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	<title>bildung Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Ehrenamt: Als Mentor Bildungschancen ermöglichen</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jun 2023 11:34:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der gemeinnützige Verein Haydee! e.V setzt sich für Bildungsgerechtigkeit ein, insbesondere für Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2023/06/ehrenamt-als-mentor-bildungschancen-ermoeglichen/">Ehrenamt: Als Mentor Bildungschancen ermöglichen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p>Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Inflation – all diese<br />gesellschaftlichen Veränderungen trafen und treffen sozioökonomisch benachteiligte<br />Personen besonders stark. Bei Kindern und Jugendlichen spiegelt sich das in den<br />Noten wider.</p><p>Die zunehmende Heterogenität der Schüler:innen in Deutschland verdeutlichen,<br />dass der Schulerfolg vor allem von Faktoren wie Herkunft und sozioökonomischem<br />Hintergrund abhängig ist.</p><p>Laut dem Hochschul-Bildungs-Report aus dem Jahre 2020 beginnen von 100 Kindern aus Akademikerfamilien 79 ein Studium, während dies in Nicht- Akademikerfamilien nur 27 von 100 Kindern sind.¹ Fehlende Vorbilder, soziale Ungerechtigkeiten und finanzielle Schwierigkeiten tragen dazu bei.</p><p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-25599 aligncenter" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230523-WA0027-300x78.jpg" alt="" width="300" height="78" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230523-WA0027-300x78.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230523-WA0027-768x199.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2023/05/IMG-20230523-WA0027.jpg 866w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p><p>Der gemeinnützige Verein Haydee! e.V will gegen diese Situation etwas tun und setzt<br />sich für Bildungsgerechtigkeit ein. Der Verein wurde 2020 gegründet als im Zuge der<br />Corona-Pandemie und den verordneten Lockdowns besonders Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch schwächeren Familien Probleme mit dem Schulstoff bekamen. Eine Nachhilfe ist für sie oftmals zu teuer, denn je nach Anbieter kostet eine Stunde Nachhilfe 10 bis zu 50 Euro.² Die Berliner Studentin Lizge Yigmis hatte deshalb die Idee eine ehrenamtliche digitale Nachhilfeplattform für Schüler:innen mit Migrationshintergrund sowie aus sozioökonomisch benachteiligten Familien zu schaffen. Über die Plattform erhalten sie freien Zugang zu Nachhilfe – denn Bildungschancen sollten nicht vom Geldbeutel abhängen.</p><p><strong>Wie läuft die Unterstützung genau ab?</strong></p><p>„Haydee!“ vermittelt Mentor:innen an benachteiligte Schülerinnen und Schüler.<br />Ein:e Mentor:in gibt einmal die Woche 60 Minuten ehrenamtlich digitale Eins-zueins-Nachhilfe. Der Fokus liegt dabei auf einer freundschaftlichen Unterstützung:<br />also einem Mentoring.</p><p><strong>Wie läuft das Mentoring ab?</strong></p><p>Die Mentor:innen dürfen frei wählen, bei welchen Fächern und Schulformen sie Unterstützung anbieten möchten. Die Schüler:innen, die sich als „Mentees“ anmelden, können sich nachweislich keine reguläre Nachhilfe leisten. Während sich die Einen nur Unterstützung bei den Hausaufgaben wünschen, bereiten sich die Anderen auf den Schulabschluss oder auf wichtige Prüfungen vor. Die Nachhilfe findet dann online über einen Videoanruf ab.</p><p><strong>Um als Mentor:in zu helfen, durchläuft man folgende Schritte:        </strong><strong>                                     </strong></p><p>1. Registrierung unter <a href="https://www.haydee-digitalenachhilfe.com/mentor-innen">https://www.haydee-digitalenachhilfe.com/mentor-innen</a><br />2. Kick-Off-Call mit einem &#8220;Haydee!&#8221; Mitglied<br />3. Einreichen eines Führungszeugnisses<br />4. Matching-Prozess und Zuteilung eines Mentees<br />5. Kennenlerngespräch mit deinem Mentee unter Begleitung von “Haydee!”<br />6. Das Mentoring kann starten</p><p>Der Verein freut sich nicht nur über jede Mentorin und jeden Mentor, sondern auch<br />über engagierte Menschen, die sich in der Vereinsarbeit engagieren möchten.                <span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Aufgabenfelder sind unter anderem die Betreuung von Mentees, das Anwerben von </span><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">neuen Mentor:innen, aber auch die Kooperation mit externen Partnern, die &#8220;Haydee!&#8221;-</span><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Mentees über berufliche Möglichkeiten informieren und sie auf ihrem Weg </span><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">unterstützen. Der Verein arbeitet ortsunabhängig online und hält sich mit </span><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">wöchentlichen Treffen auf dem neuesten Stand.</span></p><p>Für sein Engagement im Bildungssektor wurde „Haydee!“ vielfach ausgezeichnet. So<br />wurde der Einsatz des Vereins wurde mit dem „einheitspreis“ der Bundeszentrale für<br />politische Bildung geehrt. Neben weiteren Auszeichnungen, wie von<br />digital.engagiert, zählte „Haydee!“ zu den Finalisten des „Engagementpreises der<br />Studienstiftung des deutschen Volkes“, der „Deutschlandstiftung Integration“ und<br />gehört zu den Top 25 von startsocial. Zudem wurde &#8220;Haydee!&#8221; für den Deutschen<br />Engagementpreis nominiert.</p><p><strong>Persönliche Erfahrung:      </strong></p><p>Da ich selber schon das Mentoring für eine Schülerin übernommen habe und auch<br />Einblicke in die Teamarbeit des Vereins bekomme, kann ich eine 100%ige<br />Empfehlung aussprechen. Besonders gut gefällt mir die zeitliche Flexibilität und dass<br />die Nachhilfe genau auf die Zielgruppe zugeschnitten ist, die die Unterstützung<br />dringend benötigt.</p><p>Die Nachhilfe läuft unkompliziert über Video-Anrufe, welche ich einmal in der<br />Woche für 60 Minuten in meinen Freistunden tätige. Mein Mentee und ich arbeiten<br />Aufgaben aus ihrem Schulbuch ab und vertiefen schwierigere Aufgaben. Wir lernen<br />gemeinsam Mathematik für die siebte Jahrgangsstufe Realschule.</p><p><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Bei Wünschen oder Problemen können wir uns jederzeit an ein Mitglied von &#8220;Haydee!&#8221; </span><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">wenden oder uns mit anderen MentorInnen austauschen.</span></p><p><span style="font-weight: 400;"><strong>Kontakt zu &#8220;Haydee!&#8221;</strong> findet Ihr über:</span></p><p><a href="mailto:mentoring@haydee-digitalenachhilfe.com"><span style="font-weight: 400;">mentoring@haydee-digitalenachhilfe.com</span></a>        <a style="font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight ); background-color: #ffffff;" href="https://www.instagram.com/haydeenachhilfe/">https://www.instagram.com/haydeenachhilfe/</a><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">  </span><a style="font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight ); background-color: #ffffff;" href="https://www.facebook.com/haydee.digitalenachhilfe">https://www.facebook.com/haydee.digitalenachhilfe</a></p><p>¹https://www.hochschulbildungsreport2020.de/  ²<span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">https://www.superprof.de/blog/privatunterricht-tarif/ </span></p>								</div>
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		<title>Kommentar zum Interview: Finanzielle Bildung für Frauen</title>
		<link>https://presstige.org/2022/05/kommentar-zum-interview-finanzielle-bildung-fuer-frauen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andi Germer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2022 09:19:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Kommentar von Andi zum Interview Finanzielle Bildung für Frauen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/kommentar-zum-interview-finanzielle-bildung-fuer-frauen/">Kommentar zum Interview: Finanzielle Bildung für Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Link zum Interview: <a href="https://presstige.org/2022/05/finanzielle-bildung-fuer-frauen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" title="Finanzielle Bildung für Frauen">Finanzielle Bildung für Frauen</a></em></p>
<p><em>Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Kommentar, der die persönliche Meinung des Autors widerspiegelt.</em></p>
<p>Das Börsenforum Augsburg hat sich mit der Veranstaltung „Girls just wanna have Fun(ds)!“ ein nobles Ziel gesetzt. Aber den wahren Verliererinnen unserer patriarchalen Strukturen hilft ein Börsen-Crash-Kurs herzlich wenig. Während die zukünftigen Aktionärinnen Cocktails schlürfen und sich ihre manikürten Hände am Fingerfood fettig machen – praktischerweise gleich in den Räumlichkeiten der tecis Finanzdienstleistungen AG &#8211; bücken sich draußen Millionen Frauen beim Pfandflaschensammeln, um ihre kümmerliche Rente aufzubessern. <a href="https://www.diakonie.de/wissen-kompakt/armut-und-geschlecht">Und das deutlich öfter als Männer</a>, denn <a href="https://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++87e5258e-1639-11e3-a5ae-5254008a33df" class="broken_link">Armut ist weiblich</a>. Henle bezeichnete im Interview den Aktienhandel als <em>„eine der letzten Stufen des Feminismus“.</em> Ein fragwürdiges Zitat, vergisst sie dabei anscheinend völlig, dass für viele ärmere Frauen die ersten Stufen noch lange nicht genommen sind.</p>
<p>Aber ein Börsenforum interessiert sich natürlich nur für den reichen und schönen Teil der Gesellschaft, schließlich können die Konzerne, die hinter dieser Organisation stehen, mit armen Menschen kein Geld verdienen. Neben der bereits angesprochenen tecis Finanzdienstleistungen AG <a href="https://www.boersenforum-augsburg.de/partner/">finanzieren die „gemeinnützige“ Vereinsarbeit auch noch Firmen wie die bei Mietervereinen verhasste Patrizia AG</a>, welche durch ihre Spekulationen auf Wohnraum erheblich zur schlechten finanziellen Lage von Frauen im Alter beiträgt. Am Dachverband bvh <a href="https://www.bvh.org/homepage/partner.html" class="broken_link">beteiligen sich sogar so sympathische Unternehmen wie Blackrock oder das skandalträchtige Ernst &amp; Young</a>. Wer also denkt, eine Organisation wie das Börsenforum Augsburg verfolgt aufrichtig gemeinnützige Interessen, täuscht sich. Es geht einzig und allein um eines: die Anhäufung von Kapital.</p>
<p>Unter diesem Dogma ist eine neue Spießigkeit erwachsen, in der ein Viertel aller Erstwählenden ihr Kreuzchen bei der konservativen FDP setzt und anschließend ihre Freizeit damit verbringt, sich um das eigene Geld zu kümmern. Okay, wer drauf steht, ich habe auch komische Hobbys. Aber wenigstens schreibe ich mir dabei nicht groß „Feminismus“ auf die Flagge.</p>
<p>Mehr als ein auf-die-Flagge-schreiben können die Finanzhaie Augsburg e.V. aber nicht leisten, denn neoliberale Spießigkeit und emanzipatorischer Feminismus passen nicht zusammen. Das zeigt ein weiteres Top-Zitat von Henle: <em>„Wir Frauen haben im Leben einfach gewisse Herausforderungen wie Kinder kriegen und Ähnliches.“.</em> Autsch! Die Aufzählung „Herausforderungen für Frauen“ ist sehr lang, und „Kinder kriegen“ an die erste und einzige Stelle zu setzen schmerzt (Waren die zwei Lebensfragen einer Frau nicht <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/werbung-von-1954-eine-frau-hat-zwei-lebensfragen-15631106.html">was sie anziehen und was sie kochen soll</a>?). Aber unsere kleinen Aktienzocker:innen denken, Kinder kriegen ist die allerwichtigste Herausforderung für eine Frau, und daher behandeln sie das Thema „Investieren mit Schwangerschaft und Kind“ auch in einer Veranstaltung, die ausschließlich von Frauen besucht werden darf. Warum sollten sich Männer auch schon dafür interessieren? In einen Porsche passt schließlich kein Kindersitz.</p>
<p>Liebe Jungs vom Börsenforum Augsburg &#8211; ein Blick in euer <a href="https://www.boersenforum-augsburg.de/team/">Team</a> rechtfertigt das generische Maskulinum: Wenn euch die Emanzipation von Frauen durch finanzielle Bildung wirklich so am Herzen liegt, dann spart euch doch den Champagner-Feminismus und geht in die völlig überfüllten Frauenhäuser. Eure sexy Aktien kann sich dort niemand leisten, aber Schulungen zu Budgetierung oder den Grundlagen zum Online-Banking tragen weit mehr zur Gleichstellung aller Geschlechter bei, als eine unter dem Deckmantel der Emanzipation durchgeführte Werbeveranstaltung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/kommentar-zum-interview-finanzielle-bildung-fuer-frauen/">Kommentar zum Interview: Finanzielle Bildung für Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Finanzielle Bildung für Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Reile]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2022 09:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Finanzielle Bildung für Frauen. Am 12. Mai veranstaltet das Börsenforum Augsburg deshalb "Girls Just Wanna Have Fun(ds)". Der Andrang war groß und der erste Veranstaltungstermin nach wenigen Tagen ausverkauft. Grund genug für Presstige mit der Organisatorin Louisa Henle zu sprechen. Sie ist für den Bereich Education beim Börsenforum verantwortlich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/finanzielle-bildung-fuer-frauen/">Finanzielle Bildung für Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p><em>ETF, Depot, Tagesgeldkonto &#8211; beim Thema Finanzen durchzublicken, fällt vielen Studis abseits der WiWi-Fakultät nicht leicht. Am 12. Mai veranstaltet das Börsenforum Augsburg einen Infoabend zum Thema Finanzen mit besonderer Zielgruppe. Denn &#8220;Girls Just Wanna Have Fun(ds)&#8221; richtet sich in erster Linie an Frauen, die sich bei diesem Thema einen Durchblick verschaffen möchten. Der Andrang war groß und die Plätze für den ersten Veranstaltungstermin nach wenigen Tagen vergeben. Grund genug für Presstige, mit der Organisatorin Louisa Henle zu sprechen. Sie ist für den Bereich Education beim Börsenforum verantwortlich.</em></p>								</div>
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									<p><b>Presstige</b><b>: Was ist denn das Thema eurer Veranstaltung?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa Henle: </span><span style="font-weight: 400;">Bei uns geht es um finanzielle Bildung für Frauen. Also worauf müssen Frauen eigentlich achten &#8211; nicht nur beim Investieren, sondern auch bei Versicherung und Co. Was gibt es da zum Beispiel für spezielle Produkte für Frauen, die ja doch manchmal andere Probleme haben, beispielsweise geschlechtsspezifische Erkrankungen.</span></p>								</div>
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									<p><b>Und wie genau kann ich mir den Abend vorstellen? </b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Wir haben vor, das ein bisschen lockerer zu gestalten. Es gibt zum einen den fachlichen Teil, also Grundlagen: Was sind ETFs? Worauf muss ich beim Investieren achten? Aber auch spezifische Themen: Was kommt, wenn ich mal Kinder habe? Was hat das für Auswirkungen auf meine Rentenansprüche? Wie kann man da privat vorsorgen? Und es soll die Möglichkeit geben, dass die Teilnehmerinnen Fragen stellen können, die man normalerweise in einem gemischten Kurs nicht stellt, weil man sich vielleicht denkt &#8220;Das klingt jetzt doof&#8221; oder &#8220;Das wissen bestimmt schon alle&#8221; und man sich unsicher fühlt. Damit man hoffentlich nachher mit dem Gefühl rausgeht, dass Finanzen nichts Komisches und Unheilvolles sind, sondern einfach ein Thema, über das man sich normal unterhalten kann.</span></p>								</div>
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									<p><b>&#8220;Frauen sind weniger finanziell gebildet&#8221;. Das schreibt ihr auf der Veranstaltungsseite. Aber trotzdem scheint ja das Interesse da zu sein. Was denkst du, woher kommt diese Diskrepanz zwischen Interesse und Wissensstand? </b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Also ganz allgemein glaube ich, dass der Wissensstand &#8220;Finanzielle Bildung&#8221; in Deutschland und in der Welt sehr schlecht ist. Nicht nur bei Frauen sondern auch bei Männern. Bei Frauen spielen dann noch andere Gründe mit rein. Für mich fängt das schon mit den Vorbildern an. Auch bei mir war es ein relativ traditionelles Elternhaus, in dem sich der Vater um die Finanzen gekümmert hat. Als Frau wird man in diesem typischen “Männerthema” dann natürlich nicht selbstsicher. Christine Lagarde ist ein super Beispiel dafür, dass Frauen all das auch können, aber es gibt halt viel zu wenige davon. Beim Börsenforum ist es ja nicht anders. Ich bin da auch ziemlich alleine als Frau.</span></p>								</div>
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									<p><b>Ist es wichtiger, zuerst Bildung oder zuerst Selbstvertrauen zu vermitteln? Oder beides gleichzeitig?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Das ist eine sehr interessante Frage. Ich habe dazu neulich eine Studie gelesen. Da ging es genau darum, dass man Frauen zu ihrem Finanzwissen befragt hat und es gab die  Antwortoption &#8220;Weiß ich nicht&#8221;. Und es haben ganz viele Frauen &#8220;Weiß ich nicht&#8221; angekreuzt. Hat man die Option aber weggenommen, dann haben ganz viele Frauen plötzlich das Richtige angekreuzt, was ja dann wiederum darauf schließen lässt, dass es mehr am Selbstbewusstsein liegt.</span></p>								</div>
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									<p><b>Warum ist es für Frauen denn überhaupt wichtig, in Sachen Finanzen ihre eigene Chefin zu sein?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Da kann man mehrere Perspektiven einnehmen. Zum einen bringt das unglaubliche persönliche Zufriedenheit, wenn man finanziell unabhängig ist. Also ich glaube, das ist schonmal der wichtigste Faktor an der ganzen Sache. Und auch, dass man die Möglichkeit hat, sich aus Partnerschaften zu lösen, die man nicht so toll findet, weil man dann nicht finanziell auf jemanden angewiesen ist. Aber das ist jetzt ein Grund, der von Männern abhängt. Unabhängig davon ist es ein sehr erstrebenswertes Ziel, finanzielle Freiheit zu haben. Wir Frauen haben im Leben einfach gewisse Herausforderungen wie Kinder kriegen und Ähnliches. Da können wir uns nicht darum drücken, es seie denn, wir kriegen keine, was natürlich auch eine Lösung ist. Aber wenn man Kinder kriegen möchte und gleichzeitig im Alter nicht auf seinen Mann angewiesen sein will, dann ist es eigentlich unerlässlich, sich mit Finanzen und finanzieller Unabhängigkeit auseinanderzusetzen. Sonst steht man irgendwann da, schaut auf seinen Rentenbescheid und wundert sich. </span></p>								</div>
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									<p><b>Bist du denn schon mit dem totalen Durchblick beim Thema Finanzen ins Studium gestartet? Oder war es eher ein Prozess, in dem du Selbstvertrauen aufgebaut hast?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Es war definitiv ein Prozess. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich im ersten Semester schon direkt wusste, was ich tue. Für mich war das alles komplett neu. In der ersten Vorlesung wurde gefragt: “Wer von euch hat Aktien?” Da haben sich drei Hände ganz zögerlich gehoben &#8211; und meine war nicht dabei. Ich hatte keine Aktien. Aber ich dachte: Mensch, da muss doch irgendwas dran sein. Und so hat sich das dann entwickelt. Man lernt immer dazu</span></p>								</div>
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									<p><b>Hast du das Gefühl, zumindest in unserer Generation hat sich bei der finanziellen Bildung von Frauen schon etwas geändert?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Auf jeden Fall. Ich glaube schon, dass in unserer Generation viel mehr Mädels langsam darauf kommen, dass es nicht mehr reicht, später einfach zu heiraten. Die Selbstständigkeit der Frauen wird besser und wir emanzipieren uns immer mehr &#8211; und dazu gehört auch die finanzielle Emanzipation: selber Geld verdienen, sein eigenes Vermögen anzulegen und zu vermehren ist meiner Meinung nach eine der letzten Stufen des Feminismus.</span></p>								</div>
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									<p><b>Was sind gute Quellen oder Adressen, wo sich Frauen finanziell bilden und  unabhängige und gute Infos holen können? </b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Also es gibt Finanztip und Finanzfluss, mit denen beschäftige ich mich sehr viel. Die haben Websites, YouTube-Kanäle, Instagramkanäle &#8211; die sind eigentlich überall. Beim Investieren gibt es nicht den ETF für Männer oder den ETF für Frauen. Da investierst du einfach, weil du ein Mensch bist und nicht, weil du spezielle Anlageprodukte brauchst. Bei Versicherungen sieht das anders aus, hier kann es durchaus Sinn machen, nach Geschlecht oder noch Orientierung zu unterscheiden . Sowohl fürs Investieren, als auch für allgemeine Themen rund um Geld sind Finanztip und Finanzfluss wirklich zwei gute Adressen.</span></p>								</div>
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									<p><b>Es gibt auch sogenannte Fin-Fluencer:innen (kurz für Finanz-Influencer:innen). Würdest du sagen, dass Social Media tatsächlich ein Mittel ist, um Frauen beim Thema Finanzen zu empowern?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Ja, also ich glaube, das kann auf jeden Fall ein Mittel sein. Social Media ist so omnipräsent bei uns und vor allem junge Frauen treiben sich da rum. Deswegen glaube ich, das kann sehr viel bewirken, wenn man dort diesen Themenbereich abdeckt. Und ansonsten: in der Schule wär es halt super, wenn man da solche Themen einführen würde. Finanzbildung fände ich lang überfällig. Da kann man auch viel bewegen, wenn man schon in jungen Jahren ansetzt, bevor Social Media übernimmt. Das ist nämlich auch eine kritische Sache. Es gibt viele Finanz-Influencer, die dann eigenen Profit daraus schlagen wollen, besonders bei den Frauen. Wenn man nicht so gut informiert ist, dann lässt man sich auch eher was aufquatschen. Und da schlagen dann manchmal sogar Frauen Kapital aus dem Unwissen von anderen Frauen, was ich total absurd finde.</span></p>								</div>
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									<p><b>Börse und Finanzanlagen können gerade für Anfänger oftmals groß klingen. Was gibt es denn für Alternativen neben den Anlageformen an der Börse? Was könnten kleinere Einstiegsmöglichkeiten sein?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Es gibt natürlich immer noch die klassischen Investmentfonds, also aktiv gemanagede Fonds. Da vertraust du halt jemand anderem dein Geld an. Aber der investiert es letztendlich natürlich auch wieder nur am Kapitalmarkt, je nachdem wie der Fonds aufgebaut ist. Außerdem gehen damit hohe Gebühren einher, weil der Fondmanager ja auch Geld verdienen möchte. Wenn man also nicht so viel Geld zur Verfügung hat, genau dann sind ETFs eigentlich das Richtige. Da kann man mit kleinen Beträgen einsteigen und sie sind &#8211; ich möchte nicht sagen “risikoarm” &#8211; aber dadurch, dass ETFs eben ein wirklich breites Band an Aktien abbilden, sind die schon wieder so diversifiziert, dass das Risiko deutlich sinkt im Vergleich zu einer Einzelaktie. Und somit ist das auch wenn man wenig Geld zur Verfügung hat eine gute Anlagestrategie. Gerade bei ETFs kannst du im Prinzip mit 1€-Beträgen einsteigen. Für den Einstieg ist das ok, langfristig empfehle ich das aber nicht, weil aus einem Euro wird nicht viel.</span></p>								</div>
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									<p><b>Online nennt ihr euren Prozess ja &#8220;Finanzen aufräumen&#8221;. Kannst du uns eine Aufräum-Checkliste skizzieren? Wo beginne ich mit dem Zurechtrücken von großen schweren Dingen, und wo beginnt das feine Abstauben?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Das ist ein schönes Bild! Ich bin dafür, dass man zuerst die Konten vereinfacht. Also: ein Girokonto, eine Kreditkarte fürs Ausland, ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen und noch ein Depot zum Investieren. Meistens weiß man ja gar nicht, wofür man alles Geld ausgibt. Das ist aber sehr wichtig. Es gibt dafür auch tolle Tools &#8211; z.B. die Sparkassen-App, die hat einen Finanzplaner integriert. Das ist toll, denn dann braucht man sich gar nicht mehr selbst um ein Haushaltsbuch kümmern. Also: wenn man weiß, wo das Geld liegt und welche Ausgaben zu decken sind, dann kann man sich überlegen: Wie viel Geld kann ich investieren? Das ist die feine Abstaubarbeit &#8211; sich zu überlegen: Worin möchte ich investieren? Was sind meine Werte? Besonders wichtig ist vor allem: Notgroschen aufbauen, also dass man Geld auf der Seite hat, wenn z.B. mal das Auto oder die Waschmaschine kaputt gehen &#8211; damit man in solchen Fällen nicht ans Depot ran muss. </span></p>								</div>
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									<p><b>Wie läuft&#8217;s im Depot? Wie lange bleibt das Geld da? Was geht da rein, was geht da raus?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa:</span><span style="font-weight: 400;"> Auf deinem Depot ist dein Investment. Mit einem Sparplan schiebst du einfach z.B. jeden Monat einen gewissen Betrag rüber und die ETFs werden automatisch gekauft. Bei dieser Strategie läuft das ganze Investieren einfach automatisch im Hintergrund. Und da sollte gelten: alles was du reinlegst, sollte schon langfristig auch drin bleiben, bevor du es rausnimmst. </span></p>								</div>
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									<p><b>Wenn ich so drüber nachdenke, dann sollte ich wohl auch dringend mal aufräumen. </b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Absolut, einfach mal loslegen, auch mit wenig Geld. Das ist eigentlich die Hauptsache: man muss dann nicht gleich das gesamte Sparbuch der Oma investieren. Anfangen mit 10 oder 20€ genügt &#8211; im schlimmsten Fall ist dann halt ne Pizza kaputt.</span></p>								</div>
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									<p><b>Auch eine Pizza ist zu betrauern… Du meintest ja, dass ihr als drei Frauen im Börsenforum der harte Kern seid. Wie kritisch siehst du es, dass euer Vorstand sehr männlich dominiert ist? Würdest du das gerne ändern?</b><span style="font-weight: 400;"> </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Ich möchte nicht über meine männlichen Kollegen herziehen &#8211; ganz im Gegenteil, es sind wunderbare Männer. Bei diesem Projekt habe ich jetzt natürlich nicht mit Widerstand gerechnet. Aber so viel Wind in den Segeln zu haben, wie ich von meinen Kollegen erhalte, das ist schon echt toll. Natürlich würde ich gerne mehr Frauen im Börsenforum sehen, das wäre genial. Aber meine Jungs sind auch gut (lacht)</span></p>								</div>
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									<p><b>Emmi, eure Speakerin, ist Beraterin bei Tecis.&#8221;Beraterin&#8221; &#8211; ein Euphemismus für &#8220;Verkäuferin&#8221;, sie lebt vom Verkauf von Finanzprodukten. Jetzt möchte sie Bildung vermitteln. Ist da ein Interessenkonflikt?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Ja, ich sehe den Punkt total. Man könnte natürlich meinen, da sei ein Konflikt. Und ganz aus der Welt reden kann man es nicht. Aber das übergeordnete Ziel des Abends ist ja Finanzbildung zu vermitteln. Sie kann das als eine der wenigen Personen in Augsburg gut &#8211; wir haben hier nicht so viele Frauen, die dieses fundierte Wissen haben, das brauchen wir. Sie kann es vermitteln, daher halte ich das für kein Problem.</span></p>								</div>
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									<p><b>Gerade die Finanzvertriebsbranche profitiert seit Jahrzehnten davon, dass die finanzielle Bildung in Deutschland schlecht ist. Sich von jemandem aus dieser Branche dann Bildung einzuholen hat einen Beigeschmack. Wie wollt ihr der Öffentlichkeit vermitteln, dass Emmi da wirklich nur in ihrer Rolle als Rednerin und nicht als Verkäuferin auftritt? </b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Bei diesem Abend wird nichts verkauft. Also das ist wirklich ein reiner Informationsabend. Da liegt jetzt vielleicht dieses Bild der Kaffeefahrt nahe, wo man am Ende mit 5 Tupperdosen rausläuft. Das ist definitiv nicht unser Ziel. Das Event wird immer noch vom Börsenforum organisiert, von mir geplant, ich bin Schirmherrin dieser Sache. Bei mir läuft nachher niemand mit 10 Angeboten von Emmi raus. Ich garantiere, das wird nicht passieren. Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Wir sind nicht auf Profit von irgendjemand oder irgendetwas aus. Wir wollen einfach nur dieses Thema in die Welt raustragen.</span></p>								</div>
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									<p><b>Zum Abschluss: Nenn doch mal drei Punkte, die du dir von der Veranstaltung erhoffst.  </b></p><p><span style="font-weight: 400;">Louisa: Punkt Nummer 1: Ich erhoffe mir, dass die Mädels nachher mit viel mehr Wissen, aber auch viel mehr Fragen rausgehen als sie reingekommen sind. Das sie wirklich Denkanstöße haben und die Motivation haben, selbst daran weiterzuarbeiten, selbstständig recherchieren und eventuell irgendwann dann sogar mal anfangen zu investieren. Das ist der wichtigste Punkt. Also das fachliche Wissen. Und selbstverständlich spielt da das Persönliche mit rein. Dass das Thema Finanzen einfach den Schrecken verliert, den es vielleicht noch hat für manche Frauen. Das sind die zwei wichtigsten Punkte. Und ganz nebenbei würde ich mich natürlich tierisch freuen, wenn noch ein paar Frauen ins Börsenforum kommen, weil sie die Initiative gut finden und denken, dass sie sich da gerne einbringen würden.</span></p>								</div>
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									<p><em>Der Termin am 12. 5 ist bereits ausgebucht. Für den zweiten Termin am 19.5 gibt es allerdings noch ein paar weniger Karten unter https://www.boersenforum-augsburg.de/event/girls-just-wanna-have-funds-termin-2/</em></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/finanzielle-bildung-fuer-frauen/">Finanzielle Bildung für Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>&#8220;Der Bildungsbereich darf kein Sparbereich sein&#8221; &#8211; Die GEW protestiert für die Bildung</title>
		<link>https://presstige.org/2021/09/der-bildungsbereich-darf-kein-sparbereich-sein-die-gew-protestiert-fuer-die-bildung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Eberhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Sep 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gut vier Wochen nach der Wahl, am 23. Oktober, plant die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft einen Bildungsprotest in Augsburg. Worum es dabei geht und ob bildungspolitische Themen auch für die anstehende Wahl wichtig sind.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/09/der-bildungsbereich-darf-kein-sparbereich-sein-die-gew-protestiert-fuer-die-bildung/">&#8220;Der Bildungsbereich darf kein Sparbereich sein&#8221; &#8211; Die GEW protestiert für die Bildung</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="21235" class="elementor elementor-21235">
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									<p>Es ist der erste Schultag des Jahres heute, der 14. September. Katrin Fischer sitzt in einem Eiscafé, die Beine überschlagen. „Es war entspannt heute,“ sagt sie, „die Kinder und ich kannten uns schon, ich hatte die Klasse schon letztes Schuljahr.“ Einen ersten Schultag hat Katrin Fischer schon oft erlebt: Seit über 30 Jahren ist sie Lehrkraft, arbeitet an einer Mittelschule. Als Mitglied im örtlichen Personalrat des Schulamtes Augsburg-Land und als stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes der GEW, setzt sie sich auch außerhalb ihrer Lehrtätigkeit für die Belange von Lehrkräften und für bildungspolitische Themen ein.</p>								</div>
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									<p>Sich für bildungspolitische Themen einzusetzen, das sei jetzt besonders wichtig, sagt Fischer. Und: „Ich habe eine ganz schöne Wut im Bauch, auch wenn ich so ruhig darüber rede.“</p>								</div>
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									<p>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten die Bildungsungleichheit verstärkt – wie sehr, und wer besonders davon betroffen sein wird, das werde man erst später sehen. „Wir werden erst später erfahren, wer sein Studium abgebrochen hat, um lieber eine finanziell abgesicherte Ausbildung zu machen oder wer erst gar nicht angefangen hat zu Studieren. Wir werden auch erst später sehen, wer die größten Defizite in den Schulen tragen muss. Auf jeden Fall bedeuten die Auswirkungen aber einen massiven Rückschritt für die Bildungsgleichheit,“ sagt Fischer. Deshalb plane die GEW bereits jetzt einen Bildungsprotest im Oktober: Am 23.10 soll auf Missstände, wie den Lehrkräftemangel oder die fehlende Unterstützung der Studierenden während der Corona-Pandemie, aufmerksam gemacht werden.</p>								</div>
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									<p>Der Protest findet damit gut vier Wochen nach der Bundestagswahl statt, abgekoppelt vom Wahlkampf. Das hängt auch damit zusammen, dass Bildungspolitik in Deutschland Ländersache ist. Trotzdem müssten Bildungsthemen präsenter sein in der aktuellen, öffentlichen Debatte, sagt Fischer. „Generationen sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden, auch nicht bei der anstehenden Bundestagswahl. Aber die Frage, die sich jetzt alle stellen müssten, ist ‚Was brauchen die Jüngeren in unserer Gesellschaft?‘“ Denn Jüngere hätten oft keine Lobby, und als Wahlberechtigte sind sie in der Minderheit: Während 57% der <a href="https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2021/01_21_wahlberechtigte-geschaetzt.html">Wahlberechtigten bei dieser Wahl</a> über 50 Jahre alt sind, stellen die unter 30-Jährigen nur 14,4%.</p>								</div>
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									<p> „Der Bildungsbereich darf kein Sparbereich sein,“ sagt Fischer. Genau das sei jedoch oft der Fall. Studierende wurden während der Coronapandemie nur sporadisch unterstützt – oft seien es nur „Symbolhandlungen“ gewesen, keine wirksamen Hilfen. An den Schulen herrscht Lehrkräftemangel, die Digitalisierung wurde lange Zeit vernachlässigt. Der Lehrkräftemangel sei dabei hausgemacht: So vorhersehbar er gewesen sei, so sehr sei er durch die Sparpolitik und die Einhaltung der schwarzen Null bedingt gewesen. „Man hat sich auch mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, Quereinsteiger zu qualifizieren,“ fügt Fischer hinzu. Wird Bildungspolitik nicht ernstgenommen, verstärke das die Bildungsungleichheit drastisch. Die Sparpolitik falle dann vor allem auf Schüler:innen zurück, die auf weniger Ressourcen, wie Unterstützung von Zuhause und finanzielle Ausstattung, aufbauen können.</p>								</div>
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									<p>Auch die fehlende Unterstützung der Studierenden kritisiert die Gewerkschafterin: die Umstellung aufs Homeoffice, oft ohne Anleitung, die lange Schließung der Bibliotheken, die mitunter zur Verlängerung der Studiendauer führte, die oft unklare Kommunikation. „Die Online-Formate bedeuten eine gewisse Ökonomisierung der Lehre und eine Verengung des Studiums auf die Wissensaneignung,“ sagt Fischer. Sowohl für das Studierendenleben als auch für das Lernen, brauche es dagegen die richtigen Rahmenbedingungen: „Studierende werden oft über ihr Studentenleben wahrgenommen, also WG-Partys und Feiern, und das ist ja auch wichtig. Aber man darf nicht vergessen, was für ein Studium an Selbststeuerung und Disziplin wichtig ist. Das lernen viele Studierende erst und dabei brauchen sie Anleitung und die richtigen Bedingungen.“</p>								</div>
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									<p>Um Defizite, welche durch Distanz- und Wechselunterricht entstanden sind, aufzuholen, stellen Bund und Länder Gelder für Brückenprogramme zur Verfügung. Dabei gehe es nicht nur um inhaltlichen, sondern auch um sozialen Nachholbedarf, betont Fischer. Oft stehe jedoch zu wenig Personal zur Verfügung, um die Brückenprogramme gut umsetzen zu können. Ähnlich wie beim Lehrkräftemangel falle das dann wieder auf die Schüler:innen mit dem größten Förderungsbedarf zurück.</p>								</div>
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									<p>Die aktuelle Situation sei verantwortungslos gegenüber Schüler:innen und Studierenden, so Fischer. „Wie ein Ausgleich geschaffen werden kann für die Defizite aufgrund der Pandemie, das muss viel mehr Aufmerksamkeit erregen. Viele junge Menschen machen jetzt die Erfahrung, dass sie ein Stück weit sich selbst überlassen sind. Was macht diese Frustration mit ihnen – jetzt und in ihrem weiteren Leben?“</p>								</div>
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									<p>Katrin Fischer und die GEW hoffen, in den vier Wochen bis zum 23. Oktober Schüler:innen, Studierende, Lehrkräfte und Eltern zu mobilisieren, um mit ihnen an diesem Tag laut zu werden. Sie möchten ihre eigenen Mitglieder mobilisieren, aber auch eine neue Öffentlichkeit erreichen, um ihre Anliegen nach außen zu tragen.</p>								</div>
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										<img decoding="async" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/elementor/thumbs/GEW_Protest_Anne_Eberhard-scaled-pdapifp71tmiuvjbxnhbm7vslvm4ubamx8lmrcxpqg.jpg" title="GEW_Protest_Anne_Eberhard" alt="GEW_Protest_Anne_Eberhard" loading="lazy" />											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Gegen die Reform der geplanten Hochschulreform in Bayern veranstaltete die GEW dieses Jahr bereits mehrere Veranstaltungen, hier eine Kundgebung auf dem Rathausplatz. ©Anne Eberhard</figcaption>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/09/der-bildungsbereich-darf-kein-sparbereich-sein-die-gew-protestiert-fuer-die-bildung/">&#8220;Der Bildungsbereich darf kein Sparbereich sein&#8221; &#8211; Die GEW protestiert für die Bildung</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>50 Jahre ungleiche Bildungschancen an der Uni Augsburg</title>
		<link>https://presstige.org/2020/07/50-jahre-ungleiche-bildungschancen-an-der-uni-augsburg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Eberhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2020 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
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		<category><![CDATA[bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Univeristät Augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[Unterstützung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für manche sind die Hürden, es an Uni oder Hochschule zu schaffen, höher als für andere. Für "Arbeiterkinder" zum Beispiel: Nur ein fünftel der Kinder aus nichtakademischen Familien studiert. Während der Corona-Krise haben sie öfter ihre Jobs verloren - bestehende Ungleichheiten werden verstärkt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/07/50-jahre-ungleiche-bildungschancen-an-der-uni-augsburg/">50 Jahre ungleiche Bildungschancen an der Uni Augsburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[</p>
<p>Die Uni Augsburg feiert ihren 50. Geburtstag! Wir wünschen alles Gute und freuen uns mit der Uni über alle Erfolge, die bisher gefeiert wurden. Doch wollen wir zu diesem Jubiläum nicht vergessen, dass der Zugang zum Studium nicht für alle der gleiche ist: für manche sind die Hürden höher als für andere.</p>
</p>
<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/andrew-mcelroy-VBk1hYejqEg-unsplash-1024x683.jpg" alt=""/><figcaption><em>Nur 21 von 100 Kindern aus nichtakademischen Familien entscheiden sich für ein Studium. Bei Kindern, bei denen mindestens ein Elternteil studiert hat, sind es dagegen 74 von 100. </em><br /><em>Bild: Andrew Mcelroy auf UnSplash</em></figcaption></figure>
<p>Wusstest du, dass nur rund ein Fünftel der Kinder aus nichtakademischen Familien ein Studium beginnen? Bei Kindern aus akademischen Haushalten, bei denen mindestens ein Elternteil studiert hat, sind es dagegen 74 von 100 Kindern. Und während diese Kinder ihr Studium mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% auch erfolgreich beenden, sind es bei Kindern aus nichtakademischen Haushalten nur zwei Drittel, die die Universität oder Hochschule mit Abschluss verlassen. Zu diesen <a href="https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/arbeiterkinder-an-der-uni-wenn-die-eltern-nicht-studiert-haben-16346828-p2.html">Ergebnissen</a> kam das Deutsche Studentenwerk im Jahr 2016. Der Bericht beschäftigt sich auch mit der finanziellen Situation von Studierenden: Kinder aus „Arbeiterfamilien“ beziehen öfter BAföG und verdienen ihren <a href="https://www.bildungsspiegel.de/news/studium-fernstudium-neue-lernformen/4228-studentenjobs-wegfall-koennte-bildungsungleichheiten-verstaerken" class="broken_link">Lebensunterhalt</a> zu einem größeren Teil durch Nebenjobs. Elterliche Unterstützung machen bei ihnen nur 33% der monatlichen Einkommen aus, im Vergleich zu immerhin 66% bei Akademikerkindern.</p>
<p>ArbeiterKind.de macht sich für Studierende stark, die als erste in ihrer Familie Universitäts- oder Hochschulluft schnuppern. Die Ortsgruppe in Augsburg besteht aus Studierenden und Absolvent*innen, die als Kinder aus nichtakademischen Familien selbst froh über die Unterstützung der Gruppe waren. Sie sprechen also auch von persönlichen Erfahrungen als „Arbeiterkinder“: „Die größte Hürde stellt der oftmals nicht vorhandene Zugang zu Informationen, beziehungsweise die Möglichkeit auf Erfahrungen in der eigenen Familie zurückgreifen zu können, dar,“ schreibt uns ArbeiterKind.de Augsburg per Mail. Dabei ginge es um Themen wie die Studiengangswahl, die Studienbewerbung, die Stundenplanerstellung oder Fragen zur Finanzierung oder BAföG-Antrag. Studierende würden an der Uni von einer „Außenseiterrolle“ berichten: Fragen, die für andere wie selbstverständlich beantwortet werden, bleiben offen und von zu Hause kommt oft weniger Unterstützung als bei Kindern aus akademischen Familien. Hinzu kommt, dass viele Studierende auch zu Hause eine „Außenseiterrolle“ einnehmen, wenn Verwandte und Bekannte die Entscheidung für ein Studium nicht nachvollziehen können. Warum man nur „faul“ studiere und nicht „richtig arbeite“, werde dann gefragt.</p>
</p>
<p>ArbeiterKind.de Augsburg steht Studieninteressierten und Studierenden mit Rat und Tat zur Seite, teilt Erfahrungswissen und spricht Mut zu. Die Gruppe hält auch Vorträge an Schulen, um Schüler*innen zu einem Studium zu ermutigen. Nach dem Abschluss bietet sie ein Netzwerk für den Einstieg ins Berufsleben.</p>
</p>
<p>Ungleichen Chancen führen dazu, dass die Hürden auf dem Weg zur Universität Augsburg für Kinder aus nichtakademischen Familien seit 50 Jahren immer ein wenig höher sind als für Kinder aus akademischen Haushalten. Es würden immer noch Vorurteile gegenüber Studierenden aus „Arbeiterfamilien“ bestehen meint ArbeiterKind.de Augsburg. Um diese abzubauen sind wir alle gefragt! Auch von der Uni Augsburg selbst wünscht sich die Gruppe „mehr Offenheit gegenüber Studierenden oder Studieninteressierten aus nichtakademischen Haushalten. Jede Uni und Hochschule sollte beispielsweise einen Beauftragten für Studierende mit besonderen Hürden haben“, schlägt die Gruppe vor und bezieht sich hierbei nicht nur auf das Elternhaus, sondern auch auf andere mögliche schwierige Situationen. Eine solche Funktion sei zwar in der Studienberatung integriert, würde aber dennoch häufig zu kurz kommen.</p>
</p>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ungleichheiten werden durch Corona-Krise verstärkt</strong></h2>
</p>
<p>Neben einem offenen Klima an der Universität besteht auch bei der materiellen Ausstattung der Studierenden Handlungsbedarf – gerade jetzt. Denn wie in vielen anderen Situationen auch gießt die Corona-Pandemie Öl in Feuer, die bereits brannten. Bestehende Ungleichheiten werden verstärkt. „Im Zuge der Corona-Pandemie sind viele Studi-Jobs weggefallen. Davon sind hauptsächlich Studierende aus nicht-akademischen Familien betroffen. Denn sie jobben öfter in fachfremden Jobs. Doch sie sind es auch, die auf ihre Nebeneinkünfte zur Finanzierung ihres Studiums angewiesen sind, weil sie wenig oder keine monetäre Unterstützung durch ihre Eltern erhalten“, meint ArbeiterKind.de Augsburg. Die Folge können Verschuldung oder Studienabbruch sein. Finanzielle Sicherheit ist eine Grundvoraussetzung dafür, sich auf sein Studium konzentrieren zu können. Die finanzielle Unterstützung der Studierenden durch den Staat wurde jedoch von vielen Betroffenen in Notlagen als unzureichend kritisiert. 500€ reichen oftmals nicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Sie wurden und werden zudem nur gewährt, wenn das Konto fetzenleer ist – und auch erst nach der Bereitstellung von Krediten, durch die Studierende gezwungen werden, Schulden aufzunehmen.</p>
</p>
<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/07/petr-sevcovic-e5Q5vWO55uU-unsplash-1024x683.jpg" alt=""/><figcaption><em>Aufgrund der Corona-Pandemie sind viele Studi-Jobs weggefallen, für viele auch der Job in der Gastronomie. Studierende aus nichtakademischen Familien sind davon stärker betroffen. Bild: Petr Sevcovic, auf UnSplash</em></figcaption></figure>
</p>
<p>Ein Studium von Zuhause aus setzt außerdem eine gewisse technische Ausstattung, eine gute Internetverbindung und einen Ort, an dem man konzentriert arbeiten kann, voraus. Auch diese Voraussetzungen sind nicht für alle Studierenden gegeben. Es kann nicht sein, dass Studierende Nachteile haben, weil die Prüfungsleistung aufgrund ruckelnder Internetverbindung nicht erbracht werden kann oder man sich erst eine Kamera, ein Mikrophon oder sogar einen Laptop besorgen muss, um ein Seminar erfolgreich zu bestehen. Die Präsidentin der Universität, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, fordert aus diesem Grund die <a href="https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-universitaeten-corona-perspektive-1.4957283">Bereitstellung von Leihgeräten</a> im Wintersemester, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet hat. Dies ist ein wichtiger Schritt und wäre auch schon im Sommersemester notwendig gewesen. Außerdem darf das aktuelle Semester nicht zur Regelstudienzeit zählen, denn dann fallen für viele Betroffene BAföG-Bezug oder der Platz im Studierendenwohnheim weg. Letzte Woche hat der bayrische Landtag diese Forderung &#8211; reichlich spät, aber zum Glück noch vor Ende des Semesters &#8211; <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/landtag-muenchen-sommersemester-zaehlt-wegen-corona-nicht-zur-regelstudienzeit-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200708-99-718849">gesetzlich verankert</a>.</p>
</p>
<p><em>ArbeiterKind.de Augsburg freut sich, allen aus nichtakademischen Haushalten, die Fragen zum Studieren haben, mit Rat und Tat weiterzuhelfen. Interessierte können sich über augsburg@arbeiterkind.de an die Gruppe wenden oder bei dem offenen Stammtisch vorbeischauen, der jeden ersten Mittwoch im Monat stattfindet. Normalerweise trifft man sich im Annapam, aktuell wird der Stammtisch über zoom abgehalten. Auch einen Instagram Account hat die Gruppe.&nbsp; </em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/07/50-jahre-ungleiche-bildungschancen-an-der-uni-augsburg/">50 Jahre ungleiche Bildungschancen an der Uni Augsburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Ein kritischer Blick durch die Augen junger Lehrer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 May 2017 06:43:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[filmtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Schmidt]]></category>
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		<category><![CDATA[schule]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen den Stühlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rezension zum Dokumentarfilm Zwischen den Stühlen Wer in Deutschland Lehrer werden möchte, erlebt den Berufseinstieg im Grunde noch als Schüler. Denn im Referendariat halten angehende Pädagogen zwar bereits Unterricht und vergeben Noten, doch stehen sie dabei selbst noch unter Beobachtung...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/05/kritischer-blick-junge-lehrer/">Ein kritischer Blick durch die Augen junger Lehrer</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Rezension zum Dokumentarfilm <em>Zwischen den Stühlen</em></h2>
<figure id="attachment_9601" aria-describedby="caption-attachment-9601" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9601 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200.png" alt="" width="1200" height="675" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-400x225.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-768x432.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-1024x576.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/05/Zwischen_den_Stuehlen_1200-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9601" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Foto: © Weltkino</figcaption></figure>
<p><strong>Wer in Deutschland Lehrer werden möchte, erlebt den Berufseinstieg im Grunde noch als Schüler. Denn im Referendariat halten angehende Pädagogen zwar bereits Unterricht und vergeben Noten, doch stehen sie dabei selbst noch unter Beobachtung und Prüfungsdruck. Jakob Schmidts Dokumentarfilm <em>Zwischen den Stühlen</em> begleitet drei von ihnen auf dem Weg vom Studenten zum Lehrer – und lenkt so auf elegante Weise den Blick auf die Widersprüche eines Systems.</strong></p>
<p>Es braucht mehr als ein Studium für einen guten Lehrer. Wahrscheinlich kann nahezu jeder ein Beispiel aus der eigenen Schulzeit nennen, das diese Binsenweisheit bestätigt. Daher erscheint es nur folgerichtig, dass angehende Lehrkräfte den berühmten Praxisschock in organisierter Form durchmachen. Denn genau darum geht es im Referendariat, aus theoretische perfekt geschulten auch praktisch gute Lehrer zu machen. Am kommenden Donnerstag, 18. Mai 2017 läuft der Dokumentarfilm <em>Zwischen den Stühlen </em>von <em>Jakob Schmidt</em> in den deutschen Kinos, der die Referendare Anna, Katja und Ralf auf diesem Weg aus dem Studium in den Berufsalltag begleitet. Damit eröffnet er eine ganz besondere Perspektive auf das deutsche Schulsystem, die in gängigen Debatten um unser Bildungssystem bisher nur selten anzutreffen war.</p>
<p>Denn ein Referendar ist lange kein Lehrer wie jeder andere. Einerseits darf er bereits unterrichten und sogar Noten vergeben, andererseits wird er jedoch auch selbst bewertet – und das nicht gerade wenig. Neben der üblichen Eingewöhnung, mit denen jeder Berufsanfänger zu kämpfen hat, gilt es nämlich Unterrichtsentwürfe einzureichen, Lehrproben zu halten und im Seminar selbst die Schulbank zu drücken. Wie sehr dieser Prüfungsstress belastet, macht <em>Zwischen den Stühlen</em> sehr deutlich, was unter anderem daran liegt, dass sich die Darstellung sehr nah an den Protagonisten&nbsp; bewegt. Durch geschickte Szenenwahl gelingt es dem Film, die Charaktere der drei Referendare auch auf engem Raum plastisch nach zu zeichnen. Der Zuschauer lernt ihre Überzeugungen kennen, ebenso wie ihre ganz persönlichen Stärken und Schwächen. Durch seine Erzählweise weckt der Film große Empathie gegenüber seinen <em>Helden</em>, weshalb die Spannung hinsichtlich der Frage, ob sie ihr Referendariat erfolgreich abschließen können, bis zum Ende erhalten bleibt.</p>
<p>Daneben wirft der Film jedoch auch Fragen auf, die weit über Einzelschicksale hinaus weisen. Denn bei allen persönlichen Unterschieden zeigt <em>Zwischen den Stühlen</em> nämlich vor allem auch drei junge Lehrer, deren Ideale von den Realitäten des Schulsystems auf eine harte Probe gestellt werden. Das beginnt beim regelmäßigen Auseinanderfallen von Theorie und Praxis und führt teilweise bis zu der Erkenntnis, dass das eigene Berufsbild schlicht nicht mit den Anforderungen der Ausbildung zusammenpasst. Auch wenn sich die drei Protagonisten unterschiedlich gut im System zurechtfinden, wirft der Grundtenor des Films kritische Fragen auf. Nach welchen Grundsätzen sollten Lehrer ausgebildet werden? Welches Bildungsideal steckt hinter dieser Ausbildung? Wie sieht gute Bildung überhaupt aus? Doch die vielleicht präsenteste Frage lautet: Wie viel Raum bietet ein Bildungssystem dem einzelnen Menschen, sei es nun ein Schüler oder ein Lehrer?</p>
<h3>Innovative Systemkritik am Beispiel des Einzelnen</h3>
<p>Gerade in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Schulsystem profitiert der Film sehr davon, dass seine Protagonisten als Referendare im wahrsten Sinne des Wortes <em>auf dem Sprung</em> sind. Gemessen an ihrem Alter und ihrer Rolle als Auszubildende, sind sie ihren Schülern deutlich näher als manch älterer Kollege. Dennoch tragen sie auch bereits den Bildungsauftrag der Schule auf ihren Schultern. Dieser Zwischenstatus ermöglicht ihnen einen offenen und verständnisvollen Blick auf das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, das viel zu oft von einem Denken in Fronten dominiert wird – und damit auch einen kritischen Blick auf die eigene Rolle. Damit wird ihre Suche&nbsp; nach einem funktionierenden Selbstbild zum Sinnbild des Ringens einer Gesellschaft um ein Verständnis von <em>guter</em> Bildung.</p>
<p>Was den Umgang mit dem momentanen Schulsystem anbelangt, macht <em>Zwischen den Stühlen</em> keinen Hehl aus seiner Position. Sowohl in der Lehrerausbildung als auch im Schulalltag sei messbare Leistung bedeutender als individueller Lernfortschritt. Um diese Botschaft zu vermitteln, verlässt die Dokumentation an einigen Stellen jene beobachtende Perspektive, die das Genre in der Regel auszeichnet. Wer sich daran nicht stört, erhält innovativ und gut gemachte Einblicke in den Bildungsbetrieb, die vor allem durch ihre neuen Perspektive bestechen. Eine abschließende Antwort hat der Film dabei zwar nicht parat, doch er stellt mit Sicherheit die richtigen Fragen. Und Fragen sind ja bekanntlich der Anfang allen Lernens.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/05/kritischer-blick-junge-lehrer/">Ein kritischer Blick durch die Augen junger Lehrer</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Eher Selbstoptimierung als Humboldt?</title>
		<link>https://presstige.org/2015/06/selbstoptimierung-humboldt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Veil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2015 15:55:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[ideal]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#28]]></category>
		<category><![CDATA[studium]]></category>
		<category><![CDATA[wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein kritischer Blick auf das Studium von heute Stecken noch Ideale in einem Universitätsstudium? Geht es darum, für die Berufs- und Arbeitswelt gut gewappnet zu sein oder legt die Uni Wert auf Persönlichkeitsentwicklung und Urteilskraft, wie es einst Humboldt vorschwebte? Was sich junge Erwachsene...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/06/selbstoptimierung-humboldt/">Eher Selbstoptimierung als Humboldt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein kritischer Blick auf das Studium von heute</h2>
<figure id="attachment_7565" aria-describedby="caption-attachment-7565" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Humboldt_1200px.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7565 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Humboldt_1200px.jpg" alt="Humboldt_1200px" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Humboldt_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Humboldt_1200px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/06/Humboldt_1200px-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7565" class="wp-caption-text">Text: Felix Veil – Illustration &amp; Layout: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p><strong>Stecken noch Ideale in einem Universitätsstudium? Geht es darum, für die Berufs- und Arbeitswelt gut gewappnet zu sein oder legt die Uni Wert auf Persönlichkeitsentwicklung und Urteilskraft, wie es einst Humboldt vorschwebte?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Was sich junge Erwachsene von ihrem Studium erhoffen, kann sehr unterschiedlich sein. Sicherlich ist auch der Wunsch zu erkennen, ein breites Wissen zu erlangen. Das ruft Assoziationen mit dem humanistischen Bildungsideal à la Humboldt hervor. Dieser war jedoch nicht Befürworter einer reinen Wissensvermittlung, sondern vielmehr Verfechter einer Ausbildung der gesamten Persönlichkeit des Menschen. Mit Praktiken wie dem Auswendiglernen oder der Fokussierung auf ausschließlich berufsrelevante Themen konnte er nichts anfangen. Das Begreifen und die Reflexion des Gelernten waren ihm wichtig.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich denke, dass das humanistische Bildungsideal wenig Beachtung findet. Der Philosoph Julian Nida-Rümelin schmückt dieses Ideal mit Begriffen wie Urteilskraft, Hintergrundwissen und Weltgewandtheit. Auf Klausuren zu lernen ist an der Uni normal. Das damit verbundene Auswendiglernen erzeugt aber weder Urteilskraft noch Hintergrundwissen, denn am nächsten Tag ist oftmals das Meiste vergessen. Dasselbe Ergebnis haben wir beim sich Berieselnlassen während der Referate, besonders wenn sie monologartig gehalten werden. Das Verfassen von Hausarbeiten sowie Seminardiskussionen auf Grundlage eines vorzubereitenden Textes können dem humanistische Bildungsideal wohl noch am nächsten kommen: Hier setzen sich Studenten wirklich mit dem Thema auseinander. Sie müssen ihre eigene Arbeit schreiben und nicht irgendwelche Skripte von Vorlesungen auswendig lernen, die sie meist nicht mal zu reflektieren brauchen.</p>
<h3>Ich darf nicht nichts tun</h3>
<p style="text-align: justify;">Einen Hang zur Selbstoptimierung kann die Psychoanalytikerin Petra Holler bei Studenten feststellen, die ihre Praxis besuchen. Sie sieht sich in einer Studie des Bundespresseamtes bestätigt, die zeigt, dass Studenten so leistungsbewusst sind wie noch nie. Im Interview mit ZEIT Online sagte sie, Studenten verglichen sich stark mit anderen. Die ständige Einbindung in soziale Netzwerke wie Facebook oder WhatsApp sei dafür verantwortlich. Einen Zustand von Ruhe würden die Studenten laut Holler nicht kennen. Die Angst zu versagen sei dabei ein häufiger Grund, der während der Therapie zum Vorschein komme.</p>
<p style="text-align: justify;">Den Gedanken des humanistischen Bildungsideals mag der ein oder andere Student trotzdem verfolgen. Außerdem neigt nicht jeder gleich stark zur Selbstoptimierung.</p>
<p style="text-align: justify;">Meiner Meinung nach führen die Art der universitären Wissensvermittlung, die kurze Regelstudienzeit des Bachelors sowie die Anforderungen vonseiten der Berufswelt vom Ideal Humboldts weg. Stattdessen verstärken sie die Selbstoptimierung bei Studenten.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/06/selbstoptimierung-humboldt/">Eher Selbstoptimierung als Humboldt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Müller will über „Wissen“ reden</title>
		<link>https://presstige.org/2015/05/kolumne-mueller-will-reden-wissen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2015 12:42:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[mueller-will-reden]]></category>
		<category><![CDATA[wandel]]></category>
		<category><![CDATA[wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Widersprüche, die sind scheinbar nicht aus der Welt zu schaffen. Deshalb tauchen sie in regelmäßigen Abständen im Fernsehen und an den Stammtischen auf. Dort treffen sich dann die üblichen Verdächtigen und halten sich altbekannte Argumente entgegen. Einer dieser...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/05/kolumne-mueller-will-reden-wissen/">Müller will über „Wissen“ reden</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7064" aria-describedby="caption-attachment-7064" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Müller-Wissen_1200.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7064 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Müller-Wissen_1200.jpg" alt="Müller Wissen_1200" width="1200" height="655" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Müller-Wissen_1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Müller-Wissen_1200-400x218.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/05/Müller-Wissen_1200-1024x559.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7064" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><strong>Es gibt Widersprüche, die sind scheinbar nicht aus der Welt zu schaffen. Deshalb tauchen sie in regelmäßigen Abständen im Fernsehen und an den Stammtischen auf. Dort treffen sich dann die üblichen Verdächtigen und halten sich altbekannte Argumente entgegen. Einer dieser Klassiker ist die Qualität der Bildung. An der Frage, ob die gerade nachrückende Generation nun klüger oder dämlicher denn je ist, scheiden sich immer wieder die Geister. Als Studenten Mitte zwanzig haben wir das zweifelhafte Vergnügen, zurzeit genau dazu zugehören. Vielleicht sollten wir also mal darüber reden.</strong></p>
<p>Als Deutsche sind wir stolze Bürgerinnen und Bürger einer Bildungsrepublik. Zumindest hat das anlässlich des Bildungsberichtes 2014 die Bundesregierung verkündet. Tatsächlich sehen die Zahlen darin gar nicht so schlecht aus. Gemessen am Grad des Schulabschlusses weist der Trend nach oben. Besonders im Aufwind sind Abitur und Fachabi, die 57 Prozent aller Schulabschlüsse ausmachen. Bei den Schulabbrechern zeigte sich sogar schon 2013 einen Rückgang auf gute fünf Prozent. Da wundert es kaum, dass das Statistische Bundesamt für das Wintersemester 2014 mit 2,7 Millionen Studierenden an deutschen Universitäten neue Höchststände verkündete. Auch an der Uni Augsburg ist der Trend kaum zu übersehen. Neubauten auf dem Campus, volle Gänge und noch vollere Straßenbahnen sprechen ihre eigene Sprache. Momentan zählt die Uni 19.927 Studierende und all die Erweiterungsmaßnahmen zeigen, dass es noch mehr werden können. Auch wenn ein begonnenes Studium keinesfalls zwingend beendet wird, sprechen solche Zahlen eine deutliche Sprache. Auch in meinem Freundeskreis studieren die allermeisten, (Fach-)Abi haben sie alle. Auf dem Papier war vielleicht keine junge Generation so gebildet wie wir. Wer soll uns da noch für dumm halten?</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: Müller will reden</strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
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<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" alt="" /></td>
<td>Meinung ist tot? Nicht mit uns, denn unser Chefredakteur <a href="http://presstige.org/author/michael-mueller/">Michael Müller</a> ist überzeugt, dass es Dinge gibt, die man nicht wissen kann, aber über die es sich zu reden lohnt. In Zeiten harter Fakten glaubt er an das lose Mundwerk, denn wohin sonst mit all den gesammelten Informationen? Mal geht es um Wichtiges, mal um den Rest, aber immer gilt: Keine Angst, Müller will nur reden. Die Kolumne erscheint immer donnerstags und wird von <a href="http://presstige.org/author/isabell-beck/">Isabell Beck</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/mueller-will-reden/">Alle Folgen von &#8220;Müller will reden&#8221; zum Nachlesen.</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Überraschenderweise gibt es eine ganze Menge Bildungskritiker, die genau das tun. Nun ja, streng genommen halten sie uns nicht für dumm im eigentlichen Sinne, ja nicht einmal für ungebildet. Sie kritisieren nämlich nicht in erster Linie die fleißigen Lerner, sondern das Bildungssystem, in dem sie stecken. Aus ihrer Sicht ist unser Problem nicht, dass wir nichts lernen, sondern auf die falsche Weise. Der deutsche Psychologe, Psychiater und Hochschullehrer Manfred Spitzer hat 2012 ein Buch geschrieben, in dem er den Zustand meiner Generation als „Digitale Demenz“ bezeichnet. Der Kern seiner These liegt darin, dass die Kapazitäten unseres Gehirns verkümmern, wenn wir das Denken in die Technik auslagern. Stark verkürzt heißt das: Wer Informationen nur noch abrufbereit aus seinem Smartphone bezieht, wird sich schon bald nichts mehr merken oder geschweige denn erarbeiten können. Interessanterweise steht das in einem gewissen Widerspruch zur Position eines ganz anderen großen Bildungskritikers: Der Wirtschaft. Die fordert nämlich (ebenfalls seit längerem) mehr Praxisbezug in der Bildung. Dazu gehört, dann auch der gezielte und versierte Umgang mit Computern aller Art. Zu guter Letzt wären da noch Kritiker aus dem humanistischen Lager, die den Verlust wesentlicher Kulturgüter beklagen, gerade weil die Bildung sich jetzt schon so sehr an der Wirtschaft orientiert. Sie betonen die Bedeutung des Wissens um Kultur, Politik und Geschichte als Teil einer gesellschaftlichen Bildung, die über das Erstellen eines Jahresabschlusses hinaus geht. Klingt ganz schön verwirrend und das ist es auch. Entgegen der Zahlen scheint es doch einige Gründe zu geben, aus denen wir vielleicht doch nicht so klug sind. Aber wer hat nun Recht?</p>
<h3>Die Stunde der Wahrheit</h3>
<p>Vielleicht ein kleiner Test: Durch wie viele Länder fließt der Rhein? Wie viele Oratorien schrieb Joseph Haydn? Wann brach der dreißigjährige Krieg aus und was ist ein Ablativus absolutus? Wer das in unserer Generation weiß, ohne zu googeln, ist wahrscheinlich die Ausnahme. Schon in der Generation unserer Eltern könnte das ein wenig anders aussehen. In vielen Familien gibt es da diesen Onkel, der immer noch alle Formen des lateinischen Wortes „hic“ herunterbeten kann. Meistens kennt er sogar noch den passenden Merkspruch dazu, obwohl er in den letzten drei Jahrzehnten nichts davon in seinem Alltag gebraucht hat. Allerdings sei auch die Gegenfrage erlaubt: Was ist LTE und wo kann ich es bekommen? Was ist eine Allnet-Flat? Was ist Shareconomy und muss ich fürs Couchsurfen ans Meer? Spätestens wenn wir besagtem Onkel diese Fragen stellen, schlägt unsere Stunde. Stopp, das nötige Wissen, um einen Handyvertrag auszusuchen, und das große Latinum kann man doch nicht vergleichen! Vielleicht doch, wenn man sich fragt, warum wir eigentlich bestimmte Dinge lernen und andere nicht.</p>
<h3>Was zählt, ist unter dem Strich</h3>
<p>Ob es uns gefällt oder nicht, das meiste lernen wir, weil wir es brauchen und nicht aus purem Vergnügen. Die Wirtschaft redet zum Beispiel so viel in der Bildung mit, weil es viele von uns für sinnvoll erachten, etwas zu lernen, was uns später hilft, Geld zu verdienen. Das gilt besonders für ein Land wie Deutschland, das einen großen Teil seiner wirtschaftlichen Stärke dem technischen Know-How verdankt. Für den einzelnen ist Bildung damit ein Weg, in der Gesellschaft aufzusteigen. Damit das gelingt, sollten wir vor allem wissen, was gefragt ist – und das ändert sich mit der Zeit. Verglichen mit früheren Zeiten hat die humanistische Bildung dabei an Stellenwert verloren. Höhere Bildung galt früher als Zeichen gesellschaftlichen Interesses und als Indiz dafür, es einmal zu etwas bringen zu wollen. Heute hingegen stehen die Zeichen auf praktisch anwendbaren Fähigkeiten. „Hohe Bildung“ heißt dann schnell einmal „totes Wissen“. Wenn wir Vokabeln im Internet nachschlagen anstatt sie auswendig zu lernen, sind wir also nicht dümmer sondern angepasster.</p>
<p>Das ist übrigens keine neue Erkenntnis. Hans Magnus Enzensberger hat das schon in seinem Aufsatz „Über die Ignoranz“ festgestellt – und zwar im Jahr 1988. Was er dort schrieb, gilt noch immer: Modernes Wissen ist weder weniger umfangreich noch simpler gestrickt als sein klassischer Gegenpart. Es handelt nur von anderen Dingen. Weil wir anders denken, denken wir nicht gleich schlechter. Übrigens hat er noch eine Sache festgestellt: Wirklich unerträglich sind selbst Bildungslücken nur dann, wenn wir sie krampfhaft nicht zugeben wollen. Deshalb gehe ich jetzt Joseph Haydn googeln.</p>
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		<title>Wie Helden lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Apr 2014 13:41:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer die Welt retten will, braucht die richtige Ausbildung. Aber was ist Bildung überhaupt? Und wie sieht ein Bildungssystem für Helden aus? Bildung, die über das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen hinausgeht, war jahrtausendelang absoluter Luxus. Inzwischen ist sie...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><b>Wer die Welt retten will, braucht die richtige Ausbildung. Aber was ist Bildung überhaupt? Und wie sieht ein Bildungssystem für Helden aus?</b></p>
<figure id="attachment_2762" aria-describedby="caption-attachment-2762" style="width: 1201px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2762 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png" alt="Helden der Generation_Bildung_26.4" width="1201" height="665" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4-400x221.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/04/Helden-der-Generation_Bildung_26.4-1024x566.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2762" class="wp-caption-text">Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</figcaption></figure>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bildung, die über das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen hinausgeht, war jahrtausendelang absoluter Luxus. Inzwischen ist sie die Grundlage von allem. Jede Partei und jeder Kandidat, die irgendwo <a title="Große Koalition: Helden sehen anders aus" href="http://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Wahl gewinnen wollen</a>, schreiben sich dieses Thema daher mit einem dicken Filzstift auf die Fahne. Nur meint jeder mit Bildung etwas anderes. Vor allem hat jeder eine andere Vorstellung davon, wie ein gutes Bildungssystem aussieht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie alles unterliegen auch die Ansichten zu Bildung gesellschaftlichen Trends. Eine Generation vor den Helden dominierte an den Unis noch der klassische Langzeitstudent, für den das Hochschulstudium mehr mit Persönlichkeitsentwicklung als mit Credit Points zu tun hatte. Ermöglicht wurde dies durch ein Studiensystem, bei dem man erst ganz am Ende von mindestens zehn Semestern wirklich Leistung bringen musste.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In den Nullerjahren kam der ganz große Sinneswandel. Angetrieben von hoher Arbeitslosigkeit und aus Angst vor starken Chinesen, wurde das deutsche Bildungswesen in wenigen Jahren von Pferdekutsche auf Jumbojet umgestellt. Durch die Kombination von Schulzeitverkürzung, Wehrpflicht-Aussetzung und Bologna-Reform kann ein schlüsselfertiger Akademiker heute bis zu fünf Jahre schneller hergestellt werden als noch zur Jahrtausendwende.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Diese Entwicklung resultiert aus einer Denke, die Bildung vor allem als Ausbildung versteht. Die Aufgabe des Bildungssystems ist es demnach, möglichst schnell und effizient qualifizierte Arbeitskräfte für die Wirtschaft bereitzustellen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nun ist eine starke Wirtschaft ja prinzipiell erstrebenswert und ein paar Anstrengungen wert. Trotzdem kann dieser Weg nicht funktionieren. Den Grund nennt Ken Robinson in seinem berühmten TED-Talk „<a href="http://www.ted.com/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity" target="_blank" rel="noopener noreferrer">How schools kill creativity</a>“. Demnach ist unser heutiges Bildungswesen wesentlich während der Industrialisierung geprägt worden. Seither hat sich die Arbeitswelt grundlegend geändert – das Schulsystem leider nicht. Heutzutage geht es nicht mehr um standardisierte Fließbandproduktion; es zählen Kreativität und Problemlösekompetenz. Genau diese Dinge bleiben durch die Bildungsbeschleunigung auf der Strecke.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
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<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" alt="" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Inzwischen sind Anzeichen einer Trendwende sichtbar. Es setzt sich die Einsicht durch, dass Bildung mehr ist als die Anhäufung von Wissen; dass Lernen nicht zwingend im Sitzen stattfinden muss; dass möglicherweise nicht jeder einen Hochschulabschluss braucht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Vielen Bachelor-Studenten nehmen sich mehr Zeit als die vorgesehenen sechs Semester, <a title="Jag älskar Sverige!" href="http://presstige.org/2014/02/auslandssemester-schweden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gehen ins Ausland</a>, machen Praktika, engagieren sich in Projekten, <a title="“So ein kleiner Kindheitstraum”" href="http://presstige.org/2014/04/degree-clothing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gründen Unternehmen</a>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es entsteht eine Bewegung von „Education hackers“, die nicht an Abschlüsse glauben. Sie entscheiden selbst, was sie lernen möchten. Sie lesen Bücher, belegen Online-Kurse und reisen durch die Welt. Ein bekannter deutscher Education hacker ist Ben Paul, der <a href="http://anti-uni.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">darüber intensiv bloggt</a>. Die vielen Smileys, Ausrufezeichen und kursivierten Angliszismen machen Bens Texte anstrengend zu lesen, aber er vertritt eine interessante Grundeinstellung: Kümmer dich nicht darum, was man von dir erwartet, finde heraus, was dein Ding ist und gehe deinen eigenen Weg.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Ken Robinson ebenfalls anspricht: Wir lernen durch Fehler. An unseren Schulen werden Fehler jedoch sanktioniert, sei es durch sozialen Druck, durch Lehrertadel oder durch Noten. In diesem System ist der am erfolgreichsten, der auf Fehlervermeidung setzt. So kann keine Innovation entstehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In Amerika hat Homeschooling eine längere Tradition; häufig sind es erzkonservative, strengreligiöse Eltern, die ihre Kinder vor allem vom naturwissenschaftlichen Unterricht fernhalten wollen. Es gibt aber auch sympathischere Beispiele wie das des 13-jährigen Logan Laplante, der mindestens einen Tag pro Woche in der Natur verbringt und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h11u3vtcpaY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sehr eloquente Vorträge</a> über die Vorzüge von Homeschooling halten kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das sind radikale Ansätze, die sicher keine allgemeine Lösung des Problems darstellen. Aber sie zeigen auf, dass es auch anders geht. Dass nichts so bleiben muss, wie es ist, nur weil man es seit 200 Jahren so macht. <a title="Trotz NSA: Das Internet ist ein Platz für Helden" href="http://presstige.org/2014/01/helden-internet-nsa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Internet</a> hat schon viele Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche umgekrempelt. Die Generation der Helden wird dafür sorgen, dass davon auch das Bildungssystem nicht verschont bleibt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/04/helden-bildung/">Wie Helden lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Große Koalition: Helden sehen anders aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2013 18:11:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[bafög]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Große Koalition macht Politik für die Alten: Großzügige Rentenreformen stehen Stillstand bei Bildungsthemen gegenüber. Die Generation der Helden muss ihre Zukunft also wieder einmal selbst in die Hand nehmen. Illustration: Marina Schröppel, Text: Christian Endt Deutschland hat eine neue...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/">Große Koalition: Helden sehen anders aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-4d933fc5-1f8d-b24c-b5fc-57b52e2ac0de"><strong>Die Große Koalition macht Politik für die Alten: Großzügige Rentenreformen stehen Stillstand bei Bildungsthemen gegenüber. Die Generation der Helden muss ihre Zukunft also wieder einmal selbst in die Hand nehmen.</strong></p>
<p dir="ltr"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1671" alt="Helden der Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px.png" width="1201" height="519" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px-400x172.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/12/Helden-der-Generation_23.12Version2_Kolumne_1200px-1024x442.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a></p>
<h5>Illustration: Marina Schröppel, Text: Christian Endt</h5>
<p dir="ltr">Deutschland hat eine neue Regierung. Vergangene Woche wurde das dritte Merkel-Kabinett vereidigt. Was kann man aus Heldensicht von der Großen Koaliton erwarten?</p>
<p dir="ltr">Personell ist die Regierung vor allem älter geworden. Das älteste Regierungsmitglied, Wolfgang Schäuble, ist dabeigeblieben. Four more years für einen Mann, der am Ende der Legislaturperiode 75 Jahre alt sein wird. Die jungen Minister dagegen sind raus: Kristina Schröder, Daniel Bahr, Philipp Rösler &#8211; alle haben ihre Karriere vorzeitig beendet. Helden sehen anders aus. Nach dem spektakulären Fall des Jungstars Karl-Theodor zu Guttenberg ist knapp drei Jahre später eine ganze Reihe halbwegs junger Politiker mit weniger Lärm, aber ebenso gründlich von der Bildfläche verschwunden. Waren im Kabinett Merkel II noch <a href="http://interactive.zeit.de/bundeskabinett/#/merkel-ii/6/alter" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">immerhin zwei Minister</a> unter vierzig Jahren, so ist die 39-jährige Manuela Schwesig jetzt <a href="http://interactive.zeit.de/bundeskabinett/#/merkel-iii/0/alter" target="_blank" rel="noopener noreferrer" class="broken_link">das einzige Regierungsmitglied</a>, das wenigstens einen Hauch von Jugendlichkeit ausstrahlt.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
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<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" /></td>
<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert.<br />
<a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p dir="ltr"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Ohnehin haben sich vermutlich die wenigsten Angehörigen der Heldengeneration von Kristina Schröder wirklich vertreten gefühlt. Viel schlimmer als die personelle Alterung der Politik ist allerdings die inhaltliche. In Berlin steht zwar ein Ministerium, an dessen Fassade ein Messingschild mit der Aufschrift &#8220;Jugend&#8221; hängt &#8211; es steht dort allerdings an letzter Stelle einer langen Liste: &#8220;Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend&#8221; lautet die volle Amtsbezeichnung. In der Prioritätenliste der Bundesregierung werden die Belange der Jugend weit hinten einsortiert.</span></p>
<p dir="ltr">Das ist nur konsequent: Deutschland ist eine Rentner-Republik. Eine Regierung, die in diesem Land gewählt werden will, macht logischerweise Politik für Rentner.</p>
<p dir="ltr">So haben sich die Verhandlungsführer der Großen Koalition auf <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-beschluesse-ueberblick/seite-7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">teure Großprojekte für alte Menschen</a> geeinigt: die Mütterrente, die Solidarrente, die Lebensleistungsrente.  Für viele Rentner sollen die Bezüge erhöht werden, und für die Rente mit 67 soll es großzügige Ausnahmen geben, sodass Millionen Deutsche schon mit 63 in den Ruhestand gehen können.</p>
<p dir="ltr">“Verschwörung gegen die Jungen&#8221; war die Überschrift <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/generationengerechtigkeit-verschwoerung-gegen-die-jungen-12688717.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in der <em>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</em></a> zu den Rentenplänen der GroKo. Die <em>FAS</em> ist nicht gerade als Kampfblatt des jugendlichen Sturm und Drang bekannt. Aber was da an Milliarden an alte Leute fließen soll, hat mit Generationengerechtigkeit tatsächlich wenig zu tun.</p>
<p dir="ltr">Nicht beschlossen wurde dagegen eine Reform des BAFöG. Die wäre dringend nötig, beispielsweise um den stark gestiegenen Mieten in Unistädten oder den veränderten Studienbedingungen durch das Bachelor-Master-System gerecht zu werden. Doch die BAFöG-Reform fehlt im Koalitionsvertrag.  Angeblich wurde sie <a href="http://www.sueddeutsche.de/bildung/koalitionsvertrag-union-und-spd-vergessen-das-bafoeg-1.1831896" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;durch einen redaktionellen Irrtum” vergessen</a>. Das erinnert an einen Schüler aus der Mittelstufe, der behauptet, sein Hund habe die Hausaufgaben gefressen.</p>
<p dir="ltr">Auch sonst enthält der Koalitionsvertrag <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-beschluesse-ueberblick/seite-4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zum Thema Bildung</a> nur Enttäuschungen. Der Mangel an Masterplätzen, die Geburtsfehler der Bologna-Reform, das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Hochschulpolitik &#8211; all diese Probleme werden nicht angegangen. Auch diese Regierung wird sicher oft über die Bedeutung von Bildung sprechen. Wirklich ernst nimmt sie das Thema allerdings wird.</p>
<p dir="ltr">Wie kriegen wir mit dieser Ausgangslage den Dreh hin zum naiv-optimistischen Grundton, der diese Kolumne eigentlich ausmachen soll? &#8220;<del>Die Generation der Helden braucht eure Rente nicht</del>&#8220;, stand als Antwort darauf kurzzeitig auf dem Blatt. Aber das ist dann doch ein Stück zu überheblich.</p>
<p dir="ltr">Auch die Generation der Helden wird älter und ist irgendwann auf so etwas wie ein staatliches Rentensystem angewiesen. Aber wenn das System dann noch funktionieren soll, muss es vollkommen anders aussehen als heute. Und diesen grundlegenden Umbau traut der aktuellen Politikerriege ohnehin keiner zu.</p>
<p dir="ltr">Also kann es uns auch relativ egal sein, wie genau <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gylfmQgtMJc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frau Ministerin Langstrumpf</a> in den nächsten Jahren daran herumpfuscht. Früher oder später müssen wir das Ding eh selbst in die Hand nehmen. Und dann wird uns schon etwas einfallen. Ob das dann so etwas wie ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bedingungsloses Grundeinkommen</a> sein wird (das würden auch Studenten und alle anderen bekommen, somit wäre das BAFöG-Problem gleich mit gelöst), oder etwas ganz anderes, werden wir sehen. Aber wir sind Helden, wir kriegen das hin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/12/helden_groko_rente_bildung/">Große Koalition: Helden sehen anders aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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