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	<title>körper Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Diese Sache mit der Schönheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne-Sophie Liehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2021 10:35:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe die Schönheit auf einen Kaffee eingeladen. Wir sind zum Zwiegespräch verabredet. Ich möchte von ihr wissen, warum sie so beliebt ist. Warum sie sich für so wichtig hält. Und was sich sonst noch so hinter ihrer hübschen Erscheinung verbirgt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/10/diese-sache-mit-der-schoenheit/">Diese Sache mit der Schönheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Photo by <a href="https://unsplash.com/@wanderluly?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText" class="broken_link">Ludovica Dri</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/mirror?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a>   </figcaption>
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									<p>Ich habe die Schönheit auf einen Kaffee eingeladen. Sie trinkt ihn mit laktosefreier Milch und ohne Zucker. Wegen ihrer Figur, sagt sie. Wir sind zum Zwiegespräch verabredet. Ich möchte von ihr wissen, warum sie so beliebt ist. Warum sie sich für so wichtig hält. Und was sich sonst noch so hinter ihrer hübschen Erscheinung verbirgt.</p><p>Ich nippe an meinem Kaffee. Ich mag gar keinen Kaffee, aber jetzt trinke ich einen mit laktosefreier Milch und ohne Zucker, weil ich mich neben der Schönheit schlecht gefühlt habe, <span style="color: #000000;">et</span>was anderes zu bestellen. Die Schönheit lächelt mich an wie die strahlende Sonne persönlich und ich kriege schon wieder Komplexe. Gut, deswegen sind wir ja hier.</p><p>„Was wolltest du mich denn fragen?“, fragt sie.</p><p>„Verschiedenes“, sage ich.</p><p>„Gut. Fang an“, antwortet sie. Lächelnd.</p><p>Ich räuspere mich und versuche, professionell zu wirken.  Und dann fange ich an.</p>								</div>
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									<p>Es erstaunt mich oft, dass wir ihr so viel Bedeutung beimessen. Mit ihr meine ich die Schönheit und mit wir meine ich uns, die Gesellschaft. Es mag sein, dass es einzelne Individuen gibt, die sich dem Sirenengesang der Schönheit entziehen können, die sich einfach die Ohren zuhalten und ignorieren können, was sich so schwer ignorieren lässt. Aber der gesellschaftliche Rest folgt den Sirenenrufen und kentert mit voller Wucht im Rhein. Oder so ähnlich.</p><p>Irgendwann wurden wir alle geboren. Und mit der Geburt bekamen wir einen Körper, einen Raum, um im Leben existieren zu können. Dieser Raum sieht immer sehr unterschiedlich aus. Große Augen, kleine Augen, eng, weit auseinander, große und kleine Nasen, volles oder dünnes Haar, dick oder dünn, groß oder klein, wie auch immer. Solange der Raum funktionstüchtig ist und einen zuverlässig durch das Leben trägt, ist der wichtigste Punkt erfüllt. Wie er aussieht, ist doch rein objektiv betrachtet erstmal egal.</p><p> „Ich bin egal?“, fragt die Schönheit pikiert.</p><p>„Äh…“, sage ich. „Nicht direkt egal“ sage ich. „Aber meinst du nicht, dass zum Beispiel die Gesundheit ein bisschen wichtiger ist?“</p><p>„Na hör mal“, sagt die Schönheit. „Damals bei der Evolution haben sich nur die gesündesten und schönsten Menschen fortgepflanzt.“</p><p>„Ich habe jetzt trotzdem -4 Dioptrien“, sage ich.</p><p>„Das ist nicht der Punkt“, sagt die Schönheit. </p><p>„Was ich meine, ist, dass man in unserer jetzigen Zeit nicht mehr natürlich ausselektiert wird, wenn man nichts sieht oder nicht so stark oder groß ist wie die anderen“, erkläre ich.</p><p>Wenn man geboren wird, als Baby, denkt man nicht darüber nach, wie man aussieht. Das könnte daran liegen, dass man als Baby allgemein noch nicht nachdenkt. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo der Körper mehr ist als dieser Raum, der einen durch die Welt trägt und der nervt, wenn er krank ist. Irgendwann beginnt man darüber nachzudenken, wie er aussieht. Man vergleicht. Vielleicht ordnet man sich selbst auf einer imaginären Skala ein. Oder man wird (teils unfreiwillig) von anderen eingeordnet. Je nachdem ob du bei deiner Geburt das Glück hattest, gerade diese Art von Genetik zu bekommen, die gerade dem aktuellen Schönheitsideal entspricht, tut diese Einordnung weh – oder sie bestärkt dich und macht dich stolz. Warum eigentlich? Weil das Übereinstimmen mit dem aktuellen Schönheitsideal, das normschön-sein, zu einem erstrebenswerten Zustand geworden ist &#8211; wie eine Währung, die zu zahlst. Und entweder du besitzt diese Währung bereits, dann good for you. Oder eben nicht. Dann kannst du dich entweder ändern, um die Währung auch zu besitzen oder du akzeptierst, dass du wohl einfach Pech hattest bei der Verteilung der „das-ist-gerade-schön-Genetik“.</p><p> &#8220;Aber Schönheitsideale sind ja weltweit gesehen total unterschiedlich&#8221;, verteidigt sich die Schönheit.</p><p>„Stimmt“, sage ich. „Dazu hab ich sogar eine kleine Anekdote!&#8221;</p><p>&#8220;Wie klein ist die?&#8221;, fragt die Schönheit skeptisch. &#8220;Ich habe nicht sehr viel Zeit.&#8221;</p><p>&#8220;Klein. Ich war in Irland mit einer Freundin am Strand und wir haben überlegt, wo wir uns hinsetzen.  Ich wollte mich in die Sonne setzen, weil ich braun werden wollte. Meine Freundin von den Philippinen wollte in den Schatten, sie wollte auf gar keinen Fall braun werden. Da waren die Schönheitsideale, denen wir beide entsprechen wollten, total konträr.&#8221;</p><p>&#8220;Eben&#8221;, sagt die Schönheit. &#8220;Und außerdem ändert es sich ja auch die ganze Zeit, was gerade schön ist. Alle paar Jahre werde ich neu definiert.&#8221;</p><p>&#8220;Aber es war doch immer so, dass die Abweichung vom Schönheitsideal belächelt wurde. Warum kann es nicht einfach egal sein, ob man dem Ideal entspricht oder nicht? Es ist doch prinzipiell überhaupt nicht relevant.“</p><p>Die Schönheit seufzt. „Es gibt relevantere Dinge“, gibt sie zu.</p>								</div>
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									<p>Dass es relevantere Dinge gibt, kann man schnell vergessen. Selbsternannte Kommentator:innen aus Verwandschaft, Freundes- und Bekanntenkreis teilen ungefragt ihre negative Meinung zum eigenen Aussehen und geben einem oft wohlgemeinte, aber selbstüberschätzende Tipps wie: „Nimm doch mal ab!“ „Das<span style="color: #000000;">,</span> was du da anhast<span style="color: #000000;">,</span> steht dir leider gar nicht“, „Wieso trägst du denn ein Kleid, bei so dünnen Beinen wäre eine Hose besser“ „Mach doch dies, mach doch das“ etc. etc. mit auf den Lebensweg und vermitteln das angenehme Gefühl „Kannste schon so machen, ist aber falsch“.  Plakate erinnern uns daran, dass ein Body nicht reicht, um an den Strand zu gehen, nein, es muss ein Bikini-Body her. Weh dem, der sich einfach mit einem stinknormalen Körper in die Sonne legt, ohne so ein bisschen Beauty-Druck macht der Sommer doch keinen Spaß. Instagram-Influencer:innen erzählen uns hinter Filtern, die so gut gemacht sind, dass sie einem als Filter nicht auffallen, dass wir uns doch bitte selbst lieben sollen. Hot5 von Taff bringt uns bei, dass man die Intelligenz anhand des Gesichts bewerten kann und beweist mit Sprüchen wie <span style="color: #333333;">„D</span>u solltest echt mal wieder ins Fitnessstudio gehen“, dass es Formate gibt, die man sich anschauen kann und Formate, wo man es einfach lassen sollte. Klatschzeitschriften zeigen auf Seite 5 die Paparazzi Fotos von Stars mit Bildunterschriften wie: „Achtung, Cellulite Alarm!!! Fans machen sich Sorgen!! Lässt Star xy sich gehen???“ und geben auf Seite 6 Tipps, wie man zu mehr Selbstliebe findet. Und von den Prinzessinnen in den Märchen der Gebrüder Grimm lernen Frauen schon von klein auf, dass man primär schön sein muss, um dann vom Prinzen geheiratet zu werden. Ist man schön, aber schläft die ganze Zeit, wühlt sich der Prinz trotzdem für einen durch die Dornenhecke. Ist man schön, aber tot, erweckt dich der Prinz einfach mit einem Kuss zum Leben (ob man eine tote, unbekannte Person küssen sollte, ist wieder eine andere Debatte). Und auch die Froschkönigprinzessin, die charakterlich eher ein wenig schwierig ist, wird am Ende geheiratet, sie ist schließlich die schönste Tochter des Königs. Ihre Schwestern sind (natürlich) auch alle sehr schön, das ist aber das Einzige, was man über sie erfährt. Vielleicht sind diese Prinzessinnen auch mutig, intelligent, ziemlich witzig, können boxen, erschrecken ab und zu Wanderer im Wald, diskutieren über den Sinn der Monarchie oder schreiben wütende Gedichte, aber all das erfährt man nicht. Sie sind schön, das reicht.  </p><p>„Ja, das ist doch lange her“, ruft die Schönheit etwas empört. „Gebrüder Grimm, ich bitte dich.“</p><p>„Aber es ist doch immer noch so!“, sage ich „Wusstest du, dass es mittlerweile einen Begriff dafür gibt, dass man eine gestörte Köperwahrnehmung hat, weil man dauernd Gesichtsfilter auf Instagram und Snapchat benutzt?“</p><p><a href="https://www.liebertpub.com/abs/doi/10.1001/jamafacial.2019.0328" class="broken_link">Snapchat-Dysmorphophobie ist der Begriff dafür</a>. Vor allem Jugendliche benutzen diese Filter und sie sind es auch, die dann mit der Diskrepanz zwischen dem Filter-Ich und dem echten Ich nicht mehr klarkommen. <a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/studie-aus-amerika-fotofilter-schmaelern-selbstwertgefuehl-15723598.html">Außerdem kommt es immer häufiger vor, dass Menschen Schönheitschirurg:innen mit dem Ziel aufsuchen, auf Selfies besser auszusehen.</a> <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00129-019-4396-8#Sec1">Die Ärztin Dagmar Pauli</a> kommt zu dem Schluss, dass Schönheit immer mehr zu etwas wird, das man macht, nicht etwas, das man automatisch ist. Normschön geboren werden reicht nicht mehr aus, die Normschönheit muss konstant durch Diäten, Muskelaufbau, Kosmetikprodukte und ähnliches gehalten und optimiert werden.</p><p>Es gibt es auch Gegenbewegungen. Die Body-Positivity-Bewegung zum Beispiel mit dem Motto: „Alle Körper sind schön!“. Oder die Body-Neutrality-Bewegung. Diese hat zum Ziel, dem Körper und seinem Aussehen neutral gegenüberzustehen. Weder negativ noch positiv. Der Körper wird als Funktionsgegenstand verstanden und nicht als etwas, über dessen Aussehen man permanent nachdenken oder den man besonders toll finden muss.</p>								</div>
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									<p>„Hm“, sagt die Schönheit. „Aber es macht doch auch Spaß schön auszusehen.“</p><p>„Klar“, sage ich. „Aber es gibt doch so viel wichtigere Dinge!“</p><p>„Was denn?“, fragt die Schönheit.</p><p>„Zum Beispiel, dass man gesund ist. Physisch und psychisch. Oder dass man respektvoll mit anderen umgeht. Dass man sich Dinge traut. Dass man für Menschen da ist, die einen brauchen. Dass man etwas hat, was einem Spaß macht. Dass man sich für Dinge begeistern kann. Dass man Humor hat. Dass man träumen kann. Mir egal, such dir was aus!“</p><p>„Aber das eine schließt doch das andere nicht aus“, überlegt die Schönheit.</p><p>„Hm. Da hast du Recht“, sage ich. „Ich finde nur, der Fokus liegt falsch. Kennst du dieses Gedicht von <a href="https://www.instagram.com/rupikaur_/">Rupi Kaur</a>?“</p><p>„Ich fürchte, du musst ein bisschen spezifischer werden“, sagt die Schönheit ein bisschen spöttisch.</p><p>„Na gut. Es geht so:</p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">i want to apologize to all the women<br>i`ve called pretty<br>before i`ve called them intelligent or brave<br>i am sorry i made it sound as though<br>something as simple as what you`re born with<br>is the most you have to be proud of when your<br>spirit has crushed mountains<br>from now on i will say things like<br>you are resilient or you are extraordinary<br>not because i don`t think you`re pretty<br>but because you are so much more than that</div>
			
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														<a class="elementor-testimonial-name" href="">Rupi Kaur</a>
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									<p>“Das ist ein interessantes Gedicht“, sagt die Schönheit. „Aber fändest du es nicht schade, wenn man sich gar nicht mehr sagen darf, dass man sich schön findet?“</p><p>Ich finde nicht, dass man sich und andere nicht schön finden darf. Ich finde auch nicht, dass man keine Komplimente für das Aussehen einer Person machen darf. Ich finde aber, dass man sich ab und an klarmachen kann, dass jede:r Schönheit anders definiert. Und dass man auch andere Komplimente machen kann, Komplimente, die nicht an der Fassade kratzen, sondern die ein kleines Fenster bauen und durch sie hindurchschauen. Menschen sind mehr als ihre Hülle, mehr als ihr Körper, mehr als ihre Kleidung. </p><p>&#8220;Warum geht es eigentlich immer nur um Menschen, wenn du über mich sprichst?“, fragt die Schönheit. „Du findest doch auch das Meer schön. Und Musik. Und den Mond.&#8221;</p><p>„Ja das stimmt“, sage ich. „Ich glaube, weil ich Menschen zutraue, mehr zu sein, als nur ihre äußere Hülle.“</p><p>„Der Mond kann auch mehr“, sagt die Schönheit. „Er kontrolliert Ebbe und Flut. Und das Meer ist überlebenswichtig für den Menschen. Sie sind viel mehr als nur die äußere Hülle.“</p><p>„Hm“, gebe ich kleinlaut zu. „Das weiß ich ja.“</p><p>„Aber sagst du es auch?“, fragt die Schönheit.</p><p>„Selten.“</p><p>„Vielleicht dürfen Dinge und Menschen auch einfach schön sein“, sagt die Schönheit. „Solange man nicht vergisst, dass es nur eine Hülle ist. Solange man genau so sehr sieht und wertschätzt, was sie noch ausmacht. Und man ihre Diversität annimmt und nicht alle in eine normierte Form, in ein Schönheitsideal zu pressen versucht.“</p><p>„Das hast du schön gesagt“, sage ich.</p><p>„Ist eine Berufskrankheit“, sagt die Schönheit.</p><p>Sie fragt nach Zucker und schüttet sich eine große Menge davon in die Tasse.</p><p>„Scheiß auf die Figur“, sagt sie und ext den Kaffee.</p>								</div>
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		<title>Falling Apart</title>
		<link>https://presstige.org/2021/02/falling-apart/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sarah Schuster]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>I hate them. I hate them all. From the large and calloused ones to the small and greedy ones. Wrapping their fingers around my body, tracing the lines of my curves while pulling me into them for an ever-lasting embrace....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/02/falling-apart/">Falling Apart</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p>I hate them. I hate them all. From the large and calloused ones to the small and greedy ones. Wrapping their fingers around my body, tracing the lines of my curves while pulling me into them for an ever-lasting embrace. Their fingerprints on my body remain, no matter how brief our encounter may have been.</p><p>As quick as they are, they don’t hesitate to ferociously tear at my features, to tear at my heart. It’s like they were the predator, and I was their prey. What right do they have to treat me like an inferior being? I didn’t put myself here, I never meant to end up where I ended up: Stuck in an endless circle of fleeting acquaintances.</p><p>Once, I dreamt of seeing the world, of leading an adventurous and thrilling life. Now I dream of being left alone, having no one arrive at my door, even if it was just for one day. I dream of not having to see them ever again. It’s like I was a tool, a gadget, to fill their needs and feed their insatiable longings. When they got whatever it was they desired, they just push me away, leaving me used and empty-hearted. And alone. Stuck in my pathetic, abused body.</p><p>For many years now I’ve been seen only as a gateway to their own pleasure. Even I have begun to think of myself as such, too. And I am sick of it. I&#8217;m sick of it. I’m tired. I’m worn off. There isn’t a single soul in this godless world who thinks I’m worth a second glance. I don’t blame them, who would love a tramp like me? Having more hands feel her up every day than there are minutes in an hour. I am breaking apart.</p><p>I’m breaking, piece by piece until there is nothing left of my weak existence. All that remains of me is an inkling of soul I somehow managed to keep alive throughout the years. Until now.</p><p>I am broken and I’m letting the last piece of my heart be caught on by the wind of time. This is it. I’m done with everything.</p>								</div>
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									<p>“Damn, Dave. The stupid doorknob just fell off! What good is it to have your store in a charming, pre-war building if everything is falling apart? It’s five minutes to ten and we can’t open! Shit, we are never gonna get a handyman in time. We are so screwed. Oh, for f***’s sake, Dave. Stop eating my sandwich and get over here, it’s serious! We can’t let anyone in and it’s the third week of summer. No one needs a vacuum now! I told you to close the store over the school holidays and work in the wine valley for a better profit! Now, we are stuck in an antique vacuum store while every elderly customer we ever had has gone to Florida for a swim. We need every penny we can get our hands on! God, this is bad. This is really bad. We won’t be able to pay the rent. Or our debts. Or food…”</p><p>“Come on, Karen. Get off the floor and quit the drama. This ain’t the end of the world. The door can easily be fixed, look. With a little help of my friend “duct tape” here, and a sprinkle of magic there. Right, just like this… Et voilà! Now there you go, little doorknob. Thanks for opening the world to us, securing our living. What would we do if you weren’t here for us? Now, ain’t that funny? How your life depends on such small, trivial pieces of metal sometimes? It has but a heart and soul, and still it just saved our asses. I love you, little doorknob.”</p><p>“Damn, Dave. Did you smoke my weed again or what’s wrong with you?”</p>								</div>
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		<title>DIY-Peelingwürfel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anh Hoang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2015 15:32:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[DIY]]></category>
		<category><![CDATA[geschenk]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
		<category><![CDATA[körperpflege]]></category>
		<category><![CDATA[peeling]]></category>
		<category><![CDATA[weihnachten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob ihr sie für euch selbst oder als Weihnachtsgeschenk für andere macht: Unsere Peelingwürfel beseitigen abgestorbene Hautschuppen und sorgen so für strahlende und glatte Haut. Im Gegensatz zu anderen Peelings hinterlassen sie kein Chaos im Bad, sondern sind durch die handliche...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_8315" aria-describedby="caption-attachment-8315" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/DIY-5-Banner.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8315 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/DIY-5-Banner.png" alt="DIY #5 Banner" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/DIY-5-Banner.png 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/DIY-5-Banner-400x186.png 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8315" class="wp-caption-text">Text &amp; Video: Anh Hoang &amp; Zamira Tahiri – Fotos: Anh Hoang – Illustration: Alexandra Kiefer</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Ob ihr sie für euch selbst oder als Weihnachtsgeschenk für andere macht: Unsere Peelingwürfel beseitigen abgestorbene Hautschuppen und sorgen so für strahlende und glatte Haut. Im Gegensatz zu anderen Peelings hinterlassen sie kein Chaos im Bad, sondern sind durch die handliche Portionierung schon perfekt unter der Dusche einsetzbar! Außerdem sind die bunten Peelingwürfel sehr schön anzusehen und können im Bad dekorativ in Szene gesetzt werden. Um sie herzustellen, benötigt ihr folgende Produkte:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Online-Foto-9-DIY-Peelingwürfel-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8314" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Online-Foto-9-DIY-Peelingwürfel-2.jpg" alt="SONY DSC" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Online-Foto-9-DIY-Peelingwürfel-2.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Online-Foto-9-DIY-Peelingwürfel-2-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Online-Foto-9-DIY-Peelingwürfel-2-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Als Erstes müsst ihr eure Seife mit Hilfe einer Reibe zerkleinern. Wir haben zwei Seifen unterschiedlicher Farbe zerrieben, damit die Würfel interessanter aussehen. Ihr könnt die Farben selbst auswählen und eurer Kreativität dabei freien Lauf lassen. Anschließend gebt ihr zu der zerriebenen Seife Mandelöl hinzu, wir haben ungefähr fünf Esslöffel verwendet. Im nächsten Schritt muss die Mixtur für 20 Sekunden in der Mikrowelle (oder ein wenig länger im Wasserbad) erhitzt werden, damit die Seife flüssiger und die Masse homogener wird. Nun kommt der Zucker hinzu, wir haben etwa 10 Esslöffel hinzugefügt. Wenn ihr den Peelingwürfeln noch einen angenehmen Duft geben wollt, könnt ihr das mit ein paar Tropfen Duftöl eurer Wahl tun. Im letzten Schritt füllt ihr das Peeling in Eiswürfelbehälter (am besten aus Silikon) und legt es nur noch für eine Stunde ins Kühlfach, damit die Würfel ihre Form annehmen. Besonders schön sehen die Peelingwürfel in einem Einweckglas aus und sie können bis zur Anwendung praktisch darin gelagert werden. Ein Würfel reicht euch für zwei bis drei Duschvorgänge. Viel Spaß beim Peelen!</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="DIY-Peelingwürfel" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/GLq-LecUo9I?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
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		<title>Lotosfuß, Mokos, Giraffenfrau &#038; Co.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lisa-Marie Deissmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2015 06:23:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[ideal]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
		<category><![CDATA[schönheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ganz schön verrückt: die skurrilsten Schönheitsideale In unserem ersten Artikel präsentierten wir euch die aktuellen Traumfrauen verschiedener Kontinente. Jetzt sehen wir uns nochmal etwas genauer in einzelnen Ländern und deren Schönheitstraditionen um. Dabei zeigt sich: auch ohne Schönheits-OP lässt sich die...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil2/">Lotosfuß, Mokos, Giraffenfrau &#038; Co.</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ganz <em>schön </em>verrückt: die skurrilsten Schönheitsideale</h2>
<figure id="attachment_7506" aria-describedby="caption-attachment-7506" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7506 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px.jpg" alt="schönheitsideale_580px" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/schönheitsideale_580px-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7506" class="wp-caption-text">Text: Lisa-Marie Deißmann, Chantal Helwig – Illustration: Antonia Antonova</figcaption></figure>
<p><strong>In unserem <a href="http://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten Artikel</a> präsentierten wir euch die aktuellen Traumfrauen verschiedener Kontinente. Jetzt sehen wir uns nochmal etwas genauer in einzelnen Ländern und deren Schönheitstraditionen um. Dabei zeigt sich: auch ohne Schönheits-OP lässt sich die Anatomie des Körpers stark verändern&#8230;</strong></p>
<p>Jede Kultur und Region hat unterschiedliche Vorstellungen von Schönheit und Attraktivität. Mal sind es Gegensätze wie Tag und Nacht, mal sind die Unterschiede nur minimal. Das japanische Schönheitsideal der Heian-Zeit beispielsweise steht im klaren Gegensatz zu dem amerikanischen bzw. westlichen Streben nach einem strahlenden Lächeln: schwarze Zähne. Sie galten damals als erotisch und als Zeichen der Geschlechtsreife eines Mädchens, wohingegen weiße Zähne als aggressiv und unmenschlich angesehen waren.</p>
<p>Mindestens genauso skurril und dabei weniger schmerzfrei, sind die Lippenteller von Frauen der Volksstämme im Südwesten Äthiopiens. Jungen Mädchen wird dabei die Unterlippe aufgeschnitten und eine aus Ton gebrannte Scheibe eingesetzt. Nach und nach dehnt sich das Gewebe und wird schließlich durch immer größere Teller ersetzt, die letztendlich bis zu 15 Zentimeter Durchmesser erreichen können. Der eher unübliche Schmuck steht für hohes Ansehen. Wie so oft gilt auch hier: Je größer der Teller, desto größer die Anerkennung.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8261" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman.jpg" alt="giraffe_woman" width="531" height="478" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman.jpg 531w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/giraffe_woman-400x360.jpg 400w" sizes="(max-width: 531px) 100vw, 531px" /></a></p>
<p>Nicht sehr viel ungewöhnlicher ist der Schmuck der Padaung, einem Bergvolk im Südosten Myanmars. Dort gelten lange Hälse als Schönheitsideal, weshalb die Frauen dort  auch „Giraffenfrauen“ genannt werden. Um ihren Hals tragen sie Messingspiralen, die sie in einem Alter von fünf Jahren anlegen und nach und nach durch längere Spiralen ersetzten, bis sie schließlich bis zu 40 Zentimeter lange Spiralen tragen, die bis zu zehn Kilogramm wiegen.</p>
<h3>Das schmerzhafte Streben nach Anerkennung</h3>
<p>Die zehn Zentimeter, die sich Chinesen <a href="http://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heutzutage</a> an Beinlänge dazu wünschen, erträumten sie sich bis vor nicht allzu langer Zeit an Fußlänge noch weg. Das war in China zumindest über viele Jahrhunderte hinweg so, denn damals war ein sogenannter „Lotosfuß“ mit einer Länge von wenigen Zentimetern der Inbegriff weiblicher Schönheit und garantierte hohes Ansehen sowie eine gute Heirat. Im Alter von drei bis fünf Jahren wurden den Mädchen dabei die vier kleineren Zehen gebrochen, unter die Fußsohle gebogen, bandagiert und täglich fester gezurrt. Bis zu 15 Jahre lang dauerte diese schmerzvolle Behandlung, die nicht selten dazu führte, dass die Zehen abstarben und die Frauen ihr Leben lang nicht normal gehen, geschweige denn lange Strecken auf sich nehmen konnten. Erst 1949 wurde dieser Brauch gesetzlich verboten.</p>
<p>Aber was ist denn eigentlich mit dem männlichen Geschlecht? Bis jetzt ging es bei Schönheitsidealen immer nur um die Frauen. Das ist anders in Neuseeland, denn hier pflegen auch die einheimischen Männer ein Schönheitsideal in Gestalt einer Gesichtstätowierung, eines sogenannten „Mokos“. Ein solches Tattoo erzählt die Geschichte des Mannes, der es trägt, und verkörpert seine kulturelle Identität als Maori. Auch wenn die Prozedur bis zu sechs Tage dauern kann und äußerst schmerzhaft ist, trägt jeder Maori dieses Schönheitssymbol mit großem Stolz.</p>
<p>Egal ob schön oder skurril &#8211; das Urteil liegt im Auge des Betrachters und wird durch seine Herkunft und seinen kulturellen Hintergrund beeinflusst. Und obwohl die Welt im Zuge der Vernetzung und Globalisierung vermeintlich dichter zusammenrückt, existiert kein einheitliches Schönheitsideal. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass alle genau das möchten, was sie nicht oder nur ansatzweise haben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil2/">Lotosfuß, Mokos, Giraffenfrau &#038; Co.</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Alabaster-Haut, Mandelaugen, Apfel-Po &#038; Co.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chantal Helwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2015 06:23:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[ideal]]></category>
		<category><![CDATA[international]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[schönheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schönheitsideale der Welt Sie sieht aus, wie von der Sonne geküsst, ihr Körper ist straff und schlank, während ihre zarten Gesichtszüge von einer langen Mähne umspielt werden. Na, klingt ansprechend? Dann kommst du offensichtlich aus einem westlich geprägten Land....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil1/">Alabaster-Haut, Mandelaugen, Apfel-Po &#038; Co.</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Die Schönheitsideale der Welt</h2>
<figure id="attachment_8258" aria-describedby="caption-attachment-8258" style="width: 475px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8258 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px.jpg" alt="Druck" width="475" height="222" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px.jpg 475w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa_580px-400x187.jpg 400w" sizes="(max-width: 475px) 100vw, 475px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8258" class="wp-caption-text">Text: Lisa-Marie Deißmann, Chantal Helwig – Illustration: Antonia Antonova</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie sieht aus, wie von der Sonne geküsst, ihr Körper ist straff und schlank, während ihre zarten Gesichtszüge von einer langen Mähne umspielt werden. Na, klingt ansprechend? Dann kommst du offensichtlich aus einem westlich geprägten Land. Ganz klar: In Asien wäre unsere Sonnengöttin in Sachen Schönheit gnadenlos unten durch. Denn was hier attraktiv erscheint, gilt längst nicht für alle anderen Teile der Welt. Wir haben uns deshalb gefragt: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste in welchem Land? </strong></p>
<h3 style="text-align: justify;">Europäische Natürlichkeit</h3>
<p style="text-align: justify;">Schönheit ist relativ &#8211; das ist ja prinzipiell nichts Neues. Tom mag blond und Tim mag brünett. Ziemlich gegensätzlich oder? Die gute Nachricht: Die Haarfarbe ist in Deutschland relativ unbedeutend, was den Grad der Attraktivität angeht. Die schlechte Nachricht: Das macht uns nicht unbedingt frei von einem übergreifenden Schönheitsideal, egal wie individuell wir uns fühlen und wie sehr unsere ideellen Vorstellungen sich gegen diese Maßstäbe sträuben. Eine schöne Frau in Deutschland bzw. in westlichen Ländern ist meist schlank, sonnengebräunt und sieht irgendwie immer gesund und natürlich aus. Gesundes Aussehen ist das richtige Stichwort und erfährt gerade einen unglaublichen Hype in Europa wie in den USA.</p>
<p style="text-align: justify;">Schlank wirkt gesund und ansprechend, weil es impliziert, dass man regelmäßig Sport treibt und auf seine Ernährung achtet. Wer fragt sich bei diesem Schönheitsideal noch, warum sich Detoxkuren, Clean Eating, Low Carb und Fitnessstudios in einem unaufhörlichen Hype befinden?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8259" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika.jpg" alt="schönheitsideale_afrika" width="489" height="488" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika.jpg 489w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-150x150.jpg 150w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-400x400.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-32x32.jpg 32w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-64x64.jpg 64w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-96x96.jpg 96w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-128x128.jpg 128w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_afrika-80x80.jpg 80w" sizes="(max-width: 489px) 100vw, 489px" /></a></p>
<h3 style="text-align: justify;">Afrika &#8211; That Booty</h3>
<p style="text-align: justify;">Strampelt man sich auf dem Stepper nicht regelmäßig halb zu Tode, hält Kohlsuppe eher für eine Geschmacksverirrung als für die neueste Wunderdiät und trägt nun mal ein paar Kilo mehr mit sich herum, dann wäre man auf dem afrikanischen Kontinent ein richtiger Hingucker. Denn hier wird Übergewicht keinesfalls mit Faulheit oder Willensschwäche assoziiert, sondern mit Ansehen und Wohlstand. Ein paar Speckröllchen mehr sind ein Zeichen dafür , dass man sich ausreichend Nahrung leisten kann, an der in ärmeren Ländern des afrikanischen Kontinents leider großer Mangel herrscht. Das begehrteste Mittel zum Zweck ist eine Mischung aus Maisbrei und Kuhmilch, die für üppige Rundungen an den richtigen Stellen, insbesondere am Hintern, sorgen soll. Insgesamt  jedoch orientieren sich auch afrikanische Frauen immer mehr an westlichen Schönheitsidealen. Vor allem das Glätten ihrer meist krausgelockten Haare und das Verwenden von Cremes zur Hautaufhellung stehen bei ihnen ganz hoch im Kurs, denn tiefschwarze Haut gilt in vielen Regionen Afrikas als Zeichen eines niederen Standes.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Asiens Schneewittchen</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Orientierung an westlichen Schönheitsidealen ist besonders in Asien spürbar. Auch hier hat der Wunsch nach heller Haut einen großen Stellenwert und ähnlich wie in Afrika gilt helle Haut als Statussymbol. Warum eigentlich? Denn in Europa empfinden wir doch gerade eine gesunde Bräune als besonders anziehend, denn es zeigt: Ob exotische Reisen in 365-Tage-Sonne-Länder oder der tägliche Aufenthalt im Freibad &#8211; kein Problem. Verbringt man aber den Tag in Asien unter freiem Himmel, sieht der Alltag ganz anders aus: Man schuftet als Arbeiterin oder Bäuerin auf dem Feld. Klar, dass gebräunte Haut daher mit einem eher niedrigeren sozioökonomischen Status verbunden wird. Bis tief in die Stirn gezogene Hüte, Sonnenschirme, ellenbogenlange Handschuhe und sündhaft teure Aufhellungscremes &#8211; zur Verwirklichung des Schneewittchen-Traums werden in Asien deshalb keine Mühen und Kosten gescheut. Apropos Kosten. Wie in den USA sind auch in Asien Schönheitsoperationen an der Tagesordnung. Mit der größte Renner sind in Asien Augenlidkorrekturen, denn viele empfinden ihre Mandelaugen als Manko und wünschen sich nach westlichem Vorbild besonders große und runde Augen. Da ist es auch nichts Ungewöhnliches mehr, wenn eine Zwölfjährige zu ihrem Geburtstag eine Augenlidfalten-Operation geschenkt bekommt. Damit aber noch nicht genug, denn auch lange Beine gelten als Schönheitsideal. Dabei gehen manche Asiatinnen so weit, ihre Beine operativ zu verlängern, indem sie sich zuerst den Unterschenkel brechen lassen und diesen dann mit einem Metallgestell bis zu zehn Zentimeter strecken. Ob in Asien das Sprichwort „Wer schön sein will muss leiden” dabei nicht etwas zu ernst genommen wird?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8257" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa.jpg" alt="schönheitsideale_usa" width="475" height="476" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa.jpg 475w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-150x150.jpg 150w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-400x400.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-32x32.jpg 32w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-64x64.jpg 64w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-96x96.jpg 96w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-128x128.jpg 128w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/11/schönheitsideale_usa-80x80.jpg 80w" sizes="(max-width: 475px) 100vw, 475px" /></a></p>
<h3 style="text-align: justify;">USA &#8211; Selbstoptimierung 2.0</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint es auch in Sachen Schönheit keine Grenzen zu geben. Das amerikanische Schönheitsideal ist zwar in den Grundzügen vergleichbar mit dem europäischer Länder mit der Besonderheit, dass sie überall noch einen drauf setzen. Wo genau? Zum Beispiel an den weiblichen Brüsten, die gerne Doppel D erreichen dürfen oder an den Zähnen, die gebleacht und poliert mit der neuen Oberweite um die Wette strahlen. Solche Eingriffe in das Werk von Mutter Natur kommen natürlich nicht von ungefähr: In den USA gelten vor allem große Brüste, ein braungebrannter Teint und ein möglichst jugendliches Erscheinungsbild als schön. Wer diesen Kriterien &#8211; oh Wunder &#8211; nicht entspricht, der hilft auch gerne mal etwas nach: Rund ein Drittel aller Schönheits-OPs weltweit werden in den Vereinigten Staaten durchgeführt.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/11/schoenheitsideale-teil1/">Alabaster-Haut, Mandelaugen, Apfel-Po &#038; Co.</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Es ist fahrlässig, Prostitution zum Tabu-Thema zu erklären“</title>
		<link>https://presstige.org/2015/09/interview-prostitution-diana-schubert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2015 12:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
		<category><![CDATA[Prostitution]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Diana Schubert vom Kriminalpräventiven Rat Augsburg &#160; &#160; Prostitution ist in Augsburg ein brennendes Thema. Im Moment arbeitet die Stadt an der Entwicklung eines Bordellstrukturkonzepts für die zukünftige Genehmigung von Bordellen. Wir sprachen mit Diana Schubert vom Kriminalpräventiven Rat Augsburg,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/09/interview-prostitution-diana-schubert/">„Es ist fahrlässig, Prostitution zum Tabu-Thema zu erklären“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Interview mit Diana Schubert vom Kriminalpräventiven Rat Augsburg</h2>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_8074" aria-describedby="caption-attachment-8074" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Interview_Prostitution_II_1200.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8074" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Interview_Prostitution_II_1200.jpg" alt="Text: Michael Müller - Fotos: Isabell Beck" width="1200" height="675" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Interview_Prostitution_II_1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Interview_Prostitution_II_1200-400x225.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Interview_Prostitution_II_1200-1024x576.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/09/Interview_Prostitution_II_1200-300x170.jpg 300w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8074" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Fotos: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Prostitution ist in Augsburg ein brennendes Thema. Im Moment arbeitet die Stadt an der Entwicklung eines Bordellstrukturkonzepts für die zukünftige Genehmigung von Bordellen. Wir sprachen mit Diana Schubert vom Kriminalpräventiven Rat Augsburg, die für die Koordination der Arbeit an diesem Konzept zuständig ist. Thema war die rechtliche Regelung der Prostitution vor Ort und in Berlin.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>presstige: <em>Frau Schubert, was kann man sich unter einem Bordellstrukturkonzept vorstellen?</em></strong></p>
<p>Schubert: Beim Bordellstrukturkonzept (BSK) geht es in erster Linie um bau- und ordnungsrechtliche Fragen. Zu Beginn unserer Arbeit haben wir in anderen deutschen Kommunen angefragt, wie viele Prostituierte sich dort täglich aufhalten. Wir rechnen in diesen kurzen Zeiträumen, da die Frauen sehr häufig, teilweise wöchentlich, die Stadt wechseln. Mit 222 Prostituierten auf 100.000 Einwohner ist Augsburg im Verhältnis Spitzenreiter, auch vor größeren Städten. Der Durchschnitt liegt gerade einmal bei 114. In Augsburg gibt es dabei gewisse Schwerpunktgebiete wie Lechhausen und Haunstetten, in denen die Prostitution besonders präsent ist. Um in Zukunft über Bauanträge für neue Bordelle entscheiden zu können, brauchen wir also ein gesamtstädtisches Konzept dafür, in welchen Teilen Augsburgs neue Bordelle noch vertretbar sind. Daneben prüfen wir das Instrument der Sperrgebietsverordnung. Aus Gründen des Jugendschutzes und der öffentlichen Sicherheit ist grob gesagt die Augsburger Innenstadt Sperrgebiet für Prostitution. Wir erheben weitläufig Daten über die Lage von Spielplätzen, Kinderheimen, Jugendzentren und anderen Orten, an denen sich  junge Menschen besonders aufhalten, um herauszufinden, ob diese Einschränkung erweitert werden sollte. Darüber entscheidet zwar der Bezirk Schwaben, aber die Stadt Augsburg kann Vorschläge machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Was ging dem BSK in Augsburg voraus und wer arbeitet gegenwärtig daran? </strong></em></p>
<p>Prostitution ist vor Ort natürlich bereits länger ein Thema. Im Jahr 2010 veröffentlichte Kriminalkommissar Helmut Sporer in der Zeitschrift „Kriminalistik“ seinen Aufsatz zum „Augsburger Weg“. Als absoluter Experte leitet er unseren Arbeitskreis. Dem BSK ging zudem bereits die Entwicklung des Gesamtkonzepts zur Verbesserung der Lage der Prostituierten voraus. Es bezog die konkrete Lebenssituation der Prostituierten in Augsburg ein und ist in dieser Form einmalig im Bundesgebiet. Am 27. Februar 2014 erging dann im Stadtrat der Beschluss, unter Federführung des Arbeitskreises Prostitution mit Blick auf das Bau- und Ordnungsrecht das BSK zu erarbeiten. Weitere Mitglieder des Arbeitskreises sind örtliche Vertreterinnen der Menschenrechtsorganisation Solwodi, Vertreter der Bauverwaltung und das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg sowie die Staatsanwaltschaft und Landgericht Augsburg. Zudem ist der Arbeitskreis um die Wirtschaftsverwaltung erweitert worden. Wenn in einem Stadtteil besonders viel Prostitution angesiedelt ist, kann dies dazu beitragen, dass das gesamte Gebiet wirtschaftlich abrutscht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Prostitution wird oft mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung gebracht. Wie stellt sich diesbezüglich die Lage in Augsburg dar?</strong></em></p>
<p>Es besteht eindeutig eine Verbindung zwischen dem Menschenhandel und der Prostitution. Für die genaue Situation in Augsburg ist jedoch die Polizei der bessere Ansprechpartner. Nach meinen Informationen ist das Verbrechen hier jedenfalls nur in Einzelfällen auf der Straße sichtbar. Vielleicht fehlt auch deshalb oft das öffentliche Bewusstsein für das Problem. Neben dem Menschenhandel gibt es aber auch wirtschaftliche Zwangsprostitution. Wenn eine Frau nicht weiß, wie sie am nächsten Tag ihr Kind ernähren soll und sich deshalb selbst entscheidet, in die Prostitution zu gehen, ist das meines Erachtens ganz und gar nicht freiwillig. Daher ist es fahrlässig Prostitution zum Tabu-Thema zu erklären. Allein in Augsburg arbeiten um die 700 Frauen. Das sind nicht wenige und das Leid ist groß. Nimmt man den Menschenhandel und die Armutsprostitution aus, bleibt nur ein verschwindend geringer Anteil an Frauen, die sich vollkommen selbstbestimmt für die Prostitution entschieden haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Die Bundespolitik will darauf mit einem Prostituiertenschutzgesetz reagieren. Wie stehen Sie zum aktuell diskutierten Entwurf der Regelung?</strong></em></p>
<p>Der Entwurf stellt uns absolut nicht zufrieden. Im Vorfeld haben wir zum Beispiel die Heraufsetzung des Mindestalters gefordert. Wir sind überzeugt, dass man mit 21 Jahren andere Entscheidungen trifft als mit 18 Jahren. Nicht ohne Grund gilt das Jugendstrafrecht bis zu diesem Alter. Auf Bundesebene ist das vollkommen unter den Tisch gefallen. Auch die Meldepflicht kommt nur in abgespeckter Form vor. Prostituierte müssen sich lediglich einmal im Jahr melden. Wo, entscheiden die Länder. Aus unserer Sicht kommt dafür nur das örtlich zuständige Kriminalkommissariat infrage. Die Beamten können die Umstände, unter denen die Frauen ankommen am besten einschätzen. Gleichzeitig hätten wir dann einen Überblick, wie viele Prostituierte sich wo aufhalten. Bisher sind die Frauen da vollkommen schutzlos. Sie begründen hier keinen Wohnsitz und müssen sich auch nicht bei Finanzbehörden oder dem Gesundheitsamt melden. Es ist tragisch, aber im Moment merkt niemand, wenn eine Frau verloren geht. Unter anderem deshalb fordern wir auch die verpflichtende Gesundheitsuntersuchung, die ebenfalls zu abgespeckt kommt. Neben wichtigen Informationen zu ihrem eigenen Schutz wollten wir Prostituierten so eine Art Schutzraum schaffen, in dem sie sich einmal ohne ihren „Freund“ zur Sache äußern können. So bauen die Frauen ein Vertrauen zu unserem System auf. Ein Großteil von ihnen kommt aus Ländern, in denen sie den Staat und die Polizei ganz anders kennen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Geht es also vor allem darum, die Prostitution an bestehende Systeme heranzuführen?</em> </strong></p>
<p>Nicht nur, wir brauchen zudem endlich ein eigenes Regelungsinstrument. In Deutschland muss sich jeder Gastronom auf seine Zuverlässigkeit überprüfen lassen. Ein Bordell kann dagegen jeder eröffnen, auch wenn er sich in mehrere Verfahren wegen Menschenhandel verantworten muss. Es fehlt ein Rechtsrahmen, auf den sich die Prostituierten gegenüber den Bordellbetreibern oder ihren Freiern berufen können. Es gibt zum Beispiel ein eingeschränktes Weisungsrecht gegenüber den Frauen im alten Prostitutionsgesetz. Wenn sich hier nichts ändert, sind wir nicht weiter als zuvor. Es reicht aber nicht, die Prostitution im Gewerberecht zu regeln. Sie ist eben kein Beruf wie jeder andere und braucht Regelungen, die ihren Besonderheiten gerecht werden. Vor allem müssen wir Verstöße auch mit Bußgeldern ahnden – und zwar gegen die Freier und Bordellbetreiber. Die Prostituierten wollen wir nicht treffen. Regeln wie eine Kondompflicht können und müssen der Staat dann nicht selbst überprüfen. Wer ein Bordell betreibt will seine Konkurrenz loswerden und wird die im Zweifel auch anzeigen. Durch Gesetze können wir also eine Kontrolle innerhalb der Szene erreichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/09/interview-prostitution-diana-schubert/">„Es ist fahrlässig, Prostitution zum Tabu-Thema zu erklären“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Sollen wir unsere Organe spenden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Paul von Platen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2015 14:25:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[contra]]></category>
		<category><![CDATA[das schicksal ist ein mieser verräter]]></category>
		<category><![CDATA[hirntod]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
		<category><![CDATA[organhandel]]></category>
		<category><![CDATA[organspende]]></category>
		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
		<category><![CDATA[pro]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Demnächst wird wohl fast jeder von uns wieder einen Organspendeausweis in seinem Briefkasten finden. Schließlich verschicken die deutschen Krankenkassen 70 Millionen davon. Doch dann bleibt die Frage &#8211; was kreuze ich an? Unsere Redakteure diskutieren dieses Thema in einem Pro...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/08/sollen-wir-unsere-organe-spenden/">Sollen wir unsere Organe spenden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Demnächst wird wohl fast jeder von uns wieder einen Organspendeausweis in seinem Briefkasten finden. Schließlich verschicken die deutschen Krankenkassen 70 Millionen davon. Doch dann bleibt die Frage &#8211; was kreuze ich an? Unsere Redakteure diskutieren dieses Thema in einem Pro und Contra.</strong></p>
<figure id="attachment_8025" aria-describedby="caption-attachment-8025" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8025 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg" alt="Text: Linda Gering - Illustration: Paul von Platen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8025" class="wp-caption-text">Text: Linda Gering &amp; Michael Müller &#8211; Illustration: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ja, findet Linda Gering</strong></p>
<p>Wir alle sind heute bestens über Fälle von Organhandel informiert. Kein Wunder, dass angesichts dessen die Zahl der Organspender in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. Im Jahr 2010 lag der Bundesdurchschnitt noch bei 15,9 Spendern pro 1 Million Einwohner, 2013 waren es nur noch 10,9. Laut der Warteliste von Eurotransplant warteten im Jahr 2013 mehr als 11. 200 Menschen in Deutschland auf eine Organtransplantation. Ich finde, man sollte dem Abwärtstrend entgegensteuern und die Zahl der Wartenden verringern!</p>
<p>Der große Erfolg des letztjährigen Kinohits „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ zeigt das Interesse der Bevölkerung an Menschen, die ein schweres Schicksal zu tragen haben. Ein Film über zwei Jugendliche mit Krebs schreit ja geradezu nach Aufmerksamkeit. Beim tragischen (und irgendwie vorhersehbaren) Ende des Films haben tausende Menschen eine ganze Packung Taschentücher verschnäutzt und sich sicher gefragt: „Warum ist mein Schicksal KEIN mieser Verräter?“ Niemand will nur tatenlos zusehen müssen, noch nicht einmal im Kino.</p>
<p>Vielleicht kennt auch manch einer selbst das Kopfkino und den Augenblick, in dem man sich denkt: „Warum habe ich nur so ein glückliches, gesundes Leben?“ Von einer Sekunde auf die andere könnte alles vorbei sein. Ein Wimpernschlag und nichts ist wie zuvor. Niemand außer denen, die mich kannten wird dann wissen, dass ich ein glücklicher Mensch war und mich gerne beim Schicksal bedankt hätte.</p>
<p>Das könnte ich doch gut durch die Spende meiner Organe zeigen und so einem anderen Menschen ein problemloseres und angenehmeres Leben ermöglichen, vielleicht sogar ein Leben retten.</p>
<p>Sicher, Schicksal ist Schicksal, werden einige Zyniker denken. Die einen trifft es hart, die anderen weniger. Aber kann ich mit gutem Gewissen meine Organe verschwenden, indem ich sie behalten will, wenn ich sie gar nicht mehr benötige? Zugespitzt grenzt das an passive Sterbehilfe. Die einfache Möglichkeit, die eigenen Organe nach dem Tod jemand anderem zur Verfügung zu stellensollte sich niemand entgehen lassen! Wenn es das Schicksal gut mit mir meint, wird von meinem Organspendeausweis nie Gebrauch gemacht. Falls nicht, kann ich durch meinen Ausweis vielleicht einer Geschichte wie der der beiden unglücklichen Jugendlichen im Kinofilm ein gutes Ende verpassen &#8211; und auch einen anderen Titel.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nein, findet Michael Müller</strong></p>
<p>Eine Organspende kann ein Leben retten. Dazu müssen wir nichts weiter tun, als ein kleines Kärtchen mit uns herumzutragen. Von der eigentlichen Spende bekommen wir nichts mehr mit und gebrauchen könnten wir die Organe dann ja sowieso nicht mehr. Kann man da überhaupt dagegen sein? Ja, das geht – und zwar ganz ohne skandalträchtige Fälle von Organhandel zu bemühen.</p>
<p>Ungeachtet trendiger Werbekampagnen geht es beim Thema Organspende letztlich um den eigenen Tod. Voraussetzung für Organentnahme ist der Hirntod des Spenders. Selbst wenn wir aus diesem Zustand erwiesenermaßen nicht mehr aufwachen, sind wir noch nicht tot im landläufigen Sinne. Nur deshalb sind wir ja als Spender geeignet. Der Herztod tritt erst mit der Entnahme ein. Wer darüber nachdenkt, Organspender zu werden, stellt sich damit eine der ganz großen Fragen: Wann endet ein menschliches Leben? Aus philosophischen oder religiösen Gründen lässt sich durchaus argumentieren, dass der Hirntod dazu noch nicht ausreicht. Aus dieser Sicht ist ein Organspendeausweis die Einwilligung, sich unter bestimmten Umständen töten zu lassen. Eine so persönliche Entscheidung ist absolut ergebnisoffen. Mit einem Arzt, der sich fragt, ob er gerade entgegen seinem Eid ein Leben beendet hat, möchte man im Übrigen wohl auch nicht tauschen. Ebenso werden die Angehörigen des Spenders in der Organspendedebatte oft vergessen. Mit dem Verlust eines nahen Menschen setzt ein schmerzhafter Trauerprozess ein. Die Logik der Organspende kann dabei unerträglich pragmatisch wirken. Damit kann die Rücksicht auf Angehörige also ein guter Grund sein, sich dagegen zu entscheiden.</p>
<p>Vor allen Dingen betrifft die Frage nach der Organspende die ganz persönliche Freiheit. Egal, wie ich mich entscheide, ich nehme damit das Recht in Anspruch, bis zur letzten Minute über meinen Körper zu entscheiden. Das darf mir auch nicht mit der moralischen Keule genommen werden. So richtig es ist, dass eine Organspende Leben retten kann, so kurzsichtig ist es, jeden als rücksichtslosen Egoisten zu verteufeln, der sich dagegen entscheidet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/08/sollen-wir-unsere-organe-spenden/">Sollen wir unsere Organe spenden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Die Welt teilt sich in blau und rosa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Kiefer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2015 15:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[biologisches geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[frau]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kampf der Geschlechter einmal anders Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung  in männlich und  weiblich:  Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kampf der Geschlechter einmal anders</p>
<figure id="attachment_7546" aria-describedby="caption-attachment-7546" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7546" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg" alt="Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf – Illustration: Julia Muhm" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_vorschaukasten-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7546" class="wp-caption-text">Text: Alexandra Kiefer, Katharina Knopf – Illustration: Julia Muhm</figcaption></figure>
<p><strong>Unsere Gesellschaft ist besessen von der Zweiteilung  in männlich und  weiblich:  Das fängt bei den Farben Blau und Rosa für Babystrampler an und endet noch lange nicht bei Chipssorten, die passend für Männer (mit Grillaroma) und Frauen (mit wenig Fett) verkauft werden. Doch ist diese Ordnung am Ende weniger natürlich als menschengemacht?</strong></p>
<hr />
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7548 alignright" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_junge.jpg" alt="blau_rosa_junge" width="125" height="618" /></a><br />
Klingt  doch  logisch:  Männer  sind vom Mars und haben ein X- und ein Y-Chromosom, Frauen von der Venus und zwei X-Chromosomen. Es scheint auch selbstverständlich zu sein, dass die Babys mit den doppelten X-Chromosomen später einmal Röcke und Make-up tragen, niemals allein eine öffentliche Toilette besuchen, bei  Titanic  weinen und sowieso immer übertreiben, während ihre männlichen Mitmenschen sich wenig aus Mode machen, lieber Actionthriller sehen und ihre Gefühle nie öffentlich zeigen.</p>
<p>Jeder von uns hat eine bestimmte Vorstellung davon, was typisch weiblich oder typisch männlich ist. Eine Vorstellung, die weit über unsere körperlichen  Merkmale hinausgeht. Im englischen Sprachraum gibt es daher auch für das Geschlecht zwei Begriffe: „sex“ für das biologische, „gender“ für das soziale. Letzteres bezieht sich auf all die Verhaltensweisen, die wir im Alltag für „natürlich“ halten, die aber tatsächlich nur erlernt sind. Warum einige Menschen nicht gut einparken und andere nicht gut zuhören können, dafür gibt es vielfältige Gründe. Genetisch bedingt und damit „natürlich“ ist keiner davon. Auch Kleinkinder haben keine erbliche Vorliebe für die ein oder andere Farbe. Der Junge, der mit rosa Spielsachen nichts zu tun haben möchte, ist nicht etwa mit dem genetischen Material auf die Welt gekommen, das eine Abneigung gegenüber Rosatönen rechtfertigt. Kaum zu glauben: Vor rund hundert Jahren waren die Jungs pretty in pink und die Mädchen trugen blau.</p>
<p><strong>Unsere Videoplaylist für euch exklusiv online zum Heft: Präsentationen, Clips, Werbespots und Kommentare zum Thema, die auf jeden Fall interessant und oft zudem sehr komisch sind. Viel Spaß beim Kucken! </strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=PL1BG4_e0t5woc_H_I4KXgbaUmtQ6CXZoI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Werbung – für Sie und Ihn</strong></p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7547 alignleft" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/blau_rosa_mädchen.jpg" alt="blau_rosa_mädchen" width="138" height="476" /></a>Erlernte Verhaltensweisen sind erst einmal nicht schlimm. Problematisch wird es, wenn uns gesellschaftliche Vorstellungen in etwas hineinpressen, das wir nicht sind. Weibliche Schülerinnen trauen sich beispielsweise in den Naturwissenschaften bei gleichen Noten weniger zu – das zeigt sich später ebenso in der Berufswahl. Ihre männlichen Mitschüler dürfen dafür keine Tränen zeigen, sonst sinkt der soziale Status ins Bodenlose.<br />
Erlernt werden diese Vorstellungen, wie das eine oder das andere Geschlecht sich  zu  verhalten  hat, schon in der Kindheit. Wir dürfen es beim Spielen einüben: Actionhelden für Jungs und Puppen für Mädchen. Wie man richtig damit spielt, zeigt die Werbung. Und auch für die Erwachsenen bietet Werbung zahlreiche Erwartungen an ihr Verhalten. Die heutige Frau macht inzwischen Karriere, während sie sich Vollzeit um die Kinder und ihren Körper kümmert. Der Mann verdient mehr Geld, trinkt Bier, guckt Fußball, baut Häuser und pflegt sich sogar ab und an. Wenn beide dann gemeinsam auf dem Sofa lümmeln, hat jetzt auch jeder seinen eigenen Snack, Chips gibt es ja jetzt auch verpackt in schickem Rosa.</p>
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		<title>Faszination Hautstich &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</title>
		<link>https://presstige.org/2015/07/taetowierung-globales-phaenomen-teil2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Krauss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2015 15:44:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[hautstich]]></category>
		<category><![CDATA[körper]]></category>
		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 2: Von Protest, Stilfragen und Jugendsünden Nachdem wir uns bereits mit den dunkleren Kapiteln in der Geschichte der Tätowierung auseinandergesetzt haben, geht es im zweiten Teil unseres Überblicks um die Freiheit. Hier erfahrt ihr, wie sich der Hautstich von...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Teil 2: Von Protest, Stilfragen und Jugendsünden</h2>
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<div class="textLayer" style="text-align: justify;">
<figure id="attachment_7936" aria-describedby="caption-attachment-7936" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-7936" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw-1024x649.jpg" alt="Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck" width="600" height="380" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw-400x254.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7936" class="wp-caption-text">Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><strong>Nachdem wir uns bereits mit den <a title="Faszination Hautsicht – Die Tätowierung als globales Phänomen" href="http://presstige.org/2015/07/taetowierung-als-globales-phaenomen-teil1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dunkleren Kapiteln in der Geschichte</a> der Tätowierung auseinandergesetzt haben, geht es im zweiten Teil unseres Überblicks um die Freiheit. Hier erfahrt ihr, wie sich der Hautstich von der Protestkultur zu dem vielfältigen </strong><strong>Massenphänomen aufgeschwungen hat, das wir aus unserem Alltag kennen.</strong></p>
<div data-canvas-width="124.89859361435295">
<hr />
</div>
<div data-canvas-width="97.92478657171768"></div>
<div data-canvas-width="179.71854790298826">Die 1960er Jahre schlugen nach dem dritten Reich ein wie eine Bombe! Ausgehend von den USA kam eine Jugendprotestbewegung auf, die neben LSD, sphärischer Musik und Woodstock auch das Tattoo wieder in Mode brachte. So entstand bei Hippies und Punks gleichermaßen eine Protestkultur, die von einer bewussten und kritischen Haltung gegen die „spießige“ bürgerliche Welt der Eltern und Großeltern geprägt war. Die Tätowierung wurde so zum Massenphänomen und zum Ausdruck eines Verbundenheitsgefühls.</div>
<div data-canvas-width="97.45066475908237">Die radikalen Punks im Großbritannien der 70er Jahre machten den Hautstich zum Teil ihrer Rebellion. Mit szenetypischen Motiven zeigten sie Flagge gegen die schlechte wirtschaftliche und politische Lage des Landes: grinsende Totenschädel mit gekreuzten Knochen, Ratten, Spinnen und Spinnennetzte, Pin-Ups mit Irokesen-Frisur oder Namen und Logos von bekannten Bands dienten als konstante Ausdrucksform des nicht gesellschaftsfähigen Individuums. Dieses schlechte Image von Rauheit und Verwegenheit wurde später maßgeblich durch den Ruf von Rockern und Bikern verbreitet, als sich in den späten Siebzigern Hardrock- und Heavy-Metal-Strömungen der Tätowierkunst anschlossen. Andererseits wurde der Hautstich über die ausgestrahlten Musikvideos auch endgültig in der westlichen Welt gesellschaftsfähig gemacht.</div>
<h3 data-canvas-width="97.45066475908237"></h3>
<h3 data-canvas-width="97.45066475908237">Die Stichart verändert sich</h3>
</div>
<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="544.3053314436002">Die ersten Hautstiche der Steinzeit waren eher ungewollt. Um die Blutgerinnung zu beschleunigen oder durch die Reizung der Haut für mehr Narbengewebe zu sorgen, wurde Pflanzensaft in eine Wunde gerieben. Das konnte eine Verfärbung der Narbe nach sich ziehen, was schlussendlich doch gewollt genutzt wurde. So entstanden als erste Tätowierungen Linien und später durch die individuelle Abschottung der Kulturen verschiedene Tätowiertechniken und Motive.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="229.84875576691772">Zum großen Wandel und endgültigen Triumphzug der Tätowierungstechnik kam es erst 1891. Samuel O ́Reilley wandelte den von Thomas Edison erfundenen Elektrostift (ebenso Erfinder der Glühbirne und des Grammophons) in eine elektronische Tätowiermaschiene um. Der größte Vorteil gegenüber den alten Stichtechniken war, dass man nun viel schneller, hygienischer und vor allem präziser tätowieren konnte. Heute gibt es für Tattoomotive eine Vielfalt verschiedener. Unter „Old Port/School“ fallen zum Beispiel Seemotive mit eigenständiger Bedeutung.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632">So steht die Schildkröte als Symbol für die Überquerung des Äquators. Der „Neue Tribalismus“ steht für kraftvolle schwarze Linien und nicht-figurative Designs, unter anderem basierend auf der visuellen Sprache der Polynesiern. Der illustrative Stil des Westens ist dagegen auf technische und stilistische Perfektion ausgerichtet. Zudem gibt es die Stilart „New School“ der etliche Unterstile unterfallen, wie Lettering, Grafitti, Celtic, Kanji/Oriental, Fantasy/Feen und Engel, Biomechanik, Cartoons &amp; Pinups, Porträts und Religion/Mythologie.</div>
<h3 style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632"></h3>
<h3 style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632">Der Hautstich wird zum Massenphänomen</h3>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="184.91820648882359">Heutzutage ist das Tragen eines Tattoos Mainstream geworden. Viele lassen sich aus einem persönlichen Gefallen am Motiv tätowieren, ohne seine ursprüngliche Bedeutung genau zu kennen. So kann es die Identität des Trägers unterstreichen, kann aber genauso ohne tiefere Bedeutung bleiben und lediglich für das ästhetische Empfinden des Trägers stehen. Es ist chic, Tattoos zu tragen, die in den vergangenen Jahren zur Modeerscheinung, fast schon zum Must-have geworden sind. Das solche Schönheit vergänglich ist, zeigen sogenannte „Tattoo-Jugendsünden“.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="79.006753626">Vielen älteren Trägern werden Steißbeintattoos, oder der einst stolze Adler, der zu einem hässlichen faltigen Vogel geschrumpft ist, unangenehm peinlich. Folglich verwundert die hohe Nachfrage nach Tattoo-Weglaserungen oder Cover-Ups kaum. Deshalb sollte sich jeder „Glatte“ vor dem ersten Nadelstich seines Wunschmotives sicher sein und es besser mehrfach hinterfragen. Reichen vielleicht schon Trikot und Fanschal oder geht die Liebe zum FCA wirklich unter die Haut? Zuletzt sollte aber jeder nach seinem eigenen Schönheitsempfinden urteilen, denn seien wir einmal ehrlich: Manche Tattoos sind große Meisterwerke, formvollendet und wirklich schön anzuschauen! Kompliment also an die Träger und vor allem an die Künstler, die dahinter stehen!</div>
</div>
</div>
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		<title>Faszination Hautsicht &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Krauss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2015 14:29:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[hautstich]]></category>
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		<category><![CDATA[presstige #28]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 1: Von Ausgrenzung, Zusammenhalt und Südseeträumen Die Tätowierung hat einen langen Weg hinter sich. Nicht nur in der Tattooszene war es ein gutes Stück von „Old Port“ bis zur „New School“, sondern vor allem auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Teil 1: Von Ausgrenzung, Zusammenhalt und Südseeträumen</h2>
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<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<figure id="attachment_7937" aria-describedby="caption-attachment-7937" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-7937" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM-1024x613.jpg" alt="Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck" width="600" height="359" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM-400x239.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7937" class="wp-caption-text">Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
</div>
<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<p><strong>Die Tätowierung hat einen langen Weg hinter sich. Nicht nur in der Tattooszene war es ein gutes Stück von „Old Port“ bis zur „New School“, sondern vor allem auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz. Unsere Redakteure haben hierzu einen kleinen Überblick zusammengestellt.</strong></p>
<hr />
<p>Die Geschichte des Tattoos reicht bis in die Steinzeit. Egal ob Ästhetik, Identität, Identifikation, religiöse Verbundenheit, Mode oder eine politische Gesinnung – seit jeher lassen sich Menschen tätowieren. Die 59 genauestens platzierten Kreuz- und Linientätowierungen in der Haut der ca. 5300 Jahre alten Gletschermumie Ötzi hatten vermutlich medizinische Gründe. Der Hautstich wurde jedoch genauso zur Grenzziehung zwischen sozialen Schichten oder Glaubensvorstellungen eingesetzt, wie die schmerzhafte psychosoziale Brandmarkung Krimineller oder unerwünschter Personen zeigt.</p>
<h3 data-canvas-width="407.21626567877644">Das Tattoo als Brandmarkung</h3>
<div data-canvas-width="181.6173846780001">Die Römer und Griechen zeichneten um 100 v. Chr. gezielt Soldaten, Sklaven, Kriminelle und die in ihren Augen ketzerischen Christen. Ihre Tätowierung brandmarkte sie als böse, ungerecht, minderwertig und ungläubig. Unter den frühen Christen wandelten sich die gewaltsam aufgedrückten „Out-Group-Stigmata“ so allerdings schnell zu gruppenstärkenden und sogar freiwillig erworbenen „In-Group-Erkennungszeichen“. Bereits hier zeigt sich der ambivalente Charakter der Tätowierung, den sie bis heute nicht verloren hat. Einerseits diffarmierende Brandmarkung, andererseits positives Gruppenzeichen.</div>
<div data-canvas-width="235.9973394957177">Besonders grausam wurden Menschen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern des dritten Reichs gebrandmarkt. Die Zahl auf dem linken Unterarm sollte nicht auf der Haut halt machen, sondern bis ins Hirn wirken. Vom Körper in die Seele sollte sie das Individuum zu einer Nummer unter vielen reduzieren. Von einem Menschen zum Nichts. Auf andere Weise wirken diese Zahlen bis in die Gegenwart fort. Viele junge Erwachsene veranlasst das Gedenken an den Holocaust dazu, sich diese KZ-Matrikelnummer ihrer Vorfahren ebenfalls tätowieren zu lassen. So zeigen sie, dass die geliebten Großeltern weit mehr als eine Nummer waren. Damit wird eine Brandmarkung zum Versuch, das Vergangene aufzuarbeiten und die Geschichte des jüdischen Volkes und der eigenen Familie weiterzutragen.</div>
<h3 data-canvas-width="235.9973394957177"></h3>
<h3 data-canvas-width="235.9973394957177">Tätowierungen als Importschlager aus der Südsee<strong><br />
</strong></h3>
</div>
</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="422.31456999712935">Im 18. Jahrhundert wandelte sich das Tattoo zum Symbol für den Traum vom Leben auf einer Südseeinsel. Matrosen brachten wilde Abenteuergeschichten und den Begriff tattow von ihren Reisen mit nach Europa. Dieser ist eine Abwandlung des polynesischen tatau, einer Kulturtechnik, bei der die Tahitianer ihre Tätowierung erhalten. Auf diesem Wege wurde die „bodymodification“ in Europa weitläufig wiederbelebt. In der Folge entwickelte sie ihre eigene Dynamik in der Körperkunst und löste geradezu eine Tätowierungswut aus.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="422.31456999712935"></div>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td style="text-align: justify;"><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erscheint exklusiv als Onlinebeitrag zur Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/07/taetowierung-globales-phaenomen-teil1/">Faszination Hautsicht &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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