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	<title>Rap Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 29 Mar 2021 11:28:28 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Rap Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Der Mann hinter EmoPunkRap &#8211; Private Paul und seine Schmerzmusik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentin Erhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Düster wird die Musik vermutlich immer mehr oder weniger sein. Es geht eher um die Färbung: Du kannst resignierte, hoffnungsvolle, wütende, enttäuschte, aggressive und bestimmt noch einige Arten mehr von Musik machen, die aber trotzdem allesamt düster sein können. Und das habe ich vor."</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/03/der-mann-hinter-emopunkrap-private-paul-und-seine-schmerzmusik/">Der Mann hinter EmoPunkRap &#8211; Private Paul und seine Schmerzmusik</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Private Paul ist ein (nach dem nächsten Wort bitte noch nicht abschalten!) Rapper aus Hamburg, der mit einzelgängerischem Sound Musik produziert, die weh tut. Fernab vom Mainstream schwimmt er tief in den Strömungen des Untergrunds und schwelgt irgendwo zwischen Wut, Angst, Narben und Schmerz. Eine meiner ersten Ideen für einen <a href="https://presstige.org/?s=Presstige+pr%C3%A4sentiert%3A+Unterhaltung+%C3%A0+la+Lockdown"><em>Medientipp</em></a>, die ich aber schnell wieder verworfen habe – warum <strong>über</strong> einen Künstler sprechen, wenn man <strong>mit ihm</strong> sprechen kann? Zumal Private Paul notorisch leicht zu erreichen ist, haben wir uns über die Entwicklung seiner Musik, Ausflüge in andere Genres und seine bisher erfolgreichste Songreihe unterhalten.</p>



<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Valentin, Presstige:</strong></span> Hallo Paul, danke, dass du dir Zeit genommen hast! Da dich hier vermutlich die wenigsten kennen werden: Erzähl uns doch <span style="background-color: #ffffff;">kurz, wer du bist!</span></p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Private Paul:</strong></span> <em>Ich bin Private Paul, mache seit ungefähr 15 Jahren Musik, hauptsächlich Rap über Themen wie Liebe, Hass, Einsamkeit, Depression, die Traurigkeit der Welt und alles drumherum.</em></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;"><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Dann fangen wir doch genau da an: Deine Musik bezeichnest du als „EmoPunkRap“, kurz EPR. Genau so hieß auch dein erstes Solo-Album, das 2011 erschien und nun schon ein paar Jährchen zurückliegt. Von den Anfängen bis zum letzten Album, DSEPR: Hat sich etwas verändert? Was ist geblieben?</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span><em> Verändert hat sich sehr viel. Das lässt sich kaum vermeiden, wenn einen die Musik über den Großteil seines Lebens begleitet. </em><em>Am Anfang war ich ja noch ein Jugendlicher; ich habe vieles nicht verstanden und &#8220;einfacher&#8221; gesehen. Ich war traurig über die Welt und mein Leben, wütend auf alles und jeden anderen und wollte mit meiner Musik eine Sparte füllen, die es bis dahin nicht gab: Etwas, das man hört und fühlen kann. Musik, die dich fertig macht. Das hatte ich bei einigen der früheren (Industrial) Metal/core und Emo-Bands meiner Jugend erlebt. Die hatten Songs und Alben, in denen man sich verlieren kann, wo man beim Hören Gänsehaut bekommt und sich fühlt, als würde man in diesem Moment genau das durchmachen, was der Sänger erzählt.</em></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/Pauls-Fresse-1-1024x683.jpg" alt="" data-id="18751" data-full-url="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/Pauls-Fresse-1.jpg" data-link="https://presstige.org/?attachment_id=18751" class="wp-image-18751" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/Pauls-Fresse-1-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/Pauls-Fresse-1-300x200.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/Pauls-Fresse-1-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/Pauls-Fresse-1-1536x1024.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/Pauls-Fresse-1.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption"><em>Der Hamburger Rapper Private Paul</em></figcaption></figure></li></ul></figure>



<blockquote>
<p><em>Rap war zu der Zeit eigentlich nur „Wer kann am besten reimen“. Ich bin das dann ein bisschen anders angegangen, hab‘ angefangen, mir meine eigenen Beats zu bauen, und hab‘ versucht, die düsterste, ergreifendste und schmerzhafteste Rapmusik zu machen, die möglich war. Ich wollte, dass es jedem Hörer schlecht geht.</em></p>
<p><em>Heute bin ich viel älter, habe viel von meinem Biss und meiner Wut verloren, mich mit vielem abgefunden und bin „erwachsener geworden“. Daher klingt alles auch nicht mehr so aggressiv, sondern eher resigniert. Auch eine interessante künstlerische Entwicklung! (lacht) Gleichzeitig klingt alles auch sehr viel professioneller, und das macht mich stolz. Die Themen- und Wortwahl ist, so finde ich, ein bisschen vom Introspektiven ins Abstrakte übergegangen. Auch das steht der Entwicklung gut, denke ich.</em></p>
<p><em>Allerdings ist auch die Motivation sehr gesunken&#8230; früher war ich hungrig und voller Energie, ich wollte mich ausdrücken und etwas erschaffen. Das ist leider auch zurückgegangen.</em></p>
<p><em>Geblieben ist allerdings, dass ich nach wie vor alles selbst mache. Von Instrumental-Produktion über Aufnahme und Mix bis zu einem Großteil der Grafiken. Nur beim Mastering und bei Videos lasse ich mir heute gern die Arbeit komplett abnehmen, wenn möglich. Ich würde lieber im Bergwerk arbeiten als Videos schneiden! (lacht) </em><em>Außerdem ist diese Art der Musik nach wie vor eine sehr kleine Nische. Einerseits schade, sonst würden mich die Leser vielleicht schon kennen, andererseits schön, denn so ist die Konkurrenz klein!</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="background-color: #ffffff; color: #00ccff; text-decoration: underline;"><strong>Presstige:</strong></span></span> Du findest, dass dir Biss und Wut abgegangen sind? Das habe ich zumindest nicht bemerkt. Die zunehmende Resignation in deiner Musik habe ich registriert, aber die Wut war doch immer noch ein wichtiger Faktor. Beispielsweise auf &#8220;Hass&#8221; kommen doch noch ziemliche Aggressionen durch.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="Private Paul - Hass (Video)" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/WAaCtk_xDpY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #ff0000; text-decoration: underline;"><strong>Paul:</strong></span></span> <em>Stimmt, die Wut ist aber keine treibende Kraft mehr. Ich musste tief graben, um die noch zu finden und zu „aktivieren“. Früher war sie sehr viel präsenter, beziehungsweise von selbst einfach da. In letzter Zeit musste ich mich hinsetzen und mir beim Schreiben sagen: „Du musst wütend sein!“ (lacht)</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #00ccff; text-decoration: underline;"><strong>Presstige:</strong></span></span> Ergo willst du immer noch düstere Musik machen, selbst wenn du dich zwingen musst? Das stelle ich mir anstrengend vor.</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #ff0000; text-decoration: underline;"><strong>Paul:</strong></span></span> <em>Düster wird die Musik vermutlich immer mehr oder weniger sein. Es geht eher um die Färbung: Du kannst resignierte, hoffnungsvolle, wütende, enttäuschte, aggressive und bestimmt noch einige Arten mehr von Musik machen, die aber trotzdem allesamt düster sein können. Und das habe ich vor.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #00ccff; text-decoration: underline;"><strong>Presstige:</strong></span></span> Da du schon „Metal/core und Emo-Bands“ erwähnt hast: du betonst ja immer wieder, mehr Einfluss aus diesen Genres zu haben, was sich spätestens mit DSEPR (einer Anspielung auf DSBM) endgültig bemerkbar gemacht hat. Warum ist es dann gerade Rap geworden? Wäre es nicht naheliegender gewesen, Metal zu machen?</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #ff0000; text-decoration: underline;"><strong>Paul:</strong></span></span> <em>Naja, um ehrlich zu sein: Es war einfacher. Ich habe immer versucht, Metal zu machen, Gitarre gespielt usw., aber es geh<span style="color: #000000;">ört wesentlich </span>mehr dazu, ein konsistent gutes Metal-Album zu machen. Es muss vor allem handwerklich viel mehr Zeit investiert werden, um Instrumente GUT spielen zu können. Ich wollte mich nicht so sehr festlegen und flexibel bleiben.</em></p>
<p><em>Abgesehen davon ist Rap eine sehr dankbare Musikrichtung, um Inhalte zu vermitteln. Der Fokus liegt auf dem Text und dem Inhalt. Bei Metal kommt viel vom Gefühl auch durch die Energie der Band, und hierfür braucht es sehr gutes Writing und eben auch handwerkliches Können. Das ist als 16-Jähriger ohne musikalische Freunde sicherlich irgendwie möglich, für mich war es aber einfach naheliegender, mir ein Keyboard und ein 20€-Mikrofon zu schnappen und nächtelang allein am PC an meiner Musik zu basteln. Ich konnte mich entfalten wie ich wollte, ich konnte meine Gedanken in verständliche (und unbegrenzte) Worte fassen und noch dazu mit jedem Instrument der Welt jede bliebige Stimmung erzeugen! Das hat mich fasziniert, und so kam es, dass ich es weiter gemacht habe.</em></p>
<p><em>Nebenbei bemerkt habe ich über die Jahre auch ETLICHE Ausflüge in andere Genres unternommen. Habe Schlager, (Psy)Trance, Punk, Black Metal und auch mehrere verschiedene Unterarten von Rap gemacht. Eben weil ich mich nicht nur darauf festlegen wollte, sondern weil es das mit Abstand zugänglichste war und die meisten Möglichkeiten geboten hat.</em></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-gallery aligncenter columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover-1024x1024.jpg" alt="" data-id="18752" data-full-url="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover.jpg" data-link="https://presstige.org/?attachment_id=18752" class="wp-image-18752" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover-1024x1024.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover-300x300.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover-150x150.jpg 150w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover-768x768.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover-1536x1536.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/03/DSEPR_Cover.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption"><em>Das Cover zu DSEPR (Depressive Suicidal EmoPunkRap)</em></figcaption></figure></li></ul></figure>



<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Keine Sorge, deine Ausflüge sind nicht unbemerkt an mir vorbeigezogen! Aber, wie du schon sagst: Es waren eher Ausflüge als Auslandsjahre.</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Ja, DAS wiederum liegt daran, dass ich mir selbst ins Bein schießen würde, wenn ich jetzt mein „Haupt-Steckenpferd“ vernachlässigen und etwas neues von null aufziehen würde, das niemand kennt und niemanden interessiert, und das dann vermutlich ungehört eingeht. Vor allem, nachdem ich so viele Jahre darum gekämpft habe, HALBWEGS erfolgreich mit Emopunkrap zu werden.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Würdest du denn einen dauerhaften Ausbruch wollen, wenn es genauso gut ankäme? Als Psyrate Paul oder Paulchen Punker bist du durchaus schon aus deinem gewöhnlichen EmoPunk-Stil ausgebrochen, ebenso mit dem Weltklasse-Trap-Hit „Flixbus“ unter dem Pseudonym Dat Eve. Jedoch schien mir das meistens eher eine Art „Spaßprojekt zwischen all dem harten Scheiß“ zu sein.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="Dat Eve - Flixbus (prod. by Private Paul) | 16BARS.TV PREMIERE" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/EoAVjK01t54?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Ist es. Das mit Psyrate Paul versuche ich momentan allerdings tatsächlich ein bisschen regelmäßiger zu machen, beziehungsweise besser. Eigentlich will ich seit Jahren gerne Hardstyle machen, aber auch dort hat mich immer wieder abgeschreckt, dass es einfach sehr schwierig ist, und ich dann nach ein, zwei Nächten voller Elan wieder enttäuscht aufgebe. Daher bin ich dann irgendwann auf Psytrance umgestiegen, weil das vergleichsweise einfach ist, beziehungsweise die Herausforderung dort keine überwiegend handwerkliche ist (Hardstyle ist ohne sehr, sehr tiefes Verständnis von Sounddesign und -synthese eigentlich nicht machbar). Stattdessen kann man einfach „Musik machen“, beliebige Drums und beliebige Synth-Presets zusammenschmeißen, ein bisschen Kreativität und zwei, drei Tage später: fertig ist der Track.</em></p>
<p><em>Es gibt überall natürlich Luft nach oben, aber bei manchen Musikrichtungen ist der Boden halt erst mal sehr viel höher. Das sind leider auch die Musikrichtungen die ich am liebsten erweitern würde&#8230; mal sehen, vielleicht passiert ja noch was. Ich habe öfters mal Anflüge von Motivation, manchmal wird auch was draus.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Ich persönlich finde, dass auch bei den Spaß-Projekten oft was rumkam. Ganz ehrlich, irgendwie hat es einen besonderen Charme, den Typen, der sonst über seinen unermesslichen Weltschmerz rappt zu hören, wie er eine Flixbus-Hymne singt.</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Wie meinst du das, dass da was &#8220;rumkam&#8221;?</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Insofern, dass das Ergebnis durchaus seine Qualität hat. „Flixbus“ (das ist das letzte Mal, dass ichs erwähne, ich schwörs), „Ein Schluck Mut“ und der letztens erst veröffentlichte „Cannabis ist kein Brokkoli“ höre ich gern, wenn ich mal etwas weniger wütendes oder trauriges möchte, einfach weil es einen perfekten Kontrast zu deiner gewöhnlichen Musik bietet. Vielleicht ist noch Luft nach oben, aber über dem Boden bist du auf jeden Fall.</p>



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<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="Psyrate Paul - Cannabis ist kein Brokkoli" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/ekSmRVUgwac?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Dass es von minderer Qualität ist, habe ich nie gesagt! (lacht) So eitel bin ich, ich veröffentliche nichts, von dem ich nicht überzeugt bin, dass es GUT ist, selbst wenn es Quatschmusik ist. Aber ich habe noch nie etwas released, hinter dem ich nicht 100% gestanden hätte. Es gibt ja mehrere Dimensionen bei Musik. Etwas, das funktioniert und Spaß macht zu hören, muss nicht unbedingt meisterlich hergestellt sein. Ob man den Anspruch an sich haben möchte, muss man für sich selbst entscheiden&#8230; aber die Erkenntnis, dass noch Luft nach oben ist, ist der erste Schritt dabei.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Gab es Ideen für Schemaausbrüche, die du verworfen hast? Ich weiß nicht, sowas wie das Du-hast-mich-schon-verstanden Album von Prezident, bei dem du dir gedacht hast: „Ja, nein, den Backlash spar ich mir.“</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Lustig, dass du das fragst! Ich denke tatsächlich aktuell über exakt so etwas nach, und bin noch nicht sicher, ob ich Bock auf den Backlash habe… (lacht) Ein, zwei Ideen hab ich sicherlich mal verworfen, aber generell habe ich bisher alles durchgezogen, was mich gecatcht hat. Es sind ja meistens spontane, dumme Ideen, und man denkt sich: „Ja, das mach ich jetzt!“ Dann setzt man sich direkt hin und zieht das durch. Bisher wars dann auch eigentlich immer gut genug, dass es am Ende auch rauskommen konnte.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Na, dann bin ich mal gespannt, ob du dir da was aus dem Hut zauberst! Schlittern wir aber vielleicht mal von den Neben- zum Haupt-Steckenpferd zurück: EPR, genauer, EPR 1. Das hat ja ein recht … sagen wir mal, „eigenes“ Coverbild. Dieselbe Art von Bildern zieht sich auch durch die beiden Fortsetzungen, wenn auch nur innerhalb der CD-Hülle. Wie kam es zu diesem Bild?</p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator aligncenter has-text-color has-background has-black-background-color has-black-color is-style-wide"/>



<figure class="wp-block-pullquote is-style-default" style="border-color:#000000"><blockquote class="has-text-color" style="color:#00defb"><p>Unter normalen Umständen hätte ich das Coverbild zu &#8220;EmoPunkRap&#8221; eingefügt, <a href="https://www.emopunkrap.de/shop/inner/wp-content/uploads/2017/07/emopunkrap.png"><em>statt es nur zu verlinken</em></a>. In Anbetracht dessen jedoch, dass dieses Blut und Narben zeigt, habe ich mich dagegen entschieden, um niemanden zu schädigen, der Probleme mit Selbstverletzung hat und das Bild nicht sehen möchte.</p><cite><strong>Anmerkung des Redakteurs</strong></cite></blockquote></figure>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-black-background-color has-black-color is-style-wide"/>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Puh &#8230; den GANZ genauen Hergang kriege ich nicht mehr zusammen, befürchte ich. Ich hatte aber zu der Zeit eine gute Freundin, die es mir, wenn ich mich richtig erinnere, mehr oder weniger ungefragt angeboten hat, nachdem ich von der Idee phantasiert hatte. Ich war sofort begeistert und habe eine ganze Fotoserie beauftragt, aus der am Ende dann das Cover entstanden ist. es war – und ist – für mich eine große Ehre, vergleichbar mit einem Tattoo meines Namens/Logos. Bei den folgenden Alben musste das natürlich fortgeführt werden, allerdings wollte ich mir da selbst ein paar Steine weniger in den Weg legen. Das Cover vom ersten Album hat nämlich durchaus Ablehnung bei einigen Leuten erzeugt. Damals war mir das relativ egal, aber mir ist recht bald klar geworden, dass niemand sich meine Musik anhören wird, wenn er schon vom Cover (komplett) abgeschreckt wird. Deswegen: Blut nur noch auf dem Wendecover!</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Dass dir das eine große Ehre ist, rappst du ja auch auf <em>„Rebellion“</em>: „Jeder, der sich wegen mir geschnitten hat, ist mein Held.“ Um ehrlich zu sein, habe ich die Zeile nie so ganz verstanden. Wieso ist dir das eine Ehre?</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Ähm &#8230; also, wenn du das nicht verstehst, werd ichs dir auch nicht erklären können, glaub ich. (lacht) Wäre es für dich keine Ehre, wenn sich jemand deinen Namen tätowieren lässt? Das kommt aufs gleiche raus, noch dazu ist es viel intimer als ein Tattoo. Es ist ein Ausdruck davon, dass ich, beziehungsweise meine Musik für Menschen an ihrem absoluten Tiefpunkt etwas ist, das ihnen noch etwas bedeutet, das ihnen Halt gibt, das sie berührt. Und das ehrt mich.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Vielleicht ist „verstehen“ nicht ganz der richtige Audruck gewesen. „Nachvollziehen“ triffts vermutlich eher. Ich verstehe deine Ansicht, kann aber die Verbindung von Selbstverletzung und Tätowierung nicht hundertprozentig nachvollziehen. Der Kontext beim Anbringen eines Tattoos ist doch ein ganz anderer. Dass sich jemand etwas von mir tätowieren lässt, klingt für mich weit positiver, als dass die Person sich für mich schneidet. Mich würde letzteres eher belasten&#8230;</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Der Kontext ist hier wichtig, denke ich. Wenn sich jemand wegen mir schneidet, weil ich etwas falsch gemacht hab‘: klar, da bin ich bei dir. Wenn sich jemand aber zum Ausdruck der Wertschätzung mein Albumcover in die Haut ritzt, empfinde ich das als eine außergewöhnliche Ehre. Und damit sind wir wieder am Anfang. (lacht)</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Stimmt, wir sind wieder am Anfang, aber jetzt sehe ich meine Frage als beantwortet! Wo wir gerade bei Fans sind, die deine Musik berührt – du bist ja Begründer der Statusbericht-Reihe, der, Zitat, <em><a href="https://www.welt.de/kultur/article204699960/Private-Paul-Statusbericht-Die-einzige-Neujahrstradition-die-wirklich-zaehlt.html">„einzigen Neujahrstradition, die zählt“</a></em> (Dennis Sand in der <em>Welt</em>). Anhand der Klickzahlen ist erkennbar, dass viele Leute diese Tracks von dir vergöttern, sich darüber hinaus aber nicht für dein Schaffen interessieren. Du selbst hast das auch schon öfter angemerkt. Der Statusbericht 2019 klang sehr nach „Ende Gelände“, Silvester 2020 kam dann aber doch noch einer. Wieso?</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Zweierlei Gründe: Der erste ist, so traurig es klingt, die Erkenntnis, dass der Statusbericht, pathetisch gesagt, alles ist, was ich habe. Mein (einziger) großer Hit. Wenn der kommt, bekommt er Aufmerksamkeit. Wie schon 2020 auch gesagt: Vielleicht ist es genau das, was ich immer wollte. Dass mir viele Leute zuhören. Und mit der Erkenntnis (oder Befürchtung), dass viel größeres als der Erfolg der Statusberichte nicht mehr passieren wird in meiner Karriere, habe ich mir überlegt, dass es das absolut DÜMMSTE wäre, was ich tun könnte, diese Serie abzubrechen. Und so hab ich das ganze Jahr lang hin und her überlegt, und gegen Ende des Jahres hab ich ein ganz seltsames Gefühl bekommen, als würde es mir fehlen. Als würde es dazugehören mittlerweile. Als wäre ich es den Leuten schuldig, die mir diese Aufmerksamkeit und Begeisterung geschenkt haben, nicht wenigstens das zurückzugeben, was sie am meisten von mir wollen…</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Das klingt nach einem heftigen Dilemma, an dem du ordentlich rumgerätselt hast. Wie war das Gefühl, als du dich für einen Statusbericht 2020 entschieden hast und die ersten Resonanzen kamen? Bist du im Nachhinein froh darüber, die Serie fortgeführt zu haben?</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Da bin ich ehrlich gesagt noch nicht ganz sicher. Ich werde die vorigen nicht mehr toppen können. Die Luft war raus, es war alles erzählt. Deswegen wäre (und war) es ja der perfekte Abschluss gewesen&#8230; ein bisschen fühlt es sich an, als hätte ich das jetzt verwässert. Als würde ein neuer Abschnitt anfangen.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Vielleicht ist der neue Abschnitt ja aber auch etwas Gutes. Ich bezweifle, dass sich die Leute im Jahr 2054 immer noch den jährlich erscheinenden Statusbericht reinziehen würden. Ein paar sicher, aber der Großteil würde sicher irgendwann die Lust daran verlieren, egal, wie gut der neue Statusbericht ist. Bevor man endet wie die Simpsons, fängt man doch lieber etwas neues an, oder?</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Vielleicht, aber genau das habe ich ja nicht getan! (lacht)</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Diesmal nicht, nein. Aber bis zum nächsten Silvester ist ja noch etwas Zeit. Vielleicht findest du bis dahin ja eine andere Idee, mit der du einen Volltreffer landest. Ich würde es dir auf jeden Fall wünschen, dass Statusbericht nicht der einzige Volltreffer bleibt.</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Ich bezweifle es, aber man wird sehen.</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Man wird sehen. Ich glaube, das ist ein guter Moment, um die Sache abzurunden. Wenn du noch schlaue Lebensweisheiten hast oder Werbung machen willst, sprich, sonst schweig still!</p>
<blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;"><strong>Paul:</strong></span> <em>Wenn ich euer Interesse geweckt habe, hört gern mal rein! Ich bin auf Spotify unter „Private Paul“ und auf Youtube auf dem Kanal „EmoPunkSupport“ zu finden. Im Herbst erscheint eine neue EP, die so gut wie fertig ist. Danke für die Aufmerksamkeit, und danke für das Interview!</em></p>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #00ccff;"><strong>Presstige:</strong></span> Danke auch dir, Paul! Ich wünsch dir was!</p>



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<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link has-background" href="https://www.youtube.com/user/EmoPunkSupport/featured" style="background:linear-gradient(135deg,rgb(0,0,0) 0%,rgb(127,3,5) 100%)" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em><strong>&#8220;EmoPunkSupport&#8221; </strong></em>auf YouTube</a></div>



<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-text-color has-background" href="https://discord.gg/ZGaxVpN" style="background:linear-gradient(135deg,rgb(0,0,0) 0%,rgb(127,3,5) 100%)" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong><em>&#8220;EPR&#8221;</em></strong> Discord-Server</a></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/03/der-mann-hinter-emopunkrap-private-paul-und-seine-schmerzmusik/">Der Mann hinter EmoPunkRap &#8211; Private Paul und seine Schmerzmusik</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Presstige präsentiert: Unterhaltung à la Lockdown</title>
		<link>https://presstige.org/2021/01/presstige-praesentiert-unterhaltung-a-la-lockdown/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isabelle Mader]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Beitragsreihe „Presstige präsentiert: Unterhaltung à la Lockdown“ bietet Empfehlungen der Redaktion für Musik, Podcasts, Serien, Filme und Bücher.  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/01/presstige-praesentiert-unterhaltung-a-la-lockdown/">Presstige präsentiert: Unterhaltung à la Lockdown</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="17779" class="elementor elementor-17779">
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									<p style="text-align: justify;">Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Für die presstige-Rubrik „Veranstaltungstipps“ bedeutet das, in der Covid19-Pandemie Wandelbarkeit zu beweisen. Seit Anfang 2020 entwickelt die gesamte Redaktion kreative Alternativen für das Format, das normalerweise Empfehlungen für Events und Veranstaltungen im kommenden Monat bietet.</p><p style="text-align: justify;">Im Frühjahr 2020 wurde die vierteilige <a href="https://presstige.org/2020/04/wir-helfen-augsburg-teil-1/">„Wir helfen Augsburg“-Reihe</a> veröffentlicht. Diese thematisierte, wie man seine Lieblingsläden, Lieblingscafés, Lieblingsrestaurants sowie lokale, soziale oder kulturelle Einrichtungen in der Krise unterstützen kann. Von August bis Oktober feierten die regulären Veranstaltungstipps ein kurzes Comeback – Corona schien vergessen. Im November folgte dann der „Lockdown light“, welcher nahtlos in den aktuellen „harten Lockdown“ überging. Aus diesem Grund erschien im Dezember das <a href="https://presstige.org/2020/12/adventsspecial-teil-1/">„Adventsspecial“</a>. In drei Artikeln teilten einige Autor*innen ihre liebsten Orte und Routen für Spaziergänge in Augsburg, die trotz der Pandemie besucht und abgelaufen werden können, mit der presstige-Leserschaft.</p><p style="text-align: justify;">Für die kommenden Wochen rufen wir nun eine neue Beitragsreihe ins Leben: „Presstige präsentiert: Unterhaltung à la Lockdown“. Kultureinrichtungen wie Kinos oder Theater bleiben weiterhin geschlossen und Events wie Konzerte dürfen nach wie vor nicht stattfinden – auf gute Unterhaltung muss man trotzdem nicht verzichten. Presstige veröffentlicht ab jetzt regelmäßig Empfehlungen der Redaktion für Musik, Podcasts, Serien, Filme und Bücher, mit denen man sich während des Lockdowns ganz „Corona-konform“ die Zeit vertreiben kann. Viel Spaß beim Reinhören, Anschauen und Lesen!</p>								</div>
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														<div class="elementor-testimonial-name">Valentin Erhardt</div>
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									<p style="text-align: justify;">Ein Akkordeon feuert eine gespenstische Melodie durch den Dschungel, der surrende Sound eines Streichers hält dagegen, Snare und Bassdrum klatschen mit voller Kraft gegen das Trommelfell – und mitten im Chaos steht Rotten Monkey, der Affenkopf, und gibt donnernd den Ton an.</p><p style="text-align: justify;">Der Kölner Untergrund-Rapper ist ein Meister des Storytellings und der Atmosphäre. Sein Narrativ des Menschenaffens, der sich durch den Großstadtdschungel beißt, verschmilzt primitive Bedürfnisse mit postmodernen Ansätzen und kreiert ein Bild, das trotz aller Widersprüche stimmig wirkt. Die ausgefeilten Texte zeugen von Intelligenz, der abwechslungsreiche Flow verrät Routine, die mit druckvoller Stimme zum Besten gegeben wird. Nicht einmal thematisch kennt der Affenkopf ein „Nee, kann ich nicht“: Von romantischer Sehnsucht nach dem Elternhaus („Das Dorf“) über Gesellschaftskritik („Schönheitswahn“) und Drogentrips („Himmelblau“) bis hin zur Persiflage der Nachrichten („Schlagworte“) wird jeder Wunsch bedient. Wirklich jeder.</p><p style="text-align: justify;">Und wer sagt, dass Rap-Tracks über Sex stets Fremdscham erregen, dem beweisen drei „Affenliebe“-Tracks das Gegenteil, wohingegen in „Bitte bleib“ die Liebe zu einer Frau thematisiert wird, die vom lyrischen Ich nur als Projektionsfläche für eigene Wünsche wahrgenommen wird. Einen Herzschlag später sinniert Rotten Monkey über seine Musik, die auch die hässlichsten seiner Seiten preisgibt. Ein kafkaesker Film, den er da schiebt, aber auch ein facettenreicher, der tiefe Einblicke gewährt.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Jedes einzelne seiner Tapes findet man auf YouTube herumflattern; bis auf das Album „Drowning / Blue Pill“ stehen alle zum Gratis-Download auf tapez.eu zur Verfügung. Ich für meinen Teil werde vermutlich nie den Tag vergessen, an dem ich mir zum ersten Mal sein „Ungereimtheiten“-Tape reinzog, welches ich euch wärmstens ans Herz legen möchte. Ich verspreche, so etwas habt ihr noch nie gehört – selbst wenn es euch nicht gefällt.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">In ihrem Debütroman „<a href="https://www.droemer-knaur.de/buch/katharina-fuchs-zwei-handvoll-leben-9783426306857">Zwei Handvoll Leben</a>“ (2020) schreibt die Autorin Katharina Fuchs über ein sehr privates Thema: Ihre eigene Familiengeschichte. Dabei schildert sie abwechselnd in zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen das Leben ihrer Großmütter Anna und Charlotte von 1914 – 1953. Anna zieht im Winter 1919 für eine Schneiderlehre aus dem Spreewald nach Berlin, arm, auf sich allein gestellt und mit den dunkelsten Seiten der Großstadt konfrontiert. Doch sie kämpft für sich und ihre Leidenschaft und baut sich eine eigene, eng mit dem Berliner KaDeWe verknüpfte, Existenz auf. Gleichzeitig wird Charlotte als sächsische Gutsherrentochter in die feine Leipziger Gesellschaft eingeführt, dabei liebt sie eigentlich das Leben und Arbeiten auf dem Landgut. Ihre weiteren Jahre werden von der ersten, unglücklichen Liebe und Verstrickungen in ein jüdisches Familienschicksal geprägt.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Als Leser*in durchlebt man mit Anna und Charlotte von deren Jugend an alle Höhen und Tiefen bis zu dem Tag, an dem sich die Frauen 1953 in Berlin zum ersten Mal begegnen – beide gezeichnet von großen Verlusten, schweren Rückschlägen und verkannter Liebe vor dem Hintergrund zweier Weltkriege. Zwei Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten und am Ende doch durch ein gemeinsames Schicksal verbunden sind.</p><p style="text-align: justify;">Mit 544 Seiten ist der Roman eher lang, aber das Gefühl hatte ich in keiner Sekunde, so tief und schnell taucht man in die Handlung ein. Ich konnte auf jeder Seite mitweinen, -lachen und -fühlen. Für mich einer der authentischsten und spannendsten historischen Romane, den ich bisher gelesen habe! Trotz der düsteren Kulisse eine insgesamt Mut machende Geschichte von zwei bewundernswert starken Frauen – besonders vor dem Hintergrund, dass sie wirklich wahr ist! Große Leseempfehlung. Kann man überall bestellen, wo es Bücher gibt – bestimmt auch im Buchladen um die Ecke.</p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">Serie: Bridgerton</div>
			
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									<p style="text-align: justify;">Zugegeben vielleicht kein richtiger Geheimtipp für regelmäßige Netflixschauer*innen: der Serienneuling Bridgerton. Wer es jedoch trotz hartnäckiger Vorschläge auf Social Media noch nicht geschafft hat, die 8 circa einstündigen Folgen der Staffel durchzusuchten, muss wohl noch überzeugt werden.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Im englischen 1813 dreht sich alles ums Heiraten und Kinderkriegen, zumindest wenn man eine Frau ist. Aufwendige Kostümbälle und Brautschauen stehen auf der Tagesordnung. Dass in dieser Welt von Korsetts und Perücken auch Klatsch und Tratsch von immenser Wichtigkeit ist, ist vor allem für eine Person von Vorteil: Lady Whistledown. Ähnlich wie Gossip Girl aus der gleichnamigen Serie schreibt die geheime Person Flugblätter, in denen sie Intrigen, Affären und andere existenz-vernichtende Informationen des Londoner Adels ausplaudert. Neben der ungelösten</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Identität von Lady Whistledown steht aber vor allem die Familie Bridgerton im Fokus der Serie. 8 Kinder, die in alphabetischer Reihenfolge benannt wurden und von denen jedes seine eigene Geschichte (und hoffentlich auch Serienstaffel) mitbringt. Die aktuelle Staffel beschäftigt sich mit Daphne, der ältesten Tochter der Familie. „Das Juwel“ der Brautsaison verliebt sich in den Duke of Hastings, Simon, der vor hat ewiger Junggeselle zu bleiben. Bis Daphne ihm natürlich komplett den Kopf verdreht… Ausschlaggebend für den Suchtcharakter der Serie ist jedoch nicht die relativ vorhersehbare Liebesgeschichte, sondern vor allem die sympathischen und spannenden Nebenfiguren. So ist zum Beispiel Eloise Bridgerton ihrer Zeit voraus sehr feministisch orientiert und auch ihr Bruder Benedict treibt sich in interessanten Künstlerkreisen herum.</p><p style="text-align: justify;">Alles in allem ist diese Serie vor allem eines: schön, unkompliziert und einfach harmonisch. Tolle Kostüme, fröhliche Farben und Happy Ends. Vielleicht ist das genau das Richtige, wenn die eigene Welt gerade nicht aus glamourösen Partys und aufregender Detektivarbeit bestehen kann. Die Dreharbeiten für die neue Staffel stehen in den Startlöchern. Wer gar nicht warten kann: Die Serie beruht auf der gleichnamigen Buchreihe von Julia Quinn.</p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">Film: The Greatest Showman</div>
			
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									<p style="text-align: justify;">The Greatest Showman – ein atemberaubendes Musical mit einer packenden Geschichte und wunderschönen Liedern. Es handelt von P.T. Barnum, der seinen Job verliert und trotzdem nie das Träumen aufhört. Trotz Niederlagen gibt er nicht auf und beschließt schließlich eine Show mit außergewöhnlichen Menschen zu veranstalten. So geht er auf die Suche nach besonderen Menschen. Die von der Gesellschaft Ausgestoßenen stellen eine wunderbare Show auf die Beine und werden zum ersten Mal in ihrem Leben so akzeptiert, wie sie sind. Doch die Euphorie hält nicht lange an. Nach der Show steht ihnen eine wütende Meute gegenüber, die sie vertreiben will. Wenn die besondere Gruppe eines gelernt hat, dann, dass sie zusammen stark sind. Sie hatten einst den Mut sich zu zeigen und werden sich nie wieder verstecken.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Der Film ist eine tolle Mischung aus Gesang und Handlung. Er zaubert einen in eine Welt voller Träume und Willensstärke. Unabhängig von Geschlecht, Gewicht, Größe und sonstigen äußerlichen Merkmalen ist jeder einzelne besonders und hat ein Recht darauf gesehen zu werden.</p><p style="text-align: justify;">Worauf wartest du also noch? Wenn du eine <span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Auszeit vom Lernen brauchst, dann öffne Netflix und schaue dir diesen grandiosen Film an!</span></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/01/presstige-praesentiert-unterhaltung-a-la-lockdown/">Presstige präsentiert: Unterhaltung à la Lockdown</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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