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	<title>sozialkaufhaus Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Von Karl-May Romanen und Nintendo 64 Spielen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2020 07:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Hallen des Sozialkaufhauses Contact, welches seit 2008 ein paar Stationen hinter der Uni in direkter Nachbarschaft zu Aldi, Lidl und Co. sechs Tage die Woche für 8-9 Stunden seine Tore für jedermann geöffnet hat, weckten in den letzten Jahren mehr und mehr das Interesse der Studenten*innen. </p>
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<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-14992 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0016-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1707" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0016-scaled.jpg 2560w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0016-300x200.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0016-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0016-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0016-1536x1024.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0016-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<p>©Balthasar Zehetmair</p>
</figure>


<p>Ein angenehm frischer Duft des alten Papiers sitzt in den engen, karg beleuchteten Gängen zwischen den hohen Regalen voll mit Büchern. Es staubt ein bisschen als mich meine Neugier dazu bringt eines der Karl May Bücher ganz oben aus dem Regal zu ziehen.&nbsp;</p>



<p>&nbsp;„Eine feine Sache, diese Bücher, oder? Sammelst du auch?“, nur schwerfällig kann ich meine Aufmerksamkeit vom fein golden verzierten Buch losreißen und blicke in begeisterte Augen voll Freude und Enthusiasmus. „Ich, ähh nein<s>&#8211;</s>“, stottert es aus mir heraus. Ein älterer Herr, Peter heißt er, fachsimpelt vor sich hin, über Winnetou und Old Shatterhand. Die Zeit vergeht. Ich kann seinem Redefluss nur schwer folgen, aber seine Begeisterung für die alten Bücher bringt mich dazu einen Band mitzunehmen. Mit „Der Schatz im Silbersee“ im Rucksack schaue ich noch ein paar Kleiderständer durch und finde eine schöne Chino-Hose sowie ein dazu passendes sommerliches Markenhemd. Die Feststellung, dass ich heute für die schönen Sachen wieder nur vier Euro gezahlt habe, lässt mein Schnäppchenherz höherschlagen.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Die Hallen des Sozialkaufhauses Contact, welches seit 2008 ein paar Stationen hinter der Uni in direkter Nachbarschaft zu Aldi, Lidl und Co. sechs Tage die Woche für 8-9 Stunden seine Tore für jedermann geöffnet hat, weckten in den letzten Jahren mehr und mehr das Interesse der Studenten*innen. Vor allem die Köpfe junger Leute lugen zwischen den dicht behängten Kleiderstangen hervor und auch Martin, welcher seit 5 Jahren hier arbeitet und heute an der Kasse sitzt, sagt mir, dass zunehmend mehr junge Leute einkaufen. Aber generell würden die Zahlen der Besucher*innen stetig steigen. Auch heute sind die Schlangen an den Kassen lang, mit Sicherheitsabstand noch länger.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Nachhaltige Kaufkultur ist das Stichwort. Der Handel mit Second-Hand Ware boomt. Die Sozialkaufhäuser und karitativen Fairkauf-Geschäfte sprießen überall aus dem Boden. Deutschlandweit gibt es ungefähr 500-600 Sozialkaufhäuser. Mancher Orts wird von einem regelrechtem Ansturm auf die sozialen Läden berichtet und auch Im Tal 8 herrscht ein reges Treiben, während ich auf einem der Stühle am Eingang sitze und begeistert in meinem Abenteuerroman schmökere. Der große Parkplatz ist gut gefüllt, die Blechlawinen gleißen in der strengen Nachmittagssonne, am anderen Ende des Gebäudes schlittern die Einkaufswägen im Minutentakt über den Asphalt zur Warenannahme. Kartons voll mit Büchern, Kleidung, CDs, DVDs, Schallplatten verschwinden im Lager. Möbel wandern aus Transportern in die Hallen.</p>



<p>Ich komme ins Gespräch mit Theo, er studiert Germanistik und kommt ungefähr zweimal die Woche hierher. Theo erzählt mir, er sammle alte Videospiele und habe hier schon so manchen alten Spieleklassiker bekommen. Stolz zeigt er mir seine Ausbeute von heute, einmal „The Legend of Zelda“ und „FIFA 98“ für den Nintendo 64. Manche Spiele würden im Internet hoch gehandelt, aber ihm gehe es eher um die Nostalgie als um den teureren Weiterverkauf. Doch manchmal packe ihn auch das schlechte Gewissen, wenn er hier in diesem Kaufhaus billig einkaufe, obwohl er es doch nicht so nötig habe.&nbsp;</p>


 [<a href="https://presstige.org/2020/07/von-karl-may-romanen-und-nintendo-64-spielen/">See image gallery at presstige.org</a>] 
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<p>Sind wir Studenten*innen hilfsbedürftig oder in schwierigen Lebenslagen? Bei einem Großteil ist es wahrscheinlich andersherum, er durchlebt gerade die beste Phase seines Lebens. Sind diese Bedenken und Gewissensbisse beim Einkauf hier dann gerechtfertigt? In gewisser Weise nicht.&nbsp;</p>



<p>Bei einem Blick in die Statistiken fällt auf, dass zum Beispiel täglich etwa 500 Kilo an Kleidungsspenden oder 150 Kilo an Elektroutensilien hineinkommen, aber nur knapp die Hälfte davon geht wieder über den Ladentisch. Das schlechte Gewissen braucht es also durchaus nicht. Gerade dadurch, dass sich das Contact nicht über Spenden, sondern ausschließlich durch den Verkauf von Gebrauchtwaren finanziert, ist es umso besser je mehr Leute dort einkaufen und dadurch den Verein unterstützen, welcher 1999 gegründet wurde. Außerdem würden, ganz pragmatisch gesehen, nach ein paar Tagen auch die Lager überfüllt sein.&nbsp;</p>



<p>So helfen wir natürlich nicht nur dem Sozialkaufhaus und erhalten auch die billigen Preise, sondern wir fördern auch eine Sozialinstitution dieser Stadt, welche als Arbeitgeber Menschen in schwierigen Situationen durch die Kraft der Gemeinschaft und mit einer familiären Arbeitsatmosphäre die Chance gibt ihre eigene Lebenssituation zu stabilisieren. Außerdem werden damit auch Partnervereine, wie die Rumänienhilfe, Heimatstern, die Brücke und der SKM Augsburg unterstützt, mit welchen das Contact eng zusammenarbeitet.&nbsp;</p>



<p>Nicht zuletzt stellt das Contact auch einen Begegnungsort für alle Menschen dar. So kommt man hier leichter in Kontakt mit Menschen, welche außergewöhnliche oder auch die gleichen Interessen haben, als in der Uni oder sonst wo.&nbsp;</p>



<p>Hmm, Ich muss gleich mal wieder meinen alten Nintendo DS hervorkramen. Hoffentlich ist er noch da?&nbsp;</p>
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		<title>&#8220;Wir wollen wirklich sozial sein&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Petra Maier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2014 06:17:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[contact]]></category>
		<category><![CDATA[second hand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit sich Ebay Ende der 1990er-Jahre in Deutschland etablierte, floriert die Secondhand-Branche ohne Ende. Gebrauchtes gilt als chic und wird oft als Vintage angepriesen. Wir sprachen mit Roswitha Kugelmann, der Leiterin des Sozialkaufhauses Contact in Haunstetten. Presstige: Wie darf man...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/interview-sozialkaufhaus/">&#8220;Wir wollen wirklich sozial sein&#8221;</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit sich Ebay Ende der 1990er-Jahre in Deutschland etablierte, floriert die Secondhand-Branche ohne Ende. Gebrauchtes gilt als chic und wird oft als Vintage angepriesen. Wir sprachen mit Roswitha Kugelmann, der Leiterin des Sozialkaufhauses Contact in Haunstetten. </strong></p>
<p><strong><em>Presstige: Wie darf man sich das Konzept hinter <a title="Das Sozialkaufhaus Contact" href="http://presstige.org/2014/05/sozialkaufhaus-contact/">dem Sozialkaufhaus Contact</a> vorstellen? </em></strong></p>
<p><strong>Roswitha Kugelmann: </strong>Es gibt generell verschiedene Sozialkaufhäuser. Bei manchen darf man zum Beispiel nur gegen Berechtigungsausweis einkaufen kann,  das hat steuerrechtliche Gründe. Wir aber sind ein offenes Kaufhaus, bei uns ist jeder willkommen. Wenn wir nur an Bedürftige verkaufen würden, könnten wir die Größe nicht finanzieren. Dadurch wäre auch die Auswahl kleiner. Für mich ist es sehr wichtig, dass jeder bei uns einkaufen kann – auch ohne Berechtigungsausweis. Denn für einen kleinen Geldbeutel muss man sich nicht auch noch ausweisen. Den haben eben nicht nur Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger, sondern auch beispielsweise Rentner oder Studenten.</p>
<p><figure id="attachment_3602" aria-describedby="caption-attachment-3602" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_Portrait1.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-3602" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_Portrait1.png" alt="Die 59-Jährige Roswitha Kugelmann leitet das Sozialkaufhaus Contact." width="1200" height="890" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_Portrait1.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_Portrait1-400x296.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_Portrait1-1024x759.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3602" class="wp-caption-text">Die 59-Jährige Roswitha Kugelmann leitet das Sozialkaufhaus Contact.</figcaption></figure></p>
<p><em><strong>Was für ein Leitgedanke steckt dahinter?</strong></em></p>
<p>Uns ist wirklich wichtig, dass wir ein Sozialkaufhaus sein können, das sozial ist. Und dass wir die Preise so niedrig wie möglich halten können, damit viele günstig einkaufen können. Gleichzeitig wollen wir trotzdem ganz vielen Leuten eine Beschäftigung geben.Wir helfen also einerseits den Menschen, die hier Arbeit, aber auch Anschluss finden. Und andererseits den Leuten, die etwas abzugeben haben, sodass es nicht in der Mülltonne landet. Das ist uns wichtig, dass wir nicht nur soziale Arbeit leisten, sondern dass wir auch etwas für die Umwelt tun.</p>
<p><strong>Wie viele Menschen arbeiten bei Ihnen?</strong></p>
<p>Wir haben momentan sechzig Personen festangestellt, daneben gibt es circa sechzig Freiwillige. Teilweise beteiligen sich auch Praktikanten oder Studenten, die über <a href="http://www.uni-augsburg.de/einrichtungen/career-service/studierende/do_it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">das Do-it-Programm</a> zu uns kommen. Für uns ist es schön, dass unsere Mitarbeiter das nicht nur als irgendeinen Job ansehen, sondern mit Herzblut dahinterstehen. Weil sie eben merken, dass man so viel erreichen, viel vorm Wegwerfen bewahren und vielen Leuten helfen kann.</p>
<p><em><strong>Wie ist das, wenn ich größere Ware wie Möbel habe, die ich gerne abgeben möchte, aber nicht selbst vorbeibringen kann?</strong></em></p>
<p>Man ruft einfach an und macht einen Termin aus. Einer unserer drei Transporter kommt dann vorbei und holt die Sachen ab. In der Regel sind wir zwei Wochen im Voraus ausgebucht, die Transporter fahren wirklich pausenlos. Wenn man etwas abgeben will, dann sollten das aber schon Sachen sein, die noch gut zu gebrauchen sind. Für Sperrmüll ist die Stadt Augsburg zuständig.</p>
<blockquote><p><strong>Das Sozialkaufhaus Contact </strong>ist ein Bestandteil des Contact e.V., den es bereits seit 1999 gibt. Anfangen haben die Initiatoren mit einem kleinen Laden in Alt-Haunstetten, die heutige Fläche misst 4000 Quadratmeter. Neben vier verschiedenen Ausstellungsflächen gibt es auch ein kleines Café, eine Hochbeetanlage und ein paar kleine Wohnwägen, in denen Deutschunterricht gegeben wird und eine Strickrunde stattfindet.</p>
<p><strong>Adresse:</strong> Im Tal 8, 86179 Augsburg (Linie 3, Richtung Haunstetten West, Haltestelle Hofackerstraße)<br />
<strong>Öffnungszeiten:</strong> Mo-Fr: 10-19 Uhr, Sa: 8-18 Uhr<br />
<strong>Weitere Infos:</strong> <a href="http://www.contact-in-augsburg.de/Startseite.xhtml">www.contact-in-augsburg.de</a> oder auf <a href="https://www.facebook.com/pages/contact-in-Augsburg-eV/176726565715308">Facebook </a></p></blockquote>
<p><em><strong>Gibt es denn Dinge, die besonders gut laufen? Oder welche, die eher Ladenhüter sind?</strong></em></p>
<p>Das Erstaunliche ist, das eigentlich alles gut läuft. Manches geht gleich wieder raus, manches liegt halt ein bisschen länger hier, bis es jemand entdeckt. Bei der Kleidung legen wir jeden Tag ein paar hundert Stücke nach, die dann auch wieder verkauft werden. Und bei den Büchern gibt es alle drei bis vier Monate eine Sonderaktion, wo jedes Buch nur zehn Cent kostet. Es gibt so gut wie nichts, was wir letztendlich wegwerfen müssten. Wenn wir wirklich zu viel Ware haben, spenden wir die nach Rumänien.</p>
<p><em><strong>Was haben Sie für die Zukunft geplant?</strong></em></p>
<p>Gerade planen wir ein ganzes <a href="http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Ein-Oekodorf-fuer-die-Grossstadt-id28708192.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">Contact-Dorf</a>. Das soll wirklich eine größere Sache werden: Wir wollen ein soziales Ökodorf schaffen. Es gibt ja viele Lebensgemeinschaften, wie WGs, so ähnlich soll das auch funktionieren. Aber auch, dass man sich ein Stück weit selbst versorgt, eigene Lebensmittel anpflanzt usw. Wir haben dafür mit zwei Studenten aus dem letzten Do-it-Programm ein Konzept erstellt und sind gerade dabei, das auszuarbeiten.</p>
<ul>
<li><strong>Mehr zum Thema</strong>: <a title="Das Sozialkaufhaus Contact" href="http://presstige.org/2014/05/sozialkaufhaus-contact/">Reportage aus dem Sozialkaufhaus Contact</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/interview-sozialkaufhaus/">&#8220;Wir wollen wirklich sozial sein&#8221;</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Sozialkaufhaus Contact: Ein Ort der Begegnungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Petra Maier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2014 06:15:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[contact]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#26]]></category>
		<category><![CDATA[second hand]]></category>
		<category><![CDATA[sozialkaufhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Second Hand wird immer beliebter – das zeigen Konzepte wie Kleiderkreisel oder Facebook-Gruppen wie der Augsburger Mädchenflohmarkt zu Genüge. Dass es dabei nicht nur um billig Einkaufen geht, macht das Sozialkaufhaus Contact in Haunstetten deutlich. Von außen erweckt das Areal...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/sozialkaufhaus-contact/">Sozialkaufhaus Contact: Ein Ort der Begegnungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Second Hand wird immer beliebter – das zeigen Konzepte wie <a href="http://presstige.org/2014/02/kleiderkreisel-flohmarkt-2-0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kleiderkreisel</a> oder Facebook-Gruppen wie der <a href="https://www.facebook.com/login.php?next=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fgroups%2F330554067019160%2F" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Augsburger Mädchenflohmarkt</a> zu Genüge. Dass es dabei nicht nur um billig Einkaufen geht, macht das <a href="http://www.contact-in-augsburg.de/Startseite.xhtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialkaufhaus Contact</a> in Haunstetten deutlich.</b></p>
<p><figure id="attachment_2512" aria-describedby="caption-attachment-2512" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/IMG_2684.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-2512" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/IMG_2684.jpg" alt="Text: Petra Maier, Fotos: Petra Maier &amp; Natalia Sander" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/IMG_2684.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/IMG_2684-400x266.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/IMG_2684-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2512" class="wp-caption-text">Text: Petra Maier, Fotos: Petra Maier &amp; Natalia Sander</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: left;">Von außen erweckt das Areal einen eher unscheinbaren Eindruck. Das Gebäude erinnert an eine Art große Lagerhalle – was es gewissermaßen auch ist. Dass drinnen eine Fundgrube für Schätze aus nahezu allen Dekaden des letzten Jahrhunderts wartet, bleibt von außen unersichtlich. Neben der schwarzen Eingangstür befinden sich mehrere metallene Regale, die über und über mit Blumentöpfen voll sind. Irgendjemand hat sie nach Farben sortiert. Mich überkommt ein wenig das Gefühl, in einem Gartencenter zu sein.</p>
<p style="text-align: left;">Als ich die quietschende Türe öffne und ins Innere des Sozialkaufhauses trete, ändert sich dieser Anschein aber schlagartig. Meine Augen wissen ob der vielen Eindrücke nicht so recht, wohin sie wandern sollen: Auf der linken Seite der großen Fläche türmen sich in silbern schimmernden Regalen stapelweise Handtücher, Bettwäsche, Schuhe, Mützen und Schals. Weiter hinten begegnen mir Kleiderständer, die Mäntel, Blusen und Pullover aus vergangenen Jahrzehnten tragen; darunter Jeanshosen mit Schlag aus den Siebzigern, ein braunkariertes Sakko aus Tweed und eine rosa Kinder-Jogginghose. Ich frage mich, wem diese Sachen wohl alle einmal gehört haben.</p>
<p style="text-align: left;">Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Haushaltsecke. Dort gibt es jegliche Art von Geschirr, die man für die erste Studentenbude gebrauchen kann: Von Plastiksieben über Tassen aus handbemaltem Porzellan und großen Teflonpfannen ist alles dabei. Die Regale stehen alle sehr eng beieinander, sodass ich aufpassen muss, mit meiner Handtasche nicht aus Versehen ein Regal abzuräumen. Es riecht hier etwas nach altem Keller. Ein paar Schritte weiter riecht es gleich ganz anders – nach Büchern. Auch hier ist nicht viel Platz zwischen den Regalen. Ich komme mir vor wie in einem Labyrinth. Zwar sind die Bücher nach Genre geordnet, doch stehen die Regale so verwinkelt, dass es mir anfangs schwerfällt, den Überblick zu bewahren.<strong><br />
</strong></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7065.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2899" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7065.png" alt="Sozialkaufhaus_IMG_7065" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7065.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7065-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7065-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<h3>Täglich sechs Tonnen Neuware</h3>
<p>Die Masse an Ware überfordert mich. Sechs Tonnen Neuware kommen täglich rein, erzählt Roswitha Kugelmann, die Mitbegründerin des Sozialkaufhauses (<a href="http://presstige.org/2014/05/interview-sozialkaufhaus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier ein Interview</a>). Einerseits holen drei Transporter nach Absprache Möbel aus Privathaushalten ab, anderseits bringen viele Leute die Dinge, die sie nicht mehr brauchen, selbst hierher. Darunter ist so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann: Kleidung, Geschirr, Spielzeug, Fahrräder, Elektroartikel und vieles mehr. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, meint Roswitha Kugelmann. „Und wenn wir es heute nicht haben, dann kriegen wir es morgen.“</p>
<p>In vier großen Verkaufshallen wird die Ware – nachdem sie ausgiebig sortiert und teilweise in einer kleinen Werkstatt aufgearbeitet wurde – zum Verkauf angeboten. Seit vier Jahren befindet sich das Sozialkaufhaus auf diesem Gelände. Angefangen haben die Initiatoren mit einem kleinen Laden in Alt-Haunstetten, danach ging es weiter mit einem größeren Geschäft in der Friedberger Straße – nicht zu vergleichen mit der heutigen Fläche von 4000 Quadratmetern. Das Schönste an den größeren Räumlichkeiten ist für Roswitha Kugelmann, dass sie mehr Leute beschäftigen kann.</p>
<p>Ungefähr 120 Personen arbeiten hier – teilweise sind sie festangestellt, teilweise beteiligen sie sich auf freiwilliger Basis an dem Konzept. Die meisten von ihnen wären für den ersten Arbeitsmarkt nicht mehr fit genug, erklärt sie. Obwohl die Preise so niedrig wie möglich gehalten werden, sollen viele Menschen hier arbeiten können. Noch wichtiger findet es Roswitha Kugelmann aber, dass die Angestellten auch Anschluss finden: So gibt es mittags für alle Mitarbeiter ein warmes Essen, das in einer winzigen Küche zubereitet wird. Die Lebensmittel dafür werden von einer Bäckerei in der Umgebung und einem Discounter gespendet.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Cover_300px.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 26: Macht</strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 26 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/05/ausgabe-26-macht">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige26">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/macht">Der Schwerpunkt Macht</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3 style="text-align: left;">Der Name ist Programm</h3>
<p>Für die 59-Jährige ist es außerdem wichtig, dass jeder hier einkaufen kann – auch ohne Berechtigungsausweis, wie es in anderen Sozialkaufhäusern gefordert wird. Denn für einen kleinen Geldbeutel sollte man sich nicht auch noch ausweisen müssen, findet Roswitha Kugelmann. Durch die große Menge an Ware entsteht einerseits ein unglaubliches Einkaufsparadies – man findet hier wahrscheinlich aus jeder Epoche des 20. Jahrhunderts etwas – andererseits wird aber auch der Umwelt geholfen: Vieles, was sonst auf dem Müll landen würde, kann so noch einen neuen Besitzer glücklich machen.</p>
<p>In erster Linie ist das Sozialkaufhaus aber ein Ort der Begegnungen: In einem kleinen Café können sich die Kunden bei kostenlosem Kaffee, Tee und Gebäck etwas stärken und ins Gespräch kommen. Daneben wird regelmäßig Deutschunterricht für Ausländer angeboten und es gibt eine Strickrunde, der man sich unverbindlich anschließen kann. Daher wurde auch der Name Contact gewählt: Die Leute sollen hier die Möglichkeit haben, mit Anderen in Kontakt zu kommen, mit denen sie sonst vielleicht nichts zu tun hätten. Der Begriff kommt aus dem Französischen, bedeutet so viel wie „Berührung“ und steht für neue Begegnungen und ungewohnte Situationen, an die man sich langsam herantastet – immer darauf bedacht, Anderen zu helfen.</p>
<ul>
<li><strong>Weiterlesen</strong>: <a href="http://presstige.org/2014/05/interview-sozialkaufhaus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Interview mit Contact-Chefin Roswitha Kugelmann</a></li>
</ul>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7131.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2900" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7131.png" alt="Sozialkaufhaus_IMG_7131" width="1200" height="799" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7131.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7131-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Sozialkaufhaus_IMG_7131-1024x681.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<blockquote><p><strong>Sozialkaufhaus Contact </strong></p>
<p>Im Tal 8<br />
86179 Augsburg<br />
Tramlinie 3 Richtung Haunstetten West, Haltestelle Hofackerstraße<br />
Öffnungszeiten: Mo. – Fr.: 10 – 19 Uhr, Sa.: 8 – 18 Uhr<br />
Mehr Infos erhaltet ihr unter: <a href="http://www.contact-in-augsburg.de">http://www.contact-in-augsburg.de</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/sozialkaufhaus-contact/">Sozialkaufhaus Contact: Ein Ort der Begegnungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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