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	<title>Michael Müller, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Im Einsatz für ein friedliches Augsburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jun 2017 08:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Streetworker und ihr Beitrag zur öffentlichen Sicherheit Politiker, Experten und Journalisten diskutieren oft hitzig über die öffentliche Sicherheit in Deutschland. Nicht selten schwingt bei der Auswertung von Statistiken und Fallbeispielen ein recht bedrohlicher Unterton mit. Doch nur selten kommen die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="p1"><span class="s1">Streetworker und ihr Beitrag zur öffentlichen Sicherheit</span></h2>
<figure id="attachment_9620" aria-describedby="caption-attachment-9620" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-9620 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/06/k15_Martin_Interview_1200px.jpg" alt="" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/06/k15_Martin_Interview_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/06/k15_Martin_Interview_1200px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/06/k15_Martin_Interview_1200px-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/06/k15_Martin_Interview_1200px-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9620" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller – Foto: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p class="p1"><span class="s1"><b>Politiker, Experten und Journalisten diskutieren oft hitzig über die öffentliche Sicherheit in Deutschland. Nicht selten schwingt bei der Auswertung von Statistiken und Fallbeispielen ein recht bedrohlicher Unterton mit. Doch nur selten kommen die Personen zu Wort, zu deren Alltag es gehört, das wichtige Gut der Sicherheit in Deutschland zu schützen, die Polizisten und Sozialarbeiter. Wir sprachen daher mit dem Streetworker Martin über seinen Job und die Frage, wie sicher wir uns in Augsburg fühlen können.</b></span></p>
<p class="p1"><span class="s1">„Jugendliche schlagen heute sofort zu, wenn es beim Feiern Streit gibt. Außerdem machen die ganzen Flüchtlinge unsere Straßen bestimmt auch nicht sicherer.“ Dass auch in Deutschland solche Sätze längst nicht nur am Stammtisch zu hören sind, zeigt vor allem eines: Sicherheit ist immer auch Gefühlssache. Denn objektiv betrachtet, ist es hierzulande nicht sonderlich gefährlich, woran selbst die jüngste Kriminalstatistik nichts ändern kann. Dennoch zeichnet vor allem die Politik in den abendlichen Talkshows regelmäßig ein ebenso düsteres wie abstraktes Bild von der öffentlichen Sicherheit, erst recht wenn ein großer Wahlkampf naht. Wer dabei nur selten zu Wort kommt, sind jedoch Personen, deren Berufsalltag sich in jenem Spannungsfeld aus persönlicher Freiheit und öffentlicher Sicherheit abspielt. Einer davon ist Martin, der seit September 2016 für den Stadtjugendring Augsburg in der Innenstadt als Streetworker tätig ist. Dabei betreut er vor allem Jugendliche im Alter von 14–27 Jahren, die einen Großteil ihrer freien Zeit in der Öffentlichkeit verbringen – und damit in der Diskussion gerne einmal als Risikogruppe angeführt werden.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">„Für meine Zielgruppe bin ich Ansprechpartner und Vertrauensperson“, so beschreibt Martin seine Tätigkeit. „Ich biete quasi eine kostenlose Beratung auf der Straße an. Dabei helfe ich aber nicht nur Jugendlichen, die keine Wohnung haben oder mit einem Drogenproblem kämpfen. Genauso oft geht es um ganz gewöhnliche Sorgen von 15-Jährigen, wie Zoff mit den Eltern oder dem Ende einer Beziehung.“ Dabei sei Streetwork in doppelter Hinsicht aufsuchende Arbeit. Einerseits gehe es darum, mögliche Zielgruppen zu erkennen und die Plätze zu finden, an denen sie sich regelmäßig treffen. Andererseits gelte es jedoch auch, sein Gegenüber auf persönlicher Ebene dort abzuholen, wo die Person steht, betont Martin: „Ich nehme die Jugendlichen so an, wie sie sind, mit allem Gepäck, das sie im übertragenen Sinne mitbringen. Mögliche Unterschiede der Hautfarbe, Herkunft, Weltanschauung oder auch politischen Gesinnung stehen da nicht im Vordergrund.“&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Kontrolle ist nötig, Vertrauen ist besser.</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Um seine Zielgruppe zu unterstützen, muss Martin vor allem ihr Vertrauen gewinnen. Vom ersten Kontakt ist es häufig noch ein weiter Weg dahin. Vor allem geht es darum, ein zuverlässiger und manchmal regelrecht hartnäckiger Ansprechpartner für die Jugendlichen zu sein, die häufig kaum andere Personen kennen, denen sie sich anvertrauen können. Diese Nähe könne jedoch auch eine Quelle für Vorurteile sein, so Martin: „Manchmal wird behauptet, dass manche Streetworker Straftaten decken oder sogar im Sinne der Entwicklung der Jugendlichen gutheißen. Das stimmt natürlich nicht. Wenn ich bei der Arbeit eine Straftat bemerke, spreche ich diejenigen direkt darauf an. Eine Straftat ist eine Straftat, egal von wem oder warum sie begangen wurde.“ Das Ziel, derartige Gesetzesverstöße zu vermeiden, verbindet die Arbeit von Streetworkern und Ordnungsbehörden. Daher sehe Martin seine Rolle auch nicht im Kontrast zur Polizei: „Gesetze sind Regeln, an die sich alle halten müssen. Wenn das nicht funktioniert, ist es die Aufgabe der Ordnungskräfte, die Situation möglichst gut zu regeln. Das gilt auch für die Jugendlichen, mit denen ich arbeite. Trotzdem ist es im Ernstfall auch hier meine Aufgabe, sie zu unterstützen. Denn häufig kennen sie ihre Rechte gar nicht oder haben einfach niemand anderen, der sich für ihre Position einsetzt. Dabei kann es zwar schon einmal zu einer Meinungsverschiedenheit mit der Polizei kommen, aber insgesamt haben wir einen guten Draht zu den Ordnungsbehörden. Denn im Grunde wissen wir, dass wir das gleiche Ziel haben und nur andere Ansätze oder Methoden dafür wählen.“</span></p>
<blockquote><p>Dieser Beitrag entstand im Rahmen eines Redaktionsworkshops, den wir im Jugendzentrum k15 durchführten. Wir danken dem gesamten Team und dem Stadtjugendring Augsburg für die freundliche Unterstützung.</p></blockquote>
<p class="p1"><span class="s1">Martins Antwort auf die Frage, wie sicher er das Leben in Augsburg auf Basis seiner beruflichen Erfahrungen einschätzt, fällt beruhigend aus: „Es ist sicher so, dass es auch hier soziale Probleme gibt, die an den Jugendlichen nicht spurlos vorübergehen. Manchmal kann auch Gewalt ein Ventil für persönlichen Frust sein. Aber ich bin nicht der Meinung, dass die öffentliche Sicherheit in Augsburg gefährdet ist, oder man Angst haben muss, allein durch die Stadt zu gehen. Ein junges Mädchen sollte vielleicht nicht in allen Stadtteilen unbedingt nachts allein unterwegs sein. Aber das hat weniger mit konkreter Angst als mit dem Respekt zu tun, bestimmte Risiken nicht herauf zu beschwören.“ Vielfach habe er auch erlebt, dass Situationen falsch eingeschätzt werden: „Jugendliche treten allein wegen ihres Alters oft extrovertierter auf als die klassische Mittelschicht oder ältere Leute. Daher kann eine Gruppe junger Menschen auf die Öffentlichkeit auch schnell bedrohlicher wirken, als sie eigentlich ist.“ Insgesamt erlebe er Augsburg beruflich und privat jedoch als eine sehr friedliche Stadt, was auch für die Sicherheitsdebatte selbst gelte: „Ich halte die Augsburger für relativ freidenkerisch, alternativ und liberal eingestellte Leute. Darüber bin ich sehr froh und hoffe, dass es so bleibt.“ Diese Einstellung würde sicher auch der ein oder anderen Fernsehtalkshow gut tun.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/06/im-einsatz-fuer-ein-friedliches-augsburg/">Im Einsatz für ein friedliches Augsburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Ein kritischer Blick durch die Augen junger Lehrer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 May 2017 06:43:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[filmtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>
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		<category><![CDATA[Zwischen den Stühlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rezension zum Dokumentarfilm Zwischen den Stühlen Wer in Deutschland Lehrer werden möchte, erlebt den Berufseinstieg im Grunde noch als Schüler. Denn im Referendariat halten angehende Pädagogen zwar bereits Unterricht und vergeben Noten, doch stehen sie dabei selbst noch unter Beobachtung...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/05/kritischer-blick-junge-lehrer/">Ein kritischer Blick durch die Augen junger Lehrer</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Rezension zum Dokumentarfilm <em>Zwischen den Stühlen</em></h2>
<figure id="attachment_9601" aria-describedby="caption-attachment-9601" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-9601 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200.png" alt="" width="1200" height="675" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-768x432.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-1024x576.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9601" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Foto: © Weltkino</figcaption></figure>
<p><strong>Wer in Deutschland Lehrer werden möchte, erlebt den Berufseinstieg im Grunde noch als Schüler. Denn im Referendariat halten angehende Pädagogen zwar bereits Unterricht und vergeben Noten, doch stehen sie dabei selbst noch unter Beobachtung und Prüfungsdruck. Jakob Schmidts Dokumentarfilm <em>Zwischen den Stühlen</em> begleitet drei von ihnen auf dem Weg vom Studenten zum Lehrer – und lenkt so auf elegante Weise den Blick auf die Widersprüche eines Systems.</strong></p>
<p>Es braucht mehr als ein Studium für einen guten Lehrer. Wahrscheinlich kann nahezu jeder ein Beispiel aus der eigenen Schulzeit nennen, das diese Binsenweisheit bestätigt. Daher erscheint es nur folgerichtig, dass angehende Lehrkräfte den berühmten Praxisschock in organisierter Form durchmachen. Denn genau darum geht es im Referendariat, aus theoretische perfekt geschulten auch praktisch gute Lehrer zu machen. Am kommenden Donnerstag, 18. Mai 2017 läuft der Dokumentarfilm <em>Zwischen den Stühlen </em>von <em>Jakob Schmidt</em> in den deutschen Kinos, der die Referendare Anna, Katja und Ralf auf diesem Weg aus dem Studium in den Berufsalltag begleitet. Damit eröffnet er eine ganz besondere Perspektive auf das deutsche Schulsystem, die in gängigen Debatten um unser Bildungssystem bisher nur selten anzutreffen war.</p>
<p>Denn ein Referendar ist lange kein Lehrer wie jeder andere. Einerseits darf er bereits unterrichten und sogar Noten vergeben, andererseits wird er jedoch auch selbst bewertet – und das nicht gerade wenig. Neben der üblichen Eingewöhnung, mit denen jeder Berufsanfänger zu kämpfen hat, gilt es nämlich Unterrichtsentwürfe einzureichen, Lehrproben zu halten und im Seminar selbst die Schulbank zu drücken. Wie sehr dieser Prüfungsstress belastet, macht <em>Zwischen den Stühlen</em> sehr deutlich, was unter anderem daran liegt, dass sich die Darstellung sehr nah an den Protagonisten&nbsp; bewegt. Durch geschickte Szenenwahl gelingt es dem Film, die Charaktere der drei Referendare auch auf engem Raum plastisch nach zu zeichnen. Der Zuschauer lernt ihre Überzeugungen kennen, ebenso wie ihre ganz persönlichen Stärken und Schwächen. Durch seine Erzählweise weckt der Film große Empathie gegenüber seinen <em>Helden</em>, weshalb die Spannung hinsichtlich der Frage, ob sie ihr Referendariat erfolgreich abschließen können, bis zum Ende erhalten bleibt.</p>
<p>Daneben wirft der Film jedoch auch Fragen auf, die weit über Einzelschicksale hinaus weisen. Denn bei allen persönlichen Unterschieden zeigt <em>Zwischen den Stühlen</em> nämlich vor allem auch drei junge Lehrer, deren Ideale von den Realitäten des Schulsystems auf eine harte Probe gestellt werden. Das beginnt beim regelmäßigen Auseinanderfallen von Theorie und Praxis und führt teilweise bis zu der Erkenntnis, dass das eigene Berufsbild schlicht nicht mit den Anforderungen der Ausbildung zusammenpasst. Auch wenn sich die drei Protagonisten unterschiedlich gut im System zurechtfinden, wirft der Grundtenor des Films kritische Fragen auf. Nach welchen Grundsätzen sollten Lehrer ausgebildet werden? Welches Bildungsideal steckt hinter dieser Ausbildung? Wie sieht gute Bildung überhaupt aus? Doch die vielleicht präsenteste Frage lautet: Wie viel Raum bietet ein Bildungssystem dem einzelnen Menschen, sei es nun ein Schüler oder ein Lehrer?</p>
<h3>Innovative Systemkritik am Beispiel des Einzelnen</h3>
<p>Gerade in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Schulsystem profitiert der Film sehr davon, dass seine Protagonisten als Referendare im wahrsten Sinne des Wortes <em>auf dem Sprung</em> sind. Gemessen an ihrem Alter und ihrer Rolle als Auszubildende, sind sie ihren Schülern deutlich näher als manch älterer Kollege. Dennoch tragen sie auch bereits den Bildungsauftrag der Schule auf ihren Schultern. Dieser Zwischenstatus ermöglicht ihnen einen offenen und verständnisvollen Blick auf das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, das viel zu oft von einem Denken in Fronten dominiert wird – und damit auch einen kritischen Blick auf die eigene Rolle. Damit wird ihre Suche&nbsp; nach einem funktionierenden Selbstbild zum Sinnbild des Ringens einer Gesellschaft um ein Verständnis von <em>guter</em> Bildung.</p>
<p>Was den Umgang mit dem momentanen Schulsystem anbelangt, macht <em>Zwischen den Stühlen</em> keinen Hehl aus seiner Position. Sowohl in der Lehrerausbildung als auch im Schulalltag sei messbare Leistung bedeutender als individueller Lernfortschritt. Um diese Botschaft zu vermitteln, verlässt die Dokumentation an einigen Stellen jene beobachtende Perspektive, die das Genre in der Regel auszeichnet. Wer sich daran nicht stört, erhält innovativ und gut gemachte Einblicke in den Bildungsbetrieb, die vor allem durch ihre neuen Perspektive bestechen. Eine abschließende Antwort hat der Film dabei zwar nicht parat, doch er stellt mit Sicherheit die richtigen Fragen. Und Fragen sind ja bekanntlich der Anfang allen Lernens.</p>
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		<title>Gitarren, Kilometer und große Träume</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2017 16:39:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[Paincake]]></category>
		<category><![CDATA[porträt]]></category>
		<category><![CDATA[tour]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Paincake on the road: Eindrücke von der Four Seasons-Tour Das erste Mal auf Tour gehen und Konzerte außerhalb der eigenen Region spielen. Für viele junge Bands ist das ein großer Traum – und ein wichtiger erster Schritt zum großen Ziel,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Paincake on the road: Eindrücke von der Four Seasons-Tour</h2>
<figure id="attachment_9573" aria-describedby="caption-attachment-9573" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-9573" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Paincake_06.png" alt="" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Paincake_06.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Paincake_06-400x267.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Paincake_06-768x512.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Paincake_06-1024x683.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9573" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Fotos: Anna Heinrich</figcaption></figure>
<p><strong>Das erste Mal auf Tour gehen und Konzerte außerhalb der eigenen Region spielen. Für viele junge Bands ist das ein großer Traum – und ein wichtiger erster Schritt zum großen Ziel, einmal von der Musik leben zu können. Die Aichacher Postpunkband <em>Paincake</em> hat sich im vergangenen Jahr der Herausforderung gestellt und dabei die Erfahrung gemacht: Eine Tour ist sehr anstrengend, aber macht auch richtig Spaß.</strong></p>
<p>Eine Rockband auf Tour. Viele denken bei diesem Satz zuerst an volle Arenen, wilde Partys und demolierte Hotelzimmer. Jenseits aller Klischees bedeutet die erste Tour für eine junge Band die oftmals lang ersehnte Chance, ihre Musik auch einem Publikum außerhalb der eigenen Region bekannt zu machen. Zwischen November 2016 und Januar 2017 hat sich das Postpunk Trio Paincake aus Aichach diesen Traum erfüllt und seine aktuelle EP <em>Four Seasons</em> im Rahmen von 15 Konzerten erstmals bayernweit promotet. Wir sprachen mit der Band über einen Touralltag abseits von Rockstarallüren, Roadies und Reisebussen.</p>
<p>Aus Sicht der Musiker begann die Tour bereits ein gutes Jahr vor dem ersten Konzert damit, Kontakt zu Clubs in ganz Bayern aufzunehmen, um passende Locations für ihre Konzerte zu finden. Um dabei das Problem zu umgehen, jenseits der Heimat noch nicht richtig bekannt zu sein, organisierten sie <em>Austauschkonzerte</em>, erklärt Sänger und Gitarrist Michael Edler: „Wir haben Bands angesprochen, die wir im Sommer davor kennengelernt hatten, und vereinbart, gemeinsam ein Konzert bei ihnen zu spielen. Im Austausch organisieren wir dann auch einen gemeinsamen Gig bei uns. Man bietet sich praktisch gegenseitig sein Publikum an. Das ist für eine unbekannte Band ohne Management die einzige Möglichkeit ist, weiter herum zu kommen, denn ein Club bucht eine Band nur, wenn er mit ihr seine Location voll bekommt.“</p>
<p>Momentan kümmert sich das Trio noch ohne Unterstützung von außen um die Angelegenheiten der Band, was neben der Arbeit nicht immer einfach ist. Auch der Touralltag macht dabei keine Ausnahme, weshalb die meisten Konzerte auf das Wochenende gelegt wurden. Eine besondere Herausforderung stellte die Logistik rund um einen Auftritt dar, denn das komplette Equipment will transportiert sowie vor Ort auf- und auch wieder abgebaut sein. Angesichts all dieser Aufgaben fällt das Umschalten auf der Bühne nicht immer leicht, betont Drummer Kevin Conen: „Wenn man nach der Stresssituation des Umbaus auf die Bühne geht, ist es manchmal schwierig, alles andere abschalten und sich voll darauf konzentrieren, gut zu spielen und das Publikum mitzunehmen.“ Doch vor allem davon hängt es am Ende ab, ob ein Konzert gelingt oder nicht, stellt auch Aaron Gerekos, der Bassist des Trios heraus: „Es müssen nicht viele Leute da sein. Aber wenn die dabei sind, zur Musik abgehen und es schätzen, was wir tun, dann ist es ein gelungener Gig und dann haben wir auch Spaß dabei.“</p>
<h3>„Wir spielen im nächsten Jahr mit absoluter Sicherheit eine Deutschlandtournee.“</h3>
<p>Genau diese Momente sorgen auch dafür, dass die drei Musiker ihre erste Tour allen Anstrengungen zum Trotz als Erfolg verbuchen, die nicht nur großen Spaß gemacht hat, sondern auch viele wichtige Erfahrungen brachte. Denn als junge Band wollen <em>Paincake</em> so viel wie möglich aus den letzten Monaten lernen. Dazu haben sie einige ihrer Konzerte sogar mit einer Videokamera aufgezeichnet, um sie anschließend auszuwerten und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Zum Lerneffekt der Tour gehört auch eine neue Perspektive auf das angestrebte Ziel, Berufsmusiker zu werden. „Meine Einstellung vor der Tour war: Das will ich, das wird geil. Nach der Tour denke ich eher, das will ich auf jeden Fall immer noch, aber es wird anstrengend“, stellt beispielsweise Edler fest. Das Ziel haben jedoch alle noch immer fest vor Augen, weshalb die Band vor allem mit Neugier und nicht mit Bedenken auf die nächsten Schritte blickt.</p>
<p>Eine neue Tour ist deshalb auch schon in Planung, dieses Mal sogar mit Konzerten in ganz Deutschland. Auch diese Herausforderung will das Trio mit dem gewohnten Elan in Angriff nehmen, betont Edler: „Wir werden es nicht versuchen, wir werden es machen. Wir spielen im nächsten Jahr mit absoluter Sicherheit eine Deutschlandtournee. Wenn es schwierig wird, in einer Stadt eine Location zu finden, müssen wir uns halt noch mehr einfallen lassen. Es ist vor allem eine Frage der Arbeit, die man bereit ist, zu investieren.“ Denn eines haben <em>Paincake</em> in den letzten Jahren gelernt: Nur mit Engagement und harter Arbeit lassen sich Fans und Unterstützer gewinnen, sowohl beim Publikum als auch in der Musikbranche.</p>
<h3>Fotostrecke: Ein <em>Blick</em> hinter die Kulissen der Four Seasons-Tour</h3>
 [<a href="https://presstige.org/2017/04/paincake-tour/">See image gallery at presstige.org</a>] 
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/04/paincake-tour/">Gitarren, Kilometer und große Träume</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Das Wichtigste bei der Musik ist, dass sie knallt und gut ist.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2016 13:01:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[bandporträt]]></category>
		<category><![CDATA[Beathof FABRIK]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[musiktipp]]></category>
		<category><![CDATA[recording]]></category>
		<category><![CDATA[The Big Band Theory]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Studio mit The Big Band Theory Ende Oktober hat die Augsburger Funkrock-Combo The Big Band Theory in der Beathof FABRIK in Leitershofen ihr zweites Album Make The World Great Again aufgenommen. Wir waren zu Besuch im Studio und haben...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/11/studiobesuch-big-band-theory/">„Das Wichtigste bei der Musik ist, dass sie knallt und gut ist.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Im Studio mit <em>The Big Band Theory</em></h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ende Oktober hat die Augsburger Funkrock-Combo The Big Band Theory in der Beathof FABRIK in Leitershofen ihr zweites Album Make The World Great Again aufgenommen. Wir waren zu Besuch im Studio und haben mit der Band und den Produzenten über Jazz mit Rockattitüde und den Versuch gesprochen, die Bühne auf die Platte zu bringen.</strong></p>
<figure id="attachment_9374" aria-describedby="caption-attachment-9374" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9374" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/BBT_Beitragsbild_1200px.jpg" alt="Text: Michael Müller – Fotos: Paul von Platen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/BBT_Beitragsbild_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/BBT_Beitragsbild_1200px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/BBT_Beitragsbild_1200px-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/BBT_Beitragsbild_1200px-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9374" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller – Fotos: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Scheinwerfer tauchen den Raum in ein Dämmerlicht aus rot, blau, grün und gelb. Die Bewegungen der Musiker, die sich in den letzten Minuten in einen lässigen, aber druckvollen Funkgroove hineingearbeitet haben, werfen lange Schatten auf die Backsteinwand im Hintergrund. Als nach einem präzisen Break das Saxofonsolo einsetzt, zieht der Bassist anerkennend eine Augenbraue hoch. Auch wenn die beschriebene Szenerie auf den ersten Blick danach aussieht, spielt sie sich nicht auf einem nächtlichen Clubkonzert ab, sondern im Keller der Leopold-Mozart-Schule in Leitershofen. Nur ein Foyer, eine Stiege und eine schwere Feuerschutztür vom Schulhof entfernt, der an diesem sonnigen Samstagnachmittag verlassen daliegt, befindet sich die Beathof FABRIK. Das Musikstudio, in dem The Big Band Theory Ende Oktober 2016 ihr zweites Album Make The World Great Again eingespielt haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegründet wurde die Augsburger Band im Frühjahr 2013 von Funk-Hörer Florian Hartz (Bass) und Heavy Metal-Fan Valentin Metzger (Trompete) – und zwar ausdrücklich als Jazzband. Was zunächst vielleicht ein wenig merkwürdig klingt, hat sich allerdings schnell zum Prinzip entwickelt. Denn die vielen verschiedenen Einflüsse haben vor allem dazu geführt, musikalische Grenzen zu sprengen. Genau diese Spontaneität liegt aus Sicht der Combo, zu deren aktueller Besetzung zudem Daniel Korger (Altsax), Patrick Oster (Gitarre) und Luis Rett (Drums) gehören, auch im Kern des Jazz, erklärt Hartz: „Eine freie Attitüde haben wir definitiv. Viele Teile in den Songs sind nur grob festgehalten, der Rest ist improvisiert. Wir gehen einfach davon aus, dass es funktioniert, weil wir uns musikalisch so gut verstehen.“ Wie eng diese Verbindung ist und dass dieser Jazz auch ganz ohne elitäres Gehabe funktioniert, zeigt sich vor allem auf der Bühne. Denn dort müssen sich die Augsburger mit ihrer Power hinter keinem Rock-Act verstecken.</p>
<h3>Ein Sound für Kopf und Bauch</h3>
<p style="text-align: justify;">Deshalb lautet auch im Studio das erklärte Ziel, die innere Spannung und Energie fünf eigenständiger Musiker in einen geschlossenen Sound umzusetzen – und das Ergebnis kann sich hören lassen. Die verspielten bis vertrackten Songs und Arrangements stammen zwar größtenteils aus der Feder von Florian Hartz, doch bieten allen Bandmitgliedern die Möglichkeit, sich frei einzubringen. So entsteht Musik, die mal an den Jazzrock der frühen Weather Report erinnert, mal an den urbanen Funk der New Mastersounds. Zusammengehalten wird das Klangbild von einer präzisen Rhythmusgruppe und das warme Gitarrenspiel Osters, das sowohl mit vollen Harmonien als auch mit rauen Kanten aufwartet. Mit bissigen Riffs, treibenden Grooves und überraschenden Ideen bieten Big Band Theory durchdachte Musik, die trotzdem tanzbar ist und vor allem jede Menge Spaß macht.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit die Energie der Bühne auch auf die Platte findet, haben die Produzenten Dominik Scherer und Johannes Kandels beschlossen in einer Livesituation aufzuzeichnen. Um die nötige Atmosphäre für diese auch im Beathof nicht alltägliche Methode zu finden, wurden die nebenan gelegenen Räume der dazugehörigen Musikschule für ein Wochenende in einen Jazzkeller verwandelt. Um auch die beiden Bläser in den Austausch der Band einzubeziehen, die aus klanglichen Gründen in einem anderen Raum aufnehmen mussten, wurde eigens ein Lichtsignal installiert. Auch aus Sicht der Produzenten sind die Aufnahmen eine spannende Herausforderung, erklärt Kandels: „Es soll das Gefühl aufkommen, mit der Band auf der Bühne zu stehen. Wir wollen einen möglichst direkten Sound, um ihre Musik von der besten Seite zu zeigen, vielleicht sogar so, wie sie auf sie selbst auf der Bühne wirkt. Aber das halt auch im bestmöglichen Klang.“</p>
<h3>Wie auf der Bühne, nur mit zweitem Versuch</h3>
<p style="text-align: justify;">Ein wesentlicher Unterschied zur Bühne bleibt allerdings: Gute Aufnahmen brauchen Geduld. Inzwischen ist die Sonne untergegangen, was die Atmosphäre im Aufnahmeraum nochmals verstärkt. Die Band widmet sich einem Song, der nachmittags nicht so richtig klappen wollte. Daher wurde das Intro durch einen neuen Drumgroove ergänzt und für die Gitarre ein wabernder Tremolo-Effekt aus den Tiefen des Studioequipments hervorgeholt. Vielleicht sind es diese Änderungen, vielleicht ist es die späte Stunde, doch plötzlich sagt die Nummer etwas aus, was sie vorher verschwiegen hat. Es sind diese Augenblicke, die für Scherer den besonderen Reiz der Liveaufnahmen ausmachen: „Man setzt sich hin, spielt und wartet auf den magischen Moment – und meistens kommt der dann auch. Das hatten wir jetzt bei fast jedem Song.“ Zu dieser Herangehensweise gehören je nach Song ein gutes Durchhaltevermögen, Experimentierfreude und vor allem ein offener Umgang mit Kritik.</p>
<blockquote>
<h2 style="text-align: justify;">Steckbrief:</h2>
<p><strong>Bandname</strong>: The Big Band Theory</p>
<p><strong>Wer genau</strong>: Daniel Korger (Altsax) / Florian Hartz (Bass) / Valentin Metzger (Trompete) / Luis Rett (Drums) / Patrick Oster (Gitarre)</p>
<p><strong>Musikrichtung</strong>: Jazzrock, Funkrock</p>
<p><strong>Wunsche für Augsburg</strong>: Dass man die Leute nicht mehr zu jedem coolen Konzert zerren muss. Der Augsburger kommt praktisch nicht aus dem Haus, außer es spielt wirklich ein ganz großer Name. Es wäre schön, wenn sich das etwas ändert.</p>
<p><strong>Als Bundeskanzlerin Merkel würde ich</strong>: erst einmal neue Klamotten kaufen</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Doch schon die ersten Rohaufnahmen, die der gespannten Band im Studio gezeigt werden, machen deutlich, dass der Plan aufgeht. Demensprechend zufrieden ist Patrick Oster mit dem Ergebnis: „Ich habe mir vorher nicht vorgestellt, dass es so glatt läuft. Klar, bei dem ein oder anderen Song ist es etwas schwieriger, das ist ja normal. Aber wir haben bis jetzt schon eine ganze Menge geschafft.“ Nun ist es Aufgabe der Produktion, auf die Spiel- und Experimentierfreude der Band klanglich noch eine Schippe drauf zu legen.&nbsp; Erscheinen soll Make The World Great Again im Frühjahr 2017, doch der ein oder andere Song ist sicher schon vorher live zu hören. Wer modernen Funkrock sucht, oder einfach wieder einmal zu handgemachter Musik tanzen möchte, sollte die Big Band Theory auf jeden Fall im Auge behalten.</p>
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		<title>Ein Augsburger Esel im Rampenlicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Nov 2016 09:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[Augsburger Puppenkiste]]></category>
		<category><![CDATA[filmtipp]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kinotipp: Die Weihnachtsgeschichte in einer Inszenierung der Augsburger Puppenkiste Trotz allem Rummel in den Innenstädten ist und bleibt Weihnachten ein Fest der Traditionen. Spätestens bei der Frage, was Heiligabend auf den Tisch kommt oder wie sich um den Weihnachtsbaum versammelt...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Kinotipp: <em>Die Weihnachtsgeschichte </em>in einer Inszenierung der <em>Augsburger Puppenkiste</em></h2>
<figure id="attachment_9317" aria-describedby="caption-attachment-9317" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9317" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/AP_Bild17_1200.png" alt="Text: Michael Müller - Foto: ©FS/Kiko" width="1200" height="857" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/AP_Bild17_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/AP_Bild17_1200-400x286.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/AP_Bild17_1200-768x548.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/AP_Bild17_1200-1024x731.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9317" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Foto: ©FS/Kiko</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Trotz allem Rummel in den Innenstädten ist und bleibt Weihnachten ein Fest der Traditionen. Spätestens bei der Frage, was Heiligabend auf den Tisch kommt oder wie sich um den Weihnachtsbaum versammelt wird, begehen viele Familien alljährlich ihre eigenen, kleine Rituale. Auch das Kino hat sich wiederholt den familiären Weihnachtsgeschichten mit all ihren Freuden und Katastrophen gewidmet – und das häufig schrill und sehr amerikanisch. Die <em>Augsburger Puppenkiste</em>, selbst ein Ort liebgewonnener Tradition, nimmt sich demgegenüber bereits seit 2014 auf der Theaterbühne der ursprünglichsten aller Weihnachtsgeschichten an, nämlich der biblischen. In diesem Jahr findet ihre Inszenierung erstmals den Weg auf die große Leinwand und schafft es dabei, alle Versprechen einzulösen.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Montag dieser Woche wurde der Film, der seine Weltpremiere bereits auf dem Fünf Seen Filmfestivals in Starnberg gefeiert hatte, erstmals in Augsburg vor Mitwirkenden, Unterstützern und Freunden der Puppenkiste gezeigt. Dabei war schnell klar, dass der Charme der berühmten „Stars an Fäden“ auch im Kino trägt. Ein ganz wichtiger Grund dafür liegt im Drehbuch <em>Judith Gardners</em>, das die Geschichte der Heiligen Familie nach Motiven der Evangelien des Lukas und des Matthäus erzählt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Esel <em>Noel</em>, dessen wichtige Rolle als treuer Begleiter und Helfer in der Not hier erstmals ins rechte Licht gerückt wird. Mit ihrem Humor hilft die Figur zudem wesentlich dabei, den anspruchsvollen Spagat zwischen der Würde des Stoffs und der liebevollen Ironie zu meistern, die viele mit der Puppenkiste verbinden.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Hochaktuell und nicht nur für junge Zuschauer</h3>
<p style="text-align: justify;">Dass sich der Film an Kinder und Erwachsene richtet, wird vor allem dann deutlich, wenn es um das Thema der kulturellen Verständigung geht. Denn viele der Abweichungen von der Originalvorlage stehen im Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität. So betont <em>Die Weihnachtsgeschichte</em> auf kindgerechte, aber eindrückliche Weise den Umstand, dass Maria und Joseph Bethlehem als Vertriebene erreichen und dass es gerade die armen Hirten sind, die ihnen mit Mitgefühl begegnen. Ein besonderer Kunstgriff liegt in der bewussten historischen Abweichung, die Weisen aus dem Morgenland als Symbol für den gemeinsamen Ursprung von Christentum und Islam aufzugreifen. Damit leistet der Film gerade in seiner ruhigen Art einen ganz eigenen Beitrag zu einer großen gesellschaftlichen Debatte und betont einen Aspekt der weihnachtlichen Überlieferung, der aktueller nicht sein kann.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/2o8NaFzQH6U" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Neben dem Drehbuch sind es natürlich vor allem die Puppen selbst, welche <em>Jürgen Marschall </em>im berühmten Stil der Puppenkiste angefertigt hat, und das Bühnenbild von <em>Hans Kautzmann</em>, die sofort Erinnerungen an die Kindheit wecken. Im Gegensatz zu den bekannten Fernsehproduktionen handelt es sich bei <em>Die</em> <em>Weihnachtsgeschichte</em> um die filmische Umsetzung einer Theaterinszenierung, wobei sowohl das Publikum als auch Bewegungen des Bühnenbilds einbezogen sind. Dabei sind die Bilder von den warmen Farben und geschwungenen Linien des Wüstenmotivs geprägt. Auch der überzeugende Soundtrack aus der Feder <em>Susanne Ortners</em>, der sich am Klang der jüdischen Klezmer-Musik orientiert, verweist auf das Heilige Land. Der dezente Swing dieser ursprünglich als Hochzeitsmusik entstandenen Stilrichtung und vor allem der humorvolle Einsatz der Klarinette erinnern dabei immer wieder an die beliebten Melodien aus <em>Lummerland</em> und Co.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer sich also auf ruhige und besinnliche Art für das Weihnachtsfest einstimmen möchte, sollte diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Dabei kommen auch Fans des bekannten Marionettentheaters voll auf ihre Kosten, denn die Inszenierung steht nicht nur ganz im Zeichen der christlichen Überlieferung, sondern in den Worten des Theaterleiters <em>Klaus Marschall</em> ebenso in der „alten Tradition der Puppenkiste“. Gezeigt wird der Film in über 300 Kinos in Deutschland und Österreich, in Augsburg an allen Adventsonntagen im <em>Cinemaxx</em>, dem <em>Thalia Kino </em>und dem <em>Liliom</em>.</p>
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		<title>Regen, Traufe, Trump</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2016 12:56:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[populismus]]></category>
		<category><![CDATA[trump]]></category>
		<category><![CDATA[us-wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[usa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommentar zum Umgang mit dem Ergebnis der US-Wahlen Keiner hätte damit gerechnet und doch wollen es viele gewusst haben: Der umstrittene Unternehmer und Republikaner Donald J. Trump ist der designierte 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Bis zuletzt wurde...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Kommentar zum Umgang mit dem Ergebnis der US-Wahlen</h2>
<figure id="attachment_9280" aria-describedby="caption-attachment-9280" style="width: 799px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9280" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/Karte-mit-Stimmzettel_groß.png" alt="Text: Michael Müller - Illustration: Isabell Beck" width="799" height="480" /><figcaption id="caption-attachment-9280" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Keiner hätte damit gerechnet und doch wollen es viele gewusst haben: Der umstrittene Unternehmer und Republikaner Donald J. Trump ist der designierte 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Bis zuletzt wurde der Wahlkampf mit seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton mit überharten Bandagen geführt. Auch diesseits des Atlantiks hat Trumps Kampagne unter dem Slogan „Make America Great Again“ für große Aufmerksamkeit gesorgt. Viele deutsche Beobachter in der Politik und den Medien haben ihn als den Prototypen eines neuen Populismus mit nationalem Zungenschlag betrachtet, den sie auch in Europa auf dem Vormarsch sehen. Hat die Wahl in der neuen Welt also einen empfindlichen Nerv auf dem alten Kontinent getroffen</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn deutsche Politiker von Populismus sprechen, meinen sie damit meist eine Form der Rattenfängerei: Polternde Selfmade-Politiker reduzieren die Debatte auf scheinbar einfache Lösungen komplizierter Probleme. Tatsächlich bedienen Populisten oftmals einfache Klischees, ziehen Emotionen jederzeit den Inhalten vor und stellen viele Freiheiten in Frage, die zum Kern liberaler Demokratien gehören. Klassische Feindbilder, die auch Trump bedient hat, sind angeblich korrupte Polit-Eliten und Zuwanderer. Hierzulande macht die <em>Alternative für Deutschland </em>(<em>AfD</em>) mit Schlagwörtern wie „Altparteien“, „Lügenpresse“ oder „Islamisierung“ in dieser Richtung Schlagzeilen. Doch es gibt eine viel entscheidendere Gemeinsamkeit der neuen Populisten. Sie sind bei Wahlen oder Referenden, wie zum Beispiel dem Brexit, erschreckend erfolgreich. Entsprechend lagen auch die deutschen Reaktionen auf die US-Wahl zwischen Fassungslosigkeit und Wut. Aber können wir uns derartig einseitige Reaktionen überhaupt leisten?</p>
<h3 style="text-align: justify;">Keine Krise der Demokratie, sondern der Kommunikation</h3>
<p style="text-align: justify;">Wer sich darauf beschränkt, Trumps Positionen als autoritär zu brandmarken oder seinen Erfolg mit dem üblichen Kopfschütteln über die „verrückten Amis“ abtut, begeht einen folgenschweren Fehler. Er vergisst, dass die teilweise irrationalen Thesen der Populisten ganz reale Ursachen haben. Ein Faktor für Trumps Erfolg war es, emotionales Kapital aus der wirtschaftlichen Schieflage in den USA zu schlagen. Wichtige Punkte waren dabei eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sowie Jobs, die trotz harter Arbeit gerade so das Existenzminimum sichern. Das sind Probleme, die es nicht nur in Amerika gibt und die auch anderswo viel Frust heraufbeschwören. Trump hat das Gefühl erzeugt, sich dieser Sorgen mehr anzunehmen als Hillary Clinton, die er immer wieder als Teil einer „korrupten Machtelite“ beschimpft hat. Auch in Europa fühlen sich Bürger immer wieder allein gelassen von einer Politik, deren Prozesse und Entscheidungen sie nicht mehr verstehen. Der Grund dafür ist keineswegs, dass moderne Politiker an den Interessen der Bevölkerung vorbei agieren. Vielmehr haben Veränderungsprozesse wie die Globalisierung oder die Digitalisierung dafür gesorgt, dass der Alltag und die Aufgaben der Politik immer komplexer wurden. Populismus spricht nicht zufällig vor allem die Menschen an, die sich ohnehin als Verlierer dieser Veränderungsprozesse betrachten.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit sind Wahlerfolge der Populisten allerdings noch lange kein Problem der Demokratie, sondern vor allem der Kommunikation. Es gilt, auch komplizierte Themen und Entscheidungen so aufzuschlüsseln, dass sie nicht nur für Experten verständlich sind. Dabei handelt es sich um den zentralen Anspruch moderner Demokratien, den sich bereits heute viele Politiker zu Herzen genommen haben. Doch leider verirrt sich die Schwarz-Weiß-Rhetorik der Populisten immer noch viel zu häufig auch in andere Lager. Wer Parteien wie die AfD dämonisiert und ihre Wähler per se in das radikale oder kriminelle Lager verpflanzt, vergibt eine Chance. Allein schon im Sinne der demokratischen Freiheiten müssen sich die Politik und auch die Medien mit mehr Mut auf einen schwierigen Spagat einlassen. Es gilt, die berechtigten Sorgen der Bürger ernst zu nehmen, ohne dem Zynismus der sogenannten „besorgten Bürger“, der eigentlichen Basis des Populismus, nach dem Mund zu reden. Ein Wähler, aus dessen Sicht nur die Entscheidung zwischen dem Regen und der Traufe bleibt, kann immer wieder Trump wählen – sei es auch nur aus Protest. Ein erster ganz wichtiger Schritt ist dabei ein größerer Abstand von der gegenwärtigen Hysterie. Wer klare Kante gegen den Populismus zeigen will, kann dies nur auf inhaltlichem Wege erreichen. Auch wenn die Provokationen groß sind, wird es die Klischees der Populisten immer stärken, sich auf ihre Kampfrhetorik einzulassen. Das betrifft nicht nur die Politik, sondern die ganze Gesellschaft. So kann sich am Ende auch der Sieg Trumps positiv auswirken. Er zeigt uns Fehler, aus denen wir lernen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/11/regen-traufe-trump/">Regen, Traufe, Trump</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Bandportrait: Trio Zahg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Oct 2016 07:58:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[Band]]></category>
		<category><![CDATA[bandporträt]]></category>
		<category><![CDATA[jazz]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der aktuellen Jazzszene sind Klaviertrios seit einiger Zeit im Aufwind. Nicht selten, weil sie sich mehr als andere Combos von engen Genrebegriffen lösen und Einflüsse aus Pop, Rock und Klassik aufgreifen. Wer sich für diesen frischen Jazz interessiert, muss...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/10/bandportrait-trio-zahg/">Bandportrait: Trio Zahg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_9145" aria-describedby="caption-attachment-9145" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9145 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/1200-px.jpg" alt="13.10.2012 - Trio Zahg FOTO: BOGDAN KRAMLCZEK" width="1200" height="801" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/1200-px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/1200-px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/1200-px-768x513.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/1200-px-1024x684.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9145" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller – Fotos: Trio Zahg – Layout: Alexandra Kiefer</figcaption></figure>
<p><strong>In der aktuellen Jazzszene sind Klaviertrios seit einiger Zeit im Aufwind. Nicht selten, weil sie sich mehr als andere Combos von engen Genrebegriffen lösen und Einflüsse aus Pop, Rock und Klassik aufgreifen. Wer sich für diesen frischen Jazz interessiert, muss dafür aber gar nicht bis ins Ausland schauen. Direkt hier in Augsburg spielt das Trio Zahg modernen Jazz, der ganz ohne elitäres Gehabe ebenso klug wie aufgeschlossen ist.</strong></p>
<p>Jazz-Combos gehören auf einer Vernissage oft zum lebenden Inventar. Meistens sollen sie zwischen Grußworten und Danksagungen unauffällig für eine wohlige Cocktailatmosphäre sorgen. Manchmal kann es jedoch auch anders kommen, wie auf der Eröffnung der aktuellen Ausstellung der Augsburger Puppenkiste. Ganz ohne die üblichen Jazzstandards, dafür mit jeder Menge Drive brauchte das augsburger Trio Zahg nur wenige Takte, um alle Anwesenden in seinen Bann zu ziehen. Im Jahr 2008 kam die Band auf Initiative des Pianisten Tobias Reinsch erstmals in Augsburg zusammen. Zusammen mit Stefan Berger (Bass) und Matthias Fischer (Drums) hat das Trio einen eigenen, kraftvollen Sound entwickelt, der alle Klischees hinter sich lässt.<br />
Auch wenn das Trio in Augsburg zusammengefunden hat, fällt es schwer, von einer lokalen Band im klassischen Sinne zu sprechen. Die drei studierten Musiker leben und arbeiten nämlich nicht nur in Augsburg, sondern auch in München und Köln. Deshalb treffen sie sich vor allem im Umfeld gemeinsamer Auftritte, um an neuem Material zu arbeiten. Das allerdings zumeist sehr intensiv, wie der Augsburger Tobias Reinsch erklärt: „Weil wir so weit auseinander wohnen, kommt es eigentlich nicht vor, dass wir uns sehen und nichts machen.“ Für alle drei Musiker zählt das Trio Zahg zu ihren jeweiligen Hauptprojekten. Dabei hebt Reinsch hervor, dass  es innerhalb der Band keinerlei Hierarchien gibt: „Wir drei schreiben zu gleichen Teilen und es ist uns auch ganz wichtig, dass es keinen Frontmann gibt. Bei uns steht die Musik im Vordergrund.“ Wenn sich die Band trifft, bringt jeder bereits Material und Skizzen mit, in die sich das Trio dann gemeinsam einarbeitet. So entsteht aus langjähriger, gemeinsamer Erfahrung der typische Zahg-Sound.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige29">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Wir machen einfach Musik“</h3>
<p>Diese ist, wie auf dem aktuellen Album Oscar Lima Fango zu hören, vor allem von einer großen Variabilität gekennzeichnet. Mal swingend, mal tänzelnd und verträumt, dann wieder vertrackt und immer kraftvoll präsentiert sich die Band dabei als eine stimmige Einheit. Das ausgewogene Klangbild verleiht jedem der Musiker eine eigene und freie Stimme. Dass die Linien dabei scheinbar mühelos ineinander fließen, beweist die Vertrautheit der Band. Die Basis des Sounds legt Matthias Fischer mit ebenso druckvollen wie präzisen Beats. In Verbindung mit Stefan Bergers mal trockenen, mal melodiösen Grooves öffnet sich so der Raum für Tobias Reinschs oft lyrische Linien. Hier wird die Philosophie der Band hörbar: Kein Frontmann, kein Imponiergehabe und vor allem kein Genredenken.<br />
„Ich würde niemals sagen, dass wir eine klassische Jazzband sind. Diese Labels sperren ja auch ein. Leute, die nur Pop oder nur Klassik hören, die würden uns sonst nie finden. Auch richtige Hardcore-Jazzer hören uns vielleicht nicht, weil wir nicht ausschließlich die Jazztradition aufgreifen. Wir machen einfach Musik und wollen gute Stücke schreiben, die ruhig auch ihre Ecken und Kanten haben, aber vor allem aus dem Bauch heraus kommen.“ Mit Einflüssen aus Pop, Rock und Klassik liegt das Trio Zahg damit auf der Wellenlänge anderer Grenzgänger wie The Bad Plus, dem Avishai Cohen Trio oder der ruhigen Projekte eines John Zorn. Das Aufzählen und Vergleichen wird dem eigenen Charakter der kompakten Stücke allerdings nicht gerecht. Die Experimentier- und Spielfreude der Band machen die Musik am Ende doch wieder zu Jazz, allerdings ohne jene elitäre Hochnäsigkeit, die dem Genre oft unterstellt wird.</p>
<h3>Mit Augsburg verbunden</h3>
<p>Trotz Auftritten in ganz Deutschland bleibt das Trio Zahg dabei Augsburg verbunden. Bereits im Jahr 2012 widmete es dem historischen Wassersystem der Stadt ein ganzes Album, lange vor der aktuellen Bewerbung um das UNESCO Welterbe. An verschiedenen Orten in und um Augsburg sammelten die Musiker Eindrücke und widmeten der Stadt eine eigene „Wassermusik“, die nicht nur auf der angesprochenen Vernissage für Aufmerksamkeit sorgte. Die Offenheit für alle Arten der Inspiration zeigt sich auch in einem anderen Herzensprojekt der Band, dem „Zahg Tag“. Seit einigen Jahren entstehen unter diesem Namen gemeinsame Projekte mit Künstlern mit einer Behinderung, wie die Vertonung von Skulpturen oder Gedichten. Ein besonderes und bereicherndes Projekt, das inzwischen einen festen Platz in der Augsburger Inklusionslandschaft hat.<br />
Im vergangenen Jahr fand der Zahg Tag am 21. November in Zusammenarbeit mit einem Rollstuhlballett statt. Wer die Band einmal in der weiteren Umgebung live erleben möchte, hat dazu im Herbst wieder die Gelegenheit, z. B. am 27. Oktober im Audi-Forum in Ingolstadt. Weitere Daten gibt es auf der Website der Band. Auf der Suche nach jungem Jazz mit Herz, Kopf und offenen Armen führt in Augsburg jedenfalls kaum ein Weg am Trio Zahg vorbei.</p>
<blockquote>
<h3><strong>Steckbrief: Trio Zahg</strong></h3>
<ul>
<li><strong>Bandname</strong>: Trio Zahg</li>
<li><strong>Wer genau:</strong> Tobias Reinsch (Klavier) / Stefan Berger (Bass) / Matthias Fischer (Drums)</li>
<li><strong>Musikrichtung:</strong> Independent Jazz, Zahg-Sound</li>
<li><strong>Wünsche für Augsburg:</strong> eine weitere Öffnung der Kulturszene Augsburgs auch nach außen, ein Erfolg der UNESCO-Bewerbung, eine zukunftsfähige Lösung für das Stadttheater</li>
<li><strong>Als Bundeskanzlerin Merkel würde ich:</strong> Musik breitenmäßig und ohne elitären Anstrich fördern und irgendetwas mit Griechenland machen</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/10/bandportrait-trio-zahg/">Bandportrait: Trio Zahg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Bandporträt: Griswold</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jul 2016 18:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[bandporträt]]></category>
		<category><![CDATA[Glue]]></category>
		<category><![CDATA[Griswold]]></category>
		<category><![CDATA[indie]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[musiktipp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein wenig skurril, aber sehr warm und immer für eine Überraschung gut – so lässt sich der Sound der Augsburger Band Griswold beschreiben – und das seit stolzen 15 Jahren. Wir sprachen mit den Gründungsmitgliedern über Natürlichkeit, Indiepopjazzfolkrock und den...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/07/bandportraet-griswold/">Bandporträt: Griswold</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_9036" aria-describedby="caption-attachment-9036" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9036" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Interview_Griswold_1200.png" alt="Text: Michael Müller - Foto: Paul von Platen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Interview_Griswold_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Interview_Griswold_1200-400x267.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Interview_Griswold_1200-768x512.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Interview_Griswold_1200-1024x683.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9036" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Foto: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p><strong>Ein wenig skurril, aber sehr warm und immer für eine Überraschung gut – so lässt sich der Sound der Augsburger Band Griswold beschreiben – und das seit stolzen 15 Jahren. Wir sprachen mit den Gründungsmitgliedern über Natürlichkeit, Indiepopjazzfolkrock und den langen Weg zur ersten EP.</strong></p>
<p>„Eigentlich sind wir eine ganz klassische Schulband. Wir waren alle im selben Jahrgang und haben uns erst einmal über die Schule kennengelernt. Der Rest hat sich dann ergeben“, beschreibt Michael Jedelhauser, Gitarrist und Keyboarder der Augsburger Band <a href="http://griswoldmusic.com/">Griswold</a>. Denn gemeinsam mit Uwe Lukatsch (Gitarre,Vocals), André Schindler (Drums, Percussion) und Tom Weiß (Bass) hat er das Projekt ins Leben gerufen. In der aktuellen Besetzung mit Christoph Rick (Saxofon) und Ursula Weiß (Piano) ist das Sextett seit 2009 auf den Bühnen der Region unterwegs. Damit sind Griswold alles andere als Newcomer im eigentlichen Sinne. Vor einem knappen Jahr ist mit Glue auch ihre erste EP erschienen.</p>
<h3>Zwei Versuche für die erste EP</h3>
<p>Doch warum hat die erste Veröffentlichung so lange auf sich warten lassen? Darauf antwortet Schindler: „Das mit der EP ist auch so eine typische Griswold-Geschichte, denn wir haben sie tatsächlich zweimal eingespielt. Eigentlich waren die Aufnahmen schon vor Jahren fertig und mussten nur noch abgemischt werden. Doch dann sind sie auf einmal verschwunden – mitsamt unserem damaligen Tontechniker.“ Aus diesen ersten Sessions ist der Band nur der Song Pocketwatch, der es jetzt auch in der Originalversion auf die EP geschafft hat. Lange Zeit hat diese schmerzhafte Erfahrung dazu beigetragen, dass die Band einen zweiten Versuch erst einmal vor sich hergeschoben hat. Umso größer war natürlich die Freude, als Glue im vergangenen August endlich erscheinen konnte. Doch was macht eine Geschichte, die erst einmal sehr frustrierend klingt so typisch? Vor allen Dingen, dass die Band selbst diese unangenehme Erfahrung am Ende für sich nutzen konnte. „Damals haben wir auf Klick aufgenommen und ganz strikt auf den Takt geachtet“, erklärt Lukatsch. „Das Ergebnis klang aber irgendwie zu verkrampft. Deshalb haben wir dieses Mal mit Bass und Schlagzeug zuerst einen Guidetrack eingespielt, an dem wir uns danach für die einzelnen Spuren orientiert haben. So bleibt die Dynamik unserer Songs erhalten und alles klingt viel natürlicher.“</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/TtthvSFnv-I" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Dieser organische Umgang mit dem Material wird auf Glue sehr gut hörbar. Den eigenen Sound bezeichnen Griswold dabei mit einem Augenzwinkern als Indiepopjazzfolkrock. Bei Einflüssen der einzelnen Musiker, die vom unlängst verstorbenen David Bowie bis hin zur Jazzlegende Wayne Shorter reichen, verwundert es jedoch kaum, dass sich das Ergebnis klassischen Genres entzieht. Trotzdem klingt die EP zu jeder Zeit stimmig, was vor allem am warmen Klangbild der sechs enthaltenen Songs liegt. Dabei überzeugt der Opener DECT direkt durch einen unterschwelligen Drive, den die markante Gitarrenlinie durch den ganzen Song zieht. Doch auch für ruhigere Töne ist Raum, wie das reduzierte Scissors mit seiner langsamen Steigerung zeigt. Melodisches Highlight der EP ist allerdings der Titletrack Glue, dem es gelingt, die ohnehin schon schönen Gesangs- und Instrumentallinien durch mehrere Wechsel in eine herrlich melancholische Atmosphäre zu verweben. Auf der gesamten EP fällt auf, dass Gesang und Instrumente oft eine gleichberechtigte Rolle im Klangbild spielen, was besonders viel Raum für Variationen und kleine Überraschungen lässt.</p>
<h3>„Grundsätzlich neigen wir ein wenig zum Chaos“</h3>
<p>Auch die Arbeitsweise der Band setzt ganz auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Früher wurden neue Songs sogar gemeinsam im Proberaum geschrieben. Seit dem Einstieg in das Berufsleben fehlt dafür jedoch oft die nötige Zeit, weshalb Lukatsch das Gerüst eines Titels inzwischen häufig allein am Computer zusammensetzt. Ausgearbeitet wird dieses meist noch ein wenig mechanisch klingende Fundament natürlich immer noch gemeinsam. Oft muss die Band einen Song dabei erst einige Zeit spielen, bis er stimmig und natürlich klingt. Das kann auch schon einmal bedeuten, sich zurückzunehmen. „Grundsätzlich neigen wir schon ein wenig zum Chaos“, gibt Schindler zu, „doch Glue ist da ruhiger. Vielleicht mussten wir dafür erst einmal lernen, uns ein wenig am Riemen zu reißen. Vor allem haben wir auf nachträgliche Effekte im Mix weitestgehend verzichtet, damit es echt klingt und nicht nach einer aufgeblasenen Pop-Produktion.“ Das ist fürs Erste jedenfalls gelungen und Material für eine LP gibt es auch bereits. Die soll übrigens, so viel verraten Griswold schon einmal, nicht so lange auf sich warten lassen wie Glue.</p>
<blockquote>
<h3><strong>Mehr Infos über Griswold:</strong></h3>
<ul>
<li><strong>Wer genau</strong>: Uwe Lukatsch (Gitarre, Vocals), Michael Jedelhauser (Gitarre, Synthesizer), Tom Weiß (Bass), André Schindler (Drums, Percussion), Christoph Rick (Saxofon) und Ursula Weiß (Piano)</li>
<li><strong>Musikrichtung</strong>: Indie</li>
<li><strong>Größter Erfolg</strong>: die fertige EP und, dass die Band noch zusammen ist</li>
<li><strong>Famous Song</strong>: DECT<br />
<strong>Wunsch für Augsburg</strong>: einen Laden, der jeden Tag Livemusik bietet und sich über seine Bühne definiert</li>
<li><strong>Als Bundeskanzlerin Angela Merkel …</strong> geboren wurde, waren wir noch nicht auf der Welt.</li>
</ul>
</blockquote>
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		<title>(K)einer von uns?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2016 11:44:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommentar zum anstehenden EU-Austritt Großbritanniens Demokratie am eigenen Leib zu erfahren, ist nicht immer ein Erfolg. Wer kann sich nicht an Klassensprecher erinnern, die so lange über das Ziel eines Wandertags abstimmen lassen, bis ihnen das Ergebnis passt? Gerade dürfte...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/06/kommentar-brexit/">(K)einer von uns?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Kommentar zum anstehenden EU-Austritt Großbritanniens</h2>
<figure style="width: 1197px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="" src="https://gedankenkammer.files.wordpress.com/2016/06/brexit_oben_1200.png" width="1197" height="987" /><figcaption class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p>Demokratie am eigenen Leib zu erfahren, ist nicht immer ein Erfolg. Wer kann sich nicht an Klassensprecher erinnern, die so lange über das Ziel eines Wandertags abstimmen lassen, bis ihnen das Ergebnis passt? Gerade dürfte sich der britische Premierminister David Cameron allerdings mit Wehmut an diese Zeiten erinnern. Vergangenen Donnerstag haben sich die Briten mit einer (denkbar knappen) Mehrheit von 52 Prozent der abgegebenen Stimmen für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Obwohl sich inzwischen bereits mehr als 1,5 Millionen Briten einen zweiten Durchgang wünschen, wird es wohl nicht dazu kommen. Welche Folgen nach den Austrittsverhandlungen auf Politk und Wirtschaft beider Seiten zukommen, ist noch nicht absehbar. Allerdings ist der Brexit schon jetzt ein drastischstes Beispiel dafür das Volkes Wille auch trennen könnte, was eigentlich zusammengehört.</p>
<h3>No Englishman Is an Island</h3>
<p>In jedem Fall haben die Brexiteers auch auf dem Festland ihre Anhänger. In etlichen anderen EU-Staaten forderten rechtspopulistische Kräfte umgehend ein eigenes Referendum, am lautesten vielleicht in Frankreich, Italien und den Niederlanden. Ihr Argument ist dabei stets das gleiche: Wer zurück zur nationalen Stärke will, muss den lästigen Staatenbund loswerden. Hinter viel Gepolter um tradierte Werte, lauert zumeist nur das Versprechen, unerbittlich um den nationalen Vorteil zu schachern. Damit ist allerdings die gefährliche Illusion verbunden, diese Vorteile im Alleingang erwirtschaften zu können. In einer Welt, die bereits jetzt komplexer vernetzt ist als jemals zuvor, spielt das Versprechen vom Nationalstaat auf gefährliche Weise mit einem weit verbreiteten Phantomschmerz.</p>
<p>Beim Einzelnen können Ungewissheit und Risiken schnell zu einer Angst führen, welche die Chancen zu überwiegen scheint. Das Wecken der Hoffnung, sich im Alleingang davon loszusagen, spielt auf riskante Weise mit durchaus berechtigten Sorgen. Das Versprechen, durch die eigene Isolation lange zusammengewachsene Einflüsse aufzuheben, ist schlicht verantwortungslos. Die erste Konsequenz des Austritts liegt vor allem darin, in der EU eben jene laute Stimme zu verlieren, für welche die Briten so gefürchtet waren. Mittelfristig wird diese Erkenntnis das Ansehen der Politik kaum bessern können. Das Vertrauen in die Fähigkeit gewählter Volksvertreter, mit den komplexen Herausforderungen der Welt angemessen umzugehen, gehört jedoch zum Kern jeder Demokratie. Dazu gehört das Eingeständnis der Politik, dass Lösungen nicht für immer sind, aber auch das Versprechen, bei Bedarf besonnen nachzubessern. Demgegenüber hilft der Brexit nur von unliebsamen Entwicklungen abgehängt zu werden. Unabhängig macht er deshalb noch lange nicht.</p>
<h3>Disunited Kingdom</h3>
<p>Innerhalb Großbritanniens bleibt eine Abstimmung, die beinahe ebenso viele Verlieren wie Gewinner kennt. Da wundert es nicht, dass Nordirland und Schottland, in denen mehrheitlich gegen einen Austritt gestimmt wurde, bereits laut über eine Zukunft jenseits des Vereinigten Königreichs nachdenken. Vor allem die Jungen sehen sich in weiten Teilen mit einer Zukunft konfrontiert, die sie selbst nicht gewollt haben. Einerseits haben immerhin 64 Prozent der Wähler unter 24 Jahren für den Verbleib in der EU gestimmt. Andererseits ist Großbritannien auch bei der Jugend jenseits der eigenen Grenzen beliebt. Als Beispiel sei nur erwähnt, dass 19 Prozent der Studierenden an britischen Hochschulen aus dem Ausland kommen. Zwar bedeutet der Brexit nicht zwingend den Ausstieg aus ERASMUS, doch in jedem Fall wird der gegenseitige Austausch nun für beide Seiten erschwert. Das allerdings durch eine Entscheidung, die am stärksten von Wählern unterstützt wurde, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. So betrachtet kann gerade den Jungen in anderen Ländern das Ergebnis als deutliches Zeichen dienen.</p>
<p>Ja, die Mehrheit der Briten hat sich für eine Zukunft außerhalb der EU entschieden. Und ja, dabei handelt es sich um ein demokratisches Ergebnis, das unbedingt zu respektieren ist. Aber es war denkbar knapp und gerade die jungen Briten hätten es sich anders gewünscht. Wir haben immer ein Recht, an einer Zukunft mitzuwirken, die vor allem uns betrifft. Wenn es darum geht, zu einfache Lösungen zu verhindern, vielleicht sogar die Pflicht. Dabei ist aus Sicht der Jugend tragisch und tröstend zugleich: Die meisten Spalter waren keine von uns.</p>
<figure style="width: 1199px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="" src="https://gedankenkammer.files.wordpress.com/2016/06/brexit_unten_1200.png" width="1199" height="733" /><figcaption class="wp-caption-text">Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Initiativenstraße 2016</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 18:34:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[campus]]></category>
		<category><![CDATA[engagement]]></category>
		<category><![CDATA[initiativenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[uni augsburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Studentisches Engagement kennt viele Gesichter. Die in jedem Sommersemester stattfindende Initiativenstraße an der Universität Augsburg gibt studentischen Projekten die Möglichkeit, sich vorzustellen und vor allen Dingen interessierte Neumitglieder anzuwerben. Wir waren dabei und haben uns ein Bild von den Initiativen, Vereinen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/05/initiativenstrasse-2016/">Initiativenstraße 2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_8789" aria-describedby="caption-attachment-8789" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8789 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/presstige_Initiativenstrasse_Beitragsbild1200.jpg" alt="presstige_Initiativenstrasse_Beitragsbild1200" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/presstige_Initiativenstrasse_Beitragsbild1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/presstige_Initiativenstrasse_Beitragsbild1200-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/presstige_Initiativenstrasse_Beitragsbild1200-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/presstige_Initiativenstrasse_Beitragsbild1200-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-8789" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller – Fotos: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Studentisches Engagement kennt viele Gesichter. Die in jedem Sommersemester stattfindende Initiativenstraße an der Universität Augsburg gibt studentischen Projekten die Möglichkeit, sich vorzustellen und vor allen Dingen interessierte Neumitglieder anzuwerben. Wir waren dabei und haben uns ein Bild von den Initiativen, Vereinen und Projekten an der Uni gemacht. Dabei haben wir die gesammelten Eindrücke im Bild festgehalten. Unser Fazit: Auch wenn die Zeit für intensive Gespräche häufig nicht reicht, gibt die Initiativenstraße einen guten und schnellen Überblick – und Kontaktdaten sind ja zum Glück schnell getauscht. Deshalb werden wir auch im nächsten Jahr gerne wieder vor Ort sein.</p>
<p> [<a href="https://presstige.org/2016/05/initiativenstrasse-2016/">See image gallery at presstige.org</a>] </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/05/initiativenstrasse-2016/">Initiativenstraße 2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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