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	<title>presstige #28 Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>presstige #28 Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Lotosfuß, Mokos, Giraffenfrau &#038; Co.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lisa-Marie Deissmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2015 06:23:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ganz schön verrückt: die skurrilsten Schönheitsideale In unserem ersten Artikel präsentierten wir euch die aktuellen Traumfrauen verschiedener Kontinente. Jetzt sehen wir uns nochmal etwas genauer in einzelnen Ländern und deren Schönheitstraditionen um. Dabei zeigt sich: auch ohne Schönheits-OP lässt sich die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ganz <em>schön </em>verrückt: die skurrilsten Schönheitsideale</h2>
<figure id="attachment_7506" aria-describedby="caption-attachment-7506" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-7506 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px.jpg" alt="schönheitsideale_580px" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7506" class="wp-caption-text">Text: Lisa-Marie Deißmann, Chantal Helwig – Illustration: Antonia Antonova</figcaption></figure>
<p><strong>In unserem <a href="http://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten Artikel</a> präsentierten wir euch die aktuellen Traumfrauen verschiedener Kontinente. Jetzt sehen wir uns nochmal etwas genauer in einzelnen Ländern und deren Schönheitstraditionen um. Dabei zeigt sich: auch ohne Schönheits-OP lässt sich die Anatomie des Körpers stark verändern&#8230;</strong></p>
<p>Jede Kultur und Region hat unterschiedliche Vorstellungen von Schönheit und Attraktivität. Mal sind es Gegensätze wie Tag und Nacht, mal sind die Unterschiede nur minimal. Das japanische Schönheitsideal der Heian-Zeit beispielsweise steht im klaren Gegensatz zu dem amerikanischen bzw. westlichen Streben nach einem strahlenden Lächeln: schwarze Zähne. Sie galten damals als erotisch und als Zeichen der Geschlechtsreife eines Mädchens, wohingegen weiße Zähne als aggressiv und unmenschlich angesehen waren.</p>
<p>Mindestens genauso skurril und dabei weniger schmerzfrei, sind die Lippenteller von Frauen der Volksstämme im Südwesten Äthiopiens. Jungen Mädchen wird dabei die Unterlippe aufgeschnitten und eine aus Ton gebrannte Scheibe eingesetzt. Nach und nach dehnt sich das Gewebe und wird schließlich durch immer größere Teller ersetzt, die letztendlich bis zu 15 Zentimeter Durchmesser erreichen können. Der eher unübliche Schmuck steht für hohes Ansehen. Wie so oft gilt auch hier: Je größer der Teller, desto größer die Anerkennung.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8261" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman.jpg" alt="giraffe_woman" width="531" height="478" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman.jpg 531w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman-400x360.jpg 400w" sizes="(max-width: 531px) 100vw, 531px" /></a></p>
<p>Nicht sehr viel ungewöhnlicher ist der Schmuck der Padaung, einem Bergvolk im Südosten Myanmars. Dort gelten lange Hälse als Schönheitsideal, weshalb die Frauen dort  auch „Giraffenfrauen“ genannt werden. Um ihren Hals tragen sie Messingspiralen, die sie in einem Alter von fünf Jahren anlegen und nach und nach durch längere Spiralen ersetzten, bis sie schließlich bis zu 40 Zentimeter lange Spiralen tragen, die bis zu zehn Kilogramm wiegen.</p>
<h3>Das schmerzhafte Streben nach Anerkennung</h3>
<p>Die zehn Zentimeter, die sich Chinesen <a href="http://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heutzutage</a> an Beinlänge dazu wünschen, erträumten sie sich bis vor nicht allzu langer Zeit an Fußlänge noch weg. Das war in China zumindest über viele Jahrhunderte hinweg so, denn damals war ein sogenannter „Lotosfuß“ mit einer Länge von wenigen Zentimetern der Inbegriff weiblicher Schönheit und garantierte hohes Ansehen sowie eine gute Heirat. Im Alter von drei bis fünf Jahren wurden den Mädchen dabei die vier kleineren Zehen gebrochen, unter die Fußsohle gebogen, bandagiert und täglich fester gezurrt. Bis zu 15 Jahre lang dauerte diese schmerzvolle Behandlung, die nicht selten dazu führte, dass die Zehen abstarben und die Frauen ihr Leben lang nicht normal gehen, geschweige denn lange Strecken auf sich nehmen konnten. Erst 1949 wurde dieser Brauch gesetzlich verboten.</p>
<p>Aber was ist denn eigentlich mit dem männlichen Geschlecht? Bis jetzt ging es bei Schönheitsidealen immer nur um die Frauen. Das ist anders in Neuseeland, denn hier pflegen auch die einheimischen Männer ein Schönheitsideal in Gestalt einer Gesichtstätowierung, eines sogenannten „Mokos“. Ein solches Tattoo erzählt die Geschichte des Mannes, der es trägt, und verkörpert seine kulturelle Identität als Maori. Auch wenn die Prozedur bis zu sechs Tage dauern kann und äußerst schmerzhaft ist, trägt jeder Maori dieses Schönheitssymbol mit großem Stolz.</p>
<p>Egal ob schön oder skurril &#8211; das Urteil liegt im Auge des Betrachters und wird durch seine Herkunft und seinen kulturellen Hintergrund beeinflusst. Und obwohl die Welt im Zuge der Vernetzung und Globalisierung vermeintlich dichter zusammenrückt, existiert kein einheitliches Schönheitsideal. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass alle genau das möchten, was sie nicht oder nur ansatzweise haben.</p>
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		<title>Alabaster-Haut, Mandelaugen, Apfel-Po &#038; Co.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chantal Helwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2015 06:23:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schönheitsideale der Welt Sie sieht aus, wie von der Sonne geküsst, ihr Körper ist straff und schlank, während ihre zarten Gesichtszüge von einer langen Mähne umspielt werden. Na, klingt ansprechend? Dann kommst du offensichtlich aus einem westlich geprägten Land....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil1/">Alabaster-Haut, Mandelaugen, Apfel-Po &#038; Co.</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Die Schönheitsideale der Welt</h2>
<figure id="attachment_8258" aria-describedby="caption-attachment-8258" style="width: 475px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-8258 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px.jpg" alt="Druck" width="475" height="222" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px.jpg 475w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px-400x187.jpg 400w" sizes="(max-width: 475px) 100vw, 475px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8258" class="wp-caption-text">Text: Lisa-Marie Deißmann, Chantal Helwig – Illustration: Antonia Antonova</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie sieht aus, wie von der Sonne geküsst, ihr Körper ist straff und schlank, während ihre zarten Gesichtszüge von einer langen Mähne umspielt werden. Na, klingt ansprechend? Dann kommst du offensichtlich aus einem westlich geprägten Land. Ganz klar: In Asien wäre unsere Sonnengöttin in Sachen Schönheit gnadenlos unten durch. Denn was hier attraktiv erscheint, gilt längst nicht für alle anderen Teile der Welt. Wir haben uns deshalb gefragt: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste in welchem Land? </strong></p>
<h3 style="text-align: justify;">Europäische Natürlichkeit</h3>
<p style="text-align: justify;">Schönheit ist relativ &#8211; das ist ja prinzipiell nichts Neues. Tom mag blond und Tim mag brünett. Ziemlich gegensätzlich oder? Die gute Nachricht: Die Haarfarbe ist in Deutschland relativ unbedeutend, was den Grad der Attraktivität angeht. Die schlechte Nachricht: Das macht uns nicht unbedingt frei von einem übergreifenden Schönheitsideal, egal wie individuell wir uns fühlen und wie sehr unsere ideellen Vorstellungen sich gegen diese Maßstäbe sträuben. Eine schöne Frau in Deutschland bzw. in westlichen Ländern ist meist schlank, sonnengebräunt und sieht irgendwie immer gesund und natürlich aus. Gesundes Aussehen ist das richtige Stichwort und erfährt gerade einen unglaublichen Hype in Europa wie in den USA.</p>
<p style="text-align: justify;">Schlank wirkt gesund und ansprechend, weil es impliziert, dass man regelmäßig Sport treibt und auf seine Ernährung achtet. Wer fragt sich bei diesem Schönheitsideal noch, warum sich Detoxkuren, Clean Eating, Low Carb und Fitnessstudios in einem unaufhörlichen Hype befinden?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8259" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika.jpg" alt="schönheitsideale_afrika" width="489" height="488" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika.jpg 489w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-150x150.jpg 150w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-400x400.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-32x32.jpg 32w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-64x64.jpg 64w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-96x96.jpg 96w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-128x128.jpg 128w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-80x80.jpg 80w" sizes="(max-width: 489px) 100vw, 489px" /></a></p>
<h3 style="text-align: justify;">Afrika &#8211; That Booty</h3>
<p style="text-align: justify;">Strampelt man sich auf dem Stepper nicht regelmäßig halb zu Tode, hält Kohlsuppe eher für eine Geschmacksverirrung als für die neueste Wunderdiät und trägt nun mal ein paar Kilo mehr mit sich herum, dann wäre man auf dem afrikanischen Kontinent ein richtiger Hingucker. Denn hier wird Übergewicht keinesfalls mit Faulheit oder Willensschwäche assoziiert, sondern mit Ansehen und Wohlstand. Ein paar Speckröllchen mehr sind ein Zeichen dafür , dass man sich ausreichend Nahrung leisten kann, an der in ärmeren Ländern des afrikanischen Kontinents leider großer Mangel herrscht. Das begehrteste Mittel zum Zweck ist eine Mischung aus Maisbrei und Kuhmilch, die für üppige Rundungen an den richtigen Stellen, insbesondere am Hintern, sorgen soll. Insgesamt  jedoch orientieren sich auch afrikanische Frauen immer mehr an westlichen Schönheitsidealen. Vor allem das Glätten ihrer meist krausgelockten Haare und das Verwenden von Cremes zur Hautaufhellung stehen bei ihnen ganz hoch im Kurs, denn tiefschwarze Haut gilt in vielen Regionen Afrikas als Zeichen eines niederen Standes.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Asiens Schneewittchen</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Orientierung an westlichen Schönheitsidealen ist besonders in Asien spürbar. Auch hier hat der Wunsch nach heller Haut einen großen Stellenwert und ähnlich wie in Afrika gilt helle Haut als Statussymbol. Warum eigentlich? Denn in Europa empfinden wir doch gerade eine gesunde Bräune als besonders anziehend, denn es zeigt: Ob exotische Reisen in 365-Tage-Sonne-Länder oder der tägliche Aufenthalt im Freibad &#8211; kein Problem. Verbringt man aber den Tag in Asien unter freiem Himmel, sieht der Alltag ganz anders aus: Man schuftet als Arbeiterin oder Bäuerin auf dem Feld. Klar, dass gebräunte Haut daher mit einem eher niedrigeren sozioökonomischen Status verbunden wird. Bis tief in die Stirn gezogene Hüte, Sonnenschirme, ellenbogenlange Handschuhe und sündhaft teure Aufhellungscremes &#8211; zur Verwirklichung des Schneewittchen-Traums werden in Asien deshalb keine Mühen und Kosten gescheut. Apropos Kosten. Wie in den USA sind auch in Asien Schönheitsoperationen an der Tagesordnung. Mit der größte Renner sind in Asien Augenlidkorrekturen, denn viele empfinden ihre Mandelaugen als Manko und wünschen sich nach westlichem Vorbild besonders große und runde Augen. Da ist es auch nichts Ungewöhnliches mehr, wenn eine Zwölfjährige zu ihrem Geburtstag eine Augenlidfalten-Operation geschenkt bekommt. Damit aber noch nicht genug, denn auch lange Beine gelten als Schönheitsideal. Dabei gehen manche Asiatinnen so weit, ihre Beine operativ zu verlängern, indem sie sich zuerst den Unterschenkel brechen lassen und diesen dann mit einem Metallgestell bis zu zehn Zentimeter strecken. Ob in Asien das Sprichwort „Wer schön sein will muss leiden” dabei nicht etwas zu ernst genommen wird?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8257" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa.jpg" alt="schönheitsideale_usa" width="475" height="476" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa.jpg 475w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-150x150.jpg 150w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-400x400.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-32x32.jpg 32w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-64x64.jpg 64w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-96x96.jpg 96w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-128x128.jpg 128w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-80x80.jpg 80w" sizes="(max-width: 475px) 100vw, 475px" /></a></p>
<h3 style="text-align: justify;">USA &#8211; Selbstoptimierung 2.0</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint es auch in Sachen Schönheit keine Grenzen zu geben. Das amerikanische Schönheitsideal ist zwar in den Grundzügen vergleichbar mit dem europäischer Länder mit der Besonderheit, dass sie überall noch einen drauf setzen. Wo genau? Zum Beispiel an den weiblichen Brüsten, die gerne Doppel D erreichen dürfen oder an den Zähnen, die gebleacht und poliert mit der neuen Oberweite um die Wette strahlen. Solche Eingriffe in das Werk von Mutter Natur kommen natürlich nicht von ungefähr: In den USA gelten vor allem große Brüste, ein braungebrannter Teint und ein möglichst jugendliches Erscheinungsbild als schön. Wer diesen Kriterien &#8211; oh Wunder &#8211; nicht entspricht, der hilft auch gerne mal etwas nach: Rund ein Drittel aller Schönheits-OPs weltweit werden in den Vereinigten Staaten durchgeführt.</p>
<p style="text-align: justify;">
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		<title>Sollen wir unsere Organe spenden?</title>
		<link>https://presstige.org/2015/08/sollen-wir-unsere-organe-spenden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Paul von Platen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2015 14:25:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[contra]]></category>
		<category><![CDATA[das schicksal ist ein mieser verräter]]></category>
		<category><![CDATA[hirntod]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Demnächst wird wohl fast jeder von uns wieder einen Organspendeausweis in seinem Briefkasten finden. Schließlich verschicken die deutschen Krankenkassen 70 Millionen davon. Doch dann bleibt die Frage &#8211; was kreuze ich an? Unsere Redakteure diskutieren dieses Thema in einem Pro...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Demnächst wird wohl fast jeder von uns wieder einen Organspendeausweis in seinem Briefkasten finden. Schließlich verschicken die deutschen Krankenkassen 70 Millionen davon. Doch dann bleibt die Frage &#8211; was kreuze ich an? Unsere Redakteure diskutieren dieses Thema in einem Pro und Contra.</strong></p>
<figure id="attachment_8025" aria-describedby="caption-attachment-8025" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8025 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg" alt="Text: Linda Gering - Illustration: Paul von Platen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8025" class="wp-caption-text">Text: Linda Gering &amp; Michael Müller &#8211; Illustration: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ja, findet Linda Gering</strong></p>
<p>Wir alle sind heute bestens über Fälle von Organhandel informiert. Kein Wunder, dass angesichts dessen die Zahl der Organspender in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. Im Jahr 2010 lag der Bundesdurchschnitt noch bei 15,9 Spendern pro 1 Million Einwohner, 2013 waren es nur noch 10,9. Laut der Warteliste von Eurotransplant warteten im Jahr 2013 mehr als 11. 200 Menschen in Deutschland auf eine Organtransplantation. Ich finde, man sollte dem Abwärtstrend entgegensteuern und die Zahl der Wartenden verringern!</p>
<p>Der große Erfolg des letztjährigen Kinohits „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ zeigt das Interesse der Bevölkerung an Menschen, die ein schweres Schicksal zu tragen haben. Ein Film über zwei Jugendliche mit Krebs schreit ja geradezu nach Aufmerksamkeit. Beim tragischen (und irgendwie vorhersehbaren) Ende des Films haben tausende Menschen eine ganze Packung Taschentücher verschnäutzt und sich sicher gefragt: „Warum ist mein Schicksal KEIN mieser Verräter?“ Niemand will nur tatenlos zusehen müssen, noch nicht einmal im Kino.</p>
<p>Vielleicht kennt auch manch einer selbst das Kopfkino und den Augenblick, in dem man sich denkt: „Warum habe ich nur so ein glückliches, gesundes Leben?“ Von einer Sekunde auf die andere könnte alles vorbei sein. Ein Wimpernschlag und nichts ist wie zuvor. Niemand außer denen, die mich kannten wird dann wissen, dass ich ein glücklicher Mensch war und mich gerne beim Schicksal bedankt hätte.</p>
<p>Das könnte ich doch gut durch die Spende meiner Organe zeigen und so einem anderen Menschen ein problemloseres und angenehmeres Leben ermöglichen, vielleicht sogar ein Leben retten.</p>
<p>Sicher, Schicksal ist Schicksal, werden einige Zyniker denken. Die einen trifft es hart, die anderen weniger. Aber kann ich mit gutem Gewissen meine Organe verschwenden, indem ich sie behalten will, wenn ich sie gar nicht mehr benötige? Zugespitzt grenzt das an passive Sterbehilfe. Die einfache Möglichkeit, die eigenen Organe nach dem Tod jemand anderem zur Verfügung zu stellensollte sich niemand entgehen lassen! Wenn es das Schicksal gut mit mir meint, wird von meinem Organspendeausweis nie Gebrauch gemacht. Falls nicht, kann ich durch meinen Ausweis vielleicht einer Geschichte wie der der beiden unglücklichen Jugendlichen im Kinofilm ein gutes Ende verpassen &#8211; und auch einen anderen Titel.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nein, findet Michael Müller</strong></p>
<p>Eine Organspende kann ein Leben retten. Dazu müssen wir nichts weiter tun, als ein kleines Kärtchen mit uns herumzutragen. Von der eigentlichen Spende bekommen wir nichts mehr mit und gebrauchen könnten wir die Organe dann ja sowieso nicht mehr. Kann man da überhaupt dagegen sein? Ja, das geht – und zwar ganz ohne skandalträchtige Fälle von Organhandel zu bemühen.</p>
<p>Ungeachtet trendiger Werbekampagnen geht es beim Thema Organspende letztlich um den eigenen Tod. Voraussetzung für Organentnahme ist der Hirntod des Spenders. Selbst wenn wir aus diesem Zustand erwiesenermaßen nicht mehr aufwachen, sind wir noch nicht tot im landläufigen Sinne. Nur deshalb sind wir ja als Spender geeignet. Der Herztod tritt erst mit der Entnahme ein. Wer darüber nachdenkt, Organspender zu werden, stellt sich damit eine der ganz großen Fragen: Wann endet ein menschliches Leben? Aus philosophischen oder religiösen Gründen lässt sich durchaus argumentieren, dass der Hirntod dazu noch nicht ausreicht. Aus dieser Sicht ist ein Organspendeausweis die Einwilligung, sich unter bestimmten Umständen töten zu lassen. Eine so persönliche Entscheidung ist absolut ergebnisoffen. Mit einem Arzt, der sich fragt, ob er gerade entgegen seinem Eid ein Leben beendet hat, möchte man im Übrigen wohl auch nicht tauschen. Ebenso werden die Angehörigen des Spenders in der Organspendedebatte oft vergessen. Mit dem Verlust eines nahen Menschen setzt ein schmerzhafter Trauerprozess ein. Die Logik der Organspende kann dabei unerträglich pragmatisch wirken. Damit kann die Rücksicht auf Angehörige also ein guter Grund sein, sich dagegen zu entscheiden.</p>
<p>Vor allen Dingen betrifft die Frage nach der Organspende die ganz persönliche Freiheit. Egal, wie ich mich entscheide, ich nehme damit das Recht in Anspruch, bis zur letzten Minute über meinen Körper zu entscheiden. Das darf mir auch nicht mit der moralischen Keule genommen werden. So richtig es ist, dass eine Organspende Leben retten kann, so kurzsichtig ist es, jeden als rücksichtslosen Egoisten zu verteufeln, der sich dagegen entscheidet.</p>
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		<title>Die Welt teilt sich in blau und rosa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Kiefer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2015 15:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[biologisches geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[frau]]></category>
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		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kampf der Geschlechter einmal anders Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung  in männlich und  weiblich:  Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kampf der Geschlechter einmal anders</p>
<figure id="attachment_7546" aria-describedby="caption-attachment-7546" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7546" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg" alt="Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf – Illustration: Julia Muhm" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7546" class="wp-caption-text">Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf – Illustration: Julia Muhm</figcaption></figure>
<p><strong>Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung  in männlich und  weiblich:  Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit Grillaroma) und Frauen (mit wenig Fett) verkauft werden. Doch ist diese Ordnung am Ende weniger natürlich als menschengemacht?</strong></p>
<hr />
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7548 alignright" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg" alt="blau_rosa_junge" width="125" height="618" /></a><br />
Klingt  doch  logisch:  Männer  sind vom Mars und haben ein X- und ein Y-Chromosom, Frauen von der Venus und zwei X-Chromosomen. Es scheint auch selbstverständlich zu sein, dass die Babys mit den doppelten X-Chromosomen später einmal Röcke und Make-up tragen, niemals allein eine öffentliche Toilette besuchen, bei  Titanic  weinen und sowieso immer übertreiben, während ihre männlichen Mitmenschen sich wenig aus Mode machen, lieber Actionthriller sehen und ihre Gefühle nie öffentlich zeigen.</p>
<p>Jeder von uns hat eine bestimmte Vorstellung davon, was typisch weiblich oder typisch männlich ist. Eine Vorstellung, die weit über unsere körperlichen  Merkmale hinausgeht. Im englischen Sprachraum gibt es daher auch für das Geschlecht zwei Begriffe: „sex“ für das biologische, „gender“ für das soziale. Letzteres bezieht sich auf all die Verhaltensweisen, die wir im Alltag für „natürlich“ halten, die aber tatsächlich nur erlernt sind. Warum einige Menschen nicht gut einparken und andere nicht gut zuhören können, dafür gibt es vielfältige Gründe. Genetisch bedingt und damit „natürlich“ ist keiner davon. Auch Kleinkinder haben keine erbliche Vorliebe für die ein oder andere Farbe. Der Junge, der mit rosa Spielsachen nichts zu tun haben möchte, ist nicht etwa mit dem genetischen Material auf die Welt gekommen, das eine Abneigung gegenüber Rosatönen rechtfertigt. Kaum zu glauben: Vor rund hundert Jahren waren die Jungs pretty in pink und die Mädchen trugen blau.</p>
<p><strong>Unsere Videoplaylist für euch exklusiv online zum Heft: Präsentationen, Clips, Werbespots und Kommentare zum Thema, die auf jeden Fall interessant und oft zudem sehr komisch sind. Viel Spaß beim Kucken! </strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=PL1BG4_e0t5woc_H_I4KXgbaUmtQ6CXZoI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Werbung – für Sie und Ihn</strong></p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7547 alignleft" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg" alt="blau_rosa_mädchen" width="138" height="476" /></a>Erlernte Verhaltensweisen sind erst einmal nicht schlimm. Problematisch wird es, wenn uns gesellschaftliche Vorstellungen in etwas hineinpressen, das wir nicht sind. Weibliche Schülerinnen trauen sich beispielsweise in den Naturwissenschaften bei gleichen Noten weniger zu – das zeigt sich später ebenso in der Berufswahl. Ihre männlichen Mitschüler dürfen dafür keine Tränen zeigen, sonst sinkt der soziale Status ins Bodenlose.<br />
Erlernt werden diese Vorstellungen, wie das eine oder das andere Geschlecht sich  zu  verhalten  hat, schon in der Kindheit. Wir dürfen es beim Spielen einüben: Actionhelden für Jungs und Puppen für Mädchen. Wie man richtig damit spielt, zeigt die Werbung. Und auch für die Erwachsenen bietet Werbung zahlreiche Erwartungen an ihr Verhalten. Die heutige Frau macht inzwischen Karriere, während sie sich Vollzeit um die Kinder und ihren Körper kümmert. Der Mann verdient mehr Geld, trinkt Bier, guckt Fußball, baut Häuser und pflegt sich sogar ab und an. Wenn beide dann gemeinsam auf dem Sofa lümmeln, hat jetzt auch jeder seinen eigenen Snack, Chips gibt es ja jetzt auch verpackt in schickem Rosa.</p>
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		<title>Faszination Hautstich &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</title>
		<link>https://presstige.org/2015/07/taetowierung-globales-phaenomen-teil2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Krauss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2015 15:44:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[hautstich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 2: Von Protest, Stilfragen und Jugendsünden Nachdem wir uns bereits mit den dunkleren Kapiteln in der Geschichte der Tätowierung auseinandergesetzt haben, geht es im zweiten Teil unseres Überblicks um die Freiheit. Hier erfahrt ihr, wie sich der Hautstich von...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Teil 2: Von Protest, Stilfragen und Jugendsünden</h2>
<div id="pageContainer1" class="page" data-loaded="true">
<div class="textLayer" style="text-align: justify;">
<figure id="attachment_7936" aria-describedby="caption-attachment-7936" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-7936" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw-1024x649.jpg" alt="Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck" width="600" height="380" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw-400x254.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7936" class="wp-caption-text">Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><strong>Nachdem wir uns bereits mit den <a title="Faszination Hautsicht – Die Tätowierung als globales Phänomen" href="http://presstige.org/2015/07/taetowierung-als-globales-phaenomen-teil1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dunkleren Kapiteln in der Geschichte</a> der Tätowierung auseinandergesetzt haben, geht es im zweiten Teil unseres Überblicks um die Freiheit. Hier erfahrt ihr, wie sich der Hautstich von der Protestkultur zu dem vielfältigen </strong><strong>Massenphänomen aufgeschwungen hat, das wir aus unserem Alltag kennen.</strong></p>
<div data-canvas-width="124.89859361435295">
<hr />
</div>
<div data-canvas-width="97.92478657171768"></div>
<div data-canvas-width="179.71854790298826">Die 1960er Jahre schlugen nach dem dritten Reich ein wie eine Bombe! Ausgehend von den USA kam eine Jugendprotestbewegung auf, die neben LSD, sphärischer Musik und Woodstock auch das Tattoo wieder in Mode brachte. So entstand bei Hippies und Punks gleichermaßen eine Protestkultur, die von einer bewussten und kritischen Haltung gegen die „spießige“ bürgerliche Welt der Eltern und Großeltern geprägt war. Die Tätowierung wurde so zum Massenphänomen und zum Ausdruck eines Verbundenheitsgefühls.</div>
<div data-canvas-width="97.45066475908237">Die radikalen Punks im Großbritannien der 70er Jahre machten den Hautstich zum Teil ihrer Rebellion. Mit szenetypischen Motiven zeigten sie Flagge gegen die schlechte wirtschaftliche und politische Lage des Landes: grinsende Totenschädel mit gekreuzten Knochen, Ratten, Spinnen und Spinnennetzte, Pin-Ups mit Irokesen-Frisur oder Namen und Logos von bekannten Bands dienten als konstante Ausdrucksform des nicht gesellschaftsfähigen Individuums. Dieses schlechte Image von Rauheit und Verwegenheit wurde später maßgeblich durch den Ruf von Rockern und Bikern verbreitet, als sich in den späten Siebzigern Hardrock- und Heavy-Metal-Strömungen der Tätowierkunst anschlossen. Andererseits wurde der Hautstich über die ausgestrahlten Musikvideos auch endgültig in der westlichen Welt gesellschaftsfähig gemacht.</div>
<h3 data-canvas-width="97.45066475908237"></h3>
<h3 data-canvas-width="97.45066475908237">Die Stichart verändert sich</h3>
</div>
<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="544.3053314436002">Die ersten Hautstiche der Steinzeit waren eher ungewollt. Um die Blutgerinnung zu beschleunigen oder durch die Reizung der Haut für mehr Narbengewebe zu sorgen, wurde Pflanzensaft in eine Wunde gerieben. Das konnte eine Verfärbung der Narbe nach sich ziehen, was schlussendlich doch gewollt genutzt wurde. So entstanden als erste Tätowierungen Linien und später durch die individuelle Abschottung der Kulturen verschiedene Tätowiertechniken und Motive.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="229.84875576691772">Zum großen Wandel und endgültigen Triumphzug der Tätowierungstechnik kam es erst 1891. Samuel O ́Reilley wandelte den von Thomas Edison erfundenen Elektrostift (ebenso Erfinder der Glühbirne und des Grammophons) in eine elektronische Tätowiermaschiene um. Der größte Vorteil gegenüber den alten Stichtechniken war, dass man nun viel schneller, hygienischer und vor allem präziser tätowieren konnte. Heute gibt es für Tattoomotive eine Vielfalt verschiedener. Unter „Old Port/School“ fallen zum Beispiel Seemotive mit eigenständiger Bedeutung.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632">So steht die Schildkröte als Symbol für die Überquerung des Äquators. Der „Neue Tribalismus“ steht für kraftvolle schwarze Linien und nicht-figurative Designs, unter anderem basierend auf der visuellen Sprache der Polynesiern. Der illustrative Stil des Westens ist dagegen auf technische und stilistische Perfektion ausgerichtet. Zudem gibt es die Stilart „New School“ der etliche Unterstile unterfallen, wie Lettering, Grafitti, Celtic, Kanji/Oriental, Fantasy/Feen und Engel, Biomechanik, Cartoons &amp; Pinups, Porträts und Religion/Mythologie.</div>
<h3 style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632"></h3>
<h3 style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632">Der Hautstich wird zum Massenphänomen</h3>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="184.91820648882359">Heutzutage ist das Tragen eines Tattoos Mainstream geworden. Viele lassen sich aus einem persönlichen Gefallen am Motiv tätowieren, ohne seine ursprüngliche Bedeutung genau zu kennen. So kann es die Identität des Trägers unterstreichen, kann aber genauso ohne tiefere Bedeutung bleiben und lediglich für das ästhetische Empfinden des Trägers stehen. Es ist chic, Tattoos zu tragen, die in den vergangenen Jahren zur Modeerscheinung, fast schon zum Must-have geworden sind. Das solche Schönheit vergänglich ist, zeigen sogenannte „Tattoo-Jugendsünden“.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="79.006753626">Vielen älteren Trägern werden Steißbeintattoos, oder der einst stolze Adler, der zu einem hässlichen faltigen Vogel geschrumpft ist, unangenehm peinlich. Folglich verwundert die hohe Nachfrage nach Tattoo-Weglaserungen oder Cover-Ups kaum. Deshalb sollte sich jeder „Glatte“ vor dem ersten Nadelstich seines Wunschmotives sicher sein und es besser mehrfach hinterfragen. Reichen vielleicht schon Trikot und Fanschal oder geht die Liebe zum FCA wirklich unter die Haut? Zuletzt sollte aber jeder nach seinem eigenen Schönheitsempfinden urteilen, denn seien wir einmal ehrlich: Manche Tattoos sind große Meisterwerke, formvollendet und wirklich schön anzuschauen! Kompliment also an die Träger und vor allem an die Künstler, die dahinter stehen!</div>
</div>
</div>
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		<title>Faszination Hautsicht &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Krauss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2015 14:29:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[hautstich]]></category>
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		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
		<category><![CDATA[stil]]></category>
		<category><![CDATA[tattoo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 1: Von Ausgrenzung, Zusammenhalt und Südseeträumen Die Tätowierung hat einen langen Weg hinter sich. Nicht nur in der Tattooszene war es ein gutes Stück von „Old Port“ bis zur „New School“, sondern vor allem auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Teil 1: Von Ausgrenzung, Zusammenhalt und Südseeträumen</h2>
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<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<figure id="attachment_7937" aria-describedby="caption-attachment-7937" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-7937" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM-1024x613.jpg" alt="Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck" width="600" height="359" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM-400x239.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7937" class="wp-caption-text">Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
</div>
<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<p><strong>Die Tätowierung hat einen langen Weg hinter sich. Nicht nur in der Tattooszene war es ein gutes Stück von „Old Port“ bis zur „New School“, sondern vor allem auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz. Unsere Redakteure haben hierzu einen kleinen Überblick zusammengestellt.</strong></p>
<hr />
<p>Die Geschichte des Tattoos reicht bis in die Steinzeit. Egal ob Ästhetik, Identität, Identifikation, religiöse Verbundenheit, Mode oder eine politische Gesinnung – seit jeher lassen sich Menschen tätowieren. Die 59 genauestens platzierten Kreuz- und Linientätowierungen in der Haut der ca. 5300 Jahre alten Gletschermumie Ötzi hatten vermutlich medizinische Gründe. Der Hautstich wurde jedoch genauso zur Grenzziehung zwischen sozialen Schichten oder Glaubensvorstellungen eingesetzt, wie die schmerzhafte psychosoziale Brandmarkung Krimineller oder unerwünschter Personen zeigt.</p>
<h3 data-canvas-width="407.21626567877644">Das Tattoo als Brandmarkung</h3>
<div data-canvas-width="181.6173846780001">Die Römer und Griechen zeichneten um 100 v. Chr. gezielt Soldaten, Sklaven, Kriminelle und die in ihren Augen ketzerischen Christen. Ihre Tätowierung brandmarkte sie als böse, ungerecht, minderwertig und ungläubig. Unter den frühen Christen wandelten sich die gewaltsam aufgedrückten „Out-Group-Stigmata“ so allerdings schnell zu gruppenstärkenden und sogar freiwillig erworbenen „In-Group-Erkennungszeichen“. Bereits hier zeigt sich der ambivalente Charakter der Tätowierung, den sie bis heute nicht verloren hat. Einerseits diffarmierende Brandmarkung, andererseits positives Gruppenzeichen.</div>
<div data-canvas-width="235.9973394957177">Besonders grausam wurden Menschen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern des dritten Reichs gebrandmarkt. Die Zahl auf dem linken Unterarm sollte nicht auf der Haut halt machen, sondern bis ins Hirn wirken. Vom Körper in die Seele sollte sie das Individuum zu einer Nummer unter vielen reduzieren. Von einem Menschen zum Nichts. Auf andere Weise wirken diese Zahlen bis in die Gegenwart fort. Viele junge Erwachsene veranlasst das Gedenken an den Holocaust dazu, sich diese KZ-Matrikelnummer ihrer Vorfahren ebenfalls tätowieren zu lassen. So zeigen sie, dass die geliebten Großeltern weit mehr als eine Nummer waren. Damit wird eine Brandmarkung zum Versuch, das Vergangene aufzuarbeiten und die Geschichte des jüdischen Volkes und der eigenen Familie weiterzutragen.</div>
<h3 data-canvas-width="235.9973394957177"></h3>
<h3 data-canvas-width="235.9973394957177">Tätowierungen als Importschlager aus der Südsee<strong><br />
</strong></h3>
</div>
</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="422.31456999712935">Im 18. Jahrhundert wandelte sich das Tattoo zum Symbol für den Traum vom Leben auf einer Südseeinsel. Matrosen brachten wilde Abenteuergeschichten und den Begriff tattow von ihren Reisen mit nach Europa. Dieser ist eine Abwandlung des polynesischen tatau, einer Kulturtechnik, bei der die Tahitianer ihre Tätowierung erhalten. Auf diesem Wege wurde die „bodymodification“ in Europa weitläufig wiederbelebt. In der Folge entwickelte sie ihre eigene Dynamik in der Körperkunst und löste geradezu eine Tätowierungswut aus.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="422.31456999712935"></div>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td style="text-align: justify;"><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erscheint exklusiv als Onlinebeitrag zur Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/07/taetowierung-globales-phaenomen-teil1/">Faszination Hautsicht &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Wo gibt es am meisten Geld?</title>
		<link>https://presstige.org/2015/07/wo-gibt-es-am-meisten-geld/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marina Schröppel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2015 12:06:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[beruf]]></category>
		<category><![CDATA[feiertage]]></category>
		<category><![CDATA[fotostrecke]]></category>
		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
		<category><![CDATA[rente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Freizeit, Geld und gutes Bier – Augen auf bei der Jobsuche! Wir zeigen euch in einer spritzigen Fotostrecke, wo es sich am besten leben und vor allem arbeiten lässt. Text &#38; Fotos: Marina Schröppel [See image gallery at presstige.org] &#160;...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/07/wo-gibt-es-am-meisten-geld/">Wo gibt es am meisten Geld?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="null">Freizeit, Geld und gutes Bier – Augen auf bei der Jobsuche! Wir zeigen euch in einer spritzigen Fotostrecke, wo es sich am besten leben und vor allem arbeiten lässt.</span></strong></p>
<p>Text &amp; Fotos: Marina Schröppel</p>
<p> [<a href="https://presstige.org/2015/07/wo-gibt-es-am-meisten-geld/">See image gallery at presstige.org</a>] </p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erscheint exklusiv als Onlinebeitrag zur Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
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		<title>„Unser Körper weiß viel mehr als wir“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2015 17:17:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[ideal]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
		<category><![CDATA[schönheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit der Fotokünstlerin Kathrin Höhne Die gebürtige Augsburgerin Kathrin Höhne arbeitet deutschlandweit und international unter anderem als Schauspielerin, Filmemacherin und Fotokünstlerin. In ihrem aktuellen Fotoprojekt SINNESWELTEN widmet sie sich ganz dem menschlichen Körper. Einen Teil der Serie stellt sie momentan in den Räumen der...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Interview mit der Fotokünstlerin Kathrin Höhne</h2>
<figure id="attachment_7535" aria-describedby="caption-attachment-7535" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Höhne_1200px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7535" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Höhne_1200px.jpg" alt="Text: Michael Müller – Foto &amp; Layout: Paul von Platen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Höhne_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Höhne_1200px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Höhne_1200px-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7535" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller – Foto &amp; Layout: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die gebürtige Augsburgerin Kathrin Höhne arbeitet deutschlandweit und international unter anderem als </strong><strong>Schauspielerin, Filmemacherin und Fotokünstlerin. In ihrem aktuellen Fotoprojekt SINNESWELTEN widmet sie sich ganz dem menschlichen Körper. Einen Teil der Serie stellt sie momentan in den Räumen der Firma City Optik in Augsburg aus. Wir sprachen mit ihr über das Projekt, die Bedeutung unserer Körper und die Wirkung eines Ausstellungsraums.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Presstige: Kathrin, deine aktuelle Ausstellung rückt den menschlichen Körper in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Welche Rolle spielt der Körper im Leben eines Menschen?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify;">Kathrin Höhne: Eine sehr große. Er hält seinen Träger nicht einfach nur am Leben, sondern ist ein Ausdrucksmittel. Am Körper eines Menschen und daran, wie er sich bewegt, kann ich vieles ablesen. Ich sehe zum Beispiel an seinem Gang, wie es ihm gerade geht, aber auch aus welcher Zeit oder Kultur er kommt. Die Frage, wie sich ein bestimmter Mensch bewegt, fand ich deshalb immer spannend, wenn ich mich als Schauspielerin auf eine Rolle vorbereitet habe. Aber ich kann einem Körper nicht nur die Tagesstimmung ansehen. Eine bestimmte Kultur oder Lebensart prägt den Körper genauso wie die Seele. Er zeigt mir, welches Leben sein Träger geführt hat. Weil der Körper so viel über einen Menschen aussagt, ist er auch ein Tor zu seiner Seele.</p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>In der Regel nennt man die Augen eines Menschen das Tor zu seiner Seele. Dennoch sehen wir auf keinem deiner Bilder das Gesicht des Models.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify;">Das war eine ganz bewusste Entscheidung, um den Fokus auf etwas anderes zu lenken. Die Augen eines Menschen zeigen ganz direkt seine Emotionen. Mir ging es aber um viel längerfristige Prägungen, die sich in seinem Körper abzeichnen. Städter sehen zum Beispiel grundsätzlich anders aus als Landbewohner, weil beide in ihrem Leben mit ganz unterschiedlichen Sachen konfrontiert werden. Außerdem kann es mich leicht von einem Körper ablenken, wenn mir die Augen seines Trägers zeigen, wie er sich in einer bestimmten Körperhaltung fühlt. Ich beziehe diese Gefühle in die Betrachtung des Körpers ein und sehe ihn dann schnell in erlernten Wertesystemen. Wir Erwachsenen haben irgendwann gelernt, wie wir einen nackten Körper anzusehen haben. Mir geht es aber um einen ganz frischen, unvoreingenommenen Blick auf den Körper. Ich will zeigen, dass eine menschliche Hüfte ganz ohne Hintergedanken eine tolle Form hat, genauso wie wir sie vielleicht an einer Lampe finden können.</p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Schönheitsideale erheben ebenfalls den Anspruch, Werte für die Beziehung zu unserem Körper aufzustellen. Wie beurteilst du sie vor diesem Hintergrund?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify;">Schönheit ist keine Frage der Kleidergröße. Wir geißeln uns mit Diäten, um Konfektionsgröße Zero zu erreichen, doch das ist viel zu oberflächlich. Schönheit entsteht in der Verbindung von Form, Ausstrahlung und Sinnlichkeit. Mit Sinnlichkeit meine ich nicht Erotik, sondern das Bewusstsein, sich im eigenen Körper zu spüren. Es geht um eine Balance von Körper und Seele, die wir in den Industriestaaten mit unserem hohen Anspruch an Perfektion teilweise verloren haben. Wenn Körper und Seele im Einklang sind, entsteht eine große Kraft und Energie, die ich in meinen Bildern zeigen wollte. Als Ästhetin denke ich aber nicht, dass wir einfach nur in den Tag leben sollten. Körper und Seele in Einklang zu bringen, ist auch ein Ideal, das Arbeit erfordert. Es kann erreicht werden und ist lebbar, ohne dass wir uns dafür geißeln müssen. Klar können wir uns ein Glas Rotwein oder einen Schweinsbraten gönnen. Das gehört dazu, aber eben nicht immer. Wer sich ständig inflationär alles gibt, wird es schnell nicht mehr genießen können. Unser Körper weiß da viel mehr als wir. Wenn wir auf ihn hören, sagt er uns, was uns gut tut. Ich glaube, so könnten wir viele Krankheiten vermeiden, einfach weil wir nicht mehr diesen Raubbau an uns betreiben würden.</p>
<figure id="attachment_7615" aria-describedby="caption-attachment-7615" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/KH_Sinneswelten_800px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7615 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/KH_Sinneswelten_800px.jpg" alt="KH_Sinneswelten_800px" width="800" height="1147" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/KH_Sinneswelten_800px.jpg 800w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/KH_Sinneswelten_800px-279x400.jpg 279w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/KH_Sinneswelten_800px-714x1024.jpg 714w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7615" class="wp-caption-text">Foto: Kathrin Höhne</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Viele deiner Bilder zeigen den Körper in direktem Kontakt mit der Natur.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify;">Unser Körper ist ein Teil der Natur, auch wenn wir das in unserer hoch zivilisierten Gesellschaft oft nicht wahrhaben wollen. Diese Verbindung zur Natur kann ich auch sehen, wenn ich mir zum Beispiel einen Baum neben einem Körper anschaue. Da gibt es Parallelen. Ich sehe den Körper dann wie eine Art Architektur. Ich wollte den Körper deshalb dort zeigen, wo er herkommt. Ganz ohne die Ansprüche an Design und Hochkultur, mit denen wir ihn im 21. Jahrhundert sehen. Deshalb habe ich viel mit archaischen oder für den nackten Körper ungewöhnlichen Materialien wie Laub, Erde oder Schnee gearbeitet. Wenn wir die Natur und unseren Körper genau kontrollieren wollen, können wir nur verlieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Welcher Gedanke steckt dahinter, deine Bilder in Augsburg in den Räumen eines Optikers auszustellen?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify;">Der Ausstellungsraum hat großen Einfluss auf die Wirkung von Kunst. Natürlich möchte ich meine Bilder in Galerien zeigen, damit sie sich Kunstinteressierte anschauen können. Die Ausstellung in Alltagsräumen bietet aber weitere Möglichkeiten. Wer zum Optiker geht, braucht eine neue Brille. Wenn er dort plötzlich mit meiner Kunst konfrontiert wird, entsteht eine ganz unerwartete Kommunikation mit Menschen, die sich nie in eine Ausstellung verirren würden. Diese Interaktion von Ausstellungsraum und Werk kann man auch ganz bewusst nutzen. Die Vorstellung, Kunst schon mit Blick auf einen bestimmten Raum zu gestalten, fasziniert mich sehr, aber hier steht meine Reise auch noch ganz am Anfang.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kontakt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kathrin Höhne<br />
www.kathrinhoehne.com<br />
Facebook: Kathrin Hoehne • Photographer</p>
<p style="text-align: justify;">SINNESWELTEN<br />
noch bis zum 30. Juli zu sehen bei<br />
City Optik Augsburg<br />
Maximilianstraße 35<br />
86150 Augsburg</p>
</blockquote>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
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		<title>Woran merkst du, dass du langsam alt wirst?</title>
		<link>https://presstige.org/2015/07/redaktionsumfrage-alter/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joscha Steybe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2015 17:08:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[alter]]></category>
		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
		<category><![CDATA[redaktionsumfrage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftlich betrachtet erreicht der menschliche Körper seine größte Leistungsfähigkeit ungefähr mit 20 –&#160;danach geht es bergab: Wir fangen an zu schrumpfen, unsere Augen werden schlechter, die Haut faltiger, die Organe&#160;schwächer. Auch, wenn sich unsere Redaktion größtenteils noch fit und vital...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7495" aria-describedby="caption-attachment-7495" style="width: 2000px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Taschenuhr2_2000px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7495 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Taschenuhr2_2000px.jpg" alt="Taschenuhr2_2000px" width="2000" height="931" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Taschenuhr2_2000px.jpg 2000w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Taschenuhr2_2000px-400x186.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Taschenuhr2_2000px-1024x477.jpg 1024w" sizes="(max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7495" class="wp-caption-text">Foto &amp; Layout: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p><strong>Wissenschaftlich betrachtet erreicht der menschliche Körper seine größte Leistungsfähigkeit ungefähr mit 20 –&nbsp;danach geht es bergab: Wir fangen an zu schrumpfen, unsere Augen werden schlechter, die Haut faltiger, die Organe&nbsp;schwächer. Auch, wenn sich unsere Redaktion größtenteils noch fit und vital fühlt, gehören wir doch nicht mehr zu&nbsp;den ganz jungen Hüpfern. Wie sich das anfühlt, zeigen wir euch hier.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Gut, körperliche Gebrechen sind es noch nicht, die mich plagen. Auch die grauen Haare&nbsp;halten sich zurück – zum Glück, mit gerade einmal Anfang 20. Vielmehr sind es viele&nbsp;Gedanken, die einem so im Kopf umhergehen und zeigen, dass es zahlenmäßig bergauf&nbsp;geht. Tiefgründige Diskussionen mit Gläsern voller tiefrotem Wein, das kannte ich&nbsp;früher nicht! Da gab es vor allem ein großes Ziel: Endlich Schule fertig, frei sein! (<em>Joscha Steybe</em>)</p>
<p style="text-align: justify;">Ich fühle mich alt, wenn ich morgens nach einer langen Nachtschicht für eine Hausarbeit, Lernen für&nbsp;eine Klausur oder einer Partynacht vor dem Spiegel stehe und feststelle, dass ich müder als zur Teenagerzeit&nbsp;aussehe und bin. Wie von einem fremden Planeten komme ich mir vor, wenn ich mich mit&nbsp;jüngeren Generationen in der Verwandschaft und Bekanntschaft unterhalte und diese beispielsweise&nbsp;Begriffe wie „Die Gummibärenbande“, „Räuber und Gendarm“ und „Center Shock“ nicht kennen. (<em>Julia Krauss</em>)</p>
<p style="text-align: justify;">So richtig alt fühle ich mich, wenn wirklich alte Leute anfangen mich zu siezen, anstatt mich&nbsp;wie früher immer blöd von der Seite anzuquatschen. Ganz alt fühl ich mich auch, wenn ich anstatt&nbsp;um vier Uhr morgens heimzukommen, schon um sechs Uhr morgens aufstehe und es dabei&nbsp;auch noch kaum geschafft habe vor- oder nachzuglühen. Ach ja, genauso furchtbar ist es,&nbsp;wenn die „Disney-Stars“ im TV oder Kino mittlerweile in echt jünger sind als ich selbst. (<em>Florian Giancaterino</em>)</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
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<col width="70%"> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt=""></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/07/redaktionsumfrage-alter/">Woran merkst du, dass du langsam alt wirst?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Brothers in Körpergeisteswelten</title>
		<link>https://presstige.org/2015/07/brothers-in-koerpergeisteswelten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Michael Sentef]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2015 17:06:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[glosse]]></category>
		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michael Sentef und Christopher Große sind körperlich am Ende, wissen aber geistig zu glänzen. Im Anfang erschallte SEIN Wort: Oh, Glossistchen, ich bin so unendlich zufrieden mit euch. Ihr seid der Grund meiner wahren inneren Freude. – Wir [zwischen Erstaunen und Misstrauen schwankend]: Aber HErr!...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/07/brothers-in-koerpergeisteswelten/">Brothers in Körpergeisteswelten</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7491" aria-describedby="caption-attachment-7491" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Glosse_580px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7491 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Glosse_580px.jpg" alt="Glosse_580px" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Glosse_580px.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Glosse_580px-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7491" class="wp-caption-text">Text: Michael Sentlef &amp; Christopher Große – Layout: Lisa Luthardt</figcaption></figure>
<p><strong>Michael Sentef und Christopher Große sind körperlich am Ende, wissen aber geistig zu glänzen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Anfang erschallte SEIN Wort: Oh, Glossistchen, ich bin so unendlich zufrieden mit euch. Ihr seid der Grund meiner wahren inneren Freude. – Wir [zwischen Erstaunen und Misstrauen schwankend]: Aber HErr! Wir sind sprachlos vor Glück. Was verschafft uns die Ehre? – ER [diabolisch grinsend]: Eure Glossen sind Mist, großer Mist! Eure Körper aber, oh, wie soll ich sagen &#8230;? Ihr seid den Staub nicht wert, aus dem ihr geschaffen seid. Minderwertigst! An eurem dürftigen Dasein kann ich mich aufrichten an Tagen wie diesem, wenn mein iPad streikt, meine Zahnbürste ins Klo fällt, mein Rücken zwickt. Gegen euch bin ich trotz alledem reinstes Gold. Nun schreibet mir über eure schwächelnden Körper, na los! – Wir: Oh gütiger Herr, wir tun unser Bestes, so schlecht dieses auch sein mag. [Katzbuckelnd ab.] (John Cleese lacht sich im Hintergrund kaputt.)</p>
<p style="text-align: justify;">Voilà – die körperlichste Glosse ever von uns. Sie möge euch ein Gefühl jugendlicher Überlegenheit bescheren, ihr Jungvolk!</p>
<p style="text-align: justify;">Der eine von uns (MS) verspürt neuerdings morgens so ein Ziehen in der Schulter. Als er noch im Mekka der Reichen und Schönen (Stanford, Kalifornien) lebte, ging er regelmäßig der körperlichen Ertüchtigung wegen zum Pilates. Pilates ist wie Yoga, nur weniger eso und mehr sportlich halt. Er hatte sich von seiner Frau dazu motivieren lassen, und der eine von uns hat seinerzeit (unendlich lange ist es her) davon mächtig profitiert. Der Rücken zwickte etwas weniger, der Nacken war entspannter, die computerlich belasteten Hände und Arme gehorchten ihm ausdauernder. Und nicht zuletzt schien auch sein Geist befreiter und kreativer.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer es nicht glaubt, der lese die gesammelten Glossen 2011-2014. Und vergleiche sie mit der vorliegenden, die so schwermütig daherkommt wie ein rheinischer Sauerbraten in einer dunklen Bierstube.</p>
<p style="text-align: justify;">Und da geht dem einen von uns ein Licht auf: Leichtfüßig, entspannt, lockerflockig – so kann nur Kalifornien sein! Vielleicht liegt der Verlust der Leichtfüßigkeit ja gar nicht am körperlichen Verfall. Vielleicht liegt er nur daran, dass der eine von uns jetzt wieder in Deutschland lebt, und mal ehrlich: Leichtfüßiges, entspanntes, lockerflockiges Dasein passt einfach nicht in dieses beschwerte Land. Es passt nur nach Kalifornien.</p>
<p style="text-align: justify;">Unverfängliche Komplimente von Wildfremden an Wildfremde, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, grenzenloser, sonnengetränkter Optimismus, die Golden Gate Brücke ins Abendgold der Pazifiksonne getaucht, gechillte Beats am Strand und ein Lied auf den Lippen „&#8230; some gentle people there“, und alles wird leicht. Das Körperliche, so lernt der eine von uns in wundervollen Erinnerungen schwelgend, kommt vom Geistigen. Die Kraft der Suggestion! Man rede sich einfach ein, alles sei leicht, und alles wird leicht. Der eine von uns will gleich heute damit anfangen. Nur nicht sofort – er muss erstmal eine Beschwerde einreichen bei &#8230; (hier endet der Glosse erster Teil, etwas abrupt.)</p>
<p style="text-align: justify;">Der andere von uns (CG) verspürt neuerdings morgens so ein Ziehen in der Schulter. Kann aber auch vom Trainieren kommen. Denn der andere von uns hat sich vor geraumer Zeit eingestehen müssen, dass er für sein mittlerweile weit fortgeschrittenes Alter zwar noch blendend aussieht, dass sein geschundener Körper sich aber immer häufiger viel älter anfühlt, als er jemals wird werden können. Und weil der andere von uns schon immer ein großer Freund fernöstlicher Weisheiten (und noch allerhand weiteren fernöstlichen Schnickschnacks) ist, beherzigte er die alte konfuzianische Marschroute vom mens sana im corpore sano. Gerade für einen Geistesarbeiter (animus), der zum Arbeiten (labor) zu jeder Zeit (tempus) und vollkommen unabdingbar über eine funktionstüchtige Dachstube (cerebrum) verfügen muss, sollte die Gesunderhaltung aller wesentlichen körperlichen Funktionen (cor, pulmo) somit eine Kardinalaufgabe (wenn schon keine -tugend) sein, dachte sich der andere von uns. Und meldete sich in einem sog. Münchner In-Fitnessstudio an. Dort erklärte man ihm zuerst, dass er zu dick und zu alt zum Laufen sei und deshalb besser Cardiotraining auf dem Stepper machen solle, was den anderen von uns nicht über die Maßen erfreute. Hernach erklärte man ihm im Brustton (pectoralis) der Überzeugung, wie bedeutsam die richtige Ernährung für eine gesunde Lebensweise sei, was den anderen von uns naturgemäß noch in weitaus geringerem Maße erfreute. Weil wirkliche Wahrheiten zumeist schmerzhaft sind (ebenfalls pectoralis) und der Geistesarbeiter (animus) an sich zum Extrem neigt, kam es, wie es nicht anders kommen konnte. Dreizehn Trainingspläne (nahezu wahr) und unzählige schmackhafte Whey-Shakes (teilweise gelogen) später erkannte er, dass er sein halbes Liebes- (dramatisch) und Konfektionsleben (dramatischer) im falschen Körper verbracht haben musste, während klagend Kollegah-Songs aus seinem Tuning- Sportwagen wummern. Bebend und wimmernd vor solch schmerzhafter Erkenntnis klammert sich der andere von uns verzweifelt an einem neongelben Everlast-Tanktop fest, während vor ihm tonlos und traurig Jane Fonda in nicht enden wollenden fiebrigen Verrenkungen über einen verstaubten Röhrenbildschirm flackert (finis).</p>
<p style="text-align: justify;">[SCHLUSS]ER [im Fitness-Shirt, schweißgebadet]: Ihr Luschen! Ich bin körperlich fit wie nie zuvor! Mein Horizont ist grenzenlos weit, die ewige Jugend, kein bloßer Traum, eine Realität &#8230; (singt alleine mehrstimmig „Freude schöner Götterfunken“) Wir [verlegen]: Nicht jedem ist&#8217;s vergönnt, dies befreite Dasein &#8230; (Zurück an den Schreibtisch.)</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Dr. Michael Sentef und Dr. Christopher Große zählen zur Ursuppe von presstige. Christopher war im Dezember 2004 einer der Gründer des Magazins und wird heute von einigen wohlmeinenden Weggefährten als Uropa des gepflegten Boulevardpöbelns bezeichnet. Michael bereichert seit der zweiten Ausgabe das Heft mit seinen gedankenschweren Texten und hat sich seither als presstige-Urglossist keine große Anhängerschaft aufgebaut. Obwohl deren Entstehung stets in handfeste Streitereien ausartet, steuern die beiden presstige- Herausgeber seit mittlerweile 16 Ausgaben nachdenkliche, tiefsinnige, bisweilen wachrüttelnde, aber stets höchst belanglose Glossen zum jeweils aktuellen Titelthema bei. Sowohl Michael als auch Christopher haben noch nie Fanpost erhalten.</em></p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
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<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
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</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/07/brothers-in-koerpergeisteswelten/">Brothers in Körpergeisteswelten</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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