergang wieder zum Leben. Die unzähligen Cafés, Restaurants und Bars sind bis spät in die Nacht mit Menschen gefüllt. Tapas und Tinto de Verano, eine Mischung aus Rotwein und Limonade, wurden somit fester Bestandteil meiner abendlichen Beschäftigung. Neben der ausschweifenden Ess- und Trinkkultur ist der Flamenco einer der bedeutendste kulturellen Eigentümlichkeiten der Stadt. Sowohl auf der Straße als auch in Bars kann der theatralische Ausdruckstanz zu Gesang und Gitarrenspiel bewundert werden.</p>
<h3>Bis nach Afrika</h3>
<p>Um noch mehr von der spanischen Kultur zu erleben, verbrachte ich meine Wochenenden mit Reisen. Ob Granada, Córdoba, Málaga oder Cádiz – ich versuchte, keine sehenswerte Stadt Andalusiens auszulassen. Meine Reiselust führte mich sogar auf nicht-europäisches Terrain, nämlich nach Afrika.</p>
<figure id="attachment_4597" aria-describedby="caption-attachment-4597" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Chefchaouen-Marokko_1200px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4597 size-medium" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Chefchaouen-Marokko_1200px-300x400.jpg" alt="Das Highlight meiner Wochendtrips war ein Ausflug nach Marokko" width="300" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Chefchaouen-Marokko_1200px-300x400.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Chefchaouen-Marokko_1200px-768x1024.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Chefchaouen-Marokko_1200px.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-4597" class="wp-caption-text">Das Highlight meiner Wochendtrips war ein Ausflug nach Marokko</figcaption></figure>
<p>Das Highlight meiner Wochenendtrips war ein Ausflug nach Marokko. Mittels Bus und Fähre – und mit einem Zwischenstopp im britischen Überseegebiet Gibraltar, auf dessen Fels uns die Affen den Kopf lausten – besichtigen wir einige nord-marokkanische Städte und Dörfer. Besonders beeindruckt hat mich das Dorf Chefchaouen, dessen Hausfassaden auf bergigem Gelände von Babyblau bis Knalltürkis erstrahlten.</p>
<p>Von meinen Reisen kehrte ich immer wieder gerne in meine Heimat auf Zeit zurück, denn „Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla“ – bedeutet übersetzt: Wer Sevilla nicht gesehen hat, hat kein Wunder gesehen. Dem kann ich nur zustimmen, denn ich habe mich in den fünf Monaten in Sevilla verliebt, habe tolle Menschen aus verschiedensten Nationen kennengelernt und unvergessliche Momente erlebt.</p>
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<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Korrespondentenbrief.png" alt="" /></td>
<td><strong>presstige-Autoren berichten aus aller Welt</strong><br />
Immer wieder gehen unsere Redakteure für ein Semester oder ein Praktikum ins Ausland. In der Serie &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">Korrespondentenbericht</a>&#8221; schildern sie anschließend ihre Eindrücke und Erlebnisse. Alle Folgen sind <a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">hier gesammelt</a>.</td>
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		<title>Studieren zwischen Fjord und Berg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Corinna Scherer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2014 14:12:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
		<category><![CDATA[norwegen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bevor ich nach Norwegen kam, erwartete ich ein Land mit atemberaubender Natur, teuren Preisen und wenig Sonnenschein. Norwegen ist meinen Erwartungen gerecht geworden, auch wenn es hier mehr Sonne und weniger Schnee gibt als befürchtet. In fünf Monaten als Erasmus-Studentin...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/auslandssemester-norwegen/">Studieren zwischen Fjord und Berg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bevor ich nach Norwegen kam, erwartete ich ein Land mit atemberaubender Natur, teuren Preisen und wenig Sonnenschein. Norwegen ist meinen Erwartungen gerecht geworden, auch wenn es hier mehr Sonne und weniger Schnee gibt als befürchtet. In fünf Monaten als Erasmus-Studentin habe ich Land und Leute kennengelernt.</strong></p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1569_2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3594" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1569_2.png" alt="IMG_1569_2" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1569_2.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1569_2-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1569_2-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p>&#8220;Danke für die Nominierung!“, ruft mir ein norwegischer Freund von seiner Facebook-Chronik entgegen und stürzt – nein, nicht ein Bier hinunter – sondern sich selbst in einen norwegischen Fjord. Das „<a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/social-beer-game-das-hat-dem-internet-noch-gefehlt-12785100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Beer Game</a>“ hat es in Norwegen nicht weit gebracht. Die Norweger entwickeln ihr eigenes Spiel: Innerhalb von 24 Stunden muss man in einem Gewässer, bevorzugt einem Fjord, baden gehen, ansonsten ist eine Wettschuld fällig.</p>
<h3><span lang="en-GB">Social Fjord Game?</span></h3>
<p>Aus mehreren Gründen ist das Spiel typisch norwegisch. Erstens: Alkohol ist unglaublich teuer. Ein ganzes Bier zu exen grenzt an Geldverschwendung. Zweitens: Norweger pflegen ihr sportliches Outdoor-Image. Viele Frauen tragen im Alltag Jogging Tights, selbst im Supermarkt. Drittens: Norweger machen gerne ihr eigenes Ding. So haben die norwegischen Wähler zweimal (1972 und 1994) einen Beitritt zur EU abgelehnt. Im Alltag sieht man das an den scheinbar wahllos schwankenden Lebensmittelpreisen. Ein amerikanischer Student erzählte mir in meiner ersten Woche, er habe mal ein Sonderangebot gesehen, das nur zwanzig Minuten verfügbar war. Danach verlangte der Supermarkt wieder den Normalpreis. Anfangs nahm ich ihn nicht ernst, doch wenn Orangen plötzlich 20 Kronen statt den sechs Kronen vom Vortag kosten, hinterlässt das Spuren in der Shoppingmentalität. Sehe ich beim Einkaufen ein gutes Angebot, nehme ich es inzwischen sofort mit. Am besten gleich mehrere Packungen.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0849_2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3592" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0849_2.png" alt="IMG_0849_2" width="2424" height="1616" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0849_2.png 2424w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0849_2-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0849_2-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 2424px) 100vw, 2424px" /></a></p>
<h3>Studieren in Norden Europas</h3>
<p>In erster Linie bin ich natürlich nicht zum Einkaufen hierher gekommen, sondern zum Studieren. Knapp 9000 Menschen wohnen im kleinen Ort Volda, <a href="http://hivolda.no" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die ansässige Hochschule </a>zählt 4000 Studenten. Als Medienstudentin habe ich mir zwei Kurse zu Fotografie und dem Produzieren von Kurzfilmen ausgesucht. Beide sind wesentlich praktischer ausgerichtet als die Kurse an der Uni zu Hause und es ist einfach, Kontakte mit anderen Studenten zu knüpfen. Bei Fotoshootings für unsere Portfolios laufen wir Räder schlagend durch den Wald und imitieren Familienfotos im Hochschul-eigenen Studio. Im Filmseminar produzieren wir zwei Kurzfilme vom Drehbuch bis zur Nachbearbeitung. Meine norwegische Filmcrew versucht, für mich beim Englischen zu bleiben. Wenn sie doch in ihre Muttersprache abdriften, sitze ich so lange lächelnd nickend dabei, bis sich einer von ihnen wieder an meine mangelnden Norwegisch-Kenntnisse erinnert.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1617_2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3595" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1617_2.png" alt="IMG_1617_2" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1617_2.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1617_2-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1617_2-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<h3>Ohne Alkohol sind Familienfeiern doch langweilig!</h3>
<p>Allgemein sind Norweger eher zurückhaltend, alltäglicher Small-Talk behagt ihnen nicht, aber zurücklächeln tun viele schon. Gemeinsame Geselligkeit ist der Schlüssel: Nach ein, zwei Bier („øl“) laufen die Gespräche mit Norwegern plötzlich wie geschmiert. Sie werden mutiger und sprechen bierselig schon einmal eine Abendessens- oder zumindest After-Party-Einladung („nachspiel“) aus. Vieles über norwegische Gewohnheiten lerne ich von den Norwegern, mit denen ich mir eine Gemeinschaftsküche teile. Während der Eine seine „Grandiosa“-Tiefkühlpizza genießt (davon gibt es sogar eine Weihnachtsedition), der Andere, ein Outdoor-Aktivitäten-Student, gesunde Sportler-Nahrung zubereitet und meine rumänische Mitbewohnerin und ich Borș-Suppe löffeln, beschreiben sie ihre Sommerjobs für Ölkonzerne und ihre typischen Familienfeiern. „Ostern verbringen wir alle zusammen auf unserer Hütte und betrinken uns gemeinsam. Letztes Jahr sind mein Onkel, mein Vater und ich mit einem Ice Scooter in einen zugefrorenen See eingebrochen“, erzählt der eine grinsend. Ohne Alkohol seien Familienfeiern doch wahnsinnig langweilig, ergänzt der andere. Wirklich widersprechen kann ich ihm da nicht.</p>
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<col width="80%" /> </colgroup>
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<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Korrespondentenbrief.png" alt="" /></td>
<td><strong>presstige-Autoren berichten aus aller Welt</strong> Immer wieder gehen unsere Redakteure für ein Semester oder ein Praktikum ins Ausland. In der Serie &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">Korrespondentenbericht</a>&#8221; schildern sie anschließend ihre Eindrücke und Erlebnisse. Alle Folgen sind <a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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<h3><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0469.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3590" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0469.png" alt="IMG_0469" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0469.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0469-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_0469-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<h3>Dauerlicht und laufende Wasserhähne</h3>
<p>Schwerer zu akzeptieren für meinen deutschen Ordnungssinn, ist der norwegische Umgang mit Energie. Nachts sind alle Straßen hell erleuchtet und öffentliche Gebäude sind meist mit Bewegungsmeldern ausgestattet. Auch in den Haushalten merkt man, dass Norweger sehr wenig für Strom zahlen. Als ich bei zwei Mitgliedern aus meiner Filmgruppe zu Besuch bin, fällt mir auf, dass beide das Licht in ihren fensterlosen Bädern rund um die Uhr angeschaltet lassen. „Ich mag es einfach nicht, in so ein dunkles Loch zu gehen,“ begründet die eine und mein pingeliges deutsches Inneres schüttelt ungläubig den Kopf. „Andere Länder, andere Sitten,“ denke ich und stoppe den Wasserhahn, der schon seit einer Minute ungenutzt vor sich hin läuft. So schnell kann ich meine deutschen Angewohnheiten doch nicht ablegen.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1100_2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3593" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1100_2.png" alt="IMG_1100_2" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1100_2.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1100_2-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1100_2-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<h3>Ein Ort zwischen Berg und Fjord</h3>
<p>Volda liegt etwa in der Mitte der norwegischen Westküste. Die Häuser schmiegen sich an die umgebenden Hänge der Sunnmøre-Alpen und blicken über den Voldsfjord. Jeden Morgen, wenn ich meine Vorhänge zurückziehe und die Aussicht auf Berg und Fjord frei wird, hüpft mein Herz ein wenig vor Freude. Auf einen Gipfel zu steigen und auf die umliegenden Berge hinunterzuschauen, macht mich wesentlich glücklicher, als von einem Hochhaus aus eine Großstadt zu überblicken. Manchmal vermisse ich es, gemütlich in einem Café zu sitzen oder einen Cocktail trinken zu gehen. Doch es überwiegen die Momente, in denen ich von der Stille in den Wäldern, der Erhabenheit der Landschaft und der langen Helligkeit des norwegischen Sommers fasziniert bin.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1647_2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3596" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1647_2.png" alt="IMG_1647_2" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1647_2.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1647_2-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_1647_2-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<h3>Es lebe das einfache Leben</h3>
<p>Neben den norwegischen Studenten, mit denen ich an Projekten gearbeitet habe, möchte ich vor allem die Kontakte zu den anderen internationalen Studenten nicht mehr missen. Etwa 130 Studenten aus über dreißig Nationen studieren, wohnen und feiern zusammen in Volda. Die norwegischen Preise schmerzen all unseren Geldbeuteln und so gewöhnen wir uns den „Zigeuner-Lebenstil“ an. Wir fahren per Anhalter in die umliegenden Städte, weisen uns gegenseitig auf Sonderangebote im Supermarkt hin und backen jedem Geburtstagskind einen Kuchen aus der billigsten Schokokuchen-Backmischung. „Ich zahl‘ doch keine 50 Kronen für ein Bier im Club!“, sind wir uns einig, trinken daher selbstgebrauten Cider und veranstalten eine Mini-Karaoke-Party in unserer Küche.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_8872.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3597" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_8872.png" alt="IMG_8872" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_8872.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_8872-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/IMG_8872-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p>Was am Ende zählt, sind die Menschen um einen herum. Ohne die Leute hier, wäre Volda für mich nur halb so schön und das Studium nur halb so interessant. Eine liebe Freundin sagte mir vor meiner Abreise, ich solle so viel wie möglich ausprobieren und nicht zu viel nachdenken. An meinem Geburtstag habe ich es also auch getan: „Danke für die Nominierung!“, habe ich gerufen und bin kopfüber in den Voldsfjord gesprungen wie eine echte Norwegerin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/auslandssemester-norwegen/">Studieren zwischen Fjord und Berg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Não falo Português</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Natalia Sander]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 May 2014 06:30:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[AIESEC]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
		<category><![CDATA[praktikum]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Brasilien-Reisebericht über die schönsten zwei Monaten meines Lebens Zwei Monate am anderen Ende der Welt verbringen? Englisch unterrichten? Ohne Portugiesischkenntnisse? Mein Kopf hätte die Entscheidung niemals getroffen, aber der Bauch übernahm kurzerhand das Kommando und schon war das AIESEC-Praktikum...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/ausland-praktikum-brasilien/">Não falo Português</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein Brasilien-Reisebericht über die schönsten zwei Monaten meines Lebens</h2>
<p><strong>Zwei Monate am anderen Ende der Welt verbringen? Englisch unterrichten? Ohne Portugiesischkenntnisse? Mein Kopf hätte die Entscheidung niemals getroffen, aber der Bauch übernahm kurzerhand das Kommando und schon war das AIESEC-Praktikum in Brasilien fix und der Flug gebucht. Ein Korrespondentenbrief über Reisüberschuss, Englischkenntnisse und die nettesten Menschen der Welt.</strong></p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3212" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675.png" alt="JardimBotanico-IMG_7675" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p>Praktikum in Brasilien? Kann ja wirklich nicht so schwer sein, dachte ich mir, immerhin sind keine Portugiesisch-Kenntnisse gefragt. Dass sie von Vorteil sind, stellt sich bereits am Flughafen in Rio de Janeiro heraus. „Where is the exit?“, frage ich eine Mitarbeiterin am Flughafen. Diese macht große Augen und schüttelt mit dem Kopf: „No english“. Mit Hilfe ihrer Kollegen, die allesamt auch kein Englisch sprechen, werde ich zum Ausgang begleitet. Hier muss ich auch schon die nächste Hürde überwinden: Mein Praktikum und Wohnort für die nächsten zwei Monate ist Juiz de Fora, eine 500.000-Einwohner-Stadt 180 Kilometer nordwestlich von Rio. Um dorthin zu gelangen muss ich zum Busbahnhof, den man wiederum mit einem Shuttle erreicht.</p>
<p>Vor dem Flughafen tummeln sich aber nur Taxis und von einem Bus ist weit und breit keine Spur. Nach zwanzig Minuten gebe ich unter dem Gewicht meines Rucksacks nach und nehme ein Taxi. Der Fahrer ist freundlich und kann sogar ein bisschen Englisch: Er erzählt mir davon, dass hier viele die Weltmeisterschaft in Brasilien kritisieren und hilft mir mit der portugiesischen Aussprache. Dass die Brasilianer alles sehr locker nehmen, wird bereits hier deutlich: Aussteigen muss ich, während wir an einer roten Ampel stehen. „Das geht schon“, meint der Fahrer lächelnd.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3214" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313.png" alt="JuizdeFora-IMG_7313" width="1200" height="742" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313-400x247.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313-1024x633.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<h3>Juiz de Fora</h3>
<p>Nach weiteren Sprachkomplikationen am Busbahnhof komme ich nach vier Stunden in Juiz de Fora an und werde von einem AIESEC-Mitarbeiter empfangen. Er ist 19, heißt José und wir kennen uns bereits über Facebook. Mittlerweile ist Mittag und ich merke den Temperaturschock am ganzen Körper – während mich der deutsche Februar mit zwei Grad verabschiedete, grüßt Brasilien mit sonnigen dreißig Grad.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Korrespondentenbrief.png" alt="" /></td>
<td><strong>presstige-Autoren berichten aus aller Welt</strong> Immer wieder gehen unsere Redakteure für ein Semester oder ein Praktikum ins Ausland. In der Serie &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">Korrespondentenbericht</a>&#8221; schildern sie anschließend ihre Eindrücke und Erlebnisse. Alle Folgen sind <a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Es habe ein Missverständnis zwischen AIESEC und meiner Gastfamilie gegeben, meint José, also werde ich spontan bei der 26-jährigen Brasilianerin Ana Paula (Aninha) untergebracht. Da es ein soziales, unbezahltes Praktikum ist, muss ich nichts für die Unterkunft zahlen und soll im Gegenzug ihre Englischkenntnisse aufbessern. Dass es einfach die bestmögliche Planänderung gewesen ist, merke ich bereits nach ein paar Tagen. Aninha ist unkompliziert, kommunikativ und total begeistert davon, dass ich deutsche und russische Wurzeln habe. Ich lebe mich sehr schnell ein und lerne innerhalb einer Woche viele neue Menschen kennen. Und bekomme in einer Sprachschule für Erwachsene sogar noch ein zweites Praktikum angeboten. Aninha ist eine Mischung aus großer Schwester, bester Freundin und der allercoolsten Mitbewohnerin, die ich mir nur wünschen konnte. Das Highlight unserer Zeit zusammen waren zwei Ausflüge nach Rio, davon einer während des Karnevals.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3216" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder.png" alt="Kinderbilder" width="1200" height="781" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder-400x260.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder-1024x666.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<h3>„Sie spricht kein Portugiesisch, du Dummkopf!“</h3>
<p>Am dritten Tag in Juiz de Fora darf ich mit dem Praktikum in der Schule anfangen. Ich arbeite fünf Stunden täglich und unterrichte Fünf- bis Achtjährige. Die Schule ist privat und bietet bilingualen Unterricht an. Am ersten Tag fragen mich die Schüler lustige Dinge wie „Gibt es in deiner Stadt einen Strand?“ und „Wie heißen deine Eltern und deine Katze?“. Die Kleinen sind unglaublich lieb, herzlich und haben keine Scheu vor Körperkontakt: Jeden Tag werde ich von allen umarmt und darf als Anführer der Kindergang beim englischen Bingo die Ansage machen. Einfach ist es trotzdem nicht, denn sie sprechen nur Portugiesisch und ich kann nur unnütze Portugiesisch-Brocken wie „Ich bin nicht aus Brasilien“. Nach und nach wird es jedoch besser. Ich finde langsam eigene Aufgaben, spreche Englisch mit Pantomime-Einlagen und kann viele Dinge auf Portugiesisch verstehen. Dass man in Deutschland kein Portugiesisch kann, wird den Kindern irgendwann bewusst und sie erinnern sich immer wieder gegenseitig daran: „Sie spricht doch kein Portugiesisch, du Dummkopf“. Am Ende der sieben Wochen wissen sie, wo Deutschland und Russland liegen, was man da isst, welche Zeichentrickfilme die Kinder sehen und welche Sprachen dort gesprochen werden. Ich habe die Zeit dort also sinnvoll verbracht.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3213" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen.png" alt="Reis&amp;Bohnen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<h3>Reis, Bohnen, Reis, Bohnen, Reis</h3>
<p>Dinge, die daheim so einfach sind, können im Ausland zur Herausforderung werden, so auch das Essen. Mittagessen darf ich in der Schule und genieße so jeden Tag Reis, Bohnen und Fleisch. Am Anfang noch begeistert von dem neuen Essen, hängt mir dieses Gericht nach drei Wochen zu den Ohren raus. Während der Karnevalswoche Anfang März hat die Schule geschlossen und so erfreue ich mich daheim an selbstgekochten Kartoffeln und Pasta. Zu meiner eigenen Überraschung tut dieses Essen aber nicht so gut wie die fettfreien brasilianischen Gerichte. Also genieße die letzten drei Wochen das Duo Reis &amp; Bohnen in vollem Maße. Am liebsten würde ich diese Gewohnheit in Deutschland fortsetzen, aber die Uni-Mensa ließ sich noch nicht von dieser Idee begeistern.</p>
<h3>Samba und Politik</h3>
<p>Auch wenn es Sprachkomplikationen gab, wurden sie durch eines wettgemacht: Selten in meinem Leben habe ich so viele freundliche, aufgeschlossene und kommunikative Menschen getroffen. Die Tatsache, dass ich alleine von Rio nach Juiz de Fora kam, sorgt für Bewunderung: Ihnen ist bewusst, dass es ohne Portugiesisch nicht einfach sein muss. Entgegen dem Klischee, die Brasilianer wären dauerhaft im Samba-Karneval-Modus, führe ich viele ernste Gespräche über Bildung und Weltpolitik und erzähle über das Leben in Russland und Deutschland. Hier erfahre ich auch den Grund für das schlechte Englisch: An vielen öffentlichen Schulen werden nur einfache Grundlagen vermittelt. Wer Englisch sprechen möchte, muss jahrelang privaten Unterricht nehmen. Leisten können sich das etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Wenn sie über das luxuriöse Leben der Europäer reden, meinen sie also meist auch die Bildung.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3211" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil.png" alt="Ego_in_Brazil" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p>Im Nachhinein wird mir klar, dass ich auf meiner Reise nur die schöne Seite der Medaille kennengelernt habe: Private Schulen, Bars am Abend und Wochenendausflüge nach Rio sind kein Standard in Brasilien. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man als Tourist dorthin reist. Mit Spiegelreflexkamera in die Favelas zu gehen, um die Misere zu fotografieren, fand ich aber auch nicht angemessen.</p>
<p>Zwei Monate sind echt keine lange Zeit. Im fremden Land rennt die Zeit jedoch nach eigenen Gesetzen. Nach einem gefühlten Jahr dort kann ich sagen: Brasilien hat mich flexibel und offen gegenüber Neuem gemacht. Danke an AIESEC und vor allem an das netteste Land der Welt: Eo amo o Brazil!</p>
<p>Für alle, die nicht genug haben: Mehr Bilder und Geschichten über Brasilien gibt es <a href="http://apfelsanderson.blogspot.de/search/label/BRAZIL">auf meinem Blog</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/ausland-praktikum-brasilien/">Não falo Português</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Jag älskar Sverige!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annika Wagner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Feb 2014 07:55:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
		<category><![CDATA[schweden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein letztes Semester war ein ganz besonderes. Ich studierte nicht wie üblich in Augsburg, sondern im Land von Astrid Lindgren und Köttbullar. Genau: Schweden hieß meine Wahlheimat auf Zeit. Wie es mir dort ergangen ist und was ich erlebt habe,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/auslandssemester-schweden/">Jag älskar Sverige!</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Mein letztes Semester war ein ganz besonderes. Ich studierte nicht wie üblich in Augsburg, sondern im Land von Astrid Lindgren und Köttbullar. Genau: Schweden hieß meine Wahlheimat auf Zeit. Wie es mir dort ergangen ist und was ich erlebt habe, erfahrt ihr in diesem Bericht.</span></strong></p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/1.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2309" alt="1" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/1.png" width="1200" height="676" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/1.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/1-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/1-1024x576.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/1-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><br />
</a>Das Hauptgebäude der Universität<a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/1.png"><br />
</a></h5>
<p>16. August, 06:15 Uhr, Flughafen Nürnberg. Der Koffer war bereits aufgegeben, Bordkarte in der Hand. Knapp anderthalb Stunden blieben bis zum Abflug. Aufregung? Vorfreude? Ein bisschen von beidem! Nach10 Stunden war ich endlich am Ziel angekommen ‒ Karlstad, eine Stadt in der Provinz Värmland. Ich hievte mein ganzes Gepäck aus dem Zug und erblickte sofort eine der Tutorinnen, die mich und andere Austauschstudenten in Empfang nahm. Gut 30 Minuten später betrat ich zum ersten Mal mein Zuhause für die kommenden vier Monate ‒ ein 26-Quadratmeter-Zimmer mit Gemeinschaftsküche im Studentenwohnheim. An den ersten Tagen war ich zunächst damit beschäftigt, einige notwendige Sachen zu besorgen. Nachdem der Kühlschrank gefüllt war, wurde ein sehr bekanntes schwedisches Möbelhaus erkundet.</p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/2.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2310 aligncenter" alt="2" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/2.png" width="600" height="338" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/2.png 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/2-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/2-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>The Egg &#8211; ein Vorlesungssaal der etwas anderen Art</h5>
<h3>Wohlfühlfaktor: 100%</h3>
<p>In den ersten Wochen habe ich die Stadt erkundet, egal ob mit dem Fahrrad oder dem Boot, gemeinsam mit Anderen gekocht und gebacken und selbstverständlich auch viel gefeiert. Ein wahrer Student lässt sich auch von den hohen Alkoholpreisen in Schweden nicht einschüchtern!</p>
<p>Ich habe mich schnell eingelebt und von Anfang an sehr wohl gefühlt, beinahe so als hätte ich dort schon Jahre verbracht. Das lag vermutlich an den vielen netten Menschen, die ich kennen gelernt habe und die mich die nächsten Monate begleiteten. Vielleicht war aber auch die schwedische Kultur, die der deutschen sehr ähnlich ist. Kleine Unterschiede gab es aber dennoch: Allen voran die unglaubliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Schweden. Egal ob vom Busfahrer oder von der Kassiererin, man wird fast immer nett lächelnd begrüßt!</p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/3.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2311" alt="3" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/3.png" width="1200" height="677" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/3.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/3-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/3-1024x577.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/3-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><br />
</a>Ein schwedisches Haus wie aus dem Bilderbuch<a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/3.png"><br />
</a></h5>
<p>Die Stadt war mit etwa 60 000 Einwohner zwar sehr überschaubar, allerdings war man in zweieinhalb bis drei Stunden in Stockholm, Göteborg und Oslo. Ideal für Tages- oder Wochenendausflüge. Im Gegensatz zu Deutschland ist das Reisen mit der Bahn zum Glück ziemlich günstig, denn den Schnellzug von Karlstad nach Stockholm gibt es ab ca. 20 Euro. In Sachen Pünktlichkeit der Bahn geben sich die beiden Länder allerdings nichts.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Korrespondentenbrief.png" /></td>
<td><strong>presstige-Autoren berichten aus aller Welt</strong><br />
Immer wieder gehen unsere Redakteure für ein Semester oder ein Praktikum ins Ausland. In der Serie &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">Korrespondentenbericht</a>&#8221; schildern sie anschließend ihre Eindrücke und Erlebnisse. Alle Folgen sind <a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>Die Pflicht ruft!</h3>
<p>Ich war leider nicht nur zum Vergnügen in Schweden, es war ja schließlich ein Auslandssemester. Die Universität Karlstad ist noch relativ jung und das sieht man ihr auch an: kein 70er Jahre Bau, sondern helle, moderne Gebäude. Neben einem Schwedischkurs habe ich mich für die Kurse <em>Theory and Practice of Animation</em> und <em>Communication and Social Change</em> entschieden, da sie perfekt zu meinem Studium hier in Augsburg passen. Zwei Kurse klingen zunächst sehr wenig, doch wenn man bedenkt, dass die Kurse in Schweden entweder 7,5 oder 15 ECTS entsprechen, ist viel mehr nicht drin.</p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/4.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2312" alt="4" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/4.png" width="1200" height="677" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/4.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/4-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/4-1024x577.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/4-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><br />
</a>Das schwedische Nationalgebäck: Kanelbullar</h5>
<p>Für manche mögen die Uniabläufe etwas ungewohnt sein, für mich als MuKler war aber fast alles wie gehabt. Wenige Wochenstunden, kleine Seminargruppen, viele Referate, Gruppenarbeit sowie größere und kleinere Hausarbeiten, die sich über das Semester verteilen. Der Vorteil ist, dass man nicht am Ende des Semesters vor einem Berg an Aufgaben sitzt, sondern konstant ein bisschen was leisten muss. Das Niveau ist in etwa mit dem deutschen vergleichbar, allerdings ist das schwedische Volk sehr diskussionsfreudig. Bis zu einer fertigen Gruppenpräsentation vergehen so einige Treffen, bei denen sich oftmals an Kleinigkeiten aufgehangen wird.</p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/5.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2313 aligncenter" alt="5" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/5.png" width="600" height="338" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/5.png 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/5-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/5-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>Der See Alstern am Stadtrand Karlstads</h5>
<h3>Der Polar(kreis)express</h3>
<p>Alles in allem war das Studium sehr gut zu bewältigen und ließ zum Glück noch genügend freie Zeit zum Genießen. Zum Beispiel für das Highlight meines Schwedenaufenthalts: eine Reise nach Lappland. Obwohl die 21 Stunden Busfahrt nicht gerade spaßig waren, hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Die Landschaft dort ist unbeschreiblich schön. Kleine Städte und Dörfer inmitten von kilometerweiter unberührter Idylle, keine Spur von Großstadthektik.</p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/6.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2314" alt="6" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/6.png" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/6.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/6-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/6-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><br />
</a>Elche füttern in Lappland</h5>
<p>Vom Wetter war ich allerdings ein bisschen enttäuscht. Vor der Reise habe ich mich extra mit Fleecepullovern und dicken Socken eingedeckt, damit mir die Kälte nichts anhaben kann. Und dann? Nördlich des Polarkreises war es zum Teil wärmer als in Deutschland!</p>
<h3>Time to say goodbye</h3>
<p>Der Lappland-Trip Ende November bedeutete leider das allmähliche Ende meines Auslandssemesters. Verabschiedet wurde das Semester genauso wie es begrüßt wurde, nämlich mit vielen Partys und gemeinsamen Essen! Das Ende kam leider viel schneller als gedacht.</p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/7.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2315" alt="7" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/7.png" width="1200" height="714" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/7.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/7-400x238.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/7-1024x609.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><br />
</a>Polarlichter &#8211; ein beeindruckendes Naturspektakel</h5>
<p>Dieses eine Semester hat mich in Bezug auf mein Studium zwar nicht sehr viel weiter gebracht, aber das habe ich auch nicht erwartet. Stattdessen durfte ich eine tolles Land und viele wunderbare Menschen aus aller Welt kennen lernen. Auch wenn die vier Monate sehr schnell vergangen sind, werden die Erinnerungen an dieses Semester wahrscheinlich für immer bleiben.</p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/8.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2316" alt="8" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/8.png" width="600" height="338" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/8.png 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/8-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/8-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><br />
</a>Sonnenuntergang in Lappland</h5>
<p>Ich persönlich kann jedem nur empfehlen, die Chance zu nutzen und ein Auslandssemester zu machen, denn das, was man in dieser Zeit erlebt, kann einem keiner mehr nehmen. In diesem Jahr möchte ich auf jeden Fall noch einmal zurück nach Schweden, denn: Jag älskar Sverige!</p>
<h5 style="text-align: center;"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/9.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2317" alt="9" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/9.png" width="600" height="338" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/9.png 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/9-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/9-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><br />
</a></span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Zu Besuch bei einer Sami-Familie</span></h5>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/auslandssemester-schweden/">Jag älskar Sverige!</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>240 Bagels in vier Monaten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophia Lindsey]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jan 2014 19:39:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[amerika]]></category>
		<category><![CDATA[auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
		<category><![CDATA[usa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rückblick auf ein Auslandssemester in Washington, D.C. Pancakes, Bagels, Donuts: Natürlich habe ich nicht nur gegessen in Washington. Aber fast. Vier Monate habe ich in der amerikanischen Hauptstadt studiert. Es ist nicht schwer, sich dort wohlzufühlen. Eine kleine Retrospektive. Die...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/auslandssemester-washington/">240 Bagels in vier Monaten</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Rückblick auf ein Auslandssemester in Washington, D.C.</span></h2>
<p align="JUSTIFY"><strong>Pancakes, Bagels, Donuts: Natürlich habe ich nicht nur gegessen in Washington. Aber fast. Vier Monate habe ich in der amerikanischen Hauptstadt studiert. Es ist nicht schwer, sich dort wohlzufühlen. Eine kleine Retrospektive.</strong></p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_1010_mit-Wimpel.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1763" alt="IMG_1010_mit Wimpel" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_1010_mit-Wimpel.png" width="1024" height="743" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_1010_mit-Wimpel.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_1010_mit-Wimpel-400x290.png 400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Die Metro fährt ein. Trotz Jetlag habe ich mich an meinem ersten Tag in Washington vor die Tür gewagt. Ein Reiseführer lugt aus meiner Handtasche. Ich will los, will mich hineinstürzen in diese Stadt, die für die nächsten Monate mein Zuhause sein wird. An der American University studiere ich Journalismus, zwei Tage pro Woche verbringe ich mit einem Praktikum bei einer amerikanischen Tageszeitung. Hier werde ich lernen, arbeiten, leben. Und ich will sofort damit anfangen.</span></p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%">
<col width="80%">
     </colgroup>
<tr>
<td><img decoding="async" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Korrespondentenbrief.png" style="width:100%; heigth:auto" /></td>
<td>Sophias Eindrücke aus Washington sind der Auftakt zu unserer Reihe &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">Korrespondentenbericht</a>&#8220;. Presstige-Redakteure berichten darin von ihren Auslandssemestern.</td>
</tr>
</table>
</blockquote>
<p align="JUSTIFY">„Excuse me“, rufe ich deshalb, haste die U-Bahn-Rolltreppe hinunter, sehe, wie sich die Türen zu schließen beginnen. Das schaffe ich noch, denke ich. Mehr als 20 Jahre in Deutschland haben mir ein Grundvertrauen in die Lichtschranke verliehen. Washington gelingt es, dieses in Sekundenschnelle zu zerstören. Denn anders als erwartet, öffnen sich die Türen nicht, als mein Körper sich in den kleiner werdenden Spalt schiebt. Vielmehr spüre ich, wie sich ihre harten Kanten in meinen Arm bohren.</p>
<h5 style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Georgia, Palatino, 'Palatino Linotype', 'Book Antiqua', serif; font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Es bedarf der Zugkraft zweier Männer im Bahninneren, um mich zu befreien. „Thank you“, hauche ich. Die restlichen locals haben ihre Ausgaben der Washington Post gesenkt und schütteln missbilligend die Köpfe. Tourist, denken sie, und balancieren geschickt ihre Kaffeebecher zwischen den Knien, während mich der heftige Ruck der Anfahrt gegen die Rückseite der nächsten Sitzbank presst. Ich lasse mich in einen Sitz fallen und verdecke den Reiseführer mit meinen Händen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, merke ich, ist tatsächlich vieles möglich. Zwischen zwei blechernen Türen zermalmt zu werden zum Beispiel.</span></h5>
<h5 style="text-align: center;" align="JUSTIFY"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0948b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" alt="IMG_0948b" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0948b.jpg" width="600" height="800" /><br />
</a>Der Campus der American University</h5>
<p align="JUSTIFY">Als Halbamerikanerin habe ich das Glück, ansonsten keinen allzu großen Kulturschock zu erleben. Ich wundere mich nicht, wenn mir jemand auf dem Gang „Hi, how are you“ zuruft und weitergeht, ohne jemals abzuwarten, wie es mir eigentlich geht. Ich stehe nicht ratlos vor dem irrwitzig überdimensionalen Müsliregal und versuche, mich zwischen „Banana Nut Crunch“ und „Waffle Crisp“ zu entscheiden. Und anders als meine deutschen Kommilitonen, die so sehnsuchtsvoll vom heimischen Brot sprechen wie von einem komatösen Liebhaber, gehe ich lieber eine intime Beziehung zum Bagel mit Frischkäse ein, der nirgends so gut schmeckt wie in Amerika. Mein Resümee: Es ist möglich, jeden Tag etwa zwei Mahlzeiten mit dem runden Gebäck zu ersetzen, ohne Mangelerscheinungen zu erleiden.</p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Ähnlich kann ich mich auch für </span><em style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">chocolate glazed donuts</em><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> und die Pancakes des Diners „</span><a style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="http://www.opencitydc.com/">Open City</a><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">“ </span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">begeistern. Das uramerikanische Lokal finde ich nicht in meinem Reiseführer, sondern bei einem Spaziergang durch Adams Morgan, einem multikulturellen Stadtviertel in Washington.</span></p>
<h5 style="text-align: center;" align="JUSTIFY"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/DSC07197b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" alt="DSC07197b" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/DSC07197b.jpg" width="800" height="600" /></a>Der Reflecting Pool mit dem Washington Monument im Hintergrund</h5>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Das </span><em><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">air conditioning</span></em><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> hingegen macht auch mir zu schaffen. An der Uni erkennt man die </span><em><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">internationals</span></em><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> daran, dass sie auch im schwülen Augustwetter eine Jacke mit sich herumtragen. Es könnte ja sein, dass man ein Gebäude betreten muss. Dort bläst einem die Klimaanlage unweigerlich kalte Luft in den Nacken. Die Frage, mit wie vielen Decken man denn schläft (drei), wird zum beliebten Smalltalk-Thema.</span></p>
<p align="JUSTIFY">Natürlich bleibt es das nicht. Denn Washington ist ein bisschen wie ein Umsteigeflughafen: Weil hier niemand sehr lange bleibt, fühlen sich alle sehr schnell zu Hause. Das politische Zentrum Amerikas ist schnelllebig und für viele nur ein Zwischenstopp, ein Lebenslaufabschnittsgefährte. <em>Spiegel Online</em> <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/praktikanten-hauptstadt-washington-viel-schein-wenig-scheine-a-360815.html">bezeichnete es einmal als „Praktikanten-Hauptstadt“</a>. Andererseits ist es nicht schwer, sich hier heimisch zu fühlen. Die Professoren stellen sich mit Vornamen vor. Wegen meines Pressepasses darf ich im Kapitol ein- und ausgehen, wie es mir beliebt. Sogar dann, als der Kongress die Verwaltung zum Stillstand bringt, weil er sich nicht auf ein Haushaltsbudget einigen kann.</p>
<h5 style="text-align: center;" align="JUSTIFY"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0733b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1702" alt="IMG_0733b" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0733b.jpg" width="800" height="600" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0733b.jpg 800w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0733b-400x300.jpg 400w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><br />
</a>Das Kapitol</h5>
<p align="JUSTIFY">Während des sogenannten <em>government shutdown</em> umstellen weiße, metallene Barrikaden die berühmtesten Denkmäler der Stadt. Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, muss entweder zu Hause bleiben oder bekommt seine Arbeit nicht bezahlt. Der Zoo hat geschlossen. Die Nationalparks darf niemand betreten. Die meisten Museen haben zu. Für einen Zeitungsartikel laufe ich durch die Stadt und befrage Besucher, wie sie sich fühlen. Die meisten sind traurig. Sie zählen auf, worauf sie sich besonders gefreut hatten.</p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Ein Österreicher aber erzählt mir, dass er nicht überrascht ist: „America“, seufzt er resigniert. „It’s a funny country.“ Stimmt, denke ich. Doch wie einen verrückten Verwandten, an dem es zwar viel zu beanstanden gäbe, liebe ich es dennoch so, wie es ist.</span></p>
<p align="JUSTIFY">An meinem letzten Praktikumstag ist mein Nachhauseweg längst Routine. Ich laufe die Rolltreppe hinunter, warte am Bahnsteig. Statt der <em>Washington Pos</em>t trage ich eine Ausgabe der <a href="http://www.streetsense.org/what-we-do/">Street Sense </a>mit mir herum, eine Zeitung, die Obdachlose unterstützt und für die ich gerne Werbung mache. Statt eines Kaffeebechers halte ich einen glasierten Schoko-Donut in der Hand. Vielleicht mein letzter, denke ich wehmütig. Die Metro fährt ein.</p>
<h5 style="text-align: center;" align="JUSTIFY"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0262b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" alt="IMG_0262b" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/IMG_0262b.jpg" width="800" height="600" /></a>Gedenken an den Elften September</h5>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/auslandssemester-washington/">240 Bagels in vier Monaten</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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