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	<title>Pandemie Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>&#8220;Das Ganze Leben ist runtergefahren&#8221; &#8211; Tierheime in der Pandemie​</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angela Kiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jul 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Heute soll es in unserer Artikelreihe um die stillen Held:innen gehen, die sich derer in unserer Gesellschaft annehmen, die gar keine eigene Stimme haben, um für sich einzustehen. Die Tiere – fast in jedem zweiten Haushalt Deutschlands wohnt ein tierischer Mitbewohner und während dem Pandemie-Jahr 2020 ist die Zahl der Hunde und Katzen in den deutschen Haushalten um 1,6 Millionen gestiegen. Währenddessen warten in den deutschen Tierheimen jährlich 350.000 Tiere auf ein neues Zuhause und Expert:innen warnen vor steigenden Zahlen nach Ende der Pandemie. Die Mitarbeiter:innen dieser Einrichtungen, die diesen Tieren ein Zuhause geben, leisten einen großen Beitrag zur Gesellschaft, der aber oft übersehen wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/07/das-ganze-leben-ist-runtergefahren-tierheime-in-der-pandemie%e2%80%8b/">&#8220;Das Ganze Leben ist runtergefahren&#8221; &#8211; Tierheime in der Pandemie​</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="20392" class="elementor elementor-20392">
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									<p style="text-align: justify;"><strong>Heute geht es weiter mit unserer Artikelreihe „Unsere stillen Held:innen“. Zuletzt haben wir uns mit der ehrenamtlichen Tätigkeit <a href="https://presstige.org/2021/06/ein-ehrenamt-zu-zeiten-der-coronapandemie/">in den Corona-Testzentren</a> beschäftigt. Heute soll es um die stillen Held:innen gehen, die sich derer in unserer Gesellschaft annehmen, die gar keine eigene Stimme haben, um für sich einzustehen. Die Tiere – fast in jedem zweiten Haushalt Deutschlands wohnt ein tierischer Mitbewohner und während dem Pandemie-Jahr 2020 ist die Zahl der Hunde und Katzen in den deutschen Haushalten um 1,6 Millionen gestiegen. Währenddessen warten in den deutschen Tierheimen jährlich 350.000 Tiere auf ein neues Zuhause und Expert:innen warnen vor steigenden Zahlen nach Ende der Pandemie. Die Mitarbeiter:innen dieser Einrichtungen, die diesen Tieren ein Zuhause geben, leisten einen großen Beitrag zur Gesellschaft, der aber oft übersehen wird.</strong></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Unsere stillen Held:innen</h2>				</div>
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									<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm; text-align: justify;">Rechts der Wertach liegt &#8211; mitten in Augsburg &#8211; die Holzbachstraße 4c. Trotz der zentralen Lage liegt die Adresse überraschend versteckt inmitten von viel Grün. Dass sich hier das Tierheim des Tierschutzvereins Augsburg und Umgebung e.V. befindet, lässt sich schon an dem Hundebellen erahnen, das schon von weitem zu hören ist. In der Augsburger Einrichtung, die vor Pandemie-Zeiten ein beliebter Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen war, ist es ruhiger geworden. Hier kümmern sich seit über 50 Jahren ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter:innen um das Wohl verschiedenster Tiere. Von Hunden und Katzen bis zu Wildtieren kann hier jedes Tier Unterschlupf finden. Was sich für diese Tiere und ihre Pfleger:innen während der Pandemie geändert hat, hat uns die Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Sabina Gaßner genauer erklärt.</p>								</div>
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									<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm;"><b>Hallo Frau Gaßner! Danke, dass Sie sich für unser Interview Zeit nehmen. Wie sieht denn Ihr Alltag als Geschäftsführerin eines Tierschutzvereins aus, was sind Ihre Aufgaben?</b></p>								</div>
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									<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm; text-align: justify;"><em>Der Tierschutzverein Augsburg ist sehr breit aufgestellt. Wir haben uns den Schutz aller Tiere, also Haustiere, Nutztiere oder freilebende, wilde Tiere auf die Fahnen geschrieben. Wie die meisten Tierschutzvereine kümmern wir uns auch um individuelle Tiere, das grenzt uns ein bisschen ab von den Naturschutzvereinen, die traditionell eher den Artenschutz und nicht den individuellen Tierschutz betreiben.  </em></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm; text-align: justify;"><em>In unserem Tierheim in Augsburg betreuen wir Hunde, Katzen, Vögel und alles, was uns gebracht oder gefunden wird, das heißt auch Wildtiere wie Gartenvögel, Eichhörnchen oder Marder. </em></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm; text-align: justify;"><em> </em></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm; text-align: justify;"><em>Wir haben in Königsbrunn auch die Bildungseinrichtung Gut Morhard zum Thema Tier- und Naturschutz. Die funktioniert als Arche und Gnadenhof für beispielsweise Pferde aus schlechter Haltung. Außerdem kaufen wir immer wieder auch in den Landkreisen Aichach-Friedberg und Augsburg geeignete Flächen auf, um den Lebensraum von wilden und freilebenden Tieren zu schützen. </em></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm; text-align: justify;"><em> </em></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0cm; text-align: justify;"><em>Insgesamt fallen da immer ganz verschiedene Tätigkeiten an. Für Gut Morhard muss man zum Beispiel Referent:innen für Vorträge besorgen oder Veranstaltungen planen. Im Tierheim müssen Konflikte geschlichtet werden. Und im Naturschutzbereich müssen beispielsweise Anträge für Zuschüsse gestellt werden oder mit Landwirt:innen und Pächter:innen verhandelt werden. </em></p>								</div>
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									<p><strong>Was sind das für Konflikte im Tierheim, die Sie schlichten müssen? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Wir haben es oft mit illegalem Welpenhandel oder mit Tierquälerei zu tun. Beschlagnahmungen kommen da öfter vor als man glaubt. In unserem kommunalen Veterinäramt sind sehr gute Tierärztinnen – alles Frauen übrigens (lacht) –, die sehr gesetzeskonform und kritisch sind und gewissenhaft arbeiten. Die schauen nicht zu. Die erledigen ihren Job und gehen gegen Tierquälerei vor. </em></p><p style="text-align: justify;"><em>Wo auch regelmäßig Konflikte entstehen, ist der der Einzug von <a href="https://www.polizei.bayern.de/news/recht/index.html/11022" class="broken_link">Listenhunden der Kategorie 1</a>. Da möchte dann jemand sein Tier wieder haben, nicht bezahlen oder jemand leugnet, ein Tier illegal eingeführt zu haben. Das wird dann sehr teuer. Es passiert auch öfter, dass Leute versterben und dann Tiere übrigbleiben. Die Erben übernehmen immer gerne das Haus, aber die Tiere dann nicht. Für die älteren Tiere ist es dann oft ganz schlimm ins Tierheim zu kommen.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Wie sind Sie darauf gekommen, ausgerechnet Geschäftsführerin eines Tierschutzvereines zu werden?</strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Ich wurde gefragt (lacht). Selbst wäre ich nicht darauf gekommen. Ich arbeite ausgesprochen gerne im Non-Profit-Sektor, weil das einfach ein freieres Arbeiten ist und die Sinn-Frage sofort mit erfüllt wird. Und das jeden Tag. Man wird zwar nicht reich, aber für mich hat das einen hohen Wert, dass man die Arbeit einigermaßen selbst bestimmen kann, dass man sich selbst Ziele setzen kann und dass es einen Sinn ergibt. Einen Sinn, dem man selbst folgen und den man nachvollziehen kann. Das ist ein großer Grad an Freiheit und beruflicher Befriedigung. Der damalige Vorsitzende hat mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Ich habe zu der Zeit noch in München gearbeitet und ich habe mir dann überlegt – ich gehöre zu der Art Menschen, die niemals aufhören zu arbeiten, die man aus dem Büro heraustragen muss – wie das wäre, später mit dem Rollator in den ICE zu steigen (lacht). Da ich nah am Tierheim wohne<span style="color: #ff0000;">,</span> war das die bessere Variante, da kann man zu Fuß gehen! Ich habe zusammen gezählt was ich brauche, und dann habe ich es einfach gemacht. Das kann man sich leisten, wenn man älter ist. Aber ich habe es nie bereut.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?<br /></strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Besonders gefällt mir, dass ich mit Tieren zu tun habe.  Und mit ganz verschiedenen Menschen, ganz Augsburg war schon im Tierheim, da ist alles dabei. Mir gefällt die Vielseitigkeit und das Arbeiten mit unserem tollen Team. Die Tiere und die Erfolge, die wir mit ihnen verzeichnen, wenn beispielsweise ein Tier sehr krank reinkommt und dann geheilt entlassen werden kann. Das ist oft bei Wildtieren, wie Jungvögeln so. Das macht besonders viel Arbeit, aber wenn sie dann flügge werden, das ist wunderbar.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Was gefällt Ihnen gar nicht an Ihrem Job? Gibt es da überhaupt etwas? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Manchmal die Zusammenarbeit oder eben Nicht-Zusammenarbeit mit den Behörden (lacht). Das betrifft manche ländliche Veterinärämter, manche Ordnungsämter und manche Bürgermeister:innen. Aber nicht alle.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Wie hat sich die Pandemie auf Ihre Arbeit ausgewirkt? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Es ist natürlich deutlich ruhiger in allen Einrichtungen. Ganz schlimm ist das für Gut Morhard, weil wir dort natürlich von Veranstaltungen leben. Das Ziel der Einrichtung ist Bildung für Kinder und Jugendliche, Begegnung, Aufklärung und Sachen zum Mitmachen, das ist jetzt alles gestrichen. Seit einem Jahr ist es da diesbezüglich praktisch tot.</em></p><p style="text-align: justify;"><em>Im Tierheim haben wir ein Terminsystem eingeführt. Das heißt, es ist etwas umständlicher, aber es hat auch Vorteile. Vorher hatten wir drei Tage die Woche auf und bei schönem Wetter sind natürlich erfreulicherweise viele Leute gekommen. Da gab es kaum Zeit, sich mit den Tieren zu beschäftigen. Das hat sich verändert und verbessert. Außerdem sind die Tiere auch ruhiger, weil nicht ganze Herden an Menschen durch das Heim laufen.</em></p><p style="text-align: justify;"><em>Blöd war auch, dass wir &#8211; als es die strengen Kontaktbeschränkungen gab – unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen auf Abstand halten mussten. Wir konnten keine Praktikant:innen mehr nehmen und keine neuen Ehrenamtlichen, das ganze Leben ist runtergefahren. Geteilte Teams über eine lange Zeit und kommunikative Anpassungsschwierigkeiten hatten wir natürlich auch.</em></p><p style="text-align: justify;"><em>Außerdem sind die ganzen Spontanspenden der Besucher:innen weggebrochen. Das ist sehr schlimm, weil der Tierschutzverein davon lebt. Zuschüsse und Pauschalen decken ungefähr ein Drittel der Kosten. Ein bisschen kommt auch durch Veranstaltungen zustande, aber der Rest, also ca. 40 Prozent aller Gelder, läuft über spontane Spenden. Wenn uns jemand besucht und zufrieden ist mit der Leistung oder der Beratung, dann lässt der mal einen 5er, einen 10er oder einen 50er da und das häuft sich über die Zeit. Jeder Euro hilft.</em></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">"Unser Alltag hat (...) grundsätzlich unglaublich viele wunderschöne Momente"</h2>				</div>
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									<p><strong>Hat sich die Pandemie auch auf das Adoptionsverhalten der Menschen ausgewirkt?<br /></strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Ja, auf jeden Fall. Die Anfragen waren mehr. Man geht ja auch davon aus, dass ungefähr 20 bis 25 Prozent mehr Haushalte jetzt ein Haustier haben. Viele Tiere werden offenbar über Onlineplattformen gehandelt. Das sehen wir sehr kritisch. Aber bei uns ist es immer gleich schwer ein Haustier zu bekommen, wir geben Tiere nicht einfach so weg. Was auch auffällt ist, dass deutlich weniger Katzen abgegeben werden. Normalerweise bekommen wir so ca. 600 Tiere jährlich. Dieses Jahr waren es vielleicht die Hälfte. Das war ein großer Unterschied.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Haben Sie da eine Erklärung dafür, wieso weniger Katzen abgegeben werden? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Die Leute fahren nicht so viel in den Urlaub (lacht). Man bekommt immer einen Haufen Stories erzählt, wieso die Leute ihre Katzen abgeben müssen. Aber wir prüfen das auch nicht so genau nach. Je weniger man nachfragt, desto weniger zwingt man die Leute zu schwindeln und umso geringer ist die Hemmschwelle die Katzen abzugeben und nicht einfach auszusetzen. Es ist ja für das Tier immer besser ins Tierheim zu kommen, als hilflos sich selbst überlassen zu bleiben.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Was war für Sie der schönste Moment im letzten (Pandemie-) Jahr?</strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Der schönste Moment war, als wir die Aufteilung des Teams aufgeben und endlich wieder einigermaßen normal arbeiten konnten. Unser Alltag hat allerdings grundsätzlich unglaublich viele wunderschöne Momente. Man sagt ja immer Tierschutz ist schwer und das stimmt schon, man sieht sehr viel Leid, aber die meisten Momente, die ich in meiner Arbeit erlebe, sind sehr anrührend.</em></p><p style="text-align: justify;"><em>Beispielsweise hatten wir im Landkreis Aichach-Friedberg einen Fall, da haben zwei Frauen eine schwer verletze Katze zu uns gebracht. Ich hätte mir nie gedacht, dass diese Katze irgendwie wieder hergestellt werden kann, es hat damals so ausgesehen als würde die Hälfte des Gesichts fehlen. Sie ist anscheinend monatelang verletzt herumgelaufen, mit großen entzündeten Wunden. Die Leute haben das gesehen und haben nichts gemacht. Bis die beiden Frauen gesagt haben, es reicht. Ab da war es als wäre ein Schlüssel ins Schlüsselloch geflutscht. Ab da hat alles gepasst für die Katze. Wir haben ihn Felico getauft. Er kann wieder spielen und lässt sich wieder streicheln. Wir haben dann sehr schnell ein Zuhause für ihn gefunden.</em></p>								</div>
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				<a href="https://www.instagram.com/tierheimaugsburg/?hl=de" class="elementor-icon" tabindex="-1" aria-label="Wer genaueres über die Geschichte von Felico erfahren möchte, kann dies auf dem Instagram-Profil des Augsburger Tierheims">
				<i aria-hidden="true" class="fab fa-instagram"></i>				</a>
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									<h4 class="elementor-icon-box-title">
						<a href="https://www.instagram.com/tierheimaugsburg/?hl=de" >
							Wer genaueres über die Geschichte von Felico erfahren möchte, kann dies auf dem Instagram-Profil des Augsburger Tierheims						</a>
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									<p><strong>Zu den schlimmsten Momenten gehört dann vermutlich, wenn man ein Tier in so einem Zustand findet, oder? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Natürlich, das ist immer sehr schlimm. Das kann ich kaum mit anschauen.</em></p><p style="text-align: justify;"><em>Letztes Jahr, zu Beginn der Pandemie, als noch nicht klar war, ob nicht auch weitere Tiere das Virus übertragen können, waren ja alle katzenartigen Tiere unter Verdacht. Von Frettchen angefangen bis zu den Katzen selbst, das hat sich zum Glück im Sand verlaufen, aber wir mussten natürlich auch überlegen was wir tun müssten, wenn sich dieser Verdacht bestätigt hätte. Sich da hinzusetzen und darüber nachzudenken was passiert, wenn man die Tiere töten müsste, wie beispielsweise die Nerze in Dänemark, das war furchtbar.</em></p><p style="text-align: justify;"><em>Schlimm war auch ein Vorfall in Schwaben im Dezember letztes Jahr. Eine Katze ist in einem Wald in eine Schlagfalle geraten und die zuständige Jägerin hat die Katze in der Falle erschossen. Drei Anläufe hat sie gebraucht, um das arme Tier zu erschießen. Das Ganze hat jemand gefilmt, ins Netz gestellt und daraufhin wurde Anzeige erstattet. Das war schrecklich. Das kommt häufig vor, dass Jäger:innen Katzen erschießen und das ist im Jagdrecht auch noch so erlaubt. Wir als Tierschutzverein sind für eine Kastrations- und Meldepflicht für Katzen ähnlich wie bei Hunden. Das würde die Anzahl der streunenden Katzen reduzieren und solche Vorfälle verhindern.</em></p>								</div>
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												<a class="elementor-accordion-title" tabindex="0">Das Bayerische Jagdrecht</a>
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					<div id="elementor-tab-content-1321" class="elementor-tab-content elementor-clearfix" data-tab="1" role="region" aria-labelledby="elementor-tab-title-1321"><p><span style="font-size: 10pt;">Laut Artikel 42 des Bayerischen Jagdgesetztes (BayJG) dürfen Personen, die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigt sind, wildernde Hunde und Katzen töten. <em>„Katzen gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen werden. Diese Befugnis erstreckt sich auch auf solche Katzen, die sich in Fallen gefangen haben, die in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude aufgestellt worden sind“</em> (<a href="https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayJG-42">Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten, Art. 42, BayJG</a>)</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Mehr zu dem von Frau Gaßner erwähnten Fall, findet ihr hier: </span><br /><span style="font-size: 10pt;"><a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/zusmarshausen-katze-in-falle-erschossen-polizei-ermittelt-gegen-jaegerin,SL8EBxf" class="broken_link">https://www.br.de/nachrichten/bayern/zusmarshausen-katze-in-falle-erschossen-polizei-ermittelt-gegen-jaegerin,SL8EBxf</a></span></p></div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">"Jeder Euro hilft."</h2>				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p><strong>Das Bundesumweltministerium hat im März finanzielle Corona-Hilfen für Tierheime angekündigt. Haben Sie diese bereits erhalten? </strong></p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p style="text-align: justify;"><em>Bekommen haben wir sie noch nicht, aber wir haben sie beantragt. Ich war überrascht, wie unbürokratisch und einfach das ging. Die Hilfen betragen 7.500 Euro, das ist zwar wenig Geld &#8211; das ist sehr schmächtig für größere Tierschutzvereine &#8211;  aber es ist eine wichtige Geste. Kleinen Tierschutzvereinen und -Initiativen hilft das ganz stark.</em></p>								</div>
				</div>
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									<p><strong>Jetzt ist der Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V. schon ein größerer Verein, wieviel wird Ihnen das Geld nützen? </strong></p>								</div>
				</div>
					</div>
		</div>
					</div>
		</section>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Diese 7500 Euro helfen natürlich schon, jeder Euro hilft. Aber es macht den Verlust nicht wett. Davon kann kein Tierschutzverein mit einer Einrichtung leben. Zum Beispiel muss der Arbeitgeber für ein:e Pfleger:in, welche:r ja im Mindestlohnsektor arbeitet, im Jahr schon ca. 35.000 Euro rechnen. Also wenigstens eine:n sollte man sich leisten können (lacht). Aber symbolisch war es sehr wichtig. Wir haben uns sehr gefreut.</em></p>								</div>
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										<img decoding="async" width="640" height="960" src="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_9559-1-683x1024.jpg" class="attachment-large size-large wp-image-20527" alt="" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_9559-1-683x1024.jpg 683w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_9559-1-200x300.jpg 200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_9559-1-768x1152.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_9559-1-1024x1536.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_9559-1-1365x2048.jpg 1365w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_9559-1-scaled.jpg 1707w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" />											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Auch Sachspenden wie Futter werden im Tierheim angenommen. </figcaption>
										</figure>
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									<p><strong>Fühlen Sie sich denn grundsätzlich als Tierheim in der Pandemie vom Staat wahrgenommen, unterstützt und repräsentiert? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Gar nicht, aber sonst ja auch nicht (lacht). Es gibt Bundesländer, die schon lange Tierheime fördern. Ein Bespiel ist hier Baden-Württemberg. Die machen das sehr gut und auch schon sehr lange. Erst bei der letzten bayerischen Landtagswahl – nach jahrelangem rummosern – hat sich Herr Söder in einem Tierheim mit einem Hund ablichten lassen und eine Einstellung in den Haushalt mit einer Million im Jahr versprochen. Es gibt jetzt auch einen Kastrationszuschuss, aber man weiß eben nicht wie lange. Da wäre viel mehr möglich. Das hat mit der Pandemie nichts zu tun.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Finden Sie, dass ihre Tätigkeit an sich – abgesehen vom Staat – ausreichend wertgeschätzt wird? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Ja, natürlich. Wir werden viel gelobt, wir bekommen viel Zuspruch, wir werden viel besucht und haben viele Mitglieder. Wir werden von den meisten Leuten sehr freundlich und mit viel Interesse behandelt. Zu unseren Veranstaltungen kommen jede Menge Leute. Kinder und Jugendliche mögen uns, und die Omas und Opas natürlich auch (lacht)! Also gesellschaftlich sind wir sehr gut verankert, finde ich.</em></p>								</div>
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									<p><strong>Würden Sie Ihren Beruf noch einmal wählen, wenn Sie sich noch einmal entscheiden könnten? </strong></p>								</div>
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									<p><em>Ja klar! Ich weiß nicht, ob ich das mein ganzes Leben lang gemacht hätte, aber mir gefällt es und ich bleibe da dabei und ich gehe auch nicht in Rente (lacht)!</em></p>								</div>
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									<p><strong>Was wünschen Sie sich denn von anderen Menschen im Hinblick auf Ihre Tätigkeit? Was können andere Leute ändern, um zum Beispiel Tierheimen zu helfen? </strong></p>								</div>
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									<p style="text-align: justify;"><em>Das Allerwichtigste ist, bevor ich ein Tier zu mir nehme, muss ich überlegen warum. Und dann bitte so ehrlich sein und sich eingestehen, dass man das Tier nicht hat, weil man ein besonders guter Mensch ist. Sondern in der Regel hat man das Tier wegen sich selbst. Für sich. Die Kosten und der zeitliche Aufwand müssen vorher kalkuliert werden. Das ist die Grundlage allen weiteren Vorgehens. Wenn ich dann ein Tier habe, dann bitte so gut es geht auf die Bedürfnisse des Tieres eingehen. Die Tiere impfen lassen und zur Tierärztin bzw. zum Tierarzt</em><em style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );"> gehen. Es wird und bleibt ein Familienmitglied, das muss man sich überlegen.</em></p><p style="text-align: justify;"><em style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Wenn man über das Tierheim hinausdenkt, ist die Reflexion der eigenen Konsumgewohnheiten ein wichtiger Faktor: Konsum tierischer Produkte, Flächenverbrauch, Freizeitverhalten&#8230; hier gibt es noch sehr viel Luft nach oben.</em></p><p style="text-align: justify;"><em>Und wenn man dem Tierschutz oder unserem Verein etwas Gutes tun will, dann kann man auf jeden Fall spenden, man kann mithelfen und man kann unsere Beiträge auf Social Media teilen und darauf aufmerksam machen was wir tun. </em></p>								</div>
				</div>
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									<p><strong>Vielen Dank für das informative Gespräch!</strong></p>								</div>
				</div>
					</div>
		</div>
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									<h3 class="elementor-icon-box-title">
						<span  >
							So könnt ihr helfen						</span>
					</h3>
				
									<p class="elementor-icon-box-description">
						
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					<div id="elementor-tab-content-1261" class="elementor-tab-content elementor-clearfix" data-tab="1" role="region" aria-labelledby="elementor-tab-title-1261"><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Spendenkonto</strong>: Stadtsparkasse Augsburg &#8211;  </span><span style="font-size: 10pt; color: var( --e-global-color-text );">IBAN DE73 7205 0000 0000 6011 46</span></p><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>PayPal</strong>: <a href="mailto:tierheim@tierschutz-augsburg.de">tierheim@tierschutz-augsburg.de</a></span></p></div>
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					</div>

					<div id="elementor-tab-content-1262" class="elementor-tab-content elementor-clearfix" data-tab="2" role="region" aria-labelledby="elementor-tab-title-1262"><p><span style="font-size: 10pt;">Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e. V.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Holzbachstr. 4c</span><br /><span style="font-size: 10pt;">86152 Augsburg</span></p><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Tel:</strong> 0821/455290 -0</span><br /><span style="font-size: 10pt;"><strong>E-Mail</strong>: <a href="mailto:info@tierheim-augsburg.de">info@tierschutz-augsburg.de</a></span></p><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Website</strong>: <a href="mailto:tierheim@tierschutz-augsburg.de">tierheim@tierschutz-augsburg.de</a></span></p></div>
				</div>
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													</span>
												<a class="elementor-toggle-title" tabindex="0">Aufmerksam machen</a>
					</div>

					<div id="elementor-tab-content-1263" class="elementor-tab-content elementor-clearfix" data-tab="3" role="region" aria-labelledby="elementor-tab-title-1263"><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Facebook</strong>: Tierheim Augsburg – Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Instagram</strong>: tierheimaugsburg</span></p><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>TikTok</strong>: gnadenhof_gut_morhard</span></p></div>
				</div>
								</div>
						</div>
				</div>
					</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Quellen</strong>: </span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Das Gespräch fand am 2. Mai 2021 statt.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">PETA: <a href="https://www.peta.de/neuigkeiten/haustiere-deutschland-2020/">https://www.peta.de/neuigkeiten/haustiere-deutschland-2020/</a> (aufgerufen am 09.06.2021)</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.: <a href="https://www.zzf.de/presse/meldungen/meldungen/article/wertvolle-mitbewohner-mehr-fuersorge-fuer-heimtiere-in-corona-zeiten.html" class="broken_link">https://www.zzf.de/presse/meldungen/meldungen/article/wertvolle-mitbewohner-mehr-fuersorge-fuer-heimtiere-in-corona-zeiten.html</a> (aufgerufen am 09.06.2021)</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Deutscher Tierschutzbund e.V.: <a href="https://www.tierschutzbund.de/organisation/einrichtungen/zentrum-weidefeld/tiervermittlung/">https://www.tierschutzbund.de/organisation/einrichtungen/zentrum-weidefeld/tiervermittlung/</a> (aufgerufen am 09.06.2021)</span></p>								</div>
				</div>
					</div>
		</div>
					</div>
		</section>
				<section class="elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-ed3ca00 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default" data-id="ed3ca00" data-element_type="section">
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							</div>
		</div>
					</div>
		</section>
				</div>
		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/07/das-ganze-leben-ist-runtergefahren-tierheime-in-der-pandemie%e2%80%8b/">&#8220;Das Ganze Leben ist runtergefahren&#8221; &#8211; Tierheime in der Pandemie​</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2021/07/das-ganze-leben-ist-runtergefahren-tierheime-in-der-pandemie%e2%80%8b/feed/</wfw:commentRss>
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		<title>Augsburg im Lockdown kennenlernen – Auslandssemester während Corona</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Nägele]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 07:59:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Den kulturellen Horizont erweitern, Fremdsprachkenntnisse verbessern, neue Leute aus den verschiedensten Ecken der Welt kennenlernen, ein fremdes Land erkunden und natürlich Hauspartys, Kneipentouren und Clubbesuche bis es wieder hell ist – dies sind oft die Erwartungen, mit denen Studierende in ihr Erasmus- bzw. Auslandssemester starten. Doch die Realität sah zumindest bis vor Kurzem noch anders aus. Wie empfinden Austauschstudierende ihren Aufenthalt und ihr Studium an der Universität und Hochschule während der Pandemie?</p>
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									<p style="text-align: justify;">Den kulturellen Horizont erweitern, Fremdsprachkenntnisse verbessern, neue Leute aus den verschiedensten Ecken der Welt kennenlernen, ein fremdes Land erkunden und natürlich Hauspartys, Kneipentouren und Clubbesuche bis es wieder hell ist – dies sind oft die Erwartungen, mit denen Studierende in ihr Erasmus- bzw. Auslandssemester starten. Doch die Realität sah zumindest bis vor Kurzem noch anders aus: <b> </b>Anstatt sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, galt Ausgangssperre, internationale Freundschaften mussten mit Mindestabstand geschlossen werden und weder das Land noch die Augsburger Kneipenlandschaft konnten erkundet werden. Und auch wenn in den letzten Wochen Lockerungen eingetreten sind, so ist die Pandemie doch noch immer präsent und der Alltag nicht so wie gewohnt.  <span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Doch trotz Einschränkungen und Hürden wagten sich während der Pandemie und des Lockdowns Austauschstudierende aus verschiedenen Ländern nach Augsburg, um hier an der Universität oder Hochschule ein Auslandssemester zu absolvieren.</span></p><p style="text-align: justify;">Unter normalen Bedingungen kommen jedes Jahr zu Semesterbeginn zwischen 100 und 150 motivierte Studierende aus aller Welt an der Augsburger Uni an, die sich dazu entschieden haben, mindestens ein Semester hier zu studieren. Dieses Semester sind es circa 20. Die bürokratische Betreuung übernimmt dabei das Akademische Auslandsamt, für den sozialen Support ist das Erasmus Student Network – kurz ESN – zuständig. Die europaweite Studierendenorganisation betreut Austauschstudierende während ihres Auslandsaufenthalts und hilft den Studierenden so dabei, im Zielland Fuß zu fassen und sich zu Hause zu fühlen. Die Programmpunkte reichen dabei von wöchentlichen Stammtischen, über Feiern in der Party-Tram bis hin zu Ausflügen in ganz Bayern.</p><p style="text-align: justify;"><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Seit knapp anderthalb Jahren sieht der Alltag jedoch anders aus. Um den momentanen Umständen gerecht zu werden, musste das ESN-Team kreativ werden und entwickelte daher neue Konzepte, um die Studierenden aus dem Ausland zu empfangen. Die Welcome-Week bspw. fand so hauptsächlich online statt. Die einzigen Ausnahmen waren eine Campus- und eine City-Tour, welche jedoch als one-on-one-Event stattfanden. Mit einem Betreuungsschlüssel von 1 ESNler : 1 Erasmi wurden den Austauschstudierenden so die wichtigsten Orte in Augsburg gezeigt. Auch ein wichtiger Teil der Augsburger Kultur, nämlich die Bierkultur, wurde den Austauschstudierenden durch ESN nahegebracht. So konnten diese an einer online Bierverkostung teilnehmen und dabei in den Genuss lokaler Biere kommen. Für das laufende Semester habe man nun den wöchentlichen Stammtisch über Zoom (als Pendant zum wöchentlichen Stammtisch in unterschiedlichen Augsburger Lokalitäten) und weitere one-on-one-events geplant, so Fabian, der Vorsitzende von ESN Augsburg. Man hoffe jedoch auch sehr darauf, dass es bald wieder einen breiteren Rahmen an Möglichkeiten gibt und Events wieder in Kleingruppen stattfinden können. So war es bspw. im letzten Sommer der Fall: Mithilfe eines Hygienekonzepts, welches mit der Stadt Augsburg abgesprochen war, konnten die Studierenden so zwar kein Bar- jedoch immerhin ein Park-hopping mit Picknick erleben. Auch wenn mit Hilfe von Video-Calls zwar einige Veranstaltungen online abgehalten werden können und die Möglichkeit zum Kennenlernen und Austausch besteht, so ist dies einfach nicht dasselbe. „Es klappt halt schon alles irgendwie, man muss nur durchhalten“, resümiert Fabian das mittlerweile dritte Corona-Semester.       </span></p><p style="text-align: justify;"><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Doch nicht nur die Auslandsstudierenden, welche an der Uni studieren, erleben ihr Auslandssemester unter besonderen und erschwerten Voraussetzungen, gleiches gilt natürlich auch für die Studierende, die an der Hochschule angekommen sind.  Und auch das SWOP-Team (Student Welcome and Orientation Project), welches den Studierenden der Hochschule bei der Orientierung und dem Einleben in Augsburg hilft, erarbeitete neue Konzepte und Events, welche an die Beschränkungen angepasst sind.</span><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">  </span></p><p style="text-align: justify;"><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Doch wie empfinden Austauschstudierende selbst ihren Aufenthalt und ihr Studium an der Universität und Hochschule? Wie fasst es sich in einer fremden Stadt Fuß, während dort der Lockdown herrscht? Und welche Erwartungen werden in solchen Zeiten an ein Auslandssemester gestellt? Diese Fragen und noch mehr habe ich drei Erasmusstudentinnen gestellt, die seit ca. zwei bzw. drei Monaten in Augsburg sind.</span></p>								</div>
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					<h5 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Maria &amp; Anastasia aus Griechenland</h5>				</div>
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									<p><span style="text-align: justify; color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">„Wir werden jetzt schon sehr traurig, wenn wir daran denken, dass wir im September Augsburg verlassen müssen“, erzählen die beiden Griechinnen Anastasia und Maria, die normalerweise an der Universität in Athen Accounting und Finance studieren, wehmütig. Sie haben bereits Anfang letzten Jahres begonnen, den Auslandsaufenthalt zu planen, wobei jedoch ursprünglich das Wintersemester 20</span><span style="text-align: justify; color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">20/21 als Zeitraum feststand. Da beide jedoch im kommenden Semester ihren Bachelor abschließen wollen, stand eine erneute Verschiebung des geplanten Auslandssemesters nicht im Raum und so wagten die beiden sich gemeinsam nach Deutschland. </span><span lang="EN-GB" style="text-align: justify; color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">„In these times when everything is crazy, at least do something different”, fasst&nbsp;Maria ihre Entscheidung zusammen. </span><span style="text-align: justify; color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Und obwohl die beiden berichten, dass es in Griechenland nicht nur dauerhaft 30 Grad warm ist sondern die Corona-Lockerung auch deutlich früher für Erleichterungen sorgten, sind sie sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung.&nbsp;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
</p>								</div>
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									<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Die beiden Freundinnen merken jedoch auch an, dass sie einen großen Vorteil davon haben, nicht nur gemeinsam nach Augsburg gekommen zu sein, sondern auch gemeinsam in einer Wohnung zu wohnen. So habe es seit ihrer Ankunft keine Zeit gegeben, in der sie sich einsam gefühlt haben. Auch durch die online-Einführungsveranstaltungen von ESN konnten sie mit anderen Austauschstudierenden Nummern austauschen, sich zu einem Kaffee to go in der Stadt verabreden und so eine kleine internationale Freundesgruppe finden. Und auch wenn sie berichten, dass sie ihre Zeit auch während des Lockdowns in Augsburg sehr genießen konnten, so freuen die beiden sich trotzdem sehr, endlich auch Augsburgs Gastronomieszene erleben und hoffentlich auch&nbsp;weitere Teile Europas bereisen zu können.</p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Milena aus Polen</h2>				</div>
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									<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Auch Milena, welche ursprünglich aus Polen kommt, jedoch normalerweise in London studiert, berichtet von einem erfolgreichen Ablauf ihres bisherigen Auslandssemesters. Sie studiert an der Hochschule interaktive Medien und ist seit circa drei Monaten in Augsburg. Ausschlaggebend dafür, dass sie sich für Augsburg entschieden hat, war und ist ihr großes Interesse an der deutschen Kultur – große Zweifel wegen Corona und den damit verbundenen Einschränkungen habe sie nicht gehabt. Sie sei vielmehr mit niedrigen Erwartungen in die neue Stadt gekommen und sah das Semester als Möglichkeit &#8211; mehr oder weniger alleine – eine neue Stadt zu erkunden.</p>								</div>
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									<p>Da auch ihr übliches Studierendenleben in London stark eingeschränkt ist, sah sie auch keine Vorteile darin, in London zu bleiben:  &#8220;You don’t lose anything because nothing is working as usual”.  Auch ihre Anfangszeit war durch das SWOP-Team der Hochschule  gut organisiert und es gab einige Online-Veranstaltungen, um die ersten Kontakte zu knüpfen. Besonders jedoch durch ihre Kurse an der Hochschule und ihr Wohnheim konnte sie einige Leute kennenlernen. &#8220;Because every international student is in the same situation right now, they are more eager than ever to meet new people&#8221;, berichtet Melina. Und auch wenn sie es genossen hat, Augsburg durch ausgiebige Spaziergänge kennenzulernen, so war natürlich auch die Freude groß, dass nun viele Lockerungen eingetreten sind und so endlich auch ein anderer und belebterer Teil Augsburgs entdeckt und genossen werden kann. </p>								</div>
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									<p>Auch wenn alle drei Austauschstudierenden, mit denen ich gesprochen habe, auch während des Lockdowns eine sehr gute Zeit in Augsburg hatten, so war doch die Erleichterung groß, als Lockerungen eingetreten sind und es wird mit Vorfreude auf die restlichen Monate ihres Austauschsemesters geschaut.<span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );"> </span></p><p><b>Lieben Dank an Fabian, Anastasia, Maria und Milena für die Zeit und die Beantwortung der Fragen!</b></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/06/augsburg-im-lockdown-kennenlernen-auslandssemester-waehrend-corona/">Augsburg im Lockdown kennenlernen – Auslandssemester während Corona</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Studieren in Transsylvanien (Siebenbürgen)</title>
		<link>https://presstige.org/2021/05/studieren-in-transsylvanien-siebenbuergen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Clarissa Bilevitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 May 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Unterschiede]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Antonia Deac ist eine zwanzigjährige Studierende aus Rumänien. Sie studiert an der Lucian-Blaga-Universität in Sibiu/Hermannstadt. In der „Facultatea de Literesi Arte“ belegt sie die Studiengänge Chinesisch und Englisch, wobei ihr Schwerpunkt in Chinesisch liegt. Momentan befindet sie sich im vierten Semester ihres Bachelorstudiums und hat danach vor ihren Master zu machen. Doch durch Covid-19 wurde auch ihr (Studenten)Leben völlig auf den Kopf gestellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/05/studieren-in-transsylvanien-siebenbuergen/">Studieren in Transsylvanien (Siebenbürgen)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="19242" class="elementor elementor-19242">
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									<p>Die ganze Welt wurde durch Covid-19 auf den Kopf gestellt. Das betrifft auch unser Studentenleben. Es gibt keine Präsenzvorlesungen mehr, man kennt seine Kommiliton:innen und Professor:innen nur noch über den Bildschirm und von Partys ist erst recht nicht die Rede. Und genau dies verbindet Studierende über Landesgrenzen hinweg. Wie sieht das Studentenleben in anderen Ländern derzeit aus?</p>								</div>
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									<p>Einen Einblick gibt uns Antonia Deac, eine zwanzigjährige Studentin aus Rumänien. Sie studiert an der Lucian-Blaga-Universität in Sibiu/Hermannstadt, welches in Transsylvanien liegt. In der „Facultatea de Literesi Arte“ belegt sie die Studiengänge Chinesisch und Englisch, wobei ihr Schwerpunkt in Chinesisch liegt. Momentan befindet sie sich im vierten Semester ihres Bachelorstudiums und hat danach vor ihren Master zu machen. Durch Covid-19 wurde auch ihr (Studenten)Leben völlig auf den Kopf gestellt. Aus diesem Grund erklärt sie uns, wie es ist, an einer rumänischen Universität zu studieren (siehe auch <span style="color: #99ccff;"><a style="color: #99ccff;" href="https://presstige.org/2021/05/unterschiede-im-studium-zwischen-deutschland-und-russland/">Unterschiede im Studium zwischen Deutschland und Russland</a></span>) , und welche Veränderungen die Pandemie mit sich brachte.</p>								</div>
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									<p><strong>Zuerst wäre es spannend zu erfahren, wer an einer Universität studieren kann. Gibt es, wie in Deutschland, mehrere Wege das Abitur zu machen?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>In Rumänien geht der Notenschlüssel von eins bis zehn. Hierbei ist zehn die beste Note und eins die schlechterste. Um an einer Universität studieren zu dürfen, muss man beim Abitur eine bessere Note als sechs haben. Wenn man dies nicht schafft, kann man es aber noch einmal nachholen. Allerdings kann man hier das Abitur, wir nennen es das „Examen de Bacalaureat“, nur auf einem Gymnasium, hier „Liceu“ genannt, erwerben. Einen anderen Weg gibt es dafür nicht.</em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Könntest du vielleicht kurz erklären, wie die Anmeldung an einer Universität erfolgt?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Wenn man sich an einer Universität bewirbt, muss man eine Mappe abgeben. Diese beinhaltet eine Kopie des Abiturzeugnisses, der Geburtsurkunde, des Personalausweises und Personalbilder. Man muss auch eine Gebühr zahlen. Bei mir waren es damals ungefähr 50 Leu (das entspricht ca. 10€). Nachdem jeder seine Mappe eingereicht hat, vergeht eine gewisse Zeit und die Namen der Studierenden, die an der Universität studieren dürfen, erscheinen im Internet. In meinem Fall durfte jeder, der sich für meinen Studiengang angemeldet hatte, studieren. In Ausnahmefällen, wie z.B. bei Jura- und Medizinstudiengängen, muss man eine Prüfung absolvieren. Hier zählt dann auch nur die Note der spezifischen Prüfung, um studieren zu dürfen, das Abitur spielt keine Rolle. </em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Der Staat finanziert circa 30 Prozent der Studienplätze, die nach dem Leistungsprinzip vergeben werden. Könntest du dieses Prinzip noch einmal genauer erklären?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Nachdem man die Mappe vor dem ersten Semester abgegeben hat, wird berechnet, ob man für ein Jahr, also für die ersten beiden Semester, zahlen muss, oder ob man im Budget liegt. Dies kann man online einsehen. Nach diesem Jahr muss man die Mappe nicht mehr einreichen. Ob man einen vom Staat finanzierten Studienplatz bekommt, hängt von den Noten und vom Budget der Universität ab. In meinem Studiengang kam das bis jetzt nur zwei- bis dreimal vor, dass jemand die Gebühr zahlen musste. Diese betrug dann 573€ für ein Jahr, das kann sich aber auch ändern. Darüber hinaus bekommen die besten vier eines Studienganges je 200€ pro Monat. Hier muss man aber auch sehen, dass man ab dem Gymnasium kein Kindergeld mehr vom Staat bekommt. </em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Welche Universität besuchst du, wie groß ist sie, wie viele Studierende sind immatrikuliert und welche Studiengänge werden angeboten?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Ich studiere in Hermannstadt/Sibiu auf der Lucian-Blaga-Universität. Es ist eine verhältnismäßig große Universität, da sie neun Fakultäten beinhaltet, wie z.B. die technologische Fakultät, die juristische Fakultät und die wirtschaftliche Fakultät. Insgesamt studieren hier 14.740 (2017) Menschen. Es gibt einen Campus, zwei Kantinen, vier Cafés und acht Studentenwohnheime, die über die Stadt verteilt sind.</em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong> </strong></p><p><strong>Wie lange dauert ein Semester, die anschließende Prüfungsphase und die Semesterferien?</strong> </p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Jedes Semester hat 14 Wochen. Danach folgen drei Wochen der Prüfungsphase. Anschließend gibt es noch eine Woche, bei der man nicht bestandene Prüfungen wiederholen kann, bzw. bei der man die Möglichkeit hat, sich zu verbessern. Dieses Schema ist im ersten und im zweiten Semester dasselbe. Allerdings unterscheidet sich die Länge der Semesterferien. Während die Semesterferien nach dem Wintersemester nur eine Woche lang sind, sind die Semesterferien im Sommer ungefähr 15 Wochen lang. Hinzu kommen noch zwei Wochen Weihnachtsferien und eine Woche Osterferien. </em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Gibt es an deiner Universität Freizeitangebote, wie z.B. verschiedene Sportangebote, oder auch eine Unizeitung, -radio oder -fernsehen?</strong></p>								</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<blockquote><p><em>Freizeitangebote an sich gibt es hier nicht. Allerdings müssen wir die ersten vier Semester einen Sportkurs belegen. Dieser wird dann auch benotet. Von einer Unizeitung, -radio oder -fernsehen habe ich bis jetzt noch nicht gehört.</em> </p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Wie funktioniert das Studieren mit Corona?</strong></p>								</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<blockquote><p><em>Es fühlt sich seltsam an, keinen sozialen Kontakt zu den Kommiliton:innen zu haben. Auch fühlt es sich so an, als wären die Wochen länger. Einige meiner Professor:innen haben durch Corona ihre Erwartungen erhöht. Wir bekommen viele zusätzliche Aufgaben, da wir ja nur Zuhause sind. Das ist teilweise sehr anstrengend. Am Anfang war das noch anders. Wir hatten keine Vorlesungen, sondern mussten Aufgaben Zuhause lösen und den Professor:innen schicken. </em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Werden die Vorlesungen asynchron oder live gehalten?</strong></p>								</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<blockquote><p><em>Alle meine Kurse sind live. Das funktioniert auch zum größten Teil sehr gut. Bis jetzt hatte ich noch nie Probleme mit dem WLAN. Manchmal haben ein paar Lehrende Schwierigkeiten mit der Internetverbindung, aber oft kommt das auch nicht vor. Allerdings werden die Online-Kurse bei uns nicht aufgenommen.</em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong> </strong></p><p><strong>Ist die Universität oder die Bibliothek geöffnet?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Die Universitätsbibliothek ist leider geschlossen. Viele Bücher werden deswegen eingescannt und man kann sie online abrufen. Die Universität ist hingegen geöffnet, falls man etwas abgeben oder auch abholen muss. Auch für Fragen hat sie geöffnet.</em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Finden z.B. Weihnachtsfeiern oder auch Semester-Closing-Partys online statt?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Derartige Feste finden bei uns leider nicht statt. Auch ohne Corona gibt es sie nicht. Nur im ersten Semester gibt es einen „Miss and Mister Contest“, der hier „balul bobocilor“ heißt. Die ganze Universität, unabhängig von der Fakultät, kann sich hierfür anmelden. Man trifft sich anschließend in einem Club, in dem dann unter anderem eine kleine Talentshow stattfindet. Die Kandidaten singen, tanzen, etc. auf der Bühne. Dazwischen wird viel getanzt und man kann an einigen Spielen teilnehmen. Zum Schluss kann man dann seine Stimme für die &#8220;Miss&#8221; und den &#8220;Mister&#8221; abgeben. Durch Corona konnte das nicht stattfinden. Auch Online wurde es nicht nachgeholt. </em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Wie regeln die Universitäten die Prüfungen während Corona?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Die schriftlichen Prüfungen beantwortet man zu Hause im Internet. Auf Google Formulare schreiben wir unsere Antworten und senden sie anschließend ab. Währenddessen ist man auch auf GoogleMeet und manchmal wird es dann auch aufgezeichnet, sodass die Professor:in es sich später noch einmal anschauen kann. Da allerdings die Umgebung bzw. der Schreibtisch nicht überprüft wird, ist es sehr leicht zu schummeln. Die mündlichen Prüfungen finden auch online statt. Diese werden immer aufgezeichnet, damit die Professor:in für den Fall einen Beweis hat. </em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Welche Noten bzw. welche Anforderungen muss man erfüllen, um den Bachelor zu bekommen?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Man muss eine Bachelorarbeit schreiben und diese auch präsentieren. Danach muss man noch einen Test bestehen, der den Stoff der sechs Semester beinhaltet. Diesen Test muss man für jedes Fach schreiben, also bei mir wäre es einer in Chinesisch und einer in Englisch.  Auch muss man eine bestimmte Punktzahl, die man für jede Prüfung bekommt, erreicht haben.</em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Welche Vor- und welche Nachteile siehst du durch das Online-Studium?</strong></p>								</div>
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									<blockquote><p><em>Ein großer Nachteil ist, dass man während den Klausuren viel schummeln kann. Dadurch ist es viel schwieriger unter den besten vier zu sein und das monatliche Geld zu bekommen. Ich finde es auch sehr schade, dass der soziale Kontakt verloren geht. Man sieht sowohl seine Kommiliton:innen als auch seine Professor:innen nicht mehr. Wie ich auch schon gesagt habe, erwarten die Professor:innen zudem mehr von einem. Man hat sehr wenig Freizeit, das ist natürlich auch ein großer Nachteil. Aber es gibt  auch Vorteile des Online-Studiums. Einer ist, dass man zu Hause bleiben kann. Ich brauche zu meiner Universität 40 min mit dem Bus, da ist es schon ein großer Vorteil Onlineunterricht zu haben. Die Tatsache, dass man zu Hause, in seiner vertrauten Umgebung ist, ist mir sehr wichtig. </em></p></blockquote>								</div>
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									<p><strong>Vielen Dank an Antonia, die uns einen spannenden Einblick in das Studentenleben in Rumänien gegeben hat.</strong></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2021/05/studieren-in-transsylvanien-siebenbuergen/">Studieren in Transsylvanien (Siebenbürgen)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Kein Prosit der Gemütlichkeit – Volksfeststimmung in Zeiten von Corona</title>
		<link>https://presstige.org/2020/10/kein-prosit-der-gemuetlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Koristka]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2020 08:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Branchen wurden durch die Corona-Pandemie hart getroffen. Monatelange Einnahmeausfälle machen besonders den Schaustellerbetrieben zu schaffen, einige bangen sogar um ihre wirtschaftliche Existenz. In Augsburg hat man deshalb neue Wege eingeschlagen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/10/kein-prosit-der-gemuetlichkeit/">Kein Prosit der Gemütlichkeit – Volksfeststimmung in Zeiten von Corona</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_4123-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-15675" width="768" height="576" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_4123-1-1024x768.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_4123-1-300x225.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_4123-1-768x576.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_4123-1-1536x1152.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_4123-1-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Ein vertrautes Bild aus besseren Zeiten: Schwabens größtes Volksfest, der Augsburger Plärrer – damals noch mit Bierzelten und in voller Größe.<br />© Thomas Koristka</figcaption></figure>
</div>
<p class="has-normal-font-size"><strong>Viele Branchen wurden durch die Corona-Pandemie hart getroffen. Monatelange Einnahmeausfälle machen besonders den Schaustellerbetrieben zu schaffen, einige bangen sogar um ihre wirtschaftliche Existenz. In Augsburg hat man deshalb neue Wege eingeschlagen: Auf mehreren zentralen Plätzen bietet die Stadt den Gewerbetreibenden derzeit die Möglichkeit, ihre Stände zu präsentieren. Was bleibt, ist die Hoffnung auf Schadensbegrenzung – und auf bessere Perspektiven.</strong></p>
<p>„Neue Fahrt, neue Runde, neue Reise! Jetzt wieder einsteigen, zusteigen, Platz nehmen, bitte!“, hallt es mit einem dröhnenden, langegezogenen Echo durch die Lautsprecher eines Fahrgeschäfts. Auf den letzten Drücker setzen sich noch zwei Jugendliche in eine Gondel und drücken rasch ihre Sicherheitsbügel herunter. Nun kann die Fahrt im sogenannten „Flipper“ losgehen. Die Musik wird lauter, einige schrille Soundeffekte ertönen, die Gondeln setzen sich langsam in Bewegung.</p>
<p>Vom nicht weit entfernten Süßwarenstand duftet es indes herrlich nach Zuckerwatte und<strong>&nbsp;</strong>gebrannten Mandeln. Jugendliche, Familien und Senioren schlendern an diesem strahlend schönen Spätsommertag über den Kleinen Exerzierplatz, einige in toller traditioneller Tracht. Spielbuden und Fahrgeschäfte laden zum Vergnügen ein, während die zahlreichen kulinarischen Schmankerl diverser Imbissstände den Appetit anregen.</p>
<p>Alles wie immer zur Plärrerzeit, könnte man fast meinen. Doch in diesem Jahr ist so einiges anders. Richard Krolzig kann davon ein Lied singen: „Also wir betreiben hier ja eine Achterbahn. Und eine Achterbahn ist eigentlich symbolisch für all das, was wir durchgemacht haben in der letzten Zeit: Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle gewesen.“ Der gebürtige Bad Hersfelder ist Projektmanager und arbeitet für eine Hamburger Schaustellerfirma. Er kümmert sich um den Betrieb der bekannten Achterbahn „Wilde Maus“ und sitzt gerade in seinem Kassenhäuschen. Immer wieder kommt zwischendurch neue Kundschaft vorbei, vor allem Kinder und Jugendliche, denn es ist Freitagmittag, kurz nach Unterrichtsschluss.</p>
</p>
<p><strong>„Wie im Horrorfilm“</strong></p>
<p>Doch dass ein Festbetrieb überhaupt möglich ist, ist derzeit alles andere als selbstverständlich. Für Schaustellerunternehmen war das letzte halbe Jahr eine harte Zeit, denn infolge des Corona-Lockdowns Mitte März brachen plötzlich alle Umsätze weg. „Die letzte Einnahme, die wir erzielt haben, ist vor Weihnachten letztes Jahr gewesen“, so Krolzig. Die reihenweisen Absagen fest eingeplanter Volksfeste und Kirchweihen, darunter auch das Oktoberfest, welches erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht stattfinden kann, waren ein schwerer Schlag für die Branche. „Manchmal kommt man sich vor wie im Horrorfilm, wo man morgens denkt, man müsste wach werden und das müsste doch jetzt irgendwie vorbei sein, was leider nicht der Fall ist“, resümiert der Kirmes-Kenner.</p>
<p>Die „Wilde Maus“ sollte ursprünglich im März für zwei Wochenenden auf dem Schriesheimer Mathaisemarkt gastieren. Das erste davon lief noch ganz regulär, jedoch hatte man schon die Befürchtung, „dass da was kommen könnte.“ Zum zweiten Wochenende sollte es gar nicht mehr kommen, denn zu diesem Zeitpunkt musste bereits abgebaut werden. Eine Hiobsbotschaft für alle Betriebe: keine freudigen Fahrgäste mehr, kein buntes Treiben auf dem Festplatz – keine wirkliche Perspektive. „All diese Dinge waren abrupt gestoppt. Da war natürlich erstmal Schock, Rätselraten, großes Fragezeichen“, erzählt Richard Krolzig mit betroffener Stimme. „Wie geht das weiter? Was kommt?“, fragten sich auch viele verunsicherte Kolleginnen und Kollegen. Doch vorerst ging gar nichts mehr. Eine ganze Branche wurde vom einen auf den anderen Tag praktisch stillgelegt.</p>
</p>
<p><strong>Verbände sprechen von einem Berufsverbot</strong></p>
<p>Durch das erlassene Verbot von Großveranstaltungen gab es monatelang keine Möglichkeit, Festplätze mit Fahr- und Spielgeschäften sowie Süßwarenständen zu bespielen. Schaustellerverbände sprachen gar von einem Berufsverbot. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer mussten infolgedessen an ihre finanziellen Reserven, die unter anderem für die Winterpausen oder die Altersvorsorge gedacht waren. Zudem sahen sich manche dazu gezwungen, Teile des Betriebsvermögens aufzulösen. Die meisten der rund 5.300 Betriebe sind Kleinst- und kleine Unternehmen, größtenteils seit Generationen in Familienhand geführt. So auch der Betreiber der „Wilden Maus“, die Max Eberhard &amp; Sohn GmbH. Das Hamburger Familienunternehmen, gegründet 1899 und bereits in fünfter Generation, hatte die bekannte Achterbahn erst im vergangenen Jahr von ihrem langjährigen Vorbesitzer übernommen.</p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Manuel_Weidt_Photographer_-05-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-15676" width="768" height="512" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Manuel_Weidt_Photographer_-05-1024x683.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Manuel_Weidt_Photographer_-05-300x200.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Manuel_Weidt_Photographer_-05-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Manuel_Weidt_Photographer_-05-1536x1024.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Manuel_Weidt_Photographer_-05-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Mithilfe bundesweiter Kundgebungen wie Anfang September in Berlin möchte die Veranstaltungsbranche ein Notsignal an die Politik senden. Auch der Deutsche Schaustellerbund beteiligte sich an der Großdemonstration des Bündnisses #AlarmstufeRot.<br />© #AlarmstufeRot, Fotograf: Manuel Weidt</figcaption></figure>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="299" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-1-1024x299.png" alt="" class="wp-image-15697" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-1-1024x299.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-1-300x88.png 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-1-768x224.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-1-1536x448.png 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-1-2048x598.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</p>
<p>Richard Krolzig hat durchaus Verständnis dafür, dass die aktuelle Situation auch für die Entscheidungstragenden absolutes Neuland ist und eine schwierige Herausforderung darstellt. Gleichzeitig macht er aber keinen Hehl daraus, dass er sich mehr Unterstützung gewünscht hätte: „Wir haben uns dieses Jahr wirklich gefühlt wie die heiße Kartoffel, die man eben so fallen lässt“, bilanziert er und wirft großen Teilen der Politik Gesprächsverweigerung vor. Nur wenige Volksvertreterinnen und -vertreter hätten aktiv den Austausch gesucht, um über die Sorgen und Nöte der Branche zu reden. Schließlich nutzten gerade Parteien seit jeher fleißig die lokalen Volksfeste und insbesondere deren Bierzelte, um sich in Wahlkampfzeiten zu profilieren und auf Stimmenjagd zu gehen.</p>
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<p><strong>Das Volksfest als Sündenbock?</strong></p>
<p>Empört haben ihn und seine Kolleginnen und Kollegen aber vor allem die mantraartigen Aussagen mancher Regierenden, die mit Begriffen wie „Starkbierfeste“ oder „Schützenfeste“ ein Bild zeichnen, das so nicht der Realität entspricht. Denn Jahrmärkte, Kirmessen und Volksfeste bestehen bei weitem nicht nur aus dem Konsum alkoholischer Getränke, auch wenn dieser natürlich ein Faktor sei, „der nicht wegzureden ist“, wie Krolzig betont. „Wir haben uns schon sehr einseitig abgestempelt gefühlt.“</p>
<p>Besonders fassungslos machte ihn zudem ein vorwurfsvoller Wortlaut eines süddeutschen Ministerpräsidenten, welcher im Juni behauptete, dass man wisse, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste der Ursprung der Pandemie seien. Diese äußerst gewagte These weist der Fachmann jedoch entschieden zurück: „Mir war nicht bewusst, dass auf deutschen Volksfesten halbtote Fledermaus aus Wuhan der Verkaufsschlager gewesen sein soll. Das ist abstrus, das geht gar nicht.“</p>
<p>Doch abseits der kommunikativen Kontroversen gibt es&nbsp;auch erfreuliche Entwicklungen: So erhielten im Frühjahr viele Gewerbetreibende die ersten Corona-Soforthilfen dank eines unkomplizierten Online-Antrags bereits innerhalb einer Woche. Zudem haben Schaustellerverbände und die Kommunalpolitik mittlerweile Wege gefunden, um trotz der Untersagung von Großveranstaltungen wieder Festplätze bespielen zu lassen – wenn auch nur im kleinen Rahmen. Durch die Ausrichtung geplanter Volksfeste wie dem Herbstplärrer als eingeschränkter Vergnügungspark konnte das Verbot umgangen werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Augsburg wurden Auflagen festlegt und ein Hygienekonzept erstellt, sodass doch noch ein Vergnügen für Jung und Alt und damit auch ein Stück Normalität auf dem Kleinen Exerzierplatz ermöglicht werden konnte.</p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7064-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-15677" width="768" height="576" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7064-1-1024x768.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7064-1-300x225.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7064-1-768x576.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7064-1-1536x1152.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7064-1-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Der Plärrer-Vergnügungspark: keine Bierzelte, weniger Publikum und ein reduziertes Angebot an Attraktionen – dafür mehr Abstand, breitere Wege und eine familiärere Atmosphäre.<br />© Thomas Koristka</figcaption></figure>
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<p>Auch wenn die Besucherinnen und Besucher heuer auf die bayerische Bierzelttradition verzichten müssen, finden sich immer noch einige weitere bekannte Stände und Fahrgeschäfte auf dem Plärrergelände wieder: vom klassischen Autoscooter und dem gemütlichen Kettenkarussell über die rasante Leopardenspur bis hin zur extremen XXL-Riesenschaukel. Zudem ist mit den zahlreichen Imbiss-, Süßwaren- und Ausschankbuden auch für das kulinarische Wohl gesorgt.</p>
</p>
<p><strong>Übergangsphase oder „neue Normalität“?</strong></p>
<p>Allen Einschränkungen zum Trotz: Hat man einmal die Einlasskontrolle passiert, fühlt es sich fast so an wie früher. Baby-Flug, Geisterbahn und Break Dance hier – Zuckerwatte, Steckerlfisch und Riesenbosna da. Kinder rennen euphorisch an die Fahrschäfte, während einem die Schreie mancher Fahrgäste der Riesenschaukel aus knapp 50 Metern Höhe entgegenschallen. Ein vertrautes Gefühl, das diesmal eben von Abstand, Bodenmarkierungen, Maske und Registrierungsformularen begleitet wird. Wer ein Freund des Rummels ist oder sich einfach mal vom Corona-Alltag ablenken möchte, der nimmt diese einfachen Vorschriften gerne in Kauf. Gerade Familien, die in diesem Jahr nicht verreisen konnten oder wollten, soll das Konzept des Plärrer-Vergnügungsparks ansprechen.</p>
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="337" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-2-1024x337.png" alt="" class="wp-image-15695" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-2-1024x337.png 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-2-300x99.png 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-2-768x253.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-2-1536x506.png 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/Infokasten-2-2048x675.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</p>
<p>Doch ist das diese „neue Normalität“, von der aktuell so viele reden? Richard Krolzig möchte davon eigentlich nichts hören, denn er ist kein Fan dieses Begriffs: „Ich hätte gerne lieber die alte Normalität wieder, sodass das hier nur eine Übergangsphase ist.“ Man sei aber froh, dass man überhaupt was tun könne, so der Haupttenor im Umfeld. Unter diesen Umständen stelle es eine große Erleichterung dar, dass es Alternativkonzepte wie hier in Augsburg gibt, sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch für die Schaustellerseele. Auch wenn die Umsätze&nbsp;nicht ganz so wie in normalen Zeiten ausfallen, befinde man sich „in einer Phase des kleinen Lichtblicks“, so der Projektmanager. Denn man habe bewiesen, dass Veranstaltungen dieser Art ebenfalls funktionieren können, und das sei ein wichtiges Zeichen.</p>
</p>
<p><strong>Das Publikum als „größter Verbündeter“</strong></p>
<p>Die Freude bei ihm und seinem Team war riesig, als es endlich wieder losging – trotz des verregneten ersten Wochenendes. „Es war so schön. Diese Mixtur, die Lichter, die Musik, die Geräusche, die Menschen – man hat sich einfach über alles gefreut“, verrät Richard Krolzig mit strahlenden Augen. „Das, was wir machen, ist ja nicht nur Beruf und Broterwerb. Es ist Berufung, es ist Leidenschaft, es ist Lebensaufgabe.“</p>
<p>Als äußerst angenehm empfindet er den „sehr familiären Charakter“ des Ersatz-Plärrers, denn durch die Begrenzung der maximalen Personenzahl auf knapp 1.500 und das nicht mehr vorhandene Übermaß an Alkohol seien die Abläufe „geschmeidiger“ geworden: Es gebe weniger Ärger mit Betrunkenen, zudem kämen ihm die Besucherinnen und Besucher obgleich der schwierigen gesamtgesellschaftlichen Situation entspannter als sonst vor. Darüber hinaus bekomme man relativ viel Trinkgeld – eigentlich eher unüblich. Doch viele Menschen schätzten das Angebot gerade jetzt umso mehr und haben Mitgefühl angesichts der nach wie vor bedrohlichen Lage, in der sich die Schaustellerbranche als Ganzes befindet. „Dies zeigt auch, dass unser größter Verbündeter das Publikum ist“, berichtet Krolzig glücklich.</p>
</p>
<p><strong>Ein Augsburger Leuchtturmprojekt</strong></p>
<p>Insgesamt lobt er das Konzept der Plärrer-Vergnügungsparks und dessen Organisation durch den Schwäbischen Schaustellerverband, der deutschlandweit einen sehr guten Ruf genießt. Woanders wäre eine Veranstaltung in dieser Form vielleicht gar nicht möglich geworden, munkeln manche. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus allen Teilen der Republik haben sich bereits erkundigt, wie das Pilotprojekt in Augsburg läuft und warum es so gut funktioniert. Auch die Kommunalpolitik wertet das kurzfristig auf die Beine gestellte Konzept als Erfolg: Die Schutz- und Hygienekonzepte hätten sich laut Oberbürgermeisterin Eva Weber bewährt. Infolgedessen verlängerte die Stadt den Ersatz-Plärrer bereits zum zweiten Mal, die anderen Aktionen des „Sommers in der Stadt“ dürfen ebenfalls bis Anfang Oktober weitergehen.</p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7053-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-15692" width="768" height="576" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7053-1-1024x768.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7053-1-300x225.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7053-1-768x576.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7053-1-1536x1152.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_7053-1-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Volksfesttreiben auf dem Rathausplatz<br />© Thomas Koristka</figcaption></figure>
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<p>Gerade als Richard Krolzig über den wiedererlangten Spaß an der Arbeit und den wiederaufgeladenen mentalen Akku spricht, treten die nächsten Fahrgäste vor das Kassenhäuschen der „Wilden Maus“. Wiederholungstäter, denn die beiden Jungs kommen unmittelbar von der vorherigen Runde und möchten die rasante Achterbahn gleich ein weiteres Mal genießen. „Richtig geil das Ding!“, ruft der hintere der beiden lautstark, während sein Kollege die neuen Tickets kauft. Unverzüglich rennen sie nach dem Erhalt der Fahrscheine auf den Eingang der Bahn zu, um in den nächsten Wagen zu steigen.</p>
<p>Genau das sind solche Momente, für die Krolzig und viele andere aus der Branche tagtäglich leidenschaftlich ihre Arbeit verrichten. „Die sind gefahren, kommen raus, kommen wieder, war geil, war super, war toll. Schön, die haben Spaß, und darum geht es. Und das überträgt sich auch auf uns“, erzählt der sympathische Projektmanager, der sich kaum einen anderen Job vorstellen könnte.&nbsp;„Es gibt viele Berufe, da erarbeitet man Konzepte, die landen im Papierkorb und man weiß am Ende gar nicht, ob es jemandem gefallen hat oder nicht.“&nbsp;Im direkten Umgang mit den Menschen spüre er dies jedoch sofort. „Es ist eine Abstimmung mit den Füßen: Die Leute wollen, oder sie wollen nicht – und das Ergebnis ist immer eindeutig“, berichtet er stolz.</p>
</p>
<p><strong>Mit Zuversicht wieder in die Spur kommen</strong></p>
<p>Solches Feedback in Zeiten wie diesen lässt ihn etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Der Anfang ist gemacht, auch wenn noch einige Unsicherheitsfaktoren zu bewältigen seien, insbesondere beim Thema Weihnachtsmärkte. Doch der Bad Hersfelder ist überzeugt, dass diese Herausforderung ebenfalls gelingen könne, wenn man sich an bewährten Konzepten wie dem Plärrer-Vergnügungspark orientiert: „Dann kann so ein leuchtendes Beispiel wie Augsburg vielleicht auch ein bisschen was bei anderen Städten bewirken.“</p>
<p>Natürlich dürfe, trotz aller Freude über den betrieblichen Neubeginn, auch der wirtschaftliche Rahmen nicht außer Acht gelassen werden, betont er. „Wir sind ja nicht nur wegen Luft und Liebe hier, es muss sich am Ende des Tages auch rechnen. Aber natürlich muss die Richtung klar sein: Es muss irgendwann auch wieder zu dem hingehen können, was man hatte.“ Krolzig rechnet zwar für nächstes Jahr ebenfalls nicht mit einer normalen Saison, dennoch zeigt er sich aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen mit den Alternativkonzepten optimistisch.</p>
<p>Eine Rückkehr zur Normalität scheint aufgrund wieder steigender Infektionszahlen und eines weiterhin fehlenden Impfstoffs derzeit tatsächlich noch in weiter Ferne. An Festplätze ohne Festzelte wird man sich somit vorläufig gewöhnen müssen. Auf das gewohnte bunte Treiben wird man noch eine Weile verzichten müssen. Aber die Eindrücke vor Ort haben deutlich gemacht, wie sehr den Beschäftigten eines ganz besonderen Berufszweigs ihre Arbeit, ihre Berufung und ihr Lebenswerk am Herzen liegt – speziell in schwierigen Zeiten.</p>
<p>Und wenn Corona auch etwas Positives bewirkt hat, dann vor allem den Zusammenhalt einer Branche, die gemeinsam an einem Strang zieht. Die Freude über jeden einzelnen Fahrgast, der mit einem Lächeln im Gesicht ein Ticket kaufen möchte. Und die Demut, dass dies alles nicht selbstverständlich ist, wie einem die vergangenen Monate deutlich vor Augen geführt haben.</p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_6980-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-15674" width="768" height="576" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_6980-1024x768.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_6980-300x225.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_6980-768x576.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_6980-1536x1152.jpg 1536w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG_6980-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Richard Krolzig merkt man die Freude an der Arbeit sichtlich an. Nach einer „Achterbahnfahrt der Gefühle“ infolge des Corona-Lockdowns sieht der Bad Hersfelder optimistisch in die Zukunft.<br />© Thomas Koristka</figcaption></figure>
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<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/10/kein-prosit-der-gemuetlichkeit/">Kein Prosit der Gemütlichkeit – Volksfeststimmung in Zeiten von Corona</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>The Show Must Go On – Ein Hauch Nostalgie im Autokino Augsburg</title>
		<link>https://presstige.org/2020/06/autokinoaugsburg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simon Horndasch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2020 06:43:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Freitagabend im Auto. Zugegeben, es gibt aufregendere Orte, an denen ich mich aufhalten könnte, aber heute ist das der Ausgangs- und Endpunkt meiner Geschichte. Gemeinsam mit meiner Freundin stehe ich im VW Polo auf einem Parkplatz hinter dem Festplatz Gersthofen. Hier wird später Queen zu Gast und der Platz voll sein. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/06/autokinoaugsburg/">The Show Must Go On – Ein Hauch Nostalgie im Autokino Augsburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-1-1024x485.jpg" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" srcset="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-1-1024x485.jpg 1024w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-1-300x142.jpg 300w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-1-768x363.jpg 768w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-1.jpg 1386w" alt="© Simon Horndasch" width="624" height="296"><figcaption>© Simon Horndasch</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Ein Freitagabend im Auto. Zugegeben, es gibt aufregendere Orte, an denen ich mich aufhalten könnte, aber heute ist das der Ausgangs- und Endpunkt meiner Geschichte. Gemeinsam mit meiner Freundin stehe ich im VW Polo auf einem Parkplatz hinter dem Festplatz Gersthofen. Hier wird später Queen zu Gast und der Platz voll sein. Was, ohne Oscarpreisträger Rami Malek und dem von ihm gespielten Freddie Mercury zu nahe zu treten, vermutlich nicht an Bohemian Rhapsody liegt. Das ist der Film, der heute hier läuft. Eigentlich strömten für Mercury und seine Band Queen bereits 2018 über 3,8 Millionen Besucher*innen in die deutschen Kinos. Da aber aufgrund der Pandemie momentan keine neuen Filme starten, erhält die Queen-Biografie heute noch einmal eine große Bühne. Ich bin aber nicht nur wegen dem Film hier. Vor allem will ich wissen, ob sich ein Abend im Autokino lohnt und ob etwas dran ist an der Autokino-Nostalgie. Schuld an ihr sind Filmklassiker wie Grease. Da knutschen Teenager in prächtigen Oldtimern vor flackernden Leinwänden. Autokinos standen sinnbildlich für den American Way of Live. In Zeiten von Corona erscheint dieser kaum noch erstrebenswert. Ist das Autokino also nur ein leeres Versprechen oder eine Zeitkapsel in die 80er und die Jugend unserer Eltern?</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-2-1024x485.jpg" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" srcset="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-2-1024x485.jpg 1024w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-2-300x142.jpg 300w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-2-768x363.jpg 768w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-2.jpg 1386w" alt="© Simon Horndasch" width="640" height="303">&nbsp;<figcaption>© Simon Horndasch</figcaption></figure>
<h4><strong>Der Fleck auf der Scheibe</strong></h4>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Aus diesem Grund bin ich hier. Viel zu früh. Der Festplatz ist noch leer. In allem Eifer stehen wir bereits um halb acht auf dem Parkplatz. Vor uns die Rückseite der Leinwand und ein paar Ordner*innen, die sich in der Mitte des Platzes in aller Ruhe unterhalten (mit Mundschutz versteht sich). Zeit, um die Situation zu rekapitulieren. Das Auto ist voll. Auf der Rückbank stapeln sich Decken und Kissen. Zwischen meinen Füßen zwei große Sushiboxen. Die Getränkehalter sind bestückt und irgendwo zwischen Schaltknüppel und Armaturenbrett versteckt sich eine Chipspackung. Wir sind vorbereitet. Damit dem Wohnzimmerflair nichts im Weg steht, muss ein Abend im Autokino geplant sein. Und Leute eins steht über allem, putzt eure Scheiben! Ihr glaubt nicht, wie uninteressant Freddie Mercury wird, sobald ihr diese eine langgezogene Schliere auf der Frontscheibe entdeckt. Die Brillenträger*innen unter euch werden mich verstehen.</p>
<h4><strong>Deutschland deine Autokinos</strong></h4>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 0cm 0cm 12.0pt 0cm;">Auf dem Gelände wirkt alles etwas improvisiert und dann doch ziemlich professionell. An Einweiser*innen fehlt es nicht. Jedes Auto wird in seine Parkposition begleitet. Der Festplatz wird so ideal ausgenutzt. Dank unserer frühen Ankunft gehören wir beim Einlassen den Ersten an und haben Glück. Große Autos müssen nach hinten. Mit dem Polo erhalten wir einen Platz in der ersten Reihe, leicht links der Leinwand. In der ehemals beliebten letzten Reihe, der sogenannten Love Line, will heute kaum jemand stehen. Früher hatten die Wagen noch durchgehende Vordersitze und so wurde die Love Line zur einzigen Reihe ohne neugierige Blicke (zumindest reden sich das unsere Eltern ein). Als die Autoindustrie in den 70er-Jahren dann auf getrennte Sitze umstellte, verloren auch Autokinos an ihrem Charme. Seitdem waren sie verstaubte Kultstätten heimlicher Outdoor-Romanzen, bis sie in diesen Tagen ihre Renaissance erleben.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Deutschland deine Autokinos: Gravenbruch, Kornwestheim, Aschheim, Porz… und jetzt Gersthofen. Die Nachfrage ist so groß wie lange nicht mehr, denn dem Autokino sei Dank, kommen Filmbegeisterte trotz Pandemie auf ihre Kosten. Wo es vor Corona noch keine Autokinos gab, schießen sie aus dem Boden und verwandeln die Provinz zum Epizentrum der deutschen Filmlandschaft. So auch in Augsburg. Hier verlagern gleich zwei Augsburger Programmkinos ihre Leinwände ins Freie. Während das Liliom bereits seit dem 27. Mai auf dem Festplatz Gersthofen Autofahrer*innen zum Freiluftkino empfängt, zieht das Kinodreieck ab Dienstag, den 9. Juni, nach und öffnet zum Messeflimmern die Schranken des Messegeländes.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-3-1024x485.jpg" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" srcset="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-3-1024x485.jpg 1024w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-3-300x142.jpg 300w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-3-768x363.jpg 768w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-3.jpg 1386w" alt="© Simon Horndasch" width="640" height="303">&nbsp;<figcaption>© Simon Horndasch</figcaption></figure>
<h4><strong>Das lange Warten</strong></h4>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Langsam füllt sich der Festplatz. Die Stimmung scheint feierlich, endlich ein Hauch von „Normalität“. Familien mit Kindern, verliebte Paare, beste Freund*innen. Endlich wieder unter Menschen. Endlich wieder Großveranstaltung &#8211; zumindest fast. Die Abstandsregeln werden eingehalten. Jeder ist in seinem Auto. Rechts von uns steht ein Familienvater, der während seine Kinder auf der Rückbank umhertollen, konzentriert die Tageszeitung aufschlägt. Auf der anderen Seite zaubert ein turtelndes Paar Champagner-Gläser und Kuchen hervor (auch sie scheinen vorbereitet). Mittlerweile tummeln sich Smarts, Cabrios und Touaregs auf dem Platz. Alle starren über ihr Lenkrad hinweg auf die riesige Leinwand. Da passiert aber erstmal nichts. Angekündigt war der Filmbeginn auf 20:45 Uhr. Stattdessen bleibt die Leinwand dunkel. Na ja, dunkel ist sie nicht. Genau das ist das Problem. Es ist einfach noch zu hell. Die Sonne lässt sich Zeit mit dem Untergehen und so warten wir bis 21:30 Uhr geduldig vor einer weißen Leinwand, bis dann… die Werbung beginnt. Immerhin ist sie recht unterhaltsam. Man sieht Michael Wörle, den Bürgermeister von Gersthofen, wie er seinen Kopf aus einem Autofenster reckt und das neu entstandene Kino auf dem Festplatz anpreist. Im selben Imagefilm wird das Autokino Gersthofen dann noch als „das Kulturevent in Schwaben“ betitelt. Ich frage mich, ob das Messeflimmern ähnliches von sich behauptet.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Der Imagefilm endet und wir sehen erneut nichts. Die Leinwand bleibt weiß und wir schlagen die Zeit tot, indem wir endlich unser Sushi in Angriff nehmen. Eigentlich wollten wir bis Filmbeginn warten, aber das halten wir nicht mehr aus. Sushi eignet sich super fürs Autokino, wenn da nicht diese Sojasoße wäre. Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert. Der Geruch der Soße in den Sitzen ist penetrant und beschäftigt uns erstmal eine Weile. Bis um 21:45 Uhr, eine Stunde nach eigentlichem Start, das lange Warten endet und der Film doch noch beginnt.<b></b></p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-4-1024x485.jpg" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" srcset="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-4-1024x485.jpg 1024w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-4-300x142.jpg 300w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-4-768x363.jpg 768w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-4.jpg 1386w" alt="© Simon Horndasch" width="640" height="303">&nbsp;<figcaption>© Simon Horndasch</figcaption></figure>
<h4><strong>Ein Film für die Ohren</strong></h4>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Bohemian Rhapsody ist eine bildgewaltige Filmbiografie über den Paradiesvogel Freddie Mercury und seine Band Queen. Ich muss gestehen, dass ich den Film schon einmal gesehen habe. Im Bett liegend, auf dem Laptop. Nicht gerade ehrerweisend für ein oscarprämiertes Biopic. Daher gebe ich dem Film noch eine Chance. Beim ersten Mal war ich doch etwas enttäuscht (was wahrscheinlich auch am mäßigen Ton des Laptops lag). Heute tausche ich daher den Laptopbildschirm gegen die riesige Leinwand und die Laptopboxen gegen das Autoradio, das den wummernden Bässen hoffentlich standhält. Ich spreche den Radioboxen des Polos noch einmal Mut zu. Über die UKW-Frequenz 102,8 MHz gibt es dann die Hits von Queen. Ein Film für die Ohren. Der Ton ist gut. Ob das jetzt an Queen oder am soliden Autoradio liegt, sei mal dahingestellt. Immerhin hat der Film 2019 den Oscar für den besten Ton erhalten. Mit vier Academy Awards war er der Gewinner des Abends. Darunter auch ein Oscar für den besten Schnitt. Vor Kritik hat ihn das nicht geschützt. Es gibt ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=4dn8Fd0TYek&amp;t=19s">Video auf YouTube</a>, das den Schnitt des Films in 13 Minuten in der Luft zerpflückt. 2,6 Millionen Menschen haben sich das bislang angesehen. Auch ich hadere mit dem Schnitt. Aber zum Glück ist da noch mehr, was den Film ausmacht und so lasse ich mich, den Schnitt ignorierend, auf den Film ein.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Während ich den Beat von <i>Another One Bites The Dust</i> mit meinen Fingerkuppen in das Armaturenbrett klopfe, muss ich mir eingestehen, dass ich Spaß habe. Der Film unterhält mich. In einem Höllentempo hakt er Meilensteine der Bandgeschichte ab. Bandgründung, kometenhafter Aufstieg, legendäre Aufnahmesessions von Welthits, Paradiesvogel Mercury, dessen verruchte Eskapaden und das große Finale müssen erst einmal alle in dem zweieinhalbstündigen Band-Epos zusammengerafft werden. Das funktioniert deutlich besser als ich es noch vom ersten Mal auf dem Laptop in Erinnerung habe.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-5-1024x485.jpg" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" srcset="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-5-1024x485.jpg 1024w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-5-300x142.jpg 300w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-5-768x363.jpg 768w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-5.jpg 1386w" alt="© Simon Horndasch" width="640" height="303">&nbsp;<figcaption>© Simon Horndasch</figcaption></figure>
<h4><strong>Dicke Luft</strong></h4>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm .0001pt 0cm;">Wenn mich doch mal das Schnittgewitter stört, ich nicht fassen kann, wie gut Rami Malek schauspielert oder lauthals in<i> We Will Rock You </i>einstimme. Raus damit. Niemand hört mich. Wir sind in unserem Auto – unserem Mikrokosmos. Gezwungenes Flüstern oder extra leises Popcornknabbern fordert hier niemand. Wenn ihr auf Kissen gepolstert und in Decken eingemummelt, im nach hinten gestellten Sitz, dem Spektakel auf der Leinwand folgt, wird jedes Auto zur Wohlfühloase. Gestört werdet ihr zwischendurch nur von den aufblitzenden Scheinwerfern einiger Fahrer*innen, wenn diese die Zündung einschalten, um die Fenster zu öffnen. Denn auch wenn ihr denkt das Kinoerlebnis könnte nicht besser werden, die Luft im Auto könnte es. Deshalb macht die Fenster von Beginn an einen Spalt breit auf. Eurer Kissen- und Deckenlager wärmt euch auch in kalten Nächten.</p>
<h4><strong>Last Man Standing</strong></h4>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Unter dem Deckenmeer liegend, fühle ich mich zurückversetzt in die Zeit, in der man im Kinderzimmer Höhlen baute und in ihnen in eine andere Welt verschwand. Obwohl der Film recht aktuell ist und auch sonst kein Retro-Charme aufzukommen droht, fühlt sich das Auto an wie eine Zeitkapsel. Wer erlebt heutzutage Filme noch auf diese Art und Weise. Normalerweise blicken wir im Bett lungernd auf unsere Laptops und vertrauen dem Netflix-Algorithmus, dass er uns einen passenden Titel vorschlägt. Das Kino kennen wir nur noch flüchtig. Warum 10 Euro für ein Ticket zahlen, wenn wir während dem Film nicht mal die neusten Insta-Stories checken können. Es braucht eine Pandemie damit wir Wochen lang vor unseren Bildschirmen liegend auf die Idee kommen als Zeitvertreib deutschlandweit Leinwände aufzustellen, um erneut auf Bildschirme zu schauen – jetzt halt im Freien.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;">Es ist ein Paradox. Früher florierte die Kinobranche und das Autokino galt als aussterbende Art, der man peinlich berührt eine Gnadenfrist auf dem Friedhof der Unterhaltungsbranche gewährte. Heute kämpft das Autokino als Last Man Standing gegen die allesfressenden Streaming-Monster Netflix und Amazon. Und bald könnte sich das Blatt schon wieder wenden. Dann nämlich, wenn die Kinos weltweit wieder öffnen dürfen. The Show Must Go On. In Bayern ist es ab dem 15. Juni so weit. Zwar vorerst mit maximal 50 Personen pro Vorführung und unter strengen Auflagen, aber die Frage bleibt, ob dann überhaupt noch wer ins Autokino geht. Ich frage mich, ob so ein Abend auch ohne Pandemie ein Erlebnis ist. Wäre der Festplatz auch dann voll, weil sich das Autokino schließlich als Sommerhit erweist oder verschwindet der Hype um die Freilichtstätten genauso schnell, wie er gekommen ist? Wir haben es in der Hand.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-6-1024x516.jpg" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" srcset="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-6-1024x516.jpg 1024w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-6-300x151.jpg 300w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-6-768x387.jpg 768w, http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/06/Bild-6.jpg 1387w" alt="© Simon Horndasch" width="640" height="323">&nbsp;<figcaption>© Simon Horndasch</figcaption></figure>
<h4><strong>Der Abschied</strong></h4>
<p style="margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt; text-align: justify; line-height: 150%;">Der Abspann läuft und die Lichter gehen an. Nicht wie üblich im Kinosaal, sondern in den Autos. Die Scheinwerfer leuchten auf und die Motoren erwachen zum Leben. Wir werfen Decken und Kissen auf die Rückbank und fahren los. Wie wir losrollen, beschleicht uns das Gefühl etwas vergessen zu haben. Zu schnell, zu einfach und unkompliziert ist der Aufbruch. Wo ich im Kino nach dem Aufstehen noch einmal meinen Sitz checke, ob ich nicht doch etwas vergessen habe und nach Geldbeutel und Handy in meinen Hosentaschen taste, drehen wir hier einfach den Zündschlüssel um. Es gibt nichts zum Vergessen. Alles ist im Auto und so verabschieden wir uns als der Zeiger auf 0:00 Uhr umschlägt in die Nacht und treten die Heimfahrt an.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 12.0pt 0cm .0001pt 0cm;">Ein Freitagabend im Auto? Er lohnt sich. Egal ob mit oder ohne Pandemie. Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut bei einem der Augsburger Autokinos vorbei. Macht euch einen eigenen Eindruck wie es ist. Ich habe sie genossen, die Reise mit der Zeitkapsel. Auch wenn das Autokino wieder in Vergessenheit geraten sollte, erinnere ich mich gerne an meine Reise zurück in der Zeit. In die Zeit einer Pandemie, als wir unser Wohnzimmer ins Auto verlagerten und in lauen Sommernächten vor flackernden Leinwänden parkten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/06/autokinoaugsburg/">The Show Must Go On – Ein Hauch Nostalgie im Autokino Augsburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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