Essen auf dem Festival – Ein Survival Guide

© Alisa Eva-Marie Honold Illustration: Julia Brandl

Essen und Kochen auf dem Festival – hier scheiden sich die Geister. Während für die einen Dosen-Ravioli mit einem Schuss Bier eine vollwertige Mahlzeit sind, packen die anderen ihren Weber-Grill plus Zubehör ein, um auch auf dem Festival das kulinarische Niveau von zu Hause zu halten.
Ihr ordnet euch irgendwo zwischen den beiden Extremen ein, wisst aber noch nicht so richtig, was ihr unbedingt mitnehmen solltet? Dann zeigen wir euch in dieser Liste, was ihr für einen gesunden Mittelweg zwischen „Bier ersetzt alle drei Mahlzeiten“ und „Die Nährwerttabelle der Dosen-Spaghetti ist mir aber nicht ausgewogen genug“ alles braucht.

Essentielles vorneweg: Für fast alle warmen Speisen auf dem Festival braucht man einen Campingkocher. Den sollte man also auf keinen Fall zu Hause vergessen. Am besten auch an Gaskartuschen zum Nachfüllen sowie ein Feuerzeug zum Anzünden denken. Natürlich braucht man auch noch einen Topf, den man auf den Kocher stellen kann. Und wer sich kulinarisch besonders verkünsteln will, nimmt noch eine Pfanne mit.
Irgendwie muss das Festmahl ja auch gegessen werden, also Besteck einpacken! Besonders eignet sich hier Campingbesteck, bei dem Messer, Gabel und Löffel zusammen befestigt sind. Das ist platzsparend und die Einzelteile können nicht verloren gehen. Falls man sich für Gerichte aus der Dose entscheidet und nicht zufällig ein multifunktionales Taschenmesser dabei hat, sollte man auch an einen Dosenöffner denken. Eine Kühlbox ist ein netter Zusatz, der vieles einfacher macht. Im Zweifelsfall überlebt man aber auch ohne.

Zum Frühstück eignet sich Müsli hervorragend. Hier kann jeder seine Lieblingssorte von zu Hause mitnehmen, egal ob Schoko, Obst oder 5-Korn-Mix. Eine brauchbare Schüssel findet sich immer und falls nicht, kann man Müsli auch super aus dem Bierpong-Becher essen. Zum Mischen eignet sich H-Milch oder Milchersatz auf Pflanzenbasis wie Hafer- oder Sojamilch. Die halten sich nämlich auch ungekühlt eine ganze Weile.
Klassisches Brot bleibt ebenfalls relativ lange frisch und schmeckt hervorragend in Kombination mit Nutella, Marmelade oder herzhaften Aufstrichen, die keinen Kühlschrank brauchen. Alternativ kann man auch zu Milchbrötchen greifen, die sind schließlich auch unbelegt schmackhaft.

Wer mittags, abends oder auch nachts ausgehungert zum Zeltplatz zurück kommt, hat sicherlich Lust auf was Herzhaftes. Ein Blick ins Supermarktregal zeigt: beim Fertigessen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Von den klassischen Dosen-Ravioli über Gemüsesuppen bis hin zu Kichererbsen-Eintopf kann man wirklich alles kaufen. Für alle, die ihr schlechtes Gewissen beim Kauf von Instant-Produkten nicht ganz ausschalten können: ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich. Auch im Fertig-Sortiment findet ihr Gerichte, die verhältnismäßig wenig künstliche Zusätze und Aromen enthalten. Ja, es gibt tatsächlich Tomatensuppe, in der auch Tomaten drin sind!
Geheimtipp aus dem Öko-Regal: Fleischersatz wie Tofu-Würstchen hält sich oft auch ungekühlt und kann roh gegessen werden. Wer bei Soja-Produkten bis jetzt eher angewidert das Gesicht verzogen hat und sich nicht vorstellen kann, dass sie schmecken: es gibt wohl keinen besseren Ort, um das zu testen, als betrunken auf einem Festival. Wer das Fake-Schnitzel wider Erwarten doch nicht so schlecht findet, kann es immer auf den Alkohol schieben.

Nicht zu vernachlässigen ist Obst. Man kann es sich im Normalzustand nicht vorstellen, aber wenn man nach einem langen Tag auf dem Festival nur noch aus Bier und Dosen-Spaghetti besteht, freut man sich wirklich über einen erfrischenden, vitaminreichen Snack. Hier sind Äpfel super geeignet: Sie halten auch ohne Kühlung lange und sind relativ robust im Transport. Ähnliches gilt für Bananen.
Beim Snacken sind fast keine Grenzen gesetzt, schließlich müssen die wenigsten Süßigkeiten gekühlt werden. Nur auf Schokolade an besonders heißen Sommertagen sollte man verzichten. Stattdessen kann man neben klassischen Keksen und Gummibärchen aber Reiswaffeln, Nüsse, Müsliriegel oder auch getrocknetes Obst einpacken.
Wer unbedingt ein richtiges Dessert möchte, kann sich mit zahlreichen Nachtisch-Mischungen aus dem Backregal behelfen. Die Pudding- oder Cremepulver müssen meistens nur noch mit Milch (hat man bestimmt noch übrig vom Frühstück) zusammengerührt werden.

Auch beim Thema Getränke sollte man sich vorher kurz Gedanken machen, was man am besten einpackt. Auf vielen Festivals sind inzwischen Glasflaschen verboten, aber keine Sorge, ihr müsst deshalb noch lange nicht zum Bier aus der Plastikflasche greifen. Einige Marken gibt’s ja zum Glück auch in der Dose und alles Alkoholische ohne Kohlensäure sowie Hochprozentiges kann problemlos in eigene Plastikflaschen umgefüllt werden. Und die dürfen meistens mit – zumindest auf’s Campinggelände.

Und noch ein kurzer Einschub, speziell für das Modular in Augsburg: Hier gibt es keinen getrennten Campingbereich, deswegen gelten andere Spielregeln. Ihr dürft generell keine Flaschen oder Dosen sowie alkoholische Getränke mit auf’s Festivalgelände bringen.
Praktisch: ohne Campingplatz müsst ihr auch nicht selbst kochen. Dafür gibt es zahlreiche Stände, die eine riesige Auswahl an Essen bieten. Hier wird sogar auf regionale Produkte Wert gelegt und auch das vegetarische und vegane Angebot lässt keine Wünsche offen.

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