10 Tipps für die Uni @ home

Für viele von uns ist die Umstellung auf virtuelle Vorlesungen und Seminare aufgrund der aktuellen Coronavirus-Situation eine ganz schöne Herausforderung.
Mögliche Ablenkungen sind überall. Ob das Handy, die spontane Motivation das Zimmer aufzuräumen um zu prokrastinieren oder die Mitbewohner mit denen man sich ja schon seit fast einer Stunde nicht mehr unterhalten hat. Auch den „Hunger“ der uns alle halbe Stunde in die Küche treibt, nur um den Kühlschrank zu öffnen, einen Blick hinein zu werfen und festzustellen, dass sich seit dem letzten Besuch absolut nichts geändert hat und man eigentlich gar keinen Hunger hat, kennt jeder von uns.
Aber Vorlesungen bearbeiten sich nun mal leider nicht von selbst und die Uni geht weiter. Deshalb findet ihr hier ein paar Tipps und Tricks wie ihr euch besser motivieren könnt und einfach generell besser von zu Hause aus arbeiten können.

1. Ein Plan ist das A und O

Egal wie oft man diesen Satz schon gehört hat…irgendetwas in uns glaubt diesem Statement nicht so ganz. Aber es ist so!
Legt euch eine Struktur fest, die in euer Leben passt und von der ihr auch wisst, dass sie realistisch umsetzbar ist. Um 6 Uhr aufstehen und dann direkt 2 Stunden produktiv arbeiten funktioniert einfach nicht bei jedem. Und das ist auch vollkommen OK. Hierbei kann das Festlegen von festen „Arbeitszeiten“ und „Freizeit“ super hilfreich sein. Wenn ihr euch beispielsweise um 16 Uhr einfach überhaupt nicht gut konzentrieren könnt, dann macht 2 Stunden Pause und lest euren Text erst um 18 Uhr, wenn sich euer Kopf ein bisschen erholten konnte.
P.S. Legt euch einen Planer zu! Egal ob auf dem Handy oder in Papierform. Es kann schon helfen, den Plan vor sich zu sehen, um sich zu motivieren. Vor allem wenn es während dem Semester vermutlich zu vielen einzelnen Abgaben kommt, wollt ihr sicher nicht die Deadline verpassen, falls diese Abgaben am Ende eure Note ausmachen, weil es doch zu keiner Klausur kommt.

© Anja Vetterle

2. Gezielte Pausen

Wenn man dann einmal in einem Arbeitsflow ist, ist es trotzdem super wichtig sich eine Pause zu gönnen. Auch wenn es nur der Gang in die Küche ist, um sich nochmal eine Tasse Kaffee zu holen oder man einfach kurz für 10 Minuten die Sonne auf dem Balkon genießt. Das Gehirn braucht Abwechslung und die Augen müssen sich auch mal von dem permanenten Fokussieren auf den Laptop oder das Buch erholen.
Ihr könnt euch zum Beispiel einen Timer stellen und für 30 Minuten durchgehend konzentriert arbeiten und dann für 10 Minuten eine Pause einlegen. So habt ihr auch gleich ein Belohnungssystem für euch selbst eingebaut!

3. Den inneren Schweinehund besiegen

Jaja…wir kennen es alle. Wenn man einfach keine Motivation hat, findet man so viele Aufgaben, die man einfach viel lieber machen würde, als zu lernen. Aber wenn wir mal ehrlich sind…man ist NIE motiviert mit dem Lernen anzufangen. Sobald man aber über seinen Schatten springt und einfach anfängt die Sachen zu machen, kommt die Motivation oder man wird einfach in diesen Arbeitsflow versetzt und schafft es dann auch tatsächlich sich zu motivieren. Also: übernehmt die Verantwortung für euer Lernen! Letztlich wird euer Zeitmanagement gefördert und ihr lernt, einfach loszulegen und Dinge selbst und eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen.

© Anja Vetterle

4. Arbeitsbereich vs. Ausruhbereich

Die Verlockung einen Text einfach im Bett zu lesen ist sehr hoch. Aber wenn wir mal ehrlich sind, hat das bisher bei keinem von uns wirklich effektiv funktioniert…Deshalb der Tipp: trennt euren Arbeitsbereich von eurem Freizeitbereich. Ihr müsst auch nicht immer denselben Arbeitsbereich haben. Bei wem es möglich ist, könnt ihr ja auch einfach mal in der Küche arbeiten und dann wieder zurück in eure Zimmer gehen. Abwechslung schadet sicherlich nicht!

5. Realitische Ziele und To-Do-Listen

Eine To-Do Liste mit 15 verschiedenen Punkten ist innerhalb von 2 Minuten geschrieben. Aber bis diese Liste abgearbeitet ist, dauert es EWIG.
Deshalb: Setzt euch realistische Tagesziele, die auch wirklich erreichbar sind. Eine Option ist es, all seine To-Dos‘ für beispielsweise eine Woche aufzuschreiben und dann gezielt auf jeden Tag einzuteilen. So wisst ihr erstens genau was zu tun ist und zweitens ist man dann nicht mit einer Flut an täglichen To-Dos‘, die man dann letztendlich doch nicht schafft, überfordert. Ihr seid in charge!
Und denkt einfach an das wunderbar erfüllende Gefühl ein Kästchen eurer To-Do Liste abzuhacken! 😊

© Anja Vetterle

6. Den Fokus behalten

Das kann schon mal schwierig werden. Vor allem wenn es doch so viele Dinge in unmittelbarer Nähe gibt, die man so viel lieber machen würde! Hierbei gibt es auch einige Tipps und Tricks, um zu vermeiden überhaupt in Versuchung geführt zu werden.
Tipp 1: Macht euer Bett direkt nach dem Aufstehen. Die Verlockung sich dann einfach wieder hinzulegen ist viel geringer und außerdem hat man direkt morgens das Gefühl etwas geleistet zu haben.
Tipp 2: Raus aus dem Schlafanzug! Jeder hat gemütliche Klamotten im Schrank, die man tragen kann, aber die einen nicht direkt wieder in den Schlafmodus versetzen. Sich fertig zu machen, signalisiert einem Selbst, dass jetzt der Tag los geht und man sich langsam in den Arbeitsmodus begeben sollte. Das kann schon wahre Wunder bewirken!
Tipp 3: Legt euch ein Morgenritual zu. Das kann absolut alles sein. Egal ob man als erstes ein Workout startet, oder sich gemütlich mit einer Tasse Kaffee und einem Buch in die Küche setzt und frühstückt. Was euch auch immer am Morgen Freude macht und euch wach werden lässt, macht das!
Tipp 4: Achtet darauf, dass ihr einen sauberen Arbeitsplatz habt und nicht zu viel um euch herum ist, was eine Ablenkung darstellen könnte. Wenn man wirklich will, findet man in ALLEM eine neue Unterhaltungsmöglichkeit. Das Risiko von vornherein zu minimieren ist also die Top Priorität. Außerdem schafft das Aufräumen auch Ordnung im eigenen Kopf und man fühlt sich immer gut danach.

7. Handy weg

Ablenkung Nummer eins ist unser Smartphone. Ob man es nun zugeben will oder nicht, es ist leider so. Aber auch hier kann man vorbeugen um nicht aus versehen wieder eine Stunde auf Instagram zu scrollen. Entweder ihr schaltet euer Handy in den Flugzeugmodus, damit euch Benachrichtigungen nicht erreichen können oder ihr platziert es außerhalb eures visuellen Umfeldes.
Wenn ihr euch selbst aber nicht soweit vertraut, könnt ihr verschiedene Apps für einen gewissen Zeitraum blockieren, sodass ihr gar nicht auf den sozialen Medien zugreifen könnt. (Hierfür gibt es zum Beispiel die App „Forest“) Manchmal kann es auch ganz gut sein, einen Social-Media-Detox durchzuführen und die Apps zu deinstallieren, die einen immer wieder auf Neue ablenken.

8. Genügend Schlaf

Auch wenn das Binge Watching der neuen Serie bis 3 Uhr morgens super verführerisch ist, ist ein ruinierter Schlafrhythmus nicht gerade hilfreich, wenn man eine Zoom-Konferenz um 8 Uhr morgens hat. (Glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung!). Auch wenn ihr eine Zeit lang mit täglichen 5 Stunden Schlaf auskommt, ist das nicht auf Dauer machbar. Vor allem ist es umso schwieriger sich dann über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Keine Sorge, die Serie läuft euch nicht davon und nach getaner Arbeit kann es ja direkt wieder weiter gehen!

© Anja Vetterle

9. Zusammen sind wir stark

Wer sich allein wirklich überhaupt nicht motiviert bekommt, kann für den nötigen Tritt in den Hintern bei Freunden eine hervorragende Anlaufstelle finden. Schon nach einem kurzen Gespräch über FaceTime, kann sich erstens die Laune und zweitens sogar die Arbeitswilligkeit verbessern.
Wenn ihr dieselben Kurse wie eure Freunde habt, um so besser. Verabredet euch doch einfach im Laufe der Woche, um euch die Themen via Skype oder Zoom gegenseitig zu erklären und gemeinsam zu lernen. Dann habt ihr auch direkt etwas worauf ihr euch freuen könnt und verbindet das Lernen mit einer guten Emotion.

10. Gönn dir!

In dieser ziemlich verwirrenden Zeit darf man sich auch einfach mal etwas gönnen. Es dauert nun mal seine Zeit bis man sich an die Online-Vorlesungen gewöhnt und selbst ein bisschen getane Arbeit, verdient eine Belohnung. Egal ob es ein kleiner Mittagsschlaf in der Sonne, ein warmes Bad, ein Tag voller Kreativität oder eine Flasche 8 Euro Wein ist. Sich selbst etwas zu gönnen, tut der Seele gut und kann Berge versetzten. Es ist nämlich auch wichtig, sich um seine mentale Gesundheit zu kümmern, vor allem in Zeiten der sozialen Distanzierung. Self-care, babyyy!

© Anja Vetterle