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	<title>Balthasar Zehetmair, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Wer liefert so spät bei Nacht und Wind?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2020 06:53:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hier in Augsburg liefern aber nicht nur die orangefarbene Flotte des Marktführers, sondern auch die mintgrünen Boxboten. Konventionell liefert nur noch der Marktführer. Bei Boxbote werden schon seit Langem nicht mehr nur Essen und Getränke geliefert. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/04/wer-liefert-so-spaet-bei-nacht-und-wind/">Wer liefert so spät bei Nacht und Wind?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="731" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920-1024x731.jpg" alt="" class="wp-image-14162" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920-1024x731.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920-300x214.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920-768x548.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920-1536x1097.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920-676x483.jpg 676w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920-321x229.jpg 321w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/courier-driver-4886839_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Ein Kurierfahrer sucht den schnellsten Weg heraus. Er oder Sie scheint erst vor Kurzem Angefangen zu haben. Profikurierfahrer kennen die Stadt und ihre Straßen besser als ihre eigene Hosentasche. ©pixabay</figcaption></figure>



<p>17.14 an einem kalten, verregneten Tag im Januar.</p>



<p>„An dieser Stelle werden wir dann nächste Woche fort&#8230;“ Kaum ist das letzte Wort des Dozenten gesprochen geht es schon im Eilschritt Richtung Tram. Die Tram ist voll, war erwartbar. Bisschen Quetschen, dann sollte es schon gehen. Die Zeit rennt, 18 Uhr ist Schichtbeginn. Kurz nach Hause, vielleicht noch etwas essen, kurzer Plausch mit der Mitbewohnerin, warm einpacken und gleich wieder weiter mit dem Rennrad. Ein eisiger Wind weht<strong>,</strong>&nbsp;als ich die Konrad-Adenauer-Allee zum Kö hinunter rase. Kurzer Blick auf die Uhr bei der Ankunft in der Fahrerzentrale. 17.58. Aufatmen.</p>



<p>Hinter dem Bildschirm sitzend und dort bereits die Lieferaufträge verteilend erwartet mich schon mein Chef mit einer leicht gereizten Begrüßung. Schnell suche ich mir mein Equipment zusammen, schnalle mir den kastenförmigen Rucksack &#8211;&nbsp;vollgekleistert mit Logos und Werbung &#8211; auf&nbsp;den Rücken und mache mich nach zwei Minuten wieder auf in die Kälte. In die App, auf welche mir die Aufträge geschickt werden, logge ich mich noch ein und schon kann´s losgehen. Für die nächsten vier Stunden radle ich nun – wie etwa drei bis viermal die Woche – quer durch Augsburg und stille Hunger und Durst der Kunden*innen.</p>



<p>Kaum ein paar Meter gefahren, vibriert das Handy. Schon ist der erste Auftrag da. Mit drei Burgern von Grizzlys im Gepäck geht es nach Pfersee in eine Neubausiedlung. Hausnummer suchen, klingeln. Das Essen dampft noch bei der Übergabe. Der Kunde ist zufrieden, ich um zwei Euro reicher. Nächster Auftrag. Schnell zum Aposto am Rathausplatz. Kurzer Austausch mit einer Kollegin. Relativ viel los heute, erfahre ich. Schon sind die Pizzen fertig und weiter geht´s in die Jakobervorstadt. Ein altes Haus, der Name des Kunden nicht auf dem Klingelschild zu finden. Ein kurzer Anruf ergibt, dass er die falsche Adresse angegeben habe. Kurzes Augenrollen, doch auch die Bestellung kommt noch warm an.</p>



<p>So geht es die nächsten drei Stunden weiter. Langsam frieren die Hände ein. Es wird unangenehm. Um 21 Uhr zieht noch ein Schneeregen durch die Straßen. Die Kleidung ist durchnässt und ein paar Autofahrer meinen mir noch die Vorfahrt nehmen zu müssen. Dies quittiere ich mit ein paar freundlichen Worten und gestikuliere dabei noch etwas mit den Fingern. Der letzte Auftrag um 21.50 stellt sich nun nochmal als Geduldsprobe heraus. Mittlerweile etwas entnervt geht es schnell nach Lechhausen raus, bevor auch diese Schicht ein Ende findet. Nach 11 Aufträgen mit 15 Euro Trinkgeld in der Tasche trotte ich an diesem Abend um 22.30 nach Hause. Insgesamt eine unspektakuläre Schicht. Jetzt erstmal die Kleidung trocknen und Kochen. Morgen Abend geht’s wieder raus.</p>



<p>Vor mittlerweile 20 Jahren wurde die Bestellplattform Takeaway.com – aus der Not heraus kann man sagen – in Amsterdam gegründet. In den letzten Jahren boomte die Branche und auch weitere Dienstleister wie Foodora, Lieferheld oder Deliveroo eroberten mit ihren bunten Fahrradflotten die deutschen Städte. Ende 2018/Anfang 2019 schaffte es Takeaway dann die Konkurrenz größtenteils aufzukaufen und sich als Marktführer zu etablieren. Hier in Augsburg liefern aber nicht nur die orangefarbene Flotte des Marktführers, sondern auch die mintgrünen Gallier angeführt von Raimund Seibold, welcher mit Freunden 2015 den lokalen Lieferservice Boxbote gründete und sein Start-Up als „kleines gallisches Dorf“ im Kampf gegen die Big-Player stilisiert.</p>



<p>Konventionell liefert nur noch der Marktführer. Bei Boxbote werden schon seit Langem nicht mehr nur Essen und Getränke geliefert. Von 11 Uhr bis in die späten Abendstunden können die Kunden*innen eine ganze Palette an Produkten bestellen. Neben dem zünftigen Weißwurstfrühstück von der lokalen Metzgerei können auch sämtliche Drogerieartikel, ausgewählte Bücher oder neuerdings auch Kleidung und Werkzeug geordert werden. Der entscheidende Vorteil zu Amazon &amp;Co. ist dabei die schnelle Lieferung innerhalb einer halben Stunde, weshalb die Boxboten auch mit Blumen oder Geschenkkörben aus der Patsche helfen und mit einem Kasten Riegele-Bier die Hausparty retten können. Das kleine Unternehmen, für welches etwa 30 Fahrer*innen unterwegs sind, besticht immer wieder mit neuen innovativen Angeboten und durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. So bietet man seit Kurzem auch Shop&amp;Drop an. Dabei kann man sich seine Einkäufe in der Stadt kostenfrei liefern lassen und ist damit auch die mühsame Schlepperei los.</p>



<p>Auch in diesem Gewerbe existieren arbeitsrechtliche Debatten, in welchen vor allem der Lohn und die Arbeitsbedingungen angeprangert werden. Die Unternehmen locken mit einem Stundenlohn von etwa 12 Euro. Meistens wird etwas über Mindestlohn bezahlt, weshalb eine kleine Rechnung ergeben würde, dass ich an diesem Abend im Januar fast 13 Euro pro Stunde verdient habe. Natürlich gibt es auch Abende mit mehr oder weniger Trinkgeld, aber trotzdem stellt sich die Frage: Lohnt sich das? Einige meiner Kollegen beschreiben den Job als bezahltes Fitnessstudio und als relativ entspannt im Vergleich zu anderen Minijobs. Die Bewegung schafft einen guten Ausgleich zum ständigen Sitzen und die Arbeitszeiten lassen sich sehr flexibel einteilen. Natürlich gibt es auch hier Stoßzeiten, welche mit Stress verbunden sind, und das Wetter&#8230; aber sonst kann man sich nicht beschweren. Außerdem lernt man die Stadt von allen ihren unterschiedlichen Facetten kennen.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/04/wer-liefert-so-spaet-bei-nacht-und-wind/">Wer liefert so spät bei Nacht und Wind?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Martina Wild (Grüne)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2020 09:14:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Oberbürgermeisterwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Freitag, 9 Uhr 15. Wir, Balthasar und Julia, treffen uns an der Tram-Haltestelle der Uni. Ein paar Minuten früher, um die Interviewfragen nochmal durchzugehen und uns ein wenig auszutauschen - eventuelle Neuigkeiten, die sich noch einbauen lassen, oder Fragen, die im Gespräch vielleicht aufkommen werden. Was den richtigen Ort für das Interview betrifft, einigen wir uns auf die alte Cafete. Erfahrungsgemäß ist 9 Uhr 30 noch keine Hochphase für Studenten, erst recht nicht in den Ferien, es sollte also noch ruhig sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-martina-wild-gruene/">WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Martina Wild (Grüne)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<p></p>



<p>„Next Stop, University“.&nbsp;Die Haltestelle ist menschenleer an diesem Freitagmorgen, als Martina Wild, die OB-Kandidatin der Grünen, aus der Tram steigt. Ihr Blick schweift suchend an uns vorbei. Wir kommen auf sie zu. „Nehmt ihr schon auf?“ fragt sie mit einem Augenzwinkern – sie habe schon viel erlebt in diesem Wahlkampf. „So gut sind wir nicht ausgestattet“, erklären wir lachend und laufen den Innenhof entlang zur alten Cafeteria. Erst dort beginnen unsere Handys zu lauschen – und wir mit den Fragen. </p>



<p><strong>Presstige (PR): Das Thema Wohnen ist natürlich auch für uns Student*innen interessant. Deswegen die konkrete Frage: Bezahlbarer Wohnraum, was sind da ihre Vorhaben?&nbsp;</strong></p>



<p>Martina Wild (MW): Das Wohnen ist natürlich eines der wichtigen Themen, das nicht nur die ganz normalen Bürgerinnen und Bürger sowie die Studierenden betrifft, sondern auch soziale Einrichtungen in dieser Stadt immer mehr betrifft.&nbsp;&nbsp;Mittlerweile zieht die Preisspirale bei den Mietwohnungen, aber auch beim Eigentum dermaßen an, dass sich das Thema zu einer sozialen Frage entwickelt hat, welche nicht mehr nur die sozial schwächeren Schichten betrifft, sondern nun auch den Mittelstand. Deswegen haben die Grünen eine grüne Wohnoffensive entwickelt. Mit dieser soll geförderter Wohnraum geschaffen, die Mietpreisbindung auf 40 Jahre verlängert werden und eine adäquate Förderung von Genossenschaften und Baugemeinschaften in dieser Stadt stattfinden. Dies soll natürlich auch der Erhaltung von Milieus dienen sowie der Zweckentfremdung entgegenwirken.&nbsp;</p>



<p>Auch beim Thema städtische Böden macht sich eine Preisspirale bemerkbar und daher sollte hier im Sinne des Gemeinwohls agiert werden. Hier wollen die Grünen zukünftig eine Bodenbevorratungspolitik betreiben und Grundstücke in Erbpacht geben. Für ein grünes, klimagerechtes und nachhaltiges Bauen in Zeiten des Klimawandels, sollen Energiestandards eingeführt und Fassaden und Dächer begrünt werden.&nbsp;</p>



<p>Allerdings wenn man in Haunstetten sieht, wo im Gewerbegebiet mit riesigen Parkflächen, potenzielle Baufläche versiegelt wird, müsste auch hier umgedacht und integrativer gebaut werden. Wenn in Zukunft dann auch höher gebaut wird, muss hier natürlich auch mit Sinn und Sachverstand vorgegangen werden. Aber es müssen dabei auch Grünstrukturen in Form von Parks etc. geschaffen werden, sonst werden damit natürlich die sozialen Brennpunkte von morgen geschaffen.&nbsp;</p>



<p><strong>PR: Das nächste Thema wäre die Mobilität. Da steht ja gerade eine mögliche Ausweitung des Geltungsbereichs des Semestertickets zur Diskussion. Wäre da auch eine Ausweitung bis München, Kempten, Ulm oder Ingolstadt möglich?&nbsp;</strong></p>



<p>MW: Der Standpunkt der Grünen zum Nahverkehr beläuft sich auf die Vorfahrt für den ÖPNV und, dass dieser in Zukunft auch über die Stadtgrenzen hinausgeht, vor allem die Straßenbahnen. Die Linie 3 nach Königsbrunn wird nach 40 Jahren endlich realisiert und auch die Linie 5 nach Neusäß soll ausgebaut werden. Auch nach Gersthofen und Friedberg sollen die Straßenbahnen verlängert werden.&nbsp;</p>



<p>Der Nahverkehr soll mit attraktiven Preisen locken. Wir wollen das 365-Euro-Ticket einführen, welches dann bestenfalls auch auf Landesebene gilt, und einen kostenfreien öffentlichen Nahverkehr für Jugendliche bis 28. Da wären wir dann wahrscheinlich auch aus der Diskussion um das Semesterticket raus. Das sind komplizierte Strukturen auch von Landesebene her, aber da müssen wir einfach anpacken. Wir wollen ja in Zeiten des Klimawandels nachhaltige Mobilität gestalten und da ist natürlich ein großer Ankerpunkt der ÖPNV.&nbsp;</p>



<p><strong>PR: Das Ziel „Fahrradstadt 2020“ wurde ja doch verfehlt, woran lag das und wie soll sich das in Zukunft verbessern?&nbsp;</strong></p>



<p>MW: Die Ambition, Vorfahrt für den Radverkehr zu schaffen war richtig. So wurden schon in Haunstetten und bald auch in Pfersee Fahrradschnellwege geschaffen. Wir Grüne, aber auch die Bürgerinnen und Bürger – was sich ja in mehreren Bürgerinitiativen zeigt – wollen ein flächendeckendes Netz aus Fahrradwegen in unserer Stadt.</p>



<p>Aber wir wollen natürlich auch sichere Fahrradwege gestalten. Also vor allem an den Unfallschwerpunkten in Augsburg. Da wollen wir zum Beispiel Aufstellflächen an den großen Kreuzungen vor den Autos für die Radfahrenden schaffen. So schaffen wir besseres und sicheres Fahrradfahren in unserer Stadt, das ist unserer Perspektive. Da sollte man dann endlich auch mal die Autoparkplätze hintenanstellen.&nbsp;</p>



<p><strong>PR: Da wären wir auch schon beim Thema Autos raus aus der Stadt, ja oder nein?&nbsp;</strong></p>



<p>MW: In unserem Kommunalwahlprogramm steht, dass wir eine autofreie Innenstadt – also innerhalb der Stadtmauern – haben wollen. Das ist natürlich ein kompliziertes Vorhaben, aber wir können erste Schritte schnell einleiten, zumal auch der Wunsch aus der Bürgerschaft da ist. Es gab schon zwei Anträge aus der Bürgerversammlung für eine autofreie Maxstraße. Außerdem wollen die Bürgerinnen und Bürger doch in Ruhe Café trinken in der Altstadt und dabei nicht vom Autolärm gestört werden. So wird auch mehr Aufenthalts- und Lebensqualität geschaffen. Der Lieferverkehr lässt sich dann auch organisieren, aber jetzt müssen wir erst einmal in den gemeinsamen Dialog treten.&nbsp;</p>



<p><strong>PR: Sie haben auch an der Uni Augsburg studiert, Frau Wild. Uns interessiert wie ihr persönlicher Bezug zur Uni ist?</strong></p>



<p>MW: Auch nach meinem Studium habe ich noch Kontakt zur und die Zusammenarbeit mit der Universität gepflegt. In Zusammenarbeit mit dem Geographie Lehrstuhl haben „die Grünen“ ein regionales Klimaschutzprogramm zur Hitzeplanung mit dem Namen „Augsburg bleibt cool“ erarbeitet, welches der Stadt als konkrete Handlungsgrundlage dienen soll. Ein Austausch wie dieser ist nötig, kann aber an einigen Stellen noch ausgebaut werden. Was an der Uni an Wissen und Kompetenz vorhanden ist, muss man vermehrt in die Stadtverwaltung mit einfließen lassen.</p>



<p><strong>PR: Eine Zusammenarbeit wie jene mit dem Lehrstuhl für Geographie fördert Studierende in der Stadt Augsburg. Da ist es auch interessant zu wissen, ob in Zukunft mehr Unterstützung für Studentische Gründungen, Start-Ups, oder ähnliches zu erwarten sei, aber auch Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Stadt als Studienort auf dem Plan stehen.</strong></p>



<p>MW: Augsburg für Studierende zur Heimat zu machen, muss Wunsch der Stadt sein. Pendlerbewegungen sind weder für ein Ankommen in der Stadt förderlich, noch stellen sie ein ideales Mobilitätsverhalten dar. Hier muss mit bezahlbarem Wohnraum entgegengewirkt werden.<br>Doch nicht nur Studierende sollen im Fokus stehen, auch Absolvent*innen brauchen Perspektiven, um sie mit ihren Kompetenzen in der Stadt halten zu können. Konkret heißt das, Facharbeitsplätze müssen vorhanden sein, um die Türen für Studierende von Beginn an offen zu halten.<br>Im Gründungsbereich ist vor allem finanzielle Unterstützung notwendig, beispielsweise in Form von Mikrokrediten in der Startphase. Doch damit ist es noch nicht getan, auch danach wird eventuell Hilfe benötigt. Wenn mehr Bedarf da ist, muss man nochmal in den Austausch gehen und nachjustieren, es kann nicht alles an Impulsen von denjenigen kommen, die gründen wollen. Im Gespräch ist auch ein kreativwirtschaftliches Gründerzentrum mit dem Standort am Gaswerk.</p>



<p><strong>PR: Nicht nur die Student*innen der Stadt Augsburg haben Bedarf an Förderung. Was hat es mit dem Stichwort „grüne Bildungspolitik“ auf sich?</strong></p>



<p>MW: Im Allgemeinen liegt der Fokus auf den Schulen. Fit für die Zukunft, mit Ganztags- und Betreuungsplätzen, Digitalisierung, Heterogenität und einem Sanierungspaket in Höhe von 1 Mrd. Euro. Die Sozialförderung soll Bildungs- und Sozialindexgesteuert sein. Unterschiedliche Stadtteile sind in ihrer sozialen Zusammensetzung unterschiedlich aufgestellt und benötigen somit auch unterschiedlich viel Förderung und Unterstützung. Denjenigen, die mehr benötigen, sollen auch mehr Mittel an die Hand gegeben werden. Es muss heute egal sein, ob die Mutter Ärztin oder Arbeiterin ist, die Kinder sollten im Mittelpunkt stehen, um Chancengleichheit herstellen zu können.<br>Krippen, Kindergärten und Schulen müssen außerdem mehr Plätze zur Verfügung stellen, so muss an der ein oder anderen Stelle neu gebaut, aber auch erweitert werden.<br>Wünschenswert wäre hier zudem ein strukturierteres Vorgehen, durch beispielsweise Online Anmeldeportale, jährliches Monitoring und eine jährliche Bedarfsplanung.</p>



<p><strong>PR: Ein Thema war in nahezu all unseren Fragen unumgänglich – die Umwelt. „Die Grünen“ haben es sich zum Ziel gesetzt, Augsburg zur klimaneutralsten Großstadt Deutschlands zu machen. Zusammenfassend wollen wir nochmal wissen, wie das umgesetzt werden soll.</strong></p>



<p>MW: Das Pariser Abkommen muss auf allen politischen Ebenen gemeinsam umgesetzt werden – so schnell wie möglich. Es ist wichtig und sinnvoller, jetzt zu agieren und Gelder in die Hand zu nehmen, als dann nach zu justieren, wenn in 10 bis 15 Jahren der Kipppunkt erreicht ist. Konkret ist da ein Augsburger Klimapfad zu erwähnen, der Maßnahmen beinhaltet, die die Klimaneutralität zum Ziel haben. Dabei ist es wichtig, in allen Sektoren Einsparziele zu definieren.&nbsp;</p>



<p>Dies benötigt eine Verkehrswende, Energiewende, aber auch eine Ernährungswende und die Wirtschaft muss mitziehen.Sowohl öffentliche Flächen, Fassaden und Dächer ohne Solar- oder Thermieanlage, als auch Kleingärten und private Gärten müssen begrünt werden. „Urban Gardening“ ist hier eine effektive Vorgehensweise, bei der die Bürger*innen dieser Stadt bereits sehr aktiv sind. Hier braucht es ebenfalls Unterstützung, die in Form eines Fördertopfes und einer Satzung zu diesem Themengebiet bereits erarbeitet wurde. Der Solardeckel von der Bundesebene ist problematisch, deswegen wollen „die Grünen“ diesem mit der Solaroffensive vor Ort entgegensteuern.</p>



<p><strong>PR: Vielen Dank für das Interview und ihre Zeit.&nbsp;</strong></p>
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		<title>Gibt es überhaupt ein Christkind?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Dec 2019 09:15:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[ausdruck]]></category>
		<category><![CDATA[christkind]]></category>
		<category><![CDATA[heiligabend]]></category>
		<category><![CDATA[weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Mann kam nach Hause, setzte sich in seinen Sessel und las die Zeitung. Der Fernseher flimmerte, der Junge war in seinem Sitzsack versunken und konzentrierte sich auf das Spiel in seinem Handybildschirm. Draußen war es dunkel, der Regen prasselte gegen die Scheiben, ein kalter Wind zog durch die Straße, welche alle fünf Minuten ein Amazon-Lieferwagen hinuntersauste. Das gelbe, weiche Licht der Stehlampe wärmte den Raum und im Kamin flackerte das Feuer.<br />
Der Mann legte die Zeitung weg, betrachtete den Jungen eine Weile und fragte dann: „Hast du dem Christkind schon einen Brief mit deinen Wünschen geschrieben?“  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/12/gibt-es-ueberhaupt-ein-christkind/">Gibt es überhaupt ein Christkind?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<p>Der Mann kam nach Hause, setzte sich in seinen Sessel und las die Zeitung. Der Fernseher flimmerte, der Junge war in seinem Sitzsack versunken und konzentrierte sich auf das Spiel in seinem Handybildschirm. Draußen war es dunkel, der Regen prasselte gegen die Scheiben, ein kalter Wind zog durch die Straße, welche alle fünf Minuten ein Amazon-Lieferwagen hinuntersauste. Das gelbe, weiche Licht der Stehlampe wärmte den Raum und im Kamin flackerte das Feuer.&nbsp;</p>



<p>Der Mann legte die Zeitung weg, betrachtete den Jungen eine Weile und fragte dann: „Hast du dem Christkind schon einen Brief mit deinen Wünschen geschrieben?“&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Noch über das Handy gebeugt gab der Junge ein leises „Nein“ von sich.&nbsp;</p>



<p>„Warum denn nicht?“&nbsp;</p>



<p>„Nerv nicht, ich muss mich konzentrieren sonst verliere ich!“&nbsp;</p>



<p>„Aber willst du denn nicht, dass dir das Christkind etwas bringt?“&nbsp;</p>



<p>Stille. Der Mann klappte wieder seine Zeitung auf. Der Junge spielte weiter.&nbsp;</p>



<p>„Mist, verloren! Gibt es überhaupt ein Christkind?“&nbsp;</p>



<p>„Aber wenn es kein Christkind geben würde, wer würde dann deine Geschenke bringen?“&nbsp;</p>



<p>„Die kaufen die Eltern!“</p>



<p>„Und warum tun die Eltern das?“&nbsp;</p>



<p>Nun hob der Junge den Kopf und sah seinen Vater verständnislos an. „Was?“&nbsp;</p>



<p>„Warum kaufen die Eltern den Kindern zu Weihnachten Spielsachen?“&nbsp;</p>



<p>Keine Antwort. Der Vater stand auf, setzte sich neben den kleinen Jungen auf den Boden und nahm sein flimmerndes Kästchen. „Das ist vom vorigen Jahr. Das Christkind hat es dir gebracht. Und jetzt soll es also kein Christkind geben? Weißt du, wer das Christkind eigentlich ist?“&nbsp;</p>



<p>„Nein!“</p>



<p>„Weißt du, wie es heißt?“&nbsp;</p>



<p>„Na, Christkind heißt es!“&nbsp;</p>



<p>„Nein. Du kennst doch die Geschichte, wie es geboren worden ist. Mit der Krippe und den Hirten und den drei Königen aus dem Morgenland?“</p>



<p>„Ja!“</p>



<p>„Und was ist später mit dem Kind geschehen?“ „Keine Ahnung!?“&nbsp;</p>



<p>„Hast du nie etwas von dem Mann auf dem Kreuz gehört? Jesus von Nazareth?“ „Ja, schon!“&nbsp;</p>



<p>„Der Jesus. Das ist das Christkind. Und er ist auch der Liebe Gott. Das Christkind ist also der Liebe Gott. Hast du das noch nicht gewusst?“ „Nein!“</p>



<p>„Aber der liebe Gott ist kein alter Mann mit langem Bart, sondern ein Kind. Aber er ist kein Mensch, er ist ein Geist, und Geister kann man ja nicht sehen, oder?“&nbsp;</p>



<p>„Geister kann man nicht sehen.“&nbsp;</p>



<p>„Das Christkind ist also ein unsichtbarer Geist. Und das Christkind kann auch nichts einkaufen und nichts tragen, weil es ja keine Arme hat und nicht sprechen kann. Deswegen glaubst du, weil du das Christkind nicht sehen kannst, gibt es kein Christkind. Aber glaub mir: Es gibt das Christkind!“&nbsp;</p>



<p>Der kleine Junge drehte sich vom Vater weg und beobachtete des Feuer. Ein Amazon-Kurier raste durch die Straße.&nbsp;</p>



<p>„Das Christkind ist der Liebe Gott und hat alle Kinder sehr lieb. Es spricht auch zu den Menschen, nur hört man es nicht laut, sondern in sich drinnen. Und einmal im Jahr, zu seinem Geburtstag, da spricht es mit den Eltern und bittet sie, dass sie ihren Kindern etwas schenken sollen, weil es das ja nicht tun kann. Und die Eltern hören das Christkind und kaufen Geschenke. Sie schmücken den Baum und legen die Geschenke darunter und dann läuten sie mit einer Glocke.“</p>



<p>„Aber wenn man es nicht sehen kann?“&nbsp;</p>



<p>„Man spürt es. Man spürt es immer, wenn man zu einem Menschen gut ist und ihn gern hat. Wenn jemand böse ist, dann weint das Christkind. Wenn du gut zu jemandem bist, dann freut es sich und das spürst du. Und wenn du lieb warst, dann erfüllt dir das Christkind auch alle deine Wünsche. Also schreib deinen Brief an das Christkind.“</p>



<p>Der Vater stand auf um dem Jungen ein Blatt Papier und einen Stift zu holen.&nbsp;</p>



<p>„Mit Papier und Stift?“</p>



<p>„Ich werde das dann mit dem Christkind besprechen und wenn du brav warst, dann liegen viele Geschenke unter dem Christbaum.“&nbsp;</p>



<p>Der Vater klappte wieder seine Zeitung auf. Der Junge malte die Buchstaben langsam auf das Papier. Es war Abend, draußen regnete es, die Amazon-Kuriere rasten vorbei. Das Weihnachtsfest und ein neues Jahr standen vor der Tür wie jedes Jahr und wie noch viele weitere Jahre. Und immer wird es Kinder geben die fragten ob es das Christkind überhaupt gebe. Die Antwort darauf wird immer schwierig sein, weil für die Menschen eben nur die Geschenke sichtbar sind, nicht die Liebe.&nbsp;</p>



<p>Es läutet, bepackt mit Paketen stand der Amazon-Kurier vor der Tür.</p>
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		<title>Weg mit den Playlists, her mit den Lps</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2019 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[Schallplatten]]></category>
		<category><![CDATA[Vinylbörse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Zeitung und einer Tasse Schwarzen Tees sitze ich, wie fast jeden Morgen, im Bett und lese das Feuilleton. Während ich die Überschriften durchschaue und bei manchen Artikeln hängen bleibe, lege ich mir dazu meistens noch ruhige Musik auf. Diesen Morgen dreht sich Bob Dylans Album „The Freewheelin‘“ auf dem Plattenteller</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/unnamed-file-1024x684.jpg" alt="" class="wp-image-12172" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/unnamed-file-1024x684.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/unnamed-file-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/unnamed-file-768x513.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/unnamed-file-1536x1027.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/unnamed-file-2048x1369.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>© Balthasar Zehetmair</figcaption></figure>



<p>Mit Zeitung und einer Tasse Schwarzen Tees sitze ich, wie fast jeden Morgen, im Bett und lese das Feuilleton. Während ich die Überschriften durchschaue und bei manchen Artikeln hängen bleibe, lege ich mir dazu meistens noch ruhige Musik auf. Diesen Morgen dreht sich Bob Dylans Album „The Freewheelin‘“ auf dem Plattenteller und meine Ohren werden von akustischen Gitarrenklängen in Kombination mit der herzhaft rauen Stimme Dylans massiert. Kristallklarer Sound kommt aus den Boxen und so erweckt der scharfe Klang der Mundharmonika an diesem Morgen meine Lebensgeister. Dazu lese ich ein Interview mit einem Zeitgenossen Dylans, dem kanadischen Altrocker Neil Young, in dem er von seinem neuen Album, seinen Tätigkeiten als politischer Aktivist und seinem Verhältnis zu Donald Trump erzählt. Eine Aussage bleibt mir dabei aber im Gedächtnis:&nbsp;</p>



<p><em>„Wenn man sich allerdings Musik auf dem Computer anhört, dann lauscht man nur noch Schrott.“</em></p>



<p>Diese Aussage ist hart und doch muss ich ihr zustimmen. Auf dem Weg zur Uni denke ich weiter darüber nach. Währenddessen läuft die „This is Neil Young“-Playlist auf meinen Bluetooth-Kopfhörern. Sofort begeistern mich seine Songs mit ihrer Aura des klassischen Rocks und ich fange an in der überfüllten Tram zu den minutenlangen E-Gitarrenriffs zu wippen. Meine Kopfhörer sind nicht die Besten und so werden die vielen musikalischen Ebenen der Songs zu einem Sound-Salat gemixt. Plötzlich kommt mir wieder die Aussage aus dem Interview in den Kopf, was würde Neil Young dazu sagen? Vielleicht sowas wie: „<em>Ach ja, bin ich dir weniger Wert als Dylan? Hör auf mein künstlerisches Schaffen mit Füßen zu treten, sonst schmier ich dir eine!“</em>? Sofort wechsle ich die Musik. Dies gehört geändert!&nbsp;</p>



<p>Es ist Anfang des Semesters und so geht es nach ein paar Stunden am Campus statt in die Bib sofort mit dem 41er Richtung Göggingen. Auf der 15-Minütigen Bummelfahrt durch die Wohnviertel informiere ich mich über Youngs Biographie, steige beim Schwabenweg aus und stehe nach fünf Minuten des Fußmarsches vor dem<em>Vinyl-Cafe Augsburg&nbsp;</em>(Gögginger Straße 153)<em>.&nbsp;</em>Soweit das Auge reicht nur Schallplatten und vereinzelt auch CDs. Hier sollte ich doch meinen Hunger nach Vinyl stillen können. Ich blättere mich durch die Musikgeschichte, die Zeit verfliegt. Währenddessen wird der Laden mit der Pop-Stimme Freddie Mercurys erfüllt, welche aus den Boxen schallt.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_165434-3-498x1024.jpg" alt="" class="wp-image-12169" width="218" height="449" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_165434-3-498x1024.jpg 498w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_165434-3-194x400.jpg 194w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_165434-3-768x1580.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_165434-3-747x1536.jpg 747w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_165434-3-995x2048.jpg 995w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_165434-3-scaled.jpg 1244w" sizes="(max-width: 218px) 100vw, 218px" /><figcaption>Klein und gemütlich, der Cover an der Barfüßerbrücke<br>  © Balthasar Zehetmair </figcaption></figure></div>



<p>„I want to break free“ Mit dem Hören von Schallplatten ist man ein Ausreißer in der heutigen Zeit. Seit ein paar Jahren wieder im Trend sind in den letzten Jahren vor allem junge Menschen weg von den digitalen Plattformen hin zum „schwarzen Gold“. Damit tauchen sie ein in die Zeiten vor dem Internet in denen die Musik noch einen anderen sozialen Stellenwert hatte und in denen die Schallplatte neben der Kassette noch der einzige Musikträger war. Außerdem sagen die Verkaufsstatistiken das in diesem Jahr bisher sogar schon mehr LPs (Langspielplatten) als CDs verkauft wurden. Mit dem Wissen über die Intentionen und Absichten der Künstler hören wir die Musik mit anderen Ohren. Hinter vielen Alben stecken spannende Geschichten mit welchen uns die Künstler an ihrem Leben teilhaben lassen wollen. Manchmal geben sie uns in ihren Texten auch einen tiefen Einblick in ihre Seelenwelt.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_163403-1-498x1024.jpg" alt="" class="wp-image-12171" width="204" height="419" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_163403-1-498x1024.jpg 498w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_163403-1-768x1580.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_163403-1-746x1536.jpg 746w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_163403-1-995x2048.jpg 995w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/20191114_163403-1-scaled.jpg 1244w" sizes="(max-width: 204px) 100vw, 204px" /><figcaption>Pits Record Store <br>  © Balthasar Zehetmair </figcaption></figure></div>



<p>Bevor das ganze hier aber zu esoterisch wird, fahre ich nun mit der 1er zur Barfüßerbrücke zu einem kleinen, charmanten Plattenladen namens&nbsp;<em>Cover</em>(Barfüßerstraße 10). Ich frage nach Neil Young und Ladenbesitzer Manni erzählt mir, dass Neil Young eine Affinität zum Mond hätte und seine Musik oft bei Vollmond aufnimmt, weil er denGlauben pflegt, dass seine Musik dann eine gute Chance auf Erfolg hätte. Vor allem die Alben mit der Crazy Horse Band seien die Besten von ihm. Klein und gemütlich finden sich hier auf zwei Ebenen in den Holzkisten alle Genres von Blues über Soul bis hin zu Rock. Ein bisschen Zeit habe ich noch und so geht es weiter ins zwei Straßen entfernte&nbsp;<em>Musicland</em>(Obstmarkt 9), welches neben LPs auch eine große Auswahl an CDs, DVDs und gebrauchten Büchern bereithält. Aber auch in&nbsp;<em>Pit‘s Record Store&nbsp;</em>(Weiße Gasse 6), mit dem mein Feldzug durch die Plattenläden Augsburgs schließt, lassen sich immer wieder sehr exklusive Schmuckstücke aus den goldenen Schallplattenzeiten finden. Außerdem gibt es hier die Hardware für den angemessenen Musikgenuss. Dort werdet ihr auch kompetent beraten, wenn ihr die alte Anlage von den Eltern reaktivieren wollt.&nbsp;</p>



<p>Meine Sammlung ist jetzt um eine Neil Young Platte reicher und wenn ihr nun Blut geleckt habt, dann kann ich euch nur empfehlen an diesem Sonntag von 11 bis 18 Uhr bei der Schallplattenbörse in der&nbsp;<em>Ballonfabrik</em>(Austraße 27) vorbeizukommen.</p>



<p class="has-text-align-left">Also liebe Leserinnen und Leser es würde zynisch klingen, wenn ich euch jetzt mit diesem Artikel von Spotify abbringen wollen würde, und ich möchte euch deswegen auch gar nicht an den Pranger stellen. Die großen amerikanischen Konzerne haben uns schon fest in der Hand und wir alle oder ein Großteil von uns sind mit CDs und iTunes aufgewachsen. Der digitale Musikgenuss wurde uns praktisch in die Wiege gelegt und auch ich erntete verwunderte Blicke von meinen Eltern als ich ihre alte verstaubte Sammlung aus dem Keller hervorkramte, aber einen Rat wollte ich euch noch mitgeben. Hört bewusster Musik, beschäftigt euch mehr mit der Musik die ihr hört. Es wird euch gefallen.&nbsp;</p>
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		<title>Augsburg-Guide für Erstsemester</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Oct 2019 08:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[augsburg]]></category>
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		<category><![CDATA[freizeit]]></category>
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		<category><![CDATA[stadt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Guten Tag und herzlich Willkommen in Augsburg, nun habt ihr euch für Augsburg entschieden, den großen kleinen Bruder Münchens, die Heimatstadt Bertold Brechts, Jakob Fuggers oder auch Andreas Bouranis. Ihr werdet diese Stadt lieben lernen und schon bald herausfinden, dass...</p>
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<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Semester-Opening-Banner-1-1024x683.png" alt="" class="wp-image-12032" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Semester-Opening-Banner-1-1024x683.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Semester-Opening-Banner-1-400x267.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Semester-Opening-Banner-1-768x512.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Semester-Opening-Banner-1.png 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>© Julia Brandl Illustration: Isabelle Mader</figcaption></figure>



<p>Guten Tag
und herzlich Willkommen in Augsburg, </p>



<p>nun habt ihr euch für Augsburg entschieden, den großen kleinen Bruder Münchens, die Heimatstadt Bertold Brechts, Jakob Fuggers oder auch Andreas Bouranis. Ihr werdet diese Stadt lieben lernen und schon bald herausfinden, dass der Zug nach München nicht das Schönste an Augsburg ist. Für den perfekten Start in euren neuen Lebensabschnitt, damit ihr euch in dieser gemütlichen, kleinen (aber nicht zu klein – gerade richtig) Stadt schnell zurechtfindet und die Unsicherheit schwindet, möchte ich euch in diesem Artikel auf eine Reise durch Augsburg mitnehmen. </p>



<p>Bevor es losgeht aber noch ein paar wichtige Anmerkungen zur Verständigung in Augsburg. Wenn ihr euch zum Beispiel mit Freunden am Königsplatz – dem zentralen Knotenpunkt, dem Herz der Stadt – treffen wollt heißt es nicht: „Treffen wir uns um 19 Uhr am Königsplatz?“ sondern: „Kö, 19 Uhr?“. Außerdem spricht man in Augsburg ein feinwürziges Schwäbisch und kein holziges Bayerisch. Allerdings heißt das jetzt nicht, wenn ihr an jedes zweite Wort ein leichtes „-sch“ hängt, dass ihr sofort waschechte Schwaben seid. Sowohl das Schwäbisch als auch der präzise, schlaue Umgang mit Geld bürgern sich mit der Zeit langsam ein. So ist neben „Augschburg“ auch die Abkürzung „aux“ geläufig, welche sich geradezu perfekt dafür eignet, den Freunden in der Whats-App Gruppe schnell mitzuteilen, dass man wieder „back in town“ ist. </p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-1-768x1186.jpg" alt="" class="wp-image-12045" width="384" height="593" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-1-768x1186.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-1-259x400.jpg 259w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-1-663x1024.jpg 663w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-1.jpg 1960w" sizes="(max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption><strong>©</strong> Balthasar Zehetmair</figcaption></figure>



<p> Der erste Kaffee oder Tee ist getrunken, der Magen grummelt und so wandert der Blick in den Kühlschrank. Das Fach im WG-Kühlschrank ist leer, das Handy wird gezückt und zwei Sekunden später zeigt der Assistant die Route zum nächsten Supermarkt an. Doch Stopp (!), es gibt schöne Alternativen zu Aldi, REWE und Co., wo das Einkaufen zum Erlebnis wird. Der <em>Stadtmarkt</em> (Fuggerstraße 12a) lädt zum Verweilen ein und von den Verkäufern wird man beim Kauf von regionalen Gemüse und Obst, schnell in interessante Gespräche verwickelt. Gleich um die Ecke am Ende der Annastraße wird euch der Geruch von warmen Brot ins <em>CUMPANUM</em> (Annastraße 1) locken und dazu verleiten, dort ein handgeschlagenes Brot mitzunehmen. Auf der anderen Straßenseite empfängt euch dann der Bio-Supermarkt <em>BASIC</em> (Ludwigstraße 2), ein Paradies für die Veganer/Vegetarier. Des Weiteren verstecken sich in den kleinen, gemütlichen Gassen der Unterstadt auch noch zahlreiche – sehr spezielle – Lebensmittelgeschäfte, welche entdeckt werden möchten.  </p>



<p>Der Einkauf ist eingeräumt, der Hunger gestillt, das Überleben für die nächsten Tage gesichert. Optimale Grundlagen, um die Stadt zu erkunden. In der Annastraße könnt ihr nun euren Shopping-Hunger stillen. Wer keine Lust mehr auf die Kaufhäuser, die Hektik, sowie die typischen Läden der großen Marken in der Neustadt hat, der steigt am Moritzplatz hinab in die Unterstadt. In den kleinen Gassen durchschlängelt von malerischen Kanälen – auch Klein-Venedig genannt – regieren die Ruhe und Gemütlichkeit. Runterkommen, durchatmen, durch die Gassen schlendern und in den Geschäften stöbern. So zum Beispiel im kleinen Laden von <em>Degree-Clothing </em>(Mittlerer Lech 18) die Kleiderständer mit fair produzierte Kleidung durchschauen, im <em>Kolonial Feinkost&amp;Buch </em>(Mittlerer Lech 2) in Kochbüchern schmökern, im <em>Weltladen </em>(Weiße Gasse 3) stöbern oder sich im <em>Augsburger Teehaus</em> (Mittlerer Lech 20) für die kalte Jahreszeit ausrüsten. &nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-2-768x1580.jpg" alt="" class="wp-image-12046" width="384" height="790" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-2-768x1580.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-2-194x400.jpg 194w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-2-498x1024.jpg 498w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-2.jpg 1765w" sizes="(max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption><strong>©</strong> Balthasar Zehetmair</figcaption></figure>



<p>Nach einem Döner beim <em>Pamukkale</em> (Hunoldsgraben 28) – dem, so heißt es, besten Döner der Stadt – oder einer Bratwurst von der <em>Bosna </em>(direkt gegenüber, Judenberg 13), zwei Augsburger Institutionen, geht es weiter zur <em>Fuggerei</em> (Jakoberstraße 26). Nach der ältesten Sozialsiedlung der Welt steht das <em>Domviertel </em>auf dem Plan. Auf dem Weg dorthin können die Literaturinteressierten – für die Germanistik-Studenten ist es Pflicht, versteht sich – auch noch beim <em>Brechthaus</em> (Auf dem Rain 7) vorbeischauen. Genauer mit dem <em>Domviertel</em> beschäftigt hat sich meine Kollegin Marina, ihren Artikel findet ihr hier: <a href="http://presstige.org/2019/09/zeig-mir-dein-stadtviertel-domviertel/">http://presstige.org/2019/09/zeig-mir-dein-stadtviertel-domviertel/</a>. Die Füße sind müde und mit einem Buch bewaffnet stellt der <em>Hofgarten</em> (Fronhof 8) nun die optimale Erholungsmöglichkeit dar. Aber auch der <em>Rathausplatz </em>lädt gerade dazu ein, bei einem (oder mehreren) Bier mit den Freunden an langen Sommerabenden über Gott und die Welt zu philosophieren. &nbsp;</p>



<p>Ein weiteres interessantes Viertel stellt das <em>Bismarckviertel</em> dar. Allerdings ist dieses mit seinen breiten Straßen und seinen großen, mächtigen Häusern aus dem 19.Jahrhundert am besten mit dem Rad zu erkunden. (Wenn das Rad nicht fährt, dann bringt es am besten zum <em>Willi Singer</em> in die Bäckergasse 34a, der richtet es fix und hat faire Preise). Mehr zum Bismarckviertel findet ihr hier: <a href="http://presstige.org/2019/06/zeig-mir-dein-stadtviertel-bismarckviertel/">http://presstige.org/2019/06/zeig-mir-dein-stadtviertel-bismarckviertel/</a> im Artikel von Lea. Wenn ihr dann immer dem Hochhaus – dem einzigen in Augsburg und auch Maiskolben genannt – am Horizont folgt, könnt ihr im <em>Wittelsbacher Park </em>unter mächtigen Baumkronen auf den Wiesen ausharren. Die Ruhe herrscht auch am Ufer der <em>Wertach</em>. Ein bisschen lauter fließt das Wasser des Lechs dann am <em>Hochablass </em>hinab<em>. </em>Der angrenzende <em>Siebentischwald</em> ist das Naherholungsgebiet der Augsburger und hält einige ruhige Plätzchen bereit. Dort kann man der Hektik der Stadt schnell entfliehen und mit der Natur verschmelzen. Nach einer Bib-Session könnt ihr dort eine Halbe im <em>Parkhäusl </em>(Professor-Steinbacher-Straße 10a) hinunterzischen oder auf einer der Bänke am versteckten <em>Stempflsee</em> die Kämpfe der Enten beobachten, bevor es dann mit dem Rad in 10 Minuten wieder zurück zur Uni geht. Außerdem bietet der <em>Siebentischwald</em> auch viele schöne Joggingstrecken. </p>



<p>Es
dämmert, der Magen schreit nach Nahrung. Nun wird entweder gemeinsam in der WG
gekocht oder es geht wieder in die Innenstadt, wo ihr alles bekommt wonach euch
gerade gelüstet. Mehrfach ausgezeichnet für ihr konsequentes veganes Konzept hält
das Restaurant <em>Mom´s Table</em>
(Maximilianstraße 77) gesunde und leckere Currys, Bowls und Smoothies bereit.
Wenn ihr nicht ohne Fleisch auskommen könnt und auf deftige bayrische/schwäbische
Küche mit süffigen Bier dazu steht, seid ihr beim <em>Riegele</em> (Frölichstraße 26) genau richtig. Feine indische sowie
vietnamesische Küche werden beim <em>Sangam </em>(Hunoldsgraben
34) sowie bei <em>Saigon Village </em>(Auf dem
Kreuz 19) aufgetischt. Bei <em>Beißer Burger </em>(Dominikanergasse
13) gibt es die besten Burger der Stadt, was man allein daran erkennen kann,
dass die Fenster am Abend auf Grund des großen Andrangs öfters beschlagen sind.
Deshalb hier unbedingt reservieren! Wenn ihr keine Lust aufs Kochen oder
Rausgehen habt, dann bestellt doch einfach bei <em>Boxbote. </em>Die Boxboten liefern dir alles per Rad, sind immer
pünktlich und können dir mit einer schnellen Bierlieferung die Hausparty
retten. </p>



<p>Es
ist kurz nach acht, die ersten Clubs öffnen aber erst um 23 Uhr. Die Zeit bis
dahin könnt ihr nun entweder mit einem Film im <em>Thalia Filmtheater</em> (Obstmarkt 5) oder im <em>Liliom</em> (Unterer Graben 1) überbrücken. Am Königsplatz könnte ihr im
<em>Pool City</em> Billard oder Darts spielen
oder im <em>City-Bowling</em> kegeln. 

Ich hoffe ich konnte euch einen ersten guten Überblick
über Augsburg geben und nun liegt es an euch die Stadt weiter zu erkunden, sie
hält noch einiges mehr bereit. Viel Spaß beim Entdecken!



</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-4-1024x498.jpg" alt="" class="wp-image-12044" width="512" height="249" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-4-1024x498.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-4-400x194.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/10/Balthasar-Bild-4-768x373.jpg 768w" sizes="(max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption><strong>©</strong> Balthasar Zehetmair</figcaption></figure>
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		<title>Geld verdienen mit Crowdsourcing Apps. Eine Alternative zum klassischen Nebenjob?</title>
		<link>https://presstige.org/2019/09/geld-verdienen-mit-crowdsourcing-apps/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2019 07:26:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[crowdworking]]></category>
		<category><![CDATA[freiberuf]]></category>
		<category><![CDATA[nebenjob]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist einer dieser heißen Tage dieses verstreuten Sommers, als ich mich in Mission für die App Streetspotr zum Supermarkt aufmache. Die Sonne brennt, ich schmelze bei der Hitze, doch der Weg ist nicht weit und das leicht verdiente Geld...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es
ist einer dieser heißen Tage dieses verstreuten Sommers, als ich mich in
Mission für die App <em>Streetspotr </em>zum
Supermarkt aufmache. Die Sonne brennt, ich schmelze bei der Hitze, doch der Weg
ist nicht weit und das leicht verdiente Geld lockt mich in den gekühlten
Supermarkt. Wie in der App angegeben, arbeite ich die einzelnen Aufgaben der
Reihe nach ab. Unauffällig fotografiere ich die Pappaufsteller in der
Süßwarenabteilung, beantworte noch ein paar Fragen und schon sind – wie ich 3
Stunden später erfahre – drei Euro verdient. Ich schicke den Auftrag ab und tätige
meine Einkäufe. Auf dem Weg zurück zur Wohnung schnauft mit dem großen,
orangenen Rucksack bepackt langsam ein Lieferando-Fahrer an mir vorbei. Geregeltes
Einkommen, aber feste Arbeitszeiten oder doch
lieber sein eigener Chef sein, mit unsicherem Einkommen? Diese Frage drängt sich mir
auf. Schnell schieße ich noch ein Foto von einem Werbeplakat für <em>Appjobber </em>und schon ist der nächste Euro
verdient, bevor ich mich wieder an meine Hausarbeit setze. </p>



<p>Crowdsourcing-Apps
wie <em>Streetspotr, Appjobber oder
Clickworker </em>locken ihre Nutzer*innen mit dem einfach verdienten Geld. „Noch
nie war Jobben so einfach!“ „Verdiene Geld mit deinem Smartphone!“ Auf den
Websites wird man mit diesen und ähnlichen Slogans sowie Erfahrungsberichten begrüßt, welche suggerieren
sollen, wie schnell und einfach viel Geld verdient werden könnte. </p>



<p>Schnell
wird man Teil der „<em>Crowd</em>“, der Menge
anonymer Internetnutzer, welche als Freiberufler – auch <em>Crowdworker</em> oder <em>Freelancer</em>
genannt – über Crowdsourcing-Apps und Plattformen für Unternehmen arbeiten. Auf
den Plattformen werden den Nutzern Mikrojobs vermittelt, welche wenig Zeit in
Anspruch nehmen und daher gut
nebenbei erledigt werden können. So wird das Ausfüllen von Umfragen, das
Schreiben von kurzen Produktbeschreibungen oder Werbetexten, die kleinere
Internetrecherche, das Korrekturlesen von Texten, das Testen von Apps oder
Spielen oder eben das Fotografieren von Produkten im nächsten Supermarkt mit „<em>Kleckerbeträgen</em>“ von ein paar Euros
vergütet. Dies sind natürlich alles einfache Aufgaben, die auch von Personen
ohne spezielle Vorkenntnisse schnell erledigt werden können. Allerdings gibt es
auch Plattformen wie <em>Dasauge, Freelance</em> oder <em>99 Design</em> welche ihren <em>Crowdworkern</em> die Mitarbeit an langfristigen Projekten, aber auch
Aufgaben in speziellen Fachbereichen anbieten. </p>



<p>Von
Seiten der Plattformen heißt es, dass der Stundenlohn natürlich stark von der
Motivation und den gesetzten Zielen, sowie der Selbstdisziplin abhängt, allerdings
können Nutzer*innen durchaus einen Stundenlohn von 8-12 Euro erwarten.
Natürlich hängt dies auch von den Mikrojobs ab, welche nach Aufwand und Komplexität
des Jobs bezahlt werden. Allerdings fällt die Bezahlung fair und leistungsgerecht
aus, wie man den vielen Erfahrungsberichten entnehmen kann. Innerhalb der Apps
und Plattformen wird den Nutzern*innen mittels eines Punktesystems ein Ansporn
gegeben, mehr zu arbeiten. So werden bei jedem erfolgreichem Auftrag Punkte
gutgeschrieben und je mehr Punkte, desto besser werden auch die Aufträge bezahlt.
Die Punkte können aber auch für Gutscheine eingelöst werden. </p>



<p>Das
größte Problem beim Geldverdienen mit Crowdsourcing-Apps stellt die verstreute,
instabile Auftragslage dar. Bei Apps wie <em>Streetspotr</em>
und <em>Appjobber</em>, bei welchen die Nutzer
Aufträge in ihrer Umgebung erledigen, ist die Auftragslage in Augsburg noch
sehr sporadisch und so lassen sich die Jobs im Stadtgebiet manchmal an einer
Hand abzählen. Doch auch bei Online-Plattformen kann die Auftragslage stark
variieren. Dies liegt vor allem daran, dass Crowdsourcing
und Crowdworking noch relativ neu sind. Die Konzepte konnten sich auf dem
Arbeitsmarkt noch nicht etablieren, weshalb viele Unternehmen noch zögern und
ihre Aufträge und Aufgaben eher an Drittunternehmen – auch Outsourcing genannt
– als an die anonyme Crowd abgeben. Trotzdem sehen Experten im Crowdsourcing
eine erfolgreiche Zukunft, da es eine billige Alternative für Unternehmen darstellt. Des Weiteren könnten die Unternehmen vom
Wissen der Masse profitieren. Aus diesen Gründen kann in Zukunft mit einer
stabileren Auftragslage gerechnet werden, was die Arbeit mit Crowdsourcing-Apps
zur ernsthaften Konkurrenz des klassischen Nebenjobs katapultieren könnte. </p>



<p>Die
unterschiedlichen Tätigkeiten bieten dem Crowdworker ein abwechslungsreiches
Arbeitsumfeld. Außerdem ist die Unabhängigkeit von Arbeitsort und –zeit zu
betonen. Dem kann der Lieferando-Fahrer einen festen Stundenlohn, regelmäßige
Arbeitszeiten und Lohn entgegenhalten. Auch die Bezahlung sticht in den Erfahrungsberichten
als Kritikpunkt heraus und wird bei den meisten Plattformen als uneinheitlich
bemängelt. Außerdem, um auf eine gewünschte Summe von ein paar Hundert Euro
mehr im Monat zu kommen, ist es – auf Grund der schwankenden Auftragslage –
erforderlich, auf mehreren Plattformen gleichzeitig aktiv zu sein. Dies
erfordert dann natürlich auch ein Organisationstalent, um vor allem die
leistungsgerechte Bezahlung im Überblick zu behalten. Allerdings wird dem
Crowdsourcing eine erfolgreiche Zukunft zugesprochen und es kann als
hervorragender Weg angesehen werden, das eigene Portfolio auszubauen. </p>



<p>Verstreut.
Verstreut, wie der Sommer 2019, ist auch das Arbeiten mit Crowdsourcing-Apps.
Doch bald könnte die Sonne die Wolkendecke der grauen Monotonie der sicheren
Nebenjobs durchbrechen und so wird das lässige Geldverdienen beim Relaxen
schnell zur stabilen Alternative. Ob der Lieferando-Fahrer mir meinen
Milchshake dann noch an den Kuhsee oder Proviantbach liefern will oder kann,
das bleibt die offene Frage. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/09/geld-verdienen-mit-crowdsourcing-apps/">Geld verdienen mit Crowdsourcing Apps. Eine Alternative zum klassischen Nebenjob?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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