10 Jahre Modular: Die Erfolgsgeschichte des Augsburger Festivals

© Alisa Eva-Marie Honold Illustration: Julia Brandl

Zum Studieren in eine neue Stadt ziehen ist ja immer so eine Sache. Von klassischen Studienfragen mal abgesehen, wie sind die Leute dort drauf? Was bietet das Leben in Augsburg? Schon auf der Ersti-Hütte letztes Wintersemester konnte ich mir – umgeben von waschechten Augsburgern – ein Bild von dem machen, was mich erwarten würde. Zugegeben, die Obsession mit dem Heyzel Coffee, also dem ehemaligen PowWow, habe ich bis heute nicht verstanden. Doch ein Begriff, der mindestens genauso häufig fiel, ist das berühmt-berüchtigte Modular. 

Modular, was soll das überhaupt sein? Ein Sommer-Festival in der Stadt, das war auch mir schnell klar, aber warum dieser Hype? Warum schwärmt jeder Augsburger oder Wahl-Augsburger, dem man begegnet, so sehr davon? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen und anlässlich des 10-Jährigen Jubiläums 2019 habe ich mich auf Spurensuche begeben: Die Erfolgsgeschichte des Augsburger Festivals 

Seit 2009 hat das Modular seine feste Heimat in Augsburg gefunden, jedoch war das Festival nicht von Anfang das, was ihr heute kennt. Veranstaltet vom Stadtjugendring (SJR) und gefördert von der Stadt Augsburg, findet es jährlich über drei Tage am letzten Pfingstwochenende statt. Anfangs mit rund 5000 Besuchern als Inhouse-Festival im Zwei-Jahres-Rhythmus, inzwischen mit jährlich um die 30.000 Besucher, natürlich draußen. 

Bis 2011 wechselte das Modular seine Locations in Augsburg regelmäßig: vom Konzertsaal im Leopold-Mozart-Zentrum zum Rathausplatz, zum Annahof, bis hin zu verschiedenen Augsburger Clubs. 2012 wurde es dann längerfristig in den Wittelsbacher Park verlegt. Allerdings gab es 2016 Kritik an den entstandenen Umweltschäden: etwa die Beschädigung von Grünflächen durch Auf-und Abbau und auch die Lärmbelästigung dort beheimateter Vögel. Glücklicherweise wurde nachweislich festgestellt, dass auch die Vögel das Festival gut überstanden haben, dennoch hat das Modular mit dem Gaswerk Augsburg ab diesem Jahr eine neue Location gefunden. 

Schon von Beginn an war das Ziel des Modulars unter dem Motto „Mach halt was du willst!“, ein Ort des kulturellen und künstlerischen Zusammentreffens in der Region zu sein. 

Das vielfältige, kreativ gestaltete Rahmenprogramm mit verschiedenen spannenden Workshops (dieses Jahr u.a Festival-Dress- oder Papier-Perücken-Basteln) und ein großes sportliches Angebot fördern das Ziel des Festivals – Partizipation und Vernetzung der Besucher, und geben dem Modular damit seinen Charme. Zu Gute kommen uns dabei auch die vergleichsweise günstigen Eintrittspreise. 

Gestemmt wird die Planung des größten Non-Profit Jugend- und Popkulturfestival der Region übrigens neben den Veranstaltern von mehr als 450 ehrenamtlichen Helfern. Dazu wird das Ganze neben städtischer Förderung durch Sponsoren finanziert, die aktiv ins Festival eingebunden sind. Der Hauptsponsor SWA bietet kostenloses Wasser für alle Gäste, während die Sparkasse Augsburg dieses Jahr an allen Ständen bargeldloses Bezahlen möglich macht. 

Musikalisch bewegt sich das Modular zwischen Pop, Indie, Elektro, Hip-Hop und Rock und holt dafür jedes Jahr rund 50 Acts auf die Bühne, die in den Worten einer Freundin „immer die sind, die in den nächsten Jahren dann richtig bekannt werden.“ So haben zum Beispiel schon Kraftklub und Prinz Pi (2012), AnnenMayKantereit und Haftbefehl (2015) und Von Wegen Lisbeth sowie auch Trettmann (2017) das Modular gerockt. Doch nicht nur nationale und internationale Künstler werden hier gefördert, es wird auch großer Wert darauf gelegt, Bands aus der Region die Chance zu ermöglichen, vor einem großen Publikum zu spielen. Auch beim diesjährigen Line-Up ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei! 

Das Modular scheint nicht nur bei den jungen Augsburgern selbst gut anzukommen, auch die verschiedenen Preise, die es bislang gewonnen hat, zeigen, dass der Hype durchaus seine Berechtigung hat. So wurde es schon mit dem Augsburger Zukunftspreis (Bereich Nachhaltigkeit), dem Augsburger City-Preis (Bereich Volunteering) und dem Bayerischen Popkulturpreis (Bereich nachhaltige Bereicherung der Popkultur) ausgezeichnet.

Fazit meiner Recherche ist auf jeden Fall, dass ich den Startschuss am Donnerstag kaum erwarten kann! Seid ihr auch mit dabei? 

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