<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>generation_der_helden Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
	<atom:link href="https://presstige.org/tag/generation_der_helden/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://presstige.org/tag/generation_der_helden/</link>
	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Apr 2020 21:43:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.10</generator>

<image>
	<url>https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/02/Logo-80x80.jpg</url>
	<title>generation_der_helden Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
	<link>https://presstige.org/tag/generation_der_helden/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">172887149</site>	<item>
		<title>Wie Helden lernen</title>
		<link>https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/</link>
					<comments>https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Apr 2014 13:41:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://presstige.org/?p=2758</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wer die Welt retten will, braucht die richtige Ausbildung. Aber was ist Bildung überhaupt? Und wie sieht ein Bildungssystem für Helden aus? Bildung, die über das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen hinausgeht, war jahrtausendelang absoluter Luxus. Inzwischen ist sie...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/">Wie Helden lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><b>Wer die Welt retten will, braucht die richtige Ausbildung. Aber was ist Bildung überhaupt? Und wie sieht ein Bildungssystem für Helden aus?</b></p>
<figure id="attachment_2762" aria-describedby="caption-attachment-2762" style="width: 1201px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-2762 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png" alt="Helden der Generation_Bildung_26.4" width="1201" height="665" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4-400x221.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4-1024x566.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2762" class="wp-caption-text">Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</figcaption></figure>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bildung, die über das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen hinausgeht, war jahrtausendelang absoluter Luxus. Inzwischen ist sie die Grundlage von allem. Jede Partei und jeder Kandidat, die irgendwo <a title="Große Koalition: Helden sehen anders aus" href="http://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Wahl gewinnen wollen</a>, schreiben sich dieses Thema daher mit einem dicken Filzstift auf die Fahne. Nur meint jeder mit Bildung etwas anderes. Vor allem hat jeder eine andere Vorstellung davon, wie ein gutes Bildungssystem aussieht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie alles unterliegen auch die Ansichten zu Bildung gesellschaftlichen Trends. Eine Generation vor den Helden dominierte an den Unis noch der klassische Langzeitstudent, für den das Hochschulstudium mehr mit Persönlichkeitsentwicklung als mit Credit Points zu tun hatte. Ermöglicht wurde dies durch ein Studiensystem, bei dem man erst ganz am Ende von mindestens zehn Semestern wirklich Leistung bringen musste.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In den Nullerjahren kam der ganz große Sinneswandel. Angetrieben von hoher Arbeitslosigkeit und aus Angst vor starken Chinesen, wurde das deutsche Bildungswesen in wenigen Jahren von Pferdekutsche auf Jumbojet umgestellt. Durch die Kombination von Schulzeitverkürzung, Wehrpflicht-Aussetzung und Bologna-Reform kann ein schlüsselfertiger Akademiker heute bis zu fünf Jahre schneller hergestellt werden als noch zur Jahrtausendwende.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Diese Entwicklung resultiert aus einer Denke, die Bildung vor allem als Ausbildung versteht. Die Aufgabe des Bildungssystems ist es demnach, möglichst schnell und effizient qualifizierte Arbeitskräfte für die Wirtschaft bereitzustellen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nun ist eine starke Wirtschaft ja prinzipiell erstrebenswert und ein paar Anstrengungen wert. Trotzdem kann dieser Weg nicht funktionieren. Den Grund nennt Ken Robinson in seinem berühmten TED-Talk „<a href="http://www.ted.com/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity" target="_blank" rel="noopener noreferrer">How schools kill creativity</a>“. Demnach ist unser heutiges Bildungswesen wesentlich während der Industrialisierung geprägt worden. Seither hat sich die Arbeitswelt grundlegend geändert – das Schulsystem leider nicht. Heutzutage geht es nicht mehr um standardisierte Fließbandproduktion; es zählen Kreativität und Problemlösekompetenz. Genau diese Dinge bleiben durch die Bildungsbeschleunigung auf der Strecke.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" alt="" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Inzwischen sind Anzeichen einer Trendwende sichtbar. Es setzt sich die Einsicht durch, dass Bildung mehr ist als die Anhäufung von Wissen; dass Lernen nicht zwingend im Sitzen stattfinden muss; dass möglicherweise nicht jeder einen Hochschulabschluss braucht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Vielen Bachelor-Studenten nehmen sich mehr Zeit als die vorgesehenen sechs Semester, <a title="Jag älskar Sverige!" href="http://presstige.org/2014/02/auslandssemester-schweden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gehen ins Ausland</a>, machen Praktika, engagieren sich in Projekten, <a title="“So ein kleiner Kindheitstraum”" href="http://presstige.org/2014/04/degree-clothing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gründen Unternehmen</a>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es entsteht eine Bewegung von „Education hackers“, die nicht an Abschlüsse glauben. Sie entscheiden selbst, was sie lernen möchten. Sie lesen Bücher, belegen Online-Kurse und reisen durch die Welt. Ein bekannter deutscher Education hacker ist Ben Paul, der <a href="http://anti-uni.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">darüber intensiv bloggt</a>. Die vielen Smileys, Ausrufezeichen und kursivierten Angliszismen machen Bens Texte anstrengend zu lesen, aber er vertritt eine interessante Grundeinstellung: Kümmer dich nicht darum, was man von dir erwartet, finde heraus, was dein Ding ist und gehe deinen eigenen Weg.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Ken Robinson ebenfalls anspricht: Wir lernen durch Fehler. An unseren Schulen werden Fehler jedoch sanktioniert, sei es durch sozialen Druck, durch Lehrertadel oder durch Noten. In diesem System ist der am erfolgreichsten, der auf Fehlervermeidung setzt. So kann keine Innovation entstehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In Amerika hat Homeschooling eine längere Tradition; häufig sind es erzkonservative, strengreligiöse Eltern, die ihre Kinder vor allem vom naturwissenschaftlichen Unterricht fernhalten wollen. Es gibt aber auch sympathischere Beispiele wie das des 13-jährigen Logan Laplante, der mindestens einen Tag pro Woche in der Natur verbringt und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h11u3vtcpaY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sehr eloquente Vorträge</a> über die Vorzüge von Homeschooling halten kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das sind radikale Ansätze, die sicher keine allgemeine Lösung des Problems darstellen. Aber sie zeigen auf, dass es auch anders geht. Dass nichts so bleiben muss, wie es ist, nur weil man es seit 200 Jahren so macht. <a title="Trotz NSA: Das Internet ist ein Platz für Helden" href="http://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Internet</a> hat schon viele Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche umgekrempelt. Die Generation der Helden wird dafür sorgen, dass davon auch das Bildungssystem nicht verschont bleibt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/">Wie Helden lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">2758</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Helden drehen das Blatt</title>
		<link>https://presstige.org/2014/03/helden-gedicht/</link>
					<comments>https://presstige.org/2014/03/helden-gedicht/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Mar 2014 17:58:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[rugby]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://presstige.org/?p=2461</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ob wir die Generation der Helden oder der Versager sind, ist eine Frage der Sichtweise. Genau darum ist die Antwort so wichtig. Letztens machte auf Twitter ein Gedicht die Runde, dass sich ebenso wie diese Kolumne mit dem Generationen-Thema befasst:...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/03/helden-gedicht/">Helden drehen das Blatt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob wir die Generation der Helden oder der Versager sind, ist eine Frage der Sichtweise. Genau darum ist die Antwort so wichtig.</strong></p>
<figure id="attachment_2464" aria-describedby="caption-attachment-2464" style="width: 1201px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px.png"><img decoding="async" class=" wp-image-2464" alt="Helden der Generation_Gedicht our Generation_11.3_1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px.png" width="1201" height="519" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px-400x172.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/03/Helden-der-Generation_Gedicht-our-Generation_11.3_1200px-1024x442.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2464" class="wp-caption-text">Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</figcaption></figure>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Letztens machte auf Twitter </span><a style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="https://twitter.com/DerekNichols0/status/438737917628796928" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">ein Gedicht die Runde</a><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">, dass sich ebenso wie diese Kolumne mit dem Generationen-Thema befasst:</span></p>
<p><strong><em>Our Generation</em></strong><br />
<em> Our generation will be known for nothing.</em><br />
<em> Never will anybody say,</em><br />
<em> We were the peak of mankind.</em><br />
<em> That is wrong, the truth is</em><br />
<em> Our generation was a failure.</em><br />
<em> Thinking that</em><br />
<em> We actually succeeded</em><br />
<em> Is a waste. And we know</em><br />
<em> Living only for money and power</em><br />
<em> Is the way to go.</em><br />
<em> Being loving, respectful, and kind</em><br />
<em> Is a dumb thing to do.</em><br />
<em> Forgetting about that time,</em><br />
<em> Will not be easy, but we will try.</em><br />
<em> Changing our world for the better</em><br />
<em> Is something we never did.</em><br />
<em> Giving up</em><br />
<em> Was how we handled our problems.</em><br />
<em> Working hard</em><br />
<em> Was a joke.</em><br />
<em> We knew that</em><br />
<em> People thought we couldn’t come back</em><br />
<em> That might be true,</em><br />
<em> Unless we turn things around</em></p>
<p>Geschrieben hat das Gedicht der 14-jährige Jordan Nichols aus North Carolina. Mit 14 ist der Kerl zwar gut zehn Jahre jünger als der Autor dieser Kolumne, aber bei großzügiger Auslegung gehört er damit durchaus noch zur Generation der Helden. Nur Jordan selbst scheint da überhaupt nicht dran zu glauben. “Die Welt zum Besseren zu ändern ist etwas, dass wir noch nie gemacht haben”, schreibt er. Und “Aufgeben ist, wie wir Probleme gelöst haben.” Der Kerl scheint sich hart am Rand einer Depression zu bewegen.</p>
<p>Ha! Da hat er uns aber sauber verarscht, der Fuchs, der! Den entscheidenden Hinweis liefert Jordan mit der letzten Zeite: “Unless we turn things around”. Liest man die Zeilen von “Our Generation” nämlich von unten nach oben, klingt das so:</p>
<p><strong><em>Our Generation</em></strong><br />
<em> Unless we turn things around</em><br />
<em> That might be true,</em><br />
<em> People thought we couldn’t come back</em><br />
<em> We knew that</em><br />
<em> Was a joke.</em><br />
<em> Working hard</em><br />
<em> Was how we handled our problems.</em><br />
<em> Giving up</em><br />
<em> Is something we never did.</em><br />
<em> Changing our world for the better</em><br />
<em> Will not be easy, but we will try.</em><br />
<em> Forgetting about that time,</em><br />
<em> Is a dumb thing to do.</em><br />
<em> Being loving, respectful, and kind</em><br />
<em> Is the way to go.</em><br />
<em> Living only for money and power</em><br />
<em> Is a waste. And we know</em><br />
<em> We actually succeeded</em><br />
<em> Thinking that</em><br />
<em> Our generation was a failure.</em><br />
<em> That is wrong, the truth is</em><br />
<em> We were the peak of mankind.</em><br />
<em> Never will anybody say,</em><br />
<em> Our generation will be known for nothing.</em></p>
<p>Und schon sind wir voll im <em>Generation der Helden</em>-Stil, oder? Cooler Typ, der Jordan!</p>
<p>Jordans raffinierter Umdreh-Trick bringt aufs Schönste zum Ausdruck, worum es geht: um die Sichtweise. Wer davon überzeugt ist, dass unsere Generation ein Haufen doofer, fauler, egoistischer Taugenichtse ist, wird dafür Argumente finden (und eine Zeitung, die den Unsinn druckt). Wer hingegen der Meinung ist, unsere Generation sei die Krone der Schöpfung, der drehe einfach das Blatt um und er wird ebenso Gründe finden (und ein Online-Studentenmagazin, das den Unsinn veröffentlicht). Das eine ist am Ende genauso wahr und genauso falsch sein wie das andere. Aber darum geht es gar nicht. Die Frage für uns als Generation lautet: Wollen wir uns von Anderen erklären lassen, wer wir sind? Oder nehmen wir uns das Recht, darüber selbst zu bestimmen?</p>
<p>Jordan Nichols und diese Kolumne haben sich für Letzteres entschieden. Solange ergrauten Feuilletonisten und frustrierte Lehrer der Welt erzählen, wie furchtbar unbrauchbar unsere Generation ist, solange werden wir kühn hinausposauen, die einzig legitimen Weltretter zu sein.</p>
<p>Ist das hier also alles nur Geschwätz, beliebig austauschbar, eine Sichtweise unter vielen? Ganz im Gegenteil. Die <em>All Blacks</em>, die Rugby-Nationalmannschaft von Neuseeland, führen vor jedem ihrer Spiele einen Haka auf. Dieser Tanz aus der Tradition der Maori, dient nur dem Zweck, zu sagen: Wir sind die Allgergrößten, und ihr habt keine Chance. Nach der Performance des Haka beginnt das Spiel, und meistens gewinnen die <em>All Blacks</em>.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=SUFsL6o8y5s</p>
<p>Man muss etwas nur oft und laut genug sagen, dann glaubt man irgendwann daran. Und man muss etwas nur fest genug glauben, dann wird es irgendwann wahr.</p>
<p>Wir werden die Welt retten.</p>
<p><em>And we know</em><br />
<em> We actually succeeded.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/03/helden-gedicht/">Helden drehen das Blatt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2014/03/helden-gedicht/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">2461</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Die Helden, die ich meine</title>
		<link>https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/</link>
					<comments>https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2014 18:35:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[frieden]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[krieg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://presstige.org/?p=2199</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wer ständig von Helden spricht, sollte sich irgendwann gründlich mit diesem Begriff auseinandersetzen. Der hat nämlich eine zwielichte Geschichte. Zeit, ihn neu zu besetzen. Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel Seit Wochen ist hier von Helden die Rede. Vielleicht ist...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/">Die Helden, die ich meine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-5b57804b-034d-62f4-b78f-77b00e8e4af0"><strong>Wer ständig von Helden spricht, sollte sich irgendwann gründlich mit diesem Begriff auseinandersetzen. Der hat nämlich eine zwielichte Geschichte. Zeit, ihn neu zu besetzen.</strong></p>
<h5 dir="ltr" style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-2200" alt="Helden der Generation_Ursprung_5.2._1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png" width="1201" height="665" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px-400x221.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px-1024x566.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><br />
Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</h5>
<p dir="ltr">Seit Wochen ist hier von Helden die Rede. Vielleicht ist es an der Zeit darüber zu sprechen, was mit diesem Wort eigentlich gemeint ist.</p>
<p dir="ltr">Der Gedanke kam mir letztens in Wien, als ich über den Heldenplatz lief. Der Heldenplatz ist ein großer Platz vor der Wiener Hofburg. An Silvester treffen sich hier tausende Menschen, sie feiern gemeinsam und tanzen mit einem Walzer ins neue Jahr. Im Sommer sitzen hier viele Leute und genießen die Sonne. Dafür gibt es im dicht bebauten Zentrum von Wien sonst nicht viele Orte. Aus diesen Gründen ist der Heldenplatz einer meiner Lieblingsplätze in der Stadt.</p>
<p dir="ltr">Das liegt aber nicht an seiner Geschichte. Der Heldenplatz hat seinen Namen, wie man sich denken kann, nicht zur Erinnerung an erfolgreiche Botaniker erhalten. Es geht vielmehr um Kriegshelden. In der Mitte des Platzes steht ein Reiterstandbild. Ein beeindruckendes Kunstwerk, denn die <a href="http://www.viennatouristguide.at/Ring/Denkmal_Bild/z_carl.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zehn Tonnen Metall</a> stehen nur auf den Hinterfüßen des Pferds. Aber es bleibt halt ein Kriegsdenkmal. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heldenplatz#Geschichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Wikipedia sagt</a>, es “diente zur militärischen Glorifizierung der Dynastie”. Woher sie das weiß, sagt die Wikipedia zwar nicht, aber es klingt ziemlich plausibel. Der abgebildete Erzherzog Karl hat das Habsburgerreich in viele Schlachten geführt, vor allem gegen Napoleon.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p dir="ltr">Auch nach dem Ende der Monarchie diente der Heldenplatz <a href="http://orf.at/stories/2204464/2204487" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht immer dem Frieden auf Erden</a>. Hitler verkündete hier die Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich. Immerhin, 1993 demonstrierten Hunderttausende hier gegen die Ausländerhetze der FPÖ (Sollte man so etwas nicht auch dringend auf dem Münchner Marienplatz abhalten, als Zeichen gegen die “<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/csu-offensive-gegen-arbeitsmigranten-ein-widerwaertiger-spruch-1.1852206" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wer betrügt, der fliegt</a>”-Kampagne der CSU?). Doch noch immer findet hier jedes Jahr eine Werbeveranstaltung der österreichischen Armee statt.</p>
<p dir="ltr">Okay, das war jetzt ein etwas länglicher Exkurs über ein gepflastertes Stück Österreich. Aber ich wollte deutlich machen, welche Tradition der Begriff “Held” hat: eine durch und durch militärische. Und wenn man das Wort so exzessiv verwendet, wie es in dieser Kolumne passiert, sollte man sich damit auseinandersetzen.</p>
<p dir="ltr">Der Duden hat für die vier Buchstaben gleich <a href="http://www.duden.de/rechtschreibung/Held" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünf Definitionen am Start</a>. Eine geht um den Held in der Mythologie, der von “edler Abkunft” sein muss. Das ist natürlich Murks. Eine andere handelt von der schon besprochenen “Tapferkeit im Krieg”, eine weitere von der DDR (“Held der Arbeit”) und die fünfte meint den literarischen Held. Für unsere Zwecke kommt eigentlich nur eine Definition in Frage: “Jemand, der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt”.</p>
<p dir="ltr">Der Kriegsheld bekommt diesen Titel in der Regel von den Machthabern verliehen, deren Befehle er im Gefecht besonders pflichtbewusst und wirkungsvoll umgesetzt hat. Wer Soldaten zu Helden glorifiziert, erklärt damit Gehorsam und Grausamkeit zu erstrebenswerten Idealen.</p>
<p dir="ltr">Wenn ich von Helden spreche, meine ich Menschen, die durch Mut, Kreativität, Intelligenz und Tatendrang dazu beitragen, dass die Welt besser wird. Das kann im Einzelfall alles Mögliche heißen: glücklicher, gerechter, freier, demokratischer, gesünder, grüner, bunter, schöner, lauter, leiser, schokoladiger. Auf jeden Fall aber heißt es: friedlicher.</p>
<p dir="ltr">Wir brauchen einen anders besetzten Heldenbegriff. Zum Glück ist Sprache wandelbar und immer ein Spiegel der Zeit. Wenn die Generation der Helden erstmal die Welt gerettet hat, wird eine neue Definition von Held ganz von selbst in die Wörterbücher einziehen. Die Kriegshelden von damals werden nach und nach verschwinden, und das ist kein Verlust.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/">Die Helden, die ich meine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">2199</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Trotz NSA: Das Internet ist ein Platz für Helden</title>
		<link>https://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/</link>
					<comments>https://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2014 18:21:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://presstige.org/?p=1993</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ja, die NSA ist böse. Trotzdem sollten wir öfter darüber reden, wie großartig das Internet ist. Für die Weltrettung bleibt es das einzig brauchbare Werkzeug. Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel Wir sollten uns mal über etwas unterhalten, was schon...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/">Trotz NSA: Das Internet ist ein Platz für Helden</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ja, die NSA ist böse. Trotzdem sollten wir öfter darüber reden, wie großartig das Internet ist. Für die Weltrettung bleibt es das einzig brauchbare Werkzeug.</strong></p>
<h5 dir="ltr" style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Internet-NSA_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1999" alt="Helden der Generation_Internet NSA_1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Internet-NSA_1200px.png" width="1201" height="665" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Internet-NSA_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Internet-NSA_1200px-400x221.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Internet-NSA_1200px-1024x566.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /><br />
</a>Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</h5>
<p dir="ltr">Wir sollten uns mal über etwas unterhalten, was schon <a href="http://presstige.org/2013/12/kolumne-generation-helden/">in der ersten Folge</a> dieser Kolumne kurz aufgeblitzt ist. Da war die Rede von den “Möglichkeiten des Internets”, die uns, zusammen mit unserem Elan und einem Bier vom Kiosk, bei der Weltrettung helfen sollten. Das Internet hatte in den letzten Monaten eine Publicity, die ungefähr so schlecht war wie die des Berliner Flughafens. <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/hintergrund-nsa-skandal/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seit den ersten Snowden-Enthüllungen</a> ist äußerst selten von den Möglichkeiten des Internets die Rede, dafür ständig von der Gefahr, die die Überwachung des Internets für unsere Freiheit und unsere Demokratie bedeutet.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: Generation der Helden</strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert.<br />
<a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p dir="ltr"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Die Aufregung über die grenzenlose Überwachung unserer digitalen Kommunikation ist absolut berechtigt. Aber in der Post-Snowden-Ära wird jede neue Technologie vor allem danach bewertet, welche Überwachungsmöglichkeiten sie mit sich bringt. Und da jede Innovation unserer Zeit irgendwie mit dem Erheben und Verarbeiten von Daten zu tun hat, fällt diese Bewertung meistens ziemlich negativ aus. Aktuell etwa </span><a style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="http://www.sueddeutsche.de/digital/uebernahme-von-nest-labs-google-kauft-sich-ein-bisschen-zukunft-1.1862323" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei intelligenten, vernetzten Hausgeräten</a><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">.</span></p>
<p dir="ltr">Der große Interneterklärer Sascha Lobo hat kürzlich <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/abschied-von-der-utopie-die-digitale-kraenkung-des-menschen-12747258.html?printPagedArticle=true" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Feuilleton-Artikel für die <em>F.A.Z.</em></a> sein Fazit aus der ganzen Spähaffäre verkündet: “Das Internet ist kaputt”. Der Text ist voller schiefer Bilder und hinkender Vergleiche, und im Netz findet man natürlich Quadrillionen von Erwiderungen. Ein häufiges, wenn auch banales Gegenargument: Das Internet sei eine Technologie, ein Werkzeug, und somit immer nur so gut oder schlecht wie das, was die Menschen daraus machen. Wenn also irgendetwas kaputt ist, dann die Kontrolle der Geheimdienste also die Demokratie, also die Gesellschaft, also: wir.</p>
<blockquote><p><strong>Schwerpunkt: Internet</strong></p>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="37%" />
<col width="63%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Themenwoche-Bild_Kasten.png" /></td>
<td>Auch wenn wir es mit der NSA und anderen Datensammlern teilen müssen: Das Internet bleibt unser Zuhause. Wir essen und schlafen vorläufig noch analog, aber sonst findet unser Leben zunehmend im Netz statt. Darum widmet die presstige-Redaktion dem Internet einen Schwerpunkt. Alle bisher erschienenen Beiträge <a href="http://presstige.org/tag/internet/">sind hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Trotzdem ist es bemerkenswert, was Sascha Lobo da schreibt. Das Neue an dem Artikel ist ja nicht die Tatsache der Totalüberwachung, oder deren Gefährlichkeit, oder wie sehr uns das alle angeht. Alles schon tausendmal gesagt. Das Neue ist, das Lobo so eine Art Gesamtbilanz aufmacht, in der er quasi Vor- und Nachteile des Internets gegeneinander aufrechnet. Also: Soziale Vernetzung, Teilhabe, Informationsfreiheit, Wikipedia gegen Prism, Tempora, BND und CIA. Und unterm Strich sagt Lobo dann: “Das Internet ist kaputt.”</p>
<p dir="ltr">Ja, Herrschaftszeiten, womit sollen wir dann bitte die Welt retten? Mit der Schreibmaschine?</p>
<p dir="ltr"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Nein, damit kommen wir nicht weit. Und große Teile des Netzes funktionieren ja zum Glück noch. “Die Katzengifs sind noch da, wo sie hingehören”, wie uns der Blogger Michael Seemann </span><a style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="http://mspr0.de/?p=3927" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in seiner Replik auf Lobo</a><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> in Erinnerung ruft. Überhaupt ist die freie Verbreitung von Informationen als Kernfunktion des Internets weitgehend intakt. Was eh dafür gedacht ist, möglichst viele Leute zu erreichen, das darf auch ein Geheimagent lesen. Also: Die effektive Organisation von Mobilität und Völkerveständigung via Mitfahrzentralen und <a href="http://couchsurfing.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Übernachtungsportale</a>, der Einsatz von Schwarmsolidarität zur Lösung großer und </span><a style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="http://cendt.de/vom-suchen-und-finden-im-virtuellen-heuhaufen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kleiner Probleme</a><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">, die grenzenlose Verbreitung von Wissen via Wikipedia, das Einreißen von Bildungsbarrieren durch Online-Unis, das Aufbrechen von Meinungsmonopolen durch Blogs, das alles gibt es weiterhin. Das Internet ist weiterhin das beste verfübare Werkzeug zur Weltrettung.</span></p>
<p dir="ltr">Überwachung ist trotzdem eine Sauerei, klar. Wer heute ein Held sein will, sollte lernen, seine E-Mails zu verschlüsseln. Und die Heldengeneration als Ganzes muss politischen Widerstand gegen die Überwachung organisieren. Aber vor allem sollten wir wieder mehr darüber reden, <a href="http://www.newyorker.com/online/blogs/elements/2014/01/if-a-time-traveller-saw-a-smartphone.html?mobify=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was für eine großartige Erfindung das Internet ist</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/">Trotz NSA: Das Internet ist ein Platz für Helden</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">1993</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Piraten ohne Heldenstatus</title>
		<link>https://presstige.org/2014/01/helden-piratenpartei-geschteitert/</link>
					<comments>https://presstige.org/2014/01/helden-piratenpartei-geschteitert/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jan 2014 18:21:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://presstige.org/?p=1717</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Piraten hätten die Partei der Helden werden können. Doch sie sind gescheitert. Was machen wir jetzt? Am Besten erstmal keine Parteipolitik. Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel Was für eine Bilanz ist aus Heldensicht nach dem Jahr 2013 zu...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/helden-piratenpartei-geschteitert/">Piraten ohne Heldenstatus</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr"><strong>Die Piraten hätten die Partei der Helden werden können. Doch sie sind gescheitert. Was machen wir jetzt? Am Besten erstmal keine Parteipolitik.</strong></p>
<p dir="ltr"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Kolumne-7.1._Piraten-Partei_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1719" alt="Helden der Generation_Kolumne 7.1._Piraten Partei_1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Kolumne-7.1._Piraten-Partei_1200px.png" width="1201" height="590" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Kolumne-7.1._Piraten-Partei_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Kolumne-7.1._Piraten-Partei_1200px-400x196.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Helden-der-Generation_Kolumne-7.1._Piraten-Partei_1200px-1024x503.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a></p>
<h5 dir="ltr" style="text-align: center;">Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</h5>
<p dir="ltr">Was für eine Bilanz ist aus Heldensicht nach dem Jahr 2013 zu ziehen, das ja in Deutschland vor allem ein Wahljahr war? Helden wählen keine FDP, soviel steht fest. Die wählt aber überhaupt niemand, das ist kein Alleinstellungsmerkmal. Und sonst?</p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Das große politische Ding dieser Heldengeneration hätte ja eigentlich die Piratenpartei werden können: Jung, netzaffin, mutig und anders &#8211; das waren genügend Gründe, hatte man gedacht. Nicht genug, um <a title="Große Koalition: Helden sehen anders aus" href="http://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/">in dieser Rentnerrepublik</a> Wahlen zu gewinnen, das nicht. Da zählt analoge Beständigkeit mehr als digitale Avantgarde. Aber doch genug, um den Laden mal wieder durchzuschütteln und einer jungen Generation den Glauben, oder zumindest das Interesse, an Parteipolitik zurückzugeben.</span></p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert.<br />
<a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Am Anfang ist den Piraten das auch gelungen: Mit ihrem Einzug in das Berliner Abgeordnetenhaus 2011 und in drei weitere Landtage im Jahr darauf hat die Piratenpartei für Aufregung gesorgt. Die damaligen Geschäftsführer Marina Weisband und Johannes Ponader waren Talkshow-Dauergäste. Sie wurden herumgereicht wie ein süßes Neugeborenes, das jede Tante einmal im Arm halten möchte.</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Aber ein paar Landtagsmandate machen noch keine Partei. Als es darauf ankam, sind die Piraten gescheitert: Bei der Bundestagswahl holten sie gerade einmal 2,2 Prozent. Gegenüber ihrer ersten Kandidatur 2009 (2,0 Prozent) konnten sie sich kaum verbessern. In der Altersgruppe der Helden hat die Piratenpartei zwar überdurchschnittlich viele Stimmen geholt (hier <a href="http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Pressemitt/2013306.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Statistik für Baden-Württemberg</a>, die bundesweiten Zahlen liegen noch nicht vor). Aber insgesamt ist das Ergebnis so enttäuschend, dass dies nur eine unbedeutende Fußnote ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Auch aus den Talkshows sind die Piraten wieder raus. &#8220;Die Piraten sind egal&#8221;, fasste der Journalist Lenz Jacobsen die Lage <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-09/Piraten-Abschied-Thesen/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in seiner Analyse</a> nach der Bundestagswahl zusammen.</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Wahlen sind auch Glückssache. Gerhard Schröders Wiederwahl gelang 2002 unter anderem deswegen, weil in Ostdeutschland kurz vorher Hochwasser war und er mit ein paar Gummistiefel-Fotos punkten konnte. Und weil man seiner rot-grünen Koalition in Sachen Umwelt grundsätzlich mehr zutraute als der Opposition. So betrachtet, hatten die Piraten bei dieser Wahl unglaubliches Glück. Seit im Juni die ersten Snowden-Enthüllungen veröffentlicht wurden, hätten die Piraten eigentlich auf einer gigantischen Erfolgswelle reiten müssen. <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/575436/Am-Ende-der-Durststrecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eigentlich</a>. Die Welle war da, nur die Piraten haben nicht rechtzeitig ihr Brett gefunden.</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Vielleicht klappt es irgendwann noch. Auch die Grünen haben für ihren Marsch durch die Institutionen erst einmal Zeit gebraucht. Aber ob ihnen die Nachrichtenlage noch mal so in die Hände spielen wird? Außerdem: Die Piraten verweigern sich weiterhin jeder Professionalisierung. Mit dem Rücktritt der <a href="http://blog.neon.de/2013/09/auf-ein-glas-mit-katharina-nocun-piratin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geschäftsführerin Katharina Nocun</a> haben sie im November eine weitere Hoffnungsträgerin verloren. <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/Piratenpartei-Nocun-Rueckzug-Geld/komplettansicht">Sie trat zurück</a>, weil es die Partei ablehnt, ihr Spitzenpersonal für seine Arbeit zu bezahlen. Auch Idealisten und sogar Helden müssen von irgendwas leben.</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Vorsichtshalber sollte man die Piratenpartei mit einem halben Auge im Blick behalten. Die Chance, an dieser Stelle zum politischen Arm der Heldengeneration ausgerufen zu werden, haben sie jedoch vorerst vertan.</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Den anderen Parteien können wir uns freilich noch viel weniger anvertrauen. Das zeigte spätestens der <a title="Große Koalition: Helden sehen anders aus" href="http://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/">in der vergangenen Folge</a> besprochene Koalitionsvertrag. Also, wie geht’s weiter?</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Das Symphatische an den Piraten war ja, dass dort auch an der Spitze häufig Leute standen, die einem irgendwie normal vorkamen. Die trugen keine grauen Anzüge und sprachen normales Deutsch. Damit sind sie leider nicht weit gekommen.</span></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> In allen anderen Parteien sind selbst sehr junge Politiker meistens glatt polierte, langweilige, angepasste Karrieretypen. Oft erscheinen einem die Jungen sogar besonders angepasst, weil die seit dem Verlust des letzen Milchzahnes nichts anderes im Sinn haben als ihre Parteilaufbahn. Auch keine Lösung.</span></p>
<p>Darum, glaube ich, ist der Heldenweg ein anderer. Wir sollten zunächst die Finger von der Parteipolitik lassen. Lasst uns Unternehmen gründen, Schüler unterrichten, Lieder schreiben, Stratosphärensprünge absolvieren, eine Bierdosensammlung anlegen oder was auch immer. Lasst uns Lebenserfahrung sammeln. Und dabei möglichst unagepasst bleiben. Dann sind wir in zehn oder zwanzig Jahren soweit, das Parteiensystem zu retten. Bis dahin sollten wir die grauen Herrschaften nur genau im Blick behalten. Und natürlich regelmäßig unser Kreuz machen. Bei den Piraten oder irgendwo anders.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/helden-piratenpartei-geschteitert/">Piraten ohne Heldenstatus</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2014/01/helden-piratenpartei-geschteitert/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">1717</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Große Koalition: Helden sehen anders aus</title>
		<link>https://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/</link>
					<comments>https://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2013 18:11:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[bafög]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://presstige.org/?p=1666</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Große Koalition macht Politik für die Alten: Großzügige Rentenreformen stehen Stillstand bei Bildungsthemen gegenüber. Die Generation der Helden muss ihre Zukunft also wieder einmal selbst in die Hand nehmen. Illustration: Marina Schröppel, Text: Christian Endt Deutschland hat eine neue...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/">Große Koalition: Helden sehen anders aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-4d933fc5-1f8d-b24c-b5fc-57b52e2ac0de"><strong>Die Große Koalition macht Politik für die Alten: Großzügige Rentenreformen stehen Stillstand bei Bildungsthemen gegenüber. Die Generation der Helden muss ihre Zukunft also wieder einmal selbst in die Hand nehmen.</strong></p>
<p dir="ltr"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1671" alt="Helden der Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px.png" width="1201" height="519" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px-400x172.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px-1024x442.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a></p>
<h5>Illustration: Marina Schröppel, Text: Christian Endt</h5>
<p dir="ltr">Deutschland hat eine neue Regierung. Vergangene Woche wurde das dritte Merkel-Kabinett vereidigt. Was kann man aus Heldensicht von der Großen Koaliton erwarten?</p>
<p dir="ltr">Personell ist die Regierung vor allem älter geworden. Das älteste Regierungsmitglied, Wolfgang Schäuble, ist dabeigeblieben. Four more years für einen Mann, der am Ende der Legislaturperiode 75 Jahre alt sein wird. Die jungen Minister dagegen sind raus: Kristina Schröder, Daniel Bahr, Philipp Rösler &#8211; alle haben ihre Karriere vorzeitig beendet. Helden sehen anders aus. Nach dem spektakulären Fall des Jungstars Karl-Theodor zu Guttenberg ist knapp drei Jahre später eine ganze Reihe halbwegs junger Politiker mit weniger Lärm, aber ebenso gründlich von der Bildfläche verschwunden. Waren im Kabinett Merkel II noch <a href="http://interactive.zeit.de/bundeskabinett/#/merkel-ii/6/alter" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">immerhin zwei Minister</a> unter vierzig Jahren, so ist die 39-jährige Manuela Schwesig jetzt <a href="http://interactive.zeit.de/bundeskabinett/#/merkel-iii/0/alter" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">das einzige Regierungsmitglied</a>, das wenigstens einen Hauch von Jugendlichkeit ausstrahlt.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert.<br />
<a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p dir="ltr"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Ohnehin haben sich vermutlich die wenigsten Angehörigen der Heldengeneration von Kristina Schröder wirklich vertreten gefühlt. Viel schlimmer als die personelle Alterung der Politik ist allerdings die inhaltliche. In Berlin steht zwar ein Ministerium, an dessen Fassade ein Messingschild mit der Aufschrift &#8220;Jugend&#8221; hängt &#8211; es steht dort allerdings an letzter Stelle einer langen Liste: &#8220;Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend&#8221; lautet die volle Amtsbezeichnung. In der Prioritätenliste der Bundesregierung werden die Belange der Jugend weit hinten einsortiert.</span></p>
<p dir="ltr">Das ist nur konsequent: Deutschland ist eine Rentner-Republik. Eine Regierung, die in diesem Land gewählt werden will, macht logischerweise Politik für Rentner.</p>
<p dir="ltr">So haben sich die Verhandlungsführer der Großen Koalition auf <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-beschluesse-ueberblick/seite-7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">teure Großprojekte für alte Menschen</a> geeinigt: die Mütterrente, die Solidarrente, die Lebensleistungsrente.  Für viele Rentner sollen die Bezüge erhöht werden, und für die Rente mit 67 soll es großzügige Ausnahmen geben, sodass Millionen Deutsche schon mit 63 in den Ruhestand gehen können.</p>
<p dir="ltr">“Verschwörung gegen die Jungen&#8221; war die Überschrift <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/generationengerechtigkeit-verschwoerung-gegen-die-jungen-12688717.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in der <em>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</em></a> zu den Rentenplänen der GroKo. Die <em>FAS</em> ist nicht gerade als Kampfblatt des jugendlichen Sturm und Drang bekannt. Aber was da an Milliarden an alte Leute fließen soll, hat mit Generationengerechtigkeit tatsächlich wenig zu tun.</p>
<p dir="ltr">Nicht beschlossen wurde dagegen eine Reform des BAFöG. Die wäre dringend nötig, beispielsweise um den stark gestiegenen Mieten in Unistädten oder den veränderten Studienbedingungen durch das Bachelor-Master-System gerecht zu werden. Doch die BAFöG-Reform fehlt im Koalitionsvertrag.  Angeblich wurde sie <a href="http://www.sueddeutsche.de/bildung/koalitionsvertrag-union-und-spd-vergessen-das-bafoeg-1.1831896" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;durch einen redaktionellen Irrtum” vergessen</a>. Das erinnert an einen Schüler aus der Mittelstufe, der behauptet, sein Hund habe die Hausaufgaben gefressen.</p>
<p dir="ltr">Auch sonst enthält der Koalitionsvertrag <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-beschluesse-ueberblick/seite-4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zum Thema Bildung</a> nur Enttäuschungen. Der Mangel an Masterplätzen, die Geburtsfehler der Bologna-Reform, das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Hochschulpolitik &#8211; all diese Probleme werden nicht angegangen. Auch diese Regierung wird sicher oft über die Bedeutung von Bildung sprechen. Wirklich ernst nimmt sie das Thema allerdings wird.</p>
<p dir="ltr">Wie kriegen wir mit dieser Ausgangslage den Dreh hin zum naiv-optimistischen Grundton, der diese Kolumne eigentlich ausmachen soll? &#8220;<del>Die Generation der Helden braucht eure Rente nicht</del>&#8220;, stand als Antwort darauf kurzzeitig auf dem Blatt. Aber das ist dann doch ein Stück zu überheblich.</p>
<p dir="ltr">Auch die Generation der Helden wird älter und ist irgendwann auf so etwas wie ein staatliches Rentensystem angewiesen. Aber wenn das System dann noch funktionieren soll, muss es vollkommen anders aussehen als heute. Und diesen grundlegenden Umbau traut der aktuellen Politikerriege ohnehin keiner zu.</p>
<p dir="ltr">Also kann es uns auch relativ egal sein, wie genau <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gylfmQgtMJc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frau Ministerin Langstrumpf</a> in den nächsten Jahren daran herumpfuscht. Früher oder später müssen wir das Ding eh selbst in die Hand nehmen. Und dann wird uns schon etwas einfallen. Ob das dann so etwas wie ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bedingungsloses Grundeinkommen</a> sein wird (das würden auch Studenten und alle anderen bekommen, somit wäre das BAFöG-Problem gleich mit gelöst), oder etwas ganz anderes, werden wir sehen. Aber wir sind Helden, wir kriegen das hin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/">Große Koalition: Helden sehen anders aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">1666</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Gestatten: Die Generation der Helden</title>
		<link>https://presstige.org/2013/12/kolumne-generation-helden/</link>
					<comments>https://presstige.org/2013/12/kolumne-generation-helden/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Dec 2013 15:44:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://presstige.org/?p=1439</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. Text: Christian Endt, Illustration:...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/12/kolumne-generation-helden/">Gestatten: Die Generation der Helden</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr"><strong>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer.</strong><a style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_Kolumne_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1440" alt="Helden der Generation_Kolumne_1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_Kolumne_1200px.png" width="1201" height="519" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_Kolumne_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_Kolumne_1200px-400x172.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_Kolumne_1200px-1024x442.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /><br />
</a></p>
<h5 style="text-align: center;">Text: <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Endt</a>, Illustration<a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">: Marina Schröppel</a></h5>
<p dir="ltr"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Es werde immer schlimmer, hat mir neulich ein Professor erklärt. Man könne kaum noch Vorlesungen halten, da die Studenten keinen Respekt vor den Dozenten zeigen würden. Lehrveranstaltungen würden nur noch als Konsumangebot aufgefasst, während dem man Brotzeit machen oder am Handy spielen könne. Und in der Mensa würden die Nudeln immer teurer werden, weil die Studenten sich die Teller so voll laden.</span></p>
<p dir="ltr">Ich war wenig überrascht. Der Professor erzählte eine alte Geschichte, nur die Details waren ein bisschen anders. Erst zwei Wochen vorher hatte ich mir von einem anderen Mann seiner Altersklasse anhören müssen, die heutige Jugend sei total verblödet. Wisse nichts, könne nichts, sei zu nichts zu gebrauchen. Sie hätten früher noch Rechenschieber gehabt, aber heutzutage könne ohne Computer ja keiner mehr rechnen.</p>
<p dir="ltr">Die Meinung, die Abschaffung des Rechenschiebers sei ein Verlust für die Menschheit gewesen, mag ein Extremfall sein. Aber das grundsätzliche Gefühl, mit der Welt im Allgemeinen und der Jugend im Besonderen gehe es bergab, ist weit verbreitet. So weit, dass es bis in die Jugend selbst hineinreicht. Dabei gehört ein naiver, unerschütterlicher Glaube an sich selbst eigentlich zu den vornehmsten Privilegien des Jungseins.</p>
<p dir="ltr">Jeder, der behauptet, früher sei irgendetwas irgendwie besser gewesen, muss verlogen oder dement sein &#8211; oder beides. Früher ist synomym zu einer Zeit, in der die Menschen meistens schlecht angezogen waren, Dauerwellen für eine Frisur hielten und sich ständig gegenseitig die Köpfe einschlugen.</p>
<p dir="ltr">Da schaue man sich zum Vergleich mal uns an! Nie sah eine Generation besser aus, nie war eine Generation so gebildet, nie kannte eine Generation mehr von der Welt, nie hatte eine Generation einen besseren Musikgeschmack. Nie hatte eine Generation bessere Voraussetzungen für die Rettung der Welt. Wir sind die Generation der Helden. Wir werden die Welt retten.</p>
<p dir="ltr">Zugegeben, das hört sich etwas großspurig an. Aber das ist nun mal unsere Mission, für bescheidene Aufgaben haben wir keine Zeit. Und ohne einen Schuss Überheblichkeit ist die Weltrettung nicht zu machen.</p>
<p dir="ltr">Vorher ist noch zu klären, was mit der Rettung der Welt eigentlich gemeint ist. Da ist einiges zu tun: Frieden wäre ein guter Anfang, die Abschaffung von Armut, der Sieg über AIDS und Krebs, die Verhinderung der Klimakatastrophe, die Legalisierung von Spätis und Marihuana im Freistaat Bayern.</p>
<p dir="ltr">Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Aber wer genau hinsieht, kann nicht übersehen, dass wir längst losgegangen sind: Alle reden von Bildung. Doch während die Bildungsminister und sonstigen Eliten des Landes einer nach dem anderen ihre erschlichenen Doktortitel wieder zurückgeben, lernen wir tatsächlich etwas. Wir informieren uns im Netz jeden Tag über das, was wir für relevant halten. Und werden so täglich ein Stück schlauer. Nützlich ist dabei auch, dass wir nie unseren Lehrern geglaubt haben, als diese die Wikipedia als unseriöse Quelle von Halbwahrheiten diffamiert haben.</p>
<p dir="ltr">Ältere Generationen diskutieren in ihren diversen Parlamenten und Gremien das Für und Wider eines Verbots von Plastiktüten. Wir dagegen sind gerade dabei, in Berlin einen Supermarkt zu eröffnen, der <a title="jetzt.de: Ausgepackt" href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/581438/Ausgepackt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ganz ohne Verpackungen</a> auskommt. Wir haben viele solcher Ideen, und es kommen täglich neue dazu. Während man früher versuchte, die Welt auf Grundlage von Manifesten und Ideologien zu steuern, gehen wir ohne großen Plan einfach mal drauflos. Pragmatisch, optimistisch und mit einem Lächeln im Gesicht.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert.<br />
<a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/12/kolumne-generation-helden/">Gestatten: Die Generation der Helden</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2013/12/kolumne-generation-helden/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">1439</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
