Selbstständig – aber wie?

Tipps von der Gründerberaterin der Universität Augsburg, Dr. Gabriele Schäfer

 

Von Michael Sentef, Illustration: Martin Andrejic

presstige: Wann und für wen lohnt sich der Sprung in die Selbständigkeit?

Schäfer: Theoretisch kann man mit der Selbständigkeit sehr viel Geld verdienen, aber in den ersten Jahren ist das ein sehr riskantes Unterfangen mit viel Arbeit und eher geringem Verdienst. Am Anfang muss man oft viel investieren – und das zahlt sich erst zeitverzögert aus. Neben dem Studium nebenberuflich zu gründen, ist eine gute Sache, um erste Erfahrungen zu sammeln. Denn Selbständigkeit ist vor allem ein Lernprozess! Aufpassen müssen studentische Gründer aber bei den BAföGAnsprüchen und mit der Krankenversicherung.

presstige: Wie setzt man denn eine Business-Idee von der Bierdeckel-Skizze bis hin zum Businessplan und der Finanzierung um?

Schäfer: Man fängt mit dem Businessplan an: Man sollte sich tatsächlich hinsetzen, wie bei existenzgruender. de eine Vorlage herunterladen und sich mit den einzelnen Punkten befassen. Parallel sollte man Info- Veranstaltungen besuchen – wir von der Gründerberatung bieten solche Veranstaltungen mit dem Career- Service an. Bücher lesen kann auch etwas bringen, aber vor allem gilt „learning by doing“ und die Auseinandersetzung mit Experten: mit Gründern, Gründerberatern, Unternehmern und ehemaligen Unternehmern. Die Teilnahme an Gründerwettbewerben wie dem „Businessplan Wettbewerb Schwaben“ oder dem „5-Euro- Business“, das im Wintersemester 2007 wieder beginnt, ist ebenfalls sehr hilfreich.

presstige: Wieviel Zeit muss man denn investieren?

Schäfer: Das hängt davon ab, welche Ziele man verfolgt und in welchem Umfang man selbständig sein möchte. Am Anfang ist vor allem die Kundenakquise zeitintensiv! Eine Vollzeitselbständigkeit kann bis zu 70 Stunden pro Woche erfordern – bei einer nebenberuflichen Tätigkeit, bei der Geld und Kundenzahl nicht so entscheidend sind, geht es aber auch mit deutlich weniger. presstige: Wie schützt man sich vor Ideenklau? Schäfer: Durch Geheimhaltung oder durch gewerbliche Schutzrechte – aber nicht alles kann geschützt werden. Durch Werbung oder Maßnahmen zur Kundenbindung kann man auch Markteintrittsbarrieren aufbauen.

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