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	<title>EU Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Mitbestimmen in der EU: Das European Citizens&#8217; Panel in Brüssel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ilaria Wollek]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2023 09:32:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Presstige war in der EU-Kommission in Brüssel vor Ort, als 150 EU-Bürger:innen aus 27 Ländern ihre Verbesserungsvorschläge für das Bildungsprogramm Erasmus+ vortrugen. Wie funktioniert eine europäische Bürgerinitiative und viel wichtiger – kann sie überhaupt etwas bewegen? Was bedeutet Demokratie? Die...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2023/05/mitbestimmen-in-der-eu-das-european-citizens-panel-in-bruessel/">Mitbestimmen in der EU: Das European Citizens&#8217; Panel in Brüssel</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<p><strong>Presstige war in der EU-Kommission in Brüssel vor Ort, als 150 EU-Bürger:innen aus 27 Ländern ihre Verbesserungsvorschläge für das Bildungsprogramm Erasmus+ vortrugen. Wie funktioniert eine europäische Bürgerinitiative und viel wichtiger – kann sie überhaupt etwas bewegen?</strong></p>



<p>Was bedeutet Demokratie? Die politischen Entscheidungen sollen den Mehrheitswillen der Bevölkerung abbilden. Das heißt: Alle dürfen mitentscheiden. Aber können die gewählten Politiker:innen überhaupt alle Bevölkerungsgruppen bei wichtigen Entscheidungen vertreten?</p>



<p>Mit den „Citizens‘ Panels“ möchte die Europäische Kommission das politische Leben in der Europäischen Union partizipativer gestalten und dadurch demokratische Prozesse fördern. Bei den europäischen Bürgerforen diskutieren verschiedene Menschen aus allen europäischen Mitgliedsstaaten darüber, wie wichtige gesellschaftsrelevante Themen in der EU verbessert werden können. Bei dem letzten European Citizens‘ Panel ging es um das Thema Lernmobilität und die Optimierung von Programmen wie Erasmus+. Presstige wurde von der <a href="https://commission.europa.eu/index_en">Europäischen Kommission</a> nach Brüssel eingeladen, um sich vor Ort ein Bild des Projekts zu machen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/R6_O1020.jpg" alt="" class="wp-image-25537" width="836" height="556" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/R6_O1020-300x200.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/R6_O1020-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 836px) 100vw, 836px" /><figcaption class="wp-element-caption">(C) European Commission</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Worum geht es bei den European Citizens&#8217; Panels?</h3>



<p>Per Zufallsprinzip bringt die Europäische Union ausgewählte Bürger:innen aus den 27 Mitgliedsstaaten zusammen, um auf europäischer Ebene über Themen zu diskutieren, die alle Bürger:innen in der EU betreffen. Die 150 ausgewählten Menschen sollen die Diversität in der Europäischen Union abbilden. Daher sollen in dem Bürgerforum Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Alter, Bildungsstand und sozioökonomischen Hintergründen zusammentreffen. Durch verschiedene Auswahlprozesse möchte die EU-Kommission sicherstellen, dass die Diskussionsgruppen repräsentativ sind. Die Teilnehmenden werden dabei telefonisch von den Mitarbeitenden der Europäischen Kommission kontaktiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Diskutieren in 27 Sprachen: Wie funktioniert das?</h3>



<p>An drei Wochenenden im März und April sind die 150 Teilnehmenden des Citizens Panel online und in der EU-Kommission in Brüssel zusammengekommen, um über die Lernmobilität in der EU zu diskutieren. In Kleingruppen haben sie Empfehlungen und Vorschläge entworfen, wie die Lernmobilität von Lernenden, Lehrkräften und Arbeitspersonal von einem Land ins andere erleichtert werden kann. Diskutiert wurde in der eigenen Muttersprache, die simultan von Dolmetscher:innen übersetzt wurde. Das allgemeine Ziel des Bürgerformus war es, die Lernmobilität in Europa für alle Menschen zugänglicher zu gestalten. Die Empfehlungen der Teilnehmenden werden in das Arbeitsprogramm der Kommission für 2023 einfließen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="991" height="661" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/R6_O0687.jpg" alt="" class="wp-image-25536" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/R6_O0687.jpg 991w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/R6_O0687-300x200.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/R6_O0687-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 991px) 100vw, 991px" /><figcaption class="wp-element-caption">(C) European Commission</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Alle EU-Bürger:innen sollen an einer Lernmobilität teilnehmen können</h3>



<p>Insgesamt haben die Teilnehmenden des Citizens‘ Panel <a href="https://citizens.ec.europa.eu/learning-mobility-panel_en" class="broken_link">21 Empfehlungen</a> zur Verbesserung der Lernmobilität in der EU ausgearbeitet. Das Gremium betonte dabei, wie wichtig es sei, das Bewusstsein für die Wahrnehmung von Erasmus+ und andere Förderprojekte weiter zu schärfen. Schließlich wissen viele Menschen nicht, dass es außer Erasmus+ auch viele andere Programme für Schüler:innen und Arbeitnehmende gibt. Zusätzlich soll die Teilnahme von Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten gefördert und die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die Lernmobilität aufzeigt werden. Insgesamt haben die Teilnehmenden verschiedene Vorschläge abgegeben, um mehr Menschen eine Lernmobilität im Ausland möglich zu machen, egal aus welchem sozioökonomischen Hintergrund sie kommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das sagen die Teilnehmenden zum European Citizens&#8217; Panel</h3>



<p>Bei der Abschlusssitzung des European Citizens‘ Panel zur Lernmobilität am 30. April 2023 waren auch einige deutsche Teilnehmer:innen dabei. Darunter auch der 18-jährige Abiturient Fritz Kamm aus Lübeck. Als ihn der Anruf aus Brüssel erreichte dachte er zunächst, es handle sich um einen schlechten Scherz. Obwohl er im Internet nicht viele Informationen zum Projekt der EU-Kommission gefunden hat, willigte er zur Teilnahme an dem Projekt ein. Bei den drei Sitzungen hat er versucht, sich mit seiner Meinung so gut wie es geht einzubringen: „Ich bin ein Fan von solchen Projekten und finde es schön, wenn Schüler so eine Möglichkeit bekommen. Das ist meiner Meinung nach eine unglaublich wertvolle Erfahrung&nbsp;.“</p>



<p>Die 18-jährige Schülerin Cilin Waked aus Duisburg hat durch die Teilnahme am Citizens‘ Panel gelernt, was es heißt, demokratische Entscheidungen in der Europäischen Union mitzugestalten: „Ich nehme mit, dass es ganz sinnvoll sein kann, sich mit so vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Ländern zu treffen. Aber ich habe auch gesehen, dass es durchaus schwer sein kann, wenn man aus so unterschiedlichen Hintergründen kommt, sich auf eine Sache zu einigen. Es braucht sehr viel Arbeit, um Lösungen zu finden, die wirklich jeden befriedigen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230513-WA0002-1-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-25541" width="411" height="548" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230513-WA0002-1-768x1024.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230513-WA0002-1-225x300.jpg 225w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230513-WA0002-1-1152x1536.jpg 1152w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230513-WA0002-1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 411px) 100vw, 411px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fritz Kamm aus Deutschland ist Teilnehmer beim <br>European Citizens&#8217; Panel (C) Dietmar Klostermann</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Mehr Diversität durch europäische Bürgerforen?</h3>



<p>Am Ende der Abschlussveranstaltung des Citizens‘ Panel singen alle 150 Teilnehmenden aus den 27 EU-Ländern gemeinsam die EU-Hymne „Freude schöner Götterfunken“ – Jede:r in seiner eigenen Sprache. Die Atmosphäre ist herzlich und es ist deutlich, dass die Gruppenarbeit über die drei Wochen hinweg die Teilnehmenden zusammengeschweißt hat. Sie tauschen Telefonnummern aus und betonen, wie viel ihnen der interkulturelle Austausch bedeutet.</p>



<p>Neben der Harmonie, welche die gesamte Veranstaltung umgibt, stehen jedoch auch Fragen im Raum. Werden die Vorschläge der Bürger:innen wirklich etwas verändern können? Wer profitiert am Ende davon? Letztendlich bleibt auch die Frage offen: Wie divers war das Bürgerforum zur Lernmobilität wirklich? Wie viele People of Color haben teilgenommen, wie viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder geistigen Behinderungen durften ihre Perspektive teilen? Auf diese Fragen gibt das Organisationsteam keine konkreten Antworten. Es betont jedoch, dass sie das Feedback in die Konzeption der nächsten Citizens‘ Panels mit einfließen lassen. Der Konsens der Veranstaltung lautet daher: Es ist gar nicht so einfach, echte demokratische Entscheidungen zu treffen, welche die Wünsche und Perspektiven von Bürger:innen aus 27 Ländern miteinschließt. Noch wichtiger ist aber die Erkenntnis: Projekte wie diese braucht es, um die Europäische Union partizipativer zu gestalten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2023/05/mitbestimmen-in-der-eu-das-european-citizens-panel-in-bruessel/">Mitbestimmen in der EU: Das European Citizens&#8217; Panel in Brüssel</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Studium in der Ferne – Erasmus-Studierende berichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlotte Theis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2022 09:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben ERASMUS-Studierende aus unserer Redaktion nach ihren Erfahrungen gefragt. Vielleicht helfen ihre abenteuerlichen Berichte euch ja bei der eigenen Entscheidung, wohin es zum Auslandssemester gehen soll – aber Vorsicht beim Lesen: Fernweh ist garantiert!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/03/studium-in-der-ferne-erasmus-studierende-berichten/">Studium in der Ferne – Erasmus-Studierende berichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p>Viele Studenten und Studentinnen entscheiden sich im Laufe ihres Studiums für ein Auslandssemester. Sie wollen ein neues Land kennenlernen, internationale Freundschaften schließen und den akademischen, sowie kulturellen Horizont erweitern. Seit nun schon 30 Jahren gibt es die Möglichkeit, dabei von der Europäischen Union im Rahmen des ERASMUS-Förderungsprogramms unterstützt zu werden. Und auch unsere Augsburger Universität ist mit ungefähr 200 Austauschmöglichkeiten an über 100 Partnerhochschulen überall in Europa mit am Start. Aber wie soll man sich bei dieser gigantischen Auswahl für einen Ort entscheiden? Und was erwartet einen überhaupt beim Studieren in der Ferne? Wir haben ERASMUS-Studierende aus unserer Redaktion nach ihren Erfahrungen gefragt. Vielleicht helfen ihre abenteuerlichen Berichte euch ja bei der eigenen Entscheidung, wohin es zum Auslandssemester gehen soll – <b>aber Vorsicht beim Lesen: Fernweh ist garantiert!</b></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Vorlesungen auf dem Militärgelände – Lotte in Zagreb</h2>				</div>
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									<p>Ich laufe eine einsame Straße entlang, vorbei an zerfallenen Häusern, bis ich zu einem Tor komme mit einer kleinen leerstehenden Security-Hütte. Fröstelnd ziehe ich meinen Schal enger um meinen Hals. Ich mache einen kleinen Bogen um die Hütte und plötzlich erstreckt sich vor mir ein weitläufiges Gelände mit dutzenden einfach gehaltenen Gebäuden, die fast schon an Bunker erinnern… Wie bin ich hier gelandet?</p>								</div>
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									<p>Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Vor ungefähr einem Jahr entschied ich mich, mich für einen ERASMUS-Platz an der „University of Zagreb“ zu bewerben. Nach erfolgreicher Zusage wurden Koffer gepackt, eine Unterkunft gesucht und von Freunden in Augsburg Abschied genommen. Die nächsten sechs Monate würde ich also in Kroatien leben. Meine ersten Assoziationen waren Sommer, Sonne und Strand. Doch, wie ich enttäuscht feststellen musste, herrschen in der kroatischen Hauptstadt im Winter ähnliche Temperaturen wie bei uns in Deutschland. Und auch den Strand sucht man in Zagreb vergebens. Dafür überzeugt die Stadt mit kleinen, gemütlichen Cafés, und einem bunten Chaos aus Straßenmusik, Verkehr, Märkten und Essensständen, dass man schnell lieben lernt. In den vielen Bars und Kneipen stoßen Student:innen aus aller Welt gemeinsam mit dem traditionelle Schnaps „Rakija“ an, auf den Einkaufsstraßen in der Innenstadt flaniert die High-Society des Balkanlandes in Pelzmänteln gekleidet und mit kleinen Hunden unter den Armen geklemmt und an den Straßenständen wird für geröstete Maronen oder Maiskolben angestanden.</p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">"Zagreb überzeugt mit kleinen, gemütlichen Cafés, und einem bunten Chaos aus Straßenmusik, Verkehr, Märkten und Essensständen."
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																						<div class="elementor-testimonial-job">Erasmus-Studentin in Zagreb</div>
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									<p>So sieht also das tägliche Leben in Zagreb aus. Diese Lebenswelt scheint meilenweit entfernt von der auf meinem Universitätscampus zu sein. Da sich die staatliche Uni, dank knappen Geldhahnes, keine großen Gebäude in der Stadt leisten konnte, siedelte man die kroatische und medienwissenschaftliche Fakultät kurzerhand auf einem leerstehenden Militärgelände an. Und hier stehe ich nun, fröstelnd und etwas überfordert mit der Frage, in welchem der Gebäude, die alle irgendwie gleich aussehen, denn nun mein Kurs stattfindet.</p><p>Zugegebenermaßen gibt es wahrscheinlich schönere Universitäten in Europa und die einstündige Fahrt aus der Innenstadt mit Bus und Tram hat es auch in sich, aber irgendwie ist mir die „Militäruni“ (wie sie liebevoll von den Studierenden genannt wird) ans Herz gewachsen. Liegt es an den Student:innen, die das Gelände mit Leben erfüllen? Oder an unserem freundlichen alten Professor, der uns jede Woche in seinem klapprigen Auto nach Hause gefahren hat, denn „diesen weiten Weg so spät und in der Kälte kann man doch niemandem zumuten!“. Vielleicht ist es auch einfach aufregend in so einer doch besonderen Umgebung zu studieren. Was es auch ist, ich werde meine Zeit dort vermissen und kann euch ein Auslandssemester in Zagreb nur empfehlen!</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Moderne Uni und unglaubliche Natur - Viviana in Volda</h2>				</div>
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									<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">“Ich hoffe du siehst die Nordlichter” oder “Oh da ist es doch immer kalt und dunkel” haben die meisten mir gesagt, als ich erzählt habe, dass ich ein Auslandssemester in Norwegen mache. Ich habe von August 2021 bis Dezember 2021 in Volda studiert.</span></p><p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Volda ist eine kleine Stadt in Norwegen. Sie liegt direkt am Fjord und ist umgeben von Bergen. Das Panorama wenn man morgens aufwacht, sieht eigentlich aus wie auf einem Greenscreen, da es zu schön ist, um wahr zu sein. Ich hab dort im Studentenwohnheim, mit hauptsächlich anderen Erasmus Studierenden, gelebt. Da Volda so klein ist braucht ihr zur Uni, genau so wie zum Stadtzentrum nur circa zehn Minuten zu Fuß. Ich bin eigentlich kein Fan von Kleinstädten und wollte immer in die Großstadt, aber Volda war für mich trotzdem die perfekte Wahl. Denn obwohl die Stadt klein ist, ist sie durch die vielen Studierenden sehr belebt.  Das schöne an Volda ist, dass sich alle Erasmus Studierenden kennen, zusammen wohnen und zusammen studieren. Man ist dort eine richtig kleine Community, was unglaublich schön war zu erleben. Natürlich kommt ihr aber auch durch gemeinsame Kurse oder Aktivitäten mit den Einheimischen in Kontakt, die nicht so verschlossen sind, wie einem immer gesagt wird. </span></p><figure id="attachment_23253" aria-describedby="caption-attachment-23253" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23253" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2022/03/image00008-1024x768.jpeg" alt="" width="640" height="480" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2022/03/image00008-1024x768.jpeg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2022/03/image00008-300x225.jpeg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2022/03/image00008-768x576.jpeg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2022/03/image00008-1536x1152.jpeg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2022/03/image00008-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-23253" class="wp-caption-text">Der Hafen von Volda ist nur 5 Gehminuten vom Studentenwohnheim entfernt (Foto: Viviana Wagner)</figcaption></figure><p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Wer gerne in der Natur ist und Outdoorsachen unternimmt ist in Volda genau richtig. Ihr könnt dort jeglichen Outdoor Sport machen und eines solltet ihr auf jeden Fall einpacken: Wanderschuhe. Zugegeben, ich war vor Norwegen kein großer Fan vom Wandern, das hat sich nun definitiv geändert. Die Aussicht von den Bergen Norwegens ist einfach so unglaublich schön, dass kein Foto das einfangen kann, was meine Augen gesehen haben. Ich persönlich fand auch den Winter nicht schlimm. Ich war bis Weihnachten dort und im Dezember lag bereits viel Schnee, wodurch wir viel Skifahren und Schlittenfahren gehen konnten. Hell war es ungefähr von 9 bis 16.30 Uhr, also nicht so viel anders wie in Deutschland. Im Januar und Februar müsst ihr euch aber definitiv auf viel Dunkelheit und schlechtes Wetter einstellen. Wenn ihr Glück habt, seht ihr jedoch die Nordlichter, was ein unglaubliches Erlebnis ist. “Norwegen ist das Land, an dem man vier Jahreszeiten an einem Tag hat”, ist ein Satz dem einen viele sagen. Das stimmt zu 100 Prozent. Ihr müsst immer Kleidung für jegliches Wetter bei euch haben und der so genannte “Zwiebellook” rettet einem das Leben. Auch Ausflüge könnt ihr sehr gut von Volda aus machen, da es dort einen Flughafen gibt und ihr somit die Möglichkeit habt das Land zu bereisen. Kleiner Tipp: Solltet ihr die Möglichkeit haben, fahrt mit eurem Auto hin, da ihr dann viel mobiler vor Ort seid. Ohne Auto kommt man in Volda leider nicht weit, da es kein gutes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln gibt.</span></p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">"Man hört ja immer, dass Norwegen so ein gutes Bildungssystem hat. Meiner Erfahrung nach stimmt das auch!"</div>
			
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																						<div class="elementor-testimonial-job">Erasmus-Studentin in Volda</div>
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									<p>Der einzige Nachteil an einem Semester in Norwegen sind die Preise. Nicht nur der Alkohol, wie viele ja wissen, ist teurer, sondern eigentlich alles. Wenn ihr euch also für ein Semester in Norwegen entscheidet, was ich definitiv empfehlen kann, fangt rechtzeitig an zu sparen. </p><p>Man hört ja immer, dass Norwegen so ein gutes Bildungssystem hat. Ich studiere Medien und Kommunikation und muss sagen, für meinen Fall stimmt das. Die Uni in Volda ist für Medien-Studierende unglaublich gut. Genau bevor mein Semester begann wurde das “New Media Building” gebaut. Das hat man auch gesehen. Einen Euqipmentraum in dem man sich die besten Kameras ausleihen kann, ein Foto und Videostudio, Tonräume und alles was das Medienherz begehrt beinhaltet das moderne Gebäude. Allgemein wurde man in Volda extrem gut gefördert. In der Abgabephase beispielsweise gab es die so genannte “Exam Survival Week”, bei der die Studierenden der Uni jeden Mittag kostenlos essen konnten. Das war nur eines von vielen tollen Angeboten für Studierende. Es wird dort sehr darauf geachtet, dass ihr euch wohlfühlt und vor allem viel lernt Die Kurse in Volda sind außerdem sehr praxisorientiert, man hat so gut wie keine Theorie, was eine schöne Abwechslung zu Deutschland ist. Ihr könnt auch viel eurer Freizeit in der Uni gestalten. Man kann die Uni 24 Stunden lang mit seinem Ausweis öffnen und beispielsweise einen Filmabend mit Freund:innen in einem Hörsaal mit Leinwand veranstalten. </p>								</div>
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									<p>Wenn ihr euch für ein Auslandssemester in Volda entscheidet werdet ihr unglaublich viel erleben: Die Natur entdecken, tolle Asuflüge machen und Norwegen besser kennen lernen, an einer unglaublich guten Uni studieren, die Freunde eures Lebens finden und verrückte Sachen machen, wie im Schnee zu zelten oder die ganze Nacht bei Minusgraden den besten Ort zu finden, um die Polarlichter zu sehen. Ich kann es nur empfehlen!</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Liebe fürs Leben in Schweden – Lara in Karlstad</h2>				</div>
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									<p>„Wir liebten das Leben, den Sommer in Schweden“, singen Revolverheld und nach meinem Auslandssemester in Schweden kann ich dieses Gefühl teilen. Zwischen Januar 2021 und Juli 2021 haben ich in Karlstad am Vänersee studiert und Schweden mit seiner wunderschönen Natur lieben gelernt. Deswegen würde ich gerne allen, die überlegen, Karlstad auf ihre Prioritätenliste fürs Auslandssemester zu setzen, ein paar Eindrücke weitergeben.</p>								</div>
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									<p><i>Universität</i> &#8211; Die Uni in Karlstad liegt etwas außerhalb der Innenstadt, dafür aber umso näher an den Studentenwohnheimen – von dort aus lauft ihr nur etwa 15 Minuten zum Campus. Die Unigebäude sind noch relativ neu; es gibt eine schöne Bibliothek mit Glasfassade und einen schwebenden Vorlesungssaal, der wie ein Ei aussieht.</p><p>Die Seminare laufen etwas anders ab als in Deutschland: Es wird viel mehr auf Gruppenarbeit und eigenverantwortliches Lernen gesetzt. Ein weiterer Unterschied ist, dass es nur drei verschiedene Noten gibt: „Fail“, „Good“ und „Very Good“. Insgesamt hat man als Studierende:r häufig das Gefühl, dass es in schwedischen Uni etwas entspannter zugeht. Oder wie einer meiner Professoren sagte: „Don’t put too much effort into it!“.</p>								</div>
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									<p><i>Ausflüge/Freizeit</i> &#8211; Wer gerne viel draußen unternimmt und Zeit in der Natur verbringen möchte, ist in Schweden absolut richtig aufgehoben. Im Winter sind wir von Karlstad aus zum Skifahren gefahren (min. 2 Stunden Fahrtzeit) oder waren vor Ort Langlaufen und Schlittschuhfahren. Das absolute Highlight war jedoch die Reise in den hohen Norden nach Kiruna und Abisko. Dort in der Nacht bei -25 Grad auf einem zugefrorenen See zu stehen, während man die Nordlichter beobachtet, die über den Köpfen im dunklen Himmel tanzen, ist unvergleichlich – und auch die 18 Stunden Zugfahrt wert, die man von Karlstad aus auf sich nehmen muss.</p>								</div>
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									<p>Auch im Sommer gibt es zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten: den Kungsleden wandern, Gotland erkunden oder durch Stockholm schlendern und eine Kugel Eis von der wunderbaren Eisdiele StikkiNikki genießen. Fans von Süßspeisen kommen in Schweden generell auf ihre Kosten: neben der klassischen Zimtschnecke gibt es noch viele weitere Köstlichkeiten wie Semla, Dammsugare oder Marabou Schokolade. Wer noch nicht weiß, was sich hinter diesen Begriffen versteckt, sollte auf jeden Fall ein Auslandssemester in Schweden in Erwägung ziehen!</p>								</div>
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									<p>Die Sonne scheint, es hat -5°C, Möwen hüpfen vor mir herum, ich bemühe mich auf dem vereisten Boden nicht auszurutschen und umklammere die Zimtschnecke in meiner Hand. Ich bin in Oslo. &#8220;Ohhh, Oslo soll sehr schön sein&#8221; haben mir alle gesagt, wenn ich erzählt habe, wo ich ab Januar 2022 studieren werde. Sie hatten recht. Oslo (mit mehr als doppelt so vielen Einwohner:innen wie Augsburg) hat den Großstadtflair einer Hauptstadt, ist aber nicht so riesig, chaotisch und unübersichtlich wie andere Hauptstädte. Zu tun gibt es aber genug. Zum Beispiel kann man sich auf dem begehbaren Dach des Opernhauses in der Wintersonne sonnen, in einer der modernsten Bibliotheken Europas den Sonnenuntergang über dem Oslofjord bewundern, in den zahlreichen Cafés und Bars viel Geld ausgeben, auf Polarlichter hoffen, Museen einen Besuch abstatten oder die sportlichen Möglichkeiten Oslos beim Eis- und Langlaufen oder Schlittenfahren nutzen. 20 Metro-Minuten vom Zentrum Oslos befindet man sich schon mitten in der Natur. Kein Wunder also, dass Menschen mit Langlaufski in der Metro ein absolut alltäglicher Anblick sind. Generell versteckt man sich hier nicht vor Schnee und Eis in den warmen Häusern. Im Gegenteil, am Wochenende sitzen große Menschengruppen um Feuer am See und picknicken was das Zeug hält. Der Schnee ist schön, das Eis hingegen ist eine Herausforderung. Auch nach mehreren Tagen Sonnenschein und Temperaturen über 0°C hält es sich hartnäckig auf den Wegen. Ein gelegentliches Fast-Ausrutschen, gefolgt von einem &#8220;Woooah&#8221; und hilflosem Armrudern habe ich die ersten Wochen oft beobachten dürfen (oder selbst unfreiwillig praktiziert). Vor allem vereiste Abhänge und Hügel waren ab und an nicht begehbar und wurden stattdessen mehr oder weniger (eher weniger) kontrolliert im Sitzen hinuntergerutscht.</p>								</div>
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									<p>In Oslo gibt es mehrere Universitäten. Ich studiere an der „University of Oslo“. Ähnlich wie an der Universität Augsburg gibt es hier ein Buddy-Programm für internationale Studierende, nur dass hier nicht jede:r Studierende einen Buddy zugeteilt bekommt, sondern 2-4 Buddys eine Gruppe von etwa 10 Studierenden betreuen und in der sogenannten „Buddyweek“ Aktivitäten mit ihnen unternehmen. Auf diese Weise habe ich nicht nur leicht neue Freund:innen finden können, sondern auch Norweger:innen kennengelernt.</p><p>Die Vorlesungen, die ich besuche, sind sehr interessant und gut verständlich, allerdings ist die zu lesende Literatur für jeden Kurs ungefähr dreiMal so viel wie an der Uni Augsburg. Ich bin nicht die Einzige, die da zeitlich nicht mitkommt. Da man allerdings auch einiges an Geld in eigene Bücher investieren muss, würde es sich wie reine Geldverschwendung anfühlen, diese teuer bezahlten Bücher dann nicht auch zu lesen. Allgemein ist alles in Oslo sehr, sehr teuer. Vor allem die Alkoholpreise unterscheiden sich deutlich von denen in Deutschland aber auch alles andere hat mindestens das Preisniveau eines deutschen Bioladens.</p><p>Insgesamt gefällt mir mein Erasmus-Semester in Oslo bisher sehr gut. Langsam werden auch die kalten Tage immer seltener, das Eis und der Schnee wird weniger und ganz Oslo wacht aus seinem Winterschlaf auf. Immer mehr Menschen setzen sich zum Kaffeetrinken nach draußen, wenn die Sonne scheint, ungeachtet der Tatsache, dass es trotzdem nur 2°C hat und sonnen sich am Wasser (ja, auch ich mache das). Es wird langsam Frühling in Oslo.</p>								</div>
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									<p>Sommer, Sonne, Meer. So stellen sich die Deutschen Spanien vor. Nicht umsonst ist es Urlaubsland Nummer 1 der deutschen Tourist:innen. Warum also nicht auch dort studieren?</p><p>Gesagt getan. Online-Bewerbung beim Akademischen Auslandsamt einreichen, bei Mobility-Online registrieren und schon kam im Januar 2021 die Zusage zum Auslandsstudium. Nach Madrid soll es gehen. Da gibt es zwar keinen Strand und kein Meer, aber das macht die spanische Hauptstadt mit ihren Clubs, Bars und Museen bestimmt wieder wett. Spoileralarm: Tatsächlich sollte es so sein.</p><p>Spaniens Hauptstadt liegt in der Mitte des Landes. 3,2 Millionen Menschen leben hier, unzählige Clubs und Bars laden zum Feiern und Leute kennenlernen ein und Flamencoshows, Museen und Stadtführungen bringen auch den verkaterten ausländischen Studierenden die spanische Kultur näher. Kurz: Das Leben in Madrid pulsiert.</p>								</div>
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									<p>Am Wochenende ist das im Stadtkern sichtbar. Rund um den Hauptplatz Puerta del Sol drängen sich von Freitagnachmittag bis Sonntagabend tausende Menschen, um den Straßenkünstler:innen zuzusehen, sich dem Gesang von Fußballfans anzuschließen oder einen der wenigen noch freien Tische in Restaurants zu ergattern. Aber auch in den anderen Stadtvierteln ist viel geboten. Malasaña, das Queerviertel Chueca und La Latina sind vor allem bei Studierenden beliebt. Zwar ist nach der Party ist bekanntlich vor der Party, dazwischen müssen aber selbst ERASMUS-Studierende die Uni besuchen. Ich habe eine Privatuniversität im Stadtteil Moncloa besucht. Die Anbindung mit Bus und Metro ist sehr gut, vor allem Malasaña bietet sich dabei als Wohnort an. Und dann noch eine Privatuniversität: Das hört sich erst einmal beeindruckend an &#8211; und war es erst mal. Neuste Ausstattung in den Vorlesungsräumen, die Dozierenden nutzen die digitale Lernplattform und die Vorlesungen finden in kleinen Gruppen statt. Unter der Oberfläche blätterte das auf Social-Media wohl gehegte Image aber: Zugang zur digitalen Lernplattform erst nach über vier Wochen nach Vorlesungsbeginn möglich, die Kommunikation zwischen Studierenden und Uni war lückenhaft und etwas Chaos war in jeder Vorlesung vorprogrammiert. Trotzdem war das Studium ein tolles Erlebnis. Es treffen Studierende verschiedener Nationen aufeinander. Jeder bringt seine:ihre Sichtweise mit und trotzdem tun sich Gemeinsamkeiten auf. Auch zu sehen, wie das eigene Studienfach in einem anderen Land unterrichtet wird, verschafft einen Perspektivenwechsel, den andere Studierende nicht erleben. Und Kontakte in anderen Teilen der Welt können bestimmt nie schaden.</p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">"Wenn auch du vor der Entscheidung  'Auslandssemester: ja oder nein?' stehst, ergreife die Chance und sammele Erlebnisse und Erfahrungen, an die du dich dein ganzes Leben lang erinnern wirst."</div>
			
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														<div class="elementor-testimonial-name">Justin</div>
																						<div class="elementor-testimonial-job">Erasmus-Student in Madrid</div>
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									<p>Ich habe viel gelernt in meinem Auslandsaufenthalt in Madrid. Nicht nur, wie die Europäische Union funktioniert oder warum Migrant:innen in die EU kommen, sondern auch wie es ist, wenn verschiedene Kulturen und damit Sichtweisen und Perspektiven aufeinander treffen. Diese Erfahrung ist unglaublich wertvoll und spannend. Wenn auch du vor der Entscheidung  &#8220;Auslandssemester: ja oder nein?&#8221; stehst, ergreife die Chance und sammele Erlebnisse und Erfahrungen, an die du dich dein ganzes Leben lang erinnern wirst. Wer weiß, vielleicht studierst auch du gerne da, wo andere Urlaub machen.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/03/studium-in-der-ferne-erasmus-studierende-berichten/">Studium in der Ferne – Erasmus-Studierende berichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Drei Fragen zur Europawahl</title>
		<link>https://presstige.org/2019/05/drei-fragen-zur-europawahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Scheibe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2019 08:50:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man sich gerade so auf den Straßen umschaut, hängen mal wieder überall Wahlplakate. Nach den Bundestagswahlen im Herbst 2017 und den bayerischen Landtagswahlen letztes Jahr stehen dieses Jahr die Europawahlen an – am 26. Mai, also in elf Tagen....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/05/drei-fragen-zur-europawahl/">Drei Fragen zur Europawahl</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Wenn man sich gerade so auf den Straßen umschaut, hängen mal wieder überall Wahlplakate. Nach den Bundestagswahlen im Herbst 2017 und den bayerischen Landtagswahlen letztes Jahr stehen dieses Jahr die Europawahlen an – am 26. Mai, also in elf Tagen. Immer stärker greift die Europäische Union in die Lebensbedingungen der Menschen in ihren Mitgliedsländern ein, und dennoch ist die Wahlbeteiligung konstant ganz schön niedrig: bei den letzten Wahlen lag sie immer unter 50%. Und dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer zufolge hielten in Deutschland im April 2019 sogar nur 12% die Europawahl für ein wichtiges Thema. Weil ich mich zu diesen 12% definitiv dazuzähle und den Eindruck habe, dass das Ergebnis des Trendbarometers auch damit zusammenhängt, wie undurchsichtig und &#8220;weit weg&#8221; die EU, ihre Institutionen und Regeln einem oft erstmal vorkommen, hier ein Versuch, das Thema für euch anhand von drei Fragen aufzuschlüsseln. </em></p>



<p><strong>1. Wen genau wählt man eigentlich? </strong></p>



<p>Bei den Europawahlen wird in allen
(noch) 28 Mitgliedsstaaten der EU das europäische Parlament gewählt. Die Anzahl
der Abgeordneten, mit der ein Land im Parlament vertreten ist, richtet sich
proportional nach der Einwohnerzahl der Mitgliedsstaaten. Deutschland erhält in
der kommenden Legislaturperiode, genau wie auch schon in der letzten, 96 der
insgesamt 751 Sitze. </p>



<p>Anders als bei der Bundestagswahl, hat jede*r Wähler*in nur eine Wahlstimme zu vergeben – und darf sich dabei auch nur zwischen den 40 deutschen Parteien, die zur Europawahl antreten, entscheiden. Parteien aus anderen Ländern kann man, zumindest bislang, nicht wählen. Jede Partei musste bis März eine Liste mit Abgeordneten aufstellen, die sie ins Europaparlament schicken möchte. Während die meisten Parteien eine Bundesliste haben, also eine einheitliche Liste für ganz Deutschland, hat die CDU/CSU für jedes Bundesland eine eigene Liste aufgestellt – die CSU tritt natürlich nur in Bayern an. Jede Liste, ob Bundes- oder Landesliste, wird angeführt von einem oder einer Spitzenkandidat*in. Manche Parteien, wie beispielsweise Die Grünen, haben zwei Spitzenkandidaten gewählt: eine weibliche und einen männlichen. (Die Listen der Parteien kann man <a href="https://www.europawahl-bw.de/kandidaten.html#c44749 ">hier</a> einsehen.)</p>



<p>Die Sitzverteilung erfolgt dann
schließlich nach den Grundsätzen der Verhältniswahl, sprich: Je mehr Stimmen
eine Partei erhält, desto mehr Kandidat*innen von der Liste schickt sie ins Europaparlament.
Die 5%-Hürde gibt es bei der Europawahl seit 2009 nicht mehr, sodass eine
Partei bereits ab ca. 0,7% der bundesweiten Stimmen einen Sitz für die erste
Person auf ihrer Liste erhält. Allerdings wird die Sperrklausel-Pflicht bei der
EU-Wahl 2024 oder 2029 wohl wieder gelten.&nbsp;
</p>



<p>Soweit, so gut. Jetzt wird es aber noch etwas verwirrender, denn seit den letzten Europawahlen gibt es nicht nur nationale, sondern auch europaweite Spitzenkandidaten. Diese Kandidaten repräsentieren dann nicht nur die einzelnen Bundesparteien, sondern die gesamte Fraktion, der eine Partei angehört. Von diesen Fraktionen gibt es im EU-Parlament aktuell acht, die stärkste unter ihnen ist in der auslaufenden Legislaturperiode die konservative „Fraktion der Europäischen Volksparteien“ (EVP), der auch die CDU/CSU angehört. Ihr Spitzenkandidat ist diesmal ein Bayer, nämlich Manfred Weber von der CSU. Die europaweiten Spitzenkandidat*innen sind insofern wichtig, weil sie traditionell die Position der Fraktionsführenden im Parlament einnehmen. Außerdem wird unter ihnen der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin der EU-Kommission ausgewählt. Sollte die EVP also wieder stärkste Kraft werden, wonach es laut Wahlprognosen gerade stark aussieht, dann hätte Manfred Weber gute Chancen auf diesen Posten. Da hat allerdings der europäische Rat auch noch ein Wörtchen mitzureden, wenn er sich querstellt, dann geht nichts. Womit wir bei der nächsten Frage wären.</p>



<p><strong>2. Parlament, Rat, Kommission – wer macht was in Europa?</strong></p>



<p><strong>Das Parlament</strong> ist die einzige direktdemokratisch gewählte Institution der EU, das heißt eure Stimme bei der EU-Wahl kann dessen Zusammensetzung direkt beeinflussen. Es ist an der Gesetzgebung und am Haushalt beteiligt und hat außerdem eine wichtige Kontrollfunktion. Genauer gesagt kontrolliert das Europäische Parlament die Arbeit der EU-Kommission: Zum einen kommt der Kommissionspräsident aus dem Parlament – der Spitzenkandidat der stimmstärksten Fraktion wird vorgeschlagen und muss vom Europäischen Rat bestätigt werden –, zum anderen muss es die vom Europäischen Rat vorgeschlagenen Kommissionsmitglieder für die jeweilige Legislaturperiode, also die EU-Kommissare, absegnen. Es kann zwar keine einzelnen Mitglieder ablehnen, allerdings die gesamte Vorschlagsliste. Das kam bislang jedoch noch nie vor. Wenn die EU-Kommission dann steht und ihrer Arbeit nachgeht, muss sie dem Parlament regelmäßig Bericht erstatten. Falls Arbeit und Vorhaben der Kommission dem EU-Parlament suspekt sind, kann es sein Misstrauen aussprechen und die gesamte Kommission so zum Rücktritt zwingen. Das ist tatsächlich schon einmal vorgekommen, nämlich im März 1999. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="639" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/parliament-704254_960_720-1.jpg" alt="" class="wp-image-11111" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/parliament-704254_960_720-1.jpg 960w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/parliament-704254_960_720-1-400x266.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/parliament-704254_960_720-1-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption>Das EU-Parlament in Brüssel. Einen zweiten Sitz hat es in Straßburg. Bild: pixabay</figcaption></figure>



<p>Was den Haushalt und die Gesetzgebung
angeht, ist das EU-Parlament gleichberechtigter Partner mit dem Rat der
Europäischen Union. Erstmal ist es wichtig, letzteren nicht mit dem
Europäischen Rat&nbsp; zu verwechseln: </p>



<p>&nbsp;Im <strong>Europäischen
Rat</strong> sitzen die 28 Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer (also für
Deutschland zurzeit Merkel) und es gibt zusätzlich einen Präsidenten, der kein
nationales Amt ausüben darf&nbsp; und nicht stimmberechtigt
ist, er ist eher Moderator und Koordinator (seit 2009 Donald Tusk). Der
Europäische Rat bestimmt, wie es so schön floskelhaft heißt, „allgemeine
politische Zielvorstellungen der EU“ und ist wie oben beschrieben an der
Zusammensetzung der Kommission beteiligt. An der Gesetzgebung wirkt er, anders
als der Rat der Europäischen Union (auch Ministerrat genannt) und das
Europäische Parlament jedoch nicht direkt mit. </p>



<p>Den <strong>Rat der Europäischen Union (Ministerrat) </strong>gibt es eigentlich
zehnmal. Das heißt es gibt derzeit zehn unterschiedliche Themengebiete, auf
denen sich ein Rat an je 28 zuständigen Ministern, aus jedem Land einer,
gebildet hat. Wenn es um Fragen zur Landwirtschaft geht, kommen beispielsweise
die Agrarminister der Mitgliedsstaaten zusammen. </p>



<p>Jedes neue Gesetz sowie der Haushaltsplan der EU muss vom zuständigen Ministerrat sowie vom EU-Parlament abgesegnet werden. Die Abstimmungen dazu im EU-Parlament sind in der Regel transparent, das heißt, man kann sehen, wer wie abgestimmt hat. Weil die Abstimmungsergebnisse auf der Seite des Parlaments aber in einem relativ schwer verständlichen Juristen-Deutsch aufgelistet sind, hat die NGO <em>abgeordnetenwatch </em>auf ihrer <a href="http://(https://www.abgeordnetenwatch.de/eu-parlament-2014-2019/abstimmungen">Internetseite</a> die Ergebnisse einiger wichtiger Abstimmungen sehr übersichtlich dargestellt. Außerdem kann man dort Fragen an EU-Parlamentarier stellen, die diese selbst beantworten können. </p>



<p>Neue Gesetze vorschlagen dürfen
Parlament und Ministerrat allerdings nicht, sie können lediglich die Kommission
dazu auffordern, einen Vorschlag auszuarbeiten. Denn das alleinige
Initiativrecht hat die <strong>EU-Kommission</strong>.
Sie setzt sich zusammen aus 28 Kommissaren, inklusive dem
Kommissionspräsidenten (aktuell noch Jean-Claude Juncker). Jedes Land entsendet
einen Kommissar bzw. eine Kommissarin, der oder die dann für ein bestimmtes
Themengebiet zuständig ist. Für Deutschland sitzt momentan Günther Oettinger
als Kommissar für Haushalt und Personal in der EU-Kommission. Sollte Manfred
Weber tatsächlich Kommissionspräsident werden, dann dürfte Deutschland in der
kommenden Legislaturperiode keine*n weitere*n Kommissar*in mehr vorschlagen. </p>



<p>Neben der Initiierung von Gesetzen soll die Kommission zusätzlich dafür sorgen, dass sich alle Mitgliedsstaaten, und auch Unternehmen, an die Regeln halten. Ist das nicht der Fall, dann kann sie Bußgelder verhängen. Kritisch ist dabei natürlich, wenn die EU-Kommissare enge Lobbykontakte zu den Unternehmen haben, die sie eigentlich sanktionieren sollten, und so Interessenskonflikte entstehen.&nbsp; Zwar gibt es seit 2011 ein Abkommen, nach welchem jegliche Lobbykontakte auf EU-Ebene in einem <a href="http://(https://www.abgeordnetenwatch.de/eu-parlament-2014-2019/abstimmungen">Transparenzregister</a> veröffentlicht werden müssen. Die NGO <em>lobbycontrol</em> weist in ihrem neu veröffentlichten <a href="https://www.lobbycontrol.de/2019/04/eu-lobbyreport-konzerne-haben-zu-viel-macht-in-europa/">EU-Lobbyreport</a> jedoch auf eine große Unausgewogenheit hin. Die EU-Kommission trifft sich deutlich öfter mit Unternehmen als mit Vertreter*innen der Zivilgesellschaft. Beispiel: Die Expertengruppe, die die EU-Kommission dabei unterstützen sollte, realistischere Abgastests für Fahrzeuge zu entwickeln, bestand zu 70 Prozent aus Vertreter*innen der Automobilindustrie. Um die EU-Kommission volksnäher und demokratischer zu gestalten, müsste noch einiges passieren!</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="639" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/kommission.jpg" alt="" class="wp-image-11113" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/kommission.jpg 960w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/kommission-400x266.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/05/kommission-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption>Die EU-Kommission in Brüssel.  Bild: pixabay</figcaption></figure>



<p><strong>3. Was sind wichtige Themen bei der diesjährigen EU-Wahl?</strong></p>



<p>Im Angesicht des Rechtsrucks der letzten Jahre, scheint es besonders wichtig, dieses Jahr wählen zu gehen. Aktuellen Umfragen zufolge könnte etwa die rechtsradikale Fraktion ENF (Europa der Nationen und der Freiheit), zu der beispielsweise Marine Le Pen gehört, ihre Sitze in der kommenden Legislaturperiode nahezu verdoppeln. Auch die AfD holte bei der Europawahl 2014 nur 7,1% der Stimmen – dieses Jahr wird ihr Ergebnis wohl zweistellig. Das ist deshalb ein besonders wichtiges Thema bei der EU-Wahl, weil viele rechte Parteien für eine Auflösung der EU bzw. für einen Austritt Deutschlands eintreten. Einige AfD-Mitglieder plädieren zum Beispiel für einen „Dexit“. Drastisch formuliert geht es dieses Jahr also nicht nur um die Besetzung des EU-Parlaments, sondern für den <strong>Erhalt der EU</strong> an sich.&nbsp;&nbsp; </p>



<p>Dass Parteien aus dem rechten Spektrum seit 2014
so zugelegt haben, liegt wohl vor allem an einigen Schlüsselereignissen, die
sich seitdem zugetragen haben. Wie der „Flüchtlingswelle“ 2015. Auch das wird
bei dieser Wahl und in der kommenden Legislaturperiode ein wichtiges Thema für
die EU: Wie geht man mit <strong>Migration</strong>
um? Konkreter: Sollte die EU private Seenotrettungsinitiativen im Mittelmeer,
wie zum Beispiel <em>seawatch</em>,
unterstützen? Soll am Flüchtlingsabkommen mit der Türkei festgehalten werden?
Und wie sollen Asylsuchende auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden? </p>



<p>Wie die verschiedenen Parteien zu diesen Fragen stehen, kann man im <a href="https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2019/">Wahl-O-Mat</a> nachlesen, wo man die Antworten dann jeweils mit seinen eigenen abgleichen kann. Außer den Fragen zur Migration finden sich dort viele Fragen zum <strong>Umweltschutz</strong>, ein weiteres wichtiges Thema bei der diesjährigen Europawahl. Dabei geht es dann etwa darum, welche CO2-Ziele sich die EU setzt, ob vorrangig Bio-Landwirtschaft gefördert werden sollte und wie sich die EU zu Gentechnik positioniert.&nbsp;</p>



<p>Und bei der Positionierung der EU zu diesen und allen anderen Themen spielt das Europäische Parlament, das am 26. Mai gewählt wird, eine entscheidende Rolle. Denn auch wenn das Parlament kein Initiativrecht hat, kann doch kein EU-Gesetz ohne dessen mehrheitliche Zustimmung erlassen werden. Deswegen ist es, trotz offensichtlichem Demokratiedefizit der EU, wichtig, aus wem sich das EU-Parlament zusammensetzt – und wir haben das Privileg, das in elf Tagen mitzuentscheiden.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/05/drei-fragen-zur-europawahl/">Drei Fragen zur Europawahl</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>(K)einer von uns?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2016 11:44:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommentar zum anstehenden EU-Austritt Großbritanniens Demokratie am eigenen Leib zu erfahren, ist nicht immer ein Erfolg. Wer kann sich nicht an Klassensprecher erinnern, die so lange über das Ziel eines Wandertags abstimmen lassen, bis ihnen das Ergebnis passt? Gerade dürfte...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/06/kommentar-brexit/">(K)einer von uns?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Kommentar zum anstehenden EU-Austritt Großbritanniens</h2>
<p><figure style="width: 1197px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="" src="https://gedankenkammer.files.wordpress.com/2016/06/brexit_oben_1200.png" width="1197" height="987" /><figcaption class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure></p>
<p>Demokratie am eigenen Leib zu erfahren, ist nicht immer ein Erfolg. Wer kann sich nicht an Klassensprecher erinnern, die so lange über das Ziel eines Wandertags abstimmen lassen, bis ihnen das Ergebnis passt? Gerade dürfte sich der britische Premierminister David Cameron allerdings mit Wehmut an diese Zeiten erinnern. Vergangenen Donnerstag haben sich die Briten mit einer (denkbar knappen) Mehrheit von 52 Prozent der abgegebenen Stimmen für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Obwohl sich inzwischen bereits mehr als 1,5 Millionen Briten einen zweiten Durchgang wünschen, wird es wohl nicht dazu kommen. Welche Folgen nach den Austrittsverhandlungen auf Politk und Wirtschaft beider Seiten zukommen, ist noch nicht absehbar. Allerdings ist der Brexit schon jetzt ein drastischstes Beispiel dafür das Volkes Wille auch trennen könnte, was eigentlich zusammengehört.</p>
<h3>No Englishman Is an Island</h3>
<p>In jedem Fall haben die Brexiteers auch auf dem Festland ihre Anhänger. In etlichen anderen EU-Staaten forderten rechtspopulistische Kräfte umgehend ein eigenes Referendum, am lautesten vielleicht in Frankreich, Italien und den Niederlanden. Ihr Argument ist dabei stets das gleiche: Wer zurück zur nationalen Stärke will, muss den lästigen Staatenbund loswerden. Hinter viel Gepolter um tradierte Werte, lauert zumeist nur das Versprechen, unerbittlich um den nationalen Vorteil zu schachern. Damit ist allerdings die gefährliche Illusion verbunden, diese Vorteile im Alleingang erwirtschaften zu können. In einer Welt, die bereits jetzt komplexer vernetzt ist als jemals zuvor, spielt das Versprechen vom Nationalstaat auf gefährliche Weise mit einem weit verbreiteten Phantomschmerz.</p>
<p>Beim Einzelnen können Ungewissheit und Risiken schnell zu einer Angst führen, welche die Chancen zu überwiegen scheint. Das Wecken der Hoffnung, sich im Alleingang davon loszusagen, spielt auf riskante Weise mit durchaus berechtigten Sorgen. Das Versprechen, durch die eigene Isolation lange zusammengewachsene Einflüsse aufzuheben, ist schlicht verantwortungslos. Die erste Konsequenz des Austritts liegt vor allem darin, in der EU eben jene laute Stimme zu verlieren, für welche die Briten so gefürchtet waren. Mittelfristig wird diese Erkenntnis das Ansehen der Politik kaum bessern können. Das Vertrauen in die Fähigkeit gewählter Volksvertreter, mit den komplexen Herausforderungen der Welt angemessen umzugehen, gehört jedoch zum Kern jeder Demokratie. Dazu gehört das Eingeständnis der Politik, dass Lösungen nicht für immer sind, aber auch das Versprechen, bei Bedarf besonnen nachzubessern. Demgegenüber hilft der Brexit nur von unliebsamen Entwicklungen abgehängt zu werden. Unabhängig macht er deshalb noch lange nicht.</p>
<h3>Disunited Kingdom</h3>
<p>Innerhalb Großbritanniens bleibt eine Abstimmung, die beinahe ebenso viele Verlieren wie Gewinner kennt. Da wundert es nicht, dass Nordirland und Schottland, in denen mehrheitlich gegen einen Austritt gestimmt wurde, bereits laut über eine Zukunft jenseits des Vereinigten Königreichs nachdenken. Vor allem die Jungen sehen sich in weiten Teilen mit einer Zukunft konfrontiert, die sie selbst nicht gewollt haben. Einerseits haben immerhin 64 Prozent der Wähler unter 24 Jahren für den Verbleib in der EU gestimmt. Andererseits ist Großbritannien auch bei der Jugend jenseits der eigenen Grenzen beliebt. Als Beispiel sei nur erwähnt, dass 19 Prozent der Studierenden an britischen Hochschulen aus dem Ausland kommen. Zwar bedeutet der Brexit nicht zwingend den Ausstieg aus ERASMUS, doch in jedem Fall wird der gegenseitige Austausch nun für beide Seiten erschwert. Das allerdings durch eine Entscheidung, die am stärksten von Wählern unterstützt wurde, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. So betrachtet kann gerade den Jungen in anderen Ländern das Ergebnis als deutliches Zeichen dienen.</p>
<p>Ja, die Mehrheit der Briten hat sich für eine Zukunft außerhalb der EU entschieden. Und ja, dabei handelt es sich um ein demokratisches Ergebnis, das unbedingt zu respektieren ist. Aber es war denkbar knapp und gerade die jungen Briten hätten es sich anders gewünscht. Wir haben immer ein Recht, an einer Zukunft mitzuwirken, die vor allem uns betrifft. Wenn es darum geht, zu einfache Lösungen zu verhindern, vielleicht sogar die Pflicht. Dabei ist aus Sicht der Jugend tragisch und tröstend zugleich: Die meisten Spalter waren keine von uns.</p>
<p><figure style="width: 1199px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="" src="https://gedankenkammer.files.wordpress.com/2016/06/brexit_unten_1200.png" width="1199" height="733" /><figcaption class="wp-caption-text">Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/06/kommentar-brexit/">(K)einer von uns?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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