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	<title>Alexandra Kiefer, Katharina Knopf, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>Alexandra Kiefer, Katharina Knopf, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Die Welt teilt sich in blau und rosa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2015 15:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[biologisches geschlecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kampf der Geschlechter einmal anders Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung  in männlich und  weiblich:  Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/08/die-welt-teilt-sich-in-blau-und-rosa/">Die Welt teilt sich in blau und rosa</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kampf der Geschlechter einmal anders</p>
<figure id="attachment_7546" aria-describedby="caption-attachment-7546" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-7546" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg" alt="Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf – Illustration: Julia Muhm" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7546" class="wp-caption-text">Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf – Illustration: Julia Muhm</figcaption></figure>
<p><strong>Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung  in männlich und  weiblich:  Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit Grillaroma) und Frauen (mit wenig Fett) verkauft werden. Doch ist diese Ordnung am Ende weniger natürlich als menschengemacht?</strong></p>
<hr />
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-7548 alignright" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg" alt="blau_rosa_junge" width="125" height="618" /></a><br />
Klingt  doch  logisch:  Männer  sind vom Mars und haben ein X- und ein Y-Chromosom, Frauen von der Venus und zwei X-Chromosomen. Es scheint auch selbstverständlich zu sein, dass die Babys mit den doppelten X-Chromosomen später einmal Röcke und Make-up tragen, niemals allein eine öffentliche Toilette besuchen, bei  Titanic  weinen und sowieso immer übertreiben, während ihre männlichen Mitmenschen sich wenig aus Mode machen, lieber Actionthriller sehen und ihre Gefühle nie öffentlich zeigen.</p>
<p>Jeder von uns hat eine bestimmte Vorstellung davon, was typisch weiblich oder typisch männlich ist. Eine Vorstellung, die weit über unsere körperlichen  Merkmale hinausgeht. Im englischen Sprachraum gibt es daher auch für das Geschlecht zwei Begriffe: „sex“ für das biologische, „gender“ für das soziale. Letzteres bezieht sich auf all die Verhaltensweisen, die wir im Alltag für „natürlich“ halten, die aber tatsächlich nur erlernt sind. Warum einige Menschen nicht gut einparken und andere nicht gut zuhören können, dafür gibt es vielfältige Gründe. Genetisch bedingt und damit „natürlich“ ist keiner davon. Auch Kleinkinder haben keine erbliche Vorliebe für die ein oder andere Farbe. Der Junge, der mit rosa Spielsachen nichts zu tun haben möchte, ist nicht etwa mit dem genetischen Material auf die Welt gekommen, das eine Abneigung gegenüber Rosatönen rechtfertigt. Kaum zu glauben: Vor rund hundert Jahren waren die Jungs pretty in pink und die Mädchen trugen blau.</p>
<p><strong>Unsere Videoplaylist für euch exklusiv online zum Heft: Präsentationen, Clips, Werbespots und Kommentare zum Thema, die auf jeden Fall interessant und oft zudem sehr komisch sind. Viel Spaß beim Kucken! </strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=PL1BG4_e0t5woc_H_I4KXgbaUmtQ6CXZoI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Werbung – für Sie und Ihn</strong></p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-7547 alignleft" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg" alt="blau_rosa_mädchen" width="138" height="476" /></a>Erlernte Verhaltensweisen sind erst einmal nicht schlimm. Problematisch wird es, wenn uns gesellschaftliche Vorstellungen in etwas hineinpressen, das wir nicht sind. Weibliche Schülerinnen trauen sich beispielsweise in den Naturwissenschaften bei gleichen Noten weniger zu – das zeigt sich später ebenso in der Berufswahl. Ihre männlichen Mitschüler dürfen dafür keine Tränen zeigen, sonst sinkt der soziale Status ins Bodenlose.<br />
Erlernt werden diese Vorstellungen, wie das eine oder das andere Geschlecht sich  zu  verhalten  hat, schon in der Kindheit. Wir dürfen es beim Spielen einüben: Actionhelden für Jungs und Puppen für Mädchen. Wie man richtig damit spielt, zeigt die Werbung. Und auch für die Erwachsenen bietet Werbung zahlreiche Erwartungen an ihr Verhalten. Die heutige Frau macht inzwischen Karriere, während sie sich Vollzeit um die Kinder und ihren Körper kümmert. Der Mann verdient mehr Geld, trinkt Bier, guckt Fußball, baut Häuser und pflegt sich sogar ab und an. Wenn beide dann gemeinsam auf dem Sofa lümmeln, hat jetzt auch jeder seinen eigenen Snack, Chips gibt es ja jetzt auch verpackt in schickem Rosa.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/08/die-welt-teilt-sich-in-blau-und-rosa/">Die Welt teilt sich in blau und rosa</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Wohlfühlgewicht auch ohne Diät</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2015 16:05:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[fat acceptance]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[gewicht]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom kritischen Blick zur Fat Acceptance Bewegung Dicksein ist hässlich – Fettsein ist krank. Oder doch nicht? Warum das, was für viele selbstverständlich ist, auf einmal auch ganz anders aussehen kann. „Ob die sich noch wohl fühlt?“ Das haben sicher viele von uns...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/06/wohlfuehlgewicht-auch-ohne-diaet/">Wohlfühlgewicht auch ohne Diät</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Vom kritischen Blick zur Fat Acceptance Bewegung</h2>
<figure id="attachment_7550" aria-describedby="caption-attachment-7550" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Fat-Acceptance_580.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7550 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Fat-Acceptance_580.jpg" alt="Fat-Acceptance_580" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Fat-Acceptance_580.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Fat-Acceptance_580-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7550" class="wp-caption-text">Text: Katharina Knopf – Illustration &amp; Layout: Alexandra Kiefer</figcaption></figure>
<p><strong>Dicksein ist hässlich – Fettsein ist krank. Oder doch nicht? Warum das, was für viele selbstverständlich ist, auf einmal auch ganz anders aussehen kann.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">„Ob die sich noch wohl fühlt?“ Das haben sicher viele von uns schon einmal gedacht, wenn wir beim Einkaufen oder in der Tram eine korpulente Person beobachtet haben. Abschätzige Blicke muss man mit starkem Übergewicht öfter ertragen. Doch warum eigentlich?</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Wahrnehmung ist das Problem</h3>
<p style="text-align: justify;">Seit Jahrzehnten bekommen wir eines vermittelt: Adipositas, also krankhafte Fettleibigkeit, ist die neue Seuche der westlichen Welt. Falsche Ernährung und wenig Bewegung sorgen dafür, dass die Zahl der Dicken in die Höhe schnellt. Statistiken und Expertenstimmen untermauern die Warnungen, sodass kein Zweifel bleibt: dünn ist normal, dick gefährlich. Hinzu kommt das Schönheitsideal des schlanken, sportlichen Menschen, ein in den Medien einheitlich präsentiertes Bild. Es ist also nicht verwunderlich, wenn wir Übergewicht verurteilen – an anderen, aber auch an uns selbst: Die Angst zuzunehmen oder zu dick zu sein, ist vielen ein ständiger Begleiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Von mangelndem Selbstwertgefühl aufgrund ihres Übergewichts berichtet auch Katrin in ihrem Blog <a href="http://reizende-rundungen.blogspot.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reizende Rundungen</a>: „Nach endlosen Diäten, Kleidern, die ich mir anschaute, aber nie tragen wollte, und dem dauerhaften Gefühl, dass sich mein ganzes Leben endlich ändern wird, wenn ich nur genug abnehme, war der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr damit leben konnte.“ Sie begann zu bloggen: Über sich selbst, über Mode – und über Fat Acceptance.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Adipositas: ein gemachtes Problem</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Fat Acceptance Bewegung ist in den Sechzigerjahren in den USA entstanden, parallel zu Bürgerrechtsbewegungen rund um Rassen, Sex, Krieg und Feminismus. Ihr liegt die Auffassung zugrunde, dass Menschen von Natur aus mit unterschiedlichen Körpern ausgestattet sind, auch was das Gewicht angeht. Die Aktivisten und Aktivistinnen kämpfen für die Akzeptanz vielfältiger Körperbilder. Die Wissenschaft unterstützt sie dabei. Studien zeigen, dass der ideale schlanke Körper nicht unbedingt der gesündeste ist, sondern der, der sich ausgewogen ernährt und genügend bewegt. Das gilt auch für jene, die nach der gängigen Norm als zu dick eingestuft werden. Ein Urteil aufgrund der Kleidergröße dürfen wir uns daher nicht erlauben.</p>
<p style="text-align: justify;">Trotzdem kommt das im Alltag ständig vor. Da dicke Menschen als fauler und langsamer gelten, haben sie zum Beispiel schlechtere Jobchancen und verdienen durchschnittlich weniger, obwohl ihr Gewicht mit ihrer Leistung nichts zu tun hat. Nicht übergewichtige Personen sind also das Problem, sondern unsere Wahrnehmung von<br />
ihnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass man sich trotz der gesellschaftlichen Kritik im eigenen Körper wohlfühlen kann und darf, zeigen viele Bloggerinnen und Blogger wie Katrin, die dafür kämpfen, akzeptiert zu werden, so wie sie sind und sein wollen.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
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		<title>Die Welt teilt sich in blau und rosa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2015 13:39:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
		<category><![CDATA[geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>oder: der Kampf der Geschlechter einmal anders Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung in männlich und weiblich: Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit Grillaroma) und Frauen (mit wenig Fett)...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/06/geschlecht-gesellschaft/">Die Welt teilt sich in blau und rosa</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>oder: der Kampf der Geschlechter einmal anders</h2>
<figure id="attachment_7546" aria-describedby="caption-attachment-7546" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7546 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg" alt="blau_rosa_vorschaukasten" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7546" class="wp-caption-text">Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf – Illustration &amp; Layout: Julia Muhm</figcaption></figure>
<p><strong>Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung in männlich und weiblich: Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit Grillaroma) und Frauen (mit wenig Fett) verkauft werden. Doch ist diese Ordnung am Ende weniger natürlich als menschengemacht?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="  wp-image-7548 alignright" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg" alt="blau_rosa_junge" width="129" height="633" /></a>Klingt doch logisch: Männer sind vom Mars und haben ein X- und ein Y-Chromosom, Frauen von der Venus und zwei X-Chromosomen. Es scheint auch selbstverständlich zu sein, dass die Babys mit den doppelten X-Chromosomen später einmal Röcke und Make-up tragen, niemals allein eine öffentliche Toilette besuchen, bei Titanic weinen und sowieso immer übertreiben, während ihre männlichen Mitmenschen sich wenig aus Mode machen, lieber Actionthriller sehen und ihre Gefühle nie öffentlich zeigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Jeder von uns hat eine bestimmte Vorstellung davon, was typisch weiblich oder typisch männlich ist. Eine Vorstellung, die weit über unsere körperlichen Merkmale hinausgeht. Im englischen Sprachraum gibt es daher auch für das Geschlecht zwei Begriffe: „sex“ für das biologische, „gender“ für das soziale. Letzteres bezieht sich auf all die Verhaltensweisen, die wir im Alltag für „natürlich“ halten, die aber tatsächlich nur erlernt sind. Warum einige Menschen nicht gut einparken und andere nicht gut zuhören können, dafür gibt es vielfältige Gründe. Genetisch bedingt und damit „natürlich“ ist keiner davon.. Auch Kleinkinder haben keine erbliche Vorliebe für die ein oder andere Farbe. Der Junge, der mit rosa Spielsachen nichts zu tun haben möchte, ist nicht etwa mit dem genetischen Material auf die Welt gekommen, das eine Abneigung gegenüber Rosatönen rechtfertigt. Kaum zu glauben: Vor rund hundert Jahren waren die Jungs pretty in pink und die Mädchen trugen blau.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Exklusiv für euch online: unsere Youtube-Video-Playlist zum Artikel!</strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=PL1BG4_e0t5woc_H_I4KXgbaUmtQ6CXZoI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Werbung – für Sie und Ihn <a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="  wp-image-7547 alignleft" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg" alt="blau_rosa_mädchen" width="152" height="523" /></a></h3>
<p style="text-align: justify;">Erlernte Verhaltensweisen sind erst einmal nicht schlimm. Problematisch wird es, wenn utns gesellschaftliche Vorstellungen in etwas hineinpressen, das wir nicht sind. Weibliche Schülerinnen trauen sich beispielsweise in den Naturwissenschaften bei gleichen Noten weniger zu – das zeigt später ebenso in der Berufswahl. Ihre männlichen Mitschüler dürfen dafür keine Tränen zeigen, sonst sinkt der soziale Status ins Bodenlose.</p>
<p style="text-align: justify;">Erlernt werden diese Vorstellungen, wie das eine oder das andere Geschlecht sich zu verhalten hat, schon in der Kindheit. Wir dürfen es beim Spielen einüben: Actionhelden für Jungs und Puppen für Mädchen. Wie man richtig damit spielt, zeigt die Werbung. Und auch für die Erwachsenen bietet Werbung zahlreiche Erwartungen an ihr Verhalten. Die heutige Frau macht inzwischen Karriere, während sie sich Vollzeit um die Kinder und ihren Körper kümmert. Der Mann verdient mehr Geld, trinkt Bier, guckt Fußball, baut Häuser und pflegt sich sogar ab und an. Wenn beide dann gemeinsam auf dem Sofa lümmeln, hat jetzt auch jeder seinen eigenen Snack, Chips gibt es ja jetzt auch verpackt in schickem Rosa.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/06/geschlecht-gesellschaft/">Die Welt teilt sich in blau und rosa</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Studenten haben bessere Karten als Wohnungslose“</title>
		<link>https://presstige.org/2014/12/studenten-bessere-karten-als-wohnungslose/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Dec 2014 13:02:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[obdachlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#27]]></category>
		<category><![CDATA[skm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Interview mit Dominik Appelt, einem Berater für Wohnungslose Geschichten wie diese kennen wir höchstens aus der Zeitung: Sieben Jahre lang lebt ein Mann allein im Wald, schläft Sommer und Winter gleichermaßen im Zelt und hält sich mit Flaschensammeln und allem,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/12/studenten-bessere-karten-als-wohnungslose/">„Studenten haben bessere Karten als Wohnungslose“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein Interview mit Dominik Appelt, einem Berater für Wohnungslose</h3>
<figure id="attachment_5874" aria-describedby="caption-attachment-5874" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Obdachloser_1200px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-5874" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Obdachloser_1200px.jpg" alt="Text: Katharina Knopf &amp; Alexandra Kiefer, Foto &amp; Illustration: Lisa Luthardt" width="1200" height="849" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Obdachloser_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Obdachloser_1200px-400x283.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Obdachloser_1200px-1024x724.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5874" class="wp-caption-text">Text: Katharina Knopf &amp; Alexandra Kiefer, Foto &amp; Illustration: Lisa Luthardt</figcaption></figure>
<p><strong>Geschichten wie diese kennen wir höchstens aus der Zeitung: Sieben Jahre lang lebt ein Mann allein im Wald, </strong><strong>schläft Sommer und Winter gleichermaßen im Zelt und hält sich mit Flaschensammeln und allem, was die Natur so </strong><strong>zu bieten hat, über Wasser. Für unseren Interviewpartner Dominik Appelt sind solche und ähnliche Schicksale </strong><strong>jedoch Teil des Alltags.</strong></p>
<p><em><strong>Presstige: Herr Appelt, können Sie uns bitte kurz erklären, wer Sie sind und was Sie machen?</strong></em></p>
<p>Dominik Appelt: Ich bin Sozialpädagoge und seit zehn Jahren beim <a href="http://www.skm-augsburg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SKM-Augsburg</a> in der Straffälligen- und Wohnungslosenhilfe tätig. Der SKM, der katholische Verein für soziale Dienste e.V., betreibt in Augsburg auch eine Wärmestube. So versuchen wir, Kontakt mit Wohnungslosen herzustellen und ihnen Unterstützung zu bieten. Hier können sie und andere Menschen kostenlos zu Mittag essen. In der dazugehörigen Kleiderkammer kann jeder gespendete Kleider mitnehmen und die wenigen, die in Augsburg tatsächlich auf der Straße leben, können duschen und Wäsche waschen.</p>
<p><em><strong>Warum werden Menschen obdachlos?</strong></em></p>
<p>Der häufigste Grund ist ein Schicksalsschlag wie eine Trennung, der Tod eines geliebten Menschen, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Krankheit. Das wirft die Menschen aus der Bahn. Entweder sie sind vom Alltag irgendwann überfordert oder, auch das gibt es oft, sie wählen bewusst ein Leben auf der Straße. Denn anfangs scheint dieses Leben leichter: Man muss sich vor niemandem rechtfertigen, keine Briefe mehr beantworten, man kann machen, was man will. Aber das ist auch mit vielen negativen Konsequenzen verbunden: Man hat keinen Krankenversicherungs- schutz, kein geregeltes Einkommen und lebt von dem, was man durch Betteln, Flaschensammeln oder Gelegenheitsjobs verdient. Denn für Hartz IV muss man sich an einer Stelle wie dem SKM anmelden und diese Leute wollen lieber durch die Städte ziehen oder ganz außerhalb der Gesellschaft leben.</p>
<p><em><strong>Außerhalb der Gesellschaft?</strong></em></p>
<p>Ja, das ist eine Geschichte, die man immer wieder hört: der Rückzug in den Wald. Ich kenne das Beispiel von einem jungen Mann, etwa Mitte 20, der von seiner Freundin verlassen worden ist. Das hat ihn so schwer getroffen, dass er aussteigen wollte. Er hat dann in einem Zelt im Wald gewohnt und vom Flaschensammeln gelebt. Im Winter hat er 0 Grad in seinem Zelt halten können, indem er es mit Planen isoliert und die Gärung von Laub in Plastiksäcken als Wärmequelle benutzt hat. Angenehm ist das trotzdem nicht. Aber er ist sieben Jahre lang im Wald geblieben, bevor er beschlossen hat, dass das auf Dauer keine Lösung ist. Dann ist er zu uns gekommen und heute braucht er keine Unterstützung mehr.</p>
<p><em><strong>Wie helfen Sie ihm und anderen, die zu Ihnen kommen?</strong></em></p>
<p>Wir versuchen zuerst ihre grundlegenden Bedürfnisse zu sichern: Wir vermitteln ihnen ein Zimmer in einem Übergangswohnheim und erklären ihnen, wie sie staatliche Unterstützung bekommen. Zudem helfen wir bei den Finanzen und der Wohnungs- suche. Zurzeit ist das aber sehr schwierig, da der Wohnungsmarkt für Objekte mit 397 Euro Warmmiete stark ausgedünnt ist.</p>
<p><em><strong>Im selben Bereich liegt auch das typische Studentenbudget, konkurrieren beide Gruppen?</strong></em></p>
<p>Ja, indirekt schon. Und die Studenten haben bessere Karten als Wohnungslose, weil sie keine negativen Schufa-Einträge, sondern im Gegenteil oft eine Bürgschaft der Eltern vorweisen können. Insgesamt sind sie bei den Vermietern beliebter. Auch deshalb wäre es wichtig, vermehrt präventiv zu arbeiten. Da das Sozialamt weiß, wann eine Zwangsräumung ansteht, könnte man versuchen, den Menschen zu helfen, bevor sie ihre Wohnung verlieren. Aber im Moment fehlen uns die personellen Mittel dazu.</p>
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<table style="background-color: transparent;" width="100%">
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<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Cover.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 27: Wohnen </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 27 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/12/ausgabe-27-wohnen/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
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<li><a href="http://presstige.org/tag/wohnen/">Der Schwerpunkt Wohnen</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p><em><strong>Noch einmal zurück zu den Gründen der Wohnungslosigkeit: Was ist mit den Menschen, die ungewollt auf der </strong></em><em><strong>Straße landen?</strong></em></p>
<p>Es zeigt sich, dass ihnen Bewältigungsmechanismen für den Umgang mit Problemen fehlen. Der bereits erwähnte Schicksalsschlag bringt sie aus der Bahn und viele versuchen, ihre Gefühle durch Alkohol oder andere Suchtmittel zu überwinden. Zugleich versäumen sie ihre Pflichten: Sie ignorieren Rechnungen, vernachlässigen und verlieren ihren Job bis die Miete nicht mehr gezahlt wird und der Gerichtsvollzieher kommt. Und sie suchen sich in dieser Überforderungs- situation keine Hilfe. Erst, wenn sie wirklich auf der Straße stehen, kommen sie zu uns. Zudem sind 80 Prozent unserer Klienten suchtkrank oder psychisch krank. Nicht nur eine unbezahlte Miete, sondern auch Streit mit den Nachbarn aufgrund ihres auffälligen Verhaltens kann zum Verlust der Wohnung führen. Oder sie beenden eine längere Behandlung im Krankenhaus und haben dann keine Wohnung mehr. Ähnlich ist es auch bei Häftlingen. Hier versuchen wir, präventiv anzusetzen.</p>
<p><em><strong>Sie verhindern sozusagen, dass entlassene Häftlinge auf der Straße stehen gelassen werden?</strong></em></p>
<p>Das Leben auf der Straße ist schließlich auch ein gefährliches Leben: draußen sein im Sommer bei praller Hitze, im Winter bei durchdringender Kälte, ohne Rückzugsort, ohne Privatsphäre. Und immer lauert die Gefahr von Gewalt. Obdachlose werden oft verprügelt. Häufig ist dabei Alkohol im Spiel. Die Täter denken: Das ist ja nur ein Obdachloser, der ist eh nichts wert. Bekommen die Verletzten kein Hartz IV, haben sie auch keine Krankenversicherung und erhalten nur eine Notfallbehandlung.</p>
<p><em><strong>Können wir als Außenstehende etwas tun, um zu helfen?</strong></em></p>
<p>Ja, es gibt viele Möglichkeiten, sich beim SKM-Augsburg ehrenamtlich zu engagieren: die Arbeit in der Wärmestube, der Kleiderkammer oder die Betreuung eines Wohnungslosen. Letzteres kann Hilfe bei Bewerbungen oder ein wöchentliches<br />
Gespräch sein. Die meisten Betroffenen kennen niemanden, bei dem sie sich öffnen wollen, deshalb brauchen sie diese Unterstützung.</p>
<blockquote><p>Kontakt</p>
<p>Wärmestube Augsburg<br />
Klinkertorstr. 12<br />
Tel.: 0821 516 569<br />
<a href="http://www.skm-augsburg.de">www.skm-augsburg.de</a></p></blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/12/studenten-bessere-karten-als-wohnungslose/">„Studenten haben bessere Karten als Wohnungslose“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Die Macht der Norm</title>
		<link>https://presstige.org/2014/06/macht-norm/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jun 2014 06:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[macht]]></category>
		<category><![CDATA[normen]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#26]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum ist es wichtig, viele Freunde auf Facebook zu haben? Warum wird man als Single gefragt, warum man nicht vergeben ist? Warum hingen in meinem liebsten Klamottenladen letzten Sommer lauter Pastellfarben? Und warum muss ich mich für ein sozialwissenschaftliches Studium...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/06/macht-norm/">Die Macht der Norm</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="pageContainer1">
<div>
<div dir="ltr"><strong>Warum ist es wichtig, viele Freunde auf Facebook zu haben? Warum wird man als Single gefragt, warum man nicht vergeben ist? Warum hingen in meinem liebsten Klamottenladen letzten Sommer lauter Pastellfarben? Und warum muss ich mich für ein sozialwissenschaftliches Studium rechtfertigen, für ein naturwissenschaftliches aber nicht? Die schlichte Antwort: Normen.</strong></div>
<div dir="ltr">
<figure id="attachment_2963" aria-describedby="caption-attachment-2963" style="width: 1068px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2963 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter.png" alt="Text: Katharina Knopf - Illustration: Marina Schröppel" width="1068" height="460" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter.png 1068w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter-400x172.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter-1024x441.png 1024w" sizes="(max-width: 1068px) 100vw, 1068px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2963" class="wp-caption-text">Text: Katharina Knopf &#8211; Illustration: Marina Schröppel</figcaption></figure>
</div>
<div dir="ltr">
<p>Normen sind ungeschriebene Verhaltensvorschriften, die vermitteln, was akzeptabel ist und was nicht. Viele werden selten wahrgenommen und ebenso selten hinterfragt. Man könnte sie auch als unsichtbare Macht bezeichnen. Umso einflussreicher, weil wir uns ihrer gar nicht bewusst sind.</p>
</div>
<h3>Die heteronormative Paarbeziehung</h3>
<p dir="ltr">Es gibt immer mehr Singles. Immer mehr Menschen lassen sich scheiden. Die Zustimmung zur Erlaubnis der homosexuellen Ehe steigt. Die Partnerwahl scheint immer freier zu werden. Es darf mehr ausprobiert werden, mehrere Beziehungen im Leben zu führen ist keine Schande und selbst der Bundeskanzlerkandidat in der vierten Ehe wird ins Amt gewählt. Die Individualisierung schreitet voran.Vorbei ist die Zeit der Ehe zwischen Mann und Frau mit ihren beiden Kindern. Scheinbar zumindest. Die Angst, nur umringt von 100 Katzen zu sterben, ist uns geblieben. Man muss nur einmal einen Blick ins Fernsehen werfen. Kaum ein Seriencharakter hat je das ewige Glück ohne eine Liebesbeziehung gefunden. Kein Wunder bekomme ich als Single mehr als einmal die Frage gestellt: Warum hast du keinen Freund? Wohl gemerkt fragt nie jemand nach einer Freundin. Individualisierung hin oder her, die Norm zur (heterosexuellen) Partnerschaft bleibt bestehen. Und so sehe ich mich als Single plötzlich unter Rechtfertigungszwang.</p>
<h3>Der Social Media-Fluch</h3>
<div dir="ltr">Doch nicht nur unsere sexuellen Beziehungen stehen unter starkem Einfluss einer unsichtbaren Norm. Über die Freundesanzahl auf Social Media-Seiten wirdöfter gesprochen. Sie steht stellvertretend für eine Norm, die uns tagtäglich dem Druck aussetzt, uns mit möglichst vielen Leuten möglichst gut zu stellen. Wer extrovertiert ist, gewinnt. Arbeitgeber schauen sich das Facebook-Profil durchaus einmal an. Und wer will schon jemanden für sich arbeiten lassen, der nicht gut mit seinen Mitmenschen klar kommt? Wie intensiv die einzelnen „Freundschaften“ sind, kann man schlecht überprüfen, aber was macht das schon. Der Eindruck zählt. Und fühlen wir uns nicht viel besser, wenn wir wissen, wie viele Leute sich in unserer Freundesliste stapeln? Was wird über den mit „nur“ 50 Freunden gesagt?</div>
<h3></h3>
<h3>Kleider machen Leute</h3>
<div dir="ltr">Die Pastellfarben sind ein ganz anderes Problem. Wenn ich sie nicht mag, kaufe ich mir eben keine neuen Klamotten. Es laufen ja eh schon mehr als genug Leute mit den gleichen T-Shirts, Cardigans oder Schuhen herum und mit dem Studenten-Budget kann man eh nichtjede Mode mitmachen. Eine Weile geht das auch ganz gut, aber gerade bei Mode stelle ich fest: Sichzu widersetzen ist, zumindest manchmal, ist zwecklos. Auf einmal will ich haben, was ich eigentlich nie wollte. Es kann wohl niemand abstreiten, dass es so etwas wie eine Kleiderordnung gibt. Sei es nun etwas legerer, wie an der Uni, oder der Zwang zum Kostüm beim Bürojob. Vertauschen sollte man die jeweiligen Kleiderordnungen lieber auch nicht, denn da wird man in jedem Fall zum Gesprächsstoff; dabei ist nirgends niedergeschrieben, man solle nicht im Kostüm oder Anzug in die Seminare kommen. Normen beeinflussen also nicht nur meine Wünsche nach Beziehungen, sondern auch wie ich mich kleide.</div>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
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<col width="30%" />
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<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Cover_300px.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 26: Macht<br />
</strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 26 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
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<li><a href="http://presstige.org/tag/macht">Der Schwerpunkt Macht</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>Die Sanktion des Großraumbüros</h3>
</div>
</div>
<div id="pageContainer2">
<div>
<p dir="ltr">Wer sich nicht an die Norm hält, hat mit Sanktionenzu rechnen, so sagen die Soziologen. Gemeint ist damit keine offizielle Strafe, sondern beispielsweise soziale Ausgrenzung.</p>
<p dir="ltr">Das „falsche“ Studium oder den „falschen“ Beruf zu wählen, wird mit geringerer Bezahlung, weniger sozialer Anerkennung und ausbleibenden Fördermitteln sanktioniert. Das kommt auch nicht überraschend: Schon bevor man sich für ein Studium entscheidet, ist man sich in der Regel im Klaren, was das für die berufliche Zukunft ungefähr bedeutet und nimmt dies in Kauf. Man beugt sich der kapitalistischen Norm, die besagt, welche Berufe scheinbar wertvoller für die Gesellschaft sind, wer eineigenes Büro mit Ausblick verdient hat und wer im Großraumsein berufliches Dasein fristen darf.</p>
<p dir="ltr">Wie kann man sich also der Macht der Normen widersetzen? Nun, man kann sich von Facebook abmelden,Sachen aus der Altkleidersammlung tragen und einfach machen, worauf man Lust hat und auf die Konsequenzen pfeifen. Natürlich ist das erst einmal leichter gesagt als getan und sollte nicht unbedingt zum Exzess betrieben werden, schließlich haben Normen auch ihr Gutes. Doch vielleicht sollten wir uns angewöhnen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und zu hinterfragen, was scheinbar so selbstverständlich ist. Danach können wir immer noch entscheiden, ob wir uns daran halten wollen oder nicht.</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/06/macht-norm/">Die Macht der Norm</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Mein Bett, der Hörsaal – Selbstversuch Online-Uni</title>
		<link>https://presstige.org/2014/02/selbstversuch-online-uni/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Feb 2014 09:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[mooc]]></category>
		<category><![CDATA[online-uni]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Internet soll das Wissen der Welt zu uns bringen. Allerdings will keiner Wikipedia-Artikel auswendig lernen. Deshalb brauchen wir die Uni im Internet! Eine Vorstellung und einen ersten Test der „massive open online courses“ (MOOCs) gibt es hier. Text: Alexandra...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/selbstversuch-online-uni/">Mein Bett, der Hörsaal – Selbstversuch Online-Uni</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Das Internet soll das Wissen der Welt zu uns bringen. Allerdings will keiner Wikipedia-Artikel auswendig lernen. Deshalb brauchen wir die Uni im Internet! Eine Vorstellung und einen ersten Test der „massive open online courses“ (MOOCs) gibt es hier.<br />
</b></p>
<h5 style="text-align: center;"><strong><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC-_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2211 aligncenter" alt="MOOC _1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC-_1200px.png" width="1201" height="641" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC-_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC-_1200px-400x213.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC-_1200px-1024x546.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a></strong><strong>Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf, Illustrationen: Marina Schröppel<br />
</strong></h5>
<p>Donnerstagmorgen, 7:25 Uhr, Katharina: Mein Wecker nervt mich schon seit mehreren Minuten, denn ich sollte dringend aufstehen. Draußen ist es dunkel und, wie ich vom warmen Bett aus vermute, auch ziemlich kalt. Der Weg zur Uni für das Seminar um 8:15 Uhr erscheint mir wenig reizvoll. Bestimmt bin ich nicht die Erste, die davon träumt, anstatt zur Uni zu gehen, lieber im Bett zu bleiben, aber Pech gehabt – der Dozent ist eben im Seminarraum und nicht in meiner Studentenbude. Wenn ich doch nur mein Bett in den Hörsaal verwandeln könnte…</p>
<p>Donnerstagnachmittag, 13:30 Uhr, Katharina: Als ich von meinem Traum erzähle, kommt von meiner Freundin Alexandra die typische Antwort: „Darüber habe ich schon etwas gelesen.“ Seit 2010 werden frei zugängliche Uni-Kurse auf mehreren Online-Plattformen angeboten. Der Stoff wird jede Woche in kurze Videos verpackt, passend dazu gibt es gleich im Anschluss Verständnisfragen und Hausaufgaben. Neugierig will ich sofort den Praxistext machen und überzeuge Alexandra davon, mitzumachen.</p>
<blockquote><p><strong>Schwerpunkt: Internet</strong></p>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="37%" />
<col width="63%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Themenwoche-Bild_Kasten.png" /></td>
<td>Auch wenn wir es mit der NSA und anderen Datensammlern teilen müssen: Das Internet bleibt unser Zuhause. Wir essen und schlafen vorläufig noch analog, aber sonst findet unser Leben zunehmend im Netz statt. Darum widmet die presstige-Redaktion dem Internet einen Schwerpunkt. Alle bisher erschienenen Beiträge <a href="http://presstige.org/tag/internet/">sind hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3><b>Abschluss aus Harvard, Berkeley oder dem MIT gefällig?</b></h3>
<p>Freitagnachmittag, 14:00 Uhr, Alexandra: Das Projekt Uni 2.0 beginnt. Wir klicken uns durch mehrere Seiten, die MOOCs anbieten. Die meisten sind auf Englisch, seit diesem Herbst bietet aber auch die deutsche Seite <a title="iversity.org" href="https://iversity.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iversity.org</a> einige Kurse an. Für diese kann man sich übrigens immer noch anmelden; die Zeiträume sind wie bei fast allen anderen Seiten flexibel. Eine Ausnahme stellt <a title="coursera.org" href="https://www.coursera.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">coursera.org</a> dar, weil dort die Kurse zu festen Startzeitpunkten beginnen. Nach einer simplen Anmeldung für den Kurs wird man aber per E-Mail daran erinnert.</p>
<p>Ist man an mathematisch-naturwissenschaftlichen Kursen interessiert, wird man bei <a title="udacity.com" href="https://www.udacity.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">udacity.com</a> fündig. Das Angebot dieser Seite könnte jedoch bald ausgebaut werden. Schließlich gilt der Gründer der letztgenannten Seite, Sebastian Thurn, als Vorreiter und Sprachrohr auf dem Gebiet der MOOCs. Sein offiziell angekündigtes Ziel ist es „die Hochschule zu demokratisieren“ und so Bildung für alle zugänglich zu machen. Dass dabei auch noch höchste Qualitätsansprüche gewahrt bleiben können, zeigt die Plattform <a title="edx.org" href="https://www.edx.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edx.org. </a>Sie ist aus einer Kooperation des Massachusetts Institutes of Technology (MIT) und Harvard gewachsen. Inzwischen beteiligen sich weitere Unis an dem gemeinnützigen Projekt.</p>
<p><iframe src="//www.youtube.com/embed/KqQNvmQH_YM?rel=0" height="360" width="640" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe> <strong></strong></p>
<h5 style="text-align: center;"><strong>Ihr wollt noch mehr über die verschiedenen Anbieter von MOOCs wissen?<br />
Dann hilft euch dieses Video vielleicht weiter.</strong></h5>
<p>Freitagnachmittag, 15:30 Uhr, Alexandra: Die Entscheidung ist gefallen. Katharina folgt ihrem Interesse und beginnt mit <a title="&quot;The Future of Storytelling&quot;" href="http://www.youtube.com/watch?v=yAQmzMwhhzY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;The Future of Storytelling&#8221;</a> auf <a title="iversity.org" href="https://iversity.org/courses/the-future-of-storytelling" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">iversity.org</a>. Und ich &#8220;vergnüge&#8221; mich mit <a title="&quot;Statistics&quot;" href="http://www.youtube.com/watch?v=ZF62KhgmNxs#t=2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Statistics&#8221;</a> auf <a title="udacity.com" href="https://www.udacity.com/course/st095" target="_blank" rel="noopener noreferrer">udacity.com</a>. Mehr oder weniger freiwillig. Im zweiten Semester hatte ich bereits eine Vorlesung dazu, allerdings weiß ich davon nur noch wenig. Blöd nur, dass ich das alles bald erneut für die Uni brauche, daher der Online-Kurs.</p>
<h3><b>Die ersten Eindrücke aus Storytelling und Statistics</b></h3>
<p>Samstagnachmittag, 14:00 Uhr, Katharina: Mein Kurs „The Future Of Storytelling“ wird zwar von Lehrenden und Studenten der Uni in Potsdam gedreht, aber auf Englisch abgehalten. Um die <a title="Internetsprache" href="http://presstige.org/2014/01/sprache-internet-chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetsprache </a>kommt man also auch auf iversity.org nicht ganz herum, was für mich glücklicherweise kein Problem ist. Und zur Not gibt es häufig sogar Untertitel.</p>
<p>Da ich mich selber regelmäßig kreativen Schreibarbeiten widme, denke ich, ein wenig Theorie dahinter dürfte nicht schaden. Also beginne ich sofort, enthusiastisch die ersten Videos zu schauen, praktischerweise von meinem Bett aus. Die Dozentin, die eher den Eindruck einer Studentin macht, erklärt, worum es geht. Außerdem unterstreicht sie ihre Worte gleich mit Interviewauszügen verschiedener berühmter Erzähler wie beispielsweise Cornelia Funke.</p>
<p>Die Videos sind gut gemacht und es werden viele Beispiele verwendet, was sich für das Thema besonders gut anbietet. Allerdings bekomme ich nach einiger Zeit das Gefühl, zu viel Input schadet dem Output und nimmt dem Ganzen den Zauber. Aber das ist wohl dem Fach und meiner persönlichen Wahrnehmung geschuldet. Trotzdem lerne ich einige interessante Dinge und bekomme Denkanstöße in Richtungen, die ich sonst nicht verfolgt hätte.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC_zwischen-den-Texten.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2212" alt="MOOC_zwischen den Texten" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC_zwischen-den-Texten.png" width="1201" height="454" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC_zwischen-den-Texten.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC_zwischen-den-Texten-400x151.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/MOOC_zwischen-den-Texten-1024x387.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a></p>
<p>Sonntagmittag, 12:00 Uhr, Alexandra: Statistik, mal wieder. Der Anfang ist vielversprechend. Meine Dozentin Katie beginnt mir den Zweck statischer Auswertungen zu erklären und das in verständlichem Englisch, begleitet von einfachen Zeichnungen und Notizen. Da die Studenten auf ihre Fragen nicht sofort antworten können, bittet sie im Video Passanten in einer Straßenumfrage um kreative Antworten.</p>
<p>Kreativer jedenfalls als stattdessen virtuelle Kreuzchen zu setzen; das darf ich nach fast jedem Video machen. Direkt danach wird<b> </b>alles in einem weiteren Video erklärt. Das ist sehr gut, da ich bei manchen Fragen nur raten kann. Manchmal folgt gleich die nächste Frage und das darauf folgende Antwort-Video ist nur zehn Sekunden lang. Als ich auf ein Kapitel mit 70 Videos stoße, hilft diese Erkenntnis, um nicht gleich zu flüchten. Komisch, dabei bin ich in der Uni doch längere Zuhörzeiten gewohnt. Dafür habe ich online keine Angst, falsche Antworten abzugeben – anders als im Hörsaal. Die Quizrunde zum Abschluss eines jeden Kapitels lässt sich deshalb gut bewältigen, auch wenn die Fragen knackiger werden und die Erklärungen hier fehlen. Zur Not schafft das Kursforum Abhilfe.</p>
<h3><b>Unser Fazit einen Monat später</b></h3>
<p>Mittwochabend, 20:20 Uhr, Katharina: Erst eine Pause, dann keine Zeit und schließlich fast vergessen: den Online-Kurs regelmäßig weiterzumachen, fällt schwer. Da macht es mir die Uni wesentlich einfacher als mein Bett: Bin ich erst einmal dort, besuche ich auch meine Seminare. Sitze ich dagegen vor meinem Laptop, lasse ich mich doch gerne ablenken. Ein Problem, das höre ich von Alexandra, mit dem nicht nur ich zu kämpfen habe. Das ist definitiv ein Haken an der Sache. Trotzdem schlägt der noch lang nicht den massiven Vorteil: Nur online bekomme ich die Möglichkeit, Einblicke in Fächer zu bekommen, die mir sonst verwehrt bleiben.</p>
<p>Sonntagnacht, 00:30 Uhr, Alexandra: Ich bin begeistert, was ich alles online erlernen könnte. In letzter Zeit habe ich in viele Kurse kurz reingeschaut. Die Anmeldung geht auch schnell, nur der Kursabschluss nicht. Mit dieser Ansicht bin ich nicht alleine. Nur drei bis zehn Prozent der Teilnehmer auf udacity.com schließen ihren Kurs ab. Um die Quote zu steigern, bietet udacity.com ein Tutoring-Programm an; allerdings endet hier der kostenlose Service. Mein Tipp: Gleich vom Kursstart an dabei sein, dann ist in der Kurs-Community mehr los und man kann sich dort gegenseitig antreiben. Fast wie in einer echten Vorlesung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/selbstversuch-online-uni/">Mein Bett, der Hörsaal – Selbstversuch Online-Uni</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<item>
		<title>Vom Missverständnis zur Morddrohung</title>
		<link>https://presstige.org/2014/01/flaming-shitstorm/</link>
					<comments>https://presstige.org/2014/01/flaming-shitstorm/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jan 2014 13:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[flaming]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[shitstorm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Anonymität im Internet ermöglicht freie Meinungsäußerung, aber auch Beleidigungen und Drohungen. Warum werden eigentlich selbstverständliche Verhaltensregeln online so oft missachtet? Text: Katharina Knopf, Illustration: Natalia Sanderson Kommentare sind für dieses Video deaktiviert. Wieder einmal stolpere ich über diesen Satz...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/flaming-shitstorm/">Vom Missverständnis zur Morddrohung</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY"><strong>Die Anonymität im Internet ermöglicht freie Meinungsäußerung, aber auch Beleidigungen und Drohungen. Warum werden eigentlich selbstverständliche Verhaltensregeln online so oft missachtet?</strong></p>
<h5 style="text-align: center;" align="JUSTIFY"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Flaming.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2052" alt="Flaming" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Flaming.png" width="1200" height="700" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Flaming.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Flaming-400x233.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Flaming-1024x597.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><br />
</a>Text: Katharina Knopf, Illustration: Natalia Sanderson</h5>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Kommentare sind für dieses Video deaktiviert. Wieder einmal stolpere ich über diesen Satz bei einem meiner Besuche auf Youtube. Die Recherche nach dem Grund führt mich zu einer hässlichen Seite des Internets, wo Beleidigungen an der Tagesordnung sind.</span></p>
<p align="JUSTIFY">Auf der Videoplattform Youtube gibt es zu fast jedem Video eine Menge Kommentare. Es kann nicht nur jeder Videos hochladen, man kann auch zu allem eine Meinung da lassen und das vollkommen anonym, wie so häufig im Internet. Im Prinzip ist das eine gute Sache und sehr demokratisch, denn jeder bekommt eine Chance, sich zu äußern. Das Problem: Manch einer nutzt diese Chance, um seinem Ärger Luft zu machen. Anonymität schützt hier auch den, der die Grenzen überschreitet, die im Alltag unser Sozialleben regeln. Und so kann man online schon mal regelrechte Hassnachrichten bekommen. Die Rede ist von sogenannten Flames und die Beispiele findet man überall im Internet. Als Flaming wird bezeichnet, wenn sich in Internetforen auf wüste Weise beschimpft wird und zwar vollkommen abseits jeglichen Maßes und oft sehr persönlich.</p>
<blockquote><p><strong>Schwerpunkt: Internet</strong></p>
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<col width="37%" />
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<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Themenwoche-Bild_Kasten.png" /></td>
<td>Auch wenn wir es mit der NSA und anderen Datensammlern teilen müssen: Das Internet bleibt unser Zuhause. Wir essen und schlafen vorläufig noch analog, aber sonst findet unser Leben zunehmend im Netz statt. Darum widmet die presstige-Redaktion dem Internet einen Schwerpunkt. Alle bisher erschienenen Beiträge <a href="http://presstige.org/tag/internet/">sind hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
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</blockquote>
<p align="JUSTIFY">Jennifer Meister, die an der Uni Augsburg ihren Master im Fach Medien und Kommunikation erworben hat und jetzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist, hat mir einen wissenschaftlichen Blick auf mein alltäglich beobachtetes Thema gegeben. Sie beschäftigt sich mit Identitätsbildungsprozessen im Internet und damit auch viel mit sozialer Interaktion. Flaming begegnet ihr dabei direkt im Untersuchungsmaterial, zum Beispiel bei der Analyse von Foren-Beiträgen oder Chat-Protokollen. Ganz allgemein definiert sie Flaming als „anti-soziales Verhalten im Internet“ und zwar „meist in Zusammenhang mit textbasierter Kommunikation“, was ja auf den Großteil der Kommunikation im Internet zutrifft. Wichtig ist für sie, dass die Definition „vom subjektiven Empfinden jedes Einzelnen abhängt“. Das heißt, jeder empfindet Nachrichten unterschiedlich. Was für den einen zum Beispiel bereits beleidigend ist, ist für andere nur unhöflich oder wird als Missverständnis abgestempelt.</p>
<h3 align="JUSTIFY">Je kontroverser, desto bedrohlicher</h3>
<p align="JUSTIFY">Was der Youtuberin Anita Sarkeesian widerfahren ist, geht über ein Missverständnis weit hinaus. In ihrem Kanal veröffentlicht sie Videos, in denen sie sich mit Sexismus in popkulturellen Phänomenen beschäftigt. Unter anderem arbeitet sie an einer Videoreihe, in der sie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=X6p5AZp7r_Q" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videospiele auf Sexismus untersucht</a> und dabei nach den starken Frauen Ausschau hält. Für die Recherche der Videos hat die Bloggerin, die unter dem Namen feministfrequency auf Youtube zu finden ist, im Juni 2012 um eine Spende von insgesamt 6.000 Dollar gebeten. Womit sie bei ihrem Spendenaufruf sicher nicht gerechnet hat, ist die Kontroverse die sie damit auslöst: Zum einen sammelt sie von Unterstützern über 158.000 anstatt der gewünschten 6.000 Dollar. Zum anderen bekommt sie unzählige Hassnachrichten, Beschimpfungen, sogar Drohungen. „You are a fucking hypocrite slut“ schreibt zum Beispiel ein Nutzer, „I didn’t even watch it and I already fucking hate you“ ein anderer.</p>
<p><iframe src="//www.youtube.com/embed/GZAxwsg9J9Q" height="326" width="580" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Es ist eine regelrechte Hetze: Nachdem die Videobloggerin bekannt gegeben hat, Videospiele kritisieren zu wollen, haben sich Gamer scharenweise in Foren organisiert, um ganz deutlich zu machen, wie verärgert sie durch dieses Projekt waren. Neben den Flames auf Youtube wurde unter anderem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anita_Sarkeesian" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Wikipedia-Artikel über Sarkeesian</a> verunstaltet, zudem bekam sie persönliche Hassnachrichten per E-Mail und Twitter. Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Videos zum Spendenaufruf deaktiviert Sarkeesian die Kommentarfunktion. Mit der direkten freien Meinungsäußerung ist es damit erst einmal vorbei.</span></p>
<h3 align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Regelloses Internet</span></h3>
<p align="JUSTIFY">Auf Youtube gibt es also Möglichkeiten, sich vor solchen Hassnachrichten zu schützen. Auch von Foren kennen wir bestimmte Regeln oder, wie Kommunikationswissenschaftlerin Meister es nennt, eine „Netiquette, eine Art Verhaltenskodex“. Wer sich nicht daran hält, fliegt. Es ist faszinierend zu beobachten: Häufig spiegeln diese Regeln das wider, was im Alltag eigentlich selbstverständlich ist. Schließlich beleidige ich meine Gesprächspartner auch nicht, wenn ich an der Uni eine Diskussion führe, selbst wenn die Meinungen weit auseinander gehen. Warum also brauchen wir im Internet noch einmal eine Erinnerung daran?</p>
<p align="JUSTIFY">Jennifer Meister nennt zwei Aspekte, die sinnvoll erscheinen. Zum einen weist sie auf den Wegfall von Gestik, Mimik, Körperhaltung und Tonfall hin, die nur in einem face-to-face Gespräch vorhanden sind und dann einen wichtigen Teil der Kommunikation ausmachen. Die Folge für das Internet ist, dass Gesprächspartner bei diesem Wegfall „entmenschlicht“ werden, „was das Auftauchen anti-sozialen Verhaltens begünstigt“. Was aber noch viel wichtiger ist, ist der Faktor Anonymität. Selbst wenn es eine Netiquette in einem Forum gibt, muss man doch kaum wirkliche Konsequenzen fürchten, denn man kann seine reale Identität hinter einem Pseudonym verstecken. Dies führt zu einer Enthemmung im Verhalten und wie Meister sagt: „Wo die Hemmungen fallen, verliert der ein oder andere eben auch seine Manieren.“</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Anita Sarkeesian hat sich von der Hasskampagne gegen sie nicht aufhalten lassen. Aus einem kleinen Videoprojekt hat sie eine Karriere gemacht; die Spendengelder haben es ihr ermöglicht, eine ganze Reihe von Videos zu veröffentlichen. Außerdem hält sie immer wieder Vorträge, sowohl zum Thema Flaming als auch zu Sexismus und Popkultur. Noch heute bekommt sie Todesdrohungen und wehrt sich so gut es eben geht: „Looks like </span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">@Twitter</span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> did the right thing and just suspended an account tweeting death threats at me” <a href="https://twitter.com/femfreq/status/412408952341532672" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb sie beispielsweise im Dezember</a>. Selbst im Internet bleibt eben nicht alles ungesühnt.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/flaming-shitstorm/">Vom Missverständnis zur Morddrohung</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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