Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Die beliebtesten Augsburger Freibäder und Badeseen im Test

Für alle, die ihre Bikinifigur nicht im künstlichen Scheinwerferlicht bei Vivas Are U Hot, sondern unter natürlicher UV-Bestrahlung präsentieren möchten, haben wir unter höchstem Sonnenbrandrisiko einige Badeseen und Freibäder getestet – harte Kämpfe um Liegeplätze und Begegnungen der unheimlichen Art inklusive.

 

Von Susanne Gruner, Martina Wengenmeir

Haunstetter Naturbad – Findet Nemo und Konsorten

Dieses Bad macht seinem Namen alle Ehre. Der See ist zwar künstlich angelegt, ansonsten aber sehr naturbelassen. Deshalb sollte man beim Baden mit Algen, Fischen und anderen Lebewesen rechnen. Wer die Natur und Überraschungen liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Das Schwimmen im unheimlichen Gewässer gibt einem allerdings den einzigen Adrenalinkick. Bis auf das Beachvolleyballfeld in Amateurligazustand bietet das Bad wenig Unterhaltung. Ruhe und Entspannung fernab der Massen sind angesagt. Unser Tipp: Genau das Richtige für frisch verliebte Pärchen, die nur Augen füreinander haben und ungestört sein wollen.

 

Friedberger Baggersee – Sehen und gesehen werden

Im Sommer ergießen sich wahre Pilgerströme von Sonnenhungrigen Richtung Friedberg. Dabei sein ist alles, deshalb quellen die Liegeflächen auch regelmäßig über und man ergattert nur mit viel Glück ein freies Plätzchen. Wer es dann nach langer Parkplatzsuche und Handtuchslalom geschafft hat, kann sich glücklich schätzen. Vom Restaurant über Beachvolleyballfelder bis zum Wasserski ist hier alles geboten. Intime Gespräche oder den großen Beziehungskrach sollte man allerdings nach Hause verlegen, denn die nur 30 Zentimeter entfernten Liegenachbarn hören alles mit! Aufgrund der körperlichen Nähe zu völlig fremden Bikinischönheiten sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche auch ohne Sonne garantiert. Unser Tipp für jeden, der sich auf den neuesten Stand der Bademode bringen möchte oder das Ufer gern mal als Catwalk missbraucht.

 

Spickelbad/Fribbe – Augsburgs Timmendorfer Strand

Das einzige getestete Freibad mit Eintritt (1,20 Euro für Studenten), dafür aber auch mit dem meisten Wasserspaß. Verwöhnte Großstadtkinder genießen im Hallenbad völlige Algen- und Frischluftfreiheit inklusive Chloraroma. Die etwas Stadtleben 55 Härteren finden im Eiskanal mit Strömung und Wasserfall ihre Abkühlung. Wer Mitglied im angegliederten Beachvolleyballverein wird, spart sich den Eintritt und kann die hochwertige Anlage uneingeschränkt nutzen. Aber auch normale Badegäste haben die Möglichkeit, sich hier eventuelle Fettpölsterchen abzutrainieren. Damit man nicht ganz vom Fleisch fällt, wird die Versorgung mit Cola und Pommes rot-weiß durch ein Restaurant sichergestellt. Die kostenfreie Alternative bietet sich 500 Meter entfernt: Auch hier kann man in den Eiskanal springen, muss aber den Picknickkorb selber mitbringen. Unser Tipp: Durch die zentrale Lage in der Nähe des Roten Tors ist das Fribbe optimal geeignet für Studenten, die kein Auto besitzen.

 

Ilsesee – Südliches Mekka der Sonnnenhungrigen

Am südlichen Stadtrand von Augsburg bietet der von Ortsansässigen liebevoll genannte „Ille“ ein Badeziel für all diejenigen, die ein paar Kilometer mit den Auto oder Fahrrad auf sich nehmen, um am See zu chillen. Wem das Plantschen am Uferrand zu seicht ist, der kann sich auf die Suche nach einer Untiefe in die Mitte des Sees begeben, an der dem abenteuerlustigen Entdecker je nach Körpergröße das Wasser bis zum Hals beziehungsweise Bauch steht. Als prüder Student muss man jedoch gewappnet sein, denn bei manchen Badegästen steht nahtlose Ganzkörperbräune mit möglichst wenig Streifen im Vordergrund. So findet man hier schon einmal eine Oben-Ohne-Sonnenanbeterin oder einen netten Herrn im schwarzen Tanga. Ein Geheimtipp für Fans von Steilküste und hohem Gras ist der direkt nebenan gelegene Lautersee. Unser Tipp für mit Auto ausgestattete Lästermäuler und mobile Studenten, die in Uni-Nähe wohnen.

 

Kuhsee – Alternative mit Flair

Der künstlich geschaffene See in Hochzoll ist vor allem für seine abendlichen Grillorgien bekannt und beliebt. Ab und zu schaut die Polizei vorbei und kontrolliert, ob auch wirklich nur in der sogenannten „Südkurve“ (am äußeren Ende des Sees) gegrillt wird. Nur dort ist es offiziell erlaubt. Offenes Feuer direkt auf dem Boden ist allerdings überall streng verboten. Aber auch tagsüber ist hier einiges los. Das Publikum reicht von blutjung bis steinalt. Demzufolge wird man schon mal von Gummibällen oder Gehstöcken getroffen. Wer sich dann abreagieren muss, kann sich unter die Jogger mischen, die scheinbar mühelos selbst bei 35 Grad Celsius ihre Runden um den See drehen. Ist man dann noch nicht ausgelastet, sollte man sich ein Ruderboot ausleihen und mit der Liebsten ein bisschen über den See schippern. Für die romantische Stimmung sorgt die wunderschöne Umgebung, denn der Kuhsee und das östliche Lechufer stehen unter Landschaftsschutz. Unser Tipp für entspanntes Grillen unterm Sternenzelt und Mainstream-Badespaß.

 

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