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	<title>Michaela Blaschek, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Feldforschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michaela Blaschek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jun 2022 12:22:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine unterhaltsame Kurzgeschichte für zwischendurch über drei sehr merkwürdige "Wissenschaftler" mit dubiosem Auftrag.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/06/feldforschung/">Feldforschung</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p>Es klopfte. YVP7 streckte sich, um gerade so durch den Türspion linsen zu können. Mit seinen spinnenartigen Fingern drückte er die Türklinke hinab. Z9FJ stürmte an ihm vorbei. Er schrie und zeterte und sprang im Wohnzimmer auf und ab. Er veranstalte ein solches Theater, dass YVP7 kurz zur Tür hinauslugte, um nachzusehen, ob das jemand mitgekriegt hatte. Der Parkplatz des Motels war aber zum Glück menschenleer. Z9FJ ließ indes schrill verlauten: „Hilf mir aus diesem Anzug raus!“</p><p>KQ5R saß kichernd auf einem Küchenstuhl und amüsierte sich über die unkontrollierten Bewegungen seines Kollegen. Er dachte nicht im Traum daran, ihm zur Hilfe zu eilen. Z9FJ fuchtelte mit seinen menschlichen Händen wild herum.</p><p>„Schaut nur, was sie mit mir gemacht haben. Dieses durchsichtige Krustentier hat sich in meine Finger verbissen.“</p><p>YVP7 näherte sich ihm vorsichtig und spähte aus sicherer Distanz auf die Menschenhände. In der Tat: die fünf Finger, die sich in normalem Zustand auf vielfältige Weise bewegen konnten, waren an den Spitzen scheinbar verschmolzen. Ein undefinierbares krustige Tier umschloss sie fest. Ein kalter Schauer überlief YVP7, doch er musste als Kommandant nun einmal Ruhe bewahren.</p><p>„Nun holen wir dich erst einmal aus diesem Ding raus.“ Er öffnete das versteckte Bedienungspult im Rücken und drückte zwei Knöpfe. Der Mensch fiel von Z9FJ ab und wabbelte als Häufchen Glibber mit Klamotten auf dem Boden herum. Z9FJ atmete erleichtert auf und betrachtet seine echten drei Finger, die von der Attacke unversehrt geblieben waren.</p>								</div>
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									<p>„Wie ist das überhaupt passiert?“, mischte sich KQ5R ein.</p><p>„Es hat mich angefallen, als ich diese Tube geöffnet habe.“ Angewidert wies er auf die Einkaufstasche, die er beim Hereinkommen auf den Boden hatte fallen lassen. Die drei Aliens näherten sich dem Jutebeutel mit äußerster Vorsicht. Das angriffslustige Wesen konnte noch immer dort lauern. Vorsichtig lugten sie in die Tasche hinein. Es bewegte sich nichts darin, also beschloss YVP7 als mutiger Anführer voranzuschreiten. Er packte eine Ecke des Beutels und leerte seinen Inhalt mit einem Ruck aus. Alle drei sprangen ein paar Schritte zurück und erwarteten entsetzt den Angriff der fremden Spezies. Doch auch von den verstreuten Utensilien auf dem Boden regte sich keines. KQ5R entdeckte die gelbe Tube als erstes und deutete aufgeregt darauf. Keiner traute sich, ein Wort zu sagen, um das gefährliche Wesen nicht aufzuschrecken. Wieder näherten sie sich vorsichtig. Aus der Spitze der Tube trat ein wenig der durchsichtigen Materie hervor. Allerdings war sie nun nicht hart und verkrustet, sondern weich und biegsam.</p><p>„Ich habe sie geöffnet, weil „Super“ draufstand“, wisperte Z9FJ „Wisst ihr noch? Diese Vokabel hatten wir doch im Unterricht und „super“ bedeutet etwas Positives und Tolles, oder nicht?“</p><p>„Ja, schon, aber was bedeutet das zweite Wort?“</p><p>Die Aliens beugten sich tiefer herunter. „Superglue“ stand in schwarzen Buchstaben auf der Tube.</p><p>„Kadett KQ5R, was bedeutet das Wort „Glue“?“</p><p>„Ähm, ich weiß es nicht, Kommandant. Das haben wir noch nicht durchgenommen.“</p><p>YVP7 war mit der Leistung seiner Kadetten höchst unzufrieden.</p><p>„Da es sich scheinbar um eine angriffslustige und gefährliche Spezies handelt, die nicht näher klassifiziert werden kann, ordne ich hiermit die Vernichtung an.“</p><p>KQ5R zog seine Pistole und schoss Laserstrahlen auf die zu vernichtende Erscheinung. Die Tube ging in Flammen auf und war binnen Sekunden nur noch ein winziges Häuflein Asche am Boden.</p><p>Auch der Menschenanzug von Z9FJ wurde aus Sicherheitsgründen eliminiert. Die drei Aliens entspannten sich dank der gebannten Gefahr.</p><p>„Was sollen wir denn später in unseren Bericht schreiben, Kommandant? Sollen wir den Vorfall schildern?“</p>								</div>
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									<p>YVP7 lief nachdenklich im Zimmer auf uns ab. „Es könnte ein schlechtes Licht auf uns werfen, dass wir eine neue, unbekannte Spezies vernichtet haben. Eventuell handelt es sich um eine sehr seltene Art. Nein, wir verschweigen den Vorfall besser und ersetzen den Menschenanzug Modell „Jeremy“ lieber, ohne dabei Aufsehen zu erregen.“</p><p>KQ5R nickte zustimmend, doch Z9FJ wiegte zweifelnd den Kopf.</p><p>„Aber was sollen wir anstatt des Vorfalls im Bericht schreiben?“</p><p>„Guter Einwand. KQ5R, welche neuartige Entdeckung hast du während der Feldforschung gemacht?“</p><p>KQ5R stürmte zu seiner Plastiktüte und zog ein seltsam geformtes Stück Stoff hervor. Es bestand aus einem unregelmäßigen Band, an dem zwei hohle Halbkugeln befestigt waren.</p><p>„Dies habe ich von einer Leine im Garten einer Frau mitgebracht, an der noch andere Kleidungsstücke hingen.“</p><p>„Sehr gute Arbeit, Kadetten. In eurem Bericht werdet ihr erläutern, wozu dieses sonderbare Kleidungsstück gut ist.“</p><p>YVP7 setzte eine zufriedene Miene auf und telepathierte an das Raumschiff, dass das Forscherteam seine Arbeit erledigt hatte und zurückgebeamt werden wollte.</p><p>KQ5R und Z9FJ sahen sich hektisch an.</p><p>„Aber Kommandant… wozu ist das Ding denn nun gut?“</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/06/feldforschung/">Feldforschung</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Maskenpflicht an der Uni &#8211; Ist das noch zeitgemäß?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michaela Blaschek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 May 2022 11:53:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An der Uni Augsburg muss Maske getragen werden. Doch es regt sich Widerstand. Wie zeitgemäß ist eine Maskenpflicht noch? </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/maskenpflicht-an-der-uni-ist-das-noch-zeitgemaess/">Maskenpflicht an der Uni &#8211; Ist das noch zeitgemäß?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Pandemiemüde &#8211; dieses Wort wurde gerne benutzt, um zu beschreiben, dass die Deutschen nach jahrelangen Einschränkungen wieder zum normalen Alltag zurückkehren wollen. Ein Alltag ohne Testpflicht, ohne den Impfnachweis vorlegen zu müssen und ohne Masken im Supermarkt. An den meisten bayerischen Universitäten gilt die Maskenpflicht jedoch weiterhin. An der Uni Augsburg bleibt die Kritik daran nicht aus.</span></p>								</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Studierende und Beschäftigte der Uni Augsburg haben einen offenen Brief an die Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel formuliert. Darin monieren sie die FFP2-Maskenpflicht in universitären Räumen als unverhältnismäßig. </span><span style="font-weight: 400;">Ins Feld führen sie sowohl gesundheitliche als auch rechtliche Bedenken. Die empfohlene Tragedauer von maximal 75 Minuten werde in vielen Vorlesungen um ein vielfaches überschritten. Auch die Pausen von der Maske von 30 Minuten könne beim schnellen Hörsaalwechsel kaum sichergestellt werden.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die Initatior:innen sagen auch, dass die Universität diese Richtlinie gar nicht treffen durfte. Zuständig sei der Bayerische Landtag. Stichwort: Hotspot-Regelung. </span><span style="font-weight: 400;">Schließlich spricht der Brief das Offenkundige an: In der Universität muss FFP2-Maske getragen werden. In den Geschäften des täglichen Bedarfs wie Supermärkten oder beim Feiern in der Bar und im Club kann jedoch jeder ohne Maske rein. Da stelle sich die Frage: Wie effektiv ist ein Maskengebot an der Universität? Wird dadurch nicht nur das Leben der Studierenden erschwert? Oder kann die Vorschrift potentielle Ansteckungen effektiv vermeiden?</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Nico Rakiecki studiert an der Universität Augsburg und ist Mitinitiator des offenen Briefs. Der Brief sei aus der Mitte der Studierenden und Beschäftigten der Universität formuliert worden, berichtet er. “Ich bezweifle aber, dass die Universität ihren Kurs ändern wird”, sagt Nico. “Ich glaube aber, dass es nicht schadet, wenn dem Präsidium bewusst ist, dass Leute mit der Maskenpflicht unzufrieden sind”. “Knapp über 200 Leute haben unterschrieben”, sagt Nico. Eine Reaktion der Universitätsleitung sei jedoch ausgeblieben. Eine Maskenpflicht lehne er im Allgemeinen ab, sagt er. “Wir diskutieren ja auch nicht, ob wir im Supermarkt eine FFP2- oder OP-Maskenpflicht einführen”, fügt Nico hinzu. Auch sei eine Pflicht zum Masketragen im Club mit einer Maskenpflicht in der Universität nicht vergleichbar. “Ich habe kein explizites Recht auf einen Clubbesuch. Aber das Recht auf freie Bildung und Wissenschaft ist besonders geschützt”, sagt er. Über die Situation von vulnerablen Gruppen habe er sich auch Gedanken gemacht. “Der Anteil von Risikogruppenangehörigen an der Universität ist vergleichbar oder sogar geringer”, sagt Nico. Der Anteil sei vermutlich nicht höher als in der Gesamtgesellschaft. </span></p>								</div>
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                            <div><iframe title="Offener Brief zur Maskenpflicht, Universität Augsburg" class="embedpress-embed-document-pdf embedpress-pdf-dea81b9" style="width: 600%!important;height: 600px;; max-width:100%; display: inline-block" src="https://presstige.org/wp-admin/admin-ajax.php?action=get_viewer&#038;file=https%3A%2F%2Fpresstige.org%2Fwp-content%2Fuploads%2F2022%2F05%2FOffener-Brief-zur-Maskenpflicht-Universitaet-Augsburg.pdf&#038;scrolling=0&#038;selection_tool=0&#038;spreads=-1#key=dGhlbWVNb2RlPWRlZmF1bHQmdG9vbGJhcj10cnVlJnBvc2l0aW9uPXRvcCZwcmVzZW50YXRpb249dHJ1ZSZsYXp5TG9hZD1mYWxzZSZkb3dubG9hZD10cnVlJmNvcHlfdGV4dD10cnVlJmFkZF90ZXh0PXRydWUmZHJhdz10cnVlJmFkZF9pbWFnZT10cnVlJnBkZl9yb3RhdGlvbj10cnVlJnBkZl9kZXRhaWxzPXRydWUmem9vbV9pbj10cnVlJnpvb21fb3V0PXRydWUmZml0X3ZpZXc9dHJ1ZSZib29rbWFyaz10cnVlJmZsaXBib29rX3Rvb2xiYXJfcG9zaXRpb249Ym90dG9tJnNlbGVjdGlvbl90b29sPTAmc2Nyb2xsaW5nPTAmc3ByZWFkcz0tMSZpc19wcm9fYWN0aXZlPTA=&#038;zoom=auto" class="embedpress-embed-document-pdf embedpress-pdf-dea81b9" data-emid="embedpress-pdf-dea81b9" frameborder="0"></iframe><p class="embedpress-el-powered">Powered By EmbedPress</p></div>                        </div> 

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					<h4 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Was die Universität zur Maskenpflicht sagt</h4>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Die Maskenpflicht ist klar geregelt: An festen Sitz- und Stehplätzen in Gebäuden kann bei Wahrung eines Mindestabstands von 1,5 Metern auf die Maske verzichtet werden. Ansonsten muss sie in allen Gebäuden getragen werden. Die Universität erklärt ihre Entscheidung in einem Statement gegenüber Presstige so: “Um Präsenzlehre, den sozialen Austausch und ein vielfältiges Campusleben zu ermöglichen, unterstützen wir weiterhin eine Kultur der gegenseitigen Rücksichtnahme, insbesondere zum Schutz der Gesundheit von Studierenden und Beschäftigten.” Die Maskenpflicht in bisheriger Form sei hierfür eine wichtige Komponente, unter anderem da an Universitäten &#8211; im Gegensatz zu Schulen &#8211; ein ständiger Wechsel der Räumlichkeiten und Lerngruppen bestände. Die Universität betont außerdem, dass der Besuch von Lehrveranstaltungen im Vergleich zu Bars und Clubs nicht optional sei. Deshalb seien sichere Bedingungen vor allem für vulnerable Studierende hier besonders wichtig. Die Universität begründet die Maskenpflicht auf den einheitlichen Basishygieneempfehlungen aller bayerischen Hochschulen. Im letzten Absatz des Statements heißt es: “Gleichzeitig überprüfen wir kontinuierlich, ob die aktuellen Maßnahmen noch angemessen sind.”</span></p>								</div>
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					<h4 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Fremdschutz vor Selbstbestimmung?</h4>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Die Inzidenzen sinken, immer mehr Menschen sind geimpft. Damit besteht für jede:n ein geringeres Risiko, an Corona ernsthaft zu erkranken. Deswegen hat die Bundesregierung auch das Infektionsschutzgesetz auslaufen lassen. Maske tragen ist jetzt freiwillig. Viele Menschen freuen sich, fühlten sie sich doch von der Pflicht eingeengt. Trotzdem gibt es auch Punkte, die für ein weiteres Tragen sprechen.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die Pandemie ist nicht vorbei. Die Gesundheitsminister:innen der Länder warnen jetzt schon vor einer drohenden Herbstwelle.</span><span style="font-weight: 400;"> Macht es da nicht Sinn, zumindest weiterhin medizinische Masken zu tragen? Wir müssen auch an vulnerable Gruppen in unserer Gesellschaft denken. Ältere und Menschen mit Vorerkrankung müssen einen besonders schweren Verlauf der Infektion fürchten. Dazu kommen Long-Covid-Symptome, die auch gesunde Menschen aufweisen: Schwindel, schnelle Anstrengung und Erschöpfung. Da wird teilweise das 30-minütige Telefonat zur Herausforderung. Diese Gruppen treffen wir überall an: in Läden, in Restaurants und an der Universität. Auf ältere Menschen kann man achten. Kranken Menschen sieht man ihre Erkrankung aber nicht immer an. Schon hier ist Masketragen aus einem Gefühl der Verantwortung und gegenseitiger Rücksichtnahme heraus sinnvoll. Eine medizinische Maske könnte hier ein guter Kompromiss sein, senkt sie das Ansteckungsrisiko doch um bis zu 90 Prozent.</span></p>								</div>
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					<h4 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Gerichtsurteile zur Maskenpflicht</h4>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">In Hochzeiten der Pandemie haben Bund und Länder in Absprache eine Maskenpflicht in öffentlichen Einrichtungen und Geschäften beschlossen. Ihre Zuständigkeit ergibt sich dabei aus der direkten demokratischen Legitimation, die die Deutschen in Wahlen ausüben. Wie sieht es aber an einer Universität aus? Die Präsidentin der Uni Augsburg wurde zwar auch gewählt, aber nicht von den Studierenden. Allerdings übt sie das Hausrecht an der Universität aus. Sie darf auf dieser Grundlage Gebote und Verbote erlassen. Auch eine Maskenpflicht sei davon grundsätzlich erfasst urteilt das Verwaltungsgericht Gießen im Mai 2022.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Eine zweite Hürde bleibt: Die Universität als staatliche Einrichtung darf die Grundrechte ihrer Angehörigen nicht ohne gute Gründe einschränken. Das Tragen von Masken schränkt die Allgemeine Handlungspflicht aus Art. 2 Absatz 1 Grundgesetz ein. Aber auch hier sagt das Verwaltungsgericht Marburg: alles okay. Die Maskenpflicht schütze Studierende und Mitarbeiter:innen der Universität und dürfe daher auch in Art. 2 Grundgesetz eingreifen.</span></p>								</div>
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					<h4 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Studentische Perspektive</h4>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Ethisch und rechtlich spricht einiges für das Tragen von Masken. Wie aber stehen die Augsburger Studierenden dazu? Eine kurze Umfrage auf dem Campus zeigt: Die Meinungen gehen auseinander. Manche Studierenden fühlen sich durch die Maske sicherer &#8211; schließlich verbringe man Vorlesungen auf engem Raum mit einer Vielzahl fremder Menschen. Andere empfinden die Maskenpflicht zwar als nerviges, aber notwendiges Übel. Ein Student sagt: “Es ist schwierig, dass es überall anders geregelt ist. Ich finde es aber wichtig, dass wir Maske tragen”. An der Hochschule Augsburg herrsche beispielsweise keine Maskenpflicht, sagt eine andere Studentin. Auch eine transparentere Begründung der Maßnahmen fänden einige Studierende wünschenswert. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Kritische Stimmen gibt es auch. Eine Jurastudentin erzählt: “Wenn ich die FFP2-Maske aufhabe, ist Jura mein kleinstes Problem. Bei uns im Vorlesungssaal ist sehr sehr warm”. Wenn schon Maskenpflicht, dann bitte mit einer medizinischen Maske, sagt sie. Mehrere Studierende argumentieren zudem, dass die Maskenpflicht in Bars, Cafés und Clubs weggefallen ist. Warum sie trotzdem an der Universität Maske tragen müssen, verstünden sie nicht.</span></p>								</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Die Diskussion über die Maskenpflicht bleibt kontrovers. Befürworter und Gegner haben schlagkräftige Argumente. Niemand möchte vulnerable Menschen in Gefahr bringen, doch die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht speziell an Universitäten bleibt bestehen. Ob es außerdem zwingend FFP2-Masken sein müssen oder ob bei den gegenwärtigen Inzidenzen medizinische Masken nicht ausreichend wären, ist ebenfalls strittig.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Wenn allerdings eine Maskenpflicht für Studierende und Angestellte der Universität gilt, müssen sich alle daran halten. Dazu gehören auch Dozierende und die Universitätsleitung. Da wundert es schon, wenn die Präsidentin der Universität zusammen mit Gästen im Foyer der Juristischen Fakultät ohne Maske ins Gespräch vertieft ist. Eine Vorbildwirkung für Studierende, die den ganzen Tag mit Maske im Hörsaal sitzen, bleibt da aus. Es stimmt wohl, was gesagt wird: Die Menschen werden pandemiemüde. Das bleibt auch bei Dozierenden nicht aus.</span></p>								</div>
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									<p><strong><span style="font-size: 18pt;">Quellen</span></strong></p>
<p>https://www.tagesschau.de/inland/corona-herbst-vorbereitungen-101.html</p><p><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/OP-und-FFP2-Masken-Was-ist-der-Unterschied,schutzmasken150.html</span></p>
<p>https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vg-giessen-3l99822gi-maskenpflicht-uni-marburg-hausrecht-rechtsgrundlage-corona-rechtmaessig/</p>
<p>https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vg-giessen-3l99822gi-maskenpflicht-uni-marburg-hausrecht-rechtsgrundlage-corona-rechtmaessig/</p>								</div>
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				</div>
		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/maskenpflicht-an-der-uni-ist-das-noch-zeitgemaess/">Maskenpflicht an der Uni &#8211; Ist das noch zeitgemäß?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Die Leiden des jungen Blobfischs</title>
		<link>https://presstige.org/2022/01/die-leiden-des-jungen-blobfischs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michaela Blaschek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Jan 2022 09:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine unterhaltsame Kurzgeschichte für zwischendurch. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/01/die-leiden-des-jungen-blobfischs/">Die Leiden des jungen Blobfischs</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="22613" class="elementor elementor-22613">
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									<p>Sie erkannte an den fest zusammengepressten Lippen, dass Ärger im Anmarsch war. Ärger hatte zwei Sekunden zuvor die Tür ruckartig aufgestoßen. Sie stand nackt vor ihm und rubbelte sich mit einem Handtuch die Haare trocken. Das Überraschungsmoment war auf ihrer Seite. Er verharrte kurz, und für den Bruchteil einer Sekunde nahm sein Gesicht einen liebevollen und sehnsüchtigen Ausdruck an. Sie liebte es, wenn er sie so ansah. Dadurch fühlte sie sich jedes Mal wie Aphrodite persönlich. Die zusammengepressten Lippen kehrten schneller als ihr lieb war, zurück.</p><p>„Hast du die Balkontür aufgelassen?“</p><p>Eine eindeutige Drohung schwang in dieser lapidaren Frage mit.</p><p>„Kann schon sein, keine Ahnung.“ Sie zuckte die Schultern und schlüpfte in ihren Bademantel. Ein ungläubiges Schnauben entwich ihm und er starrte sie hasserfüllt an. Packte der‘s noch?</p><p>„Was ist bitte dein Problem? Du kommst hier rein und schnauzt mich grundlos an. Bis eben hatte ich gute Laune. Schönen Dank auch.“</p><p>Seine Augen formten sich zu Schlitzen. „Eine einfache Frage, Nathalie. Hast du die Balkontür offengelassen oder zugemacht, bevor du duschen gegangen bist?“</p><p>Sie sah es gar nicht ein, ins Kreuzverhör genommen zu werden. „Hallo? Es ist eine fucking Tür. Draußen hat es 40 Grad im Schatten und hier drinnen kochen die Zimmerpflanzen sich selbst ein. Es macht keinen Unterschied, ob die blöde Tür offen oder zu ist!“</p><p>„Dein verdammter Kater hat meinen Ferdinand ermordet!“ Er brüllte sie beinahe an. Für einen kurzen Augenblick war sie sprachlos. Emil stürmte ohne ein weiteres Wort aus dem Badezimmer. Sie rannte ihm hinterher. „Hey, jetzt warte mal. Das kann doch gar nicht sein.“</p><p>In einer dramatischen Bewegung wirbelte er herum. „Ach ja? Und was ist dann das da?“ Er zeigte auf ein Stück Küchenpapier auf dem Esstisch. Sie trat näher und inspizierte den bewegungslosen Fisch, der darauf lag. Der Bauch war aufgeschlitzt, das Ding regte sich nicht mehr. Die Beinchen standen reglos vom Körper weg. Obwohl sie diese glitschigen Viecher verabscheute, überrollte sie eine Welle aus Mitleid. Sie sah zu dem Aquarium an der Wand. Dort paddelten die anderen drei Haustiere ihres Freundes vor sich hin; ahnungslos, dass sie ihren Kumpanen nie wieder sehen würden.</p><p>Sie wollte Emil trösten, doch der durchbohrte sie mit eiskalten Blicken. „<em>Du</em> bist daran schuld. Du und dein vermaledeiter Flohzirkus.“</p><p>Seine haltlosen Anschuldigungen ließen Wut in ihr hochkochen.</p><p>„Er ist nicht mein Kater und das weißt du ganz genau. Außerdem ist hier noch gar nichts bewiesen. Und überhaupt hast du noch drei andere Blobfische, also warum regst du dich eigentlich so auf?“</p><p>„Das sind keine Blobfische! Das sind Axolotls!“</p>								</div>
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									<p>Nun schrien sie sich wirklich an. Die Nachbarn würden jedes Detail ihres Streits mitbekommen. Nicht, dass es die beiden gekümmert hätte.</p><p>„Meine Güte, es sind einfach nur Fische. Hör auf, sie wie Familienmitglieder zu behandeln.“</p><p>„Axolotls sind aquatil lebende Amphibien! Und das sagt gerade die Frau, die die Drecksviecher vom Nachbarn anfüttert, um mit ihnen Geisterbeschwörungen zu veranstalten.“</p><p>Nathalie stürmte wutentbrannt zur Balkontür und rüttelte wie eine Wahnsinnige an der Klinke. Sie war fest verschlossen, auch wenn das wahrscheinlich daran lag, dass Emil sie nach dem Vorfinden des Massakers geschlossen hatte.</p><p>„Guck. Ich hab die blöde Tür nicht aufgelassen, verdammt! Und Milo kommt um diese Uhrzeit gar nie auf unseren Balkon!“</p><p>„Die Tür war offen, als ich Ferdinand gefunden habe!“</p><p>„Das ist kein Beweis, dass Milo es getan hat!“</p><p>„Dieses Vieh hat meinen Axolotl auf dem Gewissen!“</p><p>Ohne ein weiteres Wort riss sie die Balkontür auf und schmiss sie hinter sich wieder ins Schloss. Das Glas trennte sie nun, doch die unausgesprochenen Vorwürfe und Wutschreie sickerten ungefiltert hindurch. Einen Augenblick lang starrten sie sich mit funkelnden Augen an. Sie konnte nicht fassen, wie kindisch er sich benahm. Er konnte nicht fassen, wie sie dreist jegliche Schuld abstritt. Nathalie drehte sich auf dem Absatz um und begann nach Milo zu rufen. Ein schmales Holzbrett führte vom Balkongeländer steil nach unten auf die Wiese. Sie hatte es dort befestigt, damit Milo zu ihnen hinaufgelangte. Ein kurzer Gewissensbiss packte sie. Nein. Sie würde jetzt nicht nachgeben und um Verzeihung heischend auf dem Boden herumkriechen. Diese Genugtuung würde sie ihm nicht geben. Es war bloß ein blöder Fisch. Bekam man für 5€ das Stück in der Tierhandlung. Emil hatte kein Recht, sie so anzufahren.</p><p>Milo erschien nicht. Dafür ein wutschnaubender Emil im Türrahmen.</p><p>„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“ Seine Stimme war kaum mehr ein Knurren. Wütend schoss sie zurück: „Du hast ihm bestimmt etwas angetan, gib’s zu! Du widerlicher Katzenhasser. Milo ist für dich immer an allem schuld.“</p><p>Sie steigerte sich so sehr hinein, dass sie eine riesige Emotionswelle überrollte. Eine irrationale Angst befiel sie und sie verspürte den Drang, irgendetwas nach Emil zu werfen. Irgendetwas schweres und kantiges.</p>								</div>
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									<p>„Willst du mich verarschen? Der hockt jetzt irgendwo im Schatten und leckt sich genüsslich die Pfoten. Aber klar, ich bin hier der Böse! Dir ist es doch scheißegal, dass ich das Vieh noch nie ausstehen konnte. Dir ist immer alles scheißegal, wenn es um mich geht. Wieso solltest du auch Kompromisse machen? Ich bin ja nur dein Freund.“</p><p>Er redete sich so in Rage, dass kleine Tröpfchen Spucke aus seinem Mund sprühten.</p><p>„Ah super, jetzt packen wir also die Strohmann-Argumente aus. Weißt du was? Du bist ein Riesen Arschloch. Ich wollte deine blöden Blobfische auch nicht in unserer <em>gemeinsamen</em> Wohnung haben. Aber wurde ich gefragt? Natürlich nicht. Sorry, dass ich mir mein eigenes Haustier gesucht habe!“</p><p>„Es ist nicht mal dein Haustier! Er gehört unseren Nachbarn und ist dort bestens versorgt. Kein Wunder, dass du das noch nicht mitgekriegt hast. Du lebst ja in deiner eigenen, egozentrierten Welt!“</p><p>Das war so unerhört, dass sie nur atemlos schnauben konnte. Doch gleich darauf fand sie ihre Stimme wieder: „Das sagt gerade Mr. &#8216;Meine-Persönlichkeit-besteht-aus-BWL-und-Axolotls&#8217;! Wie kann man nur so unfassbar langweilig sein?!“</p><p>Hätten seine Blicke töten können, läge sie jetzt neben dem aufgeschlitzten Axolotl auf dem Küchentisch. Wortlos drehte er sich um und verschwand im Schlafzimmer. Sollte der doch angepisst sein. Dämlicher Spießer. Fucking Langweiler! Sie trat heftig gegen den Holzstuhl. Er knarzte leidend. Super! Noch so ein Weichei.</p><p>Frustriert ließ sie sich darauf fallen. Stur wie ein Esel nur wegen eines blöden Fischs. Sie verschränkte die Arme und starrte bitterböse vor sich hin. Ganze zehn Minuten gelang ihr das prima. Sie musste sich lediglich Emils Anschuldigungen wieder und wieder ins Gedächtnis rufen. Das Ding mit der Wut war, dass sie wortwörtlich verrauchte, wenn man ihr ein Ventil gab. Und das hatte sie zur Genüge bekommen. Es passte Nathalie nicht in den Kram. Am liebsten hätte sie diesen hasserfüllten Zustand für immer aufrechterhalten. Was fiel diesem Vollidioten ein, sie so anzugehen? Dazu hatte er kein Recht. Egal, wie verletzt er eventuell, vielleicht, wahrscheinlich gewesen war.</p><p>Das kurzangebundene „Miau“ zu ihrer Linken holte sie aus ihrer Starre. Milo strich schnurrend um ihre Knöchel. Sie hob den Kater auf den Schoß und inspizierte ihn eingehend. Keine Blutspuren an den Tatzen. Auch das Maul sah sauber aus. Wenn sie hier den Täter vor sich hatte, so hatte dieser seine Spuren gut verwischt. Oder weggeschleckt, um genau zu sein. Der Täter. Milo sah nicht aus wie ein Täter. Er war kuschelig und weich und schnurrte wohlig. Die anderen drei Axolotls schwammen friedlich in ihrem Aquarium dahin. Ferdinand konnte sie von hier nicht sehen. Nur das weiße Küchenpapier lag dort wie ein Leichentuch.</p>								</div>
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									<p>Realistisch betrachtet hatte Milo Ferdinand wahrscheinlich getötet. Katzen und Aquarien – diese Leidensgeschichte würde nie enden. Sie setzte den Kater zu Boden und ging zu Ferdinand. Er lag dort in derselben Position wie vor zwanzig Minuten. Die viel geehrte Totenruhe hatten sie beide erfolgreich zerstört.</p><p>Nathalie legte Ferdinand, den Axolotl, mitsamt Küchenpapier in eine alte Zigarrenschachtel; ein Erbstück ihres Großvaters. Sie zog sich etwas über, suchte sich eine kleine Schaufel und ging hinunter in den Vorgarten. Neben einer hübschen blauen Blume grub sie ein Loch. Sie grub tief. Niemand sollte Ferdinands ewig Ruhe von nun an stören. Die Erde fiel scheppernd auf die kleine Holzkiste. Nathalie wischte sich salzige Tropfen aus der Stirn. Bei diesen Temperaturen sorgte selbst die kleinste Anstrengung für Schweißausbrüche.</p><p>Auf den angehäuften kleinen Erdhügel legte sie aus Steinen ein Kreuz. Dann richtete sie ein paar Worte an Gott. Sie redete nicht oft mit ihm und kam sich komisch dabei vor. Ein Paar Arme zog sie an einen warmen Oberkörper. Emil legte sein Kinn auf ihre Schulter. Schweigend betrachteten sie das Grab. Niemand sagte etwas, niemand entschuldigte sich. Sie waren schließlich auf der Beerdigung von Ferdinand, dem Axolotl, und deshalb ging es nur um ihn.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/01/die-leiden-des-jungen-blobfischs/">Die Leiden des jungen Blobfischs</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Findest du mich attraktiv?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michaela Blaschek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Dec 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das aktuelle Schönheitsideal begegnet uns überall - und setzt viele unter den Druck, nicht zu genügen. Dabei ist Schönheit doch etwas individuelles. Presstige hat Augsburger Studis nach ihren persönlichen Vorstellungen von Schönheit gefragt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/12/findest-du-mich-attraktiv/">Findest du mich attraktiv?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="22334" class="elementor elementor-22334">
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									<p>Sind meine Oberschenkel zu dick? Sind meine Oberarme zu dünn? Ist mein Gesicht zu rund? Ist mein Po zu flach? Sind meine Schultern zu schmal? Ist meine Hüfte zu breit? Sind meine Schamlippen zu groß? Ist mein Penis zu klein?</p>								</div>
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									<p>Zu viel, zu wenig, zu lang, zu kurz, mir zu dumm. Wer legt das „zu“ fest? Wer sagt, wann etwas gut genug ist? Kann ein Mensch, der in allen körperlichen Kategorien bewertet wird, überhaupt gut genug sein? Wer bestimmt die Norm? Klar, es gibt die selbsterklärte Style-Polizei und die Tante, die es doch nur gut meint, wenn sie dir mitteilt: „Du hast schon ein bisschen zugenommen, oder?“. Aber darüber hinaus bestimmt die ganze Gesellschaft, was Schönheit bedeutet. Und die ganze Gesellschaft ist es auch, die sich unter Druck setzt, um dem Schönheitsideal näher zu kommen. Paradox.</p>								</div>
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									<p>Wir verbringen so viele Sommerstunden wie möglich in der prallen Sonne, um die perfekte Bräune zu erlangen. In Indien werden Hautcremes mit Bleichmittel verkauft, um die Haut aufzuhellen. Im Barock sollten die Damen füllig sein, in den 2000ern so schlank wie irgendwie möglich, und heutzutage herrschen die Kardashians mit Sanduhr-Figur. In Europa malt man sich Sommersprossen auf, in China sind sie verpönt. Wie soll man sich in diesem Dschungel aus Widersprüchen und Urteilen zurechtfinden, geschweige denn wohlfühlen?</p>								</div>
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									<p>Schönheitsideale gab es schon immer – in jeder Zeit, Kultur und Gesellschaftsform. Sie sind genauso vielfältig wie strikt. Der Mensch verspürt den Drang, sich seiner sozialen Gruppe anzupassen. Früher hing sein Überleben von der Akzeptanz und Zugehörigkeit zu einer Gruppe ab. Das erklärt den Druck, den Social Media auf viele ausübt. Unsere soziale Gruppe besteht nicht mehr aus Familie und Stammesmitgliedern. Wir können uns heute mit der ganzen Welt vergleichen! Hollywoodstars, Models und Fitnessgötter. Die sind scheinbar immer perfekt und wunderschön. Jeder weiß, dass das nicht der Fall ist. Trotzdem bleibt ein negativer Nachgeschmack, wenn man Instagram wieder schließt.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Das sagen die Augsburger Studis</h2>				</div>
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									<p>Auf kultureller Ebene gibt es verschiedenen Ideale. Aber natürlich spielt auch die subjektive Sicht jedes Individuums eine große Rolle – wenn nicht sogar die größte. Unser eigenes Bild von Schönheit hat viel mit den Erfahrungen zu tun, die wir im Kindes- und Jugendalter machen. Auf diese Weise bilden sich individuelle Vorlieben heraus, die dem aktuellen Schönheitsideal auch mal widersprechen.</p>								</div>
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									<p>Presstige hat auf dem Campus herumgefragt. Was findet ihr attraktiv an euren Mitmenschen? Was für Vorlieben habt ihr, die nicht zum aktuellen Schönheitsideal passen? Dabei herausgekommen sind die unterschiedlichsten Sichtweisen auf Schönheit. Natürlich sind das nur Einzelmeinungen und kein Stimmungsbild der Augsburger Studis. Doch sie geben einen Eindruck in wie vielen verschiedenen Ausprägungen Schönheit zu finden ist.</p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content"> „Ich mag markante Gesichtszüge, vor allem bei Frauen.“ </div>
			
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														<div class="elementor-testimonial-name">Tabea, 19</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Irgendwie finde ich große Nasen sowohl bei Frauen als auch Männern schon immer attraktiv. Ich glaube, das liegt daran, dass mein erster Schwarm in der Grundschule eine sehr große Nase hatte. Das hat sich irgendwie verankert.“ </div>
			
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														<div class="elementor-testimonial-name">Melanie, 21</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Ich steh auf große Frauen. Meine Freundin ist größer als ich und manchmal bekommen wir dafür komische Kommentare, aber das ist mir ziemlich egal.“ </div>
			
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														<div class="elementor-testimonial-name">Leon, 22</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Ein lachender Mensch zieht mich automatisch mehr an. Das finde ich sehr wichtig. Es ändert gleich die ganze Ausstrahlung.“ </div>
			
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Meine Freunde haben früher oft gesagt, dass ich mich immer in die Mädels verknalle, die schüchtern und introvertiert sind. Ich bin aber selber auch eher schüchtern, deshalb ist es schwer, so jemanden kennenzulernen.“ </div>
			
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										<div class="elementor-testimonial-details">
														<div class="elementor-testimonial-name">Matze, 22</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Nur von der Optik finde ich Leute selten gleich attraktiv. Das kommt bei mir erst, wenn ich sehe, wie sie mit anderen umgehen. Also den Respekt, den sie zeigen.“ </div>
			
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										<div class="elementor-testimonial-details">
														<div class="elementor-testimonial-name">Nina, 19</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Ich bin da eher auf Seite des klassischen Schönheitsideals, glaube ich. Aber mich stören Muttermale und Leberflecken so gar nicht bei Menschen. Das macht Gesichter individuell.“ </div>
			
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										<div class="elementor-testimonial-details">
														<div class="elementor-testimonial-name">Tobias, 20</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Ich persönlich finde weibliche Achseln sehr ästhetisch. Ich kann nicht genau erklären, warum, aber es ist so.“</div>
			
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							<div class="elementor-testimonial-content">„Locken! Je wilder und voluminöser desto besser. Das strahlt für mich Freiheit aus. Und an alle Typen: Muckis sind überbewertet!“ </div>
			
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														<div class="elementor-testimonial-name">Vanessa, 24</div>
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									<p><em>(Die Namen der Befragten wurden auf Wunsch geändert)</em></p>								</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>So individuelle Antworten bekommt man, wenn man ein paar Stunden auf dem Campus herumlungert. Von einem eindimensionalen Schönheitsideal wie wir es auf Social Media sehen, kann nicht die Rede sein. Würde man diese Umfrage auf ganz Augsburg ausweiten, hätte man wahrscheinlich beinahe jedes körperliche Merkmal abgedeckt. Auch wenn uns häufig etwas anderes suggeriert wird – Schönheit lässt sich nicht in bestimmte Schubladen quetschen. Und wir müssen es ebenso wenig. Die Ideale scheinen oft unerreichbar. Häufig ist plastische Chirurgie notwendig, um mithalten zu können. Aber warum sollte man überhaupt versuchen, mitzuhalten? Jedes Jahr gibt es neue Trends, denen sich der Körper unterwerfen soll, und was letztes Jahr sexy war, ist dieses Jahr verpönt. Das hat den negativen Beigeschmack von Fast Fashion.</p>								</div>
				</div>
					</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Letzen Endes liegt die Entscheidung, welchen Idealen wir folgen wollen, in unserer Hand. Social Media bietet die Möglichkeit der selektiven Mediennutzung. Gleichaussehende Gesichter und Körper gibt es zwar zuhauf. Doch man findet genügend Creator, die sich den Normen nicht beugen wollen. Viele legen ihren Fokus auf Selbstliebe, Body-Neutrality oder ähnliche Themen. Andere sind einfach sie selbst und zeigen auf ungezwungene Weise, wie leicht das sein kann. Wir entscheiden, wem wir unsere Aufmerksamkeit schenken. Jeder einzelne Mensch verschiebt den Fokus der Gesellschaft ein klein wenig. Statt zu großen Namen aufzuschauen, sollten wir uns selbst fragen, wie wir Schönheit  für uns definieren wollen.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/12/findest-du-mich-attraktiv/">Findest du mich attraktiv?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Hang Loose</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michaela Blaschek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein schneeweißer nackter Arsch sorgt für Aufsehen... Eine Kurzgeschichte, die die Leichtigkeit des Sommers für einen Moment zurückholt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/10/hang-loose/">Hang Loose</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="21516" class="elementor elementor-21516">
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									<p style="text-align: justify;">Ein schneeweißer nackter Arsch. Er leuchtete so hell wie der Vollmond, der von einsamen Wölfen auf Klippenvorsprüngen angeheult wird. Nun war es aber nicht dunkel, sondern helllichter Tag und die Sonne schien durch das offene Fenster auf den Arsch. Er reflektierte das Licht, als wolle er sagen: „Pfff, was du kannst, das kann ich schon lange!“ Vielleicht könnte man sich sogar bräunen lassen, wenn man sich nur dicht genug vor diesen Arsch stellte, so hell war er. Schneewittchen wäre grün vor Neid geworden, hätte sie ihn gesehen. Der einzige Grund, warum man diesen Anblick überhaupt ohne Sonnenbrille ertrug, waren die dunklen Haare, die ihn gleichmäßig bedeckten. Auf einer Skala von 1 bis 10 für die Haarigkeit von Männerärschen, würde ich diesem Exemplar eine solide 6,5 geben. Wobei eins einem Baby-Po und 10 einem Gorilla-Hinterteil entsprach. Der Arsch, der auf der anderen Straßenseite ein Stockwerk tiefer durch das geöffnete Fenster leuchtete, siedelte ich in etwa bei „Wikinger in der Pubertät“ an.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Das Gesicht des Arschbesitzers lag 60 Zentimeter weiter vorn zerknautscht auf der Matratze. Der Mund war halb geöffnet und die Nasenspitze umgeknickt. Die unvorteilhafte Position des Schlafenden und das lädierte Antlitz ließen auf eine durchzechte Nacht schließen. Ich nahm die Sonnenmilch vom Fensterbrett und begann mich damit einzucremen. Unterhaltung dieser Art bekam man selten, wenn man sich für einen entspannten Nachmittag am Pool fertig machte. Sämtliche Bewohner des Appartement-Komplexes mit Fenster zur Straße kamen heute in diesen Genuss. Es war nicht so, dass das Zimmer des Arschbesitzers keine Jalousien besaß, er hatte es nur nicht für nötig gehalten sie herunterzulassen. Jalousien oder Vorhänge gehörten zur Standardausrüstung von Ferienwohnungen. Die wenigsten Menschen hatten das Bedürfnis beim Nacktschlafen auf einem Serviertablett zu liegen.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Der Arschbesitzer drehte sich umständlich auf den Rücken. Die komatöse Phase des Alkoholschlafs schien damit beendet zu sein. Das Bettlaken hing irgendwo zwischen Hüfte und Knien und bedeckte sein Gehänge zur Hälfte. Der rechte Hoden schaute darunter hervor und ich sah, dass der junge Mann auch vorneherum eine „Let the hair grow“-Politik verfocht. Ich schätzte ihn auf Mitte Zwanzig. Er war weder muskulös noch schlank noch dick. Sein Oberkörper war in eine dünne Schicht Wohlfühlspeck gehüllt. Das verwischte die harten Konturen der Muskeln. Sein Bauch wirkte, als könne man darauf ein gemütliches Nickerchen abhalten. Schultern, Brust und Bauch waren leicht gebräunt. Auf Höhe der Hüftknochen begann der weiße Streifen, der kurz vor den Knien endete. In diesem Bereich fiel auch der strahlende Arsch, der nun in die Matratze gedrückt wurde. Komplett nackt, gaukelte der junge Mann seinen Zuschauern vor, er trüge eine weiße Badehose, auf die ein haariges Gemächt aufgedruckt war. So unwahrscheinlich war die Vorstellung gar nicht. Gestern hatte ich eben dieses geschmackvolle Modell auf einem italienischen Markt gesehen: drei patriotische Längsstreifen in Grün, Weiß und Rot und auf Höhe des primären männlichen Geschlechtsmerkmals die Abbildung eines stylischen Mikropenis&#8217; einer antiken Statue. Mit zwölf und als fleißige Schülerin im Lateinunterricht hatte ich gedacht, dass dies die Standardgröße für Penisse sei. Tatsächlich aber war es in der Antike lange Zeit der letzte Schrei gewesen, einen kleinen Schwanz zu haben. Big-Dick-Shaming bei den alten Römern. Wie Statussymbole sich ändern können… tja, andere Zeiten, andere Sitten. Die hatten damals halt noch keine Pornos, die unrealistische Standards vormachten. Heutzutage fragte sich jeder Pubertierende, ob sein Glied den Geodreieck-Test bestand. Insgesamt könnte sich die ganze Menschheit mal entspannen, was Sex anging. Aber das war nur meine ungebildete Meinung.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Der Mann auf der anderen Seite der Straße regte sich. Er schien zögerlich aus dem Schlaf zu erwachen. Fest kniff er die Augen zusammen und rieb sich mit den Knöcheln der Zeigefinger die Lider. Sein Gehirn war noch damit beschäftigt, den derzeitigen Zustand zu evaluieren und ob es sich rentierte, die Schlafstätte zu verlassen. Es kam wohl zu dem Schluss, dass der Nutzen in diesem Fall nicht die Kosten rechtfertigte, denn der Arschbesitzer drehte sich wieder herum und bot unserer Appartementzeile auf der gegenüberliegenden Straßenseite erneut den Blick auf sein leuchtend weißes Hinterteil. Ich hörte nervöses Tuscheln in nicht allzu weiter Entfernung. Auf der Suche nach dessen Ursprung öffnete ich das Fenster und lehnte mich über die Brüstung. Auf dem Balkon der Wohnung nebenan stand ein Pärchen, ungefähr Anfang dreißig, und echauffierte sich über derartiges Betragen – Selbstverständlich nur im Flüsterton, man wollte schließlich keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Mann bemerkte mich und wies mit tadelndem Finger auf den schambefreiten Jüngling. Ich ahmte seinen Gesichtsausdruck und seine Geste nach, was ihn sichtlich zufrieden stellte. Plötzlich ertönte eine piepsige Kinderstimme und ein blonder Lockenkopf erschien am Geländer; gerade groß genug, um über den Rand gucken zu können. Ich konnte gar nicht so schnell schauen, wie die Frau das kleine Mädchen gepackt und zurück in die Wohnung getragen hatte. Der Mann eilte hinterher. Ich lehnte mich noch ein Stück weiter vor und sah, dass die Eltern eilig die Jalousien herunterließen. Also dafür waren die eigentlich gedacht! Das Mädchen quiekte aufgeregt. Anscheinend hatte sie bereits mehr gesehen, als ihre Eltern für angebracht hielten. Ich freute mich für sie. Das war allemal besserer Sexualkundeunterricht als die Playboy-Heftchen ihres Vaters, die sie früher oder später finden und verinnerlichen würde. Der schlafende nackte Mann auf der anderen Straßenseite hatte etwas frivol Friedvolles. Unschuldig und gleichzeitig verwegen. Ich schaute ihn gerne an.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Er warf sich noch einmal halb herum und blieb liegen, bis sein Hirn sich endlich dazu aufraffte, Nervensignale an die Muskeln zu schicken. Vielleicht war es aber auch nicht das Gehirn, sondern der sehr körperliche Drang zu Strullern. Dagegen kam selbst der schlaueste Denkapparat nicht an. Was auch immer den Arschbesitzer dazu bewog, nun setzte er sich im Bett auf, streckte sich ausgiebig und lehnte dann die Ellenbogen auf das Fensterbrett, um auf die Straße hinunterzuschauen. Verschlafen aber mit zufriedenem Gesichtsausdruck betrachtete er das eher mäßige Treiben. Das war nun endgültig der Zeitpunkt, an dem all seine Zuschauer schnell vom Fenster zurücktraten. Ich konnte sie nicht sehen, aber ich spürte förmlich, wie sie den Blick abwanden. Spannern war die eine Sache – dabei erwischt zu werden, eine nie wiedergutzumachende Schande. Der junge Mann ließ den Blick über unsere Häuserreihe schweifen und ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Als er an meinem Fenster hängen blieb und mich dahinter stehen sah, zog er überrascht die Augenbrauen hoch. Dann lächelte er breit und winkte mir zu. Ich winkte zurück. Er deutete mit dem Finger Richtung Sonne und streckte beide Daumen in die Luft. Dann wandte er sich ab, stieg, nackt wie er noch immer war, aus dem Bett und verschwand aus meinem Blickfeld. Meine Vermutung mit dem Strullern schien sich zu bewahrheiten. Ich trat vom Fenster weg und stellte die Sonnenmilch zurück in den Badezimmerschrank. Es war früher Nachmittag und somit die perfekte Zeit für ein ausgiebiges Sonnenbad.</p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;">Zehn Minuten später lag ich auf einer Poolliege. Viele waren nicht mehr frei gewesen. Die Ferienwohnungsanlage beherbergte vor allem Deutsche, die mit ihren seltsamen Handtuch-Reservierungsregeln allen anderen Nationalitäten auf die Nerven gingen. So befand ich mich jetzt relativ nahe am Eingang des Poolbereichs, der einen regen Austausch von beflipflopten Füßen aufwies. Ich betrachtete die Touristen, die sich, mit dicken Badetaschen bepackt, aneinander vorbeischlängelten. Der ewige Trott hatte etwas beruhigendes und ich begann langsam wegzudösen. Der Müdigkeitsschleier lichtete sich schnell, als ich am Drehkreuz das Gesicht des Arschbesitzers erkannte. Seinen Arsch besaß er zwar immer noch, doch der war nun züchtig in eine Badehose gehüllt: patriotische Längsstreifen und darauf der Stolz der Antike. Ich musste grinsen. Um die Schultern trug er ein blau-weiß kariertes Handtuch, dessen Herkunft nicht schwer zu erraten war. Es machte den Kontrast perfekt. Er kam auf mich zu, hatte mich aber noch nicht gesehen. Ich bezweifelte, dass er mich wiedererkennen würde, denn ich trug eine Sonnenbrille und mein Gesicht lag im Schatten. Als er auf meiner Höhe war, sprach ich ihn an.</p><p>„Schönes Wetter heute, oder?“</p><p>Er blieb abrupt stehen und als er mich nach einigen Sekunden erkannt hatte, schmunzelte er.</p><p>„Perfektes Wetter heute.“</p><p>Ich schob mir die Sonnenbrille in die Haare und setzte mich auf.</p><p>„Hast du Lust, mit mir später etwas trinken zu gehen?“</p><p>„Klar, gern. Passt 19 Uhr für dich? Ich hol dich ab. Weiß ja jetzt, wo du wohnst.“</p><p>Mit einem Grinsen setzte er seinen Weg fort und ich lehnte mich wieder zurück, um das perfekte Wetter zu genießen.</p>								</div>
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									<p style="text-align: left;"><b>Dieser Text entstand im Rahmen von PULS Storytime 2021 zum Thema „Lust&#8221;. Seit 2006 geht PULS, das junge Content-Netzwerk des Bayerischen Rundfunks, mit jungen Storyteller:innen und Literaturtalenten auf Tour quer durch Bayern. Infos zu PULS Storytime gibt es auf <a href="http://deinpuls.de/storytime" target="_blank" rel="noopener" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=http://deinpuls.de/storytime&amp;source=gmail&amp;ust=1634045626590000&amp;usg=AFQjCNGtMoBT8MRCom5AHe0ljnFflmahzw">deinpuls.de/storytime</a></b></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/10/hang-loose/">Hang Loose</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Blut und Dialoge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michaela Blaschek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jun 2021 07:55:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die einen lieben seine Filme, die anderen hassen sie. Quentin Tarantino polarisiert mit seinen brutalen Blockbustern immer wieder aufs Neue. Die Debatte um die gewaltverherrlichenden Szenen ist dabei am präsentesten. Doch es gibt noch viele weitere durchdachte Aspekte, die Tarantinos Filme einzigartig machen. </p>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Quentin Tarantino und seine Kunst, Filme zu machen</h2>				</div>
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									<p>Quentin Tarantino ist einer der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods. Angefangen beim großen Durchbruch mit seinem ersten Film „Reservoir Dogs“ (1992) über den Kultfilm „Pulp Fiction“ (1994) bis hin zu seinem neuesten Werk „Once Upon a Time in Hollywood“ (2019) – der Filmemacher hat längst Kultstatus. Doch seine Filme werden auch immer wieder kontrovers diskutiert. Viele empfinden die extreme Brutalität, die kennzeichnend für seine Werke ist, als unangebracht bis an Perversität grenzend. Seine Fans hingegen halten Tarantino für ein ausgewachsenes Genie. Doch einmal davon abgesehen, was man von ihm hält – es ist nicht zu leugnen, dass sein Stil unverwechselbar ist.</p>								</div>
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									<p>Es gibt kaum einen Regisseur, der seine persönlichen Vorlieben so explizit in seinen Filmen verbaut. Von den zahllosen Referenzen zu seinen Lieblingsfilmen bis hin zu den verdächtig häufigen Aufnahmen nackter Frauenfüße – es ist ein offenes Geheimnis, dass das ein Fetisch des Filmemachers ist. Als Autodidakt brachte sich der 1963 in Tennessee geborene Tarantino all sein Wissen über Regie und Drehbuch selbst bei. Dialoge schreiben lernte er in einer Schauspielausbildung. Das Filme machen durch Filme schauen. Zu seinen größten Einflüssen zählt er den italienischen Regisseur Sergio Leone, der sich in den 60er Jahren vor allem durch Western-Filme wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „The Good, the Bad and the Ugly“ einen Namen machte. Diese Filme, manchmal auch als „Spagetti Western“ betitelt (weil italienischer Herkunft), waren wegweisend für Tarantino. Er verwendet gerne Kameraeinstellungen und Musik, die typisch für Leone und das Genre sind.</p>								</div>
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									<p>Der Filmemacher bedient sich bei seinen persönlichen Lieblingsfilmen und bastelt daraus etwas Neues, Eigenes. Auch von Romanen lässt er sich inspirieren, vor allem von deren Aufbau. So unterteilt er die Storyline von „The Hateful Eight“ in sechs Kapitel, von denen das vorletzte eine Rückblende ist. In „Pulp Fiction“ und „Reservoir Dogs“ geht er noch weiter und erzählt die unterschiedlichen Handlungsstränge in nicht-chronologischer Reihenfolge. So erscheinen Charaktere, die bereits gestorben sind, in einer späteren Szene wieder, da diese zu einem früheren Zeitpunkt spielt. Das macht auch das mehrmalige Ansehen seiner Filme spannend, denn man begreift manche Zusammenhänge in ihrer Vieldeutigkeit erst nach ein paar Wiederholungen.</p>								</div>
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									<p><span style="font-size: 14pt;"><strong>Filmographie (Hauptwerke, d.h. Regie und Drehbuch)</strong></span></p><table style="border-collapse: collapse; width: 100%; height: 230px;"><tbody><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 1992: <em>Reservoir Dogs</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 1994: <em>Pulp Fiction</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 1997: <em>Jackie Brown</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2003: <em>Kill Bill: Vol. 1</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2004: <em>Kill Bill: Vol. 2</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2007: <em>Death Proof</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2009: <em>Inglourious Basterds</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2012: <em>Django Unchained</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2015: <em>The Hateful Eight</em></td></tr><tr style="height: 23px;"><td style="width: 100%; height: 23px;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2666.png" alt="♦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2019:<em> Once Upon a Time in Hollywood</em></td></tr></tbody></table>								</div>
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									<p>Tarantino ist, neben den bereits genannten, vor allem für zwei Dinge bekannt: ungewöhnliche Dialoge und Gewaltexzesse. Oftmals endet ersteres nach minutenlanger Spannung in letzterem. Er beherrscht es wie kein zweiter, die Nerven der Zuschauer:innen während einer vermeintlich unverfänglichen Szene bis zum Zerreißen zu strapazieren. Man ist fast schon erleichtert, wenn sich die angespannte Situation auf einen Schlag in einem brutalen Gemetzel entlädt. So zum Beispiel in der Anfangsszene von „Inglourious Basterds“, in der der SS-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) den Hof eines Milchbauern im von den Nazis besetzten Frankreich inspiziert. Er ist auf der Suche nach jüdischen Flüchtigen. Das Gespräch der beiden Männer beginnt harmlos – scheinbar nur eine bürokratische Formalität. Doch die Schlinge um den Hals des Bauern, der tatsächlich eine jüdische Familie unter den Fußbodendielen versteckt hält, zieht sich immer weiter zu. Allein durch die Kraft seiner Worte bringt Landa den Bauern dazu, die Familie zu verraten. An diesem Punkt ist die Spannung fast unerträglich. Sie explodiert in lautem Getöse, als Landa seine Soldaten herbeiruft, die den Boden des Hauses mit Schusswaffen durchlöchern. Tarantino spielt mit den Zuschauererwartungen. Ein kleiner Trigger reicht aus, um die Szene in eine komplett neue (meist gewalttätige) Richtung zu lenken. Ein falsches Wort, eine falsche Bewegung, der Tropfen Provokation, der das Fass zum Überlaufen bringt. Nichts ist berechenbar.</p>								</div>
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									<p>Und dabei müssen sich die Dialoge nicht einmal um ein brisantes Thema drehen. Die Gespräche der Charaktere sind oft alltäglich, oberflächlich gesehen unwichtig. Tarantino lässt seine Figuren für sich selbst sprechen. Durch die Art, wie sie reden und was sie sagen, lernen die Zuschauer:innen mehr über ihre Persönlichkeit. So nimmt der Filmemacher in der Anfangsszene von &#8220;Reservoir Dogs&#8221; – beim Essen im Diner – bereits die Handlung des ganzen Films vorweg: <strong>ACHTUNG SPOILER!</strong> Mr. Pink (Steve Buscemi) ist ein Prinzipienreiter, Mr. White (Harvey Keitel) ein Gentleman-Gauner, Mr. Orange (Tim Roth) ist der Verräter und Mr. Blonde (Michael Madsen) ein Mörder. Und das alles in einem Gespräch, in dem es um Madonnas Musik und Trinkgelder geht.</p>								</div>
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									<p>Ein weiteres Tarantino-typisches Stilmittel ist die Übertreibung. Seine Figuren sind oft überzeichnet und tragen ikonische, auffällige Outfits, wie zum Beispiel der kanariengelbe Trainingsanzug der Protagonistin Beatrix Kiddo (Uma Thurman) in „Kill Bill“. Tarantino nutzt gerne knallige Primärfarben und bestimmt mit ihnen Ton und Emotion einer Szene. Auch die Soundkulisse ist häufig überzogen. Soundeffekte in Kampfszenen sind oftmals vollkommen übertrieben und erinnern an Kung-Fu-Filme à la Bruce Lee und Jackie Chan. „Kill Bill“ ist hierfür ein Paradebeispiel. Auch hier finden sich wieder die persönlichen Vorlieben des Regisseurs. Als Kind wuchs er im Einzugsgebiet von Los Angeles auf und besuchte dort liebend gern kleine Vorstadtkinos, die vor allem Martial-Arts- und B-Movies zeigten.</p>								</div>
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									<p>Übertreibungen erzeugen eine gewisse Komik, die die Zuschauer:innen auch in ernsten Passagen zum Lachen bringen. Wie realistisch das Ganze wirkt, ist zweitrangig. Als großer Filmliebhaber will Quentin Tarantino den Kinobesucher:innen vor allem ein gutes Filmerlebnis bieten. Man bezahlt schließlich für ein Kinoticket, um unterhalten zu werden. Jede:r weiß, dass es sich um Fiktion handelt. Mit diesem Argument begründet er auch die exzessive Gewaltverherrlichung in seinen Filmen. Er ist der Meinung, dass bereits Kinder zwischen realer und fiktiver Gewalt unterscheiden können. Deshalb pries er „Kill Bill“ bei der Veröffentlichung als Familienfilm für Kinder ab zwölf an. Zum Vergleich: In Deutschland ist der erste Teil ab 18, der zweite ab 16 Jahren freigegeben. Tarantino bestreitet jegliche Auswirkung von Filmgewalt auf echte Gewalt. Auch weist er konsequent jeden Vorwurf von sich, er trüge Verantwortung für die Handlungen seiner Rezipierenden. Mittlerweile ist er dieser Diskussion, mit der er seit Jahrzehnten in Interviews konfrontiert wird, so überdrüssig, dass er sich inzwischen weigert, darauf einzugehen. Zwei seiner früheren Statements zum Thema sind folgende:</p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">"But still this is a movie. The bottom line is, I'm not responsible for what some person does after they see a movie. I have one responsibility. My responsibility is to make characters and to be as true to them as I possibly can."</div>
			
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														<div class="elementor-testimonial-name">Quentin Tarantino in der Zeitung Chicago Tribune (1993)</div>
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							<div class="elementor-testimonial-wrapper">
							<div class="elementor-testimonial-content">"Violence is just one of many things you can do in movies. People ask me, 'Where does all this violence come from in your movies?' I say, 'Where does all this dancing come from in Stanley Donen movies?' If you ask me how I feel about violence in real life, I have a lot of feelings about it. It's one of the worst aspects of America. In movies, violence is cool. I like it."</div>
			
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										<div class="elementor-testimonial-details">
														<div class="elementor-testimonial-name">Quentin Tarantino in der Zeitung Newsday (1994)</div>
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									<p>Seine Filme haben längst in die Popkultur Einzug gehalten. Ikonische Szenen wie das Gespräch in &#8220;Pulp Fiction&#8221; von Vincent Vega (John Travolta) und Jules Winnfield (Samuel L. Jackson) über Hamburger sind jedem schonmal irgendwo über den Weg gelaufen (Stichwort: Royal mit Käse). Das ist auch kein Wunder – Tarantinos Art, Filme zu machen, bedient sich eines Phänomens, das mit ein Grundpfeiler der Popkultur ist: Anspielungen, Verweise, Referenzen, Easter Eggs und Zitate aus anderen Publikationen. Ein Geben und Nehmen sozusagen. Die Werke des Filmemachers haben Generationen geprägt. Doch ein Ende seiner Laufbahn ist bereits in Sicht: Quentin Tarantino verkündete schon zu Beginn seiner Karriere, nach seinem zehnten Film sein Handwerk niederzulegen. Denn er ist der Meinung, dass jede:r Regisseur:in eine Blütezeit hat, die irgendwann vorbeigeht. Da er &#8220;Kill Bill&#8221; 1 und 2 als einen Film sieht, hat er mit &#8220;Once Upon a Time in Hollywood&#8221; seinen neunten Film vollendet. Das „Grande Finale“ kann also mit Spannung erwartet werden.</p>								</div>
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									<p><em><span style="color: #808080;">Anmerkung: Die Bildrechte liegen bei den jeweiligen (oben genannten) Produktionsstudios. Da dieser Artikel eine Filmanalyse ist, beziehe ich mich bei der Verwendung auf das Zitatrecht nach § 51 UrhG.</span></em></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/06/blut-und-dialoge/">Blut und Dialoge</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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